Wegweiser auf Mt. Entoto © Maria Scurrell
Offizieller Name
Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
Fläche
1.104.300 km²
Einwohner
99,5 Mio. (2015, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
2,9% jährlich (2015, geschätzt)
Regierungssitz
Addis Abeba
Amtssprache
Amharisch
Regionalsprachen
Afaan Oromo, Tigrinya, Somali u.a.

Äthiopien heißt Sie herzlich willkommen!

Die Demokratische Bundesrepublik Äthiopien beherbergt über 80 ethnische Gruppen und ebenso viele Sprachen. Es gibt Berge über 4500 Meter und Bodensenken weit unterhalb des Meeresspiegels.

Felder und Straße in der Silte Zone. ©Maria Scurrell
Felder und Straße in der Silte Zone. ©Maria Scurrell

In Äthiopien sind Überreste von Hochkulturen ebenso zu bewundern wie Landschaften von atemberaubender Schönheit. Hier entspringt der Blaue Nil, welcher der Hauptwasserlieferant für den längsten Fluss der Erde ist. Auch eine der lebensunwirtlichsten Wüsten der Erde mit aktiven Vulkanen und Salzseen - die Danakil - befindet sich in Äthiopien.

Es ist ein Land voller Sagen und Mythen: Die Salomonische Dynastie, die mehrere Jahrhunderte lang regierte, soll beispielsweise vom biblischen König Salomon und der sagenumwobenen Königin Saba abstammen. Lucy, eine unserer frühesten Vorfahren, wurde in Äthiopien gefunden.

Äthiopien ist aber auch eines der ärmsten Länder der Welt und befindet sich im Zentrum einer Region, die von gewalttätigen und kriegerischen Konflikten geprägt ist.

Das Land ist innenpolitisch sehr fragil und unternimmt große Anstrengungen, wirtschaftlich nicht unter die Räder der Globalisierung zu geraten. Äthiopien ist strukturell von Nahrungsmittelknappheit betroffen, ebenso wie von häufigen Überschwemmungen. Viele Menschen können nicht lesen oder schreiben, sind nicht in die moderne Ökonomie eingebunden und haben nur unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die Hauptstadt Addis Abeba erlebt seit mehreren Jahren einen atemberaubenden Boom. Die Stadt beherbergt über hundert ausländische Botschaften, das Hauptquartier der Afrikanischen Union und Einrichtungen der Vereinten Nationen. Es wird sehr viel gebaut, das Bevölkerungswachstum ist hoch, Kunst und Kultur befinden sich in einem beeindruckenden Aufschwung, der Lebensstil ist westlich geprägt.

Äthiopien ist ein Land voller Gegensätze, Widersprüche und Spannungen, voller Überfluss und Armut. Es ist nach wie vor sehr schwierig, verlässliche Informationen, Darstellungen, Analysen und Bewertungen zu finden. Viele Artikel und Studien decken entweder große Sachgebiete ab, oder sie konzentrieren sich nur auf ganz spezielle Fragestellungen. Auch wird bei der Nutzung von Daten und Zahlen häufig noch auf Schätzungen zurückgegriffen. Umso mehr lohnt es sich, sich ein eigenes Bild von diesem faszinierenden Land und seinen Menschen zu machen!

Grunddaten und Kartenmaterial

Lage des Landes auf dem afrikanischen Kontinent ©Sémhur, CC-BY-SA

Äthiopien liegt am Horn von Afrika, im Osten des Kontinents. Seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993 ist Äthiopien ein Binnenland. Die Nachbarländer sind Eritrea im Norden, Dschibuti und Somalia im Osten, Kenia im Süden, die Republik Südsudan und der Sudan im Westen.

Das Land hat eine Fläche von ca. 1.104.300 km² und ist damit etwa dreimal so groß wie Deutschland. Die Angaben zur Bevölkerungsgröße gehen stark auseinander. Die Volkszählung von 2007 ergab eine Bevölkerung von knapp 74 Millionen Menschen. Aktuelle Schätzungen sprechen von über 80 bis hin zu über 90 Millionen Menschen. Damit ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Etwa 80% der äthiopischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Die Bevölkerungsdichte lag 2007 mit 60 Einwohnern pro Quadratkilometer bei nur etwa einem Viertel der Bevölkerungsdichte Deutschlands.

Äthiopien - Übersichtskarte ©CIA World Factbook (Public Domain)

Seit 1972 gibt es die Central Statistical Agency of Ethiopia (CSA). Sie liefert seit einigen Jahren gute Daten und Analysen. Die Datenerhebung ist aber immer noch die größte Herausforderung für die CSA. Es gibt viele Schätzungen, Hochrechnungen und Projektionen. Deswegen finden sich auch auf den Websites der Regierung sowie der bi- und multilateralen Geber teilweise unterschiedliche Zahlen. Alle Angaben sollten deswegen immer nur als eine ungefähre Größe verstanden werden. Im Zweifelsfall sollten mehrere Quellen konsultiert werden.

Ein guter Landesüberblick findet sich bei der Weltbank, dem Auswärtigen Amt sowie im CIA World Factbook.

Weiteres Kartenmaterial zu Äthiopien:

Naturraum und Klima

Topografie Äthiopiens © Sadalmelik (Public Domain)
Topografie Äthiopiens © Sadalmelik (Public Domain)

In Äthiopien gibt es das größte zusammenhängende Hochplateau in Afrika. Gut die Hälfte seiner Fläche liegt höher als 1200 Meter, mehr als ein Viertel liegt über 1800 Meter und über fünf Prozent liegen über 3500 Meter. Der größte Teil des Hochlands hat Mittelgebirgscharakter mit gemäßigtem Klima.

Das Hochland fällt an vielen Stellen mehrere hundert Meter steil ab. Die Hochlandsränder und die Einschnitte der großen Flüsse Nil, Omo und Tekeze sind sehr steil ausgebildet.

Die Hauptstadt Addis Abeba liegt auf über 2300 Meter. Der höchste Berg des Landes, Ras Dashen, ist 4620 Meter hoch.

Von Süd-West nach Nord-Ost zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, dessen Platten auseinander driften. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116 Meter unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea. Durch seine Lage im Grabenbruch ist Äthiopien Erdbebengebiet. Im Jahr 2005 ist in der nördlichen Afar-Region des Landes durch ein starkes Beben ein neuer 60 km langer Krater entstanden.

Das Landschaftsbild ist wesentlich geprägt von Feucht- und Trockensavannen, wird im Osten von Halbwüsten und Wüsten bestimmt. Der Waldanteil ist eher gering.

Es gibt zahlreiche Seen, die meist vulkanischen Ursprungs sind. Der größte See Äthiopiens, der Tanasee, ist gleichzeitig der höchstgelegenste See Afrikas. Auf ihm befinden sich zahlreiche Inseln, auf denen im 14. Jahrhundert Klöster erbaut wurden, die noch heute erhalten sind. Weitere wichtige Seen sind Abijata, Shala (der tiefste See des Landes), Hawassa und Langano. Letzterer gilt als das einzige bilharziosefreie stehende Gewässer Äthiopiens und ist daher als Badesee geeignet.

Vögel auf dem Lake Hawassa. ©Maria Scurrell
Wenchi Crater Lake. ©Maria Scurrell

Das äthiopische Ökosystem ist außergewöhnlich vielfältig. Äthiopien ist nicht nur Überwinterungsort für viele Wandervogelarten, sondern beheimatet auch über 70 endemische Arten, wie beispielsweise den Menelik-Buschbock oder die Blutbrustpaviane. Besonders stolz ist man in Äthiopien auf den gefährdeten Schwarzmähnenlöwen, für den Schutzprogramme laufen.

Es gibt viele unter Schutz gestellte Naturräume in Äthiopien, darunter etliche Nationalparks. Der wohl berühmteste ist der Simien-Nationalpark. Er ist UNESCO-Weltnaturerbe und umgibt den höchsten Berg Äthiopiens.

Die GIZ unterstützt Äthiopien bei einer nachhaltigen Nutzung und dem Schutz dieser Naturräume.

Ein ökologisch und ökonomisch wichtiger Naturraum ist der Tanasee im Norden Äthiopiens. Er ist durch Überfischung und Entwaldung der Uferregion bedroht. Gemeinsam mit der äthiopischen Regierung versuchen Umweltorganisationen, ihn zu schützen und zum UNESCO-Weltnaturerbe erklären zu lassen.

Bodenschätze, vor allem Goldvorkommen, gewinnen nach aktuellen Funden immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung. Wasser wird zunehmend zur Bewässerung und Energieerzeugung genutzt. Auch andere Formen regenerativer Energiegewinnung (bspw. Windenergie) gewinnen an Bedeutung.

Das Klima ist innerhalb des Landes sehr vielfältig. Äthiopien liegt zwar gänzlich in den Tropen, die Höhe relativiert jedoch das äquatoriale Klima, sodass es sowohl feucht-heiße, als auch gemäßigte Gebiete gibt. In den tropisch heißen Gebieten beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur 27 Grad, in den warm-gemäßigten 22 und in den Berggebieten des Hochlands nur 16 Grad Celsius. Es gibt zwei Regenzeiten im Jahr, eine Hauptregenzeit von Juni bis September und eine kleine Regenzeit zwischen Februar und März.

Bergige Landschaft im Süden Äthiopiens © Maria Scurrell
Bergige Landschaft im Süden Äthiopiens © Maria Scurrell

Ökologische Probleme

Die größten ökologischen Probleme Äthiopiens sind wiederkehrende Dürren, Entwaldung und Bodenerosion sowie Überschwemmungen.

Die Hauptursachen für Entwaldung in Äthiopien sind die Ausbreitung der Landwirtschaft und das starke Bevölkerungswachstum. Große Teile des äthiopischen Waldbestandes sind in den letzten 50 Jahren gerodet worden, entweder um neue landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen oder für die Gewinnung von Brennholz. Betrug der bewaldete Anteil vor 100 Jahren noch 40%, so sind es heute nur noch 3% der Fläche. Aufforstungsbestrebungen mit dem schnell wachsenden Eukalyptus haben dazu geführt, dass diese Baumart heute in Äthiopien die am weitesten verbreitete ist. Es gibt einige Organisationen, die sich für eine communitybasierte Aufforstung und partizipative Ressourcennutzung einsetzen.

Grundstück mit Kakteenzaun im Süden des Landes. ©Maria Scurrell
Grundstück mit Kakteenzaun im Süden des Landes. ©Maria Scurrell

Ökologische Probleme ergeben sich zum Teil auch aus der stark geförderten und immer weiter expandierenden industriellen, exportorientierten Landwirtschaft. So gibt es beispielsweise Hinweise auf Wasserverschmutzung und Pestizidbelastung durch die Blumenindustrie.

Auch der Bau neuer Großstaudämme, wie der des Gilgil-Gibe III, ist bei Umweltschützern sehr umstritten.

Eine systematische Hausmüll-, Abwasser- und Industrieabfallentsorgung gibt es nicht. Dies macht sich vor allem in der Hauptstadt bemerkbar. Vor allem in der Trockenzeit geht von den ausgetrockneten und mit Müll gefüllten Flussbetten in Addis Abeba z. T. ein starker Gestank aus.

Müllsammelplatz in einem Wohngebiet am Stadtrand von Addis Abeba. © Maria Scurrell
Müllsammelplatz in einem Wohngebiet am Stadtrand von Addis Abeba. © Maria Scurrell
Mann mit Müll und Werbung für Müllheizkraftwerk am Stadtrand von Addis Abeba. © Maria Scurrell
Mann mit Müll und Werbung für Müllheizkraftwerk am Stadtrand von Addis Abeba. © Maria Scurrell

Die Folgen des Klimawandels für Äthiopien werden als gravierend eingeschätzt. Mit viel internationaler Unterstützung hat sich unter anderem die Ethiopian Environmental Protection Authority der Aufgabe angenommen, die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Landwirtschaft und Versorgungssituation des Landes zu untersuchen und Lösungen zu erarbeiten.

Die Pläne der Regierung zum Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels sind in nationalen Handlungsstrategien zusammengefasst.

Sozialgeografische Gegebenheiten

Die meisten Menschen in Äthiopien (ca. 80%) leben auf dem Land als sesshafte Bauern, Viehhirten oder (Halb-) Nomaden. Große Städte gibt es in Äthiopien nur einige. Viele kommen über wenige zehntausend Einwohner nicht hinaus.

Der Urbanisierungsprozess hat in Äthiopien etwa 30 Jahre später eingesetzt als in den meisten anderen Ländern des globalen Südens. Das Bevölkerungswachstum in den Städten ist mit fast 5% deutlich höher als das ländliche. Dieses Wachstum geht einher mit der Überforderung von Stadtverwaltungen, dem schlechten Umgang mit den kommunalen Finanzen sowie einer schwachen städtischen Infrastruktur. Hinzu kommt eine hohe Arbeitslosigkeit, die durch die Schwäche des modernen Wirtschaftssektors und die anhaltend hohe Zuwanderung aus dem ländlichen Raum verstärkt wird.

Bauboom in Addis Abeba. ©Maria Scurrell
Bauboom in Addis Abeba. ©Maria Scurrell

Verkehrsinfrastruktur

Andrang vor einem Fahrkartenschalter der Straßenbahn in Addis Abeba. © Maria Scurrell
Andrang vor einem Fahrkartenschalter der Straßenbahn in Addis Abeba. © Maria Scurrell
Fahrgäste an einer Straßenbahnhaltestelle in Addis Abeba. © Maria Scurrell
Fahrgäste an einer Straßenbahnhaltestelle in Addis Abeba. © Maria Scurrell

Die Verkehrsinfrastruktur hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Dies liegt unter anderem daran, dass z.B. der Straßenbau eine erklärte Priorität der Regierung ist. Internationale Unterstützung erhält die Ethiopian Roads Authority dabei vor allem von der chinesischen Regierung, die Teile der Baukosten übernimmt wenn chinesische Firmen die Zuschläge für Straßenbauprojekte erhalten.

Der ambitionierte Growth and Transformation Plan II (GTP II) der Regierung sieht vor, das Allwetterstraßennetz von 120.000 km (Stand 2014/15) bis 2020 auf 220.000 km auszubauen.

Der Straßenverkehr ist im ganzen Land sehr gefährlich. Äthiopien hat eine der weltweit höchsten Raten von Verkehrsunfällen und Verkehrstoten im Verhältnis zur Anzahl der Fahrzeuge. Viele Fahrer überschätzen ihre Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, ganz erheblich. Besonders Fahrradfahren und Motorradfahren ist deswegen sehr gefährlich. Bei Fußgängerüberwegen ist besondere Vorsicht geboten: Diese werden von Autofahrern in der Regel nicht beachtet, sodass es in der Vergangenheit zu Unfällen mit Ausländern gekommen ist, die das Anhalten von Fahrzeugen am Zebrastreifen für selbstverständlich hielten.

Der Bau der Ringautobahn in Addis Abeba begann 1998. Sie ist weitgehend fertig gestellt und entlastet den Stadtverkehr merklich. Der öffentliche Personennahverkehr wird vor allem durch Busse der Anbesa City Bus Service Enterprise und die charakteristischen, blau-weißen Minibustaxis gewährleistet. Zudem gibt es kleine so genannte „Contract Taxis“. Diese ebenfalls blau-weiß lackierten Taxis fahren keine festen Strecken, sondern bringen den Fahrgast wohin er will. Der Preis für diese Fahrt muss vorher mit dem Fahrer ausgehandelt werden, ein Taxometer gibt es in der Regel nicht.

Im September 2015 wurde die erste Straßenbahn in Addis Abeba in Betrieb genommen. Sie soll den städtischen Verkehr entlasten und wird von vielen Hauptstädtern als Symbol des Fortschritts gefeiert und genutzt.

Bahnhof Addis Abeba "La Gare". ©Maria Scurrell
Bahnhof Addis Abeba "La Gare". ©Maria Scurrell

Die Bahnlinie von Addis Abeba nach Dschibuti verkehrt seit einigen Jahren nicht mehr. Anfang 2012 wurde jedoch der zweite von drei Großaufträgen zur Errichtung einer modernen Bahnstrecke zwischen der Ethiopian Railway Corporation und der China Civil Engineering Construction Corp. unterzeichnet. Es sind verschiedene Strecken quer durchs Land geplant, die Realisierung dieser Pläne ist sehr unterschiedlich weit fortgeschritten.

Der internationale Flughafen Bole fertigt pro Tag knapp 10000 Passagiere ab und ist ein wichtiges Luftfahrt-Drehkreuz in Afrika. Von hier starten internationale Flüge in alle Teile der Welt und Flüge zu mehr als 10 inländischen Flughäfen.

Die Hauptstadt Addis Abeba

Die 1886 vom Kaiser Menelik II. gegründete Hauptstadt Addis Abeba (der Name bedeutet übersetzt "Neue Blume") ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Äthiopiens. Mit über drei Millionen (manche Schätzungen sprechen sogar von vier Millionen) Einwohnern ist sie auch die größte Stadt des Landes.  

Blick vom Mount Entoto auf die Stadt. ©Maria Scurrell
Blick vom Mount Entoto auf die Stadt. ©Maria Scurrell

Addis Abeba wird aufgrund seiner Geschichte und der politischen Bedeutung oft als die Hauptstadt Afrikas bezeichnet. Die Stadt ist Sitz der Afrikanischen Union, der Economic Commission for Africa der Vereinten Nationen, und zahlreicher anderer Organisationen. Sie ist afrikaweit aufgrund der relativ unproblematischen Sicherheitslage, der guten internationalen Erreichbarkeit und des angenehmen Klimas auch als beliebter Konferenz- und Tagungsort bekannt.

Zu den in Addis Abeba ansässigen Industriezweigen gehören u.a. Textil- und Schuhproduktion und chemische Industrie. Unweit der Stadt befinden sich außerdem Blumenfarmen und Zementfabriken.

Anders als in vielen anderen afrikanischen Metropolen gibt es in Addis Abeba eine starke soziale Durchmischung innerhalb der einzelnen Stadtviertel. Dies hängt vor allem mit der frühen Stadtentwicklung von Addis Abeba zusammen. Zunächst siedelten sich Menschen im näheren Umkreis des kaiserlichen Palastes an. Später entstanden neue Viertel dadurch, dass Generäle und Vertraute des Kaisers Siedlungsfläche im Stadtgebiet zugewiesen bekamen, auf der sich dann nach und nach weitere Menschen niederließen. Ursprünglich befanden sich diese Siedlungen in einigem Abstand voneinander, im Laufe der Jahrzehnte füllten sich jedoch mit dem Aufleben der Stadt als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes die Lücken und so lebten bald die Wohlhabenden Tür an Tür mit der Mittel- und Unterschicht. Auch heute finden sich beispielsweise modernste Bürogebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zu informellen Siedlungen mit sehr schwacher Infrastruktur.

Die fortschreitende Urbanisierung ist vor allem in Addis bemerkbar. Die Bevölkerung wächst rasant und der Wohnungsmarkt kann mit diesem Tempo kaum mithalten. Vielerorts entstehen meist fünfstöckige Neubauten, an den Rändern der Stadt sind es auch einmal zehn davon in Reih und Glied. Die im Stadtzentrum aus dem Boden sprießenden Hochhäuser mit ihren in der Sonne glänzenden Glasfronten haben Addis Abeba die Vorhersage eingebracht, schon bald das neue "Dubai Afrikas" zu werden.

Flagge und Nationalhymne

Flagge Äthiopiens
Flagge Äthiopiens

Die Flagge von Äthiopien hat in den letzten 100 Jahren eine interessante Entwicklung durchgemacht. Sie wurde mehrfach verändert. Die derzeitige Flagge ist 1996 eingeführt worden. Sie besteht aus drei waagerecht übereinander liegenden Streifen in Grün, Gelb und Rot. Das Grün symbolisiert Arbeit und Fruchtbarkeit des Landes, das Gelb steht für Gerechtigkeit und die Liebe zum Vaterland, das Rot für Mut und das Blut, das im Kampf um den Erhalt der Unabhängigkeit vergossen wurde.

Im Zentrum zeigt die Flagge das Staatswappen, ein gelbes Pentagramm, auf blauem, kreisförmigen Grund. Das Pentagramm ist das Siegel Salomos, die zwischen den fünf Zacken des Pentagramms erscheinenden trapezförmigen Strahlen stehen für die Zukunft Äthiopiens. Der symmetrische Aufbau des Wappens soll die Gleichheit aller Nationalitäten und Religionen und die Einheit aller Äthiopier symbolisieren.

Die aktuelle Nationalhymne wurde 1992 nach dem Sturz des Militärregimes eingeführt.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Dieser Länderbeitrag wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert.

Über die Autorin

Maria Scurrell (Jahrgang 1985) hat Interkulturelle Pädagogik mit dem Schwerpunkt „Nord-Süd“ studiert. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über die Rolle von traditionellem Wissen und indigenen Institutionen bei der Armutsbekämpfung in Äthiopien. Seit 2007 lebt sie in Addis Abeba und Berlin.

Anregungen und Kommentare sind herzlich willkommen!

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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