Sonnenaufgang über dem Bamiyan-Tal (Foto: AfghanistanMatters, CC-Lizenz: BY 2.0)
Offizieller Name
Islamische Republik Afghanistan
Fläche
652.225 km²
Einwohner
32.564 Mio. (2015, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
2,32 % pro Jahr (2015, geschätzt)
Regierungssitz
Kabul
Amtssprachen
Paschtu, Dari
Regionalsprachen
Usbekisch, Turkmenisch, Belutschi u.a.

Übersichtskarte

Übersichtskarte von Afghanistan
Übersichtskarte von Afghanistan; Quelle: CIA World Factbook, PD-USGov

Weitere Karten:

Lage und Größe des Landes

Lage Afghanistans (Karte: Vardion, CC-Lizenz: BY-SA 3.0)
Lage Afghanistans (Karte: Vardion, CC-Lizenz: BY-SA 3.0)

Afghanistan ist ein gebirgiges Binnenland an der Nahtstelle von Zentral- und Südasien gelegen und bedeckt eine Fläche von ca. 652 000 km². Die Bundesrepublik Deutschland begnügt sich zum Vergleich mit 357 000 km². Die größte Ausdehnung beträgt in Südwest-Nordost-Richtung rund 1550 km, von Norden nach Süden etwa 750 km. Afghanistan liegt zwischen dem 29. und 38. nördlichen Breitengrad sowie dem 60. und 75. östlichen Längengrad.
Es grenzt im Osten und Süden an Pakistan (2430 km), im Westen an den Iran (936 km) und  im Norden an Turkmenistan (744 km), Usbekistan (137 km) und Tadschikistan (1206 km). Im äußersten Nordosten schließlich besitzt Afghanistan mit dem schmalen Landstrich des Wakhan-Korridors noch eine Grenze (76 km) zu China.

Hindukusch-Hauptkamm (Foto: Bernt Glatzer)
Hindukusch-Hauptkamm (Quelle: Bernt Glatzer (1942-2009))

Landesimpressionen

Der US-amerikanische Fotograf und Fotojournalist Steve McCurry zeigt stimmungsvolle Bilder aus Afghanistan. Von ihm stammt übrigens auch das berühmte Bild des afghanischen Mädchens Sharbat Gula, aufgenommen im Flüchtlinglager Nasir Bagh westlich von Peschawar, das als Titelbild der National Geographic 1985 weltbekannt wurde.

Einen Kontrast zu diesen Eindrücken bilden die Afghanistanfotos von Benjamin Krain, der für die US-amerikanische Regionalzeitung Arkansas Democrat Gazette arbeitet und das Land vor allem unter dem Aspekt von Krieg und Wiederaufbau fotografiert hat.

Wiederum einen anderen Blick auf Afghanistan, jenseits des Krieges, zeigt Gábor Halász. Seine Reportage führt den Zuschauer u.a. nach Kabul, Bamiyan und Herat, wo er die unterschiedlichsten Menschen trifft.

Beeindruckende Impressionen vom Alltagsleben und den Menschen bietet außerdem der preisgekrönte Kurzfilm von Salome und Lukas Augustin „Afghanistan – touch down in flight“, einprägsame Bilder, in denen Explosionen, Gewalt und Terror keine Rolle spielen.

Darüber hinaus vermittelt die Reportage des französischen Fotografen Frédéric Lagrange „Lost on the Roof of the World“ Einblicke in den Wakhan-Korridor mit seiner karg-schönen Hochgebirgslandschaft und den extremen Lebensbedingungen für seine Bewohner.

Felsformationen südlich von Shindand
Westafghanistan: Südlich Shindand (Quelle: Bernt Glatzer (1942-2009))

Grunddaten

Grundsätzliche Informationen zu Afghanistan liefert das Auswärtige Amt.
Einen umfangreichen Überblick mit zahlreichen Daten zu verschiedenen Themen bieten das World Factbook der CIA, die Statistikabteilung der Vereinten Nationen, die Weltbank, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und die Asian Development Bank. Auch die Washingtoner Kongressbibliothek hält Informationen zu Afghanistan bereit.
Auf afghanischer Seite stellt die Central Statistics Organization Daten zur Verfügung.

Naturräumliche Gegebenheiten

Man kann sich Afghanistan wie eine Hand mit dem Rücken nach oben vorstellen, die von Nordost nach Südwest weist. Der Handrücken entspricht dabei dem Hauptkamm des Hindukusch, dessen Gipfel in über 7000 m Höhe ragen, die gespreizten Finger bilden die Gebirgszüge, welche vom Hindukusch ausgehen. Zwischen den Fingern fließen die wichtigsten Flüsse, wie Kabul, Hilmend, Farah Rud, Hari Rud und Murghab. Im Nordosten bildet der Panj den Hauptzufluss des Amu Darya, in der Antike auch als Oxus bekannt. Der Amu Darya beginnt nach dem Zusammenfluss von Kunduz- und Vakhsh-Fluss in den Panj. Er verläuft entlang der afghanischen Grenzen zu Tadschikistan, Usbekistan und zu einem kleinen Teil zu Turkmenistan und entwässerte ursprünglich in den Aralsee. Heute erreicht er diesen jedoch nicht mehr, sondern endet vorher in einem Binnendelta in Usbekistan.
Nur zwei ganzjährig befahrbare Pässe, der Sabzak (2120 m) im Westen und der Salang (3400 m) im Osten verbinden Nordafghanistan mit dem Rest des Landes.

Landschaftsgeographisch läßt sich Afghanistan in folgende sieben Regionen einteilen:

  • die an den nördlichen Grenzfluss Amu Darya angrenzenden Ebenen und Hügelländer ("Baktriane"); diese Region zählt dank ihrer Lößböden zu den fruchtbarsten Kulturlandschaften Afghanistans und wird von Flüssen aus dem nördlichen zentralen Hochland (Balkhab, Safed Rud, Samangan, Kunduz) bewässert. Unmittelbar am Amu Darya, der als einziger afghanischer Fluss ganzjährig schiffbar ist, erstreckt sich ein etwa 50 Kilometer breiter Wüstengürtel aus Sanddünen, den lediglich der Kunduz-Fluss zu durchqueren vermag. Die anderen genannten Flüsse versiegen südlich davon in Binnendeltas.
  • das westliche Hügelland entlang der iranischen Grenze; es erstreckt sich von Gulran an der turkmenischen Grenze über die Flussoase des Hari Rud mit der Großstadt Herat bis etwa zum Farah Rud, wo es in die Wüstenregion des weiter unten beschriebenen Hilmend-Beckens übergeht. Von den Flussoasen abgesehen herrscht Steppenvegetation vor, die nach Süden zunehmend in Halbwüste übergeht. Unmittelbar an der iranischen Grenze erstrecken sich ausgedehnte vegetationslose Salztonebenen (Namaksar, Dasht-e Naomid).
  • der eigentliche Hindukusch; das imposante Hochgebirge im Osten und Nordosten, mit dem Afghanistan üblicherweise pauschal identifiziert wird ("Land am Hindukusch"). Die Hauptkette des Hindukusch beginnt östlich von Bamiyan mit Gipfelhöhen um 5000 m, die nach Osten hin schnell ansteigen. Östlich des Anjuman-Passes werden bereits beträchtlich über 6000 m, im Wakhan-Korridor schließlich bis zu 7490 m (Noshaq, höchster Berg Afghanistans) erreicht. Die Schneegrenze liegt zwischen 4700 und 5500 m, so dass die Vergletscherung nach Osten hin ebenfalls zunimmt. Die südlichen Nebenketten des Hindukusch (Nuristan) liegen bereits im Einflussbereich des indischen Sommermonsuns, dessen Regenfälle hier hochstämmige Wälder aus Eichen, Kiefern und Zedern ermöglichen, wie sie sonst in Afghanistan kaum zu finden sind.
  • das zentrale Hochland; hier entspringt ein Großteil der Flüsse, die die Gebirgsfußlandschaften des Nordens, Westens und Südwestens bewässern, darunter auch der Hilmend, mit etwas über 1000 Kilometern Afghanistans längster Fluss. Obwohl das zentrale Hochland landläufig auch oft zum Hindukusch gezählt wird, unterscheidet es sich sowohl landschaftlich als auch klimatisch deutlich von Letzterem. Abgesehen von der Koh-e Baba-Kette südlich von Bamiyan finden sich hier keine Erhebungen über 5000 m, wie überhaupt ausgeprägte Hochgebirgslandschaften selten sind. Stattdessen überwiegt welliges Relief in Meereshöhen zwischen 2500 und 4000 m. Die ursprüngliche Vegetation, nämlich offene Baumfluren mit Pistazien- und Wacholderarten, wurde in den vergangenen Jahrzehnten, wie auch die Wälder in anderen Teilen des Landes, durch Überweidung, Dürre und nicht zuletzt auch durch Kriegseinwirkungen stark dezimiert; inzwischen dominiert auch hier steppen- bis halbwüstenartige Vegetation.
  • die innermontanen Beckenlandschaften Ostafghanistans (Kabul, Jalalabad); das auf 1500 bis 1900 m Höhe gelegene obere Kabulbecken mit der afghanischen Hauptstadt und der fruchtbaren Schomali-Ebene ist die am dichtesten besiedelte Region Afghanistans und gehört zu den produktivsten Agrarregionen des Landes. Durch mehrere schluchtartige Durchbrüche erreicht der Kabulfluss weiter östlich das untere Kabulbecken mit der Stadt Jalalabad, der ehemaligen Winterresidenz der afghanischen Könige. Im Gegensatz zum kontinental-gemäßigten oberen Becken herrscht hier trockenes Subtropenklima mit sehr milden Wintern (Frost und Schnee sind fast unbekannt), in dem kälteempfindliche Kulturen wie Dattelpalmen und Bananen gedeihen, auch die Fauna leitet mit Rhesusaffen, Papageien und Waranen bereits zum indischen Subkontinent über.
  • das südöstliche Hochland zwischen Kabul und Kandahar mit den Becken und Durchbruchstälern zur pakistanischen Grenze hin; steigt von 1100 m bei Kandahar allmählich bis auf 2700 m (nördlich von Ghazni) an, um dann zum oberen Kabulbecken hin abzufallen. Hier entspringen einige Flüsse, deren Täler sich nahe der pakistanischen Grenze zu Beckenlandschaften mit ähnlich subtropischem Klima wie im unteren Kabulbecken ausweiten; als wichtigste wären der Khost Sin und der Kurram zu nennen. Die diese Becken nach Westen hin begrenzenden Gebirgszüge liegen im Einflussbereich des indischen Monsuns und sind daher ähnlich wie das weiter nördlich gelegene Nuristan mehr oder weniger dicht bewaldet.
  • das südwestliche Hilmend-Becken; eine flache Wüstenlandschaft mit Höhen zwischen 400 und 1000 m in der Sistan-Senke. Im iranisch-afghanischen Grenzgebiet liegen hier eine Reihe flacher Seen (Hamun-e Helmand, Hamun-e Saberi, Hamun-e Puzak), die hauptsächlich von Hilmend, Farah Rud und Khash Rud gespeist werden. Während längerer Dürreperioden kommt es vor, dass diese Flüsse im Unterlauf versiegen und die Endseen vollständig austrocknen. Der Hilmend durchschneidet die südlichen Wüstengebiete in einen westlichen Teil (Dasht-e Margo, die "Todeswüste"), mit überwiegend Schotter- und Kieswüste, und einen östlichen Teil (Registan, persisch "Sandland"), in dem ausgedehnte Dünenfelder vorherrschen.
Dorf in der Laghman Provinz in Ostafghanistan im südöstlichen Hindukusch. Erkennbar ist der Terrassenfeldbau. (Foto: Samuel Morse, public domain)

Klima

Klimatisch gesehen liegt Afghanistan im altweltlichen Trockengürtel, der sich von Nordafrika bis Zentralasien erstreckt, es ist durch extremes Kontinentalklima gekennzeichnet mit einem Tag-Nacht-Gefälle von bis zu 40 Grad und Sommer-Winterextremen von -59 Grad bis +53 Grad. Die geringen und unregelmäßigen Niederschläge erlauben nur 10 % des Landes mit regelmäßigem Ackerbau zu nutzen, der Rest des Landes besteht aus Steppen, Wüsten und Hochgebirge.

Die Vielfalt der landschaftlichen Räume Afghanistans spiegelt sich auch in den klimatischen Verhältnissen wieder. Zwar lässt sich generell sagen, dass in Afghanistan ein trockenes Kontinentalklima mit ausgeprägten Temperaturunterschieden sowohl zwischen Sommer und Winter als auch zwischen Tag und Nacht herrscht, aber die Variationsbreite der einzelnen Klimaelemente ist von Region zu Region beträchtlich.

Besonders offensichtlich ist dies bei den durchschnittlichen Wintertemperaturen: sie reichen von sibirischen -20°C im zentralen Hochland und im Wachankorridor bis zu mediterranen +10°C im unteren Kabulbecken - hier zeigt sich schon, dass es den in den Medien häufig beschworenen "harten afghanischen Winter" so verallgemeinert nicht gibt. Im Sommer ist das Bild ausgeglichener, abgesehen von den hohen Gebirgslagen über 3500 m, liegen die Juli-Durchschnittswerte durchweg beträchtlich über +20°C (z. B. 24,5°C in Kabul, zum Vergleich Köln: 18°C), über 30°C in den Gebirgsfußoasen und Ebenen, vor allem in der südwestlichen Wüste und im unteren Kabulbecken können Extremwerte um 50°C erreicht werden.

Die Niederschläge sind sehr ungleichmäßig über das Jahr verteilt; in den meisten Landesteilen konzentriert sich der größte Teil des Jahresniederschlags auf die Monate Dezember bis April, während insbesondere Sommer und Herbst praktisch niederschlagsfrei sind. Abweichungen von dieser Grundtendenz gibt es in der Baktriane, wo die Regenfälle bereits im Oktober einsetzen, und in den Ostprovinzen, wo der Sommermonsun von Indien her für kräftige Sommergewitter sorgt, die gelegentlich westwärts bis nach Kabul vordringen. Auch die absoluten Niederschlagsmengen variieren beträchtlich: von 50 mm/Jahr in der Dasht-e Margo bis etwa 1100 mm am Nordhang des Hindukusch.

Ein Sandsturm aus dem Sistanbecken spannt sich weit über das südliche Afghanistan und angrenzende Pakistan (Foto: NASA, PD-USGov)
Ein Sandsturm aus dem Sistanbecken spannt sich weit über das südliche Afghanistan und angrenzende Pakistan (Foto: NASA, PD-USGov)

Ökologische Probleme

Die Umweltpolitik spielt in Afghanistan aufgrund der dringlicheren Probleme eine eher untergeordnete Rolle. Erst 2006 wurde eine Rahmengesetzgebung zum Schutz der Natur geschaffen. Gleichwohl sind die Umweltprobleme gravierend, denn der Krieg hat in weiten Teilen Afghanistans auch zu schwerwiegenden Umweltschäden geführt.

Die nun mehr seit über 30 Jahren andauernden Kämpfe und deren Folgen führten dazu, dass landwirtschaftliche Flächen nicht mehr kultiviert und Bewässerungssysteme zerstört wurden. Wälder wurden großflächig abgeholzt, auch durch unkontrollierten Holzeinschlag. In den größten zusammenhängenden Waldgebieten in den östlichen Provinzen Nuristan, Kunar und Nangarhar ist der Waldbestand zwischen 1978 und 2002 um über 50 % zurückgegangen.  

In der Folge nimmt die Bodenerosion durch Wind und Wasser stark zu und die Böden verarmen zusehends. Die fehlende Vegetation begünstigt außerdem die Desertifikation, so breiten sich die Wüsten in den südlichen, östlichen und nördlichen Regionen des Landes aus. Insgesamt sind 75 % der Landesfläche Afghanistans durch Desertifikation gefährdet und mittlerweile rund 16 % ernsthaft davon betroffen.

Generell ist in Afghanistan eine Überbeanspruchung der Wasserressourcen festzustellen. Dürreperioden haben die Situation noch verschärft, gesunkene Grundwasserspiegel, ausgetrocknete Feuchtgebiete, Bodenversalzung und dezimierte Wildbestände sind das Ergebnis.

Ein Risiko von Boden- und Grundwasserverseuchung mit entsprechenden Folgen für Mensch und Umwelt besteht auch durch chemo- und radiotoxische Kriegsrückstände.

Ein weiteres Problem ist die Wasserverschmutzung in den Städten. Eine geregelte Müllbeseitigung gibt es kaum und Abfälle, sowohl häuslicher als auch industrieller Art, verseuchen das Wasser und Grundwasser. Darüber hinaus ist auch kriegsbedingt die Kanalisation vielerorts nicht mehr intakt, so dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser stark eingeschränkt ist und eine angemessene Abwasserentsorgung auch nicht stattfinden kann.

Auch die Luftverschmutzung ist mittlerweile zu einem gravierenden Problem geworden. Insbesondere in Kabul, das in den letzten Jahren rasant gewachsen ist, verschmutzen Autoabgase, Stromgeneratoren und Heizöfen, befeuert mit minderwertigen Brennstoffen, die Luft. Hinzu kommt der ohnehin vorhandene Staub.
Entsprechend hoch sind die Schadstoffemissionen und die Feinstaubbelastung.

Insgesamt sieht das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in seinem Bericht die Umweltschäden als so schwer an, dass eine Wiederherstellung gefährdet ist. Sollte die Entwicklung nicht gestoppt werden, so droht nach der Einschätzung des Berichts „eine Zukunft ohne Wasser, Wälder, Wildtiere und saubere Luft“.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bevölkerungsverteilung im Rastergitter © Sasi Group (University of Sheffield) and Mark Newman (University of Michigan) (CC BY-NC-ND 3.0)
Bevölkerungsverteilung im Rastergitter © Sasi Group (University of Sheffield) and Mark Newman (University of Michigan) (CC BY-NC-ND 3.0)

In Afghanistan liegen die Bevölkerungsschwerpunkte hauptsächlich in den Flußoasen am Rand des zentralen Berglandes (Herat, Farah, Kandahar, Maimana, Mazar-e Sharif, Kunduz) sowie in den innermontanen Beckenlandschaften Ostafghanistans (Kabul, Jalalabad); in diesen Gebieten befindet sich der größte Teil der bewässerten Ackerflächen. Die höchsten Bevölkerungsdichten, nämlich bis über 200 Einwohner/km², werden dabei in der Region Kabul-Charikar erreicht.

Ebenfalls noch relativ dicht besiedelt (30 bis 50 Einwohner/km²) ist das im Mittel 2000 m hoch gelegene Plateau zwischen Kandahar und Kabul sowie die zur Indusebene hinabführenden subtropischen Tallandschaften an der Südostgrenze zu Pakistan (Khost, Kurram)

Das zentrale Hochland ist hingegen abgesehen von kleineren Beckenlandschaften an Flüssen wie Hari Rud, Khash Rud, Hilmend und Arghandab nur spärlich besiedelt. Die Hochgebirgsregion des eigentlichen Hindukusch, das Pamir-Hochland im äußersten Nordostzipfel des Staatsgebietes (Wakhan-Korridor) wie auch die Wüstengegenden im Südwesten und entlang der iranischen Grenze sind nahezu menschenleer.

Hinsichtlich der regionalen und lokalen Unterteilung und Gliederung vor allem ländlicher Räume gibt es Unterschiede zwischen den traditionellen Vorstellungen der afghanischen Bevölkerung einerseits und moderner staatlicher Planung andererseits.

Der Verlauf der Hauptverkehrswege in Afghanistan trägt dieser Bevölkerungsverteilung Rechnung: Das Land wird im Wesentlichen durch eine nördliche und südliche Fernverkehrsstraße erschlossen, die üblicherweise als "Große Ringstraße" zusammengefasst werden. Der Südtrakt verläuft von Herat aus in einem weiten Bogen über Kandahar um das Zentralmassiv und durch die Hochebene des Südostens nach Kabul; der Nordtrakt überwindet, ebenfalls in Herat beginnend, zunächst den bereits erwähnten Sabzak-Pass und windet sich durch das Murghab-Becken und an der Grenze zu Turkmenistan entlang ins nordafghanische Tiefland, dann südwärts durch das Tal des Kunduz-Flusses und über den Salang-Pass nach Kabul, wo er auf die Südstrecke trifft. Anschlussstrecken existieren von Herat nach Iran und Turkmenistan, von Mazar-e Sharif nach Usbekistan, von Kunduz nach Tadschikistan sowie von Kandahar und Kabul nach Pakistan.

Abgesehen von zwei Streckenabschnitten mit unter 100 km Gesamtlänge besitzt Afghanistan gegenwärtig kein Schienennetz.
Der eine Streckenabschnitt führt von Towraghondi in der Provinz Herat über die turkmenische Grenze nach Serhetabat. Von der ca. 10 km langen Strecke liegen aber nur ca. 2 km auf afghanischem Gebiet. Der andere Streckenabschnitt verläuft vom Flusshafen Hairatan am Amu Darya ins usbekische Termez. Im Mai 2010 wurden die Bauarbeiten für eine 75 km lange Verlängerung dieser Bahnstrecke nach Mazar-e Sharif aufgenommen und nach Terminverschiebungen wurde der Streckenabschnitt schließlich im August 2011 eröffnet. Zunächst wird diese Strecke aber ausschließlich für den Güterverkehr genutzt.
Im Falle einer weiteren wirtschaftlichen und politischen Konsolidierung ist es aber nicht ausgeschlossen, dass die seinerzeit nicht verwirklichten transafghanischen Eisenbahnprojekte der 1970er Jahre wiederbelebt werden. Gegenwärtig baut ein iranisches Konsortium eine Eisenbahnstrecke zwischen Mashhad und Herat; später soll die Strecke über Maimana und Mazar-e Sharif bis nach Tadschikistan weitergeführt werden. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Erschließung der Kupfervorkommen bei Aynak (Provinz Logar) ist ebenfalls eine Bahnstrecke über Kabul und den Salang-Pass nach Nordafghanistan geplant.

Nationale Symbole

Die Nationalflagge

Die Nationalflagge Afghanistans
Die Nationalflagge Afghanistans

Kein anderer Staat änderte in der Vergangenheit so häufig das Aussehen seiner Nationalflagge wie Afghanistan. Die gegenwärtige Flagge ist eine senkrechte Trikolore im Seitenverhältnis 2:3 mit den Farben Schwarz, Rot und Grün. Die Farbwahl wurde 2002 von der damaligen Übergangsregierung angenommen und ist an die Fahne der Monarchie (1930-1973) angelehnt. Bezüglich der Farben der Trikolore gibt es verschiedene Interpretationen. Eine Auslegung besagt, dass die Farbe Schwarz für die dunkle vorislamische Zeit steht, Rot für das in den Freiheitskämpfen vergossene Blut und Grün für den Islam, aber auch andere Deutungen sind möglich.

Das Staatswappen

Das Staatswappen Afghanistans
Das Staatswappen Afghanistans

Das Staatswappen zeigt eine Moschee mit Kanzel (minbar) und Gebetsnische (mihrab), umgeben von einem Kranz aus Weizenähren, der mit einem Band umbunden ist, auf dem der offizielle Name Afghanistans steht. Im oberen Wappenteil schließt die schahāda, das Glaubensbekenntnis des Islam den Ährenkranz. Über den Türmen der Moschee, die links und rechts von der Nationalfahne flankiert wird, steht der Gebetsruf "Allahu akbar". Das Staatswappen wurde zuletzt 2004 modifiziert: Die Jahreszahl unterhalb der Moschee wurde auf das Jahr 1298, entspricht 1919 n. Chr., dem Jahr der Unabhängigkeit, geändert. Auch eine stilisierte aufgehende Sonne, mit neun langen und acht kurzen Sonnenstrahlen, wurde ergänzt. Das Wappen befindet sich auf der Nationalfahne in der Mitte des roten Flaggenfeldes und ist offiziell golden.

Die Nationalhymne

Die afghanische Nationalhymne (Milli Tharana) ist seit 2006 gültig. Die damalige Regierung hat 2004 beschlossen, dass eine neue Hymne ein Zeichen des Beginns einer neuen Ära Afghanistans nach dem Ende des Taliban-Regime setzten soll.
Den Text der Nationalhymne verfasste der afghanische Dichter und Schriftsteller Abdul Bari Jahani, die Musik komponierte der afghanischstämmige, deutsche Dirigent, Komponist und Chorleiter Babrak Wassa.
Gemäß afghanischer Verfassung muss der Text der Hymne in Paschtu sein, soll den Ausdruck „Allahu akbar“ enthalten und die verschiedenen ethnischen Volksgruppen des Landes aufzählen, um so die Einigkeit Afghanistans im islamischen Glauben zu verdeutlichen.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2016 aktualisiert.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Weiterführende Links

  • UNEP - Natural Resources Management and Peacebuilding in Afghanistan
  • UNEP - Afghanistan's National Biodiversity Strategy & Action Plan

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