Vielfältigste Natur in Algerien - vom Wüsten- bis zum Gebirgsklima
Offizieller Name
Demokratische Volksrepublik Algerien
Fläche
2382000 km²
Einwohner
40,4 Mio. (2016, offizielle algerische Statistik)
Bevölkerungswachstum
1,8% (2014, Weltbank, geschätzt)
Regierungssitz
Algier
Amtssprachen
Arabisch, Tamazight
Regionalsprachen
Französisch (Verkehrssprache)

Aktuelle Informationen

Aktuelle Information zu Algerien finden Sie unter anderem auf Englisch im CIA-Factbook zu Algerien, auf Französisch im Länderüberblick Algerien (chiffres clés) der Zeitschrift Jeune Afrique und auf Deutsch auf der Landesseite Algerien des Auswärtigen Amtes.

Lesenswert ist die unabhängige französischsprachige Tageszeitung El Watan mit guten Informationen zur algerischen Innen- und Tagespolitik sowie Maghreb-Themen allgemein.

Der französischsprachige blog-algerie gibt  einen Einblick in die algerische Tagesaktualität ohne explizit oppositionellen Anspruch. Die Menschenrechtslage und -bilanz in Algerien wird  kritisch bei Algeria-Watch beleuchtet. Eine aggregierte Linksammlung (Portal) zu allen Aspekten der algerischen Gegenwart bietet  Algerieinfo.com.  Oppositionelle und systemkritische Standpunkte finden sich bei Algerie-Politique. Eine wichtige Plattform für unabhängige, systemkritische Informationen und tiefer gehende Analysen ist die Internet-Zeitung lematindz.net, die von dem profilierten und kompetenten Kritiker des algerischen Systems, Mohamed Benchicou, betrieben wird.
Einen satirischen Blick auf die Situation in Algerien durch die Verbreitung falscher „wahrer“ Nachrichten (die zwar falsch sind, aber wahr sein könnten) wirft neuerdings die Plattform El Manchar.

Tourismus in Algerien ist hauptsächlich Wüstentourismus, das Land bietet allerdings offiziell vielfältige Erlebnismöglichkeiten. Allerdings gibt es wie fast überall in Algerien zahlreiche Vorschriften zu beachten, wie die deutschsprachige Seite Tourismus.Algerien zu berichten weiß. Zudem ist der Tourismus aufgrund der terroristischen Bedrohung fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Übersichtskarte

Übersichtskarte
Übersichtskarte © CIA (public domain)

Einen optischen Eindruck der Höhenunterschiede zwischen den Regionen vermittelt diese physische Karte Algeriens. Die hier erreichbare Alternativkarte läßt das Relief ebenfalls deutlich werden. 

Lage und Größe

Lage von Algerien
Lage von Algerien © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Algerien liegt nach Norden zum Mittelmeer (998 km Küste) und grenzt im Osten an Tunesien (965 km Grenze) und Libyen (982 km), im Süden an Niger (956 km) und Mali (1376 km) sowie im Westen und Südwesten an Marokko (1559 km) und Mauretanien (463 km). Seine Gesamtfläche ist mit 2.382.000 km² etwa 6,5 mal so groß wie die von Deutschland.

Die fruchtbare Küstenregion weist teils gute Lößböden auf und ist agrarwirtschaftlich hervorragend nutzbar. Südlich davon zieht sich der algerische Atlas mit Bergen bis zur Höhe von ca. 2300 Metern und teils schneereichen Wintern.

Weiter südlich beginnt die Sahara, die von riesigen Hochplateaus durchzogen ist. Dort findet sich die höchste Erhebung Algeriens mit über 2900 Meter.

Die Konzentration der Bevölkerung im Norden spiegelt sich in der Urbanisierung und der Konzentration der administrativen Ressourcen im Norden wider, wohingegen im Süden die staatliche Präsenz lückenhaft ist.

Grunddaten und Informationsquellen

Algerien hat derzeit nach offiziellen Angaben eine Bevölkerung von 40,4 Mio. Einwohnern; die Angaben über das Bevölkerungswachstum sind ansonsten teilweise unterschiedlich. 70% der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt. Ebenfalls 70% der Bevölkerung rechnet man zur arabischen Bevölkerungsmehrheit, 30% sind nicht-arabische Berber, deren Kultur durch die Arabisierung verdrängt wurde.

Die Landessprache ist Arabisch, die berberische Sprache Tamazight ist seit 2002 als zweite Landessprache anerkannt. Gesprochen wird ein maghrebinisch-algerischer Arabisch-Dialekt. In der älteren Generation sowie in Wissenschaft und Verwaltung ist teilweise noch Französisch verbreitet.

Staatsreligion ist nach algerischer Verfassung der Islam, dem 99% der Bevölkerung angehören (Sunniten). Der Staatspräsident darf kein Nicht-Moslem sein. Christen machen nicht mehr als 1% der Bevölkerung aus. In der Kabylei soll es in nennenswerter Anzahl protestantische Konvertiten geben, die sich während des Bürgerkrieges in den 90er Jahren vom Islam abwandten.

Das algerische Amt für Statistik (ONS) bietet einen Blick in die Welt der algerischen Zahlen und Kennziffern. Ebenso lohnt ein Blick auf die Zahlen und Statistiken der Weltbank zu Algerien. Weitere Basisinformationen finden sich bei "knoema.fr" sowie bei der Weltentwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (PNUD).

Naturräumliche Gegebenheiten

Karte Atlasgebirge, Nordalgerien
© Denis Mapserver, Public Domain

Geologie

Algerien liegt an bzw. auf der Grenzlinie zwischen zwei tektonischen Platten, der sog. afrikanischen und der eurasischen Platte. Die afrikanische Platte, und somit auch Nordafrika und Algerien, schiebt sich im Zuge der Kontinentaldrift gegen die eurasische Platte, was nach geologischen Erkenntnissen und Theorien in ca. 80 Millionen Jahren zum Verschwinden des Mittelmeeres führen wird, an dessen Stelle eine Gebirgskette tritt.

Für die Gegenwart bedeutet dies, dass jederzeit Erdbeben auftreten können. Dies geschah in den letzten 50 Jahren recht häufig, insgesamt sind ca. 4.500 Todesopfer zu beklagen.

Das letzte größere aktuelle Erdbeben ereignete sich am 1. August 2014; sein Schwerpunkt lag ca. 15km nordöstlich von Algier. 

Orographie

Zwei Gebirgsketten, der Tell-Atlas nach Norden und südlich davon der Sahara-Atlas, durchziehen Algerien in ost-westlicher Richtung und erheben sich auf über 2300m Höhe. Zwischen den beiden Gebirgsketten befinden sich Hochebenen, nördlich vom Tell-Atlas liegt die fruchtbare Küstenregion und südlich des Sahara-Atlas liegen die algerischen Wüsten. Die Küstenregion im Norden ist durch Tell-Atlas und Sahara-Atlas geschützt vor Sahara-Winden und im Norden werden vom Mittelmeer her kühlere, frischere Luftmassen herangeführt.

Südlich des Sahara-Atlas sind die dünn besiedelten Wüstengebiete, die in sich wiederum sehr unterschiedlich sind:  Sandwüsten (Erg Oriental im Osten, Erg Occidental im Westen) und Steinwüsten mit Wüstengebirgen. Das Hoggar-Gebirge im Südosten erreicht über 3000m Höhe. Die Wüstengebirge sind vulkanischen Ursprungs.

Hydrographie

Die Flüsse Algeriens entspringen im Tell- oder Sahara-Atlas und fließen vom Tell-Atlas entweder nach Norden zum Mittelmeer hin oder vom Sahara-Atlas nach Süden in Richtung Sahara. Der Chelif bzw. Chlef (Namensgeber der gleichnamigen Stadt zwischen Algier und Oran) führt ganzjährig Wasser. Auf einer Länge von 725km ergießt er sich bei Mostaganem (nahe Oran) ins Mittelmeer und führt bis zu 1500 cbm Wasser in der Sekunde mit sich (Rhein: bis zu 12.000 cbm). Einige kleinere Flüsse wie der Soummam oder der Medjerda fließen gleichfalls vom Tell-Atlas nach Norden ins Mittelmeer und verbessern die landwirtschaftliche Nutzbarmachung der fruchtbaren Böden in Nordalgerien.

Die in südlicher Richtung zur Sahara hin fließenden Ströme sind nicht dauerhaft. Sie können während starker Regenfälle zu reißenden Strömen werden, sog. Wadis oder Oueds, und große Schäden und Unglücksfälle verursachen. Weiter südlich formen die Wasserzuflüsse nur vorübergehend vorhandene, im Sommer austrocknende flache Salzseen, sog. Chotts, wie der chott-ech-chergui. Andererseits versickern die Wassermengen teilweise und fließen in große Grundwasserbestände ein, die als die weltweit umfangreichsten und größten angesehen werden. Demnach existiert hypothetisch ein Grundwasserreservoir in  der Größe der drei Länder Algerien, Libyen und Tschad mit einer  Wassertiefe von 75m. Die genaue quantitativ-kartographische Erfassung und die mögliche Ausbeutung und Nutzbarmachung der Süßwasserreserven, wie in Libyen teilweise bereits realisiert, werfen jedoch noch viele Fragen (Technik, Ökologie, Finanzierung) auf.

Im Süden Algeriens haben sich um natürliche Brunnen Oasen gebildet; diese Brunnen werden aus der Süßwasserreserve im Grundwasser gespeist. Außerdem wird die Wasserspeicherung und -verteilung der oberirdischen Niederschläge optimiert, wie in Ghardaia, Djanet oder Tamanrasset, erstrecken sich über das gesamte riesige Sahara-Gebiet. Traditionelle Bewässerungssysteme (Foggara) ermöglichen hier teilweise das Anzapfen der Grundwasservorräte.

Schon aus römischer Zeit bekannt sind heiße Thermen im Nord-Osten Algeriens; diese sind vulkanischen Ursprungs.

Klima

Aufgrund der extremen Größe des Landes ist das Klima sehr unterschiedlich. Im stark besiedelten Norden herrscht mediterranes Klima; die recht häufigen Niederschläge fallen meist außerhalb der Sommermonate und können bis zu 1000 mm ausmachen, fruchtbare Landwirtschaft ist gut möglich. Die Temperaturen schwanken von ca. 10 Grad durchschnittlich im Januar bis ca. 25-30 Grad  im August. Im Tell-Atlas fallen die Niederschläge im Winter häufig als Schnee, Wintersport ist mancherorts (z.B. Tikdja, Chrea) möglich.

Im sich daran nach Süden anschließenden Hochland werden die Temperaturschwankungen größer (Winter 0, Sommer 30 Grad), die Niederschläge halbieren sich. Südlich davon liegt das Saharagebiet, in dem die durchschnittliche Niederschlagsmenge  10 mm beträgt, ein Hundertstel der Regenmenge im Norden.

In den Wüstengebieten ist es sehr trocken, die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht können im Extremfall bis zu 50 Grad betragen. Die Oasen zeichnen sich vielfach durch ein besonderes, relativ mildes Mikroklima aus.

Besonders in der Kabylei finden sich niederschlagsreiche Bergwälder
Besonders in der Kabylei finden sich schroffe, niederschlagsreiche Bergwälder © Elisabeth Brandt

Vegetation

80% des Landes sind sehr spärlich oder gar nicht bewachsen. Der Waldbestand soll während des Bürgerkrieges - mangels Rodung und Nutzung -  in den 90er Jahren sogar von 2 auf ca. 3%  leicht zugenommen haben; allerdings ist die Gesamtfläche nicht bekannt. Die vor allem in der Kabylei liegenden Waldgebiete, z.B. in der Gegend von Constantine, bestehen u.a.aus Zedern und Korkeichen.

Das  Hochland der Schotts  enthält steppenartige Vegetation, z.B.  mit Halfagras, der Süden (Sahara, Hoggar-Hochplateau) ist weitgehend vegetationslos.

Tierwelt

Von den freilebenden Tieren am  bekanntesten ist der algerische Wüstenfuchs Fennec, ein fleischfressender Nachtjäger.  Außerdem gibt es an Paviane erinnernde Berberaffen, die auch unweit von Algier anzutreffen sind und sich sehr an Menschen gewöhnt haben. In den Wüsten finden Wüstenspringmäuse und Skorpione angepasste Lebensbedingungen.

Algerischer Wüstenfuchs Fennec
Wüstenfuchs (Fennec) © Elisabeth Brandt
Algerischer Berberaffe bei Algier
Berberaffe bei Algier © Elisabeth Brandt

Bodenschätze

Algerien ist generell sehr rohstoffreich, es verfügt insbesondere über große Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Zusammen mit Libyen und Nigeria spielt es in der "ersten Liga" der öl- und gasexportierenden Länder und kann als Mitglied dieser Dreiergruppe auf große natürliche Ressourcen zurückgreifen. Zudem verfügt das Land über Vorräte an Eisen-, Kupfer-, Blei- und Zinkerzen sowie Quecksilber und Phosphat, die an den jeweiligen Standorten abgebaut werden.

Ökologische Probleme

Teilweise schlechte Luftqualität, knappe Wasserressourcen, Verschmutzung der Küsten und Meere, mangelhaftes Abfallmanagement, Naturschutz und zunehmende Wüstenbildung  sind die größten Umweltprobleme in Algerien. In der algerischen Umweltpolitik wurde eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt (bzw. zumindest thematisiert), insbesondere in Bezug auf die Wüstenbildung, Abfallmanagement und den Schutz von Küsten- und Meeresregionen, allerdings gibt zwischen Plan und Aktion es ein starkes Vollzugsdefizit. Vielfach steht die Bewusstseinsbildung und das Sammeln von Informationen im Vordergrund. Der algerische Staat  bemüht sich, im Sinne der Wahrung des nationalen Erbes ("patrimoine"), den Umweltbehörden rechtliche Instrumentarien für ein effektives Umweltmanagement in die Hand zu geben. Es mangelt jedoch an der Bereitstellung der notwendigen finanziellen Ressourcen, um das geltende Recht und die gültigen Normen und Grenzwerte auch wirksam um- und durchzusetzen, z.B. als erstes an einer flächendeckenden oder zumindest großflächigen Überwachung der Umweltsituation durch qualifizierte Messinstrumente, insbes. hinsichtlich von Luft-, Boden- und Wasserqualität. 

Algerien ist - in seinem südlichen Teil, der Sahara - eins der wasserärmsten Gebiete der Erde; allerdings sind die regionalen Unterschiede (besonders im Vergleich zum relativ regenreichen Nordalgerien) sehr groß. Vier Fünftel des Staatsgebiets sind als aride und semiaride Gebiete von Bodenverschlechterung und Erosion betroffen. Abwässer und Abfälle aus Industriebetrieben und Haushalten verschmutzen zunehmend das knappe Grund- und Oberflächenwasser. Die Küstengewässer leiden unter dem Bauboom in den dicht besiedelten Küstenregionen und der Zunahme der Aktivitäten in den zehn großen Mittelmeerhäfen Algeriens.

Allgemein wird eine Zunahme der Desertifikation in den Sahara-Gebieten beobachtet, die auf  anthropogene Klimaveränderungen zurückgeführt wird. Zudem wird angenommen, dass infolge der  Enteignung der Nomaden und Inbesitznahme der Böden zum Weizenanbau während der französischen Kolonialzeit die algerischen Nomaden gezwungen waren, auf schlechtere Böden auszuweichen und diese zu übernutzen, was der Desertifikation Vorschub leistete.

In den 50er Jahren unternahm Frankreich in der Wüste Atomwaffentests. Zahlreiche Menschen leiden in unterschiedlicher Weise unter Spätfolgen, das Ausmaß der Langzeit-Kontaminierung der betroffenen Gebiete ist umstritten. Eine genaue Dokumentation existiert nicht.

Auch bei der Erdöl- und Erdgasförderung fallen u.a. radioaktiv-belastete Rückstände an, für die ein Entsorgungsnachweis fehlt. Ein weiteres Umweltproblem ergibt sich aus der Gas- und Ölgewinnung und dem daraus resultierenden Begleitgas, das zum größten Teil abgefackelt wird. Resultat des Abfackelns sind hohe lokale CO2-Emissionen.

In der Nähe von Tamanrasset im äußersten Süden wird seitens des staatlichen Öl- und Gasmonopolisten Sontatrach die Gas-Gewinnung durch Fracking erprobt. Negative Auswirkungen auf die Umwelt durch dieses Verfahren sind umstritten, Proteste dagegen gibt es aber mittlerweile nicht nur im westlichen Ausland, sondern massiv auch in Algerien selbst wegen der befürchteten Wasserverseuchung. Allerdings besteht kein besonderer Zeitdruck, derzeit laufen Studien, die eine effektive Nutzung nicht vor 2020 erwarten lassen.

Belange des Umweltschutzes gelten nicht als vorrangig, und leider wird Umweltverschmutzung besonders im innerstädtischen Bereich oftmals wenig wahrgenommen (wilde Müllkippen, Flaschen und Getränkedosen, alle Arten von Hausmüll).

Der algerische Staat hat im Rahmen seines Umwelt-Aktionsplans Schwerpunkte gesetzt: die schon existierenden Stauseen sollen wesentlich erweitert sowie durch Meerwasserentsalzung der Wassermangel ausgeglichen werden.

Die GIZ hat in der Stadt Annaba nahe der tunesischen Grenze ein im Ansatz wegweisendes Projekt zum "integrierten Umweltmanagement" durchgeführt, das die verschiedensten Aspekte des Abfallmanagements integriert, von Bewusstsein und Erziehung angefangen bis hin zum Aufstellen von Müllcontainern und Einsammeln und Deponieren des Mülls. Der Schwerpunkt wurde hier nicht primär auf die technische Umsetzbarkeit gelegt, sondern auf die Einbeziehung der Bevölkerung.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Algerien ist unterteilt in 48 Regierungsbezirke (Wilayas). Die Namen der Wilayas richten sich nach den Hauptstädten. Im dicht besiedelten Norden sind die Wilaya-Namen häufig fast identisch mit den Stadtgrenzen, im dünn besiedelten Süden dagegen ist die Fläche der Wilayas viel größer, die Einwohnerzahl geringer.
Historisch gehen die Wilayas auf die französischen Départements zurück. Der Regierungschef wird als Wali bezeichnet.

Die überwiegende Zahl der Städte Algeriens liegt in den Küstengebieten des Landes. Nahezu 65% der Bevölkerung leben in den Küstenstädten auf 4% des nationalen Territoriums. Die Tendenz zur Urbanisierung ist sehr stark, die Urbanisierungsquote schwankt abhängig vom Bezugsjahr, dürfte aber mittlerweile schon um 70% betragen, auch weil sich während des Bürgerkrieges in den 90er Jahren sich das Land teilweise entvölkerte und eine gegenläufige Tendenz bisher nicht sichtbar ist. In den Metropolen und in ihrer Umgebung herrscht drangvolle Enge, Wohnungsnot und Beschäftigungsarmut. Die Hauptstadt Algier hat mit Vororten über 3 Mio. Einwohner; weitere bedeutende Städte sind Oran, Batna, Setif, Annaba und Constantine.

Das Eisenbahnnetz  der staatlichen Gesellschaft SNTF umfasst etwa 3600 km, ist teilweise recht gut erhalten und erlaubt recht komfortable Fahrten. Allerdings existieren nur Verbindungen innerhalb des bevölkerungsreichen Nordens. Daneben wird das gut ausgebaute Autobahnnetz stark genutzt, das allerdings in den großen urbanen Zentren stark überlastet ist und mit der Zunahme des Automobil-Bestandes  nicht Schritt halten kann.

Innerhalb der Ballungszentren werden Busse unterschiedlichen Preis- und Komfortniveaus eingesetzt; seit dem 31. Oktober 2011 gibt es in Algier auch eine U-Bahn (eine Linie in der ersten Ausbaustufe, weitere sollen folgen). Aufgrund der extremen Hanglage Algiers und der Felsigkeit des Bodens sind größere innerstädtische Verkehrsprojekte technisch sehr anspruchsvoll.

Derzeit sind über 30 Flughäfen vorhanden, die teilweise militärischer Nutzung vorbehalten sind. Zwar sind keine Passagierzahlen greifbar, die riesigen Entfernungen innerhalb des Landes lassen sich aber teilweise anders sinnvoll nicht überbrücken.

Über die 9 Seehäfen wird der überwiegende Teil des Außenhandels sowie der Personenverkehr mit dem Ausland abgewickelt; staatliche und private Fähren sind in Algier, Oran und anderen Städten verfügbar und verbinden Algerien vorwiegend mit Frankreich und Spanien.

Flaggen und Symbole

Die Staatsflagge (Public Domain, Public Property)

Die Nationalflagge

Die grüne Farbe ist die Farbe des Islam, die Mondsichel hat sich ebenfalls als islamisches Zeichen etabliert, ist aber zusammen mit dem Stern vermutlich vorislamischen Ursprungs. Weiß ist die Farbe der Reinheit.

Die Fahne ist fast identisch mit der Fahne der FLN während des Unabhängigkeitskrieges bis 1962 und wurde als Nationalflagge übernommen. Über ihren Ursprung gibt es unterschiedliche Theorien.

Algerisches Staatssiegel
Algerisches Staatssiegel © Jackaranga (CC BY-SA 3.0)

Das Staatssiegel

Das Siegel existiert seit 1976.

In der Mitte  befindet sich die Hand der Fatima, umgeben von drei Getreideähren. Darunter befinden sich Halbmond und Stern als Symbole des Islam. Hinter der Hand ist der Atlas abgebildet, hinter dem die Sonne aufgeht. Rechts und links der Hand befinden sich eine Fabrik und Pflanzen. Umgeben ist das Siegel von dem Staatsnamen auf Arabisch.

Die Nationalhymne

Die Nationalhymne  ist ein zeitgenössisches Freiheits- und Kampflied, das in der Zeit des Unabhängigkeitskrieges 1956 von einem Kämpfer im Gefängnis geschrieben wurde:

Wir schwören beim zerstörerischen Blitzstrahl,
Bei den Strömen reinen Bluts, die vergossen wurden,
Bei den heiter wehenden Fahnen,
Die stolz auf den hohen Bergen wehen,
Dass wir uns erhoben haben, und ob wir nun leben oder sterben werden
Dass wir beschlossen haben, dass Algerien leben möge.
Das sollt ihr bezeugen!

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2018 aktualisiert.

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