Kinder, Ilha de Luanda, © Petra Aschoff
Offizieller Name
Republik Angola
Fläche
1.246.700 km²
Einwohner
24,3 Mio. (Zählung 2014)
Bevölkerungswachstum
3,4 % pro Jahr
Regierungssitz
Luanda
Klima (für Hauptstadt)
tropisch

Reiche arme Regionalmacht

Nach einem 27-jährigen Bürgerkrieg ist Angola heute eine zunehmend bedeutende Regionalmacht neben Südafrika und eines der begehrtesten Zielländer Afrikas für westliche Kapitalinvestitionen geworden. Sein Ölreichtum hat dem Land in den letzten Jahren ein zweistelliges Wirtschaftswachstum beschert – und eine wachsende Kluft zwischen den reichen Eliten und der armen Bevölkerung des Landes, das nach dem Human Development Index des UNDP immer noch auf Rang 149 von 188 Ländern verharrt.

Angola geografische Lage
Angola gehört zur Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika SADC. © afrika süd

Angola zählt zu den größeren Ländern Afrikas. Mit einer Fläche von 1,25 Millionen Quadratkilometern ist das Land etwa dreimal so groß wie Deutschland.

Angola liegt am Atlantischen Ozean im Südwesten Afrikas. Das Land grenzt im Norden und Nordosten an die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire), im Südosten an Sambia und im Süden an Namibia. Zum Staatsgebiet gehört die längs der Küste gelegene Provinz Cabinda, die vom Hauptterritorium durch die Kongomündung und einen etwa 70 Kilometer tiefen Korridor der Demokratischen Republik Kongo getrennt ist. Im Norden stößt Cabinda an die Republik Kongo.

Angola gliedert sich in 18 Provinzen: Bengo (Hauptstadt Caxito), Benguela (Benguela), Bié (Kuito), Cabinda (Cabinda), Cuando Cubango (Menongue), Cuanza Norte (N'Dalantando), Cuanza Sul (Sumbe), Cunene (Ondjiva), Huambo (Huambo), Huíla (Lubango), Luanda (Luanda), Lunda Norte (Lucapa), Lunda Sul (Saurimo), Malanje (Malanje), Moxico (Luena), Namibe (Namibe), Uíge (Uíge) und Zaire (M'banza Kongo).

Karten

© CIA World Factbook, public domain

Impressionen

Dombo Grande, Provinz Benguela, Foto: Petra Aschoff
Dombo Grande, Provinz Benguela, © Petra Aschoff
Der Rio Lucala in Kwanza Norte
Der Rio Lucala in Kwanza Norte, © L. Willms (CC BY-SA 3.0)
Serra da Leba
Serra da Leba bei Lubango, Provinz Huíla. © Hildegard Scheu
Straßenhändlerinnen Pambangala
Straßenhändlerinnen in Pambangala, ©: Petra Aschoff
Dorf in der Provinz Benguela
Alte Frau in Bokoio, Provinz Benguela. © Petra Aschoff
Gabela, Provinz Kwanza Sul, Foto: Petra Aschoff
Gabela, Provinz Kwanza Sul, © Petra Aschoff

 

Fotos

Sehr schöne Bilder und Portraits von Menschen aus dem ganzen Lande bietet die Fotoseite des spanischen Fotografen Juan Villalobos Cabrera. Weitere Angola-Fotos sind bei Angola Image Bank und Fotosearch zu finden. Fotos zu Luanda zeigen Tripadvisor, picsearch Luanda oder Angola Bela.

Nach Stichworten sortiert sind vorwiegend historische und kulturelle Fotos beim portugiesischen Arquivo Digital. Eindrucksvoll sind auch Pressefotos auf dem Angola-Album des WFP, dem UN-Welternährungsprogramm.

Videos

Ein Video zu Luanda portraitiert eine der teuersten Städte der Welt, das "andere Luanda" zeigen Bilder aus dem Alltag Luandas. Während ein Werbevideo zum neu entstehenden Prunkviertel Baía de Luanda den überambitionierten Modernisierungswahn der Elite demonstriert, zeigt ein Video von VOA auch die Verlierer des Baubooms in Angola. 

Beliebt sind Videos, die Bilder von den Straßen und Gebäuden angolanischer Städte aus fahrenden Autos heraus zeigen, meist mit Musik unterlegt, so von Huambo, Benguela oder Kuito.

Grunddaten

Übersichten zu den Landesdaten kann man bei index mundi, dem World Factbook oder beim Auswärtigen Amt einsehen. Ausführlich führt die Internet-Enzyklopädie Wikipedia in das Land ein. Die angolanische Statstikbehörde INE (Instituto Nacional de Estatística) hat eine eigene Seite, auf der auch zu jeder einzelnen Provinz Statistiken zu Bevölkerung und Sozialem abrufbar sind.

Trotz seines Reichtums zählt Angola zu den armen Ländern. Das ist nicht zuletzt dem Krieg geschuldet, der mit den Reichtümern des Landes bezahlt wurde. Ausführliche Daten bietet neben dem UNDP-Human Development Report die Statistikabteilung der UN. Eine Auswahl aus der umfangreichen Statistik des UNDP finden Sie unter den Länderberichten der afrika süd-Seite: soziale und wirtschaftliche Indikatoren. Dort können Sie die Daten auch mit denen der Nachbarstaaten vergleichen und im regionalen und kontinentalen Vergleich sehen.

Naturraum

Das Land

Topographie Angolas, © Sadalmelik (public domain)

Angolas Landesnatur teilt sich in eine Küstenregion, das zentrale Hochland und die Savannenebenen im Osten auf. Von der etwa 1600 Kilometer langen Küste Angolas erstreckt sich ein flacher Küstenstreifen ins Land. Er ist im Süden 15 Kilometer breit und weitet sich nach Norden hin auf 200 Kilometer aus. Dahinter erheben sich in mehreren Stufen Gebirgszüge, deren Randwulst typisch für weite Teile des südlichen Afrika ist. Sie leiten über ins zentrale Hochland von Bíe und die Zentralafrikanische Hochebene, die etwa zwei Drittel der Landesfläche ausmachen. Die höchsten Erhebungen befinden sich in der Provinz Huambo, der Berg Môco ist mit 2.619 m der höchste Berg Angolas. Das Randgebirge wird von den Flüssen Kwanza und Cunene durchzogen. Durch den Osten des Landes fließt der Sambesi, der größte Strom im südlichen Afrika, dessen Quelle sich auf der Lundaschwelle im angrenzenden Sambia befindet

Im Zentrum Angolas entspringt der Cubango, der Richtung Süden fließt, in seinem Mittellauf als Okavango eine etwas 400 km lange Grenze zwischen Namibia und Angola bildet und schließlich in Bostwana ins weitläufige Okavangodelta mündet. Er ist Teil des 690.000 qkm umfassenden Cubango-Okavango River Basin, dessen größter Teil zu Botswana gehört.

Die Hochebene ist von Savannenlandschaft geprägt, die Böden sind überwiegend sandig. Bessere Böden und damit gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft bietet das nördliche Tiefland, die nicht so steilen Hanglagen im Norden und das zentrale Hochland. Aufgrund dieser Voraussetzungen sind diese Landesteile auch dichter besiedelt.

Monolithen in der Provinz Kwanza Sul, Foto: Petra Aschoff
Monolithen in der Provinz Kwanza Sul, © Petra Aschoff
Rio Queve, Provinz Kwanza Sul, Foto: Petra Aschof
Rio Queve, Provinz Kwanza Sul, © Petra Aschoff


Bodenschätze

Potenziell zählt Angola zu den reichsten Ländern Afrikas. Das Klima ist günstig, es gibt reiche Ressourcen an Wasser und anbaufähigem Land, dazu reichhaltige Bodenschätze. Neben dem Ölreichtum besitzt Angola wertvolle Mineralien wie Diamanten, Eisenerz, Phosphat, Kupfer, Feldspat, Gold und Bauxit. 1975 wurden zudem Uranvorkommen an der Grenze zu Namibia entdeckt. Die Regierung hat im Oktober 2012 eine umfassende geologische Karte angekündigt, die auch über die Mineralvorkommen informieren soll.

Das Klima

Angola besitzt drei unterschiedliche Klimazonen. Entlang der Küste bis Luanda und im Norden überwiegt ein halbtrockenes tropisches Klima mit einer mittleren Temperatur von 27 °C und einer Regenzeit von November bis März. Begleitet wird der Regen von einer täglichen Nebelwand, die durch den kühlen Benguelastrom hervorgerufen wird. Dieses Wetterphänomen ist auch weiter südlich, in der Namib-Wüste sichtbar. Weiter im Inland auf den Hochgebirgsebenen sowie im Süden ist das Klima eher tropisch gemäßigt. Dort herrscht eine kühl-trockene Jahreszeit (Mai bis Oktober) und eine feucht-heiße Jahreszeit (November bis April). Im Südosten ist es das ganze Jahr tagsüber sehr heiß und trocken, nachts können die Temperaturen schon mal kurz vor dem Gefrierpunkt liegen.

Flora und Fauna

Der Bürgerkrieg hat Angolas vielfältige Floraund Fauna in Mitleidenschaft gezogen. In den Mündungen der großen Flüsse finden sich die Mangroven, deren Bewuchs vor allem in Cabinda reichhaltig ist. Durch Abholzung gingen die Waldbestände drastisch zurück und auch die Tiervielfalt wurde erheblich reduziert. Von der Wilderei sind vor allem Elefanten, Löwen und Flusspferde betroffen. In den tropischen Regenwäldern Cabindas leben Schimpansen und Gorillas, in großen Teilen des Landes gibt es Leoparden, Geparden, Gnus, Antilopen, Zebras, Nashörner, Strauße und Krokodile. Eine 2006 gegründete Gruppe von Vogelfreunden informiert auf der Seite Birds Angola über den Vogelschutz und die vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Die 2013 herausgegebene Checklist zählt 940 Vogelarten.

Einige Tierarten gibt es nur in Angola: So haben Forscher im Februar 2002 die Riesen-Rappenantilope gefunden, die man schon ausgestorben glaubte. Allerdings ist der Bestand dieser einzigartigen Riesenantilope durch die Vergabe von Bergbaulizenzen in ihrem Schutzgebiet gefährdet. Von ehemals tausend Exemplaren gibt es gerade noch 100.

Frangipani, Foto: Petra Aschoff
Frangipani © Petra Aschoff
Leopard, Foto: Petra Aschof
Leopard © Petra Aschoff

Nationalparks

Die im Bürgerkrieg vernachlässigten Nationalparks werden wieder aufgebaut. Vorzeigeobjekt ist dabei der Kissama-Nationalpark (Youtube-Video von 2012) 70 Kilometer südlich von Luanda. Er beherbergt in seiner Savannenlandschaft Antilopen, Gnus, Wasserbüffel, Zebras, Giraffen, Strauße, Seeschildkröten und mit dem Flugzeug importierte Elefantenherden aus Südafrika und Botswana, mit denen die Verluste durch die Wilderei ausgeglichen wurden. Diese Hilfsaktion der Nachbarländer lief unter dem bezeichneten Namen Operation "Arche Noah". Weitere sehenswerte Nationalparks sind der Iona-Nationalpark, der Bicuar-Nationalpark, der Mupa-Nationapark, der Cameia-Nationalpark, der Cangandala-Nationalpark und das Luando Special Reserve. Der Südosten des Landes in der Provinz Kuando Kubango gehört zu der fünf Länder umfassenden Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area. Der KAZA-Park wird das größte Naturschutzgebiet der Welt sein. Um die ländliche Bevölkerung in den KAZA-Nationalpark einzubinden, müssen noch viele Minen aus den Bürgerkriegszeiten geräumt werden. Die Lage der Nationalparks zeigt eine Karte.

Ökologische Probleme

Umweltpolitik

Artikel 24 der angolanischen Verfassung regelt die Verantwortlichkeit der Regierung für den Umweltschutz, der beim nationalen Umweltministerium angesiedelt ist. Angola hat sich bislang kaum zu internationalen Umweltabkommen bekannt. Das Kyoto-Protokoll wurde 2007 ratifiziert. Angolas Beitrag zur Klimabelastung ist mit einem Ausstoß von 400 Kilogramm CO2 pro Kopf so gering wie bei vielen anderen afrikanischen Staaten, allerdings in den letzten Jahren steigend.

In ihren Strategieplänen zum Umweltschutz, Klimawandel, Biodiversität und Katastrophenschutz stimmt sich die Regierung dem United Nations Development Programme UNDP ab. Der Strategieplan 2007/12 ist allerdings erst zu 5 Prozent umgesetzt worden. Die Umweltpolitik soll daher mehr in den Fokus der Regierung kommen, wobei der Schwerpunkt auf die Beseitigung der Umweltschäden und die Regulierung der Abfallwirtschaft gesetzt werden soll. Angola hat im Vorfeld des Pariser Umweltgipfels vom Dezember 2015 seinen Klimaaktionsplan vorgelegt. Aus dem Angola-Klimaprofil von UNFCCC (UN Framework Convention on Climate Change) lässt sich ablesen, dass Öl mit Abstand den größten Anteil am CO2-Ausstoß des Energiesektors hat.

Die Angola-Seite von African Climate Voices hat Regierungs-, NRO- und Forschungsberichte zum Klimawandel in Angola zusammengestellt.

Umweltprobleme

Müll in Luanda
Müllentsorgung ist ein Problem. © Petra Aschoff

Angolas ökologische Probleme sind Bodenzerstörung und Bodenerosion, die massive Übernutzung von Weideflächen, Versteppung, Abholzung von Regenwäldern, Überfischung an der Küste, Wasserverschmutzung und der Mangel an sauberem Trinkwasser. Zudem sind als Folge des langen Krieges weite Landstriche vermint und heute noch weitgehend unzugänglich.

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gehört zu den zentralen Umweltproblemen des Landes. Nach Unicef-Angaben verfügt weniger als die Hälfte der ländlichen Bevölkerung über einen Zugang zu sauberem Wasser. Doch auch in den ausgedehnten Slums von Luanda ist die Lage problematisch, die Bevölkerung ist ständig von Cholera-Epidemien bedroht. Angola ist zudem, wie der südliche Nachbar Namibia, von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Ausbleibende Niederschläge und anhaltende Dürre haben 2013 in den Südprovinzen Angolas den Grundwasserspiegel absacken und Flüsse austrocknen lassen. Bis zu zwei Millionen Menschen sind vom Hunger betroffen - eine Hungerkatastrophe, von der die Welt kaum Notiz nimmt, die aber auch von der Zentralregierung in Luanda nicht ernst genug genommen wird.

Angola ist noch zu 35 Prozent mit Wald bedeckt, doch die massive Abholzung der Wälder in den Küstenregionen verstärkt die Wüstenbildung, was wiederum das Problem der Verschlammung von Flüssen und Stauseen nach sich zieht. Rund achtzig Prozent der Bevölkerung benutzen ausschließlich Holz zur Energieversorgung. Außerdem wird Tropenholz auch aus Geschäftsinteressen unkontrolliert geschlagen und exportiert.

Veheerende Folgen für die Umwelt hat der seit über 100 Jahren rücksichtslos betriebene Diamantenabbau. Um die Verschmutzung der Flüsse in den Diamantenregionen hat sich keine Regierungsbehörde geschehrt. Die intensive Förderung von Öl in der Erdölprovinz Cabinda und das Abfackeln von Gas durch die Energiemultis Chevron und Texaco sorgen für erhebliche Umweltschäden und Luftverschmutzung in Cabinda.  Durch das permanente Auslaufen von Öl auf den Ölplattformen auf hoher See haben sich die Fischbestände drastisch reduziert.

Sozialraum

Hochhausbau Luanda
Hochhausbau in Luanda. © Petra Aschoff
Menschen auf dem Land
Landbevölkerung, Provinz Huíla. © Petra Aschoff


Bevölkerung und Stadtentwicklung

Angolas Gesamtbevölkerung zählte 1986 ca. 8,2 Millionen Einwohner, 2015 sind es mit 24,3 Millionen dreimal so viel. Weniger als die Hälfte der Menschen leben noch auf dem Land. Die Urbanisierung schreitet voran und liegt bei 43 Prozent, Schätzungen gehen von bis zu 60 Prozent aus. Aufgrund von jahrzehntelangem Krieg und Bürgerkriegen sind große Teile der Bevölkerung entwurzelt und in die Flucht getrieben worden. An die 500.000 Menschen waren in dieser Zeit Flüchtlinge im eigenen Land. Viele haben in den "sichereren" Städten Zuflucht gefunden. Seit dem Ende der Kriege 2002 sind viele Flüchtlinge zurückgekehrt.

Verlässliche Indikatoren zur Bevölkerungsentwicklung in Angola gab es lange nicht. Der letzte vollständige Zensus fand 1970 statt. Erst für Juli/August 2013 war wieder eine Bevölkerungszählung vorgesehen, bei der nach Angaben des Nationalen Statistikamtes INE eine Bevölkerung von 21 Mio. erwartet wurde. Die Zählung wurde jedoch einmal mehr verschoben. Stattdessen wurde 2013 in sieben der 18 Provinzen ein Pilot-Zensus durchgeführt, um Erfahrungen für den dann endlich auf Mai 2014 festgesetzten Zensus zu sammeln. Zwischen 16. und 31. Mai wurden über 90.000 Volkszähler über das ganze Land verteilt. Das 200-Millionen-Dollar-Projekt wurde vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen unterstützt. Nach den Ergebnissen des Zensus hat Angola heute eine Bevölkerung von 24,3 Millionen.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte von ca. 20,6 Einwohnern pro qkm (Karte) relativiert sich durch starke räumliche Unterschiede mit der höchsten Bevölkerungskonzentration im Großraum Luanda und der geringsten Dichte in den Ostprovinzen (s. Präsentation vom Census 2014 des Statistikinstituts INE, S. 10).

Nationalbank in Benguela
Die Nationalbank in Benguela. © H. Mira (CC BY-SA 2.0)
Vom Bürgerkrieg gezeichnetes Gebäude in Huambo
Vom Bürgerkrieg gezeichnetes Gebäude in Huambo. © jirsousa (CC BY-SA 2.0)


Luanda und andere Städte

Weit über die Hälfte der Bevölkerung lebt in den Städten. Besonders die Hauptstadt Luanda hat ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt. Allein zwischen 1990 und 2001 hat sich die Einwohnerzahl Luandas verdoppelt. Mittlerweile leben laut Zensus 2014 6,3 Millionen Menschen in Luanda, über ein Viertel der Gesamtbevölkerung Angolas.

Angolas Bevölkerungsverteilung
Konzentration der Bevölkerung auf Luanda. © www.worldmapper.org

Die Öleinnahmen haben Luanda zur teuersten Metropole der Welt gemacht, in der sich Mietpreise von 15.000 Dollar im Monat angesichts der wachsenden Armut in den riesigen Slumgebieten der Stadt, den so genannten Musseques, geradezu grotesk ausnehmen. Die oft auch das "Dubai Afrikas" genannte Metropole Angolas bereitet so manchem Besucher wegen ihrer starken Kontraste zwischen Arm und Reich und ihrer Widersprüchlichkeiten schlaflose Nächte. Zwei Drittel der Bevölkerung Luandas lebt in schäbigen Barackensiedlungen.

Luanda ist ein anschauliches Beispiel für die Hoffnungen und Schattenseiten eines "neuen afrikanischen Urbanismus". Der Bauboom, der vorwiegend mit chinesischen Krediten, Arbeitskräften und Fachwissen durchgeführt wird, hat Gewinner und Verlierer. Er macht auch vor Luandas Musseques wie Cazenga nicht halt. Was von der Regierung als eine moderne afrikanisch-urbane Architektur, die dort entstehen soll, gepriesen wird, sehen die Bewohner eher als Bedrohung ihrer traditionellen Kultur mit steigenden Preisen und vor allem ihrer Landrechte. Als wenig "erbaulich" wird auch die Uniformität der Häuser von Zango gesehen. Das Viertel gehört neben Panguila, Sapú und Projecto Morar zu den Neusiedlungen "sozialen Wohnungsbaus", in die Bewohner von Slums im Stadtkern, die die Behörden als "illegal" ansehen, zwangumgesiedelt werden. Diese Neubauviertel liegen weit ab von den ursprünglichen Wohnvierteln.

Andernorts hat man mit Modernisierungsplänen bereits seine Erfahrungen gemacht: Etwas 30 Kilometer außerhalb Luandas hat die Regierung mit chinesischer Hilfe eine Satellitenstadt bauen lassen: Nova Cidade do Kilamba Kiaxi. Die Mittelklasse, die dort wohnen soll, gibt es kaum. Ein Appartement wird zum Preis von 125.000 bis 200.000 US-Dollar angeboten, doch weil der Staat die Wohnungen nicht subventioniert, ist bislang nur ein kleiner Teil verkauft worden - Kilamba ist eine Geisterstadt.

Die zweitgößte Stadt Angolas ist Huambo mit über 400.000 Einwohnern, nach Schätzungen leben in der Hauptstadt der gleichnahmigen Provinz im Zentrum des Landes über eine Million Menschen. Huambo war im Bürgerkrieg stark zerstört worden, nach Wiederherstellung der wichtigsten Verbindungsstraßen hat sich die Stadt im fruchtbaren Hochland aber zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Investoren entwickelt.

Weitere bedeutende Städte sind Benguela und Lobito (Bilder zur Stadtgeschichte Lobitos) an der Atlantikküste oder Lubango, Hauptstadt der Provinz Huíla. Zur Lage der einzelnen Städte führt eine Karte der größten Städte Angolas.

Verkehrswege

Benguelaeisenbahn
Zug der Benguelaeisenbahn. © Claus Bunks, public domain
Straße Ukuma-Huambo
Behelfsbrücke auf der Straße zwischen Ukuma und Huambo. © Gogowitsch, public domain

 

Durch die Kriege ist die gesamte Infrastruktur von Angola weitgehend zerstört worden. Chinesische und brasilianische Firmen haben in den letzten Jahren den Wiederaufbau der Verkehrswege in einem Tempo und einer Dynamik vollzogen, die für Afrika selten ist.

Das Straßennetz (Karte) hat eine Länge von 52.000 km, davon sind 5.400 km geteert. Nach dem Bürgerkrieg waren mehr als 80 Prozent der Straßen beschädigt. Mehrere Verkehrsachsen waren vermint und die Mehrzahl der Brücken (200 von 300) und Verkehrsschilder zerstört.

Eisenbahnlinien Angolas
Verlauf der Luanda-, Benguela- und Namibe-Bahnlinien. © Wikipedia, Public Domain

Auch das Schienennetz von etwa 2800 km Länge wurde durch weiträumige Verminung in Mitleidenschaft gezogen. Wichtigste Bahnlinie des weitgehend an den Häfen ausgerichteten Schienennetzes ist die Benguelabahn, die über insgesamt 1344 km die Hafenstadt Lobito über Benguela und Huambo, Cuanza und Luena mit Dilolo in der kongolesischen Provinz Katanga verbindet. Der Wiederaufbau der Strecke erfolgt mit chinesischer Hilfe über mehrere Millionen US-Dollar. Die Teilstrecke Benguela-Humbo (Video dazu) wurde im August 2011 für den Verkehr freigegeben. Im Februar 2015 ist schließlich die wiederhergestellte Gesamtstrecke bis in die DR Kongo eingeweiht worden.

Der Personenverkehr der Luandabahn von Luanda nach Malanje wurde Anfang 2011 wieder aufgenommen. Im Bürgerkrieg zerstört wurde auch die Namibebahn, die frühere Linha de Moçâmedes, die die Küstenstadt Namibe über Lubango mit Menongue verbindet. Ihre Rehabilitation war im Juli 2012 abgeschlossen  Betreiber des Schienennetzes ist die staatliche Caminhos de Ferro de Angola (CFA).

Angola hat 176 Flughäfen, von denen 30 befestigte Start- und Landebahnen haben. Der Flughafen von Luanda liegt nur knapp vier Kilometer vom Zentrum entfernt, mit chinesischer Hilfe wird derzeit ein neuer internationaler Flughafen, der Angola International Airport, 40 km südöstlich der Hauptstadt gebaut. Er soll 2015/16 eröffnet werden und 13 Millionen Fluggäste pro Jahr aufnehmen. Internationale Flughäfen haben daneben Benguela mit dem Flughafen Catumbela, der im August 2012 eröffnet wurde und derzeit der modernste des Landes ist, sowie Namibe mit dem Yuri Gagarin-Flughafen. Auch dieser ist in jüngster Zeit modernisiert worden.

In Luanda findet man den bedeutendsten Hafen des Landes, den Porto de Luanda. Der wichtigste Erdölhafen ist Malongo in Cabinda. Weitere Häfen sind Lobito/Benguela, Namibe und Soyo.

Nationale Symbole

Landesname

Der Name Angola wurde zuerst von den ersten portugiesischen Seefahrern in Anlehnung den Titel Ngola benutzt. Ngola waren die Könige von Ndongo. Dieses Königreich bestand vom 15. Jahrhundert bis 1671 in der Region des heutigen Luanda.

Flagge, Wappen und Hymne

Nationalflagge Angolas
Nationalflagge Angolas
Wappen Angolas
Wappen Angolas

Die Flagge Angolas wurde nach der Unabhängigkeit 1975 eingeführt. Es gab immer wieder Pläne, sie neu zu entwerfen. Die noch gültige Flaggegeht mit ihren rot-schwarzen Farben auf die Flagge der früheren Befreiungsbewegung MPLA zurück. Rot symbolisiert das im Befreiungskampf vergossene Blut, Schwarz steht für Afrika. In der Mitte zeigt die Fahne ein halbiertes Zahnrad, das für die Arbeiterklasse steht, ein Buschmesser (für die Bauern) und einen Stern (für Fortschritt und Internationalismus).

Auch auf dem Staatswappen Angolas, das seit 1992 offiziell gilt, finden sich Stern, Buschmesser nebst einer Hacke und das halbe Zahnrad wieder.

Text und Übersetzung der Nationalhymne Angola Avante! können Sie hier im Original und Übersetzung lesen und hören.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2016 aktualisiert.

Über den Autor

Lothar Berger, M.A., geb. 1953, Studium der Ethnologie, Afrikanistik, Soziologie und Musikwissenschaften.

Langjähriger Redakteur von afrika süd in der informationsstelle südliches afrika (issa), Bonn.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Kritik.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Naturraum und Umwelt

Städte und Infrastruktur

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