Ölplattform vor Luanda. © Paulo César Santos (CC0 1.0)
Geschätztes BIP
124 Mrd. US-$ (2016)
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität)
6.800 US-$ (2017)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
Rang 147 von 189 (2017)
Anteil Armut (nat. Armutsgrenze)
40,5 % (2006)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
42,7 (2014)
Wirtschaftlicher Transformationsindex (BTI)
Rang 108 von 129 (2018)

Wirtschaft

Boomland des Kontinents

Angola ist ein wirtschaftlich reiches Land und verfügt über natürliche Ressourcen in großem Ausmaß (Erdöl, Diamanten, Mineralien, Landwirtschaft und Fischerei). Seine Wirtschaft ist aber auch nach Beendigung des Bürgerkrieges noch ganz überwiegend vom Erdöl abhängig, wenn auch in den letzten Jahren eine Diversifizierung festzustellen ist. Stark steigende Ölpreise ließen die Staatseinnahmen jahrelang anwachsen und sorgten zwischen 2005 und 2008 für ein Wirtschaftswachstum von über 20 Prozent, womit Angola als Boomland des Kontinents zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften auf der Welt zählte. Seit der Ölpreis auf dem Weltmarkt gesunken ist, gehen die Einnahmen zurück. Das Wirtschaftswachstum hat sich seit 2015 auf unter drei Prozent eingependelt. Ein eklatanter Mangel an verantwortlicher Regierungsführung hat bisher weitgehend verhindert, dass die Öleinnahmen der Bevölkerung zugutekommen. Doch der Ölreichtum im "Dubai von Afrika" weckt zunehmend ausländische Begehrlichkeiten, bei deren Wettkampf zuletzt auch China kräftig mitmischt.

Wirtschaftsindikatoren

Der Hafen von Luanda
Der Hafen von Luanda. © Paulo César Santos (CC0 1.0)

Einen kompakten Überblick über die Wirtschaftslage, Wirtschaftstrends und Produktmärkte bieten die Informationen von Germany Trade and Invest (gtai). Einen ausführlichen Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung und das Investitionsklima in Angola liefert die Weltbankstudie Angola Economic Update vom Juli 2014. Aufgrund der Bedeutung der angolanischen Wirtschaft beabsichtigt die Weltbank eine Fortsetzung dieser Wirtschafts-Updates. Detaillierte Wirtschaftsindikatoren des IWF zu Angola sind auf der Seite Trading Economics aufgelistet.

Vor welchen Herausforderungen sich die Wirtschaft Angolas nach dem Ende von Krieg und Bürgerkrieg gestellt sah, zeigt ein Bericht der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) aus dem Jahr 2004. Den derzeitigen Stand der Wirtschaftspolitik der angolanischen Regierung bewertet der Transformationsindex der Bertelsmann-Stiftung.

Nach dem Doing Business Report der Weltbank hat sich Angola gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert und belegt 2018 Platz 175 von 190 Ländern. Ein äußerst schwieriges Wirtschaftsumfeld und unsicheres Investitionsklima sehen auch andere Risikobewertungen wie das Risk Assessment von Global Edge. Ungeachtet dessen hat Angola dank des Ölsektors den höchsten Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen in Afrika. Einzelstudien zu verschiedenen Industriesektoren können (nach entsprechender Registrierung) beim Business Monitor International abgerufen werden. Das Chr. Michelsen Institute CMI aus Norwegen unterhält ein Forschungsprogramm zu Angola, das verschiedene Studien zur Wirtschaft des Landes veröffentlicht.

Im Juli 2014 bewertete eine IWF-Mission in Luanda die Lage der Wirtschaft noch als zufriedenstellend. Die Öleinnahmen müssten sorgfältig eingesetzt, die Inflation weiterhin gesenkt und die Banken streng kontrolliert werden. Doch der Ölpreisverfall hat die Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt. Das reale Wirtschaftswachstum lag 2015 bei 3,8 Prozent. Wegen des Ölpreisverfalls sank es laut African Economic Outlook 2016 auf 1,1 Prozent, ob die für 2018 prognostizierten 3,2 Prozent erreicht werden, ist trotz wieder steigender Ölpreise fraglich.

Angolas Schulden sind derart angestiegen, dass diese mittlerweile 60 Prozent des BIP ausmachen - für den IWF "hoch, aber nicht besorgniserregend". Dennoch ist Angola zur Stabilisierung seiner Ökonomie auf die Unterstützung des IWF angewiesen, wie Wirtschaftsexperten meinen, zumal die nationalen Reserven gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 13,3 Mrd. US-Dollar Ende 2017 gesunken sind.

Wirtschaftspolitik

Öltanks in Lobito, Provinz Benguela
Abhängigkeit vom Ölsektor: Öltanks in Lobito, Provinz Benguela © issa

Formal bekennt sich Angola zur Marktwirtschaft. 1987 hat die Regierung, nach gescheiterten sozialistischen Versuchen, erste zaghafte liberale Reformen eingeleitet. Reformbereitschaft demonstrierte sie auch in den letzten Jahren, bevor der Ölpreisverfall ihr einen Strich durch die Rechnung machte. Die Inflation wurde bekämpft, der Wechselkurs stabil gehalten. Daneben wurde auch der Außenhandel durch die Abschaffung von Importlizenzen und die Vereinfachung des Zollsystems liberalisiert und eine vorsichtige Privatisierungspolitik eingeführt. Mit einer gründlichen Steuerreform beabsichtigt die Regierung, die Einnahmen aus dem Nicht-Öl-Sektor bis 2017 auf 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen (von 6,7 Prozent 2012). Damit soll die Diversifizierung der Wirtschaft forciert und die Abhängigkeit vom Öl reduziert werden.

Wegen des dramatischen Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt Ende 2014 und erneut Ende 2015 musste die Regierung allerdings ihre letzten Haushalte korrigieren und die Ausgaben für 2016 um 25 Prozent zurückfahren, was zu einer gewissen Nervosität im Finanzministerium führte. Für Analysten waren die eingeleiteten Maßnahmen eher "Rezepte mit Verfallsgarantie" (engl. Originaltext). Tatsächlich hat sich die Haushaltslage seitdem weiter verschlechtert. Auch ein im Juni 2015 mit China vereinbarter Kredit über 25 Milliarden US-Dollar konnte nicht verhindern, dass Angola Anfang 2016 praktisch bankrott war. Die Regierung suchte bei internationalen Finanzinstitutionen und Geberstaaten Hilfe. Mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde ein Notkredit über 4,5 Mrd. US-Dollar, rückzahlbar vor Ablauf von zehn Jahren, verhandelt. Doch im Juli 2016 brach die Regierung die Verhandlungen mit dem IWF in Washington ab, weil sie die Auflagen des IWF-Programms, das für die nächsten drei Jahre gelten würde, nicht erfüllen wollte. Wirtschaftsexperten haben Luanda für diese "unkluge Entscheidung" kritisiert.

Die wenig vorausschauende Wirtschaftspolitik der Regierung hat zu einem Ende der Öl-Bonanza geführt. Angola steht vor der Zahlungsunfähigkeit. Der Angola Aktuell-Newsletter der Angola-Runde geht in einer Sondernummer auf die aktuelle Wirtschaftskrise ein.

Bereits 2009 hatte der IWF Angola einen Stand-by-Kredit über 1,4 Mrd. US-Dollar eingeräumt. Die angestrebte "De-Dollarisierung" des Ölsektors durch den vorgeschriebenen Zahlungsverkehr über angolanische Banken und in der Landeswährung Kwanza sowie konkrete Pläne zur Eröffnung einer internationalen Börse in Luanda zeigen die Ambitionen der Regierung, Luanda zu einem internationalen Finanzzentrum zu machen.

Angola neuer Präsident João Lourenço will die Wirtschaft reformieren und aus der Stagnation von 2016 befreien. Trotz aller eingeleiteter Reformmaßnahmen bleibt das strukturelle Problem der angolanischen Wirtschaft bestehen: Eine von Bodenschätzen abhängige Rentenökonomie kennzeichnet die Wirtschaftsordnung zu Lasten der vor der Unabhängigkeit dominanten Landwirtschaft, die unter den Bürgerkriegsjahren erheblich gelitten hat. Anders gesagt: Der Ölreichtum geht so lange an den ländlichen Armen vorbei, wie die Einnahmen nicht in die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft investiert werden, in der die Mehrheit noch von Subsistenzlandwirtschaft lebt. Ein Landesentwicklungsplan der Regierung, der mit Anreizen für die landwirtschaftliche Produktion der starken Verstädterung entgegenwirken soll, wurde von der Zivilgesellschaft auch eher skeptisch beurteilt.

Wirtschaftssektoren

Kleinbäuerin
Kleinbäuerin © Guy Oliver/IRIN

Landwirtschaft

Die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung ist zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf Subsistenzlandwirtschaft angewiesen, sie erfährt dabei nur unzureichend staatliche Unterstützung. Etwa 85 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Etwa 58 Mio. ha der Fläche Angolas sind für den Ackerbau nutzbar, doch nur knapp 10 Prozent davon sind bewirtschaftet. Die Regierung wirbt gerne mit dem großen Potenzial der Landwirtschaft, doch bislang setzte sie lieber auf Öl und Agro-Businessprojekte, statt mit Unterstützungsprogrammen für die Kleinbauern die Landwirtschaft zu fördern.

Nur etwa 10 bis 20 Prozent des Bedarfs an Nahrungsmitteln stammt aus der eigenen Produktion, der Rest muss importiert werden. In den letzten Jahren ist immerhin etwas Dynamik in den Agrarsektor gekommen. Der in Afrika alteingesessene Lonrho-Konzern mit Sitz in London hat sich in der Uige-Provinz 25.000 Hektar Land für den Anbau von Reis gesichert. Mit solchen ausländischen Investitionen will die Regierung die Wirtschaft diversifizieren. Sie hat die Großinvestitionen in die Nahrungsmittelindustrie zur Priorität erklärt und plant 44 Farmprojekte mit einer geschätzten Investition von über 9 Mrd. US-Dollar in den Provinzen Benguela, Cabinda, Kwanza Norte und Uige. Wegen der niedrigen Ölpreise leidet die Nahrungsmittelbranche allerdings unter Devisenmangel.

Das wichtigste Agrarprodukt für den Export ist Kaffee. Kaffee wird in den nördlichen Landesteilen angebaut. Die Produktion ging jedoch, wie bei allen anderen Anbaufrüchten, aufgrund des Krieges drastisch zurück. Nach dem Niedergang konnten 2006 wieder 4000 Tonnen produziert werden. In den frühen 1980er Jahren wurden über 20.000 Tonnen jährlich angebaut und Angola war einmal viertgrößter Kaffee-Exporteur der Welt. Der Kaffeeanbau könnte wiederbelebt werden, für 2016 waren immerhin wieder 17.000 Tonnen Anbau zu verzeichnen. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Zuckerrohr, Mais und Kokosöl.

Das wichtigste Agrarerzeugnis für den Eigenbedarf ist Maniok. Daneben werden Bananen, Hirse, Mais, Kartoffeln, Reis und Kakao angebaut. Die Produktion von Gemüse, Baumwolle, Palmenprodukten und Sisal ist ebenfalls von Bedeutung. Der Verkauf von agrarischen Produkten hat den informellen Sektor in Städten wie Luanda explodieren lassen. Teil der Subsistenzwirtschaft ist auch die vorwiegend im Süden des Landes betriebene Viehzucht (Rinder und Ziegen).

Falsche Bewirtschaftungsmethoden haben in vielen Gebieten zu Bodenerosion und Desertifikation geführt, was wiederum das Problem der Verschlammung von Flüssen und Stauseen nach sich zieht.

Subsistenzlandwirtschaft
Der Reichtum des Landes geht an der Bevölkerung vorbei. © issa
Fischer in Angola
Fischfang ist ein wichtiger Erwerbszweig. © Paulo César Santos (CC0 1.0)

Fischerei

Ein traditionell wichtiger Erwerbszweig ist auch die Fischerei. Angola gehört zu den Ländern Afrikas mit den größten Fischgründen. Die Küste ist 1600 km lang, die fischreichste Region liegt im Süden des Landes. Der Fang besteht in erster Linie aus Makrelen, Sardinen und Thunfisch. Hauptfischereihäfen sind Namibe und Lobito. Der jährliche Fang wird auf 300.000 Tonnen geschätzt, den größten Teil davon fangen Kleinfischer. Überfischung hat jedoch zu einer Abnahme des Fischbestands geführt, weswegen zur Abdeckung des Inlandbedarfs Fisch eingeführt werden muss. In Cabinda haben die Fischer zudem noch mit der Wasserverschmutzung durch die Ölförderung zu kämpfen. Deswegen müssen sie sehr weit auf das offene Meer raus fahren, um überhaupt Fisch zu fangen.

Im Juli 2016 haben Angola und Namibia ein Fischabkommen unterzeichnet, das auf den Feldern der Forschung, Überwachung und dem Management des Fischfangs eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern vorsieht.

Industrie

Das produzierende Gewerbe war im Krieg weitgehend zusammengebrochen. Vor der Unabhängigkeit trug der Industriesektor noch zu 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Heute macht die industrielle Produktion ohne den Erdölsektor aufgrund der Wirtschaftskrise nur noch etwa vier Prozent des BIP aus. Neben der Verarbeitung von Erdöl ist der tragende Industriezweig die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Getreide, Fleisch, Baumwolle, Tabak und Zucker sowie die Textilindustrie. Zunehmende Bedeutung hat die Getränkeindustrie, die etwa 14.000 direkte und 42.000 indirekte Arbeitsplätze bereitstellt. Die Regierung hat 8,6 Milliarden US-Dollar investiert, um die Industrie im Zeitraum zwischen 2009 und 2012 zu transformieren und wettbewerbsfähiger zu machen.

Seit 2013 läuft im Rahmen der Investitionsförderung ein Privatisierungsprogramm, in dem bislang staatliche Textilfabriken und Elektrizitätswerke in private Hände übergegangen sind und restauriert werden. Ein Investitionsfördergesetz wurde 2015 verabschiedet und mit der Agentur für Investitions- und Exportförderung APIEX eine entsprechende Behörde geschaffen. Das Gesetz sieht eine Beteiligung von mindestens 35 Prozent für einheimische Unternehmen vor. Um ausländische Investoren anzulocken, soll dieser Passus im Privatinvestitionsgesetz in einer 2018 erarbeiteten Neuauflage abgeschafft werden, zudem sollen für die ersten zehn Jahre Steuererleichterungen gewährt werden und die Investoren dürfen ihre Gewinne ins Ausland transferieren. Auch die Schaffung einer Behörde zur Regulierung des Wettbewerbs, die Verstöße gegen ein im März 2018 verabschiedetes Wettbewerbsgesetz sanktionieren kann, zeigt das Vorhaben der gegenwärtigen Regierung, Investitionen in den Industriesektor zu forcieren. Gegenüber dem Vorjahr sind die gesamten Auslandsinvestitionen in Angola 2016 von 16,2 auf 14,4 Mrd. US-Dollar zurückgegangen.

Ölsektor

Sonangol-Gebäude Luanda
Hochhaus der staatlichen Erdölgesellschaft Sonangol in Luanda. © Martin Wolter (CC BY-SA 3.0)

Die Geschichte des Erdöls in Angola reicht bis in die Kolonialzeit zurück, als die Portugiesen schon im Ende des 18. Jahrhunderts Ölvorkommen nördlich von Luanda entdeckten. Seit den 1950er Jahren wird Öl im Verbund mit zahlreichen westlichen Konzernen erschlossen und wird vorwiegend vor der Küste der Exklave Cabinda ausgebeutet. Die erzielten Einnahmen dienten der Finanzierung des Krieges beider Seiten.

Heute könnte der Ölboom zum Aufbau des Landes beitragen, denn Angola verzeichnet einen Investitionsboom im Öl- und Transportsektor. Der Ölsektor trug laut IWF von 2011-2013 zu 95 Prozent der Exporte Angolas, zu 45 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und bis zu ca. 80 Prozent der Staatseinnahmen bei. Gegenwärtig fördert Angola rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag und ist damit zum zweitgrößten afrikanischen Ölproduzenten avanciert. Als erster afrikanischer Staat seit den 70er Jahren ist es im Januar 2007 in die OPEC aufgenommen worden.

Wegen seiner dominierenden Stellung ist der Ölsektor Fluch und Segen zugleich. Das bekam die Regierung nach der weltweiten Finanzkrise zu spüren, die 2009 den Ölpreis drastisch sinken ließ und das angolanische Wirtschaftswachstum für einige Zeit stark einbremste. Nach einer Erholungsphase Anfang der 2010er Jahre traf der Verfall der Erdölpreise seit Ende 2014 den Ölsektor noch dramatischer. Im Juni 2016 alarmierte die Regierung die Öffentlichkeit, dass sie nicht mehr in der Lage sei, die für den Haushalt vorgesehenen 60 Prozent in ausländischer Währung aus Öleinnahmen aufzubringen. Das bedeutet, die Regierung ist praktisch zahlungsunfähig, das Wirtschaftswachstum ist auf 1-2 Prozent gefallen.

Auf Dauer will Angola nicht nur Rohöl verkaufen, sondern auch im Lande verarbeiten. Nachdem 2008 ein erster Vertrag zum Aufbau einer Raffinerie in Lobito unterzeichnet wurde, wird seit Ende 2012 an der Raffinerie in der Benguela-Provinz gebaut. Ab 2017 sollen dort 200.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet werden.

Da die Ölkonzerne hauptsächlich ausländische Arbeitskräfte beschäftigen, schafft der Ölsektor bislang kaum Arbeitsplätze im Land. Zudem findet die Ölförderung zum größten teil "offshore" statt. Ausländische Konzerne – dazu zählen BP, Chevron, ExxonMobil, Shell, Texaco, Total und fast alles, was auf dem internationalen Ölmarkt Rang und Namen hat – schließen milliardenschwere Verträge mit der angolanischen Ölgesellschaft Sonangol, ohne dabei Good Governance-Kriterien zu beachten. Ohne Sonangol, das mit etwa 10.000 Beschäftigten das Finanzinstrument der Regierung ist, läuft im Ölsektor nichts, denn es ist der alleinige Konzessionshalter für alle Operationen. Sonangol ist ein Staat im Staate, das auch größere Anteile an portugiesischen Banken gekauft hat. Der Konzern drängt zunehmend auf den europäischen Markt und hat auch mit China ein Joint Venture abgeschlossen. Sonangol war unter Präsident dos Santos praktisch ein Familienimperium, seit er seine Tochter Isabel im Juni 2016 zur Verwaltungsratsvorsitzenden des Ölkonzerns machte. Unter der Nachfolgeregierung von João Lourenço musste Isabel dos Santos aber Ende 2017 den Chefsessel räumen. Lourenço will den Ölsektor neu ausrichten - ein Vorhaben, zu dem Wirtschaftsexperten wegen der Bedeutung des Sektors dringend anraten.

China ist ein Hauptabnehmer angolanischen Öls und zeigt mit Direktinvestitionen und Krediten sein starkes Interesse am angolanischen Ölsektor. Weitere wichtige Abnehmer angolanischen Öls sind die USA und Indien.

Die konfliktreiche Exklave Cabinda könnte sich für Luanda noch zum ernsten Problemfall entwickeln, solange die dort erzielten Ölgewinne direkt nach Luanda abwandern und die Bevölkerung Cabindas leer ausgeht. Spekulationen, wonach sich in der Exklave ein Ölaufstand nach nigerianischer Art entwickeln könnte, sind zumindest nicht abwegig.

Flüssiggas LNG

Neben Erdöl besitzt Angola auch große Naturgasreserven, die ausreichen, um für die nächsten 20 Jahre 6,8 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) pro Jahr zu fördern. Das Flüssiggasprojekt ist weltweit eines der größten Projekte zur Reduzierung des Abfackelns von Gas. Die Gasfelder liegen außerhalb der Küste im tiefen Meer. In Soyo an der Grenze zur DR Kongo wurde 2013 die erste LNG-Anlage des Landes gebaut. Im Juni 2013 ging bereits eine Lieferung von 160.000 Kubikmeter Flüssiggas nach Brasilien. Das angolanische Flüssiggasunternehmen Angola-LNG, an dem Sonangol, Chevron, BP. Total und ENI Anteile halten, hat weltweit mit vielen Firmen Lieferverträge abgeschlossen. Weitere sollen noch folgen. Angola-LNG plant, neben dem weiterhin gelieferten Propan- und Butangas, den Export von 5,2 Mio. Tonnen Flüssiggas in 70 Ladungen pro Jahr. Eine zweite Flüssiggaslieferung ging nach China, eine dritte nach Südost-Asien. In Zukunft will Angola-LNG mehr auf den asiatischen Markt setzen.

Die Regierung treibt über neue Regeln für die Öl- und Gaskonzessionäre die "Kwanzafizierung" des Zahlungssystems voran. Ab Oktober 2013 müssen sämtliche Zahlungen an in- und ausländische Dienstleister und Lieferanten in der Landeswährung Kwanza oder in Devisen über inländische Banken abgewickelt werden.

Diamantensektor

Diamanten aus Dundo, Lunda Norte
Diamanten aus Dundo, Lunda Norte. © Naman Saar Stavy (CC BY-NC-ND 2.0)

Angola verfügt über wertvolle Rohstoffe, neben Erdöl gibt es Diamanten, Gold und Platin, dazu u.a. Eisenerz, Mangan, Kupfer, Nickel, Zinn, Phosphat, Bauxit, Kohle und Uran. Der Bergbau ist der zweitwichtigste Wirtschaftszweig, dessen Entwicklung zur Diversifizierung der Wirtschaft beitragen soll.

Wichtigster Bergbausektor ist der Diamantensektor, der zu 5 Prozent zum BIP beiträgt. Nach Angaben des staatlichen Diamantenunternehmens Endiama (Empresa Nacional de Diamantes de Angola) hat Angola 2014 8,8 Millionen Karat produziert. Die gesamte Diamantenproduktion hat einen Wert von 1,317 Milliarden US-Dollar.

Konfliktdiamanten

Im Gegensatz zum Öl- ist der Diamantensektor arbeitskraftintensiv, allerdings sind hier viele private Diamantenschürfer tätig. Die Regierung sieht das als illegale Erwerbstätigkeit an und zerschlägt diesen informellen Sektor mit der Vertreibung "illegaler Schürfer". So wurden zwischen 2008 und 2009 über 115.000 zumeist kongolesische "Garimpeiros" von den Diamantenminen im Norden des Landes vertrieben. Die Endiama hat mit gewaltsamen Umsiedlungen ohne Entschädigung riesige Landflächen in Besitz genommen und ist für Menschenrechtsverletzungen in den Lunda-Provinzen, Hauptabbaugebiet der Konfliktdiamanten, verantwortlich. Wegen der engen Verbindung des Endiama-Vorstandsvorsitzenden António Carlos Sumbula mit der Regierung und der ihm vorgeworfenen Selbstbereicherung spricht Rafael Marques davon, dass die eigentlichen "Garimpeiros" jene an der Macht in Luanda seien.

Die UNITA hatte ihren Bürgerkrieg mit Blutdiamanten finanziert, und immer noch werden die Standards des Kimberly-Zertifizierungssystems zur Beendigung des Handels mit Konfliktdiamanten nur unzureichend umgesetzt. Wegen der Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Diamantenabbau fordert Marie Müller vom Bonn International Center for Conversion (BICC) eine Erweiterung des Konzept der Konfliktdiamanten. Die Bundesregierung solle sich beim Geschäft mit diesen Diamanten für mehr Transparenz einsetzen. Das BICC hat über die Rolle der Generäle im Diamantensektor eine Studie verfasst. Sie skizziert das mit MPLA-Funktionären, hohen Generälen und internationalen Minenunternehmen verbundene Geschäft- und Sicherheitsnetzwerk im Diamantensektor und gibt entsprechende Empfehlungen, wie damit umgegangen werden sollte.

2015 hielt Angola die turnusmäßig rotierende Präsidentschaft des Kimberly-Prozesses inne. Es sieht nicht so aus, als würden die Empfehlungen von mehr Transparenz deswegen schneller umgesetzt werden.

Bau, Transport und Infrastruktur

Der Hafen von Lobito
Wiederaufbau der Infrastruktur: Hafen von Lobito. © Claus Bunks, public domain

Der Wiederaufbau nach dem Ende des Bürgerkrieges hat in den letzten Jahren zu einem Boom der Bauwirtschaft geführt. Im letzten Jahrzehnt sind 12,7 Milliarden US-Dollar in den Aufbau der Infrastruktur gesteckt worden, vor allem in den Straßen- und Brückenbau, die Schienenverbindungen und den Flughafenausbau, aber auch in den Wohnungsbau. Die jährliche Summe entspricht etwa 14 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Mit dem Ausbau des Schienenverkehrs für den Transport soll vor allem auch der Straßenfrachtverkehr entlastet werden, der in der Hauptstadt wegen der wachsenden Anzahl von Autos von endlosen Staus beeinträchtigt wird. In den aufstrebenden Bausektor sind vor allem China und Brasilien involviert. Die Baumaßnahmen Chinas und  Brasiliens, die moderne Gebäudekomplexe und den Bau von Appartements für die Mittelschicht finanzieren, prägen zunehmend das Stadtbild Luandas. Das meiste Geld aus Brasilien kommt von Odebrecht, einem der größten Bauunternehmen Brasiliens.

Der Aufbau der Infrastruktur ist eine enorme Herausforderung, wie aus der "Africa Infrastructure Country Diagnostic" der Weltbank ersichtlich ist. Danach hatten 2008 kaum mehr als 30 Prozent der Bevölkerung einen Stromanschluss. Außerhalb Luandas mussten 90 Prozent der Firmen mit eigenen Generatoren ein Drittel ihrer Produktion aufrecht erhalten. Deshalb plant die Regierung erhebliche Investitionen im Energiesektor und der Stromversorgung, bei der auch erneuerbare Energien eine Rolle spielen: In Luanda ist ein Windpark errichtet worden. Vor allem aber will die Regierung das Wasserkraftpotenzial von geschätzten 18.200 MW ausschöpfen und eine Reihe von Wasserkraftwerken an Flüssen wie dem Cunene im Süden, dem Catumbela im Zentrum  und dem Kwanza im Norden errichten. Auch hier sind brasilianische und chinesische Investoren involviert. So soll eine chinesische Gruppe das riesige Bauvorhaben Caculo Cabaca-Damm in Kwanza Norte durchführen. Im August 2017 wurde die Talsperre Laúca mit einer Leistung von 2002 MW an der Grenze zwischen den Provinzen Malanje und Kwanza-Sul eingeweiht. 47 km flussaufwärts befindet sich die 2014 fertig gestellte Talsperre Capanda. Die beiden Cambambe-Kraftwerke in Kwanza-Norte versorgen Luanda, Benguela und die Nachbarprovinz mit Strom.

Am 26. Dezember 2017 wurde von der Baikonur-Station in Kasachstan aus der erste angolanische Satellit AngoSat-1 in den Weltraum geschickt. Der von der russischen Luftfahrtgesellschaft RSC Energia gebaute Satellit war 2009 zwischen Angola und Russland vereinbart worden. Mit einer Investition von 400 Millionen Euro verspricht sich Angola günstigere Kommunikation und neue Devisenquellen für den Staat. Länder der Region wie Mosambik, die DR Kongo, Südafrika und Namibia haben Vorverträge mit AngoSat abgeschlossen.

Landrecht und Landkonflikte

Land Grabbing, Foto: Petra Aschoff
Land Grabbing schließt Menschen aus: abgesperrtes Privateigentum in der Provinz Huíla. © Petra Aschoff

Trotz des landwirtschaftlichen Potenzials und einer potenziellen Ackerfläche von 35 Millionen Hektar gibt es bislang keine umfassende Strategie zur Armutsminderung der ländlichen Bevölkerung und zur Entwicklung des ländlichen Raums. Staatliche Dienstleistungen in den Bereichen Beratung, ländliches Kreditwesen, Vermarktung und Veterinärdienst sind kaum vorhanden. Die agrarische Produktion reicht durch ihren Niedergang in den langen Kriegsjahren auch heute nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken, und das Land ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen.

Der Zugang zu Land war bereits in der Kolonialzeit wie auch in den Jahren des Bürgerkriegs konfliktbeladen. Staat wie private Investoren zeigen heute ein zunehmendes Interesse an der Wiedereinrichtung von Großfarmen, was wiederholt zu Landkonflikten geführt hat. Bekannt sind sechs Verträge ausländischer Investoren aus Portugal, Brasilien, Großbritannien, China und Kapverden. Vor allem China hat in jüngster Zeit für seine großzügige Kreditvergabe an Luanda hunderttausende Hektar Land in Kuando Kubango und anderen Südprovinzen zugesprochen bekommen. Über die genauen Zusagen halten sich beide Seiten bedeckt.

In großem Maße findet Landnahme aber auch durch nationale Akteure statt. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen ehemalige Besitzer oder Mitglieder der Eliten Landtitel erwerben, obwohl das entsprechende Land von Kleinbauern und ländlichen Gemeinden genutzt und besiedelt wird. Landvertreibungen durch korrupte Akteure – tubarões ("Haie") genannt – fanden vor allem im Umfeld von Luanda und in den Provinzen Huila und Huambo statt (vgl. "Zwangsräumungen" in Kap. Geschichte und Staat). Spekulationen mit Land haben auch in der Provinz Malanje dazu geführt, dass über die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche den Besitzer gewechselt hat. Für das Agro-Business-Projekt "Horizonte 2020", zu dem fünf geplante Projekte im Kreis Curoca in der Provinz Cunene mit einem Investitionsvolumen von 1,3 Mrd. US-Dollar gehören, mussten schon die ersten Menschen weichen. Sie haben ihre Felder und Weiden verloren.

Vor solchen Übergriffen schützt auch das Landgesetz kaum, das 2004 nach einem langen und relativ breiten Diskussionsprozess neu gefasst wurde. Das Landgesetz sieht sowohl privaten Landbesitz als auch gemeinschaftliche Landrechte ländlicher Gemeinden und die Absicherung der traditionellen Nutzungsrechte der lokalen Bevölkerung vor. Auf dem Land wurde bislang aber nur in wenigen Fällen Land registriert, weil die Registrierung trotz einiger Neuregelungen von 2006 aufgrund der schleppenden Haltung der Behörden noch in den Kinderschuhen steckt. Erst drei Prozent der Bauern besitzen einen Landtitel. Für eine inklusive Landpolitik müssen die komplexen Formen des formalen und informellen Landbesitzes im städtischen und ländlichen Raum genauer untersucht werden.

Ohne Landsicherheit können die Menschenrechte auf Nahrung und Leben der ländlichen Bevölkerung Angolas nicht gewährleistet werden. Die Lage für die Landbevölkerung wird besonders prekär, wenn eine schlechte Erntesaison, wie sie 2011-12 zu verzeichnen war, mit den Folgen des Klimawandels, unsicherer Landfrage, Bodenerosion und Geschlechterungleichheit zusammenfällt. Das zeigt eine neuere Studie von Christian Aid zur ländlichen Verwundbarkeit und dem Klimawandel im Süden und Zentrum des Landes.

Forschungen zur Landfrage in Angola sind noch recht rar. Das ELISA-Projekt hat zusammen mit dem UNDP eine (portugiesische) Studie zum Landmanagement in der Huambo-Provinz veröffentlicht, in der Vorschläge zur Nachhaltigkeit bei Bodennutzung, Wasser und Waldwirtschaft gemacht werden.

Korruption und mangelnde Transparenz

Erpressungen, Kleinkorruption und Schmiergeldzahlungen, lokal "gasosas" genannt, gehören nicht nur zum Alltag bei Polizei und Sicherheitskräften, sie sind auch im gesamten Geschäftsleben des Landes an der Tagesordnung. In die großen Korruptionsaffären, über die Rafael Marques seit Jahren auf seinem Anti-Korruptions-Portal Maka Angola berichtet, sind stets hoch angesiedelte Eliteangehörige aus Politik und Militär verwickelt, die ihre privaten Geschäftsinteressen mit undurchsichtigen Firmengründungen und Joint Ventures verfolgen oder Millionensummen illegal ins Ausland transferieren. Sie verletzen dabei skrupellos die gesetzlichen Vorschriften zur Trennung von öffentlichen Ämtern und Privatinteressen. Vermutungen über das Verschwinden von 5 Milliarden US-Dollar aus dem Staatsfonds Fundo Soberano de Angola (FSDEA) wurden durch die Enthüllungen der Panama Papers bestätigt. Danach ist über den Staatsfonds, die Banco Kwanza in Luanda (Gegendarstellung der Bank) und einer Reihe von Briefkastenfirmen und Strohmännern im Ausland ein ganzes System zur Geldwäsche aufgebaut worden. Auch der Name des Erdölministers Botelho de Vasconselos taucht in den aufgedeckten geheimen Offshore-Daten der Anwaltskanzlei von Mossack Fonseca auf.

Fast 76 Prozent der Firmen geben laut dem Enterprise Survey 2010 Korruption als Hindernis für ihre Geschäftsinteressen an. Das liegt weit über dem Durchschnitt Afrikas (37 Prozent) und ist auch mehr als doppelt so viel wie bei der vorherigen Erhebung von 2006 (36 Prozent).

Vor allem der Ölsektor hat zur verbreiteten Korruption der herrschenden Eliten geführt. Jedes Jahr verschwinden große Summen aus den Öleinnahmen in dunkle Kanäle. So waren zwischen 1997 und 2001 4,3 Milliarden US-Dollar, die vom IWF stammten, im Haushalt Angolas verschwunden. Deswegen forderten IWF und internationale Gebergemeinschaft, dass Angola sämtliche Staatseinkünfte, einschließlich der Erdöleinnahmen, im Budget erfasst, ihre Verwendung nachweist und keine Staatsausgaben außerhalb der im Budget veranschlagten vornimmt. Die gesamte Kapitalflucht aus Angola wird nach Angaben des ICIJ (The International Consortium of Investigative Journalists) für den Zeitraum von 2002 bis 2015 auf fast 200 Mrd. US-Dollar geschätzt, das entspricht einem jährlichen Schnitt von 13,5 Mrd. US-Dollar.

Die von den gewaltigen Öleinnahmen finanzierte Ausgabenpolitik des Staates ist wegen ihrer mangelnden Transparenz seit Jahren Gegenstand der Kritik aus Reihen in- und ausländischer zivilgesellschaftlicher Organisationen. Als "Antreiber des Wandels" vermochte sie es immerhin, einen Raum zu schaffen, in dem die Regierung sich zu Fragen der Haushaltstransparenz und Regierungsverantwortung mit der Zivilgesellschaft auch mal an einen Tisch setzt. Gleichzeitig wurden auch schon Kritiker der Ölindustrie mundtot gemacht. Auch wenn die Regierung jetzt mehr detaillierte Berichte veröffentlicht, die Daten reichen nach Recherchen von OSISA und Global Witness nicht aus, um gegenüber der angolanischen Öffentlichkeit die nötige Transparenz zu zeigen.

Solange im Staatshaushalt "Sonderausgaben" ohne genauen Verwendungszweck deklariert werden und die offiziellen Daten oft Durchschnittswerte sind, ist die Ausgabenpolitik der Regierung praktisch durch niemanden zu kontrollieren. Im Open Budget Index rangiert das Land 2015 im letzten Drittel (25 von 100 möglichen Punkten). Die Open Budget Initiative ist ein Verbund von Nichtregierungsorganisationen, der die Haushaltsoffenlegung in mittlerweile 100 Ländern untersucht und alle zwei Jahre in einem Index bewertet. Immerhin, gegenüber den ersten Open Budget-Bewertungen aus den Jahren 2006 und 2008, in denen Angola noch bei katastrophalen 5 bzw. 4 Punkten lag, hat sich die Haushaltstransparenz des Landes deutlich verbessert.

Das Business Anti-Corruption Portal listet einige Maßnahmen und Gesetze der Regierung und des Finanzministeriums zur Korruptionsbekämpfung und Ausgabentransparenz auf. Dazu gehören Agenturen zur Förderung von Investitionen sowie ein Gesetz vom März 2010, nach dem Regierungsfunktionäre ihre Einnahmen, allerdings nicht öffentlich, erklären müssen, sowie ein Gesetz vom Mai 2010 gegen Geldwäsche.

Die USA wie die EU haben die Transparenzregeln für die globale Öl- und Minenindustrie mittlerweile verschärft. Dabei drängt die Öl-Lobby in den USA darauf, Angola von den "Cardin-Lugar"-Regeln des im Juli 2010 eingeführten Dodd-Frank Act auszunehmen. Nach diesen Vorschriften müsste Angolas extraktive Industrie sämtliche Zahlungen Projekt für Projekt in jedem einzelnen Land, in dem es Investitionen tätigt, auflisten. Dazu würden z.B. auch die zehn Prozent Steuern der Tochterfirmen von Chevron und Total gehören, die diese laut Gesetz an die Provinzregierung von Cabinda zu zahlen hätten. Bislang hat Cabinda nicht einmal ein Prozent der lokalen Öleinnahmen erhalten. OSISA hat im Dezember 2013 dazu aufgerufen, die neuen Transparenzregeln auch für Angola verbindlich zu machen. Das norwegische Chr. Michelsen Institute hat ein Programm zur Auswertung der Steuereinnahmen und Kapitalflucht für den Zeitraum 2014-2018 aufgelegt.

Außenwirtschaft

Angola und die SADC

SADC-Gipfel im August 2011 in Luanda
SADC-Gipfel im August 2011 in Luanda. © GovernmentZA (CC BY-ND 2.0)

Angola ist nach Südafrika die zweitstärkste Ökonomie innerhalb der regionalen Entwicklungsgemeinschaft SADC (Southern African Development Community). Es spielt eine wichtige Rolle bei der Infrastruktur der SADC und hatte in den 1980er und 90er Jahren die Sektorverantwortung für Energie inne. Angola ist Mitglied in zwei wichtigen SADC-Institutionen für Energie, im Southern Africa Power Pool und der Regional Electricity Regulators Association of Southern Africa (RERA). Die Kooperation zwischen der SADC und Angola ist allerdings relativ limitiert, weil grenzübergreifende Infrastrukturprojekte für Luanda bisher keine Priorität genossen. Im Wesentlichen beschränkt sich die Zusammenarbeit bislang auf den Trans-Kunene-Korridor und das Kunene-Becken-Projekt (Kunene Transboundary Water Supply Project) mit dem südlichen Nachbarn Namibia. Das liegt zum einen daran, dass sich die SADC auf den südlichen Teil der Region konzentriert, zum anderen, dass Angolas Hauptinteresse dem Wiederaufbau der Infrastruktur im Lande selbst gilt.

Angola hat zwar alle SADC-Protokolle unterzeichnet, darunter auch das SADC-Handelsprotokoll, ziert sich aber, der von der Regionalgemeinschaft 2008 eingeführten Freihandelszone FTA beizutreten. 85 Prozent des Handels zwischen 12 der 15 SADC-Mitgliedsstaaten sind heute zollfrei. Angola aber will seinen Markt nicht nur vor zollfreien Waren aus den Nachbarländern schützen, sondern hat sogar vor, den Spitzenzollsatz auf einige heimische Produkte von 30 auf 50 Prozent anzuheben. SADC-Experten kritisieren das Zaudern Angolas: Dieser protektionistische Ansatz sei zwar angesichts der Ölabhängigkeit nachvollziehbar, aber kurzfristig gedacht, langfristig unterminiere er die Entwicklung der Region.

Handel und internationale Kooperation

Exportempfängerländer Angolas
Exportempfängerländer Angolas

Angolas Außenhandel konzentriert sich im Wesentlichen auf Erdöl und Diamanten, in Zukunft auch auf Flüssiggas. Wichtigster Handelspartner für den Export von Gütern und Rohstoffen ist mit großem Abstand China, dahinter folgen Indien und die USA, Frankreich, Belgien, Niederlande und Spanien. Importpartner sind überwiegend Südkorea, China, Portugal, die USA, Brasilien und Südafrika. Eingeführt wurden 2015 in erster Linie Maschinen, Turbinen, Spezialschiffe und Autor vor Lebensmitteln.

Angola konnte in den letzten Jahren kräftige Handelsbilanzüberschüsse erzielen, die das traditionelle Defizit bei den Dienstleistungen mehr als kompensieren. Nach gtai-Angaben hat Angola 2014 einen Ausfuhrwert von 58,7 Mrd. US-Dollar erzielt, dem Importe von rund 28,8 Mrd. US-Dollar gegenüberstanden. 2015 sind die Einfuhrwerte um über 41 Prozent auf 16,8 Mrd. US-Dollar gesunken, die Exporteinnahmen sind sogar um über 43 Prozent auf 33 Mrd. gefallen.

Etwa die Hälfte der gesamten chinesischen Ölimporte aus Afrika stammen aus Angola, während sich die Ölausfuhren Angolas nach China seit 1992 mehr als verhundertfacht haben. Diese Abhängigkeit vom angolanischen Öl bezahlt Peking mit großzügigen Krediten an Luanda, das spätestens nach der Zusage eines 25-Milliarden-US-Dollar-Kredits zur Rettung des Haushaltslochs im Juni 2015 in den Griff Pekings geraten ist. Manche Beobachter sehen aber durchaus auch positive Seiten an Chinas Engagement in Angola.

Je mehr sich die aufstrebenden Mächte wie China, Indien oder Brasilien in Angola engagieren, desto mehr sinkt die Bedeutung der ehemaligen Kolonialmacht Portugal. Mit der dortigen Wirtschaftskrise ist Portugals Hauptstadt Lissabon quasi zu einem "Supermarkt" für die neureiche Elite aus Luanda geworden. Seit 2013 ist die Handelsbilanz Portugals gegenüber Angola in den roten Bereich gerutscht: Portugal importiert mehr Öl aus Angola, als es dorthin Waren absetzen kann, während die angolanischen Investitionen im früheren "Mutterland" stetig steigen. Manche nennen das die "Revanche der Geschichte", die allerdings auch mit schmutzigen Geschäften und Geldwäsche einhergeht. 

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Zu portugiesischen Kolonialzeiten kamen 13 Prozent der Importe Angolas aus Deutschland, das neben Portugal der wichtigste Handelspartner war. Nach der Unabhängigkeit Angolas sank der Importanteil auf unbedeutende 1,6 Prozent. Zwar ist dieser Wert mit wenigen Ausnahmen bis heute gering geblieben, doch Angola ist nach Südafrika und Nigeria seit 2007 der drittwichtigste Abnehmer deutscher Waren. Das Handelsvolumen schwankt zwischen 488 Mio. Euro 2010, 1,1 Mrd. Euro 2011, 665 Mio. Euro 2012, 753 Mio. Euro 2013 und 412 Mio. Euro in 2015. Deutschland liefert vor allem Ausrüstungen (Maschinen, Eisen und Stahl, Elektronik, Elektrotechnik, KFZ und Fahrzeugteile), die Einfuhren bestehen zu 97 Prozent aus Erdöl.

Das Interesse Deutschlands an Angola ist größer, als es die Handelsbilanz vermuten lässt. Eine Studie der informationsstelle südliches afrika vom Juli 2011 hat die deutschen Wirtschaftsinteressen in Angola thematisiert und gezeigt, dass deutsche Bankengeschäfte geholfen haben, das Regime in Luanda zu stützen. Auch das Ingenieurbüro Gauff, das seit 2000 über eine Niederlassung in Angola verfügt, arbeitet eng mit der Regierung in Bau- und Infrastrukturprojekten zusammen. Da praktisch alle Auslandsinvestitionen mit dem Problem der allgegenwärtigen Korruption konfrontiert sind, hat der deutsche Autohersteller Mercedes-Benz auf Recherchen von Maka Angola reagiert und 2011 seinen Vertrag mit der belgischen Autovertriebsfirma Demimplex gekündigt, die beim Vertrieb von Mercedes-Modellen in Angola mit Angehörigen der angolanischen Elite zusammenarbeitet. Im Namen der Angola-Runde deutscher Nichtregierungsorganisationen macht die Studie Empfehlungen für eine verantwortliche Ressourcenpolitik, auch im Sinne einer nachhaltigen Armutsbekämpfung, und fordert die Bundesregierung auf, diesen Prozess zu unterstützen.

Die beim Besuch von Bundeskanzlerin Merkel im Juli 2011 vereinbarte "Strategische Partnerschaft" mit Angola kommt wegen der hohen Hürden für Auslandsinvestitionen trotz des von der Wirtschaft konstatierten hohen Marktpotenzials Angolas nur schleppend voran. Laut Angaben der Deutschen Bank beträgt der Bestand an deutschen Direktinvestitionen rd. 17 Mio. Euro. Im Juni 2010 wurde das Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Luanda eröffnet, um deutsche Investitionen in Angola zu fördern. 21 deutsche Firmen haben laut Liste der deutschen Botschaft in Luanda Niederlassungen in Angola, darunter neben Gauff Volkswagen, Bauer, Commerzbank, Krones, Kühne und Nagel oder die Lufthansa. Im März 2017 fand im angolanischen Außenministerium das fünfte Treffen der deutsch-angolanischen lokalen Wirtschaftskonsultationsgruppe statt. 

Als Lobby für die deutschen Unternehmen fungiert die Deutsch-Angolanische Wirtschaftsinitiative DAWI, die im Juli 2015 das 6. Deutsch-Angolanische Wirtschafts-Forum DAWF in Luanda abgehalten hat. Zu den 55 Gästen aus Deutschland beim 5. Forum 2013 gehörte auch der Bundestagsabgeordnete und Ex-Wirtschaftsminister H. Michael Glos. Im März 2014 hat DAWI ein Büro in Luanda als neue Anlaufstelle für deutsche Firmen in Angola eröffnet. Der Förderung deutscher Mittelstandsunternehmen galt auch eine von AHP International im Rahmen des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im November 2013 organisierte Markterkundungsreise nach Angola für Unternehmen aus dem Bereichen Bauwirtschaft, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz und Energie. Im Juli 2015 reiste Brigitte Zypries, damalige Parlamentarische Staatssekretärin beim Wirtschaftsministerium, mit einer Wirtschaftsdelegation nach Angola und Namibia.

Ein gerne verschwiegener Bereich der deutschen Wirtschaftsbeziehungen mit Angola sind Rüstungsgeschäfte. Das geplante Rüstungsgeschäft mit der Kriegsmarine Angolas hatte beim Merkel-Besuch 2011 Schlagzeilen in der deutschen Presse gemacht (s. Kapitel Außenpolitik), auf detaillierte Anfragen nach gelieferten Gütern für den militärischen Zweck, wie sie in der Kleinen Anfrage der Grünen an die Bundesregierung im September 2013 gemacht wurden, bleibt die Bundesregierung mit Hinweis auf Rüstungsgüter, die nur dann zu deklarieren sind, wenn sie unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen, vage. Der genaue Gegenstand der im November 2014 geschlossenen Kooperationsvereinbarung im Verteidigungsbereich entzieht sich auch der Öffentlichkeit. Doch im folgenden Februar fand in der Nähe Luandas eine gemeinsame Übung der deutschen und angolanischen Kriegsmarine statt und es zeichnete sich immer deutlicher ab, dass Deutschland mit der vereinbarten militärpolitischen Partnerschaft das Land auch zum Abnehmer deutscher Rüstungsgüter aufbauen will.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Foto: Petra Aschoff
© Petra Aschoff

Armut und Armutsbekämpfung

Im Jahr 2000 wurde die Millenniums-Erklärung von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie verpflichtete die reichen wie die armen Länder, alles daran zu setzen, um die Armut zu beseitigen, die menschliche Würde und die Gleichberechtigung zu fördern und Demokratie, Frieden und ökologische Nachhaltigkeit zu verwirklichen. Die aus der Erklärung hervorgegangenen Millenniumsentwicklungsziele verpflichteten die Länder dazu, verstärkt gegen unzureichende Einkommen, weitverbreiteten Hunger, Ungleichheit zwischen Mann und Frau, Umweltschäden und Mängel bei der Bildung, der Gesundheitsversorgung und dem Zugang zu sauberem Wasser vorzugehen. Sie enthielten auch Maßnahmen für den Schuldenabbau, die Erhöhung der Entwicklungshilfe sowie die Ausweitung des Handels und des Technologietransfers in die armen Länder. Die Zielvorgaben sollten bis 2015 erreicht werden.

Was Angola betrifft, sind die meisten Millenniums-Ziele nicht erreicht worden. Relevante Fortschritte bei den 8 MDGs gab es nur bei der Bekämpfung von Armut und Hunger. Auch das Ziel der Primarschulbildung schien vor Jahren noch erreichbar, ist aber in weite Ferne gerückt. Eine landesweite Erhebung der Regierung unter 12.000 Familien aus dem Jahre 2010 hat geholfen, einige soziale Daten genauer zu kalkulieren. So ist bei der Müttersterblichkeit, bei der Angola weltweit ganz hinten steht, ein erfreulicher Rückgang festgestellt worden. 600 Todesfälle auf 100.000 Lebensgeburten (1400 im Jahr 2001) waren aber immer noch viel zu viel. Für 2015 hatte der MDG-Fortschrittsbericht der Regierung ein Ziel von 350 vorgesehen, tatsächlich sind es aber immer noch 477 (HDI 2016). Der durchschnittliche Anteil von Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft an den gesamten Staatsausgaben lag im Zeitraum von 2000 bis 2010 bei 16,5 Prozent - beschämend, wenn man sieht, dass z.B. Mosambik oder Tansania, bei zugegebener Maßen geringerem Staatshaushalt, um die 40 Prozent ausgegeben haben. Deswegen bekam Angola im MDG-Fortschrittsindex von 2013 nur zweieinhalb von sechs Sterne.

Angola gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 43,4 Prozent der Angolaner leben von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Die Kindersterblichkeit gehört mit durchschnittlich 96 bei 1000 Geburten weltweit zu den höchsten, die Lebenserwartung liegt bei 52,7 Jahren und die Armut ist gerade in den ländlichen Gebieten weit verbreitet. Auch die hohe Arbeitslosenrate unter den städtischen Frauen und Jugendlichen ist besorgniserregend und Armut hat in den Städten ein brutaleres Gesicht als auf dem Lande. Sie geht dort mit wachsender sozialer Ungleichheit einher.

Oxfam hat Anfang 2014 zum ersten Mal den sog. "Good Enough to Eat index" herausgegeben. In die Bewertung gehen Daten ein über die Verfügbarkeit, den Zugang zu, die Qualität und die Gesundheit von Ernährung. Angola rangiert auf dem vorletzten Platz (123), neben Äthiopien und vor Schlusslicht Tschad. Auch dieses erschreckende Bild zeigt, wie wenig die Armutsbekämpfung in Angola bislang greift.

Im Jahre 2004 hat die Regierung ein Programm zur Armutsbekämpfung, die Estratégia de Combate à Pobreza (ECP), vorgelegt, das mit IWF und Weltbank abgestimmt ist und das im September 2005 überarbeitet wurde. Es ist immer noch das Hauptdokument zur Armutsbekämpfungstrategie. 2009 hat die Regierung einen mittelfristigen Entwicklungsplan für die Jahre 2009-2013 verabschiedet, der in das Programm zur Armutsbekämpfung einfließen sollte.

Nahrungsmittelhlfe durch das WFP
Nahrungsmittelhilfe ist auch nach dem Rückzug des WFP in vielen Landesteilen notwendig. © WFP/Q. Sakamaki (CC BY-NC-ND 2.0)

Ausländische Entwicklungsanstrengungen und Institutionen

Übersicht zu den staatlichen Leistungen der wichtigsten bilateralen Partner
Übersicht zu den staatlichen Leistungen der wichtigsten bilateralen Partner © OECD: Aid at a glance charts by recipient

Die Arbeit der ausländischen Entwicklungshilfeorganisationen hatte sich in den Jahren nach dem Bürgerkrieg in erster Linie auf die Not- und Übergangshilfe konzentriert. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung zogen sich aber immer mehr Geber aus der Nothilfe zurück. 1992 war der Anteil ausländischer Entwicklungshilfe an den Bruttoinvestitionen Angolas mit 162 Prozent am höchsten, 2013 lag er bei nur noch 1,58 Prozent. Auch Weltbankstatistiken zeigen einen fast ständigen Rückgang der Entwicklungshilfe bei den meisten Ländern. Das Welternährungsprogramm beispielsweise hat sich 2006 nach 30 Jahren Tätigkeit aus der Nahrungsmittelhilfe für Angola zurückgezogen.

Angola ist ein Beispiel für die Grenzen der Entwicklungshilfe. Die kräftigen Öleinnahmen und der Wirtschaftskurs der Regierung haben zu einer gewissen Unabhängigkeit Angolas von Gebern und einzelnen Staaten geführt. Entwicklungshilfe kann von den Gebernationen nicht mehr als Hebel für Einflussnahme auf die Entwicklungspolitik des Landes genommen werden. Die geringe Einbindung des Ölsektors in die nationale Wirtschaft und die Korruption der Eliten sind eine große Herausforderung für die EZ. Entwicklungshilfeprojekte könnten, und sollten eigentlich aus den Öleinnahmen finanziert werden. Manchem Entwicklungshelfer, mancher Organisation, kommen da Zweifel über den Sinn der Entwicklungshilfe. Die Schließung der EU-Generaldirektion für humanitäre Hilfe ECHO im Jahre 2005 fand kein ungeteiltes "Echo".

Da die Förderung vor allem der ländlichen Entwicklung wegen des Eigeninteresses der Elite nur zum Teil geschieht und die Ernährungslage der Bevölkerung besonders auf dem Lande unverändert prekär ist, engagieren sich einige Geber auch weiterhin in der Entwicklungszusammenarbeit.

Wichtige Institutionen der multilateralen EZ:

 UN-Agenturen:

 Bilaterale EZ einzelner Länder:

Deutsche Entwicklungshilfe und Organisationen

Projekt Brot für die Welt
In Cacula, Provinz Huíla, unterstützt Brot für die Welt ein Projekt zur integrierten ländlichen Entwicklung. © Petra Aschoff

Angola spielte in den Anfangsjahren nach der Unabhängigkeit in der Afrika-Politik der damaligen DDR ebenso wie Mosambik eine große Rolle. Die DDR schickte FDJ-Freundschaftsbrigaden nach Angola. Für die Bundesrepublik Deutschland wurde Angola erst nach dem Ende des Bürgerkrieges als EZ-Empfängerland interessant. Gefördert wurden seit 1995 Projekte zu Ernährungssicherheit, Friedensförderung, lokaler Entwicklung und Reintegration. Bei der Abstimmung einer Zusammenarbeit mit Angola zogen das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) nicht immer am gleichen Strang. Die Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit wurde im Zusammenhang mit Verbesserungen der Regierungsführung gesehen. 2008 wurde sogar erwogen, Angola in die Liste der Partnerländer des BMZ aufzunehmen. Doch diesen privilegierten EZ-Status hatte Angola wegen seiner Wirtschaftsmacht nur für kurze Zeit inne.

Angesichts der Einnahmen aus dem Erdölsektor hat das BMZ die Kapitalverfügbarkeit nicht als Entwicklungsengpass und Angola damit auch nicht als ein Kandidat für die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) gesehen. Deshalb beschränkt sich die EZ mit Angola auf Projekte der Technischen Zusammenarbeit (TZ). Das BMZ hat sein Konzept für Angola auch in Konsultation mit den Hilfsorganisationen abgestimmt und sich mit der angolanischen Regierung auf den Sektor Berufliche Bildung geeinigt. Unterstützt wird das Programm "Berufliche Bildung für den Arbeitsmarkt in Angola" (FormPRO). Das von der GIZ durchgeführte Projekt ist nach 2,5 Jahren Laufzeit im September 2013 abgeschlossen worden. Bis 2015 lief das Projekt "Entwicklung integrierter Monitoringsysteme für REDD+ in der SADC-Region", das auch Angola eingeschlossen hatte.

Insgesamt hat das Portal für Offene Entwicklungshilfe für die Jahre 2000 bis 2011 424 Projekte der deutschen Entwicklungshilfe in Angola verzeichnet. Ausgegeben wurden dabei 114,5 Mio. US-Dollar.

Einige der deutschen Organisationen mit Projekten in Angola:

Sowohl die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) als auch die Konrad-Adenauer-Stiftung betreuen Angola von ihren Auslandsbüros in Namibia aus:

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2018 aktualisiert.

Über den Autor

Lothar Berger, M.A., geb. 1953, Studium der Ethnologie, Afrikanistik, Soziologie und Musikwissenschaften.

Langjähriger Redakteur von afrika süd in der informationsstelle südliches afrika (issa), Bonn.

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