Straßenszene in Ouidah © Otto Frick
Währung
Franc CFA BCEAO (XOF)
Wechselkurs
656 pro € (fester Wechselkurs)
Zeitzone
UTC+1
Landesvorwahl (Telefon)
+229
Klima (für Hauptstadt)
subäquatorial
Internationaler Flughafen (IATA)
COO (Cotonou)

Einreise - und Aufenthaltsbestimmungen

Für die Einreise nach Benin ist für deutsche Staatsbürger ein Visum erforderlich, das vor Reisebeginn bei der beninischen Botschaft in Berlin beantragt werden muss. Eine Visaerteilung an den Landesgrenzen oder am Flughafen ist nicht möglich. Zusammen mit dem Reisepass, der noch mindestens drei Monate über die Dauer des gewünschten Aufenthaltes hinaus gültig sein muss, ist bei Visabeantragung die Vorlage der Kopien der Hin- und Rückflugtickets und ein internationaler Impfausweis mit dem Nachweis einer Gelbfieberimpfung erforderlich. Für Benin tätige Honorarkonsulate sind in München und Saarbrücken ansässig.
Ein erteiltes Mehrfacheintrittsvisum ist 90 Tage gültig. Eine Verlängerung kann vor Ablauf des Visums beim Immigrationsbüro in Cotonou beantragt werden. Für jede Woche Übertretung ist derzeit eine Strafgebühr von 25.000 FCFA fällig. Bei längeren Aufenthalten muss das Visum in eine Aufenthaltsgenehmigung umgewandelt werden.

Wohnen und Versorgung

Ein stattliches Haus in Cotonou <br> © V. Mulindabigwi </br>
Ein stattliches Haus in Cotonou
© V. Mulindabigwi

Von der Hütte bis zur Villa der Extraklasse gibt es eine sehr große Bandbreite an Wohnungstypen. Vielen Ausländern, die größeren Organisationen angehören, werden Häuser von ihren Arbeitgebern zur Verfügung gestellt, oder ihnen wird bei der Suche geholfen. In Cotonou sind die Immobilienpreise hoch und steigen ständig. Spekulation und Rechtsunsicherheit sind an der Tagesordnung, häufig werden Grundstücke mehrfach verkauft und es kommt zu Prozessen. Wer ein Grundstück kaufen will, sollte daher sehr vorsichtig vorgehen.

Zum Einkaufen gibt es in Cotonou viele Möglichkeiten. Mehrere Supermärkte, Restaurants und Geschäfte entsprechen dem europäischen Standard. Auch in Parakou und Porto Novo ist die Versorgung gut. In den anderen Städten finden Sie meist auch einen häufig von Libanesen geführten kleineren Supermarkt oder eine Boutique. Des Weiteren können Sie sich alle möglichen Produkte auf den vielen Märkten des Landes kaufen. Einer der größten Märkte Westafrikas befindet sich in Cotonou, der Marché de Danktokpa. Viele der Märkte finden alle vier Tage statt, was dem traditionellen Kalender der Fon und Yorouba entspricht.

Beignetverkäuferin in Ouidah © Kerstin Schankweiler
Beignetverkäuferin in Ouidah © Kerstin Schankweiler

Ein Branchenbuch, ‚Cotonou Zoom 2012 – 2013 – Le 1er Guide des activités socio-économique’ liegt als Printausgabe vor. Mit Hilfe der Stadtpläne im Anhang lassen sich die entsprechenden Adressen von Ärzten, Banken, Supermärkten und sonstigen Dienstleistungen und Geschäften leicht auffinden.

Geld und Geldtransfer

Die Bank of Africa in Parakou <br>© V. Mulindabigwi </br>
Die Bank of Africa in Parakou
© V. Mulindabigwi

Um Geld von Benin nach Europa und umgekehrt zu transferieren, können Sie die sehr schnellen und sicheren Dienstleistungen von Western Union oder Money Gram nutzen, allerdings ist dies recht teuer. Die größeren Banken in Benin sind die Ecobank, die BOA (Bank of Africa) und die BIBE (Banque Internationale du Bénin).
Hier noch einmal der Wechselkurs Euro (€) - Franc CFA (XOF).

Reisen und Transport

Transport auf dem Motorrad © T. Przyrembel
Transport auf dem Motorrad © T. Przyrembel
Einer der häufigen Unfälle in Benin © T. Przyrembel
Einer der häufigen Unfälle in Benin © T. Przyrembel

Benin kann mit einer ganzen Reihe von touristischen Sehenswürdigkeiten aufwarten, die alle auch relativ leicht zu erreichen sind. Eine gute Straßenkarte für Benin wird von dem IGN Paris herausgegeben und als Reiseführer empfiehlt sich sicher der 'Petit futé Bénin'. Am Strand westlich von Cotonou, an der 'Route des Pêcheurs' liegen diverse Ausflugslokale, Strandbars und Hotelanlagen von sehr einfach bis zur Luxusklasse. Zu den touristischen Sehenswürdigkeiten, Hotels, Nationalparks etc. finden Sie bei der staatlichen Tourismusbehörde die entsprechenden nützlichen Informationen. Eine Sammlung von Filmen und Videoclips zu den Naturschönheiten und anderen Sehenswürdigkeiten hat 'Eco-Bénin' zusammengestellt.

Der Straßenverkehr in Cotonou hinterlässt bei jedem Neuankömmling einen starken Eindruck: laut, chaotisch und gefährlich. Besonders letzteres darf man auch wirklich nicht unterschätzen, denn die Zahl der Unfälle ist sehr hoch. Gerade die Mopedtaxis, die Zemidjans, sind sehr häufig in Verkehrsunfälle verwickelt. Auch im Norden nehmen der Verkehr und die Zahl der Unfälle zu. Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen Wagen mit Fahrer zu nutzen, sollten Sie dies auch wahrnehmen. Um über Land zu fahren, können Sie ein Buschtaxi nutzen oder auf den häufig befahrenen Strecken klimatisierte Busse. Die Buschtaxis fahren meist feste Routen, sie fahren los, wenn alle Plätze belegt sind. Auf dem Beifahrersitz sind immer 2 Plätze vorgesehen, es wird also eng. Gucken Sie sich das Fahrzeug immer genau an, bevor Sie einsteigen, denn der Zustand der alten Autos kann erschreckend sein. Es können auch mehrere Plätze oder ganze Taxis gemietet werden. Die Busse haben feste Abfahrtszeiten, sind langsamer als die Buschtaxis, dafür aber sicherer.

Sicherheit

Insgesamt ist Benin ein relativ sicheres Reiseland, dies gilt jedoch nur mit Einschränkungen. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man nicht außerhalb der Städte mit dem Auto unterwegs sein. Unbeleuchtete Straßen, liegen gebliebene, ungesicherte Fahrzeuge oder schlichtweg Fahrzeuge mit defektem Scheinwerfer können zu Unfällen führen. Auch gibt es in der Nacht immer wieder Überfälle auf den Landstraßen. Es kommt auch vor, dass Straßensperren mit falschen Polizisten errichtet werden und Fahrzeuge ausgeraubt werden. In der Großstadt Cotonou ist die Kriminalität höher als in anderen Landesteilen. Grundsätzlich sollte man immer einen Nachtwächter für sein Haus engagieren. Dies gilt unabhängig von der Sicherheitslage, denn wenn Sie als wohlhabender Europäer nicht einmal bereit sind, einen Nachtwächter-Arbeitsplatz zu schaffen, kann Ihnen das als Geiz ausgelegt werden, was Ihre Sicherheit nicht gerade erhöht. Informieren Sie sich auch bei der Gendamerie Benin und bei den Sicherheitshinweisen vom Auswärtigen Amt oder dem aktuellen Report des US Departement of State zur Sicherheitslage. In letzter Zeit kam es zudem zu mehreren Raubüberfällen auf Märkten, in Banken und Geschäften in Cotonou, die landesweit für Schlagzeilen sorgten.

Gesund bleiben

Werbung für einen traditionellen Heiler in Porto Novo <br>© V. Mulindabigwi </br>
Werbung für einen traditionellen Heiler in Porto Novo
© V. Mulindabigwi

Aktuellste reisemedizinische Informationen zu Benin bietet ein Infoservice. Auf jeden Fall sollten Sie sich vor Ihrer Ausreise medizinisch beraten lassen. Sie müssen gegen Gelbfieber geimpft sein, um nach Benin einreisen zu dürfen. Besprechen Sie weitere mögliche Impfungen mit einem kompetenten Arzt. Es empfiehlt sich bei kürzeren Aufenthalten eine Malariaprohylaxe einzunehmen. Horchen Sie in ihren Körper. Hinter einer vermuteten Grippe kann sich auch eine Malaria verbergen. In Cotonou kann man in den Kliniken (Clinique Mahouna, Clinique Cocotier) einen Malariatest (goutte épaisse) machen lassen, bekommt nach nur zwei Stunden ein Ergebnis und kann dementsprechend handeln. Die örtlichen Medikamente sind gut und schlagen schnell an.

In Benin gibt es einige gesundheitliche Risiken. Auch wenn das Leitungswasser der Wasserwerke von trinkbarer Qualität ist gillt es vorsichtig zu sein. Bei einem Rohrbruch kann verunreinigtes Wasser in das System eindringen und somit Erreger, die Krankheiten übertragen. Auch beim Essen ungekochter Nahrungsmittel sollten Sie vorsichtig sein: "Cook it, peel it or forget it" ist eine Riskovermeidungsstragie, die Ihnen ungemütliche Untermieter im Magen-Darm-Trakt ersparen kann. Natürlich lässt sich dies nicht immer umsetzen, wie z.B. bei Einladungen oder im Restaurant. Orientieren Sie sich an Kollegen oder Bekannten, die schon länger im Land leben. Wenn Sie sich unwohl fühlen, suchen Sie einen Arzt auf. Die Mediziner vor Ort kennen sich sehr gut mit den lokalen Risiken und Krankheiten aus.

Telekommunikation

Eine der vielen Telefonkabinen am Straßenrand © T. Przyrembel
Eine der vielen Telefonkabinen am Straßenrand © T. Przyrembel

Wie in vielen anderen afrikanischen Staaten begann auch in Benin mit der Einführung von Mobilfunklizenzen ein Boom der Telekommunikation. Die Afrikanische Entwicklungsbank hatte Mitte 2002 rund 9 Mio. US $ zur Entwicklung des Sektors und zur Ausweitung der Mobilfunknetze auf das ganze Land freigegeben. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt werden auf 54 Mrd. CFA-Franc (82 Mio. Euro) veranschlagt. Netzbetreiber (GSM 900) sind Libercom, Bell Benin Areeba-MTN (vorher Areeba-Spacetel), Moov Benin (vorher Telcel) und seit 2008 auch Globacom, ein nigerianischer Netzbetreiber der eine nationale Ausschreibung für sich entscheiden konnte. Seit dem 17.09.2005 setzen sich alle Telefonnummern in Benin (mobil und Festnetz) aus 8 anstatt aus 6 Ziffern zusammen. Das Mobilfunknetz wird langsam aber kontinuierlich ausgedehnt. Weitere Informationen finden Sie bei Office de Postes et de Telecommunications du Benin (OPTB). Außerdem können Sie sich Prepaid-Karten kaufen (z.B. Carte Nasuba), mit denen man günstig nach Europa telefonieren kann. Nützliche Telefonnummern und Adressen von Firmen und Unternehmern kann man in den 'gelben Seiten' recherchieren.

In den größeren Städten in Benin finden Sie viele Internetcafés. Die Qualität der Verbindungen ist unterschiedlich, am besten ist sie in Cotonou. Letztlich sind die Verbindungen immer von der OPTB abhängig und es kommt im Landesinneren immer wieder zu Unterbrechungen des Internetzugangs.

Benin in Deutschland

Plakat der 1. Beninischen Kulturwoche in Deutschland © Sammlung Otto Frick
Plakat der 1. Beninischen Kulturwoche in Deutschland © Sammlung Otto Frick

Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika präsentiert Literatur von afrikanischen Autorinnen und Autoren und das Portal Afroport informiert bundesweit über Afrika-relevante Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Festivals, TV-Tipps, Workshops usw. Wissenschaftliche Literatur zu Benin finden Sie über Litdok und beim Institut für Afrikastudien.
In Essen eröffnete der Fotograf und Ethnologe Henning Christoph ein sehr beeindruckendes privates Vodoun-Museum, das bald an anderer Stelle auf 500 Quadratmeter vergrößert werden soll. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts studierten 2014 162 Beninerinnen und Beniner in Deutschland.

Im Juni 2015 fand zum ersten Mal eine Beninische Kulturwoche in drei deutschen Städten statt. Sie soll auch 2016 wieder stattfinden. Schwerpunkte waren Theater- und Musikaufführungen sowie Ausstellungen von Fotografien und Gemälden. In Berlin hat der Unternehmer und 'Voodoo-Meister' Alain Maurice Bokpe seinen Firmensitz, während der Germanist und Kafka-Forscher Christophe Adjassoho in Wien sein Domizil gefunden hat. Der Friedensaktivist Prinz von Abomey, Claude Kalume wa Mukadi Dah Vignon, wurde mit dem Förderpreis der Stadt München 'Lichtblicke 2012' ausgezeichnet. Der aus Benin stammende Tänzer und Voudou-Priester Koffi Kôkô übernahm  eine Gastprofessur für Tanz und Performance an der Freien Universität Berlin. Der Musiker Kouakou de Souza lebt in Hamburg und gehört zu der Musikkultur auf der Veddel. Die Autorin und frühere Projektkoordinatorin Lena Blaudez schrieb den spannenden Roman 'Spiegelreflex. Ada Simon in Cotonou'. Ein Beispiel privater Entwicklungshilfe ist der außergewöhnliche Lebenslauf des Germanisten Antoine Hounhouenou

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2016 aktualisiert.

Über den Autor

Otto Frick war in mehreren Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Benin und in Togo tätig. Er erstellte Publikationen zu landeskundlichen Themen von Benin und Togo sowie zur Kunst und Kultur Afrikas.

Mitarbeit am Lehrstuhl für Afrikanische Kunst der FU, Referent und Tutor in der Erwachsenenbildung, interkultureller Trainer, Tätigkeiten in der Medien- und Organisationsberatung und als Kurator.

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