Händlerinnen aus Aguégué beim Landen in Porto Novo © Otto Frick
Geschätztes BIP
8,475 Mrd. US-$ (2015, geschätzt)
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität)
2100 US-$ (2015)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
Rang 167 von 188 (2016)
Anteil Armut (nat. Armutsgrenze)
36,2 % (2011)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
43,5
Wirtschaftl. Transformationsindex (BTI)
Rang 79 von 129 (2018)

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Die beninische Wirtschaft ist vor allem von der Landwirtschaft und dem Handel mit den Nachbarländern abhängig. Im industriellen Sektor ist lediglich die Zementherstellung und die Entkernung der Baumwolle erwähnenswert. Die Herstellung einfacherer Gebrauchsgüter oder die Textilindustrie spielen eine untergeordnete Rolle. In den letzten Jahren konnte die industrielle Goldproduktion gesteigert werden und auch die Förderung von Erdöl steht kurz bevor.

Markt in Grand Popo, zeitgenössische Darstellung von 1895
Markt in Grand Popo, zeitgenössische Darstellung von 1895

Rund zwei Drittel aller Beniner arbeiten in der Landwirtschaft und erwirtschaften hier etwa ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes. Baumwolle ist das Hauptexportgut und hat somit den wichtigsten Stellenwert in der beninischen Wirtschaft.

Als Transitland profitiert Benin hauptsächlich über den Hafen beim Handel von Waren. Güter, wie z.B. Gebrauchtwagen, werden von Cotonou aus nach Nigeria, Burkina Faso, Niger und Tschad gehandelt. Genaue Zahlen lassen sich allerdings aufgrund des korrupten Geflechts des Hafensystems nur schwer ermitteln. Schätzungen zufolge werden jedoch 90 % des Wirtschaftsgeschehens dem informellen Sektor zugeschrieben. Der Handel am Straßenrand, Benzinschmuggel und andere Aktivitäten werden in keiner offiziellen Statistik erfasst. Dadurch entgehen dem Staat wichtige Einnahmen, allerdings sichert der informelle Sektor eine Art Grundversorgung. Die Regierung will jedoch den jährlichen Verlust von 120 Milliarden Francs CFA nicht mehr hinnehmen und sagte dem Benzinschmuggel den Kampf an.
Die Energieversorgung Benins ist immer noch sehr stark von Festbrennstoffen wie Feuerholz und Holzkohle abhängig.
Den Stand der beninischen Wirtschaft beschreibt das Wirtschaftsprofil der Weltbank in ihrem "Doing Business Profile" zu Benin, während der Index of Economic Freedom 2017 Benin auf Rang 96 von 180 untersuchten Staaten setzt und Benin somit in die Kategorie der 'mostly unfree' Länder fällt. Die Wirtschaftsstudie von Afrobarometer richtet den Blick auf die Wahrnehmung der Beninerinen und Beniner und das Profil des Beniner Arbeitsmarkts gibt auch Aufschlüsse über den informellen Sektor.

Umschlagplatz von geschmuggeltem Benzin
Umschlagplatz von geschmuggeltem Benzin © T.Przyrembel
Illegaler Benzinverkauf
Illegaler Benzinverkauf © T.Przyrembel

Landwirtschaft und Viehzucht

Der Landwirtschaftssektor in Benin zeigt klimatisch bedingte Unterschiede bei den Produktionsverfahren im Süden, im Zentralteil und im Norden.
Im Süden werden als wichtigste einjährige Kulturen Mais und Maniok angebaut. Dauerkulturen sind Kokospalmen an der Küste und Ölpalmen weiter im Landesinneren. Der Anbau von Ananas zum Export nimmt in den letzten Jahren an Bedeutung zu. Im Zentrum werden alle jährlichen Kulturen angebaut. Hier und im Norden ist der Yams die bedeutendste Knollenfrucht. Hirse (Sorghum und Perlhirse) ist nach Mais die landesweit wichtigste Getreideart und im Norden Grundnahrungsmittel. Reis spielt bei der Getreideproduktion weiterhin eine untergeordnete Rolle. 

Fisch-'Gärten' im Lac Ahémè © Kerstin Schankweiler
Fisch-'Gärten' im Lac Ahémè © Kerstin Schankweiler

Die landwirtschaftliche Produktion ist bei den Nahrungsmittelkulturen auch immer marktorientiert. Yams, Reis, Mais und Maniok werden vor allem in die beninischen Städte, aber auch nach Niger (v.a. Gari, ein Maniokderivat) und Nigeria vermarktet. Für viele Frauen ist die Weiterverarbeitung von Lebensmitteln eine wichtige Einkommensquelle. Die Songhai-Zentren in Benin sind zurzeit die wichtigsten landwirtschaftlichen Großbetriebe. Sie verzichten auf Pestizide und Kunstdünger und führen sämtliche Abfälle zurück in den Produktionskreislauf. Ein kurzer Film stellt eins der Songhai-Zentren vor, die inzwischen auch etliche Nachahmer gefunden haben. 
Der in Frankreich lebende Jungunternehmer Togbédji Ahokpa entwickelte aus dem beninischen 'dèguè' das Produkt 'Les Sérégales', ein Yoghurt aus Hirse und Milch und vermarktet es erfolgreich in Frankreich.

Abtransport der Baumwollernte © T.Przyrembel
Abtransport der Baumwollernte © T.Przyrembel
Dreschen des Sorghums © T.Przyrembel
Dreschen des Sorghums © T.Przyrembel
Palmöl © T.Przyrembel Bild rechts: Etikett für Cashewkerne © Sammlung Otto Frick
Palmöl © T.Przyrembel Bild rechts: Etikett für Cashewkerne © Sammlung Otto Frick

Baumwolle

Die Abhängigkeit von der Baumwolle, die drei Viertel der Exporterlöse erzielt, ist eine der größten Schwächen der beninischen Wirtschaft. Die Weltmarktpreise sind im Keller. Aufgrund von massiven Subventionen vor allem in den USA, fallen die Preise unaufhaltsam, sodass die Baumwolle aus Benin, die ohne künstliche Bewässerung angebaut wird, nicht konkurrenzfähig ist. Angesichts der Baumwollkrise versucht Benin in der sog. Baumwollinitiative, gemeinsam mit Burkina Faso, Niger und Tschad, im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO gegen diese Subventionspolitik vorzugehen, bislang ohne Erfolg. Neben diesen ungünstigen Weltmarktbedingungen gibt es auch eine Reihe hausgemachter Probleme im beninischen Baumwollsektor. Die vorwiegend konventionell angebaute Baumwolle führt in Benin zu gravierenden ökologischen Problemen und zu gesundheitlichen Schäden der Bauern. Zum Einsatz kommen zum Teil hochgiftige Substanzen bei der Bekämpfung der Schädlinge. Biologisch kontrollierter Baumwollanbau gewinnt in Benin zunehmend an Bedeutung, macht aber immer noch einen geringen Teil der Baumwollernte aus. Die Initiative 'Cotton made in Africa', darunter Benin, will afrikanische Baumwolle mithilfe des Qualitätslabels CmiA aus der Anonymität führen und dem Massenmarkt zugänglich machen. Marktgängige umwelt- und sozialorientierte Mindeststandards sollen in der Baumwollproduktion eingeführt werden.

Die Baumwollernten waren in den letzten Jahren von erheblichen Schwankungen betroffen, die auch mit der teilweise undurchsichtigen Teil-Privatisierung des Baumwollsektors zu tun hat. Eine Rekordernte brachte die Kampagne 2004/05 mit 426.000 t. Dieses, angesichts der Abhängigkeit Benins von der Baumwolle, erfreuliche Ergebnis konnte jedoch die strukturellen Defizite des Sektors nicht beseitigen. Seitdem war die Ernte rückläufig und Boni Yayi sah sich bereits gezwungen, den zuständigen Minister auszuwechseln. Zwar konnte die Produktion 2007/08 im Vergleich zum Vorjahr wieder um 12 % gesteigert werden (auf 268.054 t gegenüber 240.618 t.), und für die Kampagne 2014/2015, die mit 115 Milliarden Francs CFA von der westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD finanziert wird, werden 400.000 t angestrebt. Für die neue Kampagne 2015/2016 wird aufgrund von Dürre im Anbaugebiet lediglich mit 324 000 Tonnen gerechnet. Viele Bauern wurden zu spät oder gar nicht für Ihre letzte Ernte bezahlt und weigern sich daher, Baumwolle zu pflanzen. Im Oktober 2007 deuteten sich deshalb zunächst Änderungen in der Organisation des Baumwollsektors an. Die staatliche Baumwollgesellschaft SONAPRA sollte durch eine neue privatisierte Gesellschaft SODECO (Société pour le Développement du Coton) ersetzt werden, die nur noch anteilig in öffentlicher Hand bleiben würde. Trotz Verkündung der Auflösung im Herbst 2007 mussten die Pläne wieder aufgegeben werden. Derzeit ist die weitere Zukunft des Baumwollsektors daher ungewiss.
Die Regierung will eine Reihe von Fördermaßnahmen ergreifen, um die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern, was vor allem die Baumwollproduktion betrifft, wo der Ankaufpreis durch Subventionen die Produzenten entschädigen soll, die im vergangenen Jahr klimabedingte Verluste hinnehmen mussten.

Viehzucht, Tierhaltung und Bodenrecht

Rinderherde im Süden Benins © David Bacon (Samurai Dave) CC BY 2.0
Rinderherde im Süden Benins © David Bacon (Samurai Dave) CC BY 2.0

Neben dem Feldbau ist die Rinderhaltung der Fulbe eine wichtige Landnutzungsform, wobei grob zwei große Gruppen zu unterscheiden sind. Die sesshaften beninischen Fulbe betreiben eine Kombination aus Feldbau und trockenzeitlicher Transhumanz. Grenzüberschreitende Weidewanderungen führen zudem Vollnomaden aus den Nachbarländern Niger und Nigeria nach Benin. Für diese stellen insbesondere die großen unbesiedelten Staatswälder Zentral- und Nordbenins eine wichtige trockenzeitliche Weide- und Wasserreserve dar. 
Die Weidewanderungen der Vollnomaden aus den Nachbarländern sind, wie die verstärkte Zuwanderung von Fulbe des nördlichen Borgous seit den 1970er Jahren, Elemente eines umfassenden Verlagerungsprozesses von Aktionsräumen der Tierhalter Richtung Süden. Notwendig wurde diese Erschließung neuer Weideplätze durch die periodischen Dürrekrisen seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, die Vergrößerung der Herdenstärken sowie durch die staatlich geförderte Ausweitung des Baumwollanbaus in Nordbenin und der damit einhergehenden, partiellen räumlichen Verdrängung der dortigen Rinderhalter. Als Pull-Faktor wirkten die urbanen Zentren des Fleischkonsums in Zentral- und Südbenin, in deren Nähe die Herden verlagert wurden. 
Die Tierhaltung ist extensiv und beschränkt sich neben der Rinderhaltung auf Schweine, Ziegen und Geflügel. Es werden auch die begehrten Agoutis, auch Aulacode genannt, gezüchtet. In einem Filmbericht wird Agrisatch vorgestellt, ein Familiengroßbetrieb, der sich erfolgreich auf Geflügelzucht und Eierproduktion spezialisiert hat. Benin will eine Million Brütlinge in die Binnengewässer aussetzen um dadurch den Fischbestand aufzustocken.
Von zentraler Bedeutung für die Landwirtschaft ist der Umgang mit der Bodenrechtsproblematik in Benin. Die Zusammenhänge zwischen nachhaltiger Ressourcennutzung und Bodenrecht in Benin beschreibt Andreas Neef in seiner Studie. Eine eindrucksvolle Fotoreportage zeigt das Horten von Grundbesitz am Beispiel der Commune de Djidja. Auch Benin ist von der Problematik des Land Grabbings betroffen, wie in dem Aufsatz 'Regierung und Landkorruption' dargestellt wird.

Wirtschaftspolitik

Das frühere sozialistische Benin hat den Transformationsprozess zu einer marktwirtschaftlich ausgerichteten Wirtschaftsordnung weitestgehend abgeschlossen. Noch nicht vollständig privatisiert sind einige wichtige Unternehmen im Bereich Elektrizität, Baumwollsektor, Hafen und Telekommunikation. Auch Reformen wie die Verwaltungs- und Budgetreform sind noch nicht abgeschlossen. 2010 führte Benin einen vertikalen Finanzausgleich und eine neue kommunale Steuer ein. Die 13 privaten Banken konnten zwischen 2013 und 2014 eine Umsatzsteigerung von 15,4 % verzeichnen. In einer Übersicht werden Benins Banken, ihr Kapital und ihre Aktionäre vorgestellt.
Die Liberalisierung weiterer Wirtschaftssektoren sollen weiter vorangetrieben werden. 2009 konnte Benin eine Wachstumsrate von 6 % erreichen, die Inflation lag allerdings bei 8,8 % (2007: 1,3 %). Dennoch ist Benin derzeit fast zahlungsunfähig und somit weiterhin abhängig von ausländischen Budgedhilfen, die 2010 bei 52 Milliarden Euro lagen.
Für das Jahr 2016 rechnet Benin mit einem  Wirtschaftswachstum von 5,8 %. Die Regierung will Maßnahmen ergreifen, um Benin zu einem wichtigen Landwirtschaftsproduzenten zu machen und stellte die Prioritäten der Wirtschaftspolitik für den Zeitraum von 2017 bis 2019 vor. Widersprüchlich erscheint, dass trotz hoher Arbeitslosigkeit, Benin im Landwirtschaftssektor Arbeitskräfte aus den benachbarten Ländern wie Togo holt.
Für eine Armutsminderung wäre bei Benins hohem Bevölkerungswachstum ein Wirtschaftswachstum von mindestens 7 % erforderlich.
Um die diversen Vorhaben im Bereich Infrastruktur und der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu realisieren, musste Benin einen Kredit in Höhe von 111 Milliarden Francs CFA bei der Westafrikanischen Zentralbank BCEAO aufnehmen.

Sparkassengebäude in Form eines Tonkruges in Porto Novo, das die Anweisung von König Guézo 'Si chaque fils du pays, de ses doigts, venait boucher les trous de cette jarre, elle ne laisserait pas échapper l'eau' zitiert © Otto Frick
Sparkassengebäude in Form eines Tonkruges in Porto Novo, das die Anweisung von König Guézo 'Si chaque fils du pays, de ses doigts, venait boucher les trous de cette jarre, elle ne laisserait pas échapper l'eau' zitiert © Otto Frick

Die beninische Regierung bemüht sich weiterhin verstärkt, ausländische Investoren ins Land zu holen, macht es den Unternehmen mit aufwendigen Gründungsverfahren jedoch nicht leicht. Dies gilt auch für lokale Unternehmen. Die Regierung beabsichtigt die handwerkliche Produktion zu steigern.
Auf einem 'Doing Business Ranking Index' der Weltbank, der den Schwierigkeitsgrad in einem Land, ein Unternehmen zu gründen, aufzeigen soll, steht Benin weit abgeschlagen auf Platz 155 von 190 untersuchten Ländern.

Regionale Integration

Die Westafrikanische Francs-Zone (in gelb)
Die Westafrikanische Francs-Zone (in gelb) Quelle: IZF

Benin ist Mitglied in der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS/CEDEAO, deren neuer Präsident der Beniner Marcel Alain De Souza ist, und in der UEMOA, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, deren wichtigstes Organ die Zentralbank der westafrikanischen Staaten BCEAO ist. Die gemeinsame Währung Franc CFA, die bereits 1939 als Kolonialwährung eingeführt wurde, ist fest an den Euro gebunden (1 Euro entspricht ca. 656 Francs CFA). Diese Abhängigkeit von Frankreich wird auch kritisch gesehen, selbst 'Le Monde' sieht den Franc CFA als Bremse für Afrikas Entwicklung. Hilfe bei der Umrechnung von Euro (€) in Francs CFA (XOF) bieten Ihnen verschiedene Währungsumrechner.
Benin ist außerdem über den Transithandel mit der nigerianischen Wirtschaft eng verflochten und von wirtschaftspolitischen Entscheidungen des großen Nachbarn daher nicht unabhängig. Präsident Talon wollte bei seinem ersten Staatsbesuch in Nigeria neben der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit vor allem die wirtschaftliche Kooperation verstärken. Die Abwertung des nigerianischen Naira, bedingt durch den Preisverfall des Rohöls, wird sich empfindlich auf die beninische Wirtschaft auswirken. Die Regierung möchte an der Grenze zu Nigeria einen neuen Markt gründen.
Mit der Elfenbeinküste wurde im Bereich des Zolls eine Zusammenarbeit vereinbart. Die wirtschaftlichen Beziehungen Benins zu Ghana, Togo und Nigeria sollen durch die 2009 gegründete Zone d'Alliance de la Co-Prospérité - ZACOP intensiviert werden.

Im Energiesektor betreibt Benin gemeinsam mit Togo die Communauté Electrique du Bénin (CEB), die den Strom aus dem Wasserkraftwerk von Nangbeto bezieht. Ein weiteres gemeinsames Wasserkraftwerk am Mono bei Adjarala ist geplant und zum Jahresende 2015 erfolgte die Grundsteinlegung durch die beiden Staatspräsidenten. Im März 2015 weihte Präsident Boni Yayi, zusammen mit dem togoischen Präsidenten, ein Umspannwerk in Sokodé ein. Im Oktober 2015 stellte Premierminister Zinsou ein neues Programm für die Stromversorgung vor und schloss mit mehreren ausländischen Firmen Verträge zum Kauf und Verkauf von elektrischem Strom, wobei auch die Stromproduktion erhöht werden soll. Die Regierung gab 5,2 Milliarden Francs CFA für den Kauf von fossilen Brennstoffen aus, um dann die kaputten Stromgeneratoren wieder in Betrieb zu nehmen.

Nigeria sicherte Benin eine Erhöhung der Stromlieferung um 300 Megawatt zu. Die Pipeline des West African Gas Pipeline Project (WAGP) wurde 2007 fertiggestellt und versorgt Bénin, Togo und Ghana mit nigerianischem Erdgas, wobei die Bilanz nicht gerade positiv ausfällt. 

Detailinformationen zur Franc-Zone finden Sie auf der Website der Banque de France. Zur Erhöhung der Investitionen in der CFA-Zone hat die UEMOA, zusammen mit der Communauté Économique et Monétaire de l'Afrique Centrale (CEMAC), die Internetplatform IZF.net geschaffen, auf der potenziellen Investoren für alle Mitgliedsländer eine Fülle von Informationen angeboten werden.

Handel und der Hafen von Cotonou

Hafen von Cotonou © T.Przyrembel
Hafen von Cotonou © T.Przyrembel
Fischerboot im Hafen © T.Przyrembel
Fischerboot im Hafen © T.Przyrembel

Exportiert werden insbesondere Baumwolle und andere landwirtschaftliche Produkte. Importiert werden Nahrungsmittel (Reis), chemische und pharmazeutische Produkte, Maschinen und Investitionsgüter, sowie Energie, die von dem Volta-Staudamm in Ghana produziert und über Togo nach Benin geliefert wird. Neben der Landwirtschaft hängt Benins Wirtschaft vor allem vom Handel mit den Nachbarstaaten ab. Der Dantokpa Markt in Cotonou ist einer der größten Märkte Westafrikas und wichtige Drehscheibe für den Warenverkehr. Abgesehen von den Lebensmitteln gehören die 'Pagnes', die buntbedruckten Stoffe, zu den wichtigsten Handelsgütern auf dem Markt.

Durch den Hafen in Cotonou ist Benin Transitland für Waren nach Niger, Nigeria, Burkina Faso und Tschad. Der Staatshaushalt finanziert sich zu etwa 75 % aus Steuereinnahmen, davon stammen etwa 45 % aus Zolleinnahmen, wovon wiederum rund 80 % allein aus dem Hafen von Cotonou kommen. Als florierender Markt für Gebrauchtwagen gilt Cotonou als Umschlagplatz für die gesamte Region, wurde aber durch übertriebene Zoll- und Überführungsbestimmungen nachhaltig geschädigt. Die französische Firma HAROPA will sich im Hafen von Cotonou niederlassen. Ein neuer, moderner Tiefseehafen soll in Sèmè-Podji, 20 km östlich von Cotonou entstehen.
Viele Beobachter, wie der renommierte Soziologe und Parlamentarier Dr. Bako Arifari, sprechen von einem komplexen System institutionalisierter Korruption der Zollbehörden am Hafen. Demnach habe die jährliche Unterschlagung durch den Zoll am Hafen ein Volumen von 75 bis 90 Millionen Euro, die ganz normale tägliche Unterschlagung eines einfachen Zöllners liege bei etwa 1200 Euro. Die Regierung Boni Yayis bemühte sich im Rahmen der Korruptionsbekämpfung um eine deutliche Änderung der Zustände am Hafen.
Neben dem offiziellen Handel über den Hafen, gehören Reexporte und der informelle Handel sowie Schmuggel, vor allem mit dem Nachbarn Nigeria, von dessen konjunktureller Entwicklung Benin stark abhängt, zu den wichtigsten Stützen der Wirtschaft. Nigeria ist aber in letzter Zeit nicht mehr gewillt, die meist illegalen Importe aus Benin zu dulden und hat ein Importverbot für viele Produkte verhängt. Schließungen der Grenze von nur wenigen Tagen durch die nigerianischen Behörden wirken sich sofort negativ auf die Wirtschaft Benins aus.
Wirtschaftsdaten zum Außenhandel Benins bietet GTAI - Germany Trade & Invest und Zahlen zum Import und Export finden Sie im Medienatlas des Observatory of Economic Complexity. Für die deutsche Wirtschaft spielt Benin als Handelspartner eine eher marginale Rolle, denn es stand im Jahr 2016 an 146. Stelle von insgesamt 239 Handelspartnern. 

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Armut und Armutsbekämpfung

Armut im ländlichen Milieu © T. Przyrembel
Armut im ländlichen Milieu © T. Przyrembel

Benin ist eines der ärmsten Länder der Welt und nimmt im HDI Ranking (Human Development Index) der Vereinten Nationen von 2016 den 167. Platz von 188 Ländern ein. Das Land ist von den G8-Staaten 1999 auf die Liste der HIPC (Heavily Indebted Poor Countries) gesetzt worden und gehört zu den Ländern, die sich zur Armutsminderung einem Programm des IWF und der Weltbank (PRSP) unterworfen haben. Etwa ein Drittel der Beniner lebt in extremer Armut, die Wirtschaft ist stark von Weltmarktpreisen für Baumwolle abhängig, Analphabetismus und Bildungsschwäche behindern die wirtschaftliche Entwicklung. Armutsbekämpfung ist nicht nur ein zentrales Wahlversprechen und Thema des aktuellen Präsidenten Boni Yayi, sondern steht auch im Zentrum der Politik vieler Geberländer und internationaler Partner Benins. Im September 2015 musste jedoch Präsident Boni Yayi eingestehen, dass die Armut während seiner Regierungszeit gestiegen ist.

Von den acht Milleniums-Entwicklungszielen für 2015 hat Benin größtenteils die Ziele nicht erreicht. Lediglich der allgemeine Zugang zur Grundschulbildung wurde 2015 erreicht. Im letzten nationalen Fortschrittsreport werden die einzelnen Ziele detailliert geschildert. Für die Zeit nach 2015 wurden 17 neue nachhaltige Entwicklungsziele formuliert. Im Weltrisikobericht von 2015 nahm Benin mit einer Gefährdung von 11,41 % noch den Rang 24 von 171 Ländern weltweit ein und gehört somit zu den Ländern mit einem sehr hohen Katastrophenrisiko. Der Weltrisikobericht 2016 verzeichnet Benin weiter verschlechtert auf Rang 23 (von 171).

Die weltweite Preissteigerung von Nahrungsmitteln im Frühjahr 2008 hatte sich in auch Benin bemerkbar gemacht und verschlechterte die Lage der Armen zusätzlich. So leiden z.B. die Fischer und Anwohner vom Lac Ahémé unter extremer Armut, da die Fischbestände durch zunehmende Versandung der Wasserläufe stark zurück gingen. Zumindest Einzelmaßnahmen zur Armutsreduzierung versprechen Erfolge, so soll z.B. ein neuer Reisofen dazu beitragen, das Einkommen von Frauen zu verdoppeln. Der Beniner Filmemacher Idrissou Mora-Kpaï organisierte Workshops, um Dokumentarfilme zur Sensibilisierung beim Landaufkauf und zur Nahrungsmittelsicherheit zu produzieren.

Seit 2002 verfolgt die Regierung Benins ein Armutsbekämpfungsprogramm. Im Rahmen der HIPC-Entschuldungsinitiative kam es dadurch 2003 zu Schuldernerleichterungen. Ein weiteres Strategiepapier zur Armutsreduktion wurde 2007 verabschiedet. (Stratégie de Croissance pour la Réduction de la Pauvreté). Fünf Bereiche sollen gefördert werden: Förderung des Wachstums, Entwicklung der Infrastrukturen, Stärkung des Humankapitals, Förderung guter Regierungsführung und ausgewogene und nachhaltige Landesentwicklung. Das Papier ermöglichte weitere Entschuldung und ist Grundlage für die Zusammenarbeit mit IWF und Weltbank. Die Möglichkeiten zur Institutionalisierung der formulierten Strategien zur Armutsbekämpfung werden dagegen sehr kritisch beurteilt. Trotz intensiver Bemühungen der Geberländer ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, die Armut nennenswert zu reduzieren. Mit dem raschen Bevölkerungswachstum müsste ein Wirtschaftswachstum von über sieben Prozent einhergehen. Trotz Rückgang in der Nahrungsmittelproduktion ist das Landwirtschaftsministerium optimistisch, was die Ernährungssicherung betrifft.

Im November 2014 stellte Präsident Boni Yayi ein neues Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vor, das von der Weltbank mit 35 Mio. US$ gefördert wird. Bereits mehr als Hunderttausend Jugendliche konnten von dem Programm 'Business Promotion Center (BPC)' profitieren. Im Januar 2016 veröffentlichte die Regierung ein Kommuniqué, in dem sie eine Milliarde Francs CFA für die Zémidjanfahrer zur Verfügung stellen will, damit sie sich zu Arbeitskräften in der Landwirtschaft umschulen lassen, oder auch Ersatzteile oder gar neue Motorräder kaufen können. Weitere Informationen über die wirtschaftlichen Ziele und die Strategien zu ihrer Erreichung finden Sie auf den Seiten des Wirtschaftsministerium Benins.

Die seit dem Demokratisierungsprozess verstärkt in das Land fließenden Gelder der Entwicklungszusammenarbeit haben eine überaus rege Szene von Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit rund 6.000 Nichtregierungsorganisationen entstehen lassen. Dabei handelt es sich wie in anderen Erdteilen auch nicht unbedingt immer um gemeinnützige Vereinigungen zum Wohle von Nichtmitgliedern, sondern sehr oft um Entwicklungsconsultings, die der Einkommensgenerierung ihrer Mitglieder dienen. Laut Schätzungen des 'ehemaligen' Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) sind von diesen Entwicklungsconsultings nur 20 % ernstzunehmende Anbieter. Die Entwicklungsconsultings reagieren auf die Entwicklungsmoden der Geber und beherrschen das einschlägige Vokabular.

Ausländische Entwicklungsanstrengungen und Institutionen

"Malgré tout", eine Installation von Dominique Zinkpè. Der Patient Afrika liegt auf dem Krankenbett und wird von Infusionen (IWF, Weltbank, G 8 etc.) ernährt, wobei einige der Infusionen am Patienten vorbei und in die am Boden liegenden Infusionsflasch
"Malgré tout", eine Installation von Dominique Zinkpè. Der Patient Afrika liegt auf dem Krankenbett und wird von Infusionen (IWF, Weltbank, G 8 etc.) ernährt, wobei einige der Infusionen am Patienten vorbei und in die am Boden liegenden Infusionsflaschen zurückfließen. Foto: © Christian Hanussek

Wichtige multilaterale Geber sind Weltbank, UNDP, International Fund for Agricultural Development (IFAD), Europäischer Entwicklungsfond und die Banque Ouest Africaine de Développement (BOAD). Der landwirtschaftliche Entwicklungsfond der Vereinten Nationen (FIDA) will Benin mit knapp 50 Mio. US Dollar im Bereich Landwirtschaft und Ernährungssicherung unterstützen.

Wichtige Partner der bilateralen EZ sind Frankreich mit der AFD, Deutschland (s.u.), die Schweiz mit der DEZA und Helvetas und auch privaten Initiativen, die Niederlande mit SNV und die USA mit USAID, Peace Corps und weiteren Institutionen. Die Niederlande hatten im Mai 2015 ihre EZ mit Benin eingestellt, nachdem 4 Mio. Euro, die für die Trinkwasserversorgung vorgesehen waren, 'verdunstet' sind. Im Oktober 2015 wurde die Zusammenarbeit wieder aufgenommen. 'Le Monde' berichtete über den schwierigen Kampf gegen die Unterschlagung von Entwicklungshilfegeldern.

Benins zehn wichtigste Geber der Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit
Benins zehn wichtigste Geber der Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit. © OECD: Aid at a glance charts by recipient

Ein anderer wichtiger Geber ist die VR China, die schon seit vielen Jahren in Benin aktiv ist und die 2016 die Kooperation mit Benin noch verstärkt hat. China wird auch die Renovierung des 'Stade de l'amitié Général Matthieu Kérékou' unterstützen. Neue Akteure, wie z.B. Südkorea kommen hinzu, aber auch die Süd-Süd-Zusammenarbeit nimmt zu, wie das Beispiel des Coworking im IT-Bereich zeigt.

Auf der Website des Directory of Development Organizations finden Sie eine Liste mit verschiedenen Organisationen, die in Benin in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind.

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen in Benin

Die Schwerpunkte der deutsch-beninischen Zusammenarbeit sind folgendermaßen definiert:


Deutschland
 ist mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Zivilen Friedensdienst und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vertreten. Im Juli 2016 fanden in Cotonou bilaterale Verhandlungen zur Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Benin statt. Daraufhin wurden Benin bei den Regierungsverhandlungen im September 2016 insgesamt 69.9 Mio. Euro für den Zeitraum von 2017 bis 2019 zugesagt.

Die deutschen politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung  und Hanns-Seidel-Stiftung sind mit jeweils einem Büro in Cotonou vertreten. Die Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitet zu Benin innerhalb ihres Regionalprogramms "Politischer Dialog Westafrika" (PDWA).

Im Januar 2016 war Entwicklungsminister Gerd Müller zu Besuch in Benin und sagte 20 Mio. Euro für landwirtschaftliche Innovationen zu. Die vom Bundesentwicklungsministerium geförderte 'African Cashew Initiative', zu der auch Benin gehört, wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgezeichnet. 

Neben diesen Akteuren der EZ gibt es eine ganze Reihe an privaten Hilfsorganisationen, wie z.B. Baobab e.V. oder das Türkische Bildungs- und Studienzentrum, die meistens im sozialen, kulturellen und/oder karitativen Bereich tätig sind und auch Firmen, wie beispielsweise Tchibo, die sich sozial engagieren.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2017 aktualisiert.

Autor

Otto Frick, † 03. Oktober 2016

arbeitete neun Jahre in Togo, leitete ein Atelier für visuelle Kommunikation und war in mehreren Projekten der EZ in Benin und Togo tätig. Er erstellte Publikationen zu landeskundlichen Themen Togos und Benins und zur Kunst und Kultur Afrikas, war Trainer für Interkulturelle Kommunikation und als Landestrainer in der Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes von Fach- und Führungskräften tätig.

Otto Frick verstarb an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Lomé/Togo.
Wir verlieren mit ihm einen engagierten, einfühlsamen und sympathischen Mitstreiter und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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