bedeutendste Religion
Katholizismus ca. 64,6 % (2010)
weitere bedeutende Religion
Pfingstkirchen 25%; Afro-brasilianische Religion
Städtische Bevölkerung
84,9 % (2013)
Lebenserwartung
73,3 Jahre (2013)

Makrosoziale Struktur

Johann Moritz Rugendas (1802-1858)

Regionalkulturen

Die Nordregion wird von den Bundestaaten Amazonas, Pará, Acre, Rondônia, Roraima, Amapá und Tocantins gebildet und liegt größtenteils im Amazonas-Becken. Die beiden wichtigsten Städte Amazoniens sind Manaus (Hauptstadt des Staates Amazonas) und Belém (Hauptstadt von Parás). Zahlreiche Flüsse bewässern dieses Gebiet, das als das größte Süßwasserreservoir der Erde gilt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die Region für die gesamte Wirtschaft Brasiliens bedeutungslos. Gegen 1870 begann der Kautschukboom in Amazonien aufgrund der Nachfrage dieses Produktes in der Welt und damit die interne Migration. Die Bevölkerungszahl wuchs um das Sechsfache von 1850 bis zum Zusammenbruch der Kautschukwirtschaft im Jahre 1910. 

Seit den 1960er Jahren wurden mehrere staatliche und private Projekte ins Leben gerufen, um das Potential des Amazonasgebiets auszuschöpfen. Diese brachten und bringen nach wie vor große Sozial- und Umweltprobleme mit sich.

Der Nordosten erhebt den Anspruch, die Wiege der brasilianischen Kultur zu sein. Tatsächlich handelt es sich um die historisch älteste Region, die in den Jahrhunderten nach der Entdeckung (1500) das Zentrum des portugiesischen Siedlungsprojekts in Amerika bildete. Insgesamt umfasst der Nordosten heute neun Bundesstaaten. Politisch und wirtschaftlich tonangebend sind aber Bahia, Pernambuco und Ceará.

Salvador da Bahia.
Salvador da Bahia. © Julian Faust


Der Nordosten lässt sich vereinfacht gesagt in zwei sehr ungleiche Kulturregionen einteilen: die fruchtbare Küstenregion und das halbtrockene Hinterland, das von  Dürreperioden heimgesucht wird und früher von Subsistenzlandwirtschaft und -tierzucht dominiert wurde. Beide Regionen sind ethnisch und kulturell völlig anders geprägt. An der Küste ist der Einfluss der afro-brasilianischen Kultur sehr stark während im Hinterland die Mischung aus indianischen und portugiesischen Einflüssen eine eigene Kultur des Sertanejo begründet hat. Aus dem Nordosten kommen bis heute wichtige Impulse für die brasilianische Kulturindustrie. Dies gilt vor allem für den musikalischen Bereich.

Johann Moritz Rugendas (1802-1858), Minas Gerais
Johann Moritz Rugendas, Zückermühle
Johann Moritz Rugendas, Ilhéus, Bahia

Der Südosten stieg in mehreren Etappen zum wirtschaftlichen Entwicklungszentrum des Landes auf. Ein erster Anstoß wurde durch die lang ersehnten Goldfunde im heutigen Bundesstaat Minas Gerais ausgelöst, die im Laufe des 18. Jahrhunderts eine Migrationsbewegung in diese Hinterlandregion auslöste und dort einen neuen Siedlungsschwerpunkt in der sonst ausschließlich küstenorientierten portugiesischen Kolonie entstehen ließen. Noch heute bieten die barocken Kleinstädte der Region südlich der Landeshauptstadt Belo Horizonte viele touristische Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit. Den endgültigen Durchbruch brachte der schnell wachsende Kaffeeexport seit Ende des 19. Jahrhunderts. Um die Jahrhundertwende machte der Export der Kaffeebohnen 2/3 der brasilianischen Exporte aus. Der Bundesstaat São Paulo, in dem sich die Kaffeeplantagen immer weiter ins Hinterland ausweiteten, wurde bald zur "Lokomotive" der brasilianischen Wirtschaft. Er hat diese Rolle auch beibehalten, als sich das Schwergewicht der Entwicklung im Laufe des 20. Jahrhunderts vom landwirtschaftlichen auf den industriellen Bereich verlagerte. Die Industrialisierung des Landes seit den 1930er Jahren erfolgte vor allem entlang der Achse Rio de Janeiro-São Paulo, wo sich auch heute noch die Hälfte der brasilianischen Industrieproduktion konzentriert.

In Zusammenhang mit dem Kaffeeboom fand in der brasilianischen Wirtschaft auch die wichtige Umstellung von der Sklavenwirtschaft auf die Beschäftigung von freien Lohnarbeiternstatt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts kamen hauptsächlich Italiener, Portugiesen und Spanier als Arbeitskräfte nach Brasilien. In geringerer Zahl auch Polen, Deutsche und Russen. Später folgte noch ein größeres Kontingent japanischer Einwanderer. Millionen von Einwanderern kamen in den Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende nach Brasilien, fast alle landeten im Bundesstaat São Paulo. Aus dieser Zeit hat die Landeshauptstadt São Paulo ihren kosmopolitischen Charakter geerbt, den sie bis heute beibehält.

Jüngere Entwicklungen setzen der gesellschaftlichen Integrationskraft der Städte eher Grenzen. So kommt es im Zusammenhang mit den andauernden gesellschaftlichen Ungleichheiten zur Selbsteinkapselung der Mittel- und Oberschicht in geschlossenen Wohnanlagen oder sogar hermetisch abgeriegelten Kleinstädten. Auch hat gerade São Paulo unter den Folgen der Umweltzerstörung zu leiden und versucht seit Jahren, seinen total verschmutzten Hausfluss Tietê vor der Zerstörung zu retten.

Mit der Einweihung Brasilias 1960 verlor Rio de Janeiro seine Hauptstadtfunktion. Trotzdem stellt die zweitgrößte Stadt des Landes mit ihren 10 Millionen Einwohnern weiterhin ein bedeutendes kulturelles Zentrum dar. Rio ist nicht nur von majestätischer Naturschönheit: Seit der Umsiedlung des portugiesischen Hofes von Lissabon dorthin im Jahre 1808, wurde Rio Sitz des portugiesischen Königreichs und gewann damit an Stadtplanung und staatlichen Gebäuden. Die UNESCO hat im Juli 2012 die kulturelle Landschaft der Stadt Rio zum Weltkulturerbe erklärt.

Am bekanntesten im Mittelwesten sind die beiden Ikonen des Pantanal und der Bundeshauptstadt Brasilia, geprägt von der monumentalen Bauten Oscar Niemeyers.In der Region des Cerrado hat sich eine extensive Agroindustrie etabliert, die inzwischen einen bedeutenden Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion erreicht hat. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch der Sojaanbau. Allerdings mussten bisher auch hier langfristige ökologische Gesichtspunkte hinter kurzfristiger ökonomischer Nutzenmaximierung zurücktreten.

Brasilia.
Brasília. © Julian Faust
Kunstmuseum, Niterói. © Julain Faust
Kunstmuseum, Niterói. © Julain Faust


Der entscheidende Anlauf zur Besiedlung des Südens erfolgte im 19. Jahrhundert. Die brasilianische Regierung heuerte europäische Siedler zur Erschließung und Besetzung der noch weitgehend unerschlossenen Landstriche an. Berichte der Einwanderer über die in der neuen Heimat zu bewältigenden Hindernisse sind bis heute beeindruckend. Diese Initiative, in deren Folge vor allem Polen, Schweizer, Deutsche und Italiener aus Europa nach Südbrasilien umsiedelte, hat bis heute prägenden Einfluss auf die Region hinterlassen. Viele Gebäude in den Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul sind im europäischen Stil gebaut. Die Menschen halten die Traditionen ihres Herkunftslandes zum Teil bis heute unverändert aufrecht. Die Religionsgemeinschaften spielten dabei eine entscheidende Rolle. Zuweilen spricht man in einzelnen Dörfern sogar noch die Heimatsprache. Das Oktoberfest im Süden ist inzwischen eines der Sinnbilder dieser Neubesinnung auf die europäischen Wurzeln und außerdem ein tourismusträchtiges Unternehmen.

Einwanderung in Brasilien
Einwanderung in Brasilien. © Geografia para Todos.

Ethnien: Benachteiligung Schwarzer und Indigener Völker

Jean Baptiste Debret (1768-1848)

Verschiedene Gruppen sind in Brasilien besonders benachteiligt. Vor allem die Schwarzen und Indigenen gehören zu den sozial Schwächsten. Regionen mit besonderen Problemen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung sind der Nordosten und die Amazonasregion.

Die Benachteiligung der Schwarzen hat tiefe Wurzeln in der brasilianischen Geschichte. Sie zeigt sich heute allerdings kaum mehr in einer offenen Form der Segregation oder Diskriminierung. Die Vermischung zwischen Schwarz und Weiß ist heute so stark, dass es kaum noch möglich ist, die Menschen der Hautfarbe nach eindeutig zuzuordnen. Nach den offiziellen Statistiken, die auf der Selbsteinschätzung der eigenen Hautfarbe durch die Bürger beruhen, nimmt der Anteil der Mestizen ständig zu. Das schwarze Erbe wird in vielen Familien als ein Schandfleck angesehen und verleugnet. Die Schwarzen und Dunkelhäutigen sind vor allem in der Unterschicht der brasilianischen Gesellschaft anzutreffen. Ihr Einkommen ist geringer, ihr Bildungsniveau niedriger, ihre Lebenschancen schlechter. Die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe und Benachteiligung aufgrund der Zugehörigkeit zur Unterschicht sind im Alltag oft nur schwer zu trennen. Dennoch ist die politische und kulturelle Bewegung der Schwarzen zur Einforderung von mehr Chancengleichheit eher schwach ausgeprägt. Eine bewusste staatliche Politik der Regierung Lula versuchte durch die Hochschulreform von 2006 dieser Diskriminierung Einhalt zu gebieten: durch Quotenregelung in die Bundesuniversitäten (Universidades Federais) für Afrobrasilianer, Indianer und für Schüler, die eine staatliche Schule besucht haben. Außerdem wurde die "Secretaria de Estado Especial para Políticas de Promoção da Igualdade Racial" (Staatliche Sekretariat für die Politikbeförderung der Rassengleichheit) gegründet.

Auch andere Gruppen leiden in Brasilien unter Vorurteilen oder Benachteiligungen. Dazu gehören zum einen die Indigenen, die an den neuen Siedlungsgrenzen im Landesinneren von den Siedlern, Holzfällern oder Goldsuchern oftmals brutal verdrängt werden. Die Vorstellung, dass Brasilien aus einer Vermischung von indianischen Ureinwohnern und portugiesischen Siedlern hervorgegangen sei, spielte in der brasilianischen Kultur immer eine wichtige Rolle. In Literatur und Kunst gibt es bis heute immer wieder eine Tendenz zur romantischen Verklärung der Indianer. In der Praxis aber wurden die Lebensgrundlagen der ehemaligen Urbevölkerung schrittweise zerstört, so dass nur ein Bruchteil bis heute überlebt hat.

Die Demarkation geschützter Indianergebiete ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Schutz der besonderen Lebensgrundlagen der zerstreuten Indianerstämme. Sie stößt jedoch oft auf den Widerstand von Großgrundbesitzern, der Holzindustrie oder Bergbaugesellschaften, welche die Regierung und die Indianerbehörde FUNAI (Fundação Nacional do índio) unter Druck setzen. Die etwa 896.900 Indianer (im Jahr 1500 waren sie ca. 5 Mio.) haben natürlich auch unter demokratischen Vorzeichen numerisch kein Gewicht in dem Land mit über 100 Millionen Wählern. Da aber der symbolische Wert der Erhaltung dieser Kulturen groß ist, spielt die nationale und internationale Öffentlichkeit eine zentrale Rolle für bedrohte Völker, wie beispielsweise die Xukuru im Bundesstaat Pernambuco. Heute leben in Brasilien rund 900.000 Indigene in etwa 240 Völkern und verschiedene Initiativen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kirche engagieren sich in Solidarität mit diesen bedrohten Völkern. Eine der wichtigsten Institutionen ist der Indianermissionsrat CIMI, welcher der katholischen Bischofskonferenz unterstellt ist.

Klassenstruktur und Einkommensverteilung

Lebenserwartung.
Lebenserwartung. © Geografia para Todos.

Zu Recht ist Brasilien international als eines der Länder mit der ungerechtesten Besitz- und Einkommensverteilung bekannt. Dies lässt sich deutlich an der Verteilung des Einkommens auf die Bevölkerung ablesen. Auf die 10% der Bevölkerung, die am besten verdienen, entfällt praktisch die Hälfte des Volkseinkommens, während sich die ärmere Hälfte der Bevölkerung etwa 10% des Volkseinkommens teilen muss. Anders gesagt: im Jahr 2007  betrug das Gesamteinkommen von 1% der wohlhabenden Bevölkerung, 50% des Einkommens der bedürftigen Bevölkerung.  

Auch die absoluten Zahlen über die Einkommensgruppen sind ernüchternd. Knapp zwei Drittel der brasilianischen Lohnempfänger verdienen bis zu zwei Mindestlöhnen, müssen also mit umgerechnet circa 460 Euro im Monat auskommen. Ein knappes Viertel verdient sogar nur die Hälfte. Auch hier schwanken die Zahlen beträchtlich zwischen den einzelnen Regionen. In den urbanen Zentren schlug sich diese soziale Kluft seit Beginn der Industrialisierung im Entstehen von so genannten Favelas nieder. Diese ursprünglich illegalen Armutssiedlungen, zuletzt unter der Militärdiktatur vom Abriss und Umsiedlung bedroht, führen bis heute ein Paria-Dasein am Rande der Gesellschaft. Seit Jahren bemühen sich verschiedene Programme, die Favelas wieder an das offizielle Leben der Stadt heranzuführen. Dem Statistischen Bundesamt IBGE zufolge leben 12,4 Mio. Brasilianer unter prekären Wohnverhältnissen in 16.433 Favelas.

Die Migration aus dem ärmeren Nordosten in den Südosten war eine Konstante im 20. Jahrhundert. Die Arbeitsmigranten lebten am Rande der Großstädte und bildeten dort in der Zeit des industriellen Aufbaus das riesige Arbeitskräftereservoir, mit dem der rasche wirtschaftliche Aufbau über ein halbes Jahrhundert hinweg bestritten wurde. Als ungelernte Arbeitskräfte sind sie vor allem im Baugewerbe und bei anderen schweren körperlichen Tätigkeiten anzutreffen. Sie sind mit ihrer besonderen Kultur und Sitte geradezu Gastarbeiter im eigenen Land. Die Familien ziehen oft erst nach einiger Zeit in den Süden nach.  

Im 20. Jahrhundert konnte trotz zahlreicher staatlicher Programme das regionale Entwicklungsgefälle zwischen dem armen Nordosten und dem wohlhabenden Süden und Südosten nicht aufgehoben werden. Die Lebenserwartung liegt dort in einzelnen Gebieten unter 40 Jahren. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Brasiliens wohnt heute im Nordosten. Die Region ist aber auch politisch nach wie vor von der Herrschaft einzelner Familienclans gekennzeichnet.

Ungleichheit auf dem Land

Dieses Bild von der sozialen Ungleichheit wiederholt sich bei einem Blick auf die Landverteilung in Brasilien. Die Kleinst- und Kleinbetriebe bis 20 ha, die etwa zwei Drittel aller Betriebe ausmachen, bewirtschaften nur weniger als 6% der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Den Großbetrieben mit mehr als 500 ha hingegen gehören fast zwei Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Gerade auf dem Land liefern die Auseinandersetzungen um die Besitzverteilung großen sozialen Sprengstoff. Nachdem die wichtigsten Anläufe zu einer Agrarreform gescheitert sind, hat sich das Heer von landlosen Tagelöhnern und ehemaligen Kleinbauern in zahlreichen Basisorganisationen zusammengeschlossen und besetzt auf eigene Faust brachliegende Großfarmen.

Die Landlosenbewegung (1984 gegründet) erhält Unterstützung von verschiedenen Seiten. Unter anderem von der brasilianischen katholischen Bischofskonferenz. Die wichtigste Landlosenorganisation Movimento dos Sem-Terra (MST) brachte die Regierung schon in der Vergangenheit durch spektakuläre Landbesetzungen immer wieder in Handlungszwang. Diese verwies auf die Ergebnisse der Landverteilung im Rahmen staatlicher Enteignungs- und Ansiedlungsprogramme. Auf der anderen Seite heuern die Landbesitzer zum Teil eigene Schutztruppen an. In den letzten Jahren sind in diesen Auseinandersetzungen zahlreiche Aktivisten von Landlosenorganisationen ums Leben gekommen - besonders im Bundesstaat Pará. Die Lage im Hinblick auf die Landverteilung ist sehr gespannt. Unter der Regierung Lulas hat die Landlosenbewegung zunächst ihre Besetzungspolitik zeitweilig eingestellt, aber das war schell vorbei. Am Ende seiner ersten Amtszeit nach vier Jahren, wurden 350.000 Familien angesiedelt, weniger als die 115.000 Familien jährlich, die der Präsident selbst versprochen hat.

Gleichstellung der Geschlechter

Frauen haben, obwohl formal gleichberechtigt, immer noch einen schweren Stand in der brasilianischen Gesellschaft. Gerade in ärmeren Schichten sind sie oft für den Unterhalt der ganzen Familie zuständig. Zur Kontrolle der Gewalt gegen Frauen werden immer mehr Polizeireviere für Frauenfragen eingerichtet. Die Ungleichheit bezieht sich sowohl auf den häuslichen Bereich als auch auf den Arbeitsplatz. Frauen aus der Unterschicht sind oft als Hausangestellte bei der Mittel- und Oberschicht tätig. In den städtischen Zentren erobern Frauen schrittweise die klassischen Männerdomänen. Der Regierung Lula hat die “Secretáriade Estado Especial de Política para as Mulheres” (Staatssekretariat für Frauenpolitik) etabliert um die Frauensituation zu verbessern.

Randgruppe Straßenkinder

Auch Kinder stellen teilweise eine sozial benachteiligte Gruppe dar. Die Straßenkinder in Brasilien, deren Situation immer wieder internationale Aufmerksamkeit erregt, sind kaum organisiert. Eine andere traurige Facette der Armut zeigt sich in der Kinderarbeit in Brasilien. Diese Ausnutzung billiger Arbeitskraft verhindert meist geregelten Schulbesuch und verstellt damit Lebenschancen.

Bildung

Schul- und Berufsbildung

Das brasilianische Bildungssystem ist dreistufig aufgebaut. Schulpflicht besteht für die Volksschule (Ensino Fundamental), die 8 Schuljahre umfaßt. Danach gibt es als zweite Stufe eine dreijährige weiterführende Schule (Ensino Médio), die Voraussetzung zur Zulassung zur Hochschule ist. Die Aufnahme in eine Universität erfolgt nach einer weiteren Eingangsprüfung (vestibular). Das Qualitätsniveau dieser aufeinander aufbauenden Bildungsstufen steigt bei den öffentlichen Schulen nach oben hin. In die Volksschulen wurde bis vor einigen Jahren am wenigsten investiert. Das öffentliche Grundbildungswesen ist deshalb heute zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. Deswegen schickt die Mittel- und Oberschicht ihre Kinder, wenn irgend möglich, auf eine private Schule.

Seit 2001 wurde das Programm "Bolsa Escola" in ganz Brasilien eingeführt, das 2003 in das Programm "Bolsa Família" von Präsident Lula integriert wurde. Familien mit niedrigem Einkommen erhalten eine staatliche Beihilfe für jedes Kind, das die Schule regelmäßig besucht. Durch dieses Programm ist zumindest die Zahl der Schulkinder angestiegen. Andere Maßnahmen, um die Bildungsqualität zu verbessern, werden zur Zeit ergriffen.

Die Berufsausbildung und die Erwachsenenbildung nehmen im brasilianischen Bildungssystem nur eine geringe Bedeutung ein. Die praktische Aus- und Weiterbildung erfolgt innerbetrieblich oder in Zusammenarbeit mit den von Industrie und Handel finanzierten Ausbildungsinstitutionen. 

Hochschule

Im Hinblick auf das brasilianische Hochschulwesen kehrt sich das Bild um. In die staatlichen Universitäten wurde in den letzten Jahrzehnten stark investiert, so dass sie eine sehr gute Ausstattung aufweisen und meist ein höheres Ansehen als die privaten Institutionen genießen. In jüngster Zeit wandelt sich dieses Bild jedoch, da auch hier notwendige Investitionen ausbleiben um den erreichten Qualitätsstandard zu halten. Der Anteil der privaten Bildungsstätten, der bei der Grundbildung sehr gering ist, umfasst bei den Hochschulen bereits etwa 2/3 aller Studenten. Auch in der Forschung macht Brasilien große Anstrengungen, sich auf Weltniveau vorzuarbeiten. Der Staat, aber in wachsendem Maße auch die Privatindustrie, setzt dabei vor allem auf angewandte  Forschung.

Seit Februar 2002 wurden zwischen Deutschland und Brasilien verschiedene Programme in mehreren Bereichen initiert, wie z.B. Partnerschaftsprojekte zwischen deutschen und brasilianischen Hochschulen (UNIBRAL) und wissenschaftlich-technische Initiativen in der Hochtechnologie.

Gesundheit und Sozialwesen

Staatliche und private Gesundheitsversorgung

Ein wichtiger Bereich zur Bewertung der sozialen Lage in Brasilien ist das Gesundheits- und Rentensystem. Obgleich Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchschnittlich zusammen etwa 20% der Löhne und Gehälter an die staatliche Sozialkasse abführen, befinden sich die Renten- und Gesundheitsversorgung in einer finanziellen Krise. Erst in den 1970-er Jahren war der Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung auf die ganze Bevölkerung ausgedehnt worden. Zuvor waren die Beschäftigten über einzelne Berufskassen versichert, deren ärztlichen Versorgung stark einkommensabhängig war. Wer nicht in den formellen Arbeitsmarkt eingebunden war, blieb auf karitative Gesundheitsorganisationen angewiesen. Mit der Neuorganisation hatte im Prinzip die ganze Bevölkerung unabhängig von Beschäftigung und Versicherungsstatus Zugang zur Krankenversorgung.

Seit den 1980-er Jahren ist die Qualität des staatlichen Gesundheitssystems sehr stark gesunken. Viele öffentliche Krankenhäuser verfügen nicht mehr über die notwendigen Materialien zur Versorgung der Patienten. Manche mussten sogar wegen fehlender Mittel schließen. Für diese Missstände sind zum einen sinkende Investitionen verantwortlich, zum anderen aber auch Misswirtschaft und Korruption. In vielen Krankenhäusern wurden Skandale aufgedeckt, weil nicht durchgeführte Leistungen in großem Stil abgerechnet wurden. Durch ein umfassendes Dezentralisierungsprogramm werden diese dunklen Löcher im Gesundheitssystem langsam gestopft.

In der Praxis ist das öffentliche Gesundheitssystem zunehmend nur noch für die Ärmsten der Armen zuständig. Mittel- und Oberschicht weichen auf private Krankenversicherungen aus, die in den letzten Jahren ihren Marktanteil stark ausgeweitet haben. Auch viele Betriebe schließen für ihre Beschäftigten Versicherungspakete mit privaten Versicherungen ab.

Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Deutsch-brasilianisches Sozialversicherungsabkommen ist am 1. Mai 2013 in Kraft getreten.

Kultur

Johann Moritz Rugendas (1802-1858), Capoeira

Kulturelle Identitäten

Die brasilianische Gesellschaftist in ihrem Ursprung eine Verschmelzung von drei großen ethnischen Gruppen: die Ureinwohner, Portugiesen und Schwarzafrikaner, die ab ca. 1538 bis 1850 als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden. Im 19. Jahrhundert, durch die Einwanderung von Europäern, besonders nach Süd- und Südostbrasilien, entstand eine kulturell bunte Gesellschaft. Das Land hat Millionen von Immigranten aufgenommen, die Mehrheit aus den Deutschen Bundesländern (heute leben ca. 2 Mio. Deutschstämmige in Brasilien), Italien, Spanien, Portugal, Polen, aber auch aus Japan. (Letztere Gruppe beträgt heute ca. 1% der brasilianischen Bevölkerung) sowie aus dem mittleren Osten, z.B. Syrien und Libanon.  Für diese Neuankömmlinge war es in der großen Mehrzahl kein Problem, von den Brasilianern akzeptiert zu werden. Die Immigranten wurden immer auch als Träger von Zivilisation und Fortschritt gesehen. Das Zentrum der Massenimmigration war im 20. Jahrhundert São Paulo. Die Stadt hat deshalb bis heute eine weitgehend multikulturelle Prägung. Die einzelnen ethnischen Gruppen lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Nur im Süden des Landes haben sich die einzelnen europäischen Einwandererkolonien stärker abgekapselt und sind bis heute in ihrer nationalen Prägung sehr stark präsent. 

Die Brasilianer, das kann man ohne Umschweife sagen, sind ausgesprochen ausländerfreundlich. Auch gibt es im Land keine offenen Konflikte zwischen verschiedenen nationalen Gruppen. Das Selbstbildnis der Brasilianer ist das einer Mestizengesellschaft, in der verschiedene Einflüsse zu einer neuen Kultur eingeschmolzen wurden. Allerdings melden sich in jüngerer Zeit Stimmen, die dieses Idealbild kritisch unter die Lupe nehmen. Auch brasilianische Künstler und Intellektuelle setzen sich bis heute immer wieder mit dieser paradoxen Mischung aus Toleranz und Rassismus auseinander.

Kunst, Kulturindustrie und Volkskultur

Die vielfältigen kulturellen Traditionen Brasiliens manifestieren sich in Musik, Literatur, Architektur und den bildenden Künsten. Zu den international bekannten Klassikern der brasilianischen Kunst gehört sicher Cândido Portinari (1903-62). Internationalisierung und kommerzielle Vermarktung prägen auch die brasilianische Gegenwartskunst nachhaltig.

Längst ist die brasilianische Musikszene nicht mehr zu beschreiben mit den klangvollen Stimmungen der Bossa Nova und den anspruchsvollen Texten von Vertretern der Tropicalia-Bewegung wie Caetano Veloso. Brasiliens Rockmusik mit Wurzeln in den rebellischen 80er Jahren wurden Längst von der Plattenindustrie vereinnahmt. Nach einer anfänglichen Boomzeit haben sich ein knappes Dutzend Gruppen auf dem nationalen Musikmarkt konsolidiert. Gegenwärtig mischt aber eine neue Generation von musikalischen Rebellen aus der Unterschicht die brasilianische Mittelklasse in São Paulo und Rio de Janeiro mit gewaltstrotzender Rap-Musik auf. Aber auch andere Musikrichtungen wie Funk und Hip-Hop sind in Brasilien inzwischen verwurzelt.

Die afro-brasilianische Gruppe Olodum versucht ihre Musik mit sozialer Jugendarbeit in ihrer Heimatstadt Salvador da Bahia zu verbinden. Angesichts des heute unbestreitbaren internationalen Renommees der brasilianischen Musik ist es auch interessant, einen Blick zurück auf ihre Geschichte im 20. Jahrhundert zu werfen.

Neben der brasilianischen Kulturindustrie behauptet sich auch die brasilianische Volkskultur in ihrem jeweiligen lokalen Kolorit. Dazu gehören Figuren, die auf der mündlichen Erzähltradition beruhen, wie etwa die Koboldfigur Saci Pererê. Aber auch körperbetonte Traditionen wie die afro-brasilianische Kampfsportart Capoeira gehören zur Volkskultur und haben einen gewissen Stellenwert als kultureller Exportartikel gewonnen. Und natürlich der weltbekannte brasilianische Karneval, der nur hier an letzter Stelle steht. Er wird in Rio de Janeiro, Salvador und Recife in sehr unterschiedlichem lokalen Kolorit gefeiert.

Fernseh- und Filmproduktion

Die Fernsehproduktion ist längst zu einem der wichtigsten Zugpferde der brasilianischen Kulturindustrie avanciert. Das Fernsehen ist in Brasilien unbestritten das wichtigste Informations- und Unterhaltungsmedium. Der Mediengigant Rede Globo dominiert seit Jahrzehnten den Markt der Unterhaltungsindustrie. Die brasilianischen Telenovelas sind inzwischen zu einem Exportschlager geworden. Durch den außerordentlichen Beliebtheitsgrad der Telenovelas in allen Schichten der brasilianischen Bevölkerung haben diese einen tief greifenden Einfluss auf die öffentliche Meinung - was sich zum Guten wie zum Schlechten auswirken kann. Diese Machtkonzentration auf einen Fernsehkanal wirkt bis heute auch auf die politische Berichterstattung. Aufgebaut wurde der Konzern unter der Zeit der Militärdiktatur von dem Medienmogul Roberto Marinho. Bis heute ist Rede Globo politisch eher verhalten und tendiert dazu, sich mit der jeweiligen Regierung möglichst gut zu stellen. Das gilt meist auch in umgekehrter Richtung.

Trotz des kreativen Anfangs mit dem Cinema Novo in den 60ern hatte die Filmproduktion in Brasilien bis in die 80er Jahre hinein quantitativ eine Randstellung im Kulturbetrieb. Wichtige sozialkritische Filme stammen aus den 70er und 80er Jahren. Tizuka Yamasaki, die bei beiden als Regieassistentin gearbeitet hatte, drehte bereits 1979 ihren ersten Spielfilm Gaijin - Caminhos da liberdade, der sich mit der Identitätssuche der japanischen Immigranten in Brasilien beschäftigt. Peter Schumanns Handbuch des brasilianischen Films (1988) gibt einen Überblick über die brasilianische Filmszene.  

Erst in den 90ern kam es auch in Folge gezielter staatlicher Filmförderung zu einem Boom in der nationalen Filmindustrie. Der Erfolg in Form internationaler Nominierungen und Prämierungen, wie im Falle von Walter Salles Central do Brasil/Central Station (1998) ließ nicht auf sich warten. Bis in die jüngere Zeit hat das brasilianische Kino mit neuen Filmen wie Breitengrad Null (Toni Venturi, 1999), Crónicamente inviável (Sérgio Binachi, 1999), Bossa Nova (Bruno Barreto, 1999), Eu tu eles/Darlenes Männer (Andrucha Waddington, 2000), Domésticas/Maids (Fernando Meirelles, Nando Olival, 2001), Cidade de Deus/City of God (Fernando Meirelles, 2002), Tropa de Elitedes Regisseurs José Padilha aus dem Jahr 2007  und verschiedenen Literaturverfilmungen, wie Memórias Postumas de Bras Cubas/Die Memoiren des Bras Cubas (André Klotzel, 2000), nach dem gleichnamigen Roman von Machado de Assis, immer wieder seine Schaffenskraft unter Beweis gestellt.

Die neuen elektronischen Medien (Kabelfernsehen, Internet) haben eine rasche Verbreitung gefunden in Brasilien. Gerade öffentliche Institutionen stellen in rasch zunehmendem Maße Informationen und Dienstleistungen über das Netz zur Verfügung. So können die Steuererklärungen von den Bürgern bereits seit Jahren per Internet bearbeitet und abgeschickt werden. Auch die Wahlkabinen sind in Brasilien inzwischen zu 100% mit elektronischen Urnen ausgestattet und die Auszählung erfolgt über das Netz. In einem Land mit den kontinentalen Ausmaßen Brasiliens bieten sich aber auch Organisationen der Zivilgesellschaft neue Möglichkeiten durch vernetztes und koordiniertes Handeln auf nationaler Ebene. Im Moment stellen die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in Brasilien aber noch um ein Medium dar, das nur Wenigen zur Verfügung steht. Kritiker befürchten, dass es zu einer neue Barriere zwischen Arm und Reich (digital divide) kommen kann. 

Literatur

"Fitinhas do Bonfim". © Julian Faust
"Fitinhas do Bonfim". © Julian Faust

Der Buch- und Zeitschriftenmarkt ist stark gewachsen, nachdem mit dem Ende der Diktatur auch die Begrenzungen durch Zensur gefallen sind. Dennoch beschränkt sich der Lesekonsum immer noch weitgehend auf die Mittel- und Oberschicht. Die Buchbiennale, die jedes Jahr in verschiedenen Städten Brasiliens stattfindet, markiert den Höhepunkt des Jahres für den Printmarkt. Klassiker der brasilianischen Literatur wie Machado de Assis, Guimarães Rosa, Jorge Amado, Clarice Lispector, Graciliano Ramos, Érico Verissímo, Rachel de Queiroz oder João Ubaldo Ribeiro sind auch dem deutschen Lesepublikum längst ein Begriff. Letzterer hat mit Viva o povo brasileiro eines der bekanntesten Werke der brasilianischen Literatur in Deutschland geschaffen. Der Bestsellerautor Paulo Coelho hat weit über Brasilien hinaus Erfolg. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und erreichten auch im Ausland Spitzenauflagen. Schwerer haben es vor einem deutschen Lesepublikum Klassiker der brasilianischen Literatur wie, Guimarães Rosa oder Lima Barreto, der sich vor knapp einem Jahrhundert literarisch mit der Nationswerdung Brasiliens auseinandersetzte.
 
Einige Autoren, deren Werke 2013 auf Deutsch erschienen sind: 

- Daniel Galera

- Luiz Ruffato

- Paulo Lins

- João Paulo Cuenca

- Andréa del Fuego

- Bernardo Kucinski 

- Adriana Lisboa 

- Edney Silvestre

Religion

Círio de Nazaré - Madonna Prozession in Belem do Pará, Belém do Pará.
Círio de Nazaré - Madonna Prozession in Belem do Pará. © Roberto Carvalho.

Veränderungen in Brasiliens religiöser Landschaft

Brasilien wurde bis jetzt als das größte katholische Land der Welt betrachtet, aber die evangelischen Glaubensgemeinschaften und Pfingstkirchen gewinnen immer mehr an Boden. Sie benutzen dafür eine sehr geschicktes Marketing, Heilsversprechen und Show-Messen. Dem IBGE zufolge, werden die Evangelikalen 50% der Bevölkerung des Landes im Jahr 2022 repräsentieren, wenn die jetztige Entwicklung weitergeht, und wird so die größte religiöse Gruppe sein. Bei der Volkszählung 2000, die auch Auskunft über die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung gegeben hat, zählten sich noch 73% zu den Katholiken.

Viele sahen in der Politisierung auch einen Grund für den wachsenden Einfluss der protestantischen Kirchen und Sekten in Brasilien, besonders die aus der USA stammenden Pfingstkirchen und „Neopfingstlern“ (Neopentescostais). Ein anderer Grund ist der Mangel an „Bürokratie“ bei der Evangelikalen. Jeder kann eine Kirche gründen und die Bibel nach seiner Interpretation prägen. Deswegen haben die Brasilianer schon 120 Kirchen mit verschiedenen Namen gegründet.

Tatsächlich stand die katholische Kirche in Brasilien schon in der Vergangenheit immer wieder vor der Frage, wie sie mit den afro-brasilianischen und spiritistischen Religionspraktiken umgehen sollte, die sich dem katholischen Glauben nicht offen entgegenstellten, sondern diesen mit eigenen Vorstellungen und Praktiken zu neuen religiösen Ausdrucksformen verschmolzen. Viele Untersuchungen widmeten sich bereits diesen synkretistischen religiösen Phänomenen in Brasilien. Die afro-brasilianischen Religionen des Candomblé, Umbanda und Macumba benutzten in der Zeit religiöser Intoleranz und kultureller Repression in der Vergangenheit den Katholizismus als eine Hülle, hinter der sie weiterhin ihre eigenen Gottheiten (Orixás) ehren konnte.

Auch andere Formen der Religiosität, wie beispielsweise der Kardezismus (auch Spiritismus) aus dem 19. Jahrhundert machten in Brasilien schneller Karriere als anderswo. Die Schriften von Allan Kardec (1804-69), der Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich eine eigene Theorie an der Grenze zwischen Wissenschaftsphilosophie und Religion entwickelte, fanden in Brasilien bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasche Verbreitung.

Die Praxis der Volksreligiösitat ist in Brasilien bis heute geprägt von diesen synkretistischen Glaubensformen, der eines der Fundamente von kulturellen Verschmelzungsprozessen in Einwanderungsgesellschaften darstellt.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde im November 2016 zum letzten Mal aktualisiert.

Autorin

Débora Bendocchi Alves, Dr. phil., geboren 1959 in Brasilien. Studium der Geschichte und Pädagogik. Dozentin für brasilianische Geschichte an der Iberischen und Lateinamerikanischen Abt. des Historischen Seminars der Universität zu Köln.

Für Anregung und Kommentare wäre ich Ihnen dankbar.

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