Spiel auf dem Land, © Eva Biele
Währung
Burundi-Franc (BIF)
Wechselkurs
2138,8 Burundi-Franc = 1 Euro (08.03.2020)
Zeitzone
UTC + 2
Landesvorwahl (Telefon)
+257
Klima (für Gitega)
Tropisches Äquatorialklima, höhenreduziert

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Bei der Botschaft der Republik Burundi in Berlin kann man das für die Einreise benötigte Visum beantragen. Man braucht dazu diverse Dokumente; auch Kinder brauchen z.B. einen eigenen Reisepass mit Foto. Genauere Informationen zu den Einreisebestimmungen erteilt das Auswärtige Amt. Die Ausstellung eines Visums am Flughafen ist nicht möglich, doch wer auf dem Landweg z.B. aus Ruanda einreist, kann an der Grenze ein Visum beantragen bzw. erhalten. Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern. Rechtsverbindliche Informationen zu den Einreisebestimmungen erhält man nur unmittelbar bei der Botschaft in Berlin oder dem Honorarkonsulat in Stuttgart. In Bujumbura gibt es eine deutsche Botschaft

Blick auf Bujumbura, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Blick auf Bujumbura, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Bujumbura bei Nacht, © G. Herrmann
Bujumbura bei Nacht, © G. Herrmann

Wohnen und Versorgung

Das Zentrum von Bujumbura 2017, © Eliane Uwitonze
Das Zentrum von Bujumbura 2017, © Eliane Uwitonze

Bujumbura

In Bujumbura wohnen die meisten der vorübergehenden Residenten aus Europa, den USA oder Kanada. Das Klima ist relativ heiß und oftmals schwül aufgrund der Lage zum Tanganjikasee. Häuser für Ausländer werden relativ teuer vermietet. Die Lebenshaltungskosten in Bujumbura waren lange im Vergleich zu Kigali/Ruanda relativ niedrig, steigen jedoch seit einiger Zeit und hatten 2014 denselben Stand erreicht. Als neuer Bürger Burundis in Bujumbura lohnt es sich, verschiedene Seiten von Expat-Communities zu nutzen. Finanziell gut ausgestattete burundische Familien konzentrieren sich auf das Stadtzentrum, aber auch auf die benachbarten, kühleren Hänge rund um die Hauptstadt. Bujumbura war bis 2014 in 13 sogenannte Kommunen aufgeteilt, die wiederum Viertel ("Quartiers") beherbergten. Seit 2014 hat man im Zuge der Dezentralisierung 3 Megazonen - Nordbujumbura, Südbujumbura und Bujumbura-Zentrum - geschaffen. Vor allem die Viertel Rohero und Kinindo werden von Weißen bzw. Expats bewohnt, da sie auch relativ zentrumsnah liegen. Im Viertel Gihosha - zu den Hängen hin gebaut, und auch in Musaga (im Süden Bujumburas) wurden in letzter Zeit Raubüberfälle gemeldet. Das Viertel Cibitoke ist seit 2015 im Rahmen der Proteste gegen Präsident Nkurunziza als sehr gefährlich einzuschätzen. Die ehemalig rein ethnisch separierten Viertel wie Kamenge (Hutu-Viertel) oder Ngagara (Tutsi-Viertel) sind nicht mehr gefährlich, beherbergen doch eine konfliktreiche Vergangenheit (1993 - 2003) und werden deshalb wenn möglich auch von vermögenden Residenten oder reicheren Burundern gemieden. Es ist in der Regel möglich, die Entfernungen von den einzelnen Vierteln zum Zentrum innerhalb von 5-20 Minuten mit dem Auto oder einem Taxi-Motorrad zurückzulegen. Taxi-Motorräder sind in den Randvierteln Bujumburas, nicht jedoch im Zentrum der Stadt, erlaubt. Autofahren ist für den geübten Fahrer unproblematisch. Allerdings häufen sich in letzter Zeit Staus auf der Fahrt ins Zentrum. Der Bau neuer Verkehrsachsen soll hier Abhilfe schaffen. Die Zahl der Hotels und Restaurants in Bujumbura und Umgebung ist groß und unübersichtlich. Es empfiehlt sich der französische Reiseführer "petit futé" Burundi zum Nachschlagen.

Einkaufen und Alltag

Grundnahrungsmittel kann man überall einkaufen, am einfachsten auf Gemüsemärkten. Die lokalen Lebensmittel sind für europäische Verhältnisse preiswert. Im Norden Burundis findet man eine große Auswahl verschiedener Gemüsesorten, die auch auf der Straße sehr schön arrangiert verkauft werden. Importwaren, die in größeren Hotels und Supermärkten angeboten werden, sind dagegen sehr teuer. Als Supermärkte in Bujumbura sind zu nennen: Goshen, Burundi Trade Center, Alimentation International, Belladone. Bei Im- und Exporten ist Burundi auf die Transportwege über seine Nachbarstaaten angewiesen. Touristische Waren werden in Bujumbura angeboten.
Bujumbura verfügt über eine Reihe guter Hotels, z.B. das Sun Safari Club Hotel, und Restaurants mit afrikanisch-europäischer Küche, die ebenfalls teuer sind (Bujumbura: Oasis, Restaurant Chinois, Le Safran, Isango, Tandoor, le Baobab, Le Kasuku, Chez André u.a.). Auch Geschäfte mit Shopping-Center-Charakter findet man: Rusca Plazza, Le Parisien, Dmitri Supermarket). Als Adressen für das Nachtleben in Bujumbura kommen Chez Ruhara, Club Eden du Lac, Havana Club oder Le Braisière in Frage. Am Wochenende kann man am Strand des Tanganjikasees entspannen. Hier gibt es einige Strandbars und Hotels, z. B. das Hotel du Lac Tanganjika. Bujumbura ist bekannt für abwechslungsreiche Sportmöglichkeiten. Andere Adressen für Unterkunftsmöglichkeiten in Burundi, Aktivitäten und touristische Attraktionen findet man im Petit Futé Burundi. Reisen nach Burundi sind interessant, aber ein touristisches Ziel im klassischen Sinne ist das Land nicht. 

Zur Verständigung in Kirundi (u.a. auf den Märkten hilfreich) bietet sich ein Online-Wörterbuch Englisch-Kirundi an. Auch ist es gut, sich einige Standardsätze in Kirundi zu merken; die Burunder freuen sich darüber.  

Kirchen

In Burundi sind viele Kirchen und religiöse Gemeinschaften aktiv, beispielsweise in Bujumbura die Regina Mundi Cathédral, den Mont Sion, die Holy Trinity Church, die Living Church of Jabe, das Center Pentecostal Ntahangwa (Protestantische Kirche), das Islamic Center (Muslimisch), die Pfingstkirche und das Hellenic Center (Orthodoxe Kirche). 

Krankenhäuser und Schulen

Aufgrund des desolaten Gesundheitssystems in Burundi können Patienten nur auf wenige relativ gut ausgestattete und funktionierende Krankenhäuser zurückgreifen. Dazu gehört das Hôpital Roi Khaled oder die Polyclinique Centrale in Bujumbura. Die meisten Krankenhäuser arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Mit Unterstützung externer Finanzgeber sollen die Krankenstationen in Gitega und in anderen größeren Städten ausgebaut werden. Es gibt v.a. in Bujumbura eine Reihe weiterer Krankenstationen bzw. Ärzte, an die man sich wenden kann. Bei schwierigen oder ungeklärten Krankheiten wendet man sich am besten an die deutsche Botschaft.

Die Sekundarschulen, die häufig von Ausländern besucht werden, sind die Ecole Belge und die Ecole Française mit gutem schulischen Niveau ähnlich dem europäischen. Andere Sekundarschulen in Bujumbura wären die Ecole St. Michel, das Lycée International, die Ecole Indépendante, das Lycée du Saint Esprit, das Lycée St. Gabriel, das Lycée St. Albert, die Eden International School, die Burundi American International Academy und eine Reihe weiterer Privatschulen und Sekundarschulen mit hauptsächlich burundischen Schülern.  

Verkehr in Bujumbura, © Anastase Munezero
Verkehr in Bujumbura, © Anastase Munezero
Sicht auf Bujumburas Straßen, © Mheidegger (Hubert Schonberg) (CC BY-SA 3.0)
Sicht auf Bujumburas Straßen, © Mheidegger (Hubert Schonberg) (CC BY-SA 3.0)
Strandleben in Bujumbura, © Maurice Bugabekazi
Strandleben in Bujumbura, © Maurice Bugabekazi
Bujumbura, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Bujumbura, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Die Kathedrale von Bujumbura, © The Advocacy Project (CC BY-NC-SA 2.0)
Die Kathedrale von Bujumbura, © The Advocacy Project (CC BY-NC-SA 2.0)
Die Griechisch - Orthodoxe Kirche in Bujumbura, © The Advocacy Project (CC BY-NC-SA 2.0)
Die Griechisch - Orthodoxe Kirche in Bujumbura, © The Advocacy Project (CC BY-NC-SA 2.0)

Geld

Die offizielle Landeswährung Burundis ist der Burundi-Franc. Er ist in Centimes unterteilt, 100 Centimes haben einen Wert von einem Franc. Diese kleinere Währung wird allerdings in der Praxis heute aufgrund der geringen Wertigkeit des Burundi-Franc gegenüber den Leitwährungen so gut wie gar nicht mehr verwendet. 1000 Burundi-Franc haben einen Gegenwert von rund 0,50 Euro. Aus diesem Grunde gibt es auch nur zwei Münzen, nämlich mit einem Wert von 1 und 5 Francs. Die Banknoten sind in Werten von 10, 20, 50, 100, 500, 1000, 2000, 5000 und 10000 Burundi-Francs erhältlich. Der ISO-Code für den Burundi-Franc ist BIF. Fremdwährungen können am Flughafen, in den Banken in Bujumbura und in großen Hotels umgetauscht werden. Kreditkarten werden nur vereinzelt in größeren Hotels akzeptiert, daher sollte man immer auch Bargeld mitnehmen. Geldtransfer über größere Transferorganisationen, auch z.B. über Western Union ist möglich. Die ansässigen Banken sind beispielsweise die BCB, die INTERBANK, die FINBANK, die ECOBANK, die BANCOBU oder die BBCI. Es gibt zahlreiche Geldautomaten für nationale Geldgeschäfte, aber nur wenige für internationalen Währungstransfer. Dazu gehören Standorte der BCB und der Interbank im Zentrum von Bujumbura. Es ist geplant, den Zugang zu finanziellen Ressourcen - auch der ärmeren Bevölkerung - zu verbessern. Relativ problemlos kann man in einer der zahlreichen Banken ein Bankkonto eröffnen, z.B. bei der ECOBANK. 

Geldtausch an der Grenze Ruanda-Burundi in Akanyaru, © Eva Biele
Geldtausch an der Grenze Ruanda-Burundi in Akanyaru, © Eva Biele
Markt auf dem Land, © Eva Biele
Markt auf dem Land, © Eva Biele
Bujumbura bei Nacht, © Peter Eichenauer  (CC BY-NC-SA 2.0)
Bujumbura bei Nacht, © Peter Eichenauer (CC BY-NC-SA 2.0)
An der Grenze zu Ruanda kann man an der Straße vielfach frisches Gemüse kaufen, © Eva Biele
An der Grenze zu Ruanda kann man an der Straße vielfach frisches Gemüse kaufen, © Eva Biele

Wohnen in anderen Städten

Gitega

Gitega ist die zweitgrößte Stadt Burundis und liegt im Zentrum des Landes, ca. 60 km östlich von Bujumbura. Die Lage hat die Stadt einst zur Königsstadt gemacht. Mit ca. 23.000 Einwohnern ist Gitega viel kleiner und auch bedeutungsärmer als Bujumbura. Die Straße Bujumbura-Gitega ist relativ gut, sodass man für die Strecke ca. 2 Stunden braucht. Gitega hat ein recht großes Distriktgefängnis und ehemalige Kolonialbauten im Zentrum, das sich seit Jahrzehnten nicht sehr stark verändert hat. Gitega ist Zentrum der römisch-katholischen Erzdiözese des Erzbistums Gitega. Doch die Armut ist spürbar: die Landwirtschaft betreibende Bevölkerung lebt von der Hand in den Mund, es existieren bis heute keine funktionsfähigen Krankenhäuser, die Schulen haben große Probleme mit Infrastruktur und Lehrermangel. Es gibt einige aktive Hilfsorganisationen sowie Pläne einer Straßenerneuerung nach Ngozi. Ende 2018 hat die burundische Regierung erklärt, Gitega zur neuen Hauptstadt Burundis zu machen; Bujumbura bleibt vorerst wirtschaftliches Zentrum. Für den Umzug sind drei Jahre angesetzt. Einige Ministerien und der Senat sind Mitte 2019 bereits umgezogen. Aufgrund der mangelnden Infrastruktur wird der Umzug kritisiert

Gitega, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Gitega, © Dave Proffer (CC BY 2.0)
Neuer Präsidentenpalast in Gitega, Dezember 2019, © I.Reinl
Neuer Präsidentenpalast in Gitega, Dezember 2019, © I.Reinl
Nyanza-Lac, © Eva Biele
Nyanza-Lac, © Eva Biele

Nyanza-Lac

Im Süden von Burundi, idyllisch am Tanganijka-See gelegen, befindet sich Nyanza-Lac. Die Ortschaft gehört zur Provinz Makamba, in der es immer noch viele Flüchtlingslager gibt. Nyanza-Lac hat v.a. touristische Bedeutung.

Ngozi

Ngozi ist eine Stadt im Norden von Burundi und die Hauptstadt der Provinz Ngozi. Es gibt eine 1999 gegründete Universität, was die Stadt regional bedeutend macht. Im Zuge der regionalen Entwicklung der verarmten Nordprovinzen Burundis führt die Regierung hier verstärkt eine wirtschaftliche Aufwertung durch. 2012 wurde in Ngozi ein industrieller Zweig der Brauerei Brarudi errichtet, der hauptsächlich Säfte und Wasser produziert.

Ngozi, © Laurette Biashare
Ngozi, © Laurette Biashare
Universität von Ngozi, © Xavier Damman (CC BY-NC-ND 2.0)
Universität von Ngozi, © Xavier Damman (CC BY-NC-ND 2.0)

Essen und Trinken

Amandazi, frittierte Teigbällchen, sind eine Spezialität Burundis, © Eliane Rusanganwa
Amandazi, frittierte Teigbällchen, sind eine Spezialität Burundis, © Eliane Rusanganwa
Traditionelles Essen, © Eva Biele
Traditionelles Essen, © Eva Biele

Die burundische Küche ist nicht sehr reichhaltig. Trotz eines geringeren Angebotes auf dem Land kann man abwechslungsreich essen. Als Hauptnahrungsmittel gelten kohlenhydratreiche Grundlagen wie Maniok, Hirse, Kochbananen, Süßkartoffeln, Mais, Bohnen und Reis. Maniok, Hirse und Mais werden häufig zu Brei gekocht und zusammen mit Gemüse gegessen. Brei kann man auch in eleganteren Restaurants mit den Fingern essen. Vor dem Essen wird dann traditionell ein Krug mit warmem Wasser und Seife zum Händewaschen herumgereicht. Bohnen sind als pflanzlicher Eiweiß- und Eisenlieferant von großer Bedeutung - v.a. für Kinder. Milchprodukte findet man wenig in Burundi - frische Kuhmilch wird schnell verbraucht, die Käseherstellung hat keine Tradition. Andere Milchprodukte wie Quark und Joghurt werden importiert. Auf dem Land ist oftmals die fehlende Strom- und damit Kühlmöglichkeit ein Hindernis bei der Lagerung und dem Verkauf von Milchprodukten, die schnell und leicht verderblich sind. Fleisch ist von untergeordneter Bedeutung, da sich in Burundi nur wenige Menschen Ziegen und/ oder Rinder/Milchkühe halten können, der Bestand soll aber ausgebaut werden, um mehr Menschen eine ausreichende Eiweißversorgung zu bieten. Verbreitet und beliebt ist ein meist aus Ziegenfleisch hergestellter Fleischspieß - die Brochette. Sie ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt, in Bujumbura gibt es viele Brochette-Anbieter. Ziegenfleisch wird von allen Fleischsorten am meisten gegessen.
Eine landestypische Spezialität ist gebratener Ndagara-Fisch aus dem Tanganjikasee, ebenso wie Agatoki, frittierter Fisch mit Bananen. Maniokblätter werden zu Gemüse gekocht und gegessen, Amaranth ebenso. Die belgische Kolonialmacht hat auch die Tradition des Frittierens nach Burundi gebracht: Pommes frites werden oft gegessen. Traditionell, kulturell und auch wirtschaftlich von Bedeutung ist der Konsum von Bananenbier (Pombe in Ostafrika), in Burundi "urwagwa" genannt. Der Herstellungsprozess ist vielen Einwohnern Burundis vertraut. Bananenbier wird bei festlichen Anlässen zusammen aus einem Krug - traditionell mit langen Strohhalmen - getrunken. Dieser Brauch stärkt die soziale Gemeinschaft. Der Brauch wurde früher nach Frauen und Männern getrennt - das ist heute vielfach nicht mehr so. Auch Sorghumbier ist von Bedeutung (impeke). Industriell werden v.a. Amstel Beer und Primus-Beer hergestellt, die von der Bevölkerung - die es sich leisten kann - sehr geschätzt werden. Bier war in den Bürgerkriegsjahren auch als Droge und Aufputschmittel bedeutsam; die Bierbrauerei in Bujumbura extrem gut bewacht. Bis heute hat die Bierindustrie keine Absatzprobleme. Bananen sind ein wesentliches landwirtschaftliches Produkt - sowohl als festes Nahrungsmittel als auch als Grundlage des Bananenbiers. Kochbananen und süße Bananen erweitern den Speiseplan, wohingegen für die Herstellung von Bananenbier nur für diesen Zweck angebaute "Bierbananen" verwendet werden. 
In Bujumbura gibt es viele verschiedene Restaurants, die traditionelle wie auch internationale Gerichte anbieten. Häufig sind internationale Restaurants sehr teuer und werden daher fast nur von "Expats" - internationalen Fachkräften - besucht.

Amstelbier und Brochette als sehr häufig angebotener Snack, © Alain Nshiminije
Amstelbier und Brochette als sehr häufig angebotener Snack, © Alain Nshiminije
Mittagessen einer wohlhabenden Familie mit Kindern in Bujumbura, © Eva Biele
Mittagessen einer wohlhabenden Familie mit Kindern in Bujumbura, © Eva Biele
Mittagessen in einem öffentlichen Buffet-Restaurant, © Aimable Ndimenyaminya
Mittagessen in einem öffentlichen Buffet-Restaurant, © Aimable Ndimenyaminya
Bananenbier, eigentlich ein Wein aus Bananen, ist ein bedeutsames Getränk in Burundi, © Eva Biele
Bananenbier, eigentlich ein Wein aus Bananen, ist ein bedeutsames Getränk in Burundi, © Eva Biele
Zubereitung des Abendessen auf dem Land,  © Eva Biele
Zubereitung des Abendessen auf dem Land, © Eva Biele
Essen im Viertel mit Freunden, © Alain Dyumishigije
Essen im Viertel mit Freunden, © Alain Dyumishigije

Reisen im Land

Die Straßen sind bis auf die Hauptstraßen oftmals schlecht, obwohl mehrere Projekte zur Infrastrukturverbesserung bestehen. Auch gibt es Verordnungen (le code routière) sowohl für Autos als auch für Motorräder und Fahrräder, aber häufig werden sie nicht oder nur unzureichend beachtet und bei Verstößen nicht geahndet. Das sollte sich 2014 ändern, aber bisher sind noch keine Gesetze umgesetzt worden. Bei guten Straßen ist die Verkehrssicherheit durch schnell fahrende Autos und/oder extrem langsam fahrende Lastwagen bzw. die dadurch zustande kommenden riskanten Überholmanöver oftmals schlecht ausgebildeter Autofahrer gefährdet. Auch voll besetzte Busse fahren oft mit überhöhter Geschwindigkeit und sind in ihrer technischen Ausrüstung nicht mehr sicher. Es kommt zu vielen Unfällen. Die Verkehrssicherheit ist extrem schlecht und verschlechtert sich stetig. Da das medizinische System keine oder wenig Notfallhilfe erlaubt, sind oftmals Schwerverletzte und Tote die Folge. Auch Starkregen und Hangrutschungen sind für schwierige Straßenverhältnisse verantwortlich. Nach 18 Uhr sollte man in Burundi wegen der Überfallgefahr nicht unterwegs sein. Seit 2012 liegt der im Straßenverkehr erlaubte Alkoholgehalt im Blut bei 0,40 Promille, Telefonieren am Steuer ist verboten.

Die Einreise z.B. von Ruanda aus ist mit dem Bus unproblematisch. Mehrere Busunternehmen in Kigali bieten die Fahrt nach Bujumbura an (z.B. Volcano, Belvédère, Yahoo, Jaguar, Horizon), die ca. 6 Stunden dauert. Die Busse fahren entweder über die Grenze in Kayanza via Butare (Südruanda) oder über die Bugesera in Ruanda (Kirundo-Gasenyi), wobei die Grenzstation im Südosten Ruandas weniger Zeit in Anspruch zu nehmen scheint.

In Bujumbura kann man Motorradtaxis und auch Autotaxis in Anspruch nehmen. Auch Fahrradtaxis stehen zur Verfügung. Busse fahren auch von Bujumbura in die burundischen Städte. Die Busfahrten können häufig als recht abenteuerlich bezeichnet werden.

Pläne einer Eisenbahnstrecke Burundi - Ruanda - Tansania existieren seit 2011. Der Bau sollte 2016 abgeschlossen sein. Die Pläne sind jedoch schon mehrfach verschoben worden. 2012 sprach man noch von einer Fertigstellung in 2014. 2016 wollte sich China an der Finanzierung beteiligen. Anfang 2017 schienen sich die Akteure zu einigen. Neuere Aktivitäten bleiben abzuwarten. Von der Eisenbahnstrecke und der besseren Anbindung an den Hafen von Dar-es-Salaam verspricht man sich v.a. einen Aufschwung der wirtschaftlichen Entwicklung in Burundi. Inwieweit und in welcher Größenordnung auch Personen die Eisenbahn werden nutzen können, steht noch nicht fest.

Unfall auf der Straße zwischen Kayanza und Bujumbura, © Anastase Munezero
Unfall auf der Straße zwischen Kayanza und Bujumbura, © Anastase Munezero
Fahrräder in Ngozi, © Eva Biele
Fahrräder in Ngozi, © Eva Biele
Der Bananentransport auf ländlichen Straßen ist häufig gefährlich für die Fahrradfahrer selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer, © International Institute of Tropical Agriculture (CC BY-NC 2.0)
Der Bananentransport auf ländlichen Straßen ist häufig gefährlich für die Fahrradfahrer selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer, © International Institute of Tropical Agriculture (CC BY-NC 2.0)
Transport in Burundi, © I. Reinl
Transport in Burundi, © I. Reinl

Sicher und gesund in Burundi

Kriminalität und Sicherheitslage

Aktuell ist die Sicherheitslage in Burundi aufgrund der instabilen innenpolitischen, wirtschaftlichen und kritischen menschenrechtlichen Lage unübersichtlich und angespannt. In der Hauptstadt Bujumbura kann es jederzeit zu gewaltsamen, politisch motivierten Auseinandersetzungen kommen. Gezielte Angriffe auf Angehörige des Regimes und der Sicherheitskräfte sowie Akteure der Zivilgesellschaft mit Schusswechseln und Angriffe unter Einsatz von Kriegswaffen können ohne Vorwarnung ausbrechen. Der Prozess der Normalisierung und der nationalen Versöhnung bleibt schwierig, auch wenn die Regierung Initiativen zeigt, die Kriminalität einzuschränken und die Justiz zu stärken.

Die Kriminalität und die Gefahr von gewaltsamen Übergriffen sind im ganzen Land sehr hoch. Ein schwacher Polizeiapparat und eine vielfach geringe Strafverfolgung verstärken die Kriminalität und Gewaltbereitschaft. Besonders nachts besteht im ganzen Land und auch in Bujumbura die Gefahr bewaffneter Raubüberfälle. Es wird daher dringend davon abgeraten, bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs zu sein. Besonders in den Provinzen Bubanza, Cibitioke und Bujumbura rural ist die Zahl der Überfälle hoch.  

Zusätzlich erschwert wird die Situation durch die Tatsache, dass viele Kriminelle, aber auch ein Großteil der Bevölkerung in Burundi, über Waffen verfügen. Unkontrollierter Waffenbesitz ist bis heute ein großes Problem. Gegen kleinere Überfälle in Städten und Orten haben sich Anfang 2014 eine "Volkspolizei" bzw. Bürgermilizen formiert, die dem Selbstschutz der lokalen Bevölkerung dienen sollen. Burundi unterstützt zusammen mit Uganda den Friedensprozess in Somalia mit einem Militärkontingent. 2010 gab es von somalischen Attentätern einen Anschlag in Uganda. Die Gefahr eines Anschlages der Al-Shabaab besteht auch für Bujumbura. Es werden häufiger vermeintliche Terroristen verhaftet. Gerüchte besagen, dass Granatenanschläge von der Regierung begangen werden, um sie dann der Opposition anzulasten. Man sollte daher große Menschenansammlungen aufgrund des Risikos von Granatenanschlägen vermeiden.
Problematisch sind auch die immer noch im Land vorhandenen Landminen, die sich vor allem in ehemaligen Militärstützpunkten befinden. 2015 hat sich die Sicherheitslage aufgrund der Proteste gegen eine dritte Amtszeit des Präsidenten Nkurunziza stark verschlechtert. Man sollte daher den Sicherheitsanweisungen von Botschaft bzw. Auswärtigem Amt unbedingt Folge leisten.

Gesundheit

Da die allgemeinen Gesundheitseinrichtungen in einem schlechten Zustand sind, sind Mütter- und Kindersterblichkeit hoch. Bei der Lebenserwartung werden unterschiedliche Angaben gemacht; offiziell lag sie 2016 bei 60,5 Jahren. Komplizierte Krankheiten können so gut wie nicht behandelt werden. Die hygienischen Verhältnisse in den Krankenhäusern und Gesundheitsstationen sind außerdem häufig ein Grund dafür, dass harmlose Krankheiten zu Komplikationen führen können. Fehlende Finanzen schränken die Ausstattung von Krankenhäusern und die Beschaffung von medizinischen Geräten erheblich ein. Meist wechselt auch das Personal in Krankenhäusern häufig oder es kommt zu Streiks. Die wenigen Ärzte können ihre erworbenen Fähigkeiten wegen Material- oder Personalmangels nur zum Teil einsetzen. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.

Impfungen und Vorsorgemaßnahmen

Da Burundi als Gelbfiebergebiet klassifiziert ist, ist für die Einreise eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. In der Vergangenheit wurde dies am Flughafen nur kontrolliert, wenn Reisende aus einem Infektionsgebiet kamen, doch seit 2011 gibt es wieder mehr Kontrollen über die bestehende Gelbfieberimpfung. Zudem sollten alle üblichen Standardimpfungen durchgeführt werden: Diphtherie, Polio, Tetanus, aber auch gegen Pertussis (Keuchhusten), Masern, Mumps und Röteln. In Deutschland und Europa fast bekämpfte Krankheiten wie die Kinderlähmung (Polio) treten in Burundi gelegentlich auf! Zudem wird für Reisende eine Impfung gegen Typhus und Hepatitis A empfohlen. Wer längere Zeit in Burundi leben oder arbeiten muss oder möchte, sollte sich zusätzlich gegen Meningokokken, Tollwut und Hepatitis B impfen lassen, im Zweifelsfalle auch gegen Cholera. Heute gibt es in Europa viele Kombinationspräparate, die die Impfungen einfacher machen.

Burundi ist Malaria-Gebiet. Die Übertragung der Krankheit erfolgt durch den Stich der Anopheles-Mücke, die hauptsächlich nachtaktiv ist. Häufig bricht die Erkrankung erst Wochen, manchmal sogar Monate nach der Infektion aus. Daher sollte man bei Fieber oder malariaähnlichen Symptomen wie Glieder- und Kopfschmerzen immer den Arzt oder eine Gesundheitsstation aufsuchen, wo man in einem Tropfen Blut (die "goutte epaisse") die für die Malaria-Erkrankung verantwortlichen Plasmodien im Blut nachweisen kann. Das Risiko der Infektion ist v.a. in den tiefer gelegenen Landesteilen hoch, aber auch in Nordburundi kommt es gelegentlich zu einer Häufung von Malaria-Erkrankungen, zuletzt im Mai 2019. Deshalb werden neben denkbaren chemischen Vorsorgemaßnahmen auch die folgenden Verhaltenshinweise gegeben: stets helle, den gesamten Körper bedeckende Kleidung tragen, nachts unter Moskitonetzen schlafen und vor allem nachts und abends Insektenschutzmittel verwenden.

HIV/AIDS ist nach wie vor auch in Burundi ein Problem. Aktuell wird von einer Infektionsrate von ca. 1,1% ausgegangen, in Bujumbura dürfte diese Zahl höher sein, obwohl auch in manchen Regionen die Infektionskrankheit gehäuft auftritt. Mehrere staatliche (z.B. das National Aids Control Commitee oder das Gesundheitsministerium) und nichtstaatliche Organisationen sowie die WHO versuchen den Kampf gegen AIDS zu unterstützen.

Weiterhin besteht die Gefahr von Meningitis, der Schlafkrankheit und Tollwut. 2014 sind wieder mehr Fälle von Lepra gemeldet worden.

Allgemeine Gesundheitstipps sollten vor Einreise konsultiert werden.

Telefon und Internet

In Burundi haben insgesamt nur 0,1% der Bevölkerung (!) einen Festnetzanschluss, das macht ca. 11.000 Telefone. Mittlerweile nutzen jedoch schon ca. 30% der Bevölkerung Mobiltelefone, die immens an Bedeutung gewonnen haben. Der internationale Telefoncode ist +257. Das Mobilfunknetz besteht aus insgesamt sieben Anbietern: Lacell, Telecel Burundi, Viettel Group (2017), Africell und Econet Wireless. Nur ONATEL Mobile und U-Com decken die Landesfläche ab, wenn auch nicht überall in derselben Leistungsfähigkeit. Pläne, ONATEL zu privatisieren, sind bis jetzt immer wieder verschoben worden. Auf dem Land kommt es häufig zu Funklöchern. Die schwach ausgeprägte Kommunikationsstruktur ist immer noch ein Problem, obwohl Burundi hier investiert hat und die Netzwerkanbieter einen zukünftig großen Markt sehen. Internetcafés bleiben auf die größeren Städte beschränkt und die Übertragungsrate ist sehr langsam. Die vor einigen Jahren ausgearbeiteten Pläne zur Verbesserung der ICT-Kommunikation stocken. Teilweise werden die Internetdienste wie in anderen ostafrikanischen Ländern geblockt, ein höchst brisantes politisches Problem. Durch die Verlegung von Glasfaserkabeln im ganzen Land soll Burundi den Anschluss an die ITC-Entwicklung der Nachbarstaaten nicht verpassen. Satellitengestütztes Internet hat im Zuge der Anbindung der Großen Seen-Region 2013 auch Burundi erreicht. Beim ICT Development Index 2017 liegt Burundi jedoch auf Rang 172 von 176 Ländern. Der Prozentsatz der Haushalte mit Internet-Zugang beträgt 3,5%, 48 von 100 Einwohnern besitzen ein Mobiltelefon (2017).

Telefonkiosk in Burundi, © Aline Muwenzurero
Telefonkiosk in Burundi, © Aline Muwenzurero
Werbung für die Telefongesellschaft LEO, © Christine Vaufrey (CC BY 2.0)
Werbung für die Telefongesellschaft LEO, © Christine Vaufrey (CC BY 2.0)

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Die Autorin Dr. Eva Biele hat in Geographie promoviert und war insgesamt sieben Jahre als Koordinatorin in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Ruanda tätig. Außerdem lehrte sie als Hochschuldozentin an den Nationaluniversitäten in Burundi und Ruanda. Seit 2009 arbeitet sie als Consultant in Deutschland, ist interkulturelle Trainerin mit Schwerpunkten in der wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Ostafrika und leitet die Landesanalysen für Burundi und Ruanda bei der AIZ. 

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Bei allen Fragen rund um das Fort- und Weiterbildungsprogramm der Akademie helfen wir Ihnen gerne weiter.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem Länderbeitrag oder zum LIPortal insgesamt. Richten Sie Ihre Anfrage an:

Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

+49 (0)228 4460 2036

Zum Kontaktformular

Download