Satellitenbild Mittelchile, lizenzfrei unter de.wikipedia.org/wiki/Datei:Central_Chile.jpg
Offizieller Name
Republik Chile
Fläche
756.096 km²
Einwohner
18,2 Mio. (2017)
Regierungssitz
Santiago de Chile
Klima (für Hauptstadt)
gemäßigt-warm
Amtssprache
Spanisch
Regionalsprachen
Mapudungun, Quechua

Oft kokettieren Chilenen damit, dass ihr Land ein Land der Superlative sei: das längste Land Südamerikas, die längste Küste, die größten (und besten) Empanadas, die trockenste Wüste, die größten klimatischen Unterschiede, die besten Weine, das schwerverständlichste Spanisch ... Viele dieser - oftmals von einem Augenzwinkern begleiteten - Selbstzuschreibungen sind dem ausgeprägten nationalen Selbstbewusstsein zu verdanken. Viele haben aber durchaus einen wahren Kern.

Übersichtskarte und weitere Karten

Überblickskarte Chiles
Überblickskarte Chile (Die Karte stammt aus dem CIA-Factbook und gilt als Public Domain; www.lib.utexas.edu/maps/cia10/chile_sm_2010.gif)

Sammlungen verschiedener geographischer und thematischer Karten finden sich in der Online-Bibliothek der University of Texas oder auch unter www.weltkarte.com. Sehr hilfreich ist auch diese Sammlung unterschiedlicher Karten zu regionalen und thematischen Schwerpunkten.

Lage und Größe des Landes

Panorama-Sicht auf Santiago (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/Panorama_santiago.jpg)
Panorama-Sicht auf Santiago © Michael Ertel (CC BY-SA 3.0)

Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.500 km ist Chile zwar nicht das größte, sicher aber das "längste" Land des Subkontinents. Die längste Grenze teilt Chile im Osten mit Argentinien. Im Norden grenzt es an Peru und im Nordosten an Bolivien. Mit einer Fläche von 756.096 Quadratkilometern ist es gut doppelt so groß wie die Bundesrepublik, mit ca. 18,1 Millionen Einwohner jedoch wesentlich dünner besiedelt. Zum Vergleich: Während in Ecuador 44 Menschen pro Quadartkilometer leben, sind es in Mexiko 61 und in der Bundesrepublik sogar rund 228 Einwohner pro Quadratkilometer. In Chile leben lediglich 22 Einwohner auf einem Quadratkilomenter. Das Land liegt ungefähr auf dem 70. Grad westlicher Länge und erstreckt sich vom 17. bis zum 56. Breitengrad südlicher Breite.

Die Hauptstadt ist Santiago de Chile, die im Zentrum des Landes, in der „Región Metropolitana“, gelegen ist. In der Stadt selbst leben rund 5,5 Millionen Menschen, im Großraum Santiago insgesamt 8 Millionen, so dass fast die Hälfte der Bevölkerung Chiles in und um Santiago lebt. Santiago bildet zweifellos das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Um sich in der Stadt besser orientieren zu können, sind online-Stadtpläne von google-Maps bzw. von planos.amarillos hilfreich.

Neben der pulsierenden Hauptstadtmetropole am Fuße der Andenkette hat jede der insgesamt zwölf Regionen ihren je eigenen Reiz. Eine Sammlung von Bildern und Impressionen vermittelt einen Eindruck von der unglaublichen Vielfalt des Landes.

Grunddaten

Eine Vielzahl aktueller und zuverlässiger Grunddaten zu (Sozial-)Geographie, Politik und Wirtschaft finden sich im CIA-Factbook, auf der Seite der Österreichischen Wirtschaftskammer, bei Index Mundi oder auf den Informationsseiten des Auswärtigen Amtes.

Aktuelle Statistiken zu Demographie, Wahlen, Umweltfragen, Wirtschaftsentwicklung etc. bietet das Nationale Statistikinstitut INE. Daten zu sozioökonomischen Aspekte bietet der HDI-Länderreport der Vereinten Nationen.

Naturräumliche Gegebenheiten

Klima

Bergsee in den Hochanden, Südchile, © Lena Weitz
Bergsee in den Hochanden, Südchile, © Lena Weitz
Atacamawüste, Nordchile, © Lena Weitz
Atacamawüste, Nordchile, © Lena Weitz

Wegen seiner Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.500 km finden sich in Chile unterschiedlichste Klimazonen, die von der heißen Atacama-Wüste im Norden, einer der niederschlagsärmsten Regionen der Welt, bis zum ewigen Eis Patagoniens reichen. So liegt die Jahresdurchschnittstemperatur für das im Norden gelegene Arica bei 18,7° C, im südlichen Punta Arenas hingegen bei 6° C; die Niederschläge sind je nach Region sehr unterschiedlich: Sie liegen bei 375 mm pro Quadratmeter im Süden und bei 1 mm pro Quadratmeter im trockenen Norden.

Zum Vergleich die Werte aus Frankfurt am Main: Jahresdurchschnittstemperatur 10,1° C; Niederschlag 611 mm pro Quardatmeter. Das Klima der sogenannten Zona Central um Santiago ist durch ein nahezu mediterrane mit langen, trockenen, aber nicht zu heißen Sommern sowie einen etwa dreimonatigen feucht-kühlen Winter gekennzeichnet.

Extreme Landschaften: Eine Dorfkirche im Atacama-Gebiet und ein Gletscher in Südpatagonien; (c) C. Götz
Extreme Landschaften: Eine Dorfkirche im Atacama-Gebiet ... © C. Götz
... und ein Gletscher in Südpatagonien
... und ein Gletscher in Südpatagonien; © C. Götz

Landschaften und Vegetation

Das chilenische Festland lässt sich in fünf Landschaftszonen unterteilen: Der „Norte Grande“ von Arica bis Copiapó, den „Norte Chico“ von Copiapó bis ca. 300 km nördlich von Santiago, die Zentralzone, an die sich im Süden ab Concepción die Araucanía mit der Region Los Lagos anschließt. Schließlich südlich von Puerto Montt das wilde und wenig erschlossene Patagonien. Jede dieser Zonen verfügt über eine einzigartige Vegetation und Geographie.

Der "Norte Grande"

Atacama-Wüste (das Bild ist lizenzfrei unter http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atacama_Desert_Between_SPedro_and_Calama1.JPG)
Atacama-Wüste (das Bild ist lizenzfrei unter commons.wikimedia.org)

Der Norte Grande ist durch ein wüstenhaftes Klima gekennzeichnet. Hier liegt die Atacama-Wüste, eine der trockensten Regionen der Welt. Mit Ausnahme des fruchtbaren Küstenstreifens und einiger künstlich bewässerter Gebiete spielt hier die Landwirtschaft keine große Rolle. Dafür ist der Bergbau sehr wichtig: Hier werden v.a. Kupfer, aber auch andere Erze und Minerale wie etwa Salpeter abgebaut. Im Nordosten des Landes, nahe der Grenze zu Bolivien, leben Aymara-Bauern, die sich v.a. auf Lama- und Alpaca-Zucht konzentrieren. Die städtischen Zentren des Norte Grande sind Arica, Iquique, Antofagasta und Copiapó.

Der "Norte Chico"

Fruchtbares Tal im Norte Chico, © C. Götz
Fruchtbares Tal im Norte Chico, © C. Götz

In den Flusstälern des Norte Chico sowie in Küstennähe und künstlich bewässerten Gebieten wird Obst- und Weinanbau betrieben. Der chilenische (Rot-)Wein gehört zu den wichtigen Exportprodukten des Landes.

Auch wenn der Norte Chico nicht so niederschlagsarm ist wie der Norte Grande, ist die Landschaft dennoch überwiegend karg. Hier werden ebenfals – wenn auch in geringerem Ausmaß als im Norte Grande - Bodenschätze abgebaut. Die wichtigste Stadt des Norte Chico ist das rund 500 km nördlich von Santiago gelegene La Serena.

Zentralchile

Das fruchtbare Zentralchile liegt im sogenannten Valle Central, das von den Anden im Osten und der Küstenkordillere im Westen begrenzt wird. Hier finden sich die bedeutendsten Städte Chiles: neben Santiago auch Valparaíso, der größte Seehafen Chiles und Sitz des Parlamentes, sowie Concepción, die zweitgrößte Stadt Chiles. Mehr als drei Viertel der Gesamtbevölkerung leben in Zentralchile, wie auch eine Karte verdeutlicht, welche die Geographie in Beziehung zur Bevölkerungsdichte setzt. Durch das mediterrane Klima kann die Region für extensive Landwirtschaft genutzt werden. Diese Region spielt auch für den chilenischen Weinbau eine herausragende Rolle.

Schloss an der Küste bei Valparaíso, Zentralchile. (Das Bild ist lizenzfrei unter http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Castillo_Wulff1.JPG.
Schloss an der Küste bei Valparaíso, Zentralchile. © G. Küppers (CC BY-SA 3.0), (CC BY-SA 2.5), (CC BY-SA 2.0), (CC BY-SA 1.0) (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Castillo_Wulff1.JPG)
Santiago: Plaza de Armas mit der Kathedrale © Stephan Ruderer
Santiago: Plaza de Armas mit der Kathedrale © Stephan Ruderer

Der Süden: Araucanía und Los Lagos

Markt an der Uferpromenade von Valdivia (Bild lizenzfrei unter http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Valdivia.jpg )
Markt an der Uferpromenade von Valdivia, © Arvid Puschnig (CC BY-SA 3.0) (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Valdivia.jpg)

Südlich von Concepción stellt der Río Bio-Bio die Grenze zur Araucanía und dem Süden Chiles dar. Hier beginnt das Gebiet der Mapuche. Die niederschlagsreiche Region ist durch Wälder, Land- und Weidewirtschaft geprägt. Die sich anschließende Region Los Lagos stellt eines der bedeutendsten Tourismuszentren Chiles dar. Wichtige Zentren sind die Städte Temuco, Valdivia und Puerto Montt. Zahlreiche deutsche Auswanderer ließen sich in dieser Region nieder. Noch heute sind die kulturellen Spuren der deutschen Immigration unübersehbar.

Eine besondere Attraktion dieser Region ist die Carretera Austral, eine Schotterpiste, die in Puerto Montt beginnt und dann 1.350 Kilometer südwärts durch atemberaubende Landschaften zur südlichsten Grenze der Región Aisén führt. 

Bodenschätze

Der Bergbau ist die tragende Säule der chilenischen Wirtschaft: Chile ist der weltweit größte Kupferzeuger. Daneben werden Silber, Gold, Eisenerze und Salpeter abgebaut. Wie der Bergbau-Atlas des Bergbau-Ministeriums zeigt, werden in allen Regionen Bodenschätze abgebaut, wobei die bedeutendsten Bergbauzentren im Norden des Landes liegen. Bergbau stellt aber nicht nur die wichtigste Einnahmequelle des Landes dar, sondern bringt auch zum Teil erhebliche Probleme für die Umwelt mit sich.

Ökologische Probleme

Der extensive Bergbau stellt eine große Belastungen für die Umwelt dar. Neben der Freisetzung von blei- und arsenhaltigem Staub wird v.a. das Grund- und Oberflächenwasser belastet. Hinzu kommt besonders beim Tagebau, aber auch bei der Entsorgung des Abraumes die Zerstörung von Naturlandschaften. 

Ein weiteres ökologisches Problem stellt die Holz- und Forstwirtschaft dar: Besonders im Süden wurden bereits große Teile des nativen Baumbestandes abgeholzt und durch schnell wachsende Hölzer in Monokultur ersetzt (v.a. bestimmte Eukalyptus-Arten). Diese Hölzer werden überwiegende für die Zellstoffgewinnung verwendet, die ihrerseits mit erheblichen Umweltbelastungen einhergeht. Dies führt immer wieder zu Konflikten, vor allem im Süden des Landes. Die Holzkonzerne haben in Chile aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein großes politisches Gewicht.

Besonders im Süden des Landes kommt es immer wieder zu Konflikten im Zusammenhang mit der Lachszucht, die ihrerseits eine beträchtliche Umweltbelastung zur Folge hat.

Wie in vielen Ländern des Südens wurde der Umweltschutz erst vor kurzem als wichtiges Politikfeld erkannt. Die staatliche Umweltkommission CONAMA war für Umweltfragen zuständig. Im Jahr 2010 aber wurde sie durch das neu geschaffene Umweltministerium ersetzt. Diese institutionelle Aufwertung macht deutlich, dass der Umweltschutz an (politischer) Bedeutung gewonnen hat. Auch bei der Bevölkerung, vor allem bei jenen, die direkt von den Umweltfolgen betroffen sind, setzt sich ein immer stärkeres Bewusstsein für die Umweltproblematik durch.

Smog über Santiago, © Michael Ertel; CC Attribution-Share Alike 3.0; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Santiago30std.jpg
Smog über Santiago, © Michael Ertel; CC Attribution-Share Alike 3.0; upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Santiago30std.jpg

Ein weiteres massives Problem stellt die Luftqualität in den urbanen Zentren Chiles dar: Bedingt durch Industriekonzentration und das ansteigende Verkehrsaufkommen stellt der Smog in den Ballungsgebieten eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar, was sich v.a. im gehäuften Auftreten von respiratorischen Problemen zeigt. Besonders betroffen hiervon ist die Hauptstadt, da sie von Bergen umgeben ist.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Santiago bei Nacht, ©Javmoraga, CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported; https://en.wikipedia.org/wiki/File:Santiago_de_Chile_de_noche.jpg
Santiago bei Nacht, © Javmoraga, CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported; en.wikipedia.org/wiki/File:Santiago_de_Chile_de_noche.jpg

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt im Großraum Santiago. Dies stellt eine Herausforderung für die Mobilität dar. Die Verkehrsinfrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Die Metro ist die schnellste und effektivste Art, sich innerhalb der Stadt zu bewegen. Das dichte Busnetz  ermöglicht es, an nahezu jeden Ort der Stadt zu kommen, wobei das hohe Verkehrsaufkommen und die häufigen Staus die Reisezeit teilweise nur schwer kalkulierbar machen.

Für Reisen im Land steht ein gut ausgebautes und komfortables System an Langstreckenbussen zur Verfügung. Wegen der teilweise erheblichen Distanzen innerhalb des Landes ist das Flugzeug ein wichtiges Verkehrsmittel. Die wichtigsten Anbieter sind Lan Chile und Sky Airline. Es gibt Flughäfen in den folgenden Städten: Arica, Antofagasta, Balmaceda, Calama, Concepción, Copiapó, Iquique, Isla de Pascua, La Serena, Osorno, Puerto Montt, Punta Arenas, Temuco und Valdivia.

Flagge und andere nationale Symbole

Nationalflagge Chiles
Nationalflagge Chiles

Die Flagge Chiles besteht aus den drei Nationalfarben Blau (für den Himmel), Weiß (für den Schnee der Anden) und Rot (für das Blut und den Mut der Helden). Ein weißer Stern auf blauem Grund soll die Ehre und den Fortschritt symbolisieren.

Das Wappen Chiles
Das Wappen Chiles

Das Wappen Chiles zeigt in der Mitte das Nationalbanner, der rechts von einem Kondor und links vom Huemul, dem Andenhirsch, eingerahmt wird. Beide Wappentiere sind bekrönt. Im Wappen findet sich der chilenische Wahlspruch „Por la razón o por la fuerza“ (Durch die Vernunft oder mit Gewalt).

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzen Mal im März 2018 aktualisiert.

Der Autor

Veit Straßner (geb. 1975) studierte in Mainz, Santiago/Chile und Kaiserslautern Politikwissenschaft, Soziologie und Erziehungswissenschaft (Dr. phil.), Philosophie und katholische Theologie (Lic. theol.) sowie Organisationsentwicklung (M.A.); Studien- und Forschungsaufenthalte in Chile, Argentinien, Uruguay und Peru.
Von 2003 bis 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz, seit 2008 im Schuldienst.

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