Der Tren Cruceo verkehrt auf verschiedenen Abschnitten der Strecke Quito-Guayaquill
Währung
US$
Wechselkurs
1,08 pro € (März 2020)
Zeitzone
MEZ-6
Landesvorwahl (Telefon)
+593
Klima (für Quito)
gemäβigt (kalttropisch)
Internationaler Flughafen (IATA)
UIO (Quito), GYE (Guayaquil)

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Aufgrund der Coronavirus-Krise gilt seit dem 12. März 2020 für alle nach Ecuador einreisenden Personen eine verpflichtende Quarantäne von 14 Tagen. Der internationale Flugverkehr nach Ecuador wurde am 17. März eingestellt. Seit dem 18. März gilt eine landesweite Ausgangssperre für nicht essentielle Angelegenheiten (Einkäufe von Lebensmitteln, Arztbesuche etc. sind ausgenommen). Von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr gilt eine absolute Ausgangssperre. Die Inlandsflüge wurden zum großen Teil eingestellt, ebenso wie der Busverkehr über Land und der Öffentliche Nahverkehr in Quito. 

Generell gilt: Für touristische Aufenthalte in Ecuador (bis zu 90 Tagen) müssen EU-Staatsangehörige vor Reiseantritt kein Visum einholen. Der Pass muss jedoch noch sechs Monate gültig sein. Es besteht vor Ort die Möglichkeit, vor Ablauf der 90-Tage-Frist beim Außenministerium, unter Vorlage des gültigen Reisepasses, eine Verlängerung des Touristenvisums um bis zu 30 Tage zu beantragen. Der Einreisestempel ist obligatorisch (auch bei Einreise über die Landgrenze von Peru oder Kolumbien). Bei Verstoß gegen ecuadorianisches Aufenthaltsrecht muss mit erheblichen Bußgeldern gerechnet werden (mindestens 200 US$). Der Pass oder eine (beglaubigte) Passkopie sollte stets mitgeführt werden. Für Aufenthalte von über 90 Tagen gelten je nach Aufenthaltszweck und -dauer unterschiedliche Bestimmungen. Auf einen adäquaten Krankenversicherungsschutz, der auch einen evt. Heimtransport abdeckt, sollte unbedingt geachtet werden.  Alle medizinischen Behandlungen in Ecuador müssen umgehend privat beglichen werden. 

Alltag

Grundsätzlich können Sie sich auf eine ausgeprägte Gast- und Fremdenfreundlichkeit freuen, sollten sich aber auch auf immense soziale Kontraste, einen immer noch häufig anzutreffenden Machismo (auch wenn es Ansätze eines langsamen Umdenken gibt), ein an traditionellen (katholischen) Moralvorstellungen und Werten ausgerichtetes familiäres und gesellschaftliches Leben und die daran orientierten Verhaltensnormen einstellen. Aber auch in Ecuador stehen die Uhren nicht still. In einem deutlichen Bruch mit traditionellen Moralvorstellungen billigte, im Juni 2019, das Verfassungsgericht die gleichgeschlechtliche Ehe, allerdings mit knapper Mehrheit.  

Weihnachtsprozession Pase del Niño
Bilder der bekannten Weihnachtsprozession Pase del Niño in Cuenca, die jährlich an Heiligabend stattfindet © Jörn Dosch

Geld

Offizielle Währung und Zahlungsmittel ist der US-Dollar. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Bargeld kann prinzipiell von den meisten Bankautomaten direkt mit der EC-Karte abgehoben werden. Allerdings akzeptieren nicht alle Automaten die Karten von Maestro oder Cirrus. Mit V-Pay ist keine Auszahlung möglich. Außerdem begrenzen die meisten Banken die Abhebung an ihren Automaten auf 100 oder 200 US-Dollar.  Die Lebenshaltungskosten in Ecuador sind im Vergleich zu Europa im Landesdurchschnitt geringer. Ein an deutschen Verhältnissen orientierter Lebensstil in den Großstädten Quito, Guayaquil und Cuenca ist jedoch im Vergleich kaum günstiger. 

Die Satue Virgen del Panecillo auf dem 3025 Meter hohen Stadthügel Panecill
Eines der Wahrzeichen von Quito: Die Eines der Wahrzeichen von Quito: Die Satue Virgen del Panecillo auf dem 3025 Meter hohen Stadthügel Panecillo. © Amelie Dosch
Die Alstadt von Quito
Die Alstadt von Quito © Amelie Dosch

Reisen im Land

Auto

Die meisten Straßen sind das ganze Jahr über meistens gut befahrbar und das Benzin noch immer viel günstiger als in Europa. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Beschilderung eher dürftig ist. Außerdem nimmt der Straßenverkehr rapide zu. So fahren derzeit im Stadtgebiet von Quito fast 2500 Busse, etwa 14.000 Taxis und ungefähr eine halbe Millionen PKWs. Dies sind ca. 10% mehr als noch 2014. In der Vergangenheit war die Einhaltung der Verkehrsregeln als relativ lax zu bezeichnen. Seit einigen Jahren hat der Staat aber damit begonnen, Vergehen im Straßenverkehr mit erheblichen Strafen zu ahnden. So drohen z.B. bei Geschwindigkeitsüberschreitungen drei Tage im Gefängnis. Probleme bereiten häufig auch Schlaglöcher und Erdrutsche. Für den Verleih eines Mietwagens benötigt man einen internationalen Führerschein, den Reisepass und eine Kreditkarte. 

Bus

Der Bus ist das wichtigste und preiswerteste Verkehrsmittel in Ecuador. Außerdem sind auch alle Städte damit untereinander verbunden, so können Sie ohne Probleme alle bedeutenden touristischen Ziele erreichen. Die Preise für Überlandfahrten sind sehr günstig.

Flugzeug

Ecuador ist über die beiden internationalen Flughäfen Quito und Guayaquil an das internationale Flugnetz angeschlossen. Im Februar 2013 eröffnete in Quito der neue Flughafen, der den gleichen Namen wie der alte trägt (Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre).  Damit hat Ecuador jetzt einen der modernsten und sichersten Flughafen Lateinamerikas - was von dem alten Airport nicht behauptet werden konnte. Die Verkehrsanbinding nach Quito befindet sich jedoch noch in der Entstehung und die Fahrt ins 18km entfernte Stadtzentrum kann je nach Verkehrslage bis zu zwei Stunden dauern. Darüber hinaus werden Cuenca, Loja, MantaLago Agrio (Oriente), die Galapagos-Inseln und einige andere Städte im Inlandsflugverkehr bedient. Der jüngste Flughafen wurde vor wenigen Jahren in der Küstenstadt Salinas, einem der beliebtesten Badeorte, eröffnet.  Tame flog zunächst mehrmals die Woche und später an Wochenenden von Quito aus, stellte den Flugbetrieb jedoch im November 2018 ein. Inlandsflüge sind noch immer relativ preiswert und werden am besten direkt an den lokalen Flughäfen, in den Stadtbüros der Airlines, Reisebüros oder am einfachsten online gebucht. Die drei derzeit in Ecuador operierenden Fluggesellschaft sind TAME, Latam und die von der kolumbianischen Avianca übernommene Aerogal.  Auch wenn die Inlandsflugtarife der Fluggesellschaften derzeit in der Regel nicht stark voneinander abweichen, ist es nie verkehrt, online die Flugpreise zu vergleichen - vor allem auf der "Rennstrecke" Quito-Guayaquil.     

Flughafen der Küstenstadt Salinas
Der futuristisch anmutende Flughafen der Küstenstadt Salinas © Amelie Dosch
Strand von Salinas
Der Strand von Salinas zählt zu den beliebtesten im Land © Amelie Dosch

Sicherheit

Laut den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes werden Reisende aufgrund der Kriminalität und Gewaltbereitschaft in Ecuador zu Vorsicht und Wachsamkeit aufgerufen. Ein erhöhtes Risiko, Opfer eines Diebstahls, Raubüberfalls oder anderen Gewaltverbrechen zu werden, besteht vor allem in den Metropolen Guayaquil und Quito und Cuenca, sowie an der Küste. Beachten Sie auch die besonderen Sicherheitshinweise im Kontext der derzeitigen Unruhen und des Ausnahmezustandes im Land. Das Auswärtige Amt rät gegenwärtig von "nicht erforderlichen Reisen nach Ecuador (mit Ausnahme der Galapagos-Inseln)" ab.

Die Kriminalität ist in Ecuador in den vergangenen Jahren angestiegen: Diebstähle, bewaffnete Überfälle, Morde, Diebstähle von Autos unter Androhung oder Anwendung von Gewalt sowie Sexualdelikte. Besonders betroffen sind Quito, Guayaquil, Cuenca und auch die ganze Küstenregion. Straßenkriminalität gehört in Quito, Guayaquil und inzwischen auch in Cuenca leider zur Realität. Nach Dunkelheitseinbruch sollte man in den jeweiligen Städten außerhalb der unmittelbaren Stadtzentren, die relativ sicher sind, nicht mehr zu Fuß unterwegs sein, unabhängig davon, mit wie vielen Personen man zusammen ist. Niemals Gepäck und Wertgegenstände im Auto lassen! Schmuck sollte möglichst nicht getragen werden; Uhren, Kameras und Mobiltelefone sollten nicht auffällig zu sehen sein.

Die Täter wenden u.a. folgende Tricks an:

  • diverse Ablenkungsmanöver, z.B. mit vorgetäuschten Pannen und Missgeschicken oder dem Überschütten mit verschiedensten Arten von Flüssigkeiten
  • Kreditkartenbetrug,
  • „Bußgeld“-Erpressung unter Verwendung falscher Uniformen,
  • Raub nach Verabreichung von bewusstseinsmindernden Drogen in Form von Speisen, Getränken oder auf Prospekten bzw. Faltblättern, die wie Werbematerial verteilt werden,
  • Überfälle durch Taxifahrer in nicht registrierten Taxis, die aktiv potentielle Kunden ansprechen. 

In der gesamten Grenzregion zu Kolumbien besteht ein erhöhtes Risiko, Opfer von Entführungen und von Aktivitäten bewaffneter,  mit dem Drogenhandel in Verbindung stehender Gruppen zu werden. Im Norden der Provinz Esmeraldas - San Lorenzo und umliegende Region - erfolgten seit Anfang 2018 wiederholt Anschläge auf ecuadorianische Sicherheitskräfte, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden und bei denen mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte, auch unter Zivilisten, zu beklagen waren. Am 26. März 2018 wurden zwei Journalisten und ihr Fahrer in dieser Zone entführt.  

Ecuador wird regelmäßig von Vulkanausbrüche und Erdbeben heimgesucht. Aktuelle Informationen zu vulkanischen Aktivitäten in spanischer Sprache auf der Homepage des Instituto Geofísico.

Sicherheitshinweise veröffentlichen auch das Britische Foreign Office und das US State Department

 

 

Der Gipfel des inaktiven Chimborazo hat von allen Punkten der Erdoberfläche die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt
Der Gipfel des inaktiven Chimborazo hat von allen Punkten der Erdoberfläche die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt. © A.L. Salinas de Dosch

Gesundheit

Aufgrund der Höhenlage Quitos (2.800 m ü. M.) kann es innerhalb von 6 - 12 Stunden nach Ankunft in den ersten Tagen zu einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens in Form von erschwerter Atmung, beschleunigtem Herzschlag, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schlafstörungen und Schwellungen im Bereich der Füße, Arme und des Gesichts kommen.
Durchfallerkrankungen, auch Cholerainfektionen, werden durch Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden. Wasser immer abkochen, bzw. industriell verpackte Getränke kaufen. Gekochte und gut durchgebratene Speisen sind unbedenklich. Rohe Salate sollten vermieden werden. Schalenfrüchte können nach Überbrühen mit kochendem Wasser und Schälen bedenkenlos genossen werden.

Ansteckung durch verunreinigte Nahrungsmittel, Trinkwasser, Hände, ungenügend gegarte oder kalte Speisen, nicht pasteurisierte Milch u. a.:

  • Hepatitis A bakterielle, virale, parasitäre Magen-Darm-Infektionen,
  • Wurminfektionen wie Leber- und Lungenegel möglich (v. a. in westl. Flusstälern, Achtung: ungare Fischgerichte!)

Ansteckung durch Insekten (vorwiegend in Jahreszeiten mit starken Niederschlägen):

  • Malaria (nachtaktive Stechmücken, Anopheles), Risiko ganzjährig unterhalb von 1.500 m. Malariafrei: Galapagos-Inseln, Guayaquil. 
  • Denguefieber (grippeartig, tag- und nachtaktive Stechmücken: Aedesarten), während der Regenzeit (Nov.-Juni) kommt es regelmäßig in den Küstenprovinzen zu epidemischen Ausbrüchen, auch auf Galapagos-Insel Santa Cruz
  • Gelbfieber (tag- und nachtaktive Stechmücken: Aedesarten), v.a. im Tiefland östlich der Anden
  • selten bei Reisenden: Leishmaniase (sehr kleine Sandmücken), Filariosen (Wurmerkrankungen - "Onchozerkose"-, tag- und nachtaktive Mücken, einzelne Herde im Nordwesten Esmeraldas) und spezielle, z. T. sehr seltene Infektionen
  • Zika-Virus: Das Übertragungsrisiko variiert  regional als auch saisonal erheblich 
Pazifikküste bei La Libertad
Unterwegs im Land... Die Pazifikküste bei La Libertad und der Cajas National Park © A.L. Salinas de Dosch
Unterwegs in den Anden

Telekommunikation, Internet

Das Telekommunikationsnetz funktioniert gut und Mobiltelefone sind ebenso stark verbreitet wie in Europa. Es gibt mehrere Mobilfunkanbieter. Handys sind mit Vertrag oder im 'pay-as-you-go' Verfahren mit Karte zu haben. Internet-Zugang ist in den Städten und größeren Ortschaften kein Problem. Die Zahl der Internetcafes wächst ständig.

Auch eine Form der Kommunikation: Eine peruanische "Tuna"-Gruppe unterwegs im offenen Doppeldeckerbus in Quito. @ Amelie Dosch
Auch eine Form der Kommunikation: Eine peruanische "Tuna"-Gruppe unterwegs im offenen Doppeldeckerbus in Quito. © Amelie Dosch

Nützliche Adressen

Farbenprächtiger Sonnenuntergang am Pazifik
Sonnenuntergang am Pazifik © A.L. Salinas de Dosch

Die erste Adresse für alle Internet-Recherchen zu Lateinamerika ist die Datenbank (mit Suchmaschine) des Latin American Network Information Center  (lanic). Eine weitere gute, stets aktualisierte Zusammenstellung von Links hauptsächlich zu politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Themenbereichen bietet die Library of Congress in Washington. Ein nützliches Ecuador-Internet-Portal ist ecuador.com u.a. mit Kultur- und Reisehinweisen. Sehr brauchbar ist auch der deutschsprachige online "Ecuador Reiseführer". Gute, wenn auch zum Teil nicht mehr ganz aktuelle thematische Artikel zu Ecuador enthält das Länderdossier der Bundeszentrale für Politische Bildung

Eine Vielzahl aktueller Informationen zu Kultur und Sport sind der Zeitung El Comercio zu entnehmen.  Informationen über Feiertage, Netzspannung (120 V, 60Hz) etc. Sehr hilfreich ist auch der Ecuador Eintrag im Spiegel Online-Länderlexikon. Informativ ist die Weltbank-Studie Doing Business in Ecuador

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Ana Lucia Salinas de Dosch

Dr. Ana Lucía Salinas de Dosch stammt aus Cuenca, Ecuador, und ist Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin. Seit der Promotion an der Universität Panthéon-Assas (Paris II) hat sie an Universitäten in Ecuador, Großbritannien, Deutschland und den USA gelehrt. Sie ist Autorin eines Buches über die Medien in Ecuador und mehrerer Artikel und Aufsätze zu diversen Themen Lateinamerikas.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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