Georgische Festtafel gemalt von Pirosmani
Amtssprache(n)
Georgisch
Regionalsprachen
bis zu 3 Sprachen
bedeutendste Religion
83% Christentum (Georgisch-Orthodox, Armenisch-Gregorisch, Katholisch),
weitere bedeutende Religion
11 % Islam
Städtische Bevölkerung
53 %
Lebenserwartung
73 Jahre

MAKROSOZIALE STRUKTUREN

Swanetischer Wohnturm © wikipedia
Kinder © Georg. Tourismusmin.

Ethnisch - sprachliche Vielfalt

Innerhalb der georgischen Bürger bilden die Karvelebi (georg. ქართველები) die größte Kulturgruppe. Im Nordwesten, in Odischi und Gurien sowie in der Region Mingrelien – Semo-Swanetien leben die christlichen Mingrelier/Megrelen/Kolcher. Sie sprechen eine dem Georgischen verwandte, südkaukasische Sprache. 

Mit den Mingreliern verwandt sind die an der südöstlichen Schwarzmeerküste in Teilen der Provinzen Artvin und Rize lebenden Lasen, von denen kleinere Gruppen auch in der georgischen Autonomen Republik Adscharien sowie in der Türkei leben. Anders als die Mingrelier sind die Lasen sunnitische Muslime hanafitischer Rechtsschule. Alle Lasen sprechen Lasisch, das zusammen mit dem Mingrelischen zur Familie der San-Sprachen gehört, welche wiederum eine Untergruppe der Kartwelischen Sprachen sind. 

Die vierte der größeren georgischen Kulturgruppen bilden die Svans/Swanen/Swanetier. Auch sie sprechen eine eigene Sprache, Swanisch, das ebenfalls zur Kartwelischen Sprachfamilie gehört. Obwohl jede Kulturgruppe ihre eigene Sprache hat, vermitteln sich Literatur und Bildung über die gemeinsame Sprache und das Alphabet „des Georgischen“, welches seine Ursprünge im fünften Jahrhundert hat und seit Staatsgründung offizielle Amtssprache ist.

Arbeitsmigration und Binnenflüchtlinge

Migrationsströme
UNHCR Bericht 2010 Georgien

Problem Lage der Binnenflüchtlinge Amnesty International

Zur Lage der Frauen

Mutter Georgien © wikipedia
Mutter Georgien © wikipedia
Die georgische Spezialität Tutschrela wird hergestellt © E. Kamm
Die georgische Spezialität Tutschrela wird hergestellt © E. Kamm

Durch die Annäherung an die EU hat Georgien zwar die internationale Konvention gegen alle Formen von Diskriminierung bestätigt (CEDAW), allerdings mangelt es an einer Umsetzung in die Praxis.

Am 27.3.2010 verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter, das auch sofort in Kraft trat. Es wurde erlassen um etwaige Benachteiligungen in den Bereichen Erwerbstätigkeit, Bildung, Gesundheit und Sozialsystem sowie in der Familie zu bekämpfen. Nichtregierungsorganisationen beklagten jedoch die bislang mangelhafte Umsetzung (vgl. Studie gwi-Böll Stiftung).

Die Situation für viele alleinstehende bzw. alleinerziehende Frauen in Georgien ist aufgrund der eher konservativen Gesellschaft nicht einfach. Den höchsten Respekt bringt die Gesellschaft einer verheirateten Frau mit Kindern entgegen. Für bedürftige Frauen gibt es diverse Anlaufstellen, die den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen: Frauen (mit Kindern), die unter der Armutsgrenze leben, haben  die Möglichkeit sich in das staatliche Register für besonders schutzbedürftige Familien eintragen zu lassen, um bestimmte Vergünstigungen zu erhalten. Unterschiedliche Organisationen bieten zahlreiche Projekte,um Hilfsbedürftige zu unterstützen. 

Im rechtlichen Bereich gelten das Gesetz zu häuslicher Gewalt (2006) und das Gesetz zur Geschlechtergleichstellung (2010) als große Fortschritte. Entschließt sich eine von häuslicher Gewalt betroffene Frau Anzeige zu erstatten, so hat die Polizei die Möglichkeit, einstweilige Verfügungen auszustellen, damit kann die Frau 24 Stunden lang vorübergehend unter Schutz gestellt werden. Danach kommt der Fall vor Gericht. Zudem gibt es Möglichkeiten für die Opfer, sofortige Schutzverfügungen gegen die Gewalttäter zu erwirken. Nach Meinung der frauenspezifischen NGOs wurde die Polizei diesbezüglich in den letzten Jahren definitiv vertrauenswürdiger und Frauen werden in der Praxis auch tatsächlich unter Schutz gestellt. Trotzdem werden Polizisten weiterhin im Umgang mit Opfern von häuslicher Gewalt geschult.

Frauen die von häuslicher Gewalt betroffen sind, haben die Möglichkeit in einem der Frauenhäuser unterzukommen. In der Hauptstadt Tbilisi gibt es eine staatliche und zwei von NGO's betriebene Unterkünfte, in Gori und Kachetien ergänzen Frauenhäuser bestehende Krisenzentren. Die offiziell mögliche Aufenthaltsdauer beträgt drei Monate, in Ausnahmefällen können Frauen aber auch länger bleiben. Die Unterstützung endet nicht mit dem Auszug aus dem Frauenhaus, sondern der Beistand erstreckt sich auch über Job- bzw. Wohnungssuche und juristische Beratung. Problematisch sind trotz allem die Kapazitäten der Häuser. Das verbesserte Bewusstsein der Bevölkerung in Bezug auf häusliche Gewalt wurde bei Umfragen im April 2011 von befragten Organisationen bestätigt. Das Problem dürfte eher darin liegen, dass nur wenige Frauen Anzeige bei der Polizei erstatten (vgl. D-A-CH Fact Finding Mission Studie sowie eine Studie zur Lage der Frauen in Georgien Chkheidze, Ketevan: Gender Politics in Georgia. Gunda Werner Institute. Feminism and Gender Democracy, o.J.).  

Hintergrund ist ein traditionelles Rollenverständnis: "Die Frau ist in der georgischen Vorstellung der Inbegriff der Feinheit, Schönheit und Geduld. Sie wird als Trägerin der Kultur gesehen, die georgische Lieder und Gedichte an ihre Kinder weitergibt. Sie schützt die Familienehre, indem sie fleißig im Haushalt arbeitet und sich gemäß den Ehrvorstellungen verhält. Ein Mann muss in der Lage sein, Recht und Gerechtigkeit zu schaffen. Das gehört zu der Vorstellung von Männlichkeit in Georgien. Dazu soll Gewalt, Einfluss, List und Macht gerecht angewendet werden." (Elke Kamm)

Die Frauenstiftung filia benennt die Grundprobleme folgendermaßen:

  • Durch den starken Einbruch im Arbeitsangebot in den letzten Jahren drängte es die meisten Frauen in die Schwarzarbeit ab und die Stellen, die sie besetzen, befinden sich üblicherweise im schlecht bezahlten Dienstleistungssektor.
  • Die große Anzahl an IDPs, die aus Abchasien und Südossetien kommen, strömten überwiegend nach Tiflis, ca. 55% sind Frauen. Diese Vertriebenen leben unterhalb der Armutsgrenze und haben kein Wissen von ihren Rechte.
  • Religion spielt eine wichtige Rolle in Georgien und die georgische orthodoxe Kirche unterstützt die Verbreitung von traditionellen Frauenbildern.
  • Arbeit in Haushalt und Pflege werden als traditionelle Betätigungsfelder für Frauen angesehen werden.
  • Das Bewusstsein von Frauenrechtsthemen in der georgischen Gesellschaft ist niedrig, die Rechtspraxis unzureichend.

Care berichtet zudem vom Problem der frühen Heiraten (ca. 60% heiraten vor dem 20. Lebensjahr), der Entführungen mit Vergewaltigungen (um Heirat zu erzwingen) und dem schweren Los der Witwen.

Gesundheits- und Sozialwesen

Die Weltgesundheitsorganisation der UN (WHO) zeigt in der Studie “Health System Performance Assessment“ von 2009 den Zustand und Entwicklungspotentiale des Gesundheitssystems Georgiens auf. Die Deutschen Wirtschaftsvereinigung Georgien fasste die Studie zur Gesundheitsversorgung im Juni 2010 wie folgt zusammen:

 

  • Die öffentlichen Ausgaben für den Gesundheitssektor müssen weiter ausgebaut werden.
  • Investitionsbedarf besteht besonders in den Bereichen medizinische Grundversorgung, öffentliche Gesundheit und Gesundheitsförderung. Verbesserungspotenzial gibt es auch bei der Qualitätsüberwachung von Medikamenten, die durch Marktreformen und den Rückgang der Regulierungsinstrumente drastisch reduziert wurden.
  • Der Plan zur Aus- und Weiterbildung von Personal im Grundversorgungssektor befindet sich auf gutem Weg, die Hälfte aller Doktoren und Krankenschwestern in diesem Bereich wurden geschult oder weitergeschult.
  • Es gilt, die regionalen Unterschiede zu beseitigen.
  • Die neuen privatisierten Krankenhäuser sollten sorgfältigst überwacht werden, damit sichergestellt werden kann, dass die neue Konkurrenzsituation und erhöhter Kostendruck nicht zu Lasten der Patienten ausfällt.
  • In der Zukunft muss auch dafür gesorgt werden, dass mehr Teile der Bevölkerung eine Krankenversicherung erhalten. Zwar hat schon ein großer Teil (751.000) der armen Bevölkerung eine kostenlose Grundversorgung, jedoch nur 25% der gesamten Bevölkerung hat überhaupt eine Versicherung und nur 7,6% eine Private.
  • Die WHO empfiehlt eine staatlich subventionierte private Krankenversicherung.
  • Es soll gewährleistet werden, dass mehr Menschen finanziell in der Lage sind, sich verschriebene Medikamente, Tests und Krankenhausaufenthalte leisten zu können. (einer von vier Georgiern kann sich verschriebene Labortests nicht leisten und einer von zehn kann auf Grund fehlender Mittel keine verschriebenen Medikamente erwerben oder ein Krankenhaus besuchen).

Um gegen die hohe Raucherrate und den Konsum von Drogen vorzugehen, empfiehlt die WHO mehr staatlich finanzierte Präventionsprogramme auf den Weg zu bringen. Die Drogenproblematik ist für den Kaukasus besonders relevant. Weder in Georgien noch in Aserbaidschan stehen jedoch bisher umfassende Studien zu Umfang und Mustern der Drogenproblematik zur Verfügung. Ende 2004 waren in der Datenbank des Georgian Research Institute on Addiction (GRIA) 24.000 Drogengebraucher registriert, 14.400 davon injizierende Drogenabhängige. Nach Schätzungen des Instituts beläuft sich die tatsächliche Zahl der Abhängigen von intravenösen Drogen in Georgien auf ca. 80.000 bei einer Einwohnerzahl von 5 Millionen. (vgl. Workshop Kommunale Drogenpolitik, Eschborn 2006). Andere Angaben sprechen von 6% der georg. Bevölkerung als drogenabhängig.

Betroffen sind vor allem Jugendliche. Die Gruppe der 18- bis 26-Jährigen in Georgien umfasst rund 700 000 junge Menschen. Hauptprobleme dieser Altersgruppe sind:

  • die schwierige soziale und wirtschaftliche Lage,
  • Arbeitslosigkeit,
  • mangelhafter Zugang zu jugendfreundlichen Dienstleistungen,
  • eingeschränkter Zugriff zu Informationen über Studium- und  Beschäftigungsmöglichkeiten im In- und Ausland,
  • mangelhafte außerschulische Ausbildungsangebote,
  • erschwerte Integration der Flüchtlinge, Straßen- und Waisenkinder,
  • Durchführung der Jugendarbeit in Gebirgsregionen.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung führen dazu, dass oft Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder fehlen. Manche Eltern sehen sich gezwungen, ihre Kinder betteln zu schicken. Alleinerziehende Haushalte mit Waisenkindern und Invaliden geht es nicht selten dann sogar um so genannte „freiwillig gewählte“ Armut. Daneben kann man zeitweilig auch über "bekämpfte" oder „vorübergehende“ Armut sprechen. Die meisten Flüchtlingskinder, die in ihrem kurzen Leben nicht viel anderes kennen gelernt haben als Gewalt, Vertreibung und Armut, gehören Straßenbanden an oder werden von ihnen terrorisiert. (vgl. Bericht des Nationalen Jugendrats Georgiens zur Situation der Jugend in Georgien)

Auch muss die Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten (HIV, ca. 10.000 Infizierte) verbessert werden, um die Zahl der Neuansteckungen mit Geschlechtskrankheiten zu verringern. Das Bewusstsein der Empfängnisverhütung ist gemäß Untersuchungen hoch in Georgien, dennoch besteht eine große Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein und dem Gebrauchs dieser Möglichkeiten.

Ähnlich wie die Programme gegen Drogenkonsum müssen auch die Krebsvorsorgeprogramme ausgebaut werden. Zwar finanziert die Stadt Tbilisi und internationale Partner ein Vorsorgeprogramm und Kampagnen, die das Bewusstsein für Krebs erhöhen sollen, dies findet aber nur Anwendung in Tbilisi. Für die Zukunft gilt, ein nationales Programm aufzubauen.

Die Lage vieler Senioren in Georgien ist prekär. Sie erhalten lediglich eine monatliche Einheitsrente von 100 Lari, etwa 45 Euro. Dieser Betrag reicht kaum aus, um ihr tägliches Überleben zu sichern. Zudem sind viele ältere Menschen auf sich allein gestellt, da ihre Kinder oftmals in anderen Städten wohnen. Insgesamt sind etwa 60 Prozent aller Rentner in Georgien sozialhilfebedürftig. 

Laut offiziellen Angaben (WHO) gibt es in Georgien mehr als 130.000 Menschen mit Behinderung. Davon haben 10%, also etwa 13.000 Personen, Einschränkungen am Bewegungsapparat und benötigen orthopädische Hilfsmittel. Neben Kriegsverletzungen und Minenunfällen sind Krankheiten wie Diabetes, Hepatitis und Gefäßkrankheiten, mangelnde Präventionsmaßnahmen sowie Unfälle und Erbschäden die Hauptursachen von körperlichen Behinderungen. Menschen mit Behinderung zählen in Georgien zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen und haben einen sehr eingeschränkten Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit, Gesundheits- und sozialen Diensten. Zudem sind die gesellschaftliche Partizipation und die Einbindung von behinderten Menschen in soziale Netzwerke extrem gering. Vielmehr leben sie zumeist isoliert und sind von Familienangehörigen und Pflegekräften abhängig.

Eine offizielle Darstellung der Gesundheits- und Sozialleistungen in Tbilisi findet sich auf der deutschsprachigen Seite der Stadtverwaltung.

BILDUNG

Kinder Walddorfschule Tiflis © Freunde Walddorfschule Tiflis
Kinder Walddorfschule Tiflis © Freunde Walddorfschule Tiflis

Bildungssystem:

Die Stufen des georgischen Bildungswesens umfassen folgende Etapen:

. Vorschulbereich für noch nicht schulpflichtige Kinder

- Primarstufe (6 Pflichtschuljahre)

- Sekundarstufe I (bis zur Klasse 9)

- Sekundarstufe II („mittlerer Bildungsabschluß“)

- die Hochschulausbildung (Bachelor, Magister)

- postgraduales Studium (Doktorstudium)   

Georgien ist 2005 dem Bologna-Prozess beigetreten. In Tbilisi gibt es neben staatlichen auch private Hochschulen, die vom Wissenschafts- und Bildungsministerium Georgiens akkreditiert sind. Die größte Universität Georgiens ist die Staatliche Iwane Dschawachischwili Universität von Tbilisi, die 1918 gegründet wurde. Sie verfügt über fünf Zweigstellen in verschiedenen Regionen Georgiens und über etwa 60 wissenschaftliche Forschungslaboratorien und - zentren. Durch ein Zertifizierungsverfahren konnte die Anzahl von landesweit mehr als 360 staatlich anerkannten Hochschulen im Jahr 1991 auf inzwischen schon 63 reduziert werden

Eine kritische Analyse des Hochschulsystems legte 2008 eine Studie aus Kassel vor, aus dem Jahr 2010/11 stammt eine Studie zur Bildungsreform der UNESCO.

Ein akutes Problem ist die berufliche Ausbildung. Trotz hoher Arbeitslosigkeit können Stellen nicht besetzt werden, weil die arbeitslosen Stellenbewerber andere Fähigkeitsprofile aufweisen, als sie von den Unternehmen am Arbeitsmarkt gefordert werden. In vielen Berufsfeldern wächst der Bedarf an neu und bedarfsgerecht qualifizierten Arbeitskräften, die das bestehende Berufsausbildungssystem nicht garantieren kann. Viele junge Leute haben entweder ein Studium absolviert oder sind ungelernte Arbeiter, dazwischen gibt es wenig. So haben im Jahr 2010 weniger als 15% der Schulabgänger eine Berufsausbildung abgeschlossen (rund 8000).

 

KULTUR

So vielfältig wie die Natur, die sprachlichen und ethnischen Elemente Georgiens ist die Kultur des relativ kleinen Landes.

Musik

Film “Wie Luft zum Atmen” der Regisseurin Ruth Olshan über einen Frauenchor, der in die Domäne des polyphonen Männergesangs eindringt.
Film “Wie Luft zum Atmen” der Regisseurin Ruth Olshan über einen Frauenchor, der in die Domäne des polyphonen Männergesangs eindringt.

"Was die Georgier singen ist wichtiger als alle Neuentdeckungen der modernen Musik. Es ist unvergleichlich und einfach. Ich habe nie etwas besseres gehört!" (IGOR STRAWINSKY)

Die traditionelle georgische Musik ist mehrstimmig/polyphon. Die Einzigartigkeit dieser jahrhundertealten Tradition wurde durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Eine gute Einführung vermittelt Georgia insight. Den Zauber der Verbindung von Mythen, Natur und Musik vermittelt eine Videosequenz.

Georgische Lieder anhören:
Georgian Legend (Erisioni) Shatilis Asulo (Varskvlavi)
Musik Video georgisches Lied und georgischer Tanz
Tschakrulo (Chakrulo),
UNESCO Meisterwerk des mündlichen und immatriellen Erbes der Menschheit
Georgisches Volkslied
Liebeslied aus Tuschetien: Zkaroze (an der Quelle)
Sakartwelo Lamaso (Du schönes Georgien)
Lied über Georgien, Hausmusik
Mimino, Georgischer Schlager,
Filmmusik aus dem Film Mimino von Rezo Gabriadze
Abesalom und Eteri, Liebesszene
Oper Abesalom und Eteri von Sakaria Paliashvili / Paliaschwili
Tanzszene aus der Oper Abesalom und Eteri

Mehr über georgische Musik erfahren:
>> Über die Entstehung der Polyphonie (vergleichende, wissenschaftliche Arbeit
"Who asked the first Question, The Origins of Human Choral Singing, Intelligence, Language, Speech" Joseph Jordania, Musikwissenschaftler)

Tanz

Sukschischwili Tanzensemble Männer © Ministerium für Tourismus Georgiens
Sukschischwili Tanzensemble Männer © Ministerium für Tourismus Georgiens
Sukschischwili Tanzensemble Frauen © Ministerium für Tourismus Georgiens
Sukschischwili Tanzensemble Frauen © Ministerium für Tourismus Georgiens

Georgischer Tanz ist absolute Körperbeherrschung verbunden mit Leidenschaft und Sinnlichkeit.

Das erste staatliche Tanzensemble gründeten im Jahr 1945, direkt nach dem 2. Weltkrieg, die Tänzer ILIKO SUKHISHHWILI und NINO RAMISCHWILI. In mehr als 1.700 Städten in 87 Staaten absolvierte die "Sukhishvili - Georgian State Dance Academy" mehr als 200 Tourneen für mehr als 50 Millionen Zuschauer und wurde zum prägenden Vorbild für Generationen weiterer Tänzer und Tanzgruppen im Land. 

Leiter und General Manager des Georgischen National Balletts mit etwa siebzig Tänzern und einem traditionellen Orchester ist der Sohn des Gründers Tengiz Sukhishvili. Der Enkel Iliko Sukhishvili Jr. ist einer der Chefchoreografen, seine Schwester Nino Sukhishvili ist stellvertretende Managerin und Kostümbildnerin. 

Literatur und Film

Rustaweli und Zereteli Jubiläumsbriefmarke 1973
Rustaweli und Zereteli Jubiläumsbriefmarke 1973
Jubiläumsbriefmarke Ilia Tschawtschawadse
Jubiläumsbriefmarke Ilia Tschawtschawadse

Literatur:

Als das erste überlieferte literarische Werk gilt in Georgien die von Jakob Zurtaweli niedergeschriebene Legende vom "Martyrium der heiligen Schuschanik" aus der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts.

Im "Goldenen Zeitalter" gelangte die georgische Literatur mit dem Meisterwerk "Der Recke im Tigerfell" von Schota Rustaweli zu ihrem ersten Höhepunkt.

Wachtang VI. (1675-1737), der als Staatsmann fast gänzlich zur Wirkungslosigkeit verurteilt war, erwarb sich Verdienste als Gelehrter, Dichter und Übersetzer. Seiner Initiative ist die Entstehung der ersten Druckerei auf georgischem Boden zu verdanken,  Kurze Zeit später veröffentlichte der Erzieher Wachtangs, Fürst Sulchan-Saba Orbeliani (1658-1725), das erste Begriffswörterbuch der georgischen Sprache.

Unter den Dichtern des 18. Jahrhunderts ragen zwei Poeten hervor: Dawit Guramischwili (1705-1792) und Bessarion Gabaschwili (1750-1791).

Im das 19. Jh. waren Fürst Alexander Tschawtschawadse (1786-1846), Grigol Orbeliani (1804-1883), Nikolos Barataschwili (1817-1845), Alexander Kasbegi (1848-1893) und Washa Pschawela (1861-1915) sowie Ilia Tschawtschawadse (1837-1907) und Akaki Zereteli (1840-1915) prägend, da sie die Grundlagen für die moderne georgische Literatur legten. 

Einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20 Jahrhunderts  war Konstantine Gamsachurdia, der von 1912 bis 1919 in Deutschland studierte und an der Berliner Humboldt-Universität zum Doktor promovierte. Seine Romane "Dawit der Erbauer" und "Die rechte Hand des Meisters" wurden auch ins Deutsche übersetzt.

Unter den Schriftstellern der sowjetischen Periode verdient vor allem Nodar Dumbadse Beachtung, dessen Romane sich wie Chroniken aus dem Leben "des kleinen Menschen" lesen. Zur modernen Literatur gehören auch Otar Tschiladse, Rewas Inanischwili, Guram Pandshikidse.   

Film:

Der erste georgische Film stammt aus dem Jahre 1912 und begleitet die Reise des Dichters Akaki Zereteli (1840-1915) durch die westgeorgischen Provinzen Ratscha und Letschchumi.

In den 30er Jahren war Nikolos Schengelaia der bekannteste Filmregisseur. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Nato Watschnadse, dem ersten weiblichen Filmstar. Der Sohn Eldar gehört heute zu den einflussreichsten Regisseuren. 1956 gewann "Magdanas Esel" eine goldene Palme in Cannes. Es war der erste Film des Regisseurs Tengis Abuladse. In den folgenden Jahren erlangte er mit den Filmen "Baum der Wünsche" und "Die Reue" internationalen Ruhm. Mit "Die Reue" - ein Filmwerk über Tyrannei und Angst, in der Stalinzeit - gewann Abuladse 1987 den Spezialpreis der Jury von Cannes. 

RELIGION

Georgische Kirchen auf Briefmarken
Georgische Kirchen auf Briefmarken
Glocke © Auch
Glocke © Auch
Taufe
Taufe

"Meine Heimat ist meine Ikone und die ganze Welt ist ihr Ikonenschrein. Glänzendes Berg- und Tiefland teilen wir mit Gott."   (Erste Worte der georgischen NATIONALHYMNE)

Georgien ist ein christlich geprägtes Land, schon im 4. Jahrhundert wurde das Christentum zur Staatsreligion Iberiens erklärt und Südkaukasien christianisiert. Seit dem frühen Mittelalter und im Ringen um nationale Unabhängigkeit, gegen Russifizierung entwickelte sich die Georgische Orthodoxe Kirche zu einem nationalen Symbol.(Zur Systematik der Ostkirchen siehe die website des Ostkircheninstituts Regensburg)

Am 14. September 2002 unterzeichnete Schewardnadze einen Staatsvertrag mit der georgisch-orthodoxen Kirche, der ihr einen Sonderstatus im Staat einräumt, erst am 5. Juli 2011 wurden die Rechte der sogenannten "Minderheitenkirchen" neu geregelt, um dem Verfassungsgrundsatz der Glaubensfreiheit besser gerecht zu werden und Minderheitenrechte besser zu schützen. Zur Sonderrolle im System  siehe die Studie der Konrad Adenauer Stiftung. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zur georgischen orthodoxen Kirche, ca. 10% zur russisch-orthodoxen Kirche. Informationen und Impressionen von der Schönheit der Kirchen auf der Seite von Georgia insight aktuelle Informationen zur Lage von Gläubigen in Georgien versendet Forum 18 News .

Ca. 11-13 Prozent der Einwohner Georgiens sind Muslime. Dazu zählen die mehrheitlich schiitischen Aserbaidschaner und Bewohner Adschariens, deren Vorfahren während der osmanischen Herrschaft zwischen dem 16.und 18. Jahrhundert zum sunnitischen Islam übergetreten waren sowie die 1944 deportierten Mescheten. Heute gibt es im Land noch über 260 Moscheen, eine erste Übersetzung des Korans ins Georgische erfolgte 1906 durch Georgij Lobschanidze.2011 löste sich eine eigenständige muslimische Verwaltung Georgiens aus der "Transkaukasischen Muslimischen Verwaltung" mit Sitz in Baku.

Der armenisch-gregorianischen Kirche gehören ungefähr vier Prozent an, während sich weniger als ein Prozent auf katholische Glaubensgemeinschaften (armenisch-, römisch- und  chaldäisch-katholisch) verteilt. Die Apostolische Nuntiatur für Georgien wurde 1992 eingerichtet. Über Hilfsaktionen deutscher Katholiken in Georgien informiert die website von Renovabis, einen Überblick über die Kirchen in Südkaukasien mit Kontaktadressen gibt ein Länderbericht des EKD.

Ein noch geringerer Teil der Bewohner Georgiens bekennt sich zum Protestantismus und den Zeugen Jehovas. Die Evangelisch-Lutherische Kirche wurde zu Beginn des 19. Jh.s begründet und zählt in Tbilisi ca. 400 Gemeindemitglieder.

Bei den jüdischen Gemeinden lassen sich europäische und kaukasische Juden unterscheiden; beide Gruppen unterhalten Synagogen in Tbilisi, Kutaisi und Batumi. Nach der Unabhängigkeit 1991 sind allerdings viele Juden nach Israel ausgewandert, ohne aber die enge Verbindung zu ihren Glaubensgenossen in Georgien aufzugeben. Einen historischen Überblick gibt Chaim Frank, aktuelle Informationen finden sich auf der seite von SHALOM - Georgien.

 

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Über die Autorin

Prof. Dr. Eva-Maria Auch studierte Orientalistik/Islamwissenschaft und Slawistik. Sie lehrt und forscht an deutschen, kaukasischen und zentralasiatischen Universitäten, arbeitete für das Goethe-Institut, die GTZ, die OSZE und die Michael-Succow-Stiftung. Sie ist Vorstand des Kultur- und Wissenschaftsvereins EuroKaukAsia und bei der AIZ als Tutorin für Landeskunde und Trainerin für Interkulturelle Kommunikation tätig.

Feedback-Formular
www.eurokaukasia.de

Offizielle Durchschnittslöhne (2011)

Finanzsektor: 1371,8 GEL (ca. 623 EUR)

Fischerei: 308,6  GEL (ca. 140 EUR)

Öffentlicher Dienst: 957,6 GEL (ca. 431 EUR),

Immobilienbereich: 910 GEL (ca. 413 EUR)

Bildungssektor: 329,8 GEL (ca. 149 EUR)

Landwirtschaft:  426,6 GEL (ca. 193 EUR)

Gesundheits- und Sozialwesen:  519,54 GEL (ca. 235 EUR)

Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im Durchschnitt um 12,8 % auf 687,4 GEL (ca. 312 EUR). 

Die Renten betrugen 2012 durchschnittlich 100 Lari (rd. 50 EUR) pro Monat.

Internationale Hilfsorganisationen:

Evangelisch-Lutherische Kirche Georgien

Caritas Georgia 

Anti-Violence Network Georgia (AVNG)

Arbeiter-Samariter-Bund

United Nations Development Programme (UNDP) 

IOM (Internationale Organisation für Migration

USAID Georgia mit folgenden Förderschwerpunkten:

Development Credit Authority (DCA)
July 2010 - July 2020
Loan Guarantee for Hospitals
TBC Bank & Block Georgia
www.tbcbank.ge
USAID signed a DCA loan guarantee agreement with the TBC Bank for the $8 million loan to Block Georgia. The funding will be used by Block Georgia to construct and/or rehabilitate 9 hospitals in West Georgia (Kutaisi, Tskaltubo, Poti, Mestia, Chkhorotskhu, Tsalendjikha, Abasha, Khobi and Martvili).

Loan Portfolio Guarantee, TBC Bank
Sept 2010 - Sept 2020
www.tbcbank.ge
USAID has signed another DCA loan portfolio guarantee agreement with the TBC Bank for the $20 million total loan portfolio. The loans to be issued by TBC Bank and covered by the guarantee are intended for the private health sector borrowers for construction, renovation, and equipping of hospitals and clinics.

Job Counseling and Placement Project

March 2010 - March 2012
International Organization for Migration (IOM)
www.iom.ge

Strengthening Childcare Services and Systems
Aug 2010 – Aug 2013
UNICEF
www.unicef.org/georgia/

Health System Strengthening Project
Oct 2009 - Oct 2014
Abt. Associates, Inc.
www.abtassociates.com

HIV Prevention Project
Jan 2010 – Dec 2014
Research Triangle Institutes
www.rti.org

Georgia Sustaining Family Planning and Maternal and Child Health Services Project – Sustain
Oct 2009 – Oct 2014
John Snow, Inc (JSI)
www.jsi.ge

Hepatitis B Catch-up Vaccination 
Sept 2009 – June 2012
Rostropovich Foundation 
http://www.rostropovich.org

Tuberculosis Prevention Project 
Sept 2011 – Sept 2015
University Research Corporation (URC)

Nursing Vocational Education Project
Oct 2009 – Oct 2012
Emory University
www.emory.edu

Universitäten

Tbilisi I. Dschawachischwili Staatliche Universität
Adr: I.Tschawtschawadse Pl. 45
Tel: (+995 32) 22 02 41
Website: www.tsu.ge

Staatliche Medizinische Universität von Tbilisi
Adr: Waja-Pschawela Pl. 33
Tel:(+995 32)  39 26 13
Website: www.tsmu.edu

Georgische Uni für Gesellschaftsbeziehungen (GIPA)
Adr: Brosse Str. 2
Tel: 93 22 01
www.gipa.ge

Amerikanische Geisteswissenschaftliche Universität
Adr: D. Agmaschenebeli Pl. 89/24 
Tel: 95 69 93
www.auhtc.net

Kaukasus  Businessschule (CSB)
Adr: Kostawa Str. 77
Tel: 94 16 91
www.csb.ge

Europäische Managementschule (ESM)
Adr:
Waja-Pschawela Pl. 40
Tel: 38 58 49/ 39 68 64
www.esm-tbilisi.ge

Georgisch-Amerikanische Universität
Adr: Tschawtschawadse Pl. 17a
Tel: 91 50 03
www.gau.ge

Technische Universität Georgiens 

Adr: Kostava Str. 77
Tel: 33 33 23
www.gtu.edu.ge

Universität Georgiens für Sozialwissenschaft
Adr: Kostawa Str. 77
Tel: 36 46 65 

I.Tschawtschawadse Staatliche
Uni
Adr: I.Tschawtschawadse Pl.45 
Tel: 29 41 97
www.iliauni.edu.ge

Internationale Schwarzmeeruniversität
Adr: D. Agmaschenebeli Allee 13 km
Tel: 59 50 05
www.ibsu.edu.ge

Sch.Rustaweli Staatliche Uni für Theater und Kino
Adr: Rustaweli Pl.19
Tel: 99 94 11

A. Kutateladze Staatliche Kunstakademie
Adr: Griboedowi Str. 22
Tel: 93 69 59 

Kaukasus Universität
Adr: Kostawa Str. 77
Tel: 31 32 25/ 94 16 91
Fax: 31 32 26
Info@cu.edu.ge
www.cu.edu.ge

Georgisch online lernen

 "Henrik Theilings Schriftenlehrer" und der Blog "sprachenlernen25" zum Erlernen des georgischen Alphabets

Wichtige georgische Begriffe:

 „Gaumarzos“ -  „Auf den Sieg“ =  „Zum Wohl“ = Zeichen zum Erheben des Glases (gagimarzos – „Mögest Du siegreich sein“!)

 Supra – georgisches Bankett/Festmahl, Tafelrunde

 Tamada – Tischmeister (tamadoba – Kunst des Tischmeisters die Tafel zu führen)

 Chatschapuri – Hefestücke mit Lakenkäsefüllung

 Baže – Soße aus Walnüssen

Pchali - Nusspasten

Atschika – Scharfe Pfefferpaste mit Knoblauch, Salz und pikanten anderen Gewürzen

Gadschi – Trinkhorn

Beliebte Trinksprüche: 


„Eine Tafel ist nur von geringer Qualität, wenn sie nicht begleitet ist von Liedern,  Geschichten, Tänzen und geliebten Menschen“

„Nichts Altes ist gut, außer ein alter Freund und ein alter Wein“

„Wasser spiegelt das Antlitz des Menschen, der Wein sein Herz“

Bedeutung der Weinrebe:

„Behandle mich wie etwas Heiliges und ich schenke Dir Talent und Verstand“

„Ich bin ein Rebstock, Du bist ein Blatt. Der größte Teil der Sonne ist in mir. Willst Du die Sonne sei mit Dir, so sei mit mir!“

„Das Wesen des Kults um die Gäste ist: empfange den Gast vergnügt, trinke Wein in Maßen, sei ein Feinschmecker, aber iß nicht zuviel, liebe Deine Freunde aber auch Deine Feinde“

„Wie uns ein einfühlsam gelebtes Leben das Recht gibt, dem Tod friedlich zu begegnen, so gibt uns eine gut geführte Tafel das Recht, uns zu entspannen.“

 

Literatur:

Georgien. Wostok spezial, Frühjahr 2005

Die georgische Tafel. Hrsg. von Nana Ansari, Mandelbaum Verlag Wien 2004

 

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ ist der führende Weiterbildungsanbieter für die internationale Kompetenzentwicklung. Wir stehen für innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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