In der Ermita de la Santa Cruz (Antigua de Guatemala)
Anteil alphabetisierter Bevölkerung
81,5% (2015)
Bedeutende Religion
katholisch ca. 60%, evangelikale Kirchen ca. 30%
Städtische Bevölkerung
51,1 % (2018)
Lebenserwartung
71,8 Jahre (2018 gesch.)
Gender Inequality Index (GII) 2017
Rang 120 (0,493)
Geburtenrate
24,6/1000 Bewohner (2018)
Kindersterblichkeit
23,3 pro 1000 Lebendgeburten (2018)

Soziale Strukturen & ethnische Bevölkerung

Schaubild mit der territorialen Verteilung der Mayavölker und Sprachgruppen in Guatemala
Mayavölker und Sprachgruppen in Guatemala (Grafik: J. Mayr)

Guatemala ist ein Land mit groβen Gegensätzen zwischen arm und reich: Eine kleine Oberschicht von Weißen und Ladinosso wird in Guatemala die Bevölkerung europäischer und gemischt-indigener Abstammung bezeichnet, verfügt über den Großteil des Nationaleinkommens, während mehr als 75% der Gesamtbevölkerung in Armut und 59,3% unter der Armutsgrenze leben (2014).

Das auf den ersten Blick beeindruckende Bild einer seit Jahrhunderten vermeintlich multikulturellen Gesellschaft der 23 verschiedenen indigenen Völker, Ladinos, Weißen, Garífunas und Asiaten, hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Zu groß sind die kulturellen Unterschiede zwischen den Mayas und den Ladinos bzw. Weißen. Zu offensichtlich ist die Ausgrenzung der indigenen Bevölkerung von den Ressourcen des Landes, der wirtschaftlichen Entwicklung und aus politischen Entscheidungsabläufen.

Obwohl die Maya seit Jahrhunderten vielfältigen „westlichen” Einflüssen unterliegen, ist es ihnen gelungen, bis in die Gegenwart wesentliche Teile ihrer Kultur zu bewahren und bestimmte eigene Traditionen mit den fremden Kulturelementen zu neuen und eigenständigen Formen zu verschmelzen. 

Bis heute werden die verschiedenen Mayasprachen in den einzelnen Landesteilen gesprochen. Die mit der Bestellung der "Milpa" (Maispflanzungen) verbundenen Riten, die Bekleidung, das zyklische Kalendersystem der Maya, das Popol Vuh oder die einem "indigenen Weltbild" vergleichbare "Maya Mythologie" als identitätsstiftende Elemente für die indigene Bevölkerung zeugen von der gelebten Mayakultur. 

Soziale und wirtschaftliche Teilhabe

Mehr als 75% der indigenen Bevölkerung leben in ländlichen Regionen. Da die Landwirtschaft nach wie vor eine der wichtigsten Einkommensquellen für die Maya darstellt, sind sie von Landmangel und ungerechter Landverteilung besonders betroffen:

  • Armut ist in Guatemala vor allem ländlich und indigen: Über 90% der indigenen Bevölkerung des westlichen Hochlandes leben von Einkünften weit unter der Armutsgrenze
  • Sehr viele Angehörige der indigenen Volksgruppen sind aus wirtschaftlicher Not gezwungen, sich unter oftmals unzumutbaren Arbeitsbedingungen auf den Plantagen an der Pazifikküste oder in den Betrieben der maquiladora-Industrie als billige Arbeitskräfte zu verdingen
  • Kinderarbeit betrifft vorwiegend die indigene Bevölkerung

Rio Negro – „To Do! 2010"

Im März 2011 wurde auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin der Preis "To Do!” für sozial verantwortlichen Tourismus vergeben. Unter den drei gleichrangigen Preisträgern aus aller Welt war auch das „Centro Histórico y Educativo Riij Ibóoy” (Historisch-Pädagogisches Zentrum) der Achi-Gemeinde Rio Negro am Stausee Chixoy (Baja Verapaz).

Das gemeindebasierte Touristenprojekt war 2007/08 mit Unterstützung der Deutschen Entwicklungshilfe (BMZ/GIZ) gebaut worden und macht auf das Unrecht aufmerksam, das den Menschen am See wiederfahren ist. Im Jahr 1982 wurden Einwohner von Rio Negro Opfer mehrerer Massaker, bei denen mindestens 440 Menschen, darunter vor allem Kinder und Frauen, ums Leben kamen. Die Gemeinden der Zone hatten gegen den Bau des Chixoy-Wasserkraftwerks protestiert, da durch das Bauwerk der Bevölkerung heilige Maya-Stätten und archäologische Fundorte überschwemmt wurden.

Frauen & Gender & Geschlechtervielfalt

Wandmalerei mit dem Thema: Gewalt gegen Frauen
Wandmalerei in Poptún © J. Mayr

Zur Geschlechtergleichheit ist es in Guatemala noch ein langer Weg:

  • Frauen verdienen ein geringeres durchschnittliches Einkommen als Männer
  • In etwa einem Drittel der Haushalte sind Frauen die Haushaltsvorstände
  • Im Jahr 2011 waren nahezu 40% der zwischen 15 und 19 Jahre alten Indigena-Mädchen verheiratet
  • Bis Ende 2015 erlaubte Guatemalas Rechtssystem Hochzeiten ab dem 14. Lebensjahr für Mädchen und ab dem 16. Lebensjahr für Jungen. Seit November 2015 dürfen Kinder nur mit einer Ausnahmegenehmigung heiraten.
  • Gewalt gegen Frauen ist Alltag. Vergewaltigung durch den Ehemann ist in Guatemala kein Delikt.
  • Im Jahr 2000 wurden in Guatemala 213 Frauen ermordet, im Jahr 2009 waren es 708. Der Grund: Sie waren Frauen (Femizid).
  • Da nur eine geringe Zahl an Frauen Landbesitzerinnen sind (weniger als 10%), haben auch nur wenige Zugang zu Bankkrediten.
  • Im Jahr 2016 wurde der Sepur - Zarco Prozess eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes stehen Militärs wegen sexualisierter Gewalt im Bürgerkrieg vor Gericht.

In Guatemala haben Frauen seit 1947 das Recht an den in der Verfassung garantierten, allgemeinen und freien Wahlen teilzunehmen. Bis heute sind nur wenige Frauen in der politischen Öffentlichkeit Guatemalas präsent.

Nicht nur Mädchen und Frauen sind in Guatemala benachteiligt und werden diskriminiert. Menschen die der LGBTQI* Gemeinschaft angehören und somit nicht der Heteronormativität entstprechen, leiden besonders unter Marginalisierung und Ausgrenzung aus vielen sozialen Bereichen der Gesellschaft. Die guatemaltekische Kämpferinn für Geschlechtergleichheit und Geschlechtervielfalt, Quetzali (22), die 2017 zur Trans*-Indigena-Schönheitsköniging gewählt wurde, kämpft somit gegen eine dreifache Diskriminierung: ihre Zugehörigkeit zum Volk der Maya, weil sie arm ist und wegen ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der LGBTQI*".

Zu den Parlamentswahlen 2019 bewerben sich zwei Homosexuelle um je einen Abgeordnetenplatz: Aldo Dávila geht für die von der Friedensnobelpreisträgering Rigoberta Menchú gegründete Partei Winaq ins Rennen, und Otto René Felix läßt sich von der UNRG, eine Partei die aus der Guerrillabewegung hervorging, aufstellen. Beide setzen sich für die Rechte der LGBTQI* Gemeinschaft in Guatemala ein.

Gesundheit & Sozialwesen

Schwitzbad in Joya de Cerpan (El Salvador)
Schwitzbad in der Ausgrabungsstätte “Joya de Cerén” in El Salvador. Foto: Wikipedia, CC BY-SA 3.0
Die NRO APROSUVI unterstützt die Maya-Hebammen.
Der deutsche Verein Elote e.V. unterstützt schon lange die guatemaltekische NRO APROSUVI, die sich vor allem die Weiterbildung von Comadronas in Huehuetenango zur Aufgabe macht. Foto: Elote e.V. CC By-NC-ND 4.0

Die Mayas im präkolumbischen Mesoamerika hatten Saunen, sogenannte temescal, die in ihre Behausungen integriert waren, die für Heilungsprozesse und von Mütter nach der Geburt Ihrer Kinder genutzt wurden.  

Mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von annähernd zwei Prozent liegt Guatemala im Jahr 2015 weltweit auf Platz 63 (Deutschland liegt mit einer negativen Wachstumsrate von - 0,17% auf Platz 214). In Guatemala sind die Geburtenraten unter der indigenen Bevölkerung deutlich höher als der Durchschnitt. Zudem ist die Müttersterblichkeit in Guatemala mit 88 Sterbefälle auf 100.000 Lebendgeburten (2015) sehr hoch; im ländlichen Raum ist sie bei Indigena-Frauen noch bedeutend höher.

Diese Zahlen bestätigen, dass es in Guatemala kein funktionierendes Gesundheitssystem gibt. In Guatemala existieren Krankenversicherungen, und es gibt in den meisten größeren Städten Provinz- und städtische Krankenhäuser, zu denen aber nicht alle Zugang haben. Vor allem in den ländlichen Regionen ist die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unzureichend. Traditionell füllen diese Lücke die “comadronas” aus. Zumeist sind dies Indigenafrauen, die in den Dörfern als ausgebildete Gesundheitshelferinnen und traditionelle Maya-Hebammen freiwillig ihre Dienste anbieten. Zwar gibt es Bestrebungen, die Comadronas in das staatliche Gesundheitssystem zu integrieren, was bisher aber von Politikern blockiert wird.

Bildung

Nach wie vor stellen für viele Familien der unzureichende Zugang zu Bildungseinrichtungen in den ländlichen Regionen und die mangelhafte Qualität der staatlichen Bildung Guatemalas ein großes Problem dar. In Guatemala beenden mehr als 30% der Schüler ihre Schulausbildung mit der sechs Jahre dauernden Grundschule, wobei nur 3/4 davon auch einen Abschluss vorweisen können.

Das Schulsystem führt über zwei parallelle Sekundarstufen zur Qualifizierung in technische Berufe (Industrie, Landwirtschaft und Verwaltung) oder ermöglicht den Hochschulzugang. Da nur etwa 40% einen weiterführenden Bildungsweg wahrnehmen, ist der Groβteil der Schulabgänger nur ungenügend auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet und spezialisiert sich in der Regel mittels Angeboten privater Bildungseinrichtungen.

Da es kaum Austausch zwischen dem Studienangebot der Universitäten und der Wirtschaft gibt, sind auch hier die Studienabgänger/innen kaum für den Arbeitsmarkt ausgebildet. 

Deutschland unterstützt Guatemala im Bereich der zweisprachigen Grundschulbildung.

Universitäten in Guatemala (Auswahl)

Kultur & Kunst

Uli Stelzner bei der Live-Vorführung seines Dokumentarfilms in Guatemala
Der Deutsche Filmemacher Uli Stelzner stellte 2007 in Guatemala seinen Film "Angriff auf den Traum" vor © J. Mayr
"Tamales": Mais in Maisblättern
Tamales in Amarant mit Palmherzen © Revue Magazine, Kerstin Sabene
Der Allerseelensalat, eine guatelaltekische Spezialität
Fiambre ist ein Salat, der an Allerseelen, im November, serviert wird. © Revue Magazine, Joan Manuel Rodriguez

Die kulturelle Diskrepanz zwischen indigener und nicht-indigener Bevölkerung gehört auch zu den wichtigsten Themen der guatemaltekischen Kunst und Literatur.

Der Literaturnobelpreisträger von 1967 Miguel Ángel Asturias Rosales (1899-1974) oder der Chronist und Schriftsteller Rodrigo Rey Rosa (geb. 1958 und inzwischen aus dem marokkanischen Exil wieder nach Guatemala zurück gekehrt) sowie Filmemacher wie Luis Argueta setzen sich in ihren Werken mit der fundamentalen Spaltung des Landes vor dem Hintergrund seiner Geschichte auseinander und tragen damit auch zu einem besseren Verständnis der ethnischen Gegensätze bei.

Seit 1988 vergibt das guatemaltekische Kulturministerium jedes Jahr den „Literaturpreis Miguel Asturias”. Bisher ging er an 17 Männer und vier Frauen. Humberto Ak'abel (1952-2019), einer der benannten Preisträger, hatte die Auszeichnung wegen der in Guatemala vorherrschenden Diskriminierung abgelehnt. Der bekannte und auch ins Deutsche übersetzte Poet (geb. 1952), er schreibt seine Gedichte auf K'iché und übersetzt sie ins Spanische, löste damit eine Diskussion über die Rassendiskriminierung im Werk Asturias' aus.

Der Himmel

Kletterst du auf eine alte Zypresse,

schwingst dich von Ast zu Ast immer höher,

wirst du sehen, die Erde

ist nicht weit vom Himmel.

in Momostenango,

kannst du ihn greifen.

(Humberto Ak’abal, Das Weinen des Jaguar, Übersetzung Erich Hackl, Edition Thannhäuser, Ottensheim an der Donau, 2005)

Musik

Auch die guatemaltekische Musik setzt sich mit den verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander: Salsa, Merengue, Rancheras, Reggae und Rock und Liedermacher stehen inzwischen für eine stilistische Vielfalt, die weit über die „traditionellen” Marimbaklänge hinausreicht.

Film

„La Isla. Archiv einer Tragödie” (2010) ist ein preisgekrönter Dokumentarfilm, über das im Jahr 2005 nach einer Bombenexplosion in Guatemala entdeckte geheime Polizeiarchiv, in dem unzählige Dokumente gefunden wurden, die die von den Militärregimen immer noch zu verantwortenden Vergehen gegen die Bevölkerung Guatemalas belegen. Uli Stelzner, der Macher dieses außergewöhnlichen Dokumentalfilms über den unrühmlichen Teil Guatemalas Vergangenheit, hat sein Schaffen dem Land gewidmet. Stelzner hat die Geschichte der Deutschen Einwanderer in Guatemala dokumentiert (Los conquistadores, 1997) und mit Filmen wie der von der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit und der Heinrich Böll Stiftung mit unterstützte Film „Angriff auf den Traum” (2006) illegale Auswanderer bei ihrem Versuch in die USA zu migrieren begleitet.

Guatemala zeigt unter anderem mit dem in Deutschland mit dem Silbernen Bären ausgezeichneten Film “Ixcanul – Träume am Fuβ des Vulkans” (2015 siehe den Tráiler weiter unten), daß das Land auch mit nationaler Produktion auf internationaler Ebene mithalten kann. 

Kulinarisches 

Guatemalas Küche ist stark von der Mayakultur beeinflusst weshalb Mais die Grundlage vieler Gerichte darstellt. Die Maisfladen, die Tortillas, sind bei keinem Essen wegzudenken. International ist Guatemalas kulinarisches Angebot nicht unbedingt bekannt. Wer das Land bereist, sollte jedoch die Gelegenheit nutzen und es auch gastronomisch erleben.

Der Allerseelensalat (Fiambre): Eine Fusion der alten und der neuen Welt

Fiambre ist eine guatemaltekische Spezialität, ein kalter Salat, der in Guatemala traditionsgemäß im November zu Allerseelen zubereitet wird. Das Gericht entstand Ende des 16. Jahrhunderts und wurde bei den Ritualen zum Gedenken an die Toten verzehrt. Die an die fünfzig Zutaten des Fiambres bilden eine Fusion aus der kreolischen Kultur Spaniens der Zeit der Eroberung Mittelamerikas, mit den einheimischen Essgewohnheiten der prähispanischen Mayabevölkerung der Region. Bestandteile des Gerichts sind Wurstwaren, Fleisch und Fisch sowie Gemüse- und Salatsorten aller Art. 

Sport

Erick Barrondo, hier an erster Stelle bei einem 20 km Geherwettbewerb in Moskau 2013), gewann als erster Guatemalteke eine olympische Medaille Foto: CC BY-SA 3.0

2012: Guatemalas erste olympische Medaille

Bei den olympischen Spielen des Jahres 2012 kam der Guatemalteke Erick Barrondo beim Gehen über 20 Kilometer auf den zweiten Platz. Mit der Silbermedallie gewann Barrondo die erste olympische Medaille überhaupt für sein Land. Sein Kommentar zu seinem Erfolg: "Falls irgendwer morgen sein Gewehr oder sein Messer gegen ein Paar Sportschuhe eintauscht, um zu trainieren, würde ich der glücklichste Mensch der Welt sein." Im Medaillenspiegel positionierte sich Guatemala damit auf Rang 69.

Fußball ist neben dem populären Basketballspiel die verbreitetste Sportart. Vergangene Regierungen haben den von vielen Mädchen und Frauen gespielten Basketball verstärkt gefördert, indem sie im ganzen Land, auch in den kleinsten Landgemeinden, Basketballplätze einrichteten.

Religion

Osterprozession mit práchtigen Blumenteppichen in Antigua Guatemala
Die Festlichkeiten zu Ostern beginnen mit einer ersten Prozesion am Palmsonntag. Bis zu 90 „cucuruchos“ (Freiwillige in Kapuzengewändern) tragen dabei eine Skulptur von Jesus Christus durch Antigua. Foto: © Franzisco Muños (Revue Magazine)
Auf dem Drachenfestival
Das alljährliche Fest der Riesendrachen in Sumpango, ein Besuch der sich lohnt (Foto: Noticias UFM, CC BY-NC 2.0

In Guatemala gehören laut Angaben der Bischofkonferenz 59,9% der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Zwischen 30% und 40% sind Gläubige des Protestantismus. Die Christen unter der Mayabevölkerung feiern die Sakramente der katholischen Kirche und pflegen gleichermaßen die Zeremonien und Festtage der Mayas.

Die Stadt Antigua Guatemala, seit 1979 Weltkulturerbe, ist berühmt für ihre besonders aufwändigen Prozessionen, Feierlichkeiten und religiösen Rituale zu Ostern. Die wichtigsten Prozessionen finden dabei am Karfreitag, die letzte am Ostersonntag statt, die schlussendlich die Auferstehung Jesu symbolisiert.

In der Osterwoche sind die in den Straßen vieler Städte ausgelegten Blumenteppiche, sie werden aus gefärbtem Sägemehl und Blumen gestaltet, besonders sehenswert.

Die Riesendrachen von Sumpango

Im November, zu Allerheiligen, findet in Sumpango in der Provinz Sacatepequez (ca. 35 Straβenkilometer von Guatemala Stadt entfernt), alljährlich ein Drachenfestival der besonderen Art statt. An diesem Tag steigen neben unzäligen kleinen Drachen gigantische Papierdrachen auf, die bis zu 30 Meter Durchmesser haben können. Sie wurden von Gläubigen zu Ehren der Toten gefertigt und tragen Schriftzüge im Andenken an die Verstorbenen, aber auch Wünsche für den Erhalt der Naturressourcen und eine friedliche Welt in den Himmel. 

Weder die katholische Missionierung seit der Kolonialzeit noch das Vordringen protestantischer Sekten als Zeichen religiöser Reorganisation in den letzten Jahrzehnten konnten die Existenz vieler synkretistischer Organisationen der traditionellen Dorfverwaltung wie den cofradías, den typischen „Laienbruderschaften” mit ihrer wichtigen Rolle in der Vielzahl der Festlichkeiten, bisher entscheidend beeinträchtigen.

Die Alianza Evangélica de Guatemala (ALFAGUAT) vereint an die 20.000 evangelikale Kirchengemeinden mit unterschiedlicher Ausrichtung die fünf Millionen Gläubige erreichen; weitere 5.000 Gemeinden sind ihr nicht angeschlossen. In der Bevölkerung gibt es religiöse Gruppierungen, die den weniger verbreiteten Religionen wie dem Judentum, dem Islam, den Mormonen und den Zeugen Jehovas angehören. 

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2019 aktualisiert.

Über den Autor

Johannes Mayr, Jahrgang 1953, ist schon viele Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und hat von 2002 bis 2008 als Entwicklungshelfer für den ehemaligen DED (heute GIZ GmbH) in Guatemala gearbeitet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er Landestrainer der heutigen AIZ für Guatemala. Seine Themenschwerpunkte sind: berufliche Bildung, Demokratieförderung und ländliche wirtschaftliche Entwicklung.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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