Sonnenaufgang bei Sololá
Offizieller Name
Republik Guatemala
Fläche
108.889 km²
Einwohner
16,34 Millionen (2015)
Regierungssitz
Guatemala Stadt
Klima (für Hauptstadt)
ganzjährig mild

Übersichtskarte

Landkarte von Guatemala
Karte von Guatemala (Public Domain)

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Lage und Größe des Landes

Als das nördlichste Land Zentralamerikas ist Guatemala mit knapp 109 000 km² nach Nicaragua und Honduras flächenmäßig das drittgrößte Land der Region. Im Norden grenzt die Republik an Mexiko, im Südwesten bildet der Pazifik und im Süden El Salvador zusammen mit Honduras die Grenze. Im Osten grenzt Guatemala an Belize und die Karibik.

Guatemalas Grenzlinie hat eine Gesamtlänge von 1.687 Kilometern. Die Küstenlinie am Pazifik erstreckt sich über 300 Kilometer, die Karibikküste ist etwa 100 Kilometer lang.

Impressionen aus Guatemala

Rundflug über Guatemala vor 25 Jahren und heute (7 Minuten)
Screenshot aus dem Videoclip

Grunddaten

Ausführliche und aktuelle Zahlen und Fakten zu Honduras sind unter anderem auf folgenden Webseiten zu finden:

Naturräumliche Gegebenheiten

Dschungelfluss in Alta Verapaz
Im Hun Nal Ye Naturpark (Alta Verapaz) © Descubre Guatemala

Guatemalas Hochland beherbergt über 200 Vulkane , von denen der als historisch aktiv geltende Tajumulco mit 4.220m der höchste Vulkan Mittelamerikas ist. Weitere heute noch aktive Vulkane sind: Santiaguito (Santa Maria), Almolonga, Atitlan, Acatenango, Fuego, Pacaya undd er Tecuamburro. Der Vulkan Fuego (3.763m) bei Antigua gilt als einer der aktivsten unter ihnen, und der ebenfalls recht unruhige 2.552m hohe Vulkan Pacaya ist bei Touristen ein beliebtes Ziel für Bergtouren.

In allen Regionen des Landes werden von den Familien der Kleinbauern vorwiegend Mais, Bohnen und Gemüse für den Eigenbedarf und auch zum Verkauf auf den lokalen Märkten angebaut.  Guatemala ist berühmt für seinen im Hochland auf etwa 1.100-1.400 Metern Höhe angebauten Kaffee, wo die ausgedehnten Plantagen das Landschaftsbild mitzeichnen. Die dort geernteten Kaffeebohnen besitzen wegen ihrer ausgezeichneten Qualität in der Exportwirtschaft einen hohen Stellenwert.

Guatemala teilt sich im Norden mit Belize und Mexiko die Biosphäre Maya, mit 21.602 km² ist sie das gröβte zusammenhängende Naturwaldgebiet des Landes. Wegen seiner Ökosysteme und der geschützten Flora und Fauna sind dort Eingriffe des Menschen in die Natur verboten. 

Das pazifische und teilweise auch das karibische Tiefland werden vor allem für die Tier- und Pflanzenproduktion genutzt. Im Südwesten des Landes befinden sich die grossen „Fincas” der Viehzüchter, die Zuckerrohrplantagen und grossflächige Anbaugebiete für Bananen, Kakao und die  afrikanische Ölpalme (Palma africana). Die Ölpalme wird auch in der Nordprovinz Guatemalas, dem Petén, in großen Plantagen angebaut. Das pazifische Tiefland ist von den Produktionsflächen der internationalen Konzerne Dole Fruit Company, Del Monte oder Chiquita eingenommen. Wie Guatemala seine Ressourcen nutzt ist nicht unumstritten. Die Förderung von Bodenschätzen wie Erdöl und Gold und der Anbau von Agrarprodukten in Monokulturen führen zu gewaltsamen Vertreibungen der ansässigen Bevölkerung, bedrohen die Umwelt und verhindern eine angemessene und dringlichst erforderliche Nahrungs- und Ernährungssicherheit für die Bevölkerung.

Die Pazifikküste ist mit ihren dunklen Sandstränden beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel für die guatemaltekischen Familien. Die dortigen Küstenstreifen sind Brutstätte der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und in den Gewässern des Ozeans ziehen während der Paarungszeit von März bis Dezember Buckelwale nationale und internationale Touristen zum Walewatching an.

Der Zugang zum Atlantik wird vor allem von der Stadt Puerto Barrios dominiert, wo im nahe gelegenen Hafen Santo Tomás auch die groβen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Den Urlaubern werden Ausflüge über das Meer an die Karibikstrände bei Livingston oder Touren zu den Maya-Ruinen im Petén angeboten.

Klima

Die Klimazonen in Guatemala reichen vom tropischen heiβen und schwülen Tiefland, den heiβ-trockenen Gebieten zur Grenze nach Honduras, bis hin zu sehr kalten Zonen im Bergland, wo durchaus in hoch gelegenen Bergdörfern auch einmal Schnee fallen kann.

In den Monaten von Mai bis November ist die Regenzeit. In diesem Zeitraum bilden sich alljährlich im Pazifik und im Atlantik Tropenstürme und Orkane, die immer wieder Guatemala und die anderen Länder der Region heimsuchen.

Guatemala Stadt und das nahegelegene Touristenzentrum Antigua Guatemala haben ein mehr gemäßigtes Klima, wobei es abends und in der Nacht auch etwas kühl werden kann.

Ökologische Probleme

Feuerwehrleute in einem Waldbrandgebiet
Feuerbrigade bei der Bekämpfung eines Waldbrandes © J. Mayr

Der Naturraum Guatemalas ist in erster Linie durch das Handeln des Menschen bedroht.  In der Landwirtschaft verursachen viele Kleinbauern häufig Brände, da sie ihre Mais- und Bohnenfelder „die Milpa” nach der Ernte unkontrolliert abbrennen und das Feuer dann auf Wälder und auf Naturschutzgebiete übergreift. Zudem benötigt die wachsende Viehwirtschaft immer mehr Land, was ebenfalls auf Kosten von Naturwäldern und Naturschutzgebiete geht.

Die nördlichste Provinz Guatemalas, der Petén, ist ein Naturraum in dem sich der Dschungel, in dem „alles wächst aber wenig gedeiht”, gegen eine Landwirtschaft und Viehwirtschaft behaupten muss. Die Biosphäre Maya, das gröβte zusammenhängende Naturwaldgebiet der Region ist ernsthaft bedroht. Die Wälder in denen viele Edelhölzer wachsen, können von den zuständigen staatlichen Institutionen nur unzureichend gegen illegale Abholzung und das Vordringen der Landwirtschaft geschützt werden, weshalb diese Aufgabe auch zum Anliegen der Zivilbevölkerung geworden ist.

Die Bevölkerungsdichte im Petén ist zwar relativ  gering ist, trotzdem ist die Planzen- und Tierwelt in Gefahr. Noch lebt in den Wäldern Guetemalas der vom Aussterben bedrohte mittelamerikanischen Tapir (Tapirus bairdii) Er migriert aus dem dicht bewaldeten Nachbarland Belize über die Grenze, wo er allerdings gejagt und sein Fleisch verkauft wird.

In Bau befindliche groβe Infrastrukturprojekte wie die Schnellstrasse „Transversal del Norte”, sie führt über mehr als 300 km von der mexikanischen Grenze in Huehuetenango bis in die Provinz Izabal im Westen, durch sensible Naturschutzgebiete und Indigena-Gemeinden, der Abbau von Bodenschätzen wie Gold, Silber und Nickel im Tagebau wie zum Beispiel in der Mine Marlin im Departement San Marcos, haben wegen der unübersehbaren Schäden für die Natur und den Lebensraum der Menschen, in der Bevölkerung starke Opposition hervorgerufen.

Im Falle des Vorhabens „Los Chocoyos“, das ebenfalls der GoldCorp Gruppe gehört wurde das Vorhaben zugunsten der rechtmässigen Landbesitzer, einheimische Mayabevölkerung, zunächst eingestellt. Der seit Anfang der Jahres amtierende Präsident, Jimmy Morales, versucht die schwelenden sozialen Konflikte mit Dialogrunden zu vermeiden.

Guatemala wird durch seine Lage zwischen Pazifik und Karibik auch von Naturkatastrophen nicht verschont und benötigt immer wieder Katastrophenhilfe aus dem Ausland. Im Jahr 2005 forderte der Tropensturm „Stan” vor allem in West-Guatemala durch die lang anhaltende Regenfälle viele Todesopfer, die  in Überschwemmungen, Schlammlawinen und Bergrutschen ums Leben gekommen waren. Im Jahr 2010 kamen über 120 Menschen durch die Auswirkungen des Tropensturms Agathe ums Leben, 155.000 Menschen muβten evakuiert werden.

In der Region Zentralamerika stoβen zwei tektonische Platten aufeinander, was auch in Guatemala zu häufigen Erdbeben führt. Das letzte groβe Beben (es hatte Stärke 7,4 nach der Richterskala), das die Menschen in Guatemala erlebten, fand am 7. November 2012 statt. Dabei fanden mindestens 47 Menschen den Tod.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Familienszene am Ufer des Atitlansees
Indigenafamilie am Atitlansee © Lillian van den Broeck

Das auf den ersten Blick beeindruckende Bild einer seit Jahrhunderten vermeintlich multikulturellen Gesellschaft von 23 ethnischen Sprach-Gruppen und den Mestizen, hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Zu groß sind die kulturellen Unterschiede zwischen den Nachkommen der Maya, sie machen annähernd 60 % der Bevölkerung aus und den Ladinos, den spanischsprachigen Mestizen in Guatemala. Zu offensichtlich ist die Ausgrenzung der indigenen Bevölkerung von der Teilhabe an den Ressourcen des Landes, an der wirtschaftlichen Entwicklung und von politischer Einflussnahme. Trotzdem pflegen die Mayas selbst als „immense Minderheit” ihre überlieferte Kultur. Sie leben und verbreiten die bis heute lebendige „Kosmovision Maya” und habe ihre eigenen religiösen Priester. (mehr zur Bevölkerung und zum Thema Mayakultur unter “Ethnische Bevölkerung & Soziale Strukturen”)

Da die Lebensqualität in den Städten deutlich besser ist als auf dem Land, sich dort jedoch die Lebensbedingungen ständig verschlechtern, nimmt in Guatemala die Landflucht stetig zu. Etwa 49% der Bevölkerung leben heute in den größeren Städten (Guatemala City: ca. 3,5 Mio. Einwohner).

Verkehr

In Guatemala zu Reisen, verlangt vor allem eines: ausreichend Zeit zur Verfügung zu haben. Der ausgebaute Teil des Straßennetzes wird nur unregelmäßig erneuert oder gewartet und befindet sich deshalb in einem sehr schlechtem Zustand. Abseits der Hauptstraßen führen nur unbefestigte Strassen ans Ziel. Die Hauptstadt des Landes ist eine pulsierende Großstadt, die trotz der großzügigen Stadtautobahnen unter dem stetig zunehmenden Verkehrsaufkommen leidet. Die schlecht gewarteten Motoren der Busse der öffentlichen Verkehrsmittel, sowie die der Lastkraftwagen und vieler Privatfahrzeuge sind wegen der hohen Luftverschmutzung durch die Abgase eine ständige Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt.

Flagge und andere nationale Symbole

Die blau-weiss-blaue Flagge Guatemalas
Die Flagge des Landes

Die heutige Flagge der Republik Guatemala stammt aus dem Jahr 1871. Sie ist in blau-weiss-blauen, senkrechten Streifen gehalten und in der Mitte ziert sie das Staatswappen. Der weiβe Streifen symbolisiert Reinheit, Frieden, Einheit, Standhaftigkeit und das Licht. Zudem steht er für das Land, das von zwei Ozeanen begrenzt wird. Die blauen äuβeren Streifen drücken Gerechtigkeit, Wahrheit und Stärke aus und symbolisieren den Himmel und die beiden Ozeane.

Im Wappen wird an den Tag der Unabhängigkeit von der spanischen Krone, dem 15. September 1821, erinnert. Der dort abgebildete Vogel, ein Quetzal, ist das national verehrte Tier des Landes und steht für Unabhängigkeit und Freiheit. Für die Mayas war der Quetzal, um den sich viele Legenden ranken, Symbol für das Licht und für das Leben. Guatemalas Währung(Q) trägt seinen Namen. Weitere nationale Symbole sind: Der Kapokbaum (die Ceiba) als „Mittelpunkt der Welt” und die überall gespielte Marimba, das nationale Musikinstrument.

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2016 aktualisiert.

Über den Autor

Johannes Mayr, Jahrgang 1953, ist schon viele Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und hat von 2002 bis 2008 als Entwicklungshelfer für den ehemaligen DED (heute GIZ GmbH) in Guatemala gearbeitet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er Landestutor der heutigen AIZ für Guatemala. Seine Themenschwerpunkte sind: berufliche Bildung, Demokratieförderung und ländliche wirtschaftliche Entwicklung.

Anregungen und Kommentare sind herzlich willkommen. Sie tragen zur Qualität des Inhalts und der Form dieser Webseite bei.

Aktuelles

Im Januar 2016 übernimmt in Guatemala die neue Regierung die Geschäfte

Am Sonntag, den 06. September 2015 fand in Guatemala der erste Wahlgang einer neuen Präsidentin bzw. eines neuen Präsidenten statt. Außer dem Staatsoberhaupt, wurden in den allgemeinen Wahlen noch gewählt:

  • 158 Kongressabgeordnete,
  • 20 Abgeordnete für das zentralamerikanische Parlament,
  • sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und die Stadtparlamente der 337 Kommunen Guatemalas.

Am 25. Oktober entschieden sich die Wählerinnen und Wähler in einem 2. Wahlgang für den Überraschungssieger Jimmy Morales (FCN-Nación) als ihren neuen Präsidenten.

Der bisherige Präsident, Otto Pérez Molina, und seine Vize-Präsidentin, Roxana Baldetti, mussten beide wegen Verwicklungen in einen Korruptionsskandal ihre Ämter abgeben und sind derzeit in Haft.

Literaturhinweise

Innerhalb der Bibliothek und Mediathek der GIZ geben diverse Datenbankangebote einen Überblick über Publikationen zu Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsländern und Globaler Strukturpolitik.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ ist der führende Weiterbildungsanbieter für die internationale Kompetenzentwicklung. Wir stehen für innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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