Marktszene in Tocoa ©R.Trautmann
Währung
Lempira (L.)
Wechselkurs
28,45 L. pro 1 € (November 2020)
Zeitzone
Central Standart Time (CST)
Landesvorwahl (Telefon)
+504
Klima (für Hauptstadt)
gemäßigt
Internationale Flughäfen (IATA)
TGU (Tegucigalpa), SPS (San Pedro Sula)

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Für die Einreise in Honduras ist ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass nötig. Als Tourist/-in oder Geschäftsreisende/-r bekommt man bei der Einreise eine Aufenthaltserlaubnis von 90 Tagen für das gesamte CA-4-Gebiet (El Salvador, Honduras, Nicaragua, Guatemala).

Für längere Aufenthalte ist es ratsam, sich das Visum vor der Einreise bei der Konsularabteilung der honduranischen Botschaft zu besorgen, da dies in Deutschland nicht ganz so umständlich ist wie vor Ort. Grundsätzlich ist es auch möglich, in Honduras Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen zu beantragen. 

Aufgrund der aktuellen Krise durch COVID-19 hat Honduras vorerst seine Grenzen geschlossen. Aktuelle Informationen findet man auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Wohnen und Versorgung

Menschen kaufen auf dem Markt
Erandique - Kleinbäuer/-innen aus der Umgebung verkaufen ihr Gemüse

Die Versorgungslage in den größeren Städten ist sehr gut. Shopping-Center und verschiedene Supermärkte haben ein großes Angebot, auch an europäischen Waren. Die Supermärkte werden vor allem von der oberen Mittelschicht, der Oberschicht und Ausländer/ -innen genutzt. Natürlich sind die Preise dort höher als auf den Märkten der Städte. Beliebt sind die lokalen Märkte, auf denen man vor allem frisches und regionales Obst und Gemüse kaufen kann. Ein Einkaufsbummel über den Mercado Mayoreo in Tegucigalpa ist eindrucksvoll.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der großen Shopping Malls enorm zugenommen. Viele Honduraner/-innen zieht es besonders an den Wochenenden in die klimatisierten Gebäude, die in den Massenmedien als "sichere" Orte angepriesen werden. Konsumiert wird dort vor allem Fast Food; da sich viele nur das leisten können. Die meisten anderen Geschäfte sind teuer.

Auf dem Land ist die Versorgungslage bei weitem nicht so gut. Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen und Mais sind jedoch überall zu finden. Auf lokalen Märkten bekommt man in allen Landesteilen frisches Gemüse und Obst. Die Küsten sind reich an Fisch und Meeresfrüchten.  

Haus am Waldrand
Wohnhaus im ländlichen Raum

Bei der Wohnungssuche sollte man auf Sicherheit achten, diese muss allerdings auch bezahlt werden. Sichere Wohnungen und Häuser in den Städten findet man in den Vierteln der oberen Mittelschicht und Oberschicht mit Preisen auf europäischen Niveau. Im ländlichen Bereich ist es nicht ganz einfach, Wohnungen zu mieten, da das Angebot an kleinen Wohnungen in der Regel gering ist. Hier ist es einfacher, ein Haus zu mieten.  

Weitere nützliche Tipps:

  • Netzspannung und Steckdosen: 110 Volt, 60 Hz (Adapter sind wegen der anderen Form von Steckern und Steckdosen nötig, diese sind problemlos in Honduras zu erwerben.)
  • Maßeinheiten: Im städtischen Alltag werden fast immer die gewohnten Maßeinheiten des metrischen Systems benutzt (Zentimeter, Liter usw.), nur beim Tanken muss man aufpassen: Der Preis wird für eine Gallone (un galón = 3,758 Liter) angegeben. Insbesondere im ländlichen Bereich finden aber auch andere Einheiten, wie quintal (45,4 kg), libra (453,6 g), pulgada (2,54 m), manzana (0,744 ha) oder vara (0,9 qm) Anwendung.

Geld und Geldtransfer

Honduranisches Geld: Lempira
Honduranische Lempira. Der Namensgeber ist auf dem 1 Lempira-Schein zu sehen.
Eine Statue als Denkmal für Lempira
Ein Denkmal für Lempira in Erandique

Die honduranische Währung heißt Lempira (umrechnen), benannt nach dem indigenen Freiheitskämpfer und Nationalhelden, der sich bis zu seinem Tod 1537 gegen die spanischen Invasoren aufgelehnt hatte.
100 Centavos sind ein Lempira. Ein erheblicher Teil der honduranischen Wirtschaft ist de facto dollarisiert, d.h., dass Geschäfte Artikel ab einer bestimmten Höhe in US-Dollar auszeichnen, Mietverträge häufig in Dollar geschlossen werden und ein großer Teil der Sparkonten in Dollar geführt wird. Anders als im offiziell dollarisierten Nachbarland El Salvador oder auch in Nicaragua braucht man aber an der Supermarktkasse oder bei einer Taxifahrt die eigentliche Landeswährung Lempira.

Kreditkarten werden als Zahlungsmittel in Supermärkten, Restaurants, Hotels etc. vor allem in Großstädten, aber auch in manchen kleineren Städten akzeptiert. Beim Reisen in ländlichen Gegenden sollte man jedoch immer ausreichend Bargeld bei sich haben. Visacard ist gängiger als Mastercard. An einigen Automaten in Großstädten kann man mit ec-Karte Geld ziehen. Das Bankensystem ist weniger kundenfreundlich als bei uns: Endloses Schlangestehen am Schalter ist für den Teil der Bevölkerung, der sich überhaupt die Dienste einer Bank leisten kann, vollkommen üblich. Es lohnt sich bei längeren Aufenthalten ein Bankkonto zu eröffnen. Für Geldtransfers aus Deutschland zahlt man erhebliche Gebühren. Honduraner/-innen im Ausland nutzen zum Geldtransfer meist Dienstleister in diesem Bereich, die über ein gutes Netz an Filialen im ganzen Land verfügen.

Reisen, Transport und Verkehr

In den Städten kann man sich mit Bussen, Sammeltaxen und Taxis fortbewegen. In Tegucigalpa und San Pedro Sula ist es empfehlenswert, Funktaxis bzw. Taxis des Vertrauens zu benutzen. Gewöhnliche Taxis haben vielerorts eine einheitliche Farbe (z.B. weiß in Tegucigalpa), Funktaxis sind nicht immer als solche gekennzeichnet.

Das Fortbewegen in öffentlichen, innerstädtischen Bussen wird gegenüber dem Taxifahren als wesentlich gefährlicher angesehen, da Busfahrgäste und -fahrer häufig bewaffneten Überfällen ausgesetzt sind. Im ländlichen Bereich sind Mototaxis ein beliebtes Fortbewegungsmittel und tagsüber gut zu benutzen. 

Überlandstraßen verbinden die größeren Städte. Abseits dieser Straßen ist meist ein Geländewagen nützlich. Für die Hauptstrecken (wie Tegucigalpa-San Pedro Sula) kann man zwischen einfachen und luxuriösen, langsamen und schnelleren Angeboten auswählen. Aus Sicherheitsgründen empfehlen sich Non-Stop-Angebote, da Überlandbusse schwerer überfallen werden können, wenn sie keine Zwischenstopps einlegen (in denen potentielle Täter zusteigen könnten). Es gibt ein System von Überlandbussen zahlreicher Busunternehmen, mit denen man auch kleinere Orte erreicht. Ländliche Gegenden werden eher von den ausrangierten US-Schulbussen bedient, was ein weniger bequemes Reisen ist, dennoch interessant. Beim Reisen mit dem Bus kommt man schnell mit Honduraner/-innen ins Gespräch.

Honduras ist durch Luxusbuslinien mit den Hauptstädten in Zentralamerika verbunden. Die Bay Islands können von La Ceiba aus mit der Fähre erreicht werden (Roatán, Utila) oder per Flugzeug (von Tegucigalpa, San Pedro Sula und La Ceiba aus).

Bei allen Verkehrsmitteln sind Sicherheitsaspekte zu beachten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man weder mit eigenem Fahrzeug, noch mit öffentlichem Verkehr im Land unterwegs sein. Das Thema Sicherheit von Passagieren und Fahrgästen ist präsent, da öffentliche Verkehrsmittel auch von organisierter Kriminalität wie Schutzgelderpressungen betroffen sind.

Und noch ein Hinweis zur Orientierung: Straßennamen sind für Einheimische keine Referenz. Die Ortsangabe erfolgt meist in Bezug zu "allseits bekannten" Punkten, wie z. B. "vom alten Postgebäude zwei Blocks geradeaus und dann links“ oder „hinter der Eisenbahnlinie rechts“ (auch wenn die Eisenbahnlinie schon lange nicht mehr existiert). In Großstädten sind es oft wichtige Gebäude, Hotels oder Institutionen, die als Referenz dienen. Die Richtung, in die man gehen oder fahren soll, wird meist nicht mit dem ausgestreckten Finger gezeigt: Stattdessen wird der Mund in die jeweilige Richtung gespitzt (dies erinnert natürlich an das Mundspitzen zum Küssen - was schon zu so manchem Missverständnis zwischen Honduraner/-innen und Zugereisten geführt hat...).

Alter us-amerikanischer Schulbus als gängiges Verkehrsmittel
Der Großteil des öffentlichen Nahverkehrs in Städten und der Verkehr auf dem Land werden mit ausrangierten US-Schulbussen bewerkstelligt.
Der Bau einer geplanten Bushaltestelle
Der Rohbau einer Haltestelle. Mangels Geld wurde der Nahverkehr der Hauptstadt nicht ausgebaut.

Sicherheit

Sicherheitsstrategien: Mauern, Zäune, Hunde.
Weit verbreitete Sicherheitsanlagen: Mauern, Zäune, Hunde.

Honduras ist eines der unsichersten Länder Lateinamerikas, mit einer der höchsten Mordraten pro Kopf weltweit. Täglich berichtet die Presse über Morde, Raubüberfälle, Vergewaltigungen, Einbrüche, Entführungen etc. Die Gewaltspirale ist in den Armenvierteln der größeren Städte besonders hoch. Hier spielen vor allem die Jugendbanden (maras) eine zentrale Rolle. Dennoch sind auch die Viertel der Mittel- und Oberschicht nicht sicher; aber diese Bevölkerungsgruppen haben mehr finanzielle Mittel, um sich gegen Kriminalität zu schützen. Vorsicht ist in allen Teilen von Honduras geboten. In ganz Zentralamerika, besonders aber in Honduras trägt der Drogenhandel entscheidend zur fragilen Sicherheitslage bei.

Es ist empfehlenswert die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes zu Rate zu ziehen.

Gesund bleiben

Die Gesundheitsversorgung ist in den größern Städten durch private Krankenhäuser und Arztpraxen sowie ein gutes Netz an Apotheken recht gut abgedeckt. Im ländlichen Raum gibt es nur in größeren Dörfern Gesundheitsstationen, die in der Regel nicht gut ausgestattet sind.

Es gibt keine Impfvorschriften bei der Einreise, es sei denn man reist aus gelbfieberendemischen Gebieten ein, dann ist die Gelbfieberimpfung Pflicht.

Denguefieber ist in der Regenzeit weit verbreitet. Hier hilft ebenso wie bei Malaria am besten eine Expositionsprophylaxe. Das Zika-Virus und Chikungunya sind in ganz Honduras (außer in Höhen über 2000m) verbreitet, auch hier ist Mückenschutz die effektivste Vorsorge.

Gesundheitsempfehlungen gibt der Reisemedizinische Infoservice. 

Telekommunikation und Internet

Telekommunikation: Die Landesvorwahl von Honduras ist 00504. Weitere Vorwahlen (für Städte oder Regionen) gibt es nicht.

Einen Überblick über den Telekommunikationsbereich hier.

Bemühungen um eine Privatisierung des Festnetzsektors sind bislang wegen der hohen Investitionssummen gescheitert, die nötig wären, um die bislang staatliche Telefongesellschaft Hondutel rentabel zu machen. Seit einer Gesetzesänderung in 2003 vergibt Hondutel Lizenzen an private (Sub-)Unternehmen. Hierdurch konnte die Anzahl von Festnetzanschlüssen erheblich ausgeweitet werden. Kritiker bemängeln, dass es sich dabei um eine Art "Privatisierung durch die Hintertür" handele. Kunden, die es sich leisten können, weichen auf die Dienste der drei privaten Mobiltelefonanbieter aus: Tigo (dahinter steht das multinationale Unternehmen Millicom International Cellular S.A., mit Hauptsitz in Luxemburg), Claro (ein Unternehmen des mexikanischen Multimilliardärs Carlos Slim) und Digicel. Vor dem Kauf eines Handys sollte man sich über die Reichweite des Netzes erkundigen, je nach Landesteil ist der Empfang sehr unterschiedlich. Seit Sommer 2007 bietet die staatliche Hondutel im Stadtgebiet von Tegucigalpa zusätzlich den Mobilfunkdienst "Tegucel" (außerdem in in San Pedro Sula "Sulacel" und in La Ceiba "Ceibacel") an. Von öffentlichen Telefonzellen aus, die von Hondutel betrieben werden, kann man übrigens keine Handys von Tigo oder Claro anrufen. Für die Regulierung der Telekommunikationsbranche ist die Behörde CONATEL (Comisionado Nacional de Telecomunicaciones) zuständig.

Internet-Anschlüsse sind im städtischen Bereich von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlich gutem Service zu bekommen. Einige Anbieter finden sich hier.

Post: Die staatliche Post Honducor ist oft in Finanznöten und bietet einen schlechten Service (lange Transportzeiten, Risiko des "Verschwindens" der Postsendungen). Wer es sich irgendwie leisten kann, nutzt private Kurier-Services.

Nützliche Adressen

Auf der Homepage der Deutschen Botschaft in Tegucigalpa finden Sie wichtige Informationen für den Aufenthalt im Land sowie die Krisenvorsorgeliste.

Eine alternative Berichterstattung sowie aktuelle Informationen findet man auf dem Portal amerika 21 und auf der Seite der Zeitschrift envío (hier Nicaragua und Zentralamerika). Bei Radio Progreso findet man die honduranische Ausgabe der envío. Ebenso bieten das Washington Office on Latin America (WOLA) und die NGO North American Congress on Latin America (NACLA) aktuelle Meldungen und Hintergundberichte. Reportagen zu verschiedenen Themen in Honduras findet man auf der Seite der Journalistin Erika Harzer.

Menschenrechte und soziale Bewegungen sind im Fokus der Informationen der europäischen Solidaritätsbewegung Honduras.

Nachbemerkung

Von der Vorgängerseite wurden einige Texte und Formulierungen sowie Fotos übernommen. Die Autorin dankt dem früheren Autor Peter Peetz vom GIGA Hamburg. Für die Texte zu Gesundheitsversorgung und HIV/AIDS sowie die Unterstützung zu den Themen Menschenrechte und Zivilgesellschaft dankt die Autorin Daniela Dreißig.

 

Das Länderinformationsportal

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Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2020 aktualisiert.

Autorin

Rita Trautmann, Jahrgang 1970, Ethnologin und Mediatorin, ist seit 2008 Landestrainerin in der AIZ für Honduras. Sie war mehrere Jahre in Honduras tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Erwachsenenbildung, politische Bildung, Erinnerungsarbeit und Menschenrechte.

Ich freue mich über Anregungen und Kommentare (Kontaktformular).

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Copyright für Fotos und Grafiken: Rita Trautmann

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