Strand an der Atlantikküste ©R.Trautmann
Offizieller Name
Republik Honduras
Fläche
112.492 km²
Einwohner
8,7 Mio. (2015)
Regierungssitz
Tegucigalpa
Klima
gemäßigt bis tropisch

Lage und Größe

Honduras ist eines der flächenmäßig kleinsten und bevölkerungsärmsten Länder Lateinamerikas. Mit 112.492 qkm hat es etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands, aber nur etwa ein Zehntel der Einwohnerzahl (ca. 8,5 Mio.). Die Bevölkerungsdichte liegt bei rd. 72 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Honduras grenzt im Westen an Guatemala, im Südwesten an El Salvador und im Osten an Nicaragua. Honduras bildet zusammen mit Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica die Subregion Zentralamerika (zu der je nach Zusammenhang auch noch Belize und Panama gezählt werden) und nimmt am Prozess der zentralamerikanischen Integration (Sistema de la Integración Centroamericana SICA) teil.

Grunddaten

Grundlegende Daten zu Honduras findet man unter anderem im World Factbook der CIA und auf der Seite des U.S. Department of State. Die Seiten des Auswärtigen Amtes und der Weltbank liefern ebenso Informationen für einen Überblick. Daten zur menschlichen Entwicklung liefert das UN Development Programm.

Naturräumliche Gegebenheiten

Haus im tropischen Regenwald mit Bergen im Hintergrund
An der tropischen Atlantikküste nahe dem Biosphärenreservat Río Plátano

Honduras lässt sich in drei Landschaftszonen einteilen, die jeweils auch eine spezifische ethnisch-kulturelle und wirtschaftliche Prägung aufweisen. Das im Westen und Süden gelegene Hochland mit der Hauptstadt Tegucigalpa wird hauptsächlich von der mestizischen und indigenen Bevölkerungsmehrheit bewohnt. Wirtschaftlich ist in dieser Zone der meist kleinbäuerliche Kaffeeanbau vorherrschend sowie der oft in Subsistenzwirtschaft betriebene Anbau von Mais, Bohnen und anderer landwirtschaftlicher Produkte. Die entlang der Nordküste verlaufenden Ebenen beheimaten hingegen neben Ladinos/-as eine große Zahl von Menschen afro-indigener Abstammung (Garínagu). Hier liegt San Pedro Sula, zweitgrößte Stadt des Landes und wichtigster Standort für Handel und Industrie, im Sula - Tal vor allem Lohnveredlungsindustrie. Die wichtigste Verkehrsverbindung in Honduras ist denn auch die Carretera Norte, eine für honduranische Verhältnisse recht gut ausgebaute (aber, was die Verkehrssicherheit betrifft, alles andere als optimale) Landstraße, die die Hauptstadt mit San Pedro Sula und der Karibikküste verbindet.

Der Norden ist von der Plantagenwirtschaft dominiert. Der Anbau und Export von Bananen, durch den Honduras der zweifelhafte Ruf einer "Bananenrepublik" zuteil wurde, nimmt heute zugunsten von anderen Produkten (Palmöl, Zuckerrohr, Ananas usw.) und der sog. Maquila-Industrie ab. Die dritte Landschaftszone ist die sehr dünn besiedelte (v.a. von indígenas, die nicht zu den im Hochland ansässigen Maya-Nachfahren gehören) Mosquitia, ein noch in weiten Teilen unerschlossenes Gebiet mit tropischem Regenwald, das fast ein Drittel der Fläche Honduras` bedeckt.

Vor der spanischen Eroberung war das heutige honduranische Territorium reich an Goldvorkommen, die sich aber durch intensiven Bergbau noch in der Kolonialzeit weitgehend erschöpften. Heute werden, meist im Tagebau und betrieben durch multinationale Unternehmen, neben geringen Mengen an Gold vor allem Silber, Kupfer, Eisenerz, Zinn, Blei und Antimon abgebaut. Wegen seiner sozialen und ökologischen Folgen  ist der Bergbau stark umstritten. Negative ökologische Auswirkungen hat auch die legale und illegale Holzwirtschaft.

Neben den beiden Küsten — der Karibikküste im Norden (mit den vorgelagerten Inseln Roatán, Utila und Guanaja, den sog. Islas de la Bahía) und der Südküste am Pazifik (bzw. am Golf von Fonseca) — sind für die Hydrogeographie des Landes v.a. die drei wichtigsten Flüsse (Río Patuca, Río Ulúa und Río Choluteca) sowie der auch als Trinkwasserreservoir bedeutende Binnensee Lago de Yojoa zu nennen.

Klima

Ein Fluss nach der Regenzeit mit viel Wasser
Flüsse nach der Regenzeit treten oft über ihre Ufer, wie hier der Río Sico, Dep. Colón

Das Klima ist an der Karibikküste tropisch. Auf den Hochebenen im Landesinneren aber gemäßigt. Von November bis April ist Trockenzeit, von Mai bis Oktober Regenzeit, in der das Wetter v.a. im Hochland kühler ist. Insbesondere zwischen September und November kann es zu tropischen Stürmen, wie 1998 dem verheerenden Hurrikan "Mitch", kommen. Honduras gehört zu den Ländern, die vom Klimawandel durch extreme Wettersituationen am stärksten betroffen sind. Die Temperaturen sind an der Nordküste meist heiß, dort kommt es ganzjährig zu Niederschlägen. Im Süden (Pazifikküste) herrscht eher ein feuchtwarmes tropisches Klima. Dort ist aber auch die Trockenzeit stärker ausgeprägt.

Ökologische Probleme

Honduras ist ein ökologisch leicht verwundbares Land, was sich 1998 beim Hurrikan Mitch aber auch bei nachfolgenden weniger starken Hurrikanen bemerkbar machte.

Abholzung, fortschreitende Desertifikation, ausgedehnte Monokulturen sowie die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch Bergbau bringen enorme ökologischen Probleme mit sich.

Der Süden von Honduras ist weitgehend abgeholzt und es kommt zu fortschreitender Desertifikation, andere Regionen sind von Trockenperioden bzw. Dürren bedroht. Immer wieder kommt es zu Wasserknappheit in der Trockenzeit; hiervon ist besonders Tegucigalpa betroffen.

Die ein Drittel des Landes bedeckende Fläche der Mosquitia (tropischer Regenwald) ist von Raubbau, vor allem illegalem Holzeinschlag, bedroht.

Das Zentrum, der Westen und Norden des Landes sind von monokultureller Landwirtschaft geprägt und die Umwelt ist von Bergbau bedroht. Im Januar 2013 wurde ein neues Bergbaugesetz vom Kongress beschlossen, was Konzessionen an Minen (Metalle, Edelsteine) für ausländische Firmen ermöglicht.  Abgebaut werden vor allem verschiedene Metalle wie Gold, Silber, Zink, Blei, Eisenoxid u.a. sowohl über- als auch untertage. Die Umweltschäden sind beträchtlich: verseuchte Flüsse und Fischsterben. Die Belastung der Umwelt mit Zyanid ist hierbei besonders gefährlich. Die Bevölkerung in den belasteten Gebieten, wie dem Valle de Siria, leidet vor allem an Hautkrankheiten.

Etliche Organisationen, wie CEHPRODEC oder die indigene Organisation COPINH, engagieren sich seit Jahren zum Thema Bergbau im Hinblick auf die damit verbundenen Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen.

Plastikflaschen am Strand
Plastikmüll - ein Problem für Mensch und Natur

Sozialgeographische Gegebenheiten

Den größten Anteil (ca.90%) an der Bevölkerung stellen Mestizen (in Zentralamerika "ladinos/-as" genannt) und indígenas (ca. 7%). Hinzu kommen Weiße hauptsächlich spanischer Abstammung, Afro-Honduraner/-innen, Asiaten/-innen vorwiegend chinesischer Abstammung, eine kleine Gruppe christlich-palästinensischer Herkunft (im Volksmund „turcos“ genannt) und Nachfahren jüdischer Immigrant/-innen.

Ein großer Teil der Bevölkerung - je nach Definition zwischen rund einem und rund zwei Dritteln - lebt unterhalb der Armutsgrenze. Große Unterschiede bezüglich der Lebensbedingungen herrschen zwischen Stadt und Land: In den ländlichen Gegenden ist die Armut weiter verbreitet als in den urbanen Zentren. Jedoch sind die Menschen in den Städten (v.a. Tegucigalpa, San Pedro Sula, El Progreso, La Ceiba) stärker als die Landbevölkerung von Gewalt und Kriminalität betroffen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (ca. 54,7 %) lebt in Städten.

Verkehr

In den Großstädten herrscht ein relativ dichtes Verkehrsaufkommen. In den Städten kann man sich mit Bussen, Sammeltaxen und Taxen fortbewegen. Überlandstraßen verbinden die größeren Städte. Abseits dieser Straßen ist meist ein Geländewagen nützlich. Es gibt gute Verbindungen mit Überlandbussen zwischen größeren Städten und in die Nachbarländer.

Die Mosquitia sowie einige etliche ländliche Gebiet verfügen über eine schwache Infrastruktur und sind schwer zu erreichen.

Große Infrastrukturprojekte im Verkehrssektor werden mit Mitteln des Millienium Challenge Account realisiert.

Bei allen Verkehrsmitteln sind Sicherheitsaspekte zu beachten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man weder mit eigenem Fahrzeug noch mit öffentlichem Verkehr im Land unterwegs sein. Das Thema Sicherheit von Passagieren und Fahrgästen ist präsent, da öffentliche Verkehrsmittel auch von organisierter Kriminalität wie Schutzgelderpressungen betroffen sind.

Flußüberquerung für Autos mit einem Floß.
Da wo es keine Straßen mehr gibt, gehts trotzdem für Autos weiter - dann auf einem Floß.

Flagge und andere nationale Symbole

Flagge: horizontal Blau-Weiß-Blau mit fünf blauen Sternen im weißen Streifen
Nationalflagge (Copyright: GIZ)

In der Flagge wird die geographische Lage des Landes durch einen horizontalen weißen Streifen zwischen zwei blauen dargestellt, wobei das Blau die Karibik im Norden und den Pazifik (genauer gesagt den Golf von Fonseca) im Süden symbolisiert. Die auf dem weißen Streifen symmetrisch angeordneten blauen Sterne stehen für die fünf Länder Zentralamerikas.

Das honduranische Wappen
Wappen (Copyright / Quelle: Vector-Images.com)

Die Nationalhymne (hier lesen – hier hören) stellt einen Rückbezug zur Flagge her. Die ersten zwei Zeilen des Textes lauten: "Deine Flagge ist ein Aufleuchten des Himmels / Von einem Schneeblock gekreuzt." Es hat zwar in Honduras seit Menschengedenken noch nie geschneit, aber die Farbassoziation ist eindeutig: Himmel=Blau; Schnee=Weiß.

Das Staatswappen trägt den Schriftzug: "República de Honduras, Libre, Soberana E Independiente" ("Republik Honduras, frei, souverän und unabhängig").

Der Nationalfeiertag ist der 15. September. Gefeiert wird die Proklamation der Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien am 15.9.1821.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2016 aktualisiert.

Autorin

Rita Trautmann, Jahrgang 1970, Ethnologin und Mediatorin, ist seit 2008 Landestutorin in der AIZ für Honduras. Sie war mehrere Jahre in Honduras tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind:  Erwachsenenbildung, Globales Lernen, Organisationsentwicklung und Projektmanagement.

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