Strand an der Atlantikküste ©R.Trautmann
Offizieller Name
Republik Honduras
Fläche
112.492 km²
Einwohner_innen
9,23 Mio. (2019)
Bevölkerungswachstum
1,27% (2019)
Regierungssitz
Tegucigalpa
Amtssprache(n)
Spanisch
Regionalsprachen
Indigene Sprachen, Garífuna und Kreol-Englisch

Lage und Größe

Honduras ist eines der flächenmäßig kleinsten und bevölkerungsärmsten Länder Lateinamerikas. Mit 112.492 qkm hat es etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands, aber nur etwa ein Zehntel der Einwohnerzahl (ca. 9,23 Mio.). Die Bevölkerungsdichte liegt bei rund 80 Einwohner/-innen pro Quadratkilometer.

Honduras grenzt im Westen an Guatemala, im Südwesten an El Salvador und im Osten an Nicaragua. Honduras bildet zusammen mit Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica die Subregion Zentralamerika (zu der je nach Zusammenhang auch noch Belize und Panama gezählt werden) und nimmt am Prozess der zentralamerikanischen Integration (Sistema de la Integración Centroamericana SICA) teil.

Grunddaten

Grundlegende Daten zu Honduras findet man unter anderem im World Factbook der CIA und auf der Seite des U.S. Department of State. Die Seiten des Auswärtigen Amtes und der Weltbank liefern ebenso Informationen für einen Überblick. Daten zur menschlichen Entwicklung liefert das UN Development Programm.

Naturräumliche Gegebenheiten

Haus im tropischen Regenwald mit Bergen im Hintergrund
An der tropischen Atlantikküste nahe dem Biosphärenreservat Río Plátano

Honduras lässt sich in drei Landschaftszonen einteilen, die jeweils auch eine spezifische ethnisch-kulturelle und wirtschaftliche Prägung aufweisen. Das im Westen und Süden gelegene Hochland mit der Hauptstadt Tegucigalpa wird hauptsächlich von der mestizischen und indigenen Bevölkerungsmehrheit bewohnt. Wirtschaftlich ist in dieser Zone der meist kleinbäuerliche Kaffeeanbau vorherrschend sowie der oft in Subsistenzwirtschaft betriebene Anbau von Mais, Bohnen und anderer landwirtschaftlicher Produkte. Die entlang der Nordküste verlaufenden Ebenen beheimaten hingegen neben Ladinos/-as eine große Zahl von Menschen afro-indigener Abstammung (Garínagu). Hier liegt San Pedro Sula, zweitgrößte Stadt des Landes und wichtigster Standort für Handel und Industrie, im Sula - Tal vor allem Lohnveredlungsindustrie. Die wichtigste Verkehrsverbindung in Honduras ist denn auch die Carretera Norte, eine für honduranische Verhältnisse recht gut ausgebaute (aber, was die Verkehrssicherheit betrifft, alles andere als optimale) Landstraße, die die Hauptstadt mit San Pedro Sula und der Karibikküste verbindet.

Der Norden ist von der Plantagenwirtschaft dominiert. Der Anbau und Export von Bananen, durch den Honduras der zweifelhafte Ruf einer "Bananenrepublik" zuteil wurde, nimmt heute zugunsten von anderen Produkten (Palmöl, Zuckerrohr, Ananas usw.) und der sog. Maquila-Industrie ab. Die dritte Landschaftszone ist die sehr dünn besiedelte (v.a. von indígenas, die nicht zu den im Hochland ansässigen Maya-Nachfahren gehören) Mosquitia, ein noch in weiten Teilen unerschlossenes Gebiet mit tropischem Regenwald, das fast ein Drittel der Fläche Honduras` bedeckt.

Vor der spanischen Eroberung war das heutige honduranische Territorium reich an Goldvorkommen, die sich aber durch intensiven Bergbau noch in der Kolonialzeit weitgehend erschöpften. Dennoch verfügt Honduras über eine Vielzahl anderer Bodenschätze. Heute werden, meist im Tagebau und betrieben durch multinationale Unternehmen, neben geringen Mengen an Gold vor allem Silber, Kupfer, Eisenerz, Zinn, Blei, Antimon und seltene Erden abgebaut. Wegen seiner sozialen und ökologischen Folgen ist der Bergbau stark umstritten. Negative ökologische Auswirkungen hat auch die legale und illegale Holzwirtschaft.

Neben den beiden Küsten — der Karibikküste im Norden (mit den vorgelagerten Inseln Roatán, Utila und Guanaja, den sog. Islas de la Bahía) und der Südküste am Pazifik (bzw. am Golf von Fonseca) — sind für die Hydrogeographie des Landes v.a. die drei wichtigsten Flüsse (Río Patuca, Río Ulúa und Río Choluteca) sowie der auch als Trinkwasserreservoir bedeutende Binnensee Lago de Yojoa zu nennen.

Klima

Ein Fluss nach der Regenzeit mit viel Wasser
Flüsse nach der Regenzeit treten oft über ihre Ufer, wie hier der Río Sico, Dep. Colón

Das Klima ist an der Karibikküste tropisch. Auf den Hochebenen im Landesinneren aber gemäßigt. Von November bis April ist Trockenzeit, von Mai bis Oktober Regenzeit, in der das Wetter v.a. im Hochland kühler ist. Insbesondere zwischen September und November kann es zu tropischen Stürmen, wie 1998 dem verheerenden Hurrikan "Mitch", kommen. Die Temperaturen sind an der Nordküste meist heiß, dort kommt es ganzjährig zu Niederschlägen. Im Süden (Pazifikküste) herrscht eher ein feuchtwarmes tropisches Klima. Dort ist aber auch die Trockenzeit stärker ausgeprägt. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Ausprägung von Regen- und Trockenzeiten abgenommen hat, was eine Vorhersagbarkeit des Jahresklimas erschwert.  

Honduras gehört zu den Ländern, die vom Klimawandel durch extreme Wettersituationen am stärksten betroffen sind. Ausbleibende Regenfälle, extreme Dürreperioden und Starkregenereignisse haben in den letzten fünf Jahren zugenommen. Das Jahr 2020 begann in Honduras mit einer katastrophalen Dürreperiode, was vielerorts zu einer Wasserknappheit und -rationierung führt. Für kleinbäuerliche Gemeinschaften bedeutet dies Ernteausfälle und Hunger.

Die Hurrikansaison in 2020 brachte so viele Tropenstürme hervor wie nie zuvor.  Im November 2020 wurde Honduras von gleich zwei Hurrikanen getroffen: Eta und Iota. Beide Tropenstürme hinterließen mehr als als 150 Tote, Hundertausende Menschen in Notunterkünften und zerstörte Infrastruktur. Knapp vier Millionen Menschen leben in den von Eta und Iota betroffenen Gebieten. Erdrutsche und Überschwemmungen, ausgelöst durch den tagelangen Starkregen, richteten enormen Schaden vor allem im Valle de Sula und anderen Gebieten der Atlantikküste an. Aber auch andere Landesteile sind betroffen. UNOCHA hat die Schäden in einem Bericht zusammengefasst.

Ökologische Probleme

Plastikflaschen am Strand
Plastikmüll - ein Problem für Mensch und Natur. Strände sind besonders verschmutzt, wie z. B. an der honduranischen Atlantikküste.
Baum mit Hinweisschild zum Umweltschutz
Umwelterziehung hat auch in öffentlichen Räumen zugenommen, wie hier in Gracias (Lempira)

Honduras ist ein ökologisch leicht verwundbares Land, was sich 1998 beim Hurrikan Mitch aber auch bei nachfolgenden weniger starken Hurrikanen bemerkbar machte. Zwar wurde nach 1998 ein Netz von munizipalen Noteinsatzkomissionen (COPECO) aufgebaut; eine wirksame Katastrophenvorsorge gibt es jedoch nicht.

Abholzung, fortschreitende Desertifikation, ausgedehnte Monokulturen sowie die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bringen enorme ökologischen Probleme mit sich.

Der Süden von Honduras ist weitgehend abgeholzt und es kommt zu fortschreitender Desertifikation, andere Regionen sind von Trockenperioden bzw. Dürren bedroht. Immer wieder kommt es zu Wasserknappheit in der Trockenzeit; hiervon ist besonders Tegucigalpa betroffen. Ausgedehnte Monokulturen, vor allem von Ölpalmen, tragen zu Wassermangel bei.

Die ein Drittel des Landes bedeckende Fläche der Mosquitia (tropischer Regenwald) ist von Raubbau, vor allem illegalem Holzeinschlag, bedroht.

Das Zentrum, der Westen und Norden des Landes sind von monokultureller Landwirtschaft geprägt und die Umwelt ist durch den Bergbau bedroht. Im Januar 2013 wurde ein neues Bergbaugesetz vom Kongress beschlossen, was Konzessionen an Minen (Metalle, Edelsteine) für ausländische Firmen ermöglicht. Abgebaut werden vor allem verschiedene Metalle wie Gold, Silber, Zink, Blei, Eisenoxid u.a. sowohl über- als auch untertage. Die Umweltschäden sind beträchtlich: verseuchte Flüsse und Fischsterben. Die Belastung der Umwelt mit Zyanid ist hierbei besonders gefährlich. Die Bevölkerung in den belasteten Gebieten, wie dem Valle de Siria, leidet vor allem an Hautkrankheiten.

Etliche Organisationen, wie CEHPRODEC oder ASONOG, engagieren sich seit Jahren zum Thema Bergbau im Hinblick auf die damit verbundenen Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Den größten Anteil (ca. 90%) an der Bevölkerung stellen Mestizen (in Zentralamerika "ladinos/-as" genannt) und Indígenas (ca. 7%). Hinzu kommen Weiße, hauptsächlich spanischer Abstammung, Afro-Honduraner/-innen, Asiaten/-innen, vorwiegend chinesischer Herkunft, Nachfahren von christlich-palästinensischen Einwander/-innen (im Volksmund „turcos“ genannt) und jüdischer Immigrant/-innen

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (ca. 57%) lebt in Städten. Honduras ist in Zentralamerika das einzige Land, in dem sich die städtische Bevölkerung auf zwei Großstädte konzentriert: San Pedro Sula und Tegucigalpa. Vor allem um San Pedro Sula ist ein Ballungsraum entstanden, hingegen ist der Großteil des ländlichen Raumes dünn besiedelt. Die Menschen in den Städten (v.a. Tegucigalpa, San Pedro Sula, El Progreso, La Ceiba) sind stärker als die Landbevölkerung von Gewalt und Kriminalität betroffen. Dennoch üben Großstädte eine große Anziehungskraft aus, vor allem in der Hoffnung auf Arbeit und bessere Bildungschancen.

Diagramm zur Bevölkerungsverteilung
Quelle: www.ine.gob.hn/V3/baseine/, zusammengestellt von R. Trautmann

Verkehr

Trotz steigendem Verkehrsaufkommen sowohl in den Städten als auch auf dem Land, verfügt Honduras über kein sehr gutes Straßennetz. Viele wenn auch geteerte Straßen im Land sind stark beschädigt. Aufgrund des Straßenzustandes, sowie der schlechten bzw. nicht vorhandenen Markierungen und Beschilderungen, ist die Verkehrssicherheit nicht besonders hoch. Kleinere Städte oder gar Dörfer sind in ihrer Mehrzahl nur über sehr prekäre Wege mit dem Rest des Landes verbunden. In ländlichen Gegenden gibt es oft nur Schotterpisten, die in der Regenzeit stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Mosquitia und weitere ländliche Gebiete verfügen über eine sehr schwache Infrastruktur und sind dementsprechend schwer zu erreichen.

Die Hauptverkehrsader des Landes ist die mehrspurige Autobahn zwischen Tegucigalpa und San Pedro Sula. Da auf ihr der gesamte Gütertransport vom Atlantikhafen Puerto Cortés ins Landesinnere abgewickelt wird, ist sie stark befahren. Große Infrastrukturprojekte sollen dem Abhilfe schaffen. Das wichtigste Projekt ist der sogenannte Trockene Kanal (canal seco), der die beiden Häfen Puerto Cortés am Atlantik und San Lorenzo am Pazifik verbinden wird. Derzeit fehlt noch das Stück von Tegucigalpa nach San Lorenzo.

Weitere Projekte sehen die Verbesserung der Verkehrsstraßen in touristische Zentren (Tela, La Ceiba an der Nordküste, Gracias im westlichen Hochland) vor. Es wurde ein Mautsystem eingeführt, das etliche Proteste auslöste. Die Preise sind vor allem für Pendler/-innen empfindlich.

Mehr zum Thema Reisen im Land finden Sie hier.

Flußüberquerung - Ein Auto auf einem Floß
Da wo es keine Straßen mehr gibt, gehts trotzdem für Autos weiter - dann auf einem Floß.

Flagge und andere nationale Symbole

In der Flagge wird die geographische Lage des Landes durch einen weißen Streifen zwischen zwei blauen dargestellt, wobei das Blau die Karibik im Norden und den Pazifik (genauer gesagt den Golf von Fonseca) im Süden symbolisiert. Die auf dem weißen Streifen symmetrisch angeordneten blauen Sterne stehen für die fünf Länder Zentralamerikas.

Das honduranische Wappen

Die Nationalhymne (hier lesen – hier hören) stellt einen Rückbezug zur Flagge her. Die ersten zwei Zeilen des Textes lauten: "Deine Flagge ist ein Aufleuchten des Himmels / Von einem Schneeblock gekreuzt." Es hat zwar in Honduras seit Menschengedenken noch nie geschneit, aber die Farbassoziation ist eindeutig: Himmel=Blau; Schnee=Weiß. Das Staatswappen trägt den Schriftzug: "República de Honduras, Libre, Soberana e Independiente" ("Republik Honduras, frei, souverän und unabhängig"). Der Nationalfeiertag ist der 15. September. Gefeiert wird die Proklamation der Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien am 15.9.1821.

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2020 aktualisiert.

Autorin

Rita Trautmann, Jahrgang 1970, Ethnologin und Mediatorin, ist seit 2008 Landestrainerin in der AIZ für Honduras. Sie war mehrere Jahre in Honduras tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Erwachsenenbildung, politische Bildung, Erinnerungsarbeit und Menschenrechte.

Ich freue mich über Anregungen und Kommentare (Kontaktformular).

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