Sonnenuntergang
Währung
Indische Rupie (INR)
Wechselkurs
88,32 INR / 1 € (28. Januar 2021)
Zeitzone
UTC +5,5
Landesvorwahl (Telefon)
+91
Klima (für Hauptstadt)
kontinental-subtropisch

Einreise

Für Reisen nach Indien ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass bzw. ein mit Lichtbild versehener Kinderausweis und ein Visum erforderlich, welches von den Vertretungen Indiens (Botschaft in Berlin und Konsulate in Frankfurt a.M., Hamburg, Berlin und München) ausgestellt wird. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, ein E-Visa zu beantragen.

Das Auswärtige Amt in Berlin liefert weitere Informationen zu den Einreisebestimmungen. Um Probleme bei der Einreise nach Indien zu vermeiden, sollten die bestehenden Zollvorschriften genau eingehalten werden.

Angesichts der Corona-Krise sind zurzeit  Ein- und Ausreisen nur sehr eingeschränkt möglich. Laut Auswärtigem Amt ist der kommerzielle Reiseverkehr von und nach Indien eingestellt; dies gilt auch für touristische Reisen. Die aktuelle Lage (Stand: 27.1.2021) stellt sich wie folgt dar: Die strikte allgemeine Ausgangssperre, der sog. Lockdown, wurde am 31. Mai 2020 aufgehoben. Dies gilt jedoch nicht für gesondert ausgewiesene Sperrzonen. Vor allem die großen Städte wie Mumbai, Chennai und insbesondere Delhi sind hiervon betroffen. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr funktioniert nur eingeschränkt, der Besuch öffentlicher und privater Einrichtungen unterliegt Restriktionen. Überall gelten Verhaltensregeln wie das Tragen eines Mundschutzes, das Einhalten eines bestimmten Abstands etc. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen obliegt zum größten Teil den Bundesstaaten, die in unterschiedlichem Maße von der Corona-Krise betroffen sind. Die Schwerpunkte liegen in den Ländern Maharashtra, Karnataka, Andhra Pradesh, Tamil Nadu, Kerala und in Delhi, wo, relativ gesehen, die kumulierte Zahl der Infizierten am höchsten liegt. Einer aktuellen Studie zufolge wurden in Delhi mindestens 50 Prozent der Bevölkerung positiv auf Anti-Körper getestet, hatten sich also seit Ausbruch der Pandemie mit dem Covid-19-Virus infiziert.

Die kumulierte Zahl der Infizierten steigt weiterhin täglich an. Waren Anfang Juni 2020 über 200.000 Personen in ganz Indien infiziert und mehr als 5800 verstorben, so betrugen die entsprechenden Zahlen vier Wochen später  bereits über 548.000 und 16.475. Inzwischen (Stand: 28.1.2021) liegt Indien nach einem weiteren deutlichen Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Infektionen weltweit mit 10,70 Mio. Infizierten und 153.8474 Toten an zweiter Stelle, nach den USA (25,63 Mio.; 430.055) und vor Brasilien (9,00 Mio.; 220.161). Die Zahl der Neuinfektionen pro Tag sind seit dem Höchststand am 16.9.20 deutlich um 83 Prozent gesunken und liegen aktuell bei 12.689. Ob diese Angaben ein realistisches Bild der Lage zeichnen, ist zweifelhaft. So soll die tatsächliche Zahl der bislang Infizierten 19 bis 20 Mal höher liegen als offiziell angegeben. Dies bedeutete, dass bislang ca. 200 Mio. Inder von dem Virus befallen worden sind.

Am 16. Januar 2021 wurde eine indienweite Impfkampagne gegen das Covid-19-Virus in Gang gesetzt, allerdings teilweise mit einem in Indien hergestellten Impfstoff namens Covaxin, dessen Wirksamkeit und Sicherheit erst noch durch Tests bestätigt werden muss. Dem Ziel, möglichst schnell Hunderte Millionen Inder gegen das Virus zu impfen, steht jedoch die völlig erratische und verantwortungslose Covid-19-Politik der Regierung Modi entgegen. 

Seit März dieses Jahres wird Indien von einer neuerlichen, zweiten Corona-Welle heimgesucht. Sie trifft das Land mit voller Wucht und hat die Zahl der Infizierten und Toten regelrecht explodieren lassen sowie zum Zusammenbruch der Krankenversorgung geführt. In New Delhi bündelt sich die Dramatik der Situation wie in einem Brennglas. Laufend aktualisierte Informationen bietet das Auswärtige Amt.

Geld und Geldtransfer

Indische Währung darf weder ein- noch ausgeführt werden. Die indische Rupie ist voll konvertierbar. Ausländische Währungen - am besten Euro oder US-Dollar - können in den Städten meist problemlos umgetauscht werden. Kreditkarten wie Mastercard/Eurocard, VISA, American Express oder auch Diners Club werden vielerorts akzeptiert.

Die indische Regierung hat als Maßnahme gegen Korruption und Schwarzgeld im November 2016 500- und 1.000-Rupien-Geldscheine aus dem Umlauf genommen und sukzessive durch neue ersetzt. Mittlerweile gibt es keine Probleme mehr mit der Bargeldversorgung. 

Bei Aufenthalten in Indien gibt es große Unterschiede bei den täglichen Kosten bspw. für Übernachtung und Essen, vor allem abhängig von der Hotelkategorie und dem Aufenthaltsort.

Wohnen und Versorgung

In den Großstädten Indiens gibt es alles, was der Reisende benötigt. Die Lebenshaltungskosten sind als moderat zu bezeichnen, allerdings gibt es zum Teil regionale Unterschiede. Die Kosten in Großstädten wie Mumbai oder New Delhi sind generell höher.

Preiswerte Unterkunftsmöglichkeiten für Studierende bieten Studentenwohnheime. Daneben kann man als so genannter zahlender Gast bei indischen Familien wohnen und dabei indisches Leben hautnah erleben. Bei der Suche nach Wohnungen oder Häusern stehen Portale wie Easy Expat oder Couchsurfing (kostenlose Registrierung erforderlich) zur Verfügung.

Netzschwankungen treten in Indien oft auf. Empfindlichen elektronischen Geräten wie Laptops sollte man unbedingt eine UPS (Uninterrupted Power Supply) vorschalten, damit diese Schwankungen ausgeglichen und Schäden an den Geräten verhindert werden.

Eine deutsche Schule finden Sie in New Delhi und auch in Mumbai. Auch jenseits der Schule, also in den Ferien oder am Wochenende, gibt es Vieles für Kinder zu entdecken.

In Indien gibt es keine allgemein gültigen Ladenschlussgesetze. Geschäfte öffnen werktags in der Regel gegen 09:00 Uhr und schließen nach 18:00 Uhr. Viele Läden haben aber auch noch später geöffnet. Die Bürozeiten der Behörden liegen von Montag bis Freitag zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr, oft von einer Mittagspause unterbrochen. Der Sonntag gilt als genereller Ruhetag.

Es gibt in Indien zahlreiche Feiertage, viele davon mit nur regionaler Bedeutung. Nationale gesetzliche Feiertage in Indien sind u.a. der Republic Day am 26. Januar, der Karfreitag, der Tag der Unabhängigkeit am 15. August, Gandhis Geburtstag am 2. Oktober und der 1. Weihnachtstag.

Reisen & Transport

Transport und Verkehr

Indien kann man mit verschiedenen Transportmitteln erreichen. Die Dauer eines Direktflugs von Frankfurt/M. nach Delhi beträgt etwas weniger als acht Stunden. Auch andere Städte werden direkt angeflogen. In Indien reist man sehr gut mit dem Flugzeug, der Eisenbahn, dem Fernbus oder dem Mietwagen mit Chauffeur.

Reisen und Sehenswürdigkeiten

Es empfiehlt sich, auf die teils beträchtlichen Temperaturunterschiede, vor allem im Norden Indiens, zu achten. Wer im Januar und Februar dort unterwegs ist, sollte auf jeden Fall warme Kleidung mitnehmen. Von April bis Juni ist es dagegen brütend heiß. Während der folgenden Monsunperiode herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit mit Temperaturen von bis zu 35°. Ausgeglichener ist das Wetter im Süden des Landes, wo es ganzjährig sehr warm ist. Informieren Sie sich bitte im Vorfeld der Reise über die regional vorherrschende Wetterlage.  

Bedenken Sie stets, dass Sie sich als Gast in einem fremden Land aufhalten, wo viele Dinge als ungewohnt, manchmal sogar als unangenehm bis abstoßend empfunden werden. Zurückhaltung, gepaart mit Neugier und Verständnis für Land und Leute, ist eine angemessene Maxime des eigenen Verhaltens.

Indien bietet so viele Sehenswürdigkeiten – das Land beherbergt allein 25 UNESCO-Weltkulturstätten –, so dass es unmöglich erscheint, eine verbindliche Liste jener zu erstellen, die ein Reisender unbedingt besuchen sollte. Die Kunst besteht darin, eine gute Auswahl angesichts der Gegebenheiten wie Aufenthaltsdauer, eigener Interessen etc. zu treffen. Das Taj Mahal nimmt zweifelsohne eine herausragende Stellung ein. Es ist empfehlenswert, zusammen mit kompetenten Reiseleitern oder eigenständig anhand guter Reiseführer indische Denkmäler zu besichtigen. Der Archaeological Survey of India hat sehr informative Broschüren zu den wichtigsten Denkmälern publiziert, die jeweils vor Ort preisgünstig erworben werden können.

Sicherheit

Das Auswärtige Amt gibt Sicherheitshinweise. Indien gilt generell als ein relativ sicheres Land. Nachts sollte man nicht mit dem Auto über Land reisen. Man sieht Hindernisse - von denen gibt es viele - kaum oder zu spät und kann im Falle eines Unfalls nicht auf schnelle Hilfe hoffen. Bei Reisen im Land sollte man Kontaktadressen und die Handynummer bei Freunden oder auch bei deutschen Vertretungen in Indien hinterlassen.  

Gesund bleiben

Bestimmte Impfungen (v.a. Diphtherie, Tetanus, Polio) und weitere präventive Maßnahmen sind bei Reisen nach und in Indien zu empfehlen. Sie hängen im Einzelnen von dem genauen Reiseziel in Indien, der Dauer des Aufenthalts und der Tätigkeit ab.

Derzeit wird vor der Ausbreitung der Tuberkulose gewarnt. In der Regenzeit kommt es auch immer wieder zu Ausbrüchen von Malaria, Chikungunya und Dengue-Fieber. Daher gehören Insektenschutzmittel (z.B. Autan, Anti-Brumm) und langärmelige Bekleidung ins Reisegepäck, gegebenenfalls auch ein Moskitonetz.

Durchfall ist eine häufige Begleiterscheinung bei einem Aufenthalt in Indien. Die Darmflora muss sich erst auf die ungewohnte Nahrung einstellen. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, nur gekochte Speisen zu essen, Obst zu schälen und auf keinen Fall Leitungswasser zu trinken.

Generell empfiehlt sich die Lektüre der regelmäßig aktualisierten medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amts.

Telekommunikation, Internet und Digitalisierung

Europäische Handys funktionieren auch in Indien und können preisgünstig mit der SIM-Karte eines indischen Netzbetreibers ausgestattet werden. Angebote ändern sich schnell. Bekannte Mobilfunk-Anbieter sind z.B. Jio, Bharti Airtel oder Vi (Vodafone Idea). Der indische Mobilfunkmarkt war in den letzten Monaten stark in Bewegung. 

Wer seine E-Mails abrufen möchte, kann dies unter anderem in den zahlreichen Internetcafés tun. Die Verfügbarkeit von kostenlosem WLAN steigt stetig an (z.B. in den überall vorzufindenden Kaffeeketten), ist aber gekoppelt an eine vorherige Anmeldung, die manchmal nur mit einer indischen Mobilfunknummer möglich ist. Natürlich kann man auch Briefe oder Pakete per Post versenden und empfangen.

Nützliche Adressen

Deutsche Botschaft in Delhi und deutsche Vertretungen in Indien. 

Indische Vertretungen in Deutschland: Indische Botschaft in Berlin.

Portal für Auslandsinder in Deutschland.

Deutsch-Indische Gesellschaft, DIG (Bundesverband).

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2021 aktualisiert.

Über die Autoren

Clemens Jürgenmeyer, M.A. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Arnold-Bergstraesser-Instituts und Lehrbeauftrager an der Universität Freiburg. Seine Forschungsinteressen sind Entwicklungspolitik und -theorie, Wahlbeobachtung, Wahlstudien, internationale politische Ökonomie und die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung des modernen Südasien (vor allem nach 1947). Seit 1976 leitet er regelmäßig Seminare bei der AIZ/GIZ zur Vorbereitung von Mitarbeitern des Auswärtigen Amts, des Goethe-Instituts, der GIZ und anderer Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit auf ihren Einsatz in Indien. Zahlreiche Publikationen. 

Dr. Arndt Michael, ass.iur. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Internationale Politik, Seminar für Wissenschaftliche Politik, Universität Freiburg. Er hält regelmäßig Vorträge zu aktuellen Entwicklungen in Indien und insb. indischer Außen- und Sicherheitspolitik (z.B. am South Asia Institute, Harvard University; Institute of South Asian Studies, National University of Singapore; School of International Studies, Jawaharlal Nehru University). Seine Veröffentlichungen zu indischer Außen- und Sicherheitspolitik und regionaler Kooperation in Südasien sind u.a. erschienen bei Palgrave Macmillan, VS Springer, India Quarterly, India Review, Asian Security, Harvard Asia Quarterly und Cambridge Review of International Affairs.

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Rolf Sackenheim
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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