Rajagogol-Ansprache
Offizieller Name
Republik Indien
Fläche
3.287.263 km²
Einwohner
1,26 Mrd. (2016, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
1,19% (2016, geschätzt)
Regierungssitz
Neu Delhi
Amtssprachen
Hindi, Englisch
Regionalsprachen
Bengali, Telugu, Marathi, Tamil, Urdu u.v.m.

Lage und Größe des Landes

Indiens geografische Lage in der Welt © Ssolbergj (CC BY-SA 3.0)
Indiens geografische Lage in der Welt © Ssolbergj (CC BY-SA 3.0)

Indien ist mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde und mit Abstand das größte und bevölkerungsreichste Land in Südasien. Das Land erstreckt sich in West-Ost-Richtung vom 68. bis zum 97. östlichen Längengrad über rund 3.000 Kilometer. Von Nord nach Süd, zwischen dem 8. und dem 37. Grad nördlicher Breite, beträgt die Ausdehnung rund 3.200 Kilometer. Indien hat mit sechs Staaten gemeinsame Grenzen: Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch mit einer Länge von insgesamt 14.103 Kilometer. Da der nördliche Teil des umstrittenen Kaschmirs seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht, hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan.

Ein Land der Gegensätze

Indien wird als Schwellenland eingestuft. Immer häufiger wird es gar als eine der kommenden globalen Wirtschaftsmächte gehandelt. Hinsichtlich seiner Kaufkraftparität steht Indien bereits weltweit an 4. Stelle. Mit Indien verbindet sich Hochtechnologie, eine schnell wachsende Filmindustrie (Bollywood) und extremer Reichtum. Wer an Indien denkt, sieht aber auch die schlimmen Formen extremer Armut, Kinderarbeiter, um ihre Lebensgrundlagen gebrachte Ureinwohner (Adivasi), Kastenlose (Dalits), die tagtäglich diskriminiert werden, und Dörfer ohne Strom und Wasser.

Slum in Mumbai
Slum in Mumbai © Adam Cohn (CC BY-NC-ND 2.0)
Adivasi in Orissa
Adivasi in Orissa © Rita Willaert (CC BY-NC 2.0)

Bald schon bevölkerungsreichster Staat?

Mit rd. 1,26 Milliarden Einwohnern ist Indien das nach China bevölkerungsreichste Land der Erde und wird dieses aufgrund des höheren Bevölkerungswachstums in naher Zukunft bezüglich der Einwohnerzahl überholen. Das derzeitige jährliche Bevölkerungswachstum von rd. 1,19 % sorgt jedes Jahr für ein absolutes Bevölkerungswachstum in der Größenordnung der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen.

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich sehr ungleich. Große Bevölkerungskonzentrationen gibt es in fruchtbaren Landstrichen wie der Stromebene des Ganges, Westbengalen und Kerala, während der Himalaya, der Nordosten sowie aride Regionen in Rajasthan eine geringere Bevölkerungsdichte aufweisen. In den Großräumen der 10-Millionenstädte Mumbai (früher Bombay), Neu-Delhi und Kolkata (früher Kalkutta) leben aktuell über 50 Millionen Menschen. Insgesamt gibt es 34 Städte mit mehr als 1 Millionen Einwohner.

Menschenmenge
Menschenmenge © Clive Moss (CC BY-NC-ND)
Markt in Chennai
Markt in Chennai © McKay Savage (CC BY 2.0)

Basiswissen zum Einstieg

Asian Development Bank, Fischer Weltalmanach und das CIA factbook liefern Grundinformationen über Indien. Statistische Daten, insbesondere Zeitreihen sind unter anderem über das Portal der indischen Regierung, UNdata und die Weltbank zugänglich.  Für ein Entwicklungsland verfügt Indien über eine sehr gute Datenlage. Ein Bevölkerungszensus wurde erstmals bereits unter britischer Kolonialherrschaft in 1871 eingeführt und seither kontinuierlich alle 10 Jahre durchgeführt (zuletzt 2011). Auch eine repräsentative sozioökonomische Haushaltsbefragung gibt es in regelmäßigen Abständen seit 1950 (National Sample Survey).

Übersichtskarten

Administrative Karte
Administrative Karte Indien © Maximilian Dörrbecker (Chumwa) (CC BY-SA 2.5)

Weitere Karten:

Topographie

Geologie

Klimazonen

Vegetation 

Ressourcen

Eine Vielzahl von weiteren Karten sind bieten die Perry-Castañeda Library und das Reliefweb

Vielfalt der Natur

Himalaya
Himalaya, Mt. Karu © Abhijit Kar Gupta (CC BY 2.0)
Western Ghats
Western Ghats © Arun Prabhu (CC BY-ND 2.0)
Wüste Thar
Wüste Thar © Honza Soukup (CC BY 2.0)
Backwaters Kerala
Backwaters Kerala © Egeniv Zotov (CC BY- NC-ND 2.0)

Indien ist ein faszinierendes Land von ungewöhnlicher Vielfalt. Sprachen, Religionen, Landschaften - alles ist in diesem Land in mannigfaltiger Ausführung vertreten. So gibt es zum Beispiel Hochgebirge, Wüstengebiete, Regenwälder und Steppen, wie auch endlose fruchtbare Landstreifen entlang der Gangesebene.

Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, das im äußersten Nordwesten durch das Hochtal des Indus vom Karakorum getrennt wird. Südlich an den Himalaya schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Ganges und Brahmaputra an. Den Nordosten Indiens, einschließlich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem Rest des Landes. Die Nordostregion wird durch das bis zu 3.800 Meter hohe Patkai- oder Purvachalgebirge von Myanmar sowie das knapp 2.000 Meter hohe Khasigebirge von Bangladesch abgeschirmt.

Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der keilförmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Das Vindhya - und das Satpuragebirge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2.700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über.

Indien weist sowohl ein subtropisches Kontinentalklima (v.a. in Nord- und Zentralindien) als auch ein tropisches Klima auf (im Süden sowie in den Küstengebieten) auf. Diesen "Klimadualismus" bemerken Besucher Indiens sehr schnell. Während im Norden die Temperaturen im Januar unter 10 Grad fallen und im Mai auf weit über 40 Grad ansteigen können, ist es im Süden des Landes ganzjährig warm bis heiß.

Vom unterschiedlichen Klima und der Vielfalt der Naturlandschaften profitieren auch Flora und Fauna. Die unterschiedliche Vegetationen sind Heimat einer Vielzahl von Hirschen, Elefanten, Affen, (bengalischen) Tigern, Kamelen, Schlangen, mehr als 1.200 einheimischen Vogelarten etc. Doch auch in Indien dringt der Mensch in seinem Hunger nach Land vor und vereinnahmt den Lebensraum der Pflanzen und Tiere.

Die Vielfalt in Gefahr

Verschmutzter Flußlauf
Verschmutzter Flußlauf © McKay Savage (CC BY 2.0)
Ungeklärtes Abwasser
Ungeklärtes Abwasser © Daniel Bachhuber (CC BY-NC-ND 2.0)
Luftverschmutzung in der Stadt
Luftverschmutzung in der Stadt © Emma Jespersen (CC BY-NC-ND 2.0)
Bergbau
Bergbau © Keerthivasan Rajamani (CC BY-NC-ND 2.0)

Industrialisierung und Bevölkerungswachstum und mit ihr die zunehmende Urbanisierung/ Metropolisierung sind wichtige Faktoren für eine Reihe von schwerwiegenden Umweltproblemen, wie die Luftverschmutzung, unzureichende Abfallentsorgung, den Waldschwund und die Ausbreitung der Wüsten. Zwar ist der Umweltschutz, darunter auch der Schutz der Waldflächen und ihrer Bewohner, als Ziel bereits 1976 in die indische Verfassung verankert worden, allerdings werden die bestehenden Umweltgesetze nicht konsequent umgesetzt und überwacht.

Wasser ist zu einem knappen Gut geworden, da Indien nur über 4% der weltweiten Wasservorkommen verfügt, allerdings ca. 20% der Weltbevölkerung beherbergt und durch die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und den privaten Wasserbedarf viele Grundwasserreservoirs bereits erschöpft sind. Den Wassermangel spüren schon heute viele Millionen von Indern. Bereits seit vielen Jahrzehnten kommt es zu innerindische Verteilungskämpfe rund um das Wasser. 

Die Umweltpolitik des Landes hat sich der Doppelaufgabe "Eindämmung der industriellen Umweltverschmutzung" insbesondere in den Städten des Landes und "nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen" zu stellen. Unterstützt wird das Land u.a. auch durch die GIZ.

Neben den hausgemachten Problemen ist Indien eines der Länder welches am stärksten vom Klimawandel betroffen sein wird. Erwartet werden ein Anstieg der Temperaturen, die insbesondere im Süden bereits sehr hoch sind; einem Anstieg des Meeresspiegels, der insbesondere die Küstenregionen in Mitleidenschaft ziehen wird. Auch wird erwartet das es vermehrt zu zeitlichen Verschiebungen des Monsunregens kommen wird, was gravierenden Ernteausfälle zur Folge haben wird. Noch viel schlimmer ist die Prognose, dass es vermehrt zu Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen (z.B. Erdbeben, Stürme) kommen wird.

Nationale Symbole

Der bengalische Tiger ist das Nationaltier Indiens; die Mango ist die Nationalfrucht. Die Nationalhymne beruht auf einem Gedicht des Poeten Rabindranath Tagore und ist sehr melodisch. Natürlich gibt es auch einen Nationalvogel (Pfau) und eine Nationalblume (Lotusblume).

Die Nationalflagge besteht aus drei horizontalen Streifen unterschiedlicher Färbung. Der obere Streifen ist safranfarben und soll die Stärke und den Mut des Landes symbolisieren, der mittlere Streifen ist weiß und steht für Frieden und Wahrheit, der untere grüne Streifen symbolisiert Fruchtbarkeit, Wachstum und Glück. Im Zentrum befindet sich ein marineblaues Rad mit 24 Speichen.

Das Nationalwappen zeigt das Kapitell einer Ashokasäule.

Indiens Nationalflagge
Indiens Naitonalflagge
Ashoka Säule
Ashoka Säule © Jacques Beaulleu (CC BY-NC 2.0)
Pfau
Pfau © Sandeepachetan (CC BY-NC-NC 2.0)

Das Länderinformationsportal

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Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2017 aktualisiert.

Über den Autor

Dr. Daniel F. Neff ist Mitarbeiter am GIGA-Institut für Asienstudien, Hamburg. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit den sozioökonomischen Entwicklungen in Indien. Seit 2014 ist er auch Landestrainer für Indien bei der GIZ - Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) in Bad Honnef.  

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zum Thema

Naturraum

Ökologische Probleme

Städte und Infrastruktur

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