Adivasi in Indien (© MP Houscht)
Offizieller Name
Republik Indien
Fläche
3.287.263 km²
Einwohner
1,26 Mrd. (2016, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
1,22% (2015, geschätzt)
Regierungssitz
New Delhi
Amtssprachen
Hindi, Englisch
Regionalsprachen
Bengali, Punjabi u.v.m.

Basiswissen zum Einstieg

Asian Development Bank, Fischer Weltalmanach und die CIA liefern Grundinformationen über Indien. Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer internationaler und nationaler Organisationen, die statistische Daten zum Land bereitstellen. Besonders zu erwähnen sind hier das Portal der indischen Regierung, UNdata und die Weltbank.

Ein großes Land

Indiens geografische Lage in der Welt © Ssolbergj (CC BY-SA 3.0)
Indiens geografische Lage in der Welt © Ssolbergj (CC BY-SA 3.0)

Indien ist mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde und mit Abstand das größte Land in Südasien. Indien erstreckt sich in West-Ost-Richtung vom 68. bis zum 97. östlichen Längengrad über rund 3.000 Kilometer. Von Nord nach Süd, zwischen dem 8. und dem 37. Grad nördlicher Breite, beträgt die Ausdehnung rund 3.200 Kilometer. Indien hat mit sechs Staaten gemeinsame Grenzen: Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Insgesamt beträgt die Grenzlänge 14.103 Kilometer. Da der nördliche Teil des umstrittenen Kaschmirs seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht, hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan mehr.

Karten

Karte Indien politisch
Karte Indien politisch / © Planemad (CC BY-SA 3.0)

Indien ist ein faszinierendes Land von ungewöhnlicher Vielfalt. Sprachen, Religionen, Landschaften - alles ist in diesem Land in mannigfaltiger Ausführung vertreten. In Indien kommen zum Beispiel Wüstengebiete und gleichsam endlose fruchtbare Landstreifen entlang der Gangesebene vor. Auch vertreten: das höchste Gebirge der Welt - Himalaya. Die biologische Vielfalt lässt sich kartographisch beispielhaft für die Bereiche Topographie, Geologie, Klimazonen und Vegetation illustrieren.

Indien ist nicht nur vielfältig, sondern auch reich, z.B. an Ressourcen.

Google Map bietet zoomfähige interaktive Karten, die es z.B. erlauben, Stadtteile oder einzelne Straßen indischer Gemeinden detailliert zu betrachten. Über Reliefweb können Karten zu Naturereignissen aufgerufen werden, z.B. die Überschwemmungen 2013 in Uttarakhand oder der Weg des Sturms Thane Ende 2011.

Ein Land der Gegensätze

Ein Mädchen und ihr kleiner Bruder
Kindheit in Indien, © MP Houscht

Indien wird als Schwellenland eingestuft. Immer häufiger wird es gar als eine der kommenden globalen Wirtschaftsmächte gehandelt. Mit Indien verbindet sich Hochtechnologie, eine schnell wachsende Filmindustrie (Bollywood) und extremer Reichtum. Wer an Indien denkt, sieht aber auch die schlimmen Formen extremer Armut, Kinderarbeiter, um ihre Lebensgrundlagen gebrachte Ureinwohner (Adivasi), Kastenlose (Dalits), die tagtäglich diskriminiert werden, und Dörfer ohne Strom und Wasser.

Vielfalt der Natur

Lakshadweep Island © Lenish Namath (CC BY-SA 3.0)
Lakshadweep Island © Lenish Namath (CC BY-SA 3.0)

Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, das im äußersten Nordwesten durch das Hochtal des Indus vom Karakorum getrennt wird.

Südlich an den Himalaya schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Ganges und Brahmaputra an. Den Nordosten Indiens, einschließlich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem Rest des Landes. Die Nordostregion wird durch das bis zu 3.800 Meter hohe Patkai- oder Purvachalgebirge von Myanmar sowie das knapp 2.000 Meter hohe Khasigebirge von Bangladesch abgeschirmt.

Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der keilförmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Das Vindhya - und das Satpuragebirge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2.700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über.

Indien weist sowohl ein subtropisches Kontinentalklima (v.a. in Nord- und Zentralindien) als auch ein tropisches Klima auf (im Süden sowie in den Küstengebieten) auf. Diesen "Klimadualismus" bemerken Besucher Indiens sehr schnell. Während im Norden die Temperaturen im Januar unter 10 Grad fallen und im Mai auf weit über 40 Grad ansteigen können, ist es im Süden des Landes ganzjährig warm bis heiß.

Indien verfügt über reiche Bodenschätze, u.a. erhebliche Vorkommen an Steinkohle – Indien ist nach China und USA der drittgrößte Steinkohle-Produzent -, Chrom, Eisen und Manganerzen, die vorwiegend im Osten des Landes lagern. Außerdem wird noch Bauxit im nennenswerten Maße abgebaut.

Vom unterschiedlichen Klima und der Vielfalt der Naturlandschaften profitieren auch Flora und Fauna. Die unterschiedliche Vegetationen sind Heimat einer Vielzahl von Hirschen, Elefanten, Affen, (bengalischen) Tigern, Kamelen, Schlangen, mehr als 1.200 einheimischen Vogelarten etc. Doch auch in Indien dringt der Mensch in seinem Hunger nach Land vor und vereinnahmt den Lebensraum der Pflanzen und Tiere.

Die Vielfalt in Gefahr

Affe, Westghats
Affe, Westghats, © MP Houscht

Industrialisierung und Bevölkerungswachstum und mit ihr die zunehmende Urbanisierung/ Metropolisierung sind wichtige Faktoren für eine Reihe von schwerwiegenden Umweltproblemen, wie die Luftverschmutzung, unzureichende Abfallentsorgung, den Waldschwund und die Ausbreitung der Wüsten. Zwar ist der Umweltschutz, darunter auch der Schutz der Waldflächen und ihrer Bewohner, als Ziel bereits 1976 in die indische Verfassung verankert worden, gibt es z.B. in Delhi bereits seit über zehn Jahren Hunderttausende gasangetriebener Fahrzeuge, zuletzt auch wasserstoffangetriebene, aber die Dimension der Umweltprobleme Indiens bekommt man damit nicht in den Griff.

Wasser ist zu einem knappen Gut geworden. Schon heute spüren das viele Millionen von Indern. WOTR ist eine der führenden indischen Fachorganisationen, die mit so genannten Wassermanagementmaßnahmen Dürregebiete in blühende Landschaften verwandelt haben.

Die Umweltpolitik des Landes hat sich der Doppelaufgabe "Eindämmung der industriellen Umweltverschmutzung" insbesondere in den Städten des Landes und "nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen" zu stellen. Unterstützt wird das Land u.a. auch durch die GIZ.

Down to Earth ist das wohl renommierteste, alle 14 Tage erscheinende Umweltmagazin in Indien.

Erdbeben und schwere Wirbelstürme ereignen sich immer wieder in Indien. Besonders viele Opfer forderte das Seebeben 2004. Relativ glimpflich verlief der Orkan 2003. Zuvor bestanden Befürchtungen, die schlimmen Ereignisse rund um den Killersturm in Orissa im Jahr 1999 könnten sich wiederholen.

2008 und 2009 wurden Teile Indiens, v.a. Bihar, Andhra Pradesh und Karnataka von den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten heimgesucht. Viele Menschen verloren ihr Leben.

Bald schon bevölkerungsreichster Staat?

Mit rd. 1,26 Milliarden Einwohnern ist Indien das nach China bevölkerungsreichste Land der Erde. Das derzeitige jährliche Bevölkerungswachstum von rd. 1,22 % sorgt jedes Jahr für ein absolutes Bevölkerungswachstum in der Größenordnung der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen!

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich sehr ungleich. Große Bevölkerungskonzentrationen gibt es in fruchtbaren Landstrichen wie der Stromebene des Ganges, Westbengalen und Kerala, während der Himalaya, der Nordosten sowie aride Regionen in Rajasthan eine geringere Bevölkerungsdichte aufweisen. In den Großräumen der Millionenstädte Mumbai (früher Bombay), Neu-Delhi und Kolkata (Kalkutta) leben aktuell über 50 Millionen Menschen.

Der wichtigste Verkehrsweg in Indien ist die Straße. Schon in den 1970er Jahren hat der Straßenverkehr bei der Güter- und Personenbeförderung die Eisenbahn überholt. Heute werden rund 70 Prozent des Gütertransports und sogar 85 Prozent des Personenverkehrs auf der Straße abgewickelt. Zunehmend wichtiger wird auch der Luftweg. Bedeutsam sind natürlich auch die Seehäfen.

Nationale Symbole

Bengalischer Tiger © MP Houscht
Bengalischer Tiger © MP Houscht
Indische Flagge © MP Houscht
Indische Flagge © MP Houscht

Der bengalische Tiger ist das Nationaltier Indiens; die Mango ist die Nationalfrucht. Die Nationalhymne beruht auf einem Gedicht des Poeten Rabindranath Tagore und ist sehr melodisch. Natürlich gibt es auch einen Nationalvogel und eine Nationalblume.

Die Nationalflagge besteht aus drei horizontalen Streifen unterschiedlicher Färbung. Der obere Streifen ist safranfarben und soll die Stärke und den Mut des Landes symbolisieren, der mittlere Streifen ist weiß und steht für Frieden und Wahrheit, der untere grüne Strefien symbolisiert Fruchtbarkeit, Wachstum und Glück. Im Zentrum befindet sich ein marineblaues Rad mit 24 Speichen.

Das Nationalwappen zeigt das Kapitell einer Ashokasäule.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2016 aktualisiert.

Über den Autor

Dr. M. P. Houscht ist Indien-Projektreferent; dadurch intensive Beschäftigung mit dem Land, insbesondere mit dem Nordosten Indiens.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zum Thema

Naturraum

Ökologische Probleme

Städte und Infrastruktur

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