Geschätztes BIP
1,212 Bill. US-$
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität)
5200 US-$
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
Rang 110 (von 188)
Anteil Armut (unter 2 $ pro Tag)
53,8 %
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
0,41
Anteil alphabetisierte Erwachsene
93,6 %

Wirtschaftliche Situation in der Sukarno-Ära

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit war die landwirtschaftliche Produktion für die gesamtwirtschaftliche Situation noch von überragender Bedeutung. Dennoch standen Prestigeprojekte (wie die Konferenz der blockfreien Staaten 1955 in Bandung) vor gezielten Bemühungen zum Aufbau der Wirtschaft.

Wirtschaftsentwicklung in der Suharto-Ära

Der wirtschaftliche Umschwung erfolgte unter Suharto, als dieser 1967 endgültig die Macht als Präsident übernahm.

Zu den Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Aufbaus gehörten u.a. die Erleichterung von ausländischen Investitionen, eine Finanzpolitik, die die Inflation unter Kontrolle bekam, der Ausbau der Infrastruktur und eine Förderung der Lebensmittelproduktion. Mit internationaler Hilfe konnten zudem zahlreiche Entwicklungsprogramme erfolgreich umgesetzt werden.

Die Öffnung des Landes für ausländisches Kapital und die Erstellung von 5-Jahres-Plänen waren die wichtigsten Faktoren der wirtschaftlichen Konsolidierung.

Enorme Reichtümer an Erdöl und Erdgas sicherten die Deviseneinnahmen, die zum allmählichen Aufbau des Landes notwendig waren.
Das nationale Statistikamt weist Statistiken über die aktuellen Fördermengen aus und liefert aktuelle Zahlen zu allen sonstigen ökonomisch bedeutsamen Sektoren.

Die Erfolge Suhartos für die ökonomische Entwicklung sind unbestritten. Messbare Indikatoren (wie z.B. GNP) verweisen auf ein stetiges Wirtschaftswachstum während Suhartos  Regierungszeit. Er erreichte u.a. eine Selbstversorgung mit Reis und eine fallende Quote der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen.

Die Diversifizierung der Wirtschaftssektoren und staatliche Deregulierungsmaßnahmen zur Schaffung eines investorfreundlichen Klimas, waren wichtige Fundamente staatlicher Wirtschaftspolitik in der Regierungszeit Suhartos. Ein jährlich um 2 Millionen Menschen wachsendes Potential an Arbeitskräften und kostengünstigere Produktionsländer, wie China und Vietnam sind wichtige Gründe, die zu dieser Wirtschaftspolitik führten.

Auswirkungen der Wirtschaftspolitik Suhartos

Die wesentlichen wirtschaftlichen Basisdaten schienen auf einen nachhaltigen Erfolg für die ökonomische Entwicklung Indonesiens hinzudeuten, gerade seit Ende der 80er Jahre. Dennoch gab es Kritik, die sich zu Beginn der 90er Jahre zunehmend gegen den wachsenden wirtschaftlichen Einfluss von Suhartos Familie richtete. Derweil führten der großer Binnenmarkt, die sinkende Armut, zunehmende technischen Fähigkeiten indonesischer Arbeitskräfte und die staatlichen Investitionserleichterungen zu immer größeren Kapitalströmen. Diese Kapitalströme waren letztlich der Auslöser für die einsetzende Depression der Wirtschaft im Rahmen der Asienkrise von 1997.

Krise 1997/1998

Bekam man im Juli 1997 für einen Dollar noch rund 2.700 Rupiah stieg der Wechselkurs 1998 auf bis zu 15.000 Rupiah an. Die Preise für alle Importwaren und einheimische Produkte stiegen nun, während die Löhne auf dem alten Niveau blieben. In kurzer Zeit war das reale Pro-Kopf Einkommen um drei Viertel gefallen. Vor allem der Finanzsektor war hart betroffen. Dort rächte sich massiv die ineffektive Bankenaufsicht.

Die Ursachen sind äußerst komplex: Mit verantwortlich waren  staatliche Liberalisierungsmaßnahmen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Damals hatten viele indonesische Großunternehmer ihre Chance genutzt und  mit nur geringen Kapitaleinlagen eigene Hausbanken gegründet. Bei diesen Hausbanken bedienten sie sich dann selbst mit hohen Krediten, für die sie geschönte Sicherheiten hinterlegt hatten. Dadurch entstand eine große Finanzblase aus fiktivem Kapital.
Aufgrund des rapiden Verfalls des Rupiah verordnete der IWF nun eine Verringerung des Geldumlaufs. Daher erhöhte die indonesische Zentralbank den Leitzins von 20% auf 70,8%. Viele Kreditnehmer konnten daraufhin ihre Kredite nicht mehr zurück bezahlen. Die Folge war der Zusammenbruch vieler Banken. Etliche Fabriken und andere Unternehmen mussten schließen und die Arbeitslosigkeit stieg innerhalb weniger Monate drastisch an. Rund 40 Millionen Menschen waren davon betroffen. Die Versorgungslage der armen Bevölkerungsschichten wurde immer kritischer.

In den großen Städten kam es vor allem im Mai 1998 zu blutigen Unruhen, deren Haupleidtragende die wirtschaftlich mächtige chinesische Minderheit war. Nicht nur viele reiche Chinesen transferierten daraufhin ihre Gelder ins Ausland - auch viele Günstlinge des alten Regimes transferierten Milliardensummen ins Ausland. Ausländische Investoren flohen in dieser unsicheren Situation ebenfalls in Scharen.

Versuche die Finanzkrise durch Zuschüsse des IWF in den Griff zu bekommen scheiterten, da der IWF dafür tief greifende Reformen forderte, wie z.B. eine Privatisierung der staatlichen Betriebe, die Freigabe des Rupiah-Kurses, Liberalisierunsmaßnahmen im Handel, die Abschaffung von Monopolen und Kartellen und ernsthafte Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption. Da aber ein großer Teil der machthabenden Elite in Kartelle, Monopole und Korruption verwickelt war, hatten diese Forderungen von Anfang an keine Chance auf ernsthafte Durchsetzung.

Nach den fetten Jahren, durch die Indonesien den Sprung zur Industrienation schaffen wollte, stand das Land in der Asienkrise urplötzlich vor dem Ruin. Suharto, der Vater des Aufbaus und wirtschaftlichen Erfolges, bekam die Krise nicht in den Griff und musste abdanken.

Armut

Eine Armutskarte zeigt die regional stark unterschiedliche Verteilung von Armut kurz nach dem Sturz Suhartos. Damals mussten rund 48% der Bevölkerung mit weniger als 1,25 US$ pro Tag auskommen - inzwischen sind es nur noch 18%.

Dennoch hat Indonesien auch weiterhin ein massives Armutsproblem. Nach Weltbankmaßstäben gelten rund 50% der Indonesier als arm, wobei abhängig von der Region auch noch deutlich höhere Werte erreicht werden können. Die seit 2008 erheblich gestiegenen Nahrungsmittelpreise haben die Lage der Armen weiter verschärft.

Die Ungleichheit wird immer größer, denn auf der anderen Seite gibt auch immer mehr reiche Indonesier. Derzeit zählt Indonesien rund 30.000 Dollarmillionäre und, nach der Forbes-Liste 2015 insgesamt 32 Dollarmilliardäre. Die Zahl der Dollarmilliardäre hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Müllsammlung in Jakarta © Klaus Fuhrmann
Müllsammler in Jakarta © Klaus Fuhrmann

Konsolidierung

In einer Shoppingmall in Medan

Der im Oktober 2004 gewählte Präsident Susilo Bambang Yodhoyono und sein Kabinett lösten, trotz der Tsunami- Katastrophe und einiger unpopulärer Entscheidungen, zunächst eine neue Aufbruchstimmung im Land aus. 

Seit das indonesische Parlament im Jahr 2007 wichtige Investitionsschutzgesetze verabschiedet hat haben sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft deutlich verbessert. Seitdem tragen auch ausländische Investitionen zunehmend zu einer Verbesserung der aktuellen wirtschaftlichen Situation bei. Die Gesetze erleichtern z.B. den Landerwerb, gewähren Zugang zu internationalen Schiedsgerichten und stellen einheimische und ausländische Investoren grundsätzlich gleich. 

Das Wirtschaftswachstum lag 2008 bei 6,4 Prozent. Allerdings bekam auch Indonesien die Auswirkungen der Finanzkrise deutlich zu spüren. Dennoch bezifferten Analysten das Wirtschaftswachstum von 2009 auf 4,5%, obwohl insbesondere die Exporte in den ersten Monaten der Finanzkrise drastisch eingebrochen waren. Mit 4,5% war Indonesien dennoch eines der wenigen asiatischen Länder dessen Wirtschaft überhaupt gewachsen war.

2011 wurde ein Wachstum von 6,5 % erreicht und 2012 6,2%. 2013 lag es bei 5,7%. 2014 wurden 5,3 % erreicht, vor allem weil in den letzten Regierungsjahren von Präsident Susilo Bambang Yudoyono aufgrund einer zunehmend protektionistischeren, nationalen Wirtschaftspolitik ausländische Investoren zurückhaltender investierten. 2015 fiel das Wirtschaftswachstum auf 4,8%.

Die Regierung von Präsident Joko Widodo nahm dies zum Anlass für umfangreiche Reformmaßnahmen, die darauf abzielen, die Energiekosten zu senken, die Wertschöpfung im Land zu stärken und Investitionen zu vereinfachen. Ferner sollen die Vorschriften für Arbeitseraubnisse von Ausländern gelockert und der Landerwerb deutlich vereinfacht werden.

Allgemein wird jedoch erwartet, dass er einen protektionistischen Kurs einschlägt. Er will unter anderem die Fertigungstiefe im eigenen Land erhöhen und die Fertigung von Industrieprodukten in Indonesien erhöhen. Auch Maßnahmen zur Ankurbelung des Binnnenmarktes werden erwartet.

Als eine erste wirtschaftspolitische Maßnahme hat er bereits kurz nach seiner Amtseinführung die Benzinsubventionen abgeschafft, die über viele Jahre den Staatshaushalt sehr belasteten. Dadurch stehen viele zusätzliche Milliarden Dollar pro Jahr zur Verfügung, die offensichtlich vor allem im Gesundheitsbereich und für die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt werden sollen - insbesondere für große Häfen.

Zwischen 2005 und 2014 ist Indonesien im Ranking des Global Competitivness Report des World Economic Forum deutlich aufgestiegen (von Platz 56 auf Rang 38). 2011 verlieh die Ratingagentur Fitch erstmals seit 1998 auch wieder den "Investment Grade", 2012 auch die Ratingagentur Moodys.

Positiv auf das Wachstum wirkt sich auch das hohe Gewicht des großen indonesischen Binnenmarktes aus, der in schwierigen Zeiten vor konjunkturellen Schwankungen schützt.

Der Bankensektor hat die Finanzkrise von 2008/2009 außergewöhnlich gut verkraftet, was maßgeblich auf eine Vielzahl von Reformen in diesem Bereich zurück zu führen ist. Die Staatsverschuldung konnte von 130% der Wirtschaftsleistung (1998) auf ca. 21% (2014) reduziert werden (Im Vergleich Deutschland 2013: 80,8%) . Die Inflationsrate lag 2014 bei 7,0% und wurde stark durch die Erhöhung der Benzinpreise beeinflusst.

Indonesien gehörte aufgrund seiner Wirtschaftspolitik zu den wenigen Ländern in denen die Wirtschaft trotz der Finanzkrise von 2008/2009 noch wuchs. Wesentliche Faktoren, die zu der vergleichsweise guten ökonomischen Situation Indonesiens beitrugen waren der stabile Konsum der Bevölkerung, ein rund 7 Milliarden  US $ umfassendes Konjunkturpaket der Regierung und Zinssenkungen der Zentralbank.

Als größte regionale Volkswirtschaft profitiert Indonesien derzeit auch stark an der im Januar 2010 geschaffenen Freihandelszone AFTA zu der die ASEAN- Mitglieder Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, Brunei und die Philippinen gehören.

Die wirtschaftliche Konsolidierung ist augenblicklich auf das Engste mit dem politischen Vertrauensbildungsprozess verbunden. Innenpolitische Konflikte, politische Destabilisierung und Sezessionsängste zählen zu den Hauptproblemfeldern, die den Prozess der Konsolidierung behindern.

Aufruf zum Stromsparen © Klaus Fuhrmann
Aufruf Strom zu sparen © Klaus Fuhrmann

Zur Lösung der ökonomischen Probleme des Landes sind grundsätzliche Voraussetzungen zu schaffen

Wirtschaftshemmend wirkt sich derzeit auch die unzuverlässige Stromversorgung (insbesondere in Jakarta) aus, die auf mangelnde Investitionen im Energiebereich zurück zu führen ist. Gleichzeitig hat kaum ein Land in der Welt so gute Möglichkeiten seinen Strombedarf über erneuerbare Energien (insbesondere durch Geothermie) zu decken.

Im Oktober 2015 hat Indonesien mit Russland einen Vertrag zur friedlichen Entwicklung der Kernenergie unterzeichnet. Ob dies tatsächlich dazu führen wird, dass in wenigen Jahren Kernkraftwerke in Indononesien fertig gestellt werden kann jedoch nach Einschätzung des Autors bezweifelt werden. Frühere Projekte zur Entwicklung der Kernenergie in Indonesien sind bereits am Widerstand der lokalen Bevölkerung gescheitert, die unter anderem mit der hohen Erdbebengefahr argumentierte.

Auch der schlechte Zustand der Verkehrsinfrastruktur wirkt sich negativ auf die Wirtschaftslage aus. Ihr Ausbau ist ein zentrales Thema der Wirtschaftspolitik von Präsident Joko Widodo. Allerdings gestaltet sich seine Wirtschaftspolitik auch zunehmend protektionistisch. Das zeigt sich zum Beispiel in der Beschränkung von Tätigkeitsfeldern von internationalen Investoren, den und den seit Juli 2015 geltenden Verordnungen, dass pro Expatriate 10 einheimische Kräfte angestellt werden müssen und das jeglichen Zahlungsverkehr in Indonesien nur noch in Rupiah zugelassen ist.

Internetfirmen, die ihre Dienstleistungen in Indonesien anbieten, sollen künftig auch in Indonesien steuern zahlen, da sie sonst Gefahr laufen ihre Bandbreite reduziert zu bekommen oder komplett gesperrt zu werden.

 

Durch die seit der Asienkrise fortdauernden Bemühungen zur Restrukturierung des Bankensektors hatte  der indonesische Finanzmarkt 2008/2009 nur vergleichsweise wenig unter der weltweiten Finanzkrise zu leiden.

Der Außenhandel boomt, auch wenn die 2015 zurückgehenden Wachstumszahlen in China die Außenhandelsbilanzen zunehmend belasten. Nach Angaben des indonesischen Statistikamtes BPS nahmen 2011- 2014 die Importe jährlich um mehr als 20 % zu, die Exporte sogar um 30,7%. Auch die stark steigenden Touristenzahlen tragen zum Wirtschaftswachstum bei.

Nach Einschätzung der Weltbank wird sich die indonesische Wirtschaft aufgrund der derzeit relativ stabilen politischen Situation weiter erholen. 2010 lag es, laut einer Studie der Asian Development Bank bei 6,1%, 2011  bei 6,4%, 2012 bei 6,2%, 2013 bei 5,6% und 2014 bei 5,3%. Dieses Wachstum wird vermutlich auch in den nächsten Jahren grundsätzlich anhalten aber nach Einschätzung der Weltbank 2015 verlangsamen.

Dennoch mehren sich auch die Alarmzeichen - so kam es z.B. in der zweiten Jahreshälfte 2013 zu einem deutlichen Verfall des Rupiah auf den internationalen Devisenmärkte, die u.a auch als eine Reaktion auf die, aufgrund der Kürzung von Treibstoffsubventionen in Indonesien deutlich gestiegene Inflationsrate war.

Viele Analysten und auch die indonesische Regierung betrachten die derzeit ungebremste Immobilienspekulation mit großer Sorge

Der derzeitige Aufschwung ist auch maßgeblich auf die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Rohstoffpreise zurück zu führen. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes schrumpfte hingegen auf weniger als ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes.

Insgesamt wird der wirtschaftlichen Konsolidierung, verbunden mit einer Abnahme der Arbeitslosenzahlen und wieder wachsenden Verdienstmöglichkeiten, wird häufig eine größere Priorität als der politischen Freiheit und Umweltfragen eingeräumt. Gewerkschaften hatten daher bislang nur einen geringen Einfluss auf die Arbeitsmarktpolitik. Seit 2011 haben die Gewerkschaften jedoch deutlich an Stärke gewonnen und haben in vielen Regionen bereits zu einer deutlichen Anhebung der Mindestlöhne beigetragen. Zunehmend realisiert auch die politische Elite, dass ein Schulterschluss mit den Gewerkschaften wichtige Wählerstimmen bringen kann.

In einigen Wirtschaftsbereichen ist Kinderarbeit verbreitet.

Das Militär spielt weiterhin eine wichtige wirtschaftliche Rolle und ist zum Teil auch, weitgehend unbehelligt von der Justiz, in Bereichen jenseits der Legalität tätig.

Oligarchen spielen in der indonesischen Politik eine wichtige Rolle. Häufig finanzieren sie den Wahlkampf von zukünftigen Machtinhabern auf nationaler und subnationaler Ebene.

Im Rahmen der wirtschaftlichen Konsolidierung haben der Auf- und Ausbau der Klein- und Mittelindustrie und der tertiäre Sektor eine tragende Rolle.

Die deutsche Wirtschaft verhielt sich nach der Asienkrise lange Zeit sehr zögerlich mit Direktinvestitionen in Indonesien. Vornehmlich asiatische Unternehmen erkannten die Chancen des riesigen indonesischen Binnenmarktes früher.

Wirtschaftskontakte

Wichtige Wirtschaftskontakte und Informationen können in Indonesien über die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (Ekonid) vermittelt werden. Sie hält für deutsche Unternehmen ein breites Serviceangebot bereit. Auch das German Centre und der Ostasiatische Verein bieten umfangreiche Unterstützung für deutsche Unternehmer. Die deutsche Botschaft gibt eine Liste der in Indonesien tätigen deutschen Firmen heraus. Die Zahl der deutschen Unternehmen, die Niederlassungen in Indonesien haben ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Trotz erheblichen Menschenrechtsverletzungen in Krisengebieten, bei denen auch deutsche Waffen zum Einsatz kommen, zählt Deutschland derzeit zu den wichtigsten Rüstungslieferanten Indonesiens. Das galt insbesondere während der Herrschaft von Diktator Suharto.

Deutsche Rüstungsfirmen lieferten damals Hubschrauber, U-Boote und Maschinenpistolen an Indonesien.

Deutschland vereinbarte mit Indonesien 2013 die Lieferung 104 Leopard-Panzern.

Aufgrund des hohen Gewichts der Panzer, der geringen Tragfähigkeit der Brücken und des sumpfigen und bergigen Terrains in Kalimantan sind diese Panzer nicht zur Verteidigung an den Landesgrenzen einsetzbar.

Viele Leopard-Panzer werden daher an das Militär in einer besonders für den Straßenkampf geeigneten Version (Typ "Revolution") geliefert.

Indonesien hat 2012 mit Deutschland ein Memorandum of Understanding über eine militärische Kooperation unterzeichnet, u.a. in den Bereichen von militärischem Training, Forschung, Entwicklung und militärischer Logistik.

Entwicklung

Bezüglich der Erreichung der Millennium Development Goals sieht UNDP Indonesia das Land "auf dem Weg" zur Erreichung der Ziele - gibt jedoch gleichzeitig zu bedenken, dass die Aussichten für die Erreichung in den einzelnen Provinzen unterschiedlich sind. Generell darf bezweifelt werden, dass im landesweiten Schnitt die Erreichung der Ziele bis Ende 2015 nicht möglich ist. Der Human Development Report listet Indonesien derzeit auf Platz 108 von 187 Ländern. Im Bereich der Armutsbekämpfung konnten zwar stellenweise zweifellos Erfolge erzielt werden; dennoch nimmt die Zahl der Armen insgesamt zu. 

Probleme der Regierungsführung und die fehlende Rechtssicherheit führen dazu, dass die großen Potenziale Indonesiens nur schlecht genutzt werden. Die Anti-Korruptionspolitik von Präsident Susilo Bambang Yudoyono hat jedoch dazu geführt, dass der Corruption Perception Index von Transparency International deutliche Verbesserungen erkennen lässt. Nahm Indonesien 2004 im Ranking noch Platz 133 ein hatte es sich 2011 bereits auf Platz 100 verbessert. Nach einigen größeren Korruptionsskandalen landete Indonesien 2014 wieder auf Rang 107.

Der neue Präsident Joko Widodo hat bereits in seiner Amtszeit als Bürgermeister von Solo und Gouverneur von Jakarta bewiesen, dass er gewillt ist entschieden gegen Korruption vorzugehen. Das hat er auch bei der Auswahl seines Kabinetts bewiesen, das er zuvor von der Antikorruptionsbehörde durchleuchten ließ. Vier Kandidaten wurden daraufhin fallen gelassen.

Die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Institutionen an der nationalen Entwicklungsplanung ist nach wie vor gering. In dem indonesischen Strategiepapier zur Armutsminderung (Poverty Reduction Strategy Paper - PRSP) finden sich derzeit nur sehr ungenaue Angaben zu diesem Thema.

Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

Indonesien ist Schwerpunktpartnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Für Indonesien ist Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden Euro (seit 1961) der zweitgrößte bilaterale Partner nach Japan. In den letzten Jahren kam es nach den Regierungsverhandlungen zu tief greifenden Veränderungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Indonesien. Noch bis 2007 konzentrierte sich die bilaterale EZ auf folgende Schwerpunkte:

  • Transport
  • Gesundheit
  • Wirtschaftsreform
  • Dezentralisierung (als Querschnittsthema)

Nach der im Oktober 2007 beschlossenen Strategie gibt es nun nur noch 3 Schwerpunkte: 

  • Gute Regierungsführung und globale Netzwerke
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und breitenwirksames Wachstum
  • Energie und Klimawandel


Alle bereits laufenden Projekte aus den beiden früheren Schwerpunkten Transport und Gesundheit, werden, wie vorgesehen, zu Ende geführt.

Bei den Regierungsverhandlungen im November 2013 hat Deutschland Indonesien 50,5 Millionen Euro zugesagt. Davon entfallen 43,5 Millionen Euro auf die technische und 7 Millionen Euro auf die finanzielle Zusammenarbeit.

Zunehmend spielt auch die Verknüpfung mit regionalen Prozessen innerhalb der ASEAN eine Rolle in der bilateralen Zusammenarbeit

Eine Homepage der deutschen Botschaft stellt  12 wichtige Institutionen der deutschen EZ in Indonesien dar. Unter anderem haben GIZ,   KfW,   Sequa   und der  DAAD eigene Büros in Jakarta.

Zahlreiche weitere Organisationen, wie z. B. Brot für die Welt und AGEH haben ebenfalls Projekte in Indonesien. Über CIM wurden in den letzten Jahren außerordentlich viele Experten nach Indonesien entsendet, insbesondere nach Aceh.

Vertretungen deutscher parteinahen Stiftungen (KAS, FES, HSS, FNS) unterhalten Büros in Jakarta und informieren im Internet über ihre Arbeit in Indonesien. Die Friedrich-Naumann Stiftung gibt  regelmäßig Berichte über ihre Arbeit in Indonesien heraus.

Zahlreiche deutsche Verbände bemühen sich auch um den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Indonesien. Auch das Goethe-Institut ist in Jakarta vertreten.

Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit

Die UN arbeitet in Indonesien vor allem in vier Bereichen:

Darüber hinaus gibt es Sonderprogramme in den Bereichen HIV/Aids und Gender Mainstreaming.

Die EU fokussiert in ihrer Entwicklungsstrategie auf Armutsverminderung, die Förderung von ökonomischem Wachstum durch Handel und Investitionen und die Förderung von guter Regierungsführung durch verbesserte Rechtsdurchsetzung. Als Querschnittsthemen werden zudem Umwelt, Konfliktprävention, Genderfragen und Menschenrechte benannt.

Von der Weltbank werden die Förderung der makroökonomischer Stabilität, die Stärkung des Finanzsektors, die Förderung eines wettbewerbsfähigen Privatsektors, die Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten für arme Haushalte als Schwerpunkte genannt.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2016 aktualisiert.

Über den Autor

Dr. Klaus Fuhrmann - Seit 2003 führe ich für die GIZ Landesvorbereitungskurse für Indonesien durch. Nach meinem Ethnologiestudium (u.a. in Yogyakarta) habe ich mehrere Jahre in Indonesien geforscht. Später habe ich in Indonesien im Rahmen eines Tsunami-Wiederaufbauprojekts sowie als Dokumentarfilmer, Radioreporter und Studienreiseleiter gearbeitet. Derzeit arbeite ich vor allem als interkultureller Trainer für das Institut für Migration, Kultur und Gesundheit (AMIKO).

 

 

Quellen für aktuelle Wirtschaftsinformationen

Daten und Hintergrundberichte

Indonesische Zeitungen/Zeitschriften in englischer Sprache

Seiten in indonesischer Sprache

 

 

 

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