Kambodscha ist stolz auf seine tausendjährige Kultur. Das Erbe der angkorianischen Hochkultur spiegelt sich allerorts wider. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, doch Jahrzehnte des Krieges, Bürgerkrieges und Völkermordes lasten schwer auf der Nation. Heute ist Kambodscha stabil, aber Demokratie exisiert nur auf dem Papier.

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Verkauf der Phnom Penh Post besiegelt das Ende ihrer journalistischen Unabhängigkeit

Erst am 5. Mai gab der australische Bergbauindustrielle Bill Clough bekannt, die renommierte Phnom Penh Post, die er 2008 vom legendären Gründer Michael Hayes übernommen hatte, an den malaysischen Geschäftsmann Sivakumar S. Ganapathy zu verkaufen – und schon drei Tage später hatten insgesamt 13 Journalisten, Redakteure und der CEO Marcus Holmes die Post verlassen. Ursache war ein Hintergrundbericht zur Übernahme der Zeitung, der am Sonntag online erschien und die dem neuen Inhaber allem Anschein nicht passte. Erst im März war die Phnom Penh Post mit einer Steuernachforderung in Höhe von 3,9 Mio. US-Dollar konfrontiert worden –  ein ähnlicher Vorgang hatte den Cambodia Daily im letzten Jahr erledigt, was völlig zu Recht als rein politisch motivierter Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit galt. Und wie es nicht anders hätte sein können, ist die Steuernachforderung mit dem Verkauf nun vom Tisch. Die Regierung hat also definitiv die Finger im Spiel und scheint damit ihr missliebige Journalisten loszuwerden, ohne selbst unmittelbar aktiv zu werden. Lesen Sie die vollständige Analyse hier

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Der Autor

Markus Karbaum

Dr. Markus Karbaum ist Politologe und beschäftigt sich seit 2002 mit Kambodschas Regierungssystem und der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Landes. Als selbständiger Gutachter und Berater arbeitet er im Auftrag nationaler und internationaler Organisationen.

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