Kambodscha ist stolz auf seine tausendjährige Kultur. Das Erbe der angkorianischen Hochkultur spiegelt sich allerorts wider. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, doch Jahrzehnte des Krieges, Bürgerkrieges und Völkermordes lasten schwer auf der Nation. Heute ist Kambodscha stabil, aber Demokratie exisiert nur auf dem Papier.

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Prominenter Regierungskritiker erschossen

Kem Ley, Gründer der Graswurzelpartei, ist bei einem Attentat am 10. Juli in der Hauptstadt Phnom Penh ermordet worden. Das Opfer hatte sich in den vergangenen Jahren einen Namen als seriöser wie kritischer Kommentator gemacht, der vor allem von den lokalen englischsprachigen Medien regelmäßig um Einschätzungen zu politischen Entwicklungen gebeten worden war. Man kann nicht sagen, dass er dabei gewisse Grenzen überschritten oder gar das Regime in inakzeptabler Weise angegriffen habe. Kem Ley war lediglich ein unabhängiger Kopf und ist wohl in erster Linie aufgrund dieser Eigenschaft ums Leben gekommen. Zuletzt hatte er unter Vertrauten erhebliche Bedenken über seine persönliche Sicherheit geäußert. Das Attentat steht in einer Linie mit der Ermordung anderer Persönlichkeiten wie dem Umweltschützer Chut Wutty († 2012), dem Gewerkschafter Chea Vichea († 2004) und dem Politiker Om Radsady († 2003), außerdem die zahlreichen Toten des Jahres 1997, zunächst durch einen Anschlag auf eine Demonstration der Opposition und durch den Staatsstreich danach. Kem Ley wurde 45 Jahre alt und hinterlässt seine schwangere Frau mit vier Kindern.

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Der Autor

Markus Karbaum

Dr. Markus Karbaum ist Politologe und beschäftigt sich seit 2002 mit Kambodschas Regierungssystem und der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Landes. Als selbständiger Gutachter und Berater arbeitet er im Auftrag nationaler und internationaler Organisationen.

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