Kambodscha ist stolz auf seine tausendjährige Kultur. Das Erbe der angkorianischen Hochkultur spiegelt sich allerorts wider. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, doch Jahrzehnte des Krieges, Bürgerkrieges und Völkermordes lasten schwer auf der Nation. Heute ist Kambodscha stabil, aber Demokratie exisiert nur auf dem Papier.

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Wählerregistrierung hat begonnen

Nach mehreren Verzögerungen hat am 1. September eine dreimonatige Phase zur Neuregistrierung aller rund 9,6 Millionen wahlberechtigter Kambodschaner für die Gemeinderatswahlen im Juni 2017 und die Parlamentswahlen im Juli 2018 begonnen. Nachdem rund um die letzten Parlamentswahlen erhebliche Zweifel an den Wählerlisten aufgekommen waren, war es notwendig geworden, das bisherige Verfahren der kontinuierlichen Fortschreibungen der Wählerlisten zugunsten eines kompletten, IT-gestützten Neustarts abzuändern. Dass dieses Mal die Möglichkeiten zur Manipulation der Wählerlisten geringer sein sollen, hat auch mit der Besetzung der Nationalen Wahlkommission (NWK) zu tun, der neben vier Vertretern der regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP) auch vier der Partei zur Rettung der kambodschanischen Nation (PRKN/CNRP) als größter Oppositionspartei angehören. Mit Hang Puthea als neuntes, unabhängiges Mitglied sollten die progressiven Kräfte sogar ein leichtes Übergewicht bekommen, aber während der bisherige, höchst umstrittene NWK-Generalsekretär Tep Nytha sein Amt behielt, sitzt sein reformorientierter Stellvertreter Ny Chariya seit April im Gefängnis.

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Der Autor

Markus Karbaum

Dr. Markus Karbaum ist Politologe und beschäftigt sich seit 2002 mit Kambodschas Regierungssystem und der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Landes. Als selbständiger Gutachter und Berater arbeitet er im Auftrag nationaler und internationaler Organisationen.

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