Reisfelder in der Provinz Kandal
Offizieller Name
Königreich Kambodscha
Fläche
181.035 km²
Einwohner
16,0 Mio.
Bevölkerungswachstum
1,6 % (pro Jahr)
Bevölkerungsdichte
87 Personen pro Quadratkilometer
Regierungssitz
Phnom Penh
Amtssprache
Khmer

Landkarten

Karte der kambodschanischen Provinzen
Kambodscha gliedert sich in 24 Provinzen und die Hauptstadt Phnom Penh. (Quelle: NIRVn, CC BY-SA 3.0)

Landesimpressionen

Blick von Kep in den Sonnenuntergang im Golf von Thailand. (Foto: Karbaum)
Blick von Kep in den Sonnenuntergang im Golf von Thailand. (Foto: Karbaum)

Es herrscht kein Mangel an Kambodscha-Impressionen im Internet, die von aufschlussreichen Einsichten in die Sonnen- und Schattenseiten der Situation im Lande, über Reiseerfahrungen, Menschen und Landschaften bis zu detaillierten Visualisierungen von Klima, Geschichte, Sitten, Flora und Fauna reichen.

Lage und Größe

Kambodscha liegt in Südostasien, genauer: auf der Indochinesischen Halbinsel, am Nordostufer des Golfs von Thailand. Die Küste hat eine Länge von 443 Kilometern. Kambodscha grenzt im Westen und Nordwesten auf 803 Kilometern an Thailand, im Norden an Laos (541 km) sowie östlich und südöstlich an Vietnam (1.228 km). Die gesamte Fläche beträgt 181.035 km², davon sind 176.520 km² Landfläche. Damit ist Kambodscha etwa halb so groß wie Deutschland.

Grunddaten

Die wahrscheinlich ausführlichste Aufstellung von Links zu Webseiten, die sich mit der kambodschanischen Geschichte, Kultur und anderen Aspekten des Landes beschäftigen, bietet mekong.net. Die umfassendsten Darstellungen Kambodschas im Internet finden sich in der Online-Enzyklopädie Wikipedia, auf den Seiten des "ARD Special Kamboscha" und in Cambodia - A Country Study der Library of Congress, die zwar bedauerlicherweise seit 1987 nicht mehr aktualisiert worden ist, in vielerlei Hinsicht - vor allem für eine detaillierte Darstellung der Geschichte des Landes - den Klick aber dennoch lohnt. Aktuelle politische Informationen auf einen Blick finden sich auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

Für handfeste und zuverlässige Daten in tabellarischer Übersicht zu Kambodscha empfiehlt sich ein Blick in das World Factbook der CIA. Knapp gehaltene Grundinformationen finden sich auch auf den Webseiten der BBC, des US Department of State und in der Datenbank der Vereinten Nationen. Selbst das Statistische Bundesamt liefert einige elementare Angaben zu Kambodscha, während die Weltbank sowohl allgemeines als auch volkswirtschaftspezifisches Datenmaterial bietet. Wer sich allerdings näher mit statistischen Angaben zu Kambodscha beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sich Zahlen je nach Quelle durchaus unterscheiden, auch wenn die Größenordnungen meist sehr ähnlich sind.

Die Dynamik des Tonle Sap in der Regen- und Trockenzeit
Einmal im Jahr schwillt der Tonle Sap von 2.500 km² auf bis zu 20.000 km² an - und anschließend wieder ab. (Grafik: Mkummu, CC BY 2.5)

Ökologische Probleme

Seit 1990 nahm die bewaldete Fläche Kambodschas um rund 2,5 Mio. Hektar ab, was einem jährlichen Schwund von etwa zwei Prozent entspricht. Heute sind noch gut 10 Mio. Hektar bewaldet, aber nur 322.000 Hektar gelten als unberührter Primärwald. Nicht selten ist das kambodschanische Militär in den organisierten Kahlschlag im ganzen Land verwickelt. Die drastisch sichtbaren Folgen der Abholzung riefen Ende der 1990er Jahre sowohl die kambodschanische Regierung als auch die internationalen Geber von Entwicklungshilfe auf den Plan. 1998 erklärte Premierminister Hun Sen die nachhaltige Forstwirtschaft zu einer der Prioritäten seiner Regierung, 1999 ging die Regierung internationale Verpflichtungen zur Förderung der nachhaltigen Forstnutzung ein. In der Praxis fällt es den Verantwortlichen oft schwer, diese politischen Ziele zu erreichen. Illegaler Holzeinschlag wurde in der Folge zwar verboten, Verstöße aufgrund der Involvierung politischer Akteure aber nicht strafrechtlich geahndet: Trotz eines Exportverbots, das Anfang 2016 in Kraft trat, werden nach wie vor wertvolle tropische Hölzer vor allem nach Vietnam ausgeführt. Zentraler Akteur dabei ist die kambodschanische Armee, die vor allem in den östlichen Provinzen agiert.

Kambodscha verfügt nach wie vor nur über sehr geringe Erfahrungen in der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen des Landes. Da etwa drei Viertel der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, bestehen hier durch das anhaltende Bevölkerungswachstum noch erhebliche Herausforderungen, vor allem die bisher völlig unterschätzten Konsequenzen aus der Belastung der beiden wichtigsten Gewässer des Landes, der Tonle Sap und der Mekong, welche die mit Abstand wichtigsten Proteinquellen der Bevölkerungsmehrheit sind. Weitere Gefährdungen des Ökosystems liegen in der globalen Erwärmung, durch die Kambodscha zu den gefährdetsten Ländern der Welt zählt - auch wenn die eigenen CO2-Emissionen mit 0,34 Tonnen pro Kopf (2015) im internationalen Vergleich nach wie vor verschwindend gering sind.

Ein ökologisches Bewusstsein unter der Bevölkerung ist weiterhin schwach entwickelt, wie allein der enorme Verbrauch an Plastiktüten pro Kopf, der etwa zehnmal so hoch ist wie in Europa, und die vielen wilden Müllkippen im Land eindrucksvoll belegen. Selbst in Phnom Penh ist es in letzten Jahren immer schwieriger geworden, die Müllentsorgungskapazitäten der steigenden Einwohnerzahl anzupassen.

Sozialraum

Kühe flüchten vor landendem Kleinflugzeug
Kambodscha verfügt mit Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville über drei internationale Flughäfen. Anders als dieses Foto aus Sen Monorm, Provinz Mondulkiri, suggeriert, müssen Flugreisende in aller Regel keine Befürchtungen haben, bei Starts oder Landungen mit einer Kuhherde zu kollidieren. (Foto: Mark, CC BY-NC 2.0)

Die größten Städte Kambodschas sind die Hauptstadt Phnom Penh (ca. 2,5 Millionen Einwohner in der Metropolregion), Battambang (250.000), Siem Reap (200.000) und Sihanoukville (150.000). Das Land gliedert sich in 24 Provinzen plus der Hauptstadt Phnom Penh und mehr als 1600 Gemeinden. Jahrzehntelange kriegerische Auseinandersetzungen und das Schreckensregime der Roten Khmer in den 1970er Jahren zerstörten die Infrastruktur des Landes.

Das Verkehrswegenetz gehört zu den schlechtesten in Südostasien, befindet sich aber im Wiederaufbau. Die meisten der sieben Nationalstraßen sind in gutem Zustand und mittlerweile auch nachts befahrbar. Dagegen spielt der Schienenverkehr für den Personen- und Gütertransport noch eine sehr untergeordnete Rolle. Seit 2007 wird das Schienennetz sukzessive ausgebaut; den Großteil des 142 Millionen-Dollar-Projekts steuert die Asian Development Bank bei. 2016 wurde für Passagiere immerhin die Bahnstrecke Phnom Penh – Takeo – Kampot – Sihanoukville wiederbelebt, bisher allerdings nur an Wochenenden und Feiertagen.

Rund die Hälfte der internationalen Besucher erreicht Kambodscha über die Flughäfen in Phnom Penh und Siem Reap. Die wichtigsten Grenzübergänge sind Poipet und Koh Kong (nach Thailand) sowie Bavet und "Chau Doc" (nach Vietnam). Kambodscha verfügt über mehrere Häfen; der wichtigste befindet sich in Sihanoukville, ist aufgrund des geringen Tiefgangs für den Welthandel allerdings nur eingeschränkt geeignet. Nach Inkrafttreten der ASEAN-Freihandelszone wird der Hafen in Phnom Penh weiter an Bedeutung gewinnen.

Dagegen leidet das Land nach wie vor an einer Unterausstattung mit Krankenhäusern und Gesundheitszentren, auch Bildungseinrichtungen existieren qualitativ wie quantitativ noch nicht in einem ausreichenden Maße. Der Zugang zu Telekommunikationsangeboten ist mittlerweile in weiten Teilen Kambodschas über Drahtlosverbindungen gesichert.

Nationale Symbole

Flagge Kambodschas
Kambodschas Flagge zeigt Angkor Wat, das wichtigste Nationalsymbol des Königreichs. Blau steht für die Monarchie, Rot für die Nation und Weiß für die Religion, den Buddhismus. (Grafik: Open Clip Art Library, CC0 1.0)
Wappen von Kambodscha
In Kambodschas Wappen halten die Fabellöwen Gajasiha (links) und Rajasiha (rechts) je einen vierstufigen Sonnenschirm. Dazwischen befindet sich das Schild mit dem königlichen Orden von Kambodscha, auf dem die Krone aufliegt. Der Text in der Banderole bedeutet "König von Kambodscha". (Grafik: Sodacan, CC BY-SA 1.0)

In der Mitte der Landesflagge befindet sich als Emblem eine weiße Silhouette des Tempels von Angkor Wat. Sowohl die rote Farbe als auch das Angkor Wat-Emblem sind traditionelle Symbole des Landes. Die heutige Flagge wurde nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft wieder eingeführt, nachdem sie bereits zwischen 1953 und 1970 Gültigkeit besaß. Das Wappen ist seit 1993, dem Jahr der ersten (und bislang letzten) freien Wahlen, in Gebrauch. Nokoreach ist die königliche Nationalhymne, die 1993 wieder eingeführt wurde. Der Text stammt von Chuon Nat, komponiert wurde die Hymne von F. Perruchot und J. Jekyll auf Basis eines alten kambodschanischen Volksliedes. Ursprünglich hatte man die Hymne 1941 übernommen und 1947 nochmals bestätigt. Sie wurde jedoch ersetzt, als die Khmer Rouge 1975 an die Macht kamen. Von Ausländern wird selbstverständlich erwartet, dass sie den nationalen Symbolen des Gastlandes Respekt erweisen.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2018 aktualisiert.

Der Autor

Markus Karbaum

Dr. Markus Karbaum ist Politologe und beschäftigt sich seit 2002 mit Kambodschas Regierungssystem und der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Landes. Als selbständiger Gutachter und Berater arbeitet er im Auftrag nationaler und internationaler Organisationen.

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