Brückenbau am Tonle Bassac mit Hilfe von Schwimmkränen
Geschätztes BIP
24,5 Milliarden US-$ (2018)
Pro-Kopf-Einkommen
1500 US-$ (2018)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
Rang 146 (von 189, 2018)
Anteil Armut (nat. Armutsgrenze)
14,0% (2014)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
keine Daten
Wirtschaftlicher Transformationsindex (BTI)
Rang 89 (von 137) (2020)

Covid-19 und Kambodschas Wirtschaft: Blick in den Abgrund

„The global epidemiological and economic crisis unleashed by COVID-19 poses the greatest threat to Cambodia’s development in its 30 years of modern history.” So beginnt eine am 29. Mai veröffentlichte Studie der Weltbank zur kambodschanischen Volkswirtschaft. Die Weltbank prognostiziert darin einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 bis 2,9 Prozent im laufenden Jahr, was der schlechteste Wert seit 1994 sei. Dadurch könne der Anteil der Menschen, die unter der Armutsrate leben, um 3 bis 11 Prozentpunkte steigen. Nicht wenige Privathaushalte könnten 2020 einen Einkommensrückgang um 50 Prozent erleiden. 

Kambodschas wirtschaftlicher Aufschwung der letzten Jahrzehnte ist unmittelbar auf die Globalisierung zurückzuführen. Doch die absehbaren Einbrüche des Welthandels und interkontinentalen Reiseaktivitäten drohen das Land ins Mark zu treffen, da plötzlich hunderttausende Arbeitsplätze akut bedroht sind. Allen voran in der Tourismusbranche, die schon im Herbst 2019 unter einer untypischen Flaute litt und mittlerweile nahezu vollständig auf westliche Touristen verzichten muss. Auch chinesische Gäste sind in diesem Jahr bisher deutlich weniger nach Kambodscha gereist, auch wenn die Casinos erst Ende März geschlossen wurden. Aber auch lokale Gäste sorgen nicht mehr für Umsätze: Restaurants und Bars wurden erst kurz vor den Casinos geschlossen, was Besitzer wie Mitarbeiter gleichermaßen fundamental betrifft.

Ähnlich katastrophale Zustände entwickeln sich in der Textilindustrie. Im Februar machten sich die ersten Vorzeichen bemerkbar, als weniger Rohmaterialen aus China nach Kambodscha geliefert wurden. Dann verkündete die Europäische Union die partielle Suspendierung von Handelsprivilegien, die der Branche außerdem zusetzte. Und nun stornieren viele Textil-Labels ihre Order, weil sie selbst kaum noch etwas verkaufen können. Der überwiegenden Mehrheit der mehr als 700.000 Näherinnen droht nun der Verlust ihres Arbeitsplatzes, zumindest temporär. Da fast alle Fabriken aber in ausländischem Besitz sind, könnte es mit Blick auf die reduzierten Handelspräferenzen sein, dass einige gar nicht mehr wiedereröffnen. Nach offiziellen Angaben hatten bis Ende Mai rund 55.000 Näherinnen ihre Beschäftigung verloren, während der Arbeitgeberverband GMAC von mehr als 150.000 betroffenen Arbeiterinnen ausgeht.

Die Konsequenzen daraus sind weitreichend: Mit ihrem Einkommen unterstützen die allermeisten Näherinnen ihre Familien im ländlichen Kambodscha, die auf dieses Geld dringend angewiesen sind. Auch in Kambodscha gibt es nun Kurzarbeitergeld in der Textilindustrie mit 60% vom Mindestlohn, der aktuell bei 190 US-Dollar liegt. Und was werden die Näherinnen machen? Früher hat man sich in solchen Situationen wieder der heimischen Landwirtschaft gewidmet, aber der Arbeitskräftebedarf ist gegenwärtig nicht annährend so hoch, dass er relevant wäre. Die einzige Option bliebe noch eine Tätigkeit im Ausland, vor allem in Thailand. Aber auch das ist vorbei, die Grenzen sind geschlossen, auch für Pendler.

Nun wird sich rächen, dass die private Verschuldung in den letzten Jahren drastisch gestiegen ist. Die Krise wird dazu führen, dass immer weniger Menschen ihre Kredite bedienen können. Häufig wurden Landtitel als Sicherheit bei den Finanzinstituten hinterlegt. Ohne politische Interventionen, in erster Linie durch Ermöglichung von Privatinsolvenzen, droht eine beispiellose Verarmung von Millionen Kambodschanern mit einer Verschuldung, die sie in ihrem Leben nicht mehr begleichen können. Immerhin stellt die Regierung bis zu 2 Mrd. US-Dollar zur Bekämpfung der Krise bereit, aber noch ist längst nicht absehbar, ob dieser Betrag reicht. Sonstige soziale Sicherungsmechanismen existieren nicht. Außerdem lässt die sowieso schon geringe Staatsquote kaum fiskalpolitischen Spielraum, etwa für Mehrwertsteuersenkungen.

 

Nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten hat Kambodscha es selbst nicht in der Hand, wann die Krise beendet sein wird – der Schlüssel dazu liegt anderswo:

  1. Erst wenn die Nachfrage in den traditionellen Industriestaaten nach Bekleidung sowohl im digitalen als auch im stationären Handel wieder steigt, wird der Welthandel wieder in Schwung kommen. Vorher wird die Bekleidungsindustrie bei weitem nicht so viel produzieren wie vor der Krise.
  2. Selbst wenn viele Staaten ihre Grenzen ohne Quarantäne-Bedingungen wieder öffnen werden und sich der internationale Flugverkehr bald erholen sollte: Touristen werden erst dann wieder in relevanten Zahlen nach Kambodscha kommen, wenn sie die Sicherheit haben, auch wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Und wenn sie sich – gerade in den westlichen Ländern – Fernreisen wieder leisten können.
  3. Kambodschanische Familien, die Familienangehörige im Ausland haben, werden erst dann wieder die gewohnte finanzielle Unterstützung erhalten, wenn die Krise in diesen Ländern abgeklungen ist. Vor allem in den USA sind einige Menschen arbeitslos geworden, die Familie und Verwandtschaft in Kambodscha haben.

Nur unter diesen Bedingungen wird die Binnennachfrage wieder steigen und sich der bescheidene Wohlstand einigermaßen gleichmäßig im ganzen Land verteilen. (Stand: 1. Juni 2020)

 

 

 

Wirtschaftsordnung

Entwicklung seit der Unabhängigkeit

Die Entwicklung der Wirtschaftsordnung Kambodschas ist im Kontext der Geschichte des Landes zu sehen. Die agrarische Struktur Kambodschas in Kombination mit dem Ausbleiben fast jeglicher Ansätze einer Industrialisierungspolitik behinderte die Entwicklung eines tragfähigen Wirtschaftssektors. Unter Prinz Norodom Sihanouk (1953-1970) blieb der Nassreisanbau das Fundament der bäuerlichen Subsistenzwirtschaft. Ab 1963 wurden einige größere Unternehmen (Banken, Versicherungen, Handelsgesellschaften) verstaatlicht, was der sozialistischen Ideologie der Staatspartei Sangkum Reastr Niyum entsprach. Ansätze einer Liberalisierungspolitik unter der pro-amerikanischen Regierung von Lon Nol (1970-1975) fielen der Involvierung des Landes im Vietnam-Krieg zum Opfer.

Die von den Roten Khmer unter Pol Pot fanatisch umgesetzte Doktrin wirtschaftlicher Autarkie und die damit einhergehende Kollektivierungspolitik resultierten in einen massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung. Die Folgen der Zerstörung der Infrastruktur waren extrem und wirken bis in die Gegenwart nach. Auch unter der pro-vietnamesischen Regierung ab 1979 verbesserte sich die ökonomische Grundsituation kaum; der Außenhandel beschränkte sich fast ausschließlich auf die Sowjetunion und die Comecon-Staaten. Nach der Verfassungsänderung 1989, die auch eine Umbenennung in "Staat Kambodscha" mit sich brachte, wurde erstmals wieder das Recht auf Privatbesitz und die Gründung privatwirtschaftlicher Unternehmen eingeführt. Außerdem wurden mit der Ausgabe von Landbesitzurkunden bis Juni 1991 insgesamt 3,7 Millionen Hektar Land in Privatbesitz übergeben, was mehr als 20% der gesamten Fläche Kambodschas entspricht.

Das Pariser Friedensabkommen von 1991 bildete nicht nur die Grundlage für einen umfassenden politischen Neuanfang, sondern leitete auch einen völligen Umbruch in der Außenwirtschaft ein, von der staatlichen Planwirtschaft zur marktwirtschaftlichen Ordnung, vom staatlichen zum privaten Außenhandel und von der Ost- zur Westausrichtung. Von Bedeutung war dabei vor allem 1991 die Umstellung auf den Handel in harter Währung, die zunächst eine Re-Orientierung des kambodschanischen Handels auf die asiatischen Märkte in der unmittelbaren Nachbarschaft (besonders Thailand, China/Hongkong, Singapur und Vietnam) nach sich zog. Durch den Beitritt zur Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) 1999 und zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2004 fand Kambodscha endgültig wieder Anschluss an den regionalen wie globalen Markt.

Makroökonomische Situation

Mit etwa 42% Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) war der Dienstleistungssektor 2017 der wichtigste Wirtschaftszweig vor der Industrie (33%) und der Landwirtschaft (25%). Der größte regionale Wettbewerbsvorteil besteht in den geringen Personalkosten, was das Land auch weiterhin sehr attraktiv für arbeitsintensive Güterproduktionen wie Dienstleistungen erscheinen lässt. Darüber hinaus zeichnet sich die Volkswirtschaft durch ein geringes Maß an staatlicher Regulierung und durchsetzungsschwachen Gewerbeaufsichtsbehörden aus.

Kambodscha gehört mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 4361 US-Dollar (2018, kaufkraftbereinigt) in der UN-Klassifizierung weiterhin zur Gruppe der Least Developed Countries (LDC). Dagegen wurde das Königreich durch die Weltbank aufgrund des anhaltend stabilen Wirtschaftswachstums, das zu einem Anstieg des nominalen BIP pro Kopf über den Grenzwert von 1025 US-Dollar führte, zum 1. Juli 2016 als Lower Middle Income Country neu klassifiziert. Ob Kambodscha aber auch das selbstgesteckte Ziel, bis 2030 Upper Middle Income Country zu werden, erreichen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Wohl gerade aufgrund des stetigen Wachstums um jährlich sieben Prozent in diesem Jahrzehnt wurden in den letzten Jahren allerdings grundlegende Reformen nicht für notwendig erachtet. Durch erhebliche Handelserleichterungen der Europäischen Union und anhaltende Geberunterstützung unterliegt Kambodschas Wettbewerbsfähigkeit aber noch nicht vollständig marktwirtschaftlichen Bedingungen. Der konstante Aufschwung findet daher mit deutlicher internationaler Unterstützung statt, die in naher Zukunft geringer werden wird und Kambodschas Defizite dann noch deutlicher sichtbar machen dürfte. Neben fehlenden rechtsstaatlichen Strukturen sind dafür vor allem ein sehr geringes Reservoir an qualifizierten Facharbeitern, hohe Energiekosten und eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur ausschlaggebend.

Lokale wie internationale Unternehmen haben beständig mit ineffizienten, langsamen und gleichzeitig extrem korruptionsanfälligen Behörden zu kämpfen. Wesentliche Veränderungen hat es seit Jahren nicht gegeben, weshalb Kambodscha in den bekannten Vergleichsindizes im Vergleich zu anderen Staaten stetig an Boden verliert. Aktuell schneidet Kambodscha sowohl im Doing Business-Vergleichsindex 2020 als auch im Global Competitiveness Report 2019 deutlich schlechter als die unmittelbaren Nachbarn Thailand und Vietnam ab, die als Hauptkonkurrenten zu betrachten sind.

Aktuelle Analysen und Daten zur makroökonomischen Situation werden nicht nur durch die Bertelsmann-Stiftung, sondern vor allem auch von verschiedenen internationalen Organisationen aufbereitet, zum Beispiel

Rahmenbedingungen

Finanzpolitik und Kapitalmarkt

Kambodscha hat in den letzten Jahren von einer kontinuierlichen fiskalpolitischen Stabilisierung profitiert. Das Steueraufkommen wuchs zwischen 2010 und 2015 von zehn Prozent auf 15,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und im Haushaltsjahr 2016 tragen die steigenden Ausgaben nach Angaben der Weltbank einen nicht unerheblichen Teil zum Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent bei. Der Staatshaushalt für 2020 wuchs um 22,7% auf 8,23 Mrd. US-Dollar, wodurch die Staatsquote von 24,7% auf 28,0% des BIP anstieg. Die Ausgaben werden durch eigene Einnahmen in Höhe von 6,5 Mrd. US-Dollar und Kredite über rund 1,7 Mrd. US-Dollar bestritten, was einer Nettoneuverschuldung von 5,8% des BIP entspricht. Nach Schätzungen der Weltbank wuchs das Leistungsbilanzdefizit 2018 um 0,7 Prozentpunkte auf 10,4% des BIP.

Die Staatsverschuldung lag 2018 nach Angaben der Weltbank bei gut 30% des BIP; mit schätzungsweise 40 bis 50% der Auslandsverschuldung bleibt China der mit Abstand größte Gläubiger des Landes. Die Währungsreserven sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und betrugen 2018 10,1 Mrd. US-Dollar. Die Inflation lag in den letzten zehn Jahren nie über fünf Prozent und lag 2018 bei 4,1%. Die Landeswährung Riel liegt seit zwei Jahrzehnten konstant bei rund 4100 Riel zu einem US-Dollar. Nach wie vor ist die Regierung bestrebt, die Bedeutung des US-Dollar zu Gunsten des kambodschanischen Riel zu reduzieren, in dem allerdings nur knapp 20% des Kapitalverkehrs abgewickelt werden. 

Der Bankensektor besteht im Wesentlichen aus der Zentralbank, 58 Geschäftsbanken (44 allgemeine und 14 spezialisierte Banken) und 74 Mikrofinanzinstituten, darunter einige internationale Banken. Der Bankensektor wuchs 2018 um 19,4% auf 40 Mrd. US-Dollar. Einlagen in Höhe von 22,1 Mrd. US-Dollar stehen nach Angaben der Nationalbank Kredite im Wert von 24,5 Mrd. US-Dollar gegenüber. Nach Berechnungen der Weltbank flossen ein Drittel der gewährten Kredite in den Immobiliensektor gefolgt vom Einzelhandel mit 19%. Trotz der seit Jahren diskutierten Gefahr einer platzenden Immobilienblase gilt der Bankensektor als gesund, vor allem Kreditausfälle treten vergleichsweise selten auf. Zu den Schattenseiten zählt nach wie vor die hohe Anfälligkeit für Geldwäsche, weswegen Kambodscha seit Februar 2019 unter besonderer Beobachtung bei der OECD angesiedelten internationalen Financial Action Task Force on Money Laundering steht. Vergleichsweise positiv gilt dagegen der Grad der finanziellen Inklusion, die auf die relativ hohe Zahl an Mikrofinanz-Banken und eine wachsende Fintech-Branche zurückzuführen ist.

Infrastruktur und Verkehrswesen

Straße im ländlichen Kambodscha
Fast 75 Prozent der kambodschanischen Straßen waren 2013 nicht asphaltiert. (Foto: Bruno Schoonbrodt, (CC BY-NC 2.0))

Kambodscha hat in den letzten Jahren enorme Anstrengungen für den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur unternommen. Allein seit 2012 sind mehr als drei Viertel des nationalen Straßennetzes (mehr als 5600 km) instandgesetzt worden. Die verkehrsinfrastrukturellen Defizite sind allerdings nach wie vor erheblich. Insbesondere die Transportkosten sind im regionalen Vergleich kaum konkurrenzfähig und bedingen in den kommenden Jahren weitere erhebliche Investitionen. 2013 waren nur ein Viertel des gut 47.000 Kilometer umfassenden Straßennetzes asphaltiert. Häufig ist die Bausubstanz neuer, von chinesischen Unternehmen angelegten Überlandstraßen so schlecht, dass sich der Asphalt bereits nach wenigen Jahren vollständig auflöst. Es existieren nur zwei Bahnlinien: einerseits von Phnom Penh über Pursat und Battambang nach Poipet sowie andererseits von der Hauptstadt über Takeo und Kampot nach Sihanoukville.

Hinderlich für die Integration in den Welthandel ist außerdem das Fehlen eines Tiefseehafens, auch wenn mit der Eröffnung eines neuen Mehrzweckterminals in Kambodschas einzigem Tiefseehafen (13,5 Meter) im Juni 2018 die Ladekapazität auf bis 50.000 Tonnen mehr als verdoppelt wurde. Dadurch dürften in Zukunft auch größere Schiffe in Sihanoukville an- und die Abfertigungszeiten an Tempo zulegen. Über den Hafen sollen zukünftig 70% aller Im- und Exporte Kambodschas abgefertigt werden, was seine Bedeutung für das Land deutlich unterstreicht.

Der Ausbau des rudimentären Schienennetzes geht weiter voran. Im April 2019 wurde die Bahnverbindung zu Thailand wiederhergestellt, die mehr als 45 Jahre unterbrochen war und nun wieder kontinuierliche Güter- und Personentransporte von Bangkok nach Phnom Penh ermöglichen soll. Gleichzeitig wird dadurch ein erheblicher Schub für die bilateralen Handelsbeziehungen erwartet, die bisher überwiegend über umständliche Lkw-Transporte abgewickelt wurden. Auch in der Luftfahrt stehen die Zeichen auf Veränderung: Nach Planungen, einen neuen Flughafen für die Touristenmetropole Siem Reap zu bauen, wird auch Phnom Penh einen neuen Airport erhalten. Er entsteht südlich der Hauptstadt, soll zwischen 2023 und 2025 eröffnen und wird bezüglich der Fläche mit 2.600 Hektar einer der größten der Welt werden. In der nordöstlichen Provinz Mondulkiri soll ein weiterer Flughafen errichtet werden und die bisherige Staubpiste ersetzen.

Ob Kambodscha aus den Fehlern im Straßenbau gelernt hat, bleibt zu hoffen. Bei den meistens von chinesischen Firmen ausgeführten Bautätigkeiten wurden häufig ungeeignete Materialien verwendet, wodurch viele Überlandstraßen bereits nach wenigen Jahren komplett saniert werden müssen. Lackmustest dürfte die neue vierspurige Autobahn werden, die ab 2023 Phnom Penh mit der Küstenstadt Sihanoukville im Süden verbinden soll. Das 1,9 Mrd. US-Dollar teure Projekt wird von einem chinesischen Konsortium getragen, das das Investment mit Mautabgaben refinanzieren will.

Qualität der Infrastruktur in Südostasien (2014)

Quelle: World Bank Group 2018
Land Zugang zu Elektrizität (in % der Bevölkerung) Exportkosten (US-Dollar je Standardcontainer) Hafeninfrastruktur - Skala von 1 (schlecht) bis 7 (sehr gut)
Malaysia 100 525 5,6
Singapur 100 460 6,7
Thailand 100 595 4,5
Vietnam 99,2 610 3,7
Indonesien 97,0 572 4,0
Philippinen 89,1 755 3,5
Laos 78,1 1950 2,6
Kambodscha 56,1 795 3,6
Myanmar 52,0 620 2,6

Außenwirtschaft

Ein- und Ausfuhren 2018
Kambodschas Außenhandel 2018 nach Produktgruppen. Grafik: Karbaum nach Angaben der kambodschanischen Nationalbank

Kambodscha hat 2018 Güter im Wert von 18,8 Milliarden US-Dollar importiert und für 13,6 Milliarden US-Dollar ausgeführt. Das Handelsbilanzdefizit lag bei 21,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit so hoch wie noch nie. Das Defizit im Leistungsbilanzsaldo wird dabei durch einen fast ebenso hohen Kapitalzufluss an dringend benötigten ausländischen Direktinvestitionen (2017 laut Weltbank rund 1,6 Mrd. USD und knapp 11% des BIP) gegenfinanziert.

Die Bekleidungsindustrie bildet mit Ausfuhren im Wert von 10 Milliarden US-Dollar (2018, plus 2 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahr) weiterhin das Rückgrat des kambodschanischen Außenhandels und den wichtigsten Faktor für den stetigen Wohlstandsgewinn. Wichtigster Markt ist und bleibt die Europäische Union, wohin 2018 rund 29% aller Exporte gingen, vor den USA (24%) und dem Vereinigten Königreich (9%). Die meisten Importe kommen weiterhin aus der Volksrepublik China mit knapp 40% aller Einfuhren vor Thailand (15,5%) und Vietnam (11,9%). Neben Rohmaterialien für die Schuh- und Textilindustrie führt Kambodscha außerdem Fahrzeuge und Mineralöl ein. Deutschland, vor Ort vor allem durch den Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft sichtbar, ist mit einem Anteil von neun Prozent Kambodschas drittgrößtes Zielland für Exporte unter den Einzelstaaten.  

Mehr als 90% aller Exporte fallen unter Handelserleichterungen, die von der Europäischen Union und den USA gewährt werden. Aufgrund des Umbaus Kambodschas in einen de-facto Ein-Parteien-Staat stand die Möglichkeit im Raum, dass diese Handelserleichterungen wegfallen könnten. Am 12. Februar 2020 hat die EU-Kommission entschieden, diese zumindest teilweise zu suspendieren. Das Volumen entspricht etwa 19% der Ausfuhren Kambodschas in die EU im Jahr 2018; so sollen auf Hosen und T-Shirts für Männer und Jungen, bestimmte Herrenunter- und -nachtwäsche sowie Jogging- und Strumpfhosen für Frauen sowie Reiseartikel (Koffer, Taschen und Rucksäcke) sowie Zucker ab 12. August 2020 zwischen 1,7 und 12% entfallen. 

Seit Ende 2018 war spekuliert worden, ob die Entscheidung der EU den Todesstoß für die kambodschanische Textilindustrie und damit den überwiegenden Teil der Außenwirtschaft bedeuten würde – entsprechend heftig war vorab die Kritik an dem ganzen Verfahren. Mit dieser nun getroffenen Entscheidung dürfte der Fortbestand der Textilindustrie für die kommenden Jahre zunächst gesichert sein. Schreckgespenster wie Massenarbeitslosigkeit, in die Rezession führende volkwirtschaftliche Schnellballeffekte sowie sich gegenseitig verstärkende Armuts- Verschuldungsspiralen sind somit erst einmal vertrieben. 

Unabhängig davon beschäftigt sich der US-Kongress seit Januar 2019 aus denselben Motiven mit dem Cambodia Trade Act, durch den Kambodscha ähnlich wie im Falle Europas dann plötzlich Exportquoten beachten und Zölle zahlen müsste. Und selbst wenn auch diese Entscheidung glimpflich ausgehen sollte: 2027, also zwei Jahre nach dem zu erwartenden Ende des Status "Least Developed Country", werden alle Handelserleichterungen sowieso wegfallen. Daher kommen auf Kambodscha in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen zu, um sich volkswirtschaftlich neu aufzustellen. Vor allem die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Vietnam könnte sich aufgrund des Freihandelsabkommens zwischen Vietnam und der EU weiter verringern.

Durch die politische Öffnung Myanmars ist in Thailand wiederum das Arbeitskräfteangebot deutlich gestiegen, was aufgrund der höheren Produktivität burmesischer Arbeitnehmer im Vergleich zu ihren kambodschanischen Kollegen sich auch auf letztere auswirken dürfte. Die Implikationen daraus sind jedenfalls gewaltig: Sollte Kambodscha in den nächsten Jahren nicht wesentliche Fortschritte in der Wettbewerbsfähigkeit der verarbeitenden Industrie – dem Schlüsselsektor für den Außenhandel – erzielen, wird es kaum noch Produkte, aber dafür Arbeitskräfte exportieren (müssen). 

Dagegen hat die am 31. Dezember 2015 in Kraft getretene südostasiatische Freihandelszone aufgrund des geringen intraregionalen Handels (von dem Dienstleistungen und Investitionen im Unterschied zu Gütern bisher ausgeschlossen sind) noch keine spürbaren Auswirkungen gezeigt. Doch das dürfte nicht lange so bleiben: Bis 2025 soll durch den Abbau tarifärer und nicht-tarifärer Handelshemmnisse ein gemeinsamer Markt ähnlich der EU etabliert werden – eine große Herausforderung für einen Staat mit noch schwachen Institutionen wie Kambodscha. Daneben wird der Wegfall von Importzöllen für Güter und Dienstleistung aus den anderen Mitgliedsländern das Land zwingen, alternative Einnahmequellen zu erschließen. Auch die Frage der Wettbewerbsfähigkeit und des Schutzes der einheimischen Klein- und mittelständischen Unternehmen stellt sich nunmehr deutlicher als in den Jahren zuvor und soll in erster Linie mit Investitionen in den Bildungsbereich und die Infrastruktur beantwortet werden.

Wirtschaftssektoren

Agrarwirtschaft

Bauern bei der Reisernte
Drei Viertel aller Kambodschaner leben von der Landwirtschaft. Hauptanbauprodukt ist Reis, der auf den meisten Feldern einmal pro Jahr geerntet wird. (Foto: Isabel M. Lichtnau)

In der Landwirtschaft arbeiten 45 Prozent der 8,2 Millionen Erwerbstätigen, der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt beträgt rund 25 Prozent. Wie für asiatische Monokulturen nicht untypisch, wird auf 3,05 Mio. Hektar, was 70 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche entspricht, Reis angebaut, der aufgrund unzureichender Bewässerungsanlagen in den allermeisten Landesteilen nur einmal im Jahr nach der Regenzeit geerntet wird. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation hat Kambodscha 2018 rund 10,7 Mio. Tonnen Reis geerntet (plus 1,7%), von denen rund 626.000 Tonnen exportiert wurden. Dies ist jedoch nur die offizielle Zahl: Schätzungen zufolge sollen in dem Jahr insgesamt 1,4 Millionen Tonnen Reis ausgeführt worden sein, 44 Prozent davon allerdings an den "Büchern" vorbei, was einmal mehr die grundsätzliche Korruptionsanfälligkeit Kambodschas unterstreicht.  

Größter Absatzmarkt für kambodschanischen Reis ist zurzeit noch die EU, allerdings mit stark abnehmender Tendenz. Während europäische Abnehmer 2016 noch 63 Prozent der Ernte gekauft hatten, waren es 2017 noch 44 Prozent und 2018 nur noch 40 Prozent. Dieser Rückgang könnte sich fortsetzen, weil seit Anfang 2019 die EBA-Handelserleichterungen für Reis außer Kraft gesetzt wurden und der Export in die EU nicht mehr zollfrei ist. Auch strengere Bestimmungen zur Verwendung von Tricyclazol in Pflanzenschutzmitteln könnten es kambodschanischen Anbietern erschweren, zukünftig Reis in Europa zu verkaufen. Gleichzeitig erhöhte China seine Importquote für kambodschanischen Reis von 300.000 (2018) auf 400.000 Tonnen (2019) jährlich – allerdings wurde die Quote zuletzt nur zu 56 Prozent ausgeschöpft. 

Im Vergleich zu seinen unmittelbaren Nachbarn produziert Kambodscha Reis deutlich teurer, was durch die generell hervorragende Qualität nur teilweise ausgeglichen werden kann. Der Mangel an Lagerkapazitäten, hohe Energie- und Transportkosten und der fehlende Zugang zu zinsgünstigen Notkrediten bei Dürren oder Überschwemmungen stellen weitere zentrale politische Herausforderungen dar, die unabhängig von den Turbulenzen am Weltmarkt angegangen werden müssen.

Die Zukunft der kambodschanischen Landwirtschaft dürfte wohl weniger in der Steigerung von Effizienz und Masse, sondern in der Herstellung hochwertiger Güter liegen. Vor allem der biologische Anbau und die Entwicklung von Premiummarken wie Duftreis aus Battambang, Kampot-Pfeffer und Mondulkiri-Kaffee versprechen eine hohe internationale Attraktivität und könnten den Export beflügeln. Dass sich die allermeisten Kambodschaner diese teureren Produkte selbst nicht leisten können und damit eine hauptsächlich auf ausländische Märkte ausgerichtete Agrarwirtschaft die Ernährungssicherheit im Inland tangieren könnte, ist die Kehrseite dieser Perspektive.

Tourismus

Neben Landwirtschaft, Bekleidungsindustrie und Baugewerbe ist der Tourismus das vierte Standbein der kambodschanischen Volkswirtschaft. 2019 kamen 6,7 Millionen Gäste (plus 8,7%) nach Kambodscha, von denen chinesische Gäste mit 38% den größten Anteil stellen. Das Wachstum der kommenden Jahre - Zielvorgaben: 2020 7 Mio., 2025 12 Mio. und 2030 25 Mio. ausländische Besucher soll in erster Linie durch chinesische Touristen gewährleistet werden, da Gäste aus Europa mit nur 15 Prozent nur geringfügig ins Gewicht fallen. Doch gerade die Chinesen kommen bisher in der Regel mit organisierten Budgetreisen ins Land, die vergleichsweise wenig Umsatz abwerfen. Ein generelles Ziel besteht darin, den Aufenthalt internationaler Besucher im Land zu verlängern, der sich häufig auf Siem Reap beschränkt und der seit 2004 konstant zwischen sechs und sieben Tagen pro Gast liegt.

Der archäologische Park Angkor hat in den letzten Jahren allerdings kontinuierlich an Attraktivität verloren; 2019 kamen nur noch 2,2 Mio. internationale Touristen nach Siem Reap (minus 14,8%) trotz einiger renommierter Auszeichnungen - so viele wie zuletzt 2016. Viele Chinesen zieht es anstatt dessen in die Küstenstadt Sihanoukville, das schon als das „neue Macau“ der Region gilt. Problematisch sind in diesem Zusammenhang vor allem die geschlossenen Geschäftskreisläufe, die fest in chinesischer Hand liegen und von denen die Einheimischen kaum profitieren. In mancher Hinsicht kann man sogar schon von einer chinesischen Enklave auf kambodschanischem Territorium sprechen. Mittlerweile scheint die kambodschanische Regierung das Problem erkannt zu haben und hat mit der massenweisen Schließung von Online-Casinos bereits erste Maßnahmen veranlasst.

 

Neben der Siem Reap, Sihanoukville und der Hauptstadt Phnom Penh sind weitere touristische Reiseziele für Gäste vor allem die Küste im Süden, wobei sich westliche Gäste auf Kep und Kampot konzentrieren. Vietnamesen und Thais besuchen dagegen vornehmlich die zahlreichen Casinos, insbesondere im kleinen Grenzverkehr in Poipet an der Grenze zu Thailand und Bavet an der Grenze zu Vietnam. Hilfreich dürfte in jedem Fall die Aufnahme der antiken Hauptstadt Sambor Prei Kuk des Reiches Chenla in das Weltkulturerbe der UNESCO sein - nach Angkor und Preah Vihear die dritte kambodschanische Stätte.

Bergbau und Energie

Kabelsalat
Nicht nur ein konkretes, immer wieder auftauchendes Problem der unprofessionellen Verkabelung, sondern wohl auch ein Sinnbild für die gesamte Elektrifizierung Kambodschas. (Foto: Michael Coghlan, (CC BY-SA 2.0))

Die Förderung von Rohstoffen ist in Kambodscha noch weitgehend unterentwickelt. In erster Linie werden Materialien gewonnen, die im Hoch- und Tiefbau benötigt werden, zum Beispiel Laterit, Marmor, Granit, Kalkstein und Kies. Außerdem wird aus den Flüssen Sand abgebaut, der zu 99% illegal exportiert wird. Die Provinzen Pailin und Ratankkiri sind für ihre Edelsteine bekannt, überwiegend Rubine und Saphire. Es gilt als gesichert, dass Kambodscha noch über nennenswerte Vorkommen an Kupfer, Gold, Eisenerz, Zink, Blei, Zinn, Bauxit und Kaolin verfügt.

Internationale Unternehmen – überwiegend aus China, Korea, Vietnam und Australien – waren in den letzten Jahren vor allem mit wissenschaftlichen Untersuchungen beschäftigt und dürften in den nächsten Jahren die Hauptakteure in Kambodschas Bergbauindustrie werden. Entsprechende Lizenzen wurden bisher im Umfang von rund 2,3 Millionen Hektar (12,7% der Gesamtfläche) erteilt, überwiegend in dünnbesiedelten Regionen im Norden und Osten des Landes. Allerdings wird nur in einem kleinen Teil davon bereits aktiv Bergbau betrieben. Die Exploration von Öl (schätzungsweise rund zwei Milliarden Barrel) und Gas (bis zu 28 Milliarden Kubikmeter) im Golf von Thailand verzögert sich bereits seit einem Jahrzehnt; auch 2019 wurde die Förderung entgegen ursprünglichen Plänen nicht aufgenommen und dürfte angesichts weiterhin ungelöster Herausforderungen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Im November 2016 gehörte Kambodscha zu den 48 Entwicklungsländern, die sich in einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten, ab 2050 ihren Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Auf dem Weg dorthin setzt Kambodscha weiterhin auf Kohlekraftwerke; nach dem im Februar 2017 ein Auftrag an einen japanischen Konzern vergeben wurde, in Sihanoukville ein Kraftwerk mit einer Leistung von 150 Megawatt zu errichten, wurden 2019 weitere Projektvorhaben für Sihanoukville, Koh Kong und Oddar Meanchey bekannt gegeben. Ein weiterer Schwerpunkt zur Deckung des enormen Energiebedarfs liegt in der Wasserkraft, die im Norden Kambodschas durch den Lower Sesan II-Damm mit einer Gesamtleistung von 400 Megawatt genutzt wird. Bis 2022 will Kambodscha insgesamt 11,1 Terawattstunden Elektrizität produzieren. Stromimporte sind auch deswegen weiter rückläufig und betrugen 2015 nur noch 1,54 Milliarden Kilowattstunden (24,9% des Gesamtverbrauchs).

Bis zur Erreichung der hochgesteckten Ziele (2014 gab Premierminister Hun Sen das ambitionierte Ziel vor, bis 2020 alle Dörfer und zehn Jahre später 70 Prozent aller Haushalte mit Strom versorgen zu wollen) bleibt aber noch sehr viel zu tun: Neben den unzureichenden Produktionskapazitäten und den dezentralen Netzen müssen noch zahlreiche weitere Herausforderungen gelöst werden. Unter den regenerativen Energiequellen dominiert mit weitem Abstand Wasserkraft. Auf Solarenergie wird trotz hervorragender klimatischer Voraussetzungen noch so gut wie gar nicht gesetzt, in erster Linie aufgrund der mangelnden Bereitschaft des Staatsmonopolisten Electricité du Cambodge, privat erzeugten Solarstrom zu angemessenen Preisen in das Netz einzuspeisen.

Verarbeitende Industrie

Aufgrund hoher Energiekosten und einer geringen Zahl an Facharbeitern bleibt die Bekleidungsbranche der wichtigste Zweig der verarbeitenden Industrie Kambodschas. In den gut 1.500 Fabriken arbeiten gut 700.000 Näherinnen (der Frauenanteil liegt bei 90%), die 2018 Exporte in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar (ein plus von 24% im Vergleich zum Vorjahr) erwirtschafteten. In naher Zukunft dürfte die Bekleidungsindustrie ihren Peak erreicht haben – aber auch nur, wenn die Kostensteigerungen durch Produktivitätszuwächse (die nach Angaben der Weltbank zwischen 2007 und 2014 nur bei 0,9% pro Jahr lagen) ausgeglichen werden können und Handelserleichterungen bestehen bleiben.

Auch die jährlichen Erhöhungen des Branchenmindestlohns, der zum 1. Januar 2020 auf 190 US-Dollar im Monat für eine Vollzeitstelle bei 48 Wochenstunden angehoben wurde (2012 lag er noch bei 61 US-Dollar), gefährden sukzessiv die Wettbewerbsfähigkeit Kambodschas. Dies liegt daran, dass fast alle exportrelevanten Fabriken in ausländischem Besitz sind und die Nähmaschinen binnen weniger Wochen in einem Land demontiert und in einem anderen wieder aufgebaut werden können. Außerdem findet in Kambodscha von jeher nur die Endmontage statt, da sämtliche Roherzeugnisse von den Stoffen über Knöpfe bis hin zu Reißverschlüssen importiert werden müssen.

Arbeitskämpfe sind in den letzten zwei Jahren nach den dramatischen Ereignissen im Januar 2014 seltener geworden, obwohl die Zersplitterung der Gewerkschaftslandschaft (es existieren mehr als 3000, von denen die wenigsten unabhängige Interessenvertreter der Arbeiterschaft sind) und der Mangel an kollektiven Verhandlungsmechanismen problematisch bleiben. In diesem Zusammenhang kritisieren viele nationale wie internationale Organisationen die Arbeitsbedingungen und die oft unzureichende Einhaltung von Arbeitnehmerrechten. Im März 2015 kritisierte Human Rights Watch die Missstände in vielen Fabriken und wies dabei auch auf die Verantwortung der Regierung und der großen Schuh- und Textilmarken, die in Kambodscha produzieren lassen, hin.

Obwohl Kambodscha angesichts weiterer Lohnerhöhungen, die als überaus wahrscheinlich gelten, mittelfristig seinen Status als Niedrigstlohnland zu verlieren droht, gilt die Textil- und Bekleidungsindustrie zumindest in den nächsten Jahren noch als gesichert, da führende internationale Mode- und Sportartikelkonzerne am Produktionsstandort Kambodscha weiter festhalten wollen. Dennoch plant Kambodschas Regierung bereits eine grundlegende Transformation „from a laborintensive industry to a skill-driven industry” bis 2025, die eine schrittweise Diversifizierung mit sich bringen dürfte. Dies soll fast ausschließlich durch die Akquisition ausländischer Direktinvestitionen finanziert werden.

Ein Paradebeispiel sowohl für das Potential des Landes als auch für die nach wie vor großen Herausforderungen ist die stetig wachsende Fahrradindustrie, die erst seit 2006 existiert. Obwohl Kambodscha 2017 mit gut 1,4 Millionen verkauften Einheiten zum größten Fahrradexporteur in die EU aufstieg, beruht die vorgebliche Erfolgsstory fast ausschließlich auf den Handelserleichterungen nach der „Everything But Arms“-Regelung. Wie auch in der Bekleidungsindustrie gibt es keine relevanten nationalen Unternehmen. Die überwiegend taiwanesischen Hersteller haben lediglich die Endmontage nach Kambodscha verlegt, um zollfrei in die EU zu exportieren. Die Arbeitsbedingungen sind meist deutlich schlechter als in der Bekleidungsindustrie, gleichzeitig haben die Hersteller mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen.

So bleibt auch diese Standortfrage mittelfristig fraglich. Und auch wenn die Vorzugsbehandlung kambodschanischer Produkte durch EBA über den August 2020 hinaus weitgehend gesichert ist, könnten eine Mangel an Produktivität und zu hohe Lohnkosten die Wettbewerbsfähigkeit des Textilsektors weiter deutlich beeinträchtigen.

Menschen auf einem Pritschenwagen
Tagtäglich bringt eine dreistellige Anzahl dieser Pritschenlaster die Näherinnen in die Textil- und Schuhfabriken in und um Phnom Penh. Ob es sich hierbei um eine sichere Anfahrt handelt, darf man getrost verneinen. (Foto: Asian Development Bank, (CC BY-NC-ND 2.0))

Hochbau

Vattanac Capital Tower
Der Vattanac Capital Tower dominiert mit seinen 39 Stockwerken die Skyline von Phnom Penh. Das Design des Wolkenkratzers wurde von den mythischen Nagas und Drachen inspiriert. (Foto: Michael Coghlan, (CC BY-SA 2.0))

Am sichtbarsten wird Kambodschas Wirtschaftswachstum wahrscheinlich durch die zahllosen Bauprojekte nicht nur in der Hauptstadt Phnom Penh. Während der Bausektor 2018 noch 5,22 Milliarden US-Dollar umsetzte, waren es ein Jahr später schon 9,35 Milliarden US-Dollar (plus 79%). Auch wenn einige Investoren den Kapitalbedarf für ihre Bauprojekte vorsätzlich deutlich zu hoch ansetzen und nicht alle der gut 4.446 genehmigten Bauprojekte realisiert werden dürften: Schon seit Jahren wird die Gefahr einer Immobilienblase diskutiert, da Wohn- und Geschäftsraum weit über dem Bedarf geschaffen wird - gleichzeitig hat sozialer Wohnungsbau (noch) keine Priorität. Obwohl die Nachfrage dem rasant steigenden Angebot nicht nachkommt, haben die Mietpreise gerade in Phnom Penh in den letzten Jahren weiter angezogen.

Die Ursachen für Kambodschas beispiellosen Bauboom sind jenseits der Landesgrenzen zu suchen: In aller Regel handelt es sich um internationale Investoren vornehmlich aus China, Südkorea und Japan, die durch Bauaktivitäten in ihrer Heimat Steuern sparen können, manche nutzen Kambodschas Immobiliensektor angesichts fehlender Kontrollkapazitäten auch einfach zur Geldwäsche. Darüber hinaus dürften auch die Dauerniedrigzinsen in der EU und den USA durchaus eine - wenn auch indirekte - Rolle spielen. Allerdings können schon sich leicht verändernde weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass neue Bauprojekte vielleicht doch nicht realisiert werden.

Außerdem hat eine Reihe erschütternder Hauseinstürze Fragen über die geringe Bauqualität vieler in den letzten Jahren errichteter Gebäude und die Kompetenzen der Aufsichtsbehörden entstehen lassen. Ein besondere Tragödie ereignete sich im Januar 2020 in der Küstenstadt Kep, wo der Kollaps eines Rohbaus mindestens 36 Menschen das Leben kostete. Leider sind politische Konsequenzen genauso unwahrscheinlich wie die Hoffnung unbegründet ist, dass die Tragödie von Kep der letzte Vorfall dieser Art gewesen ist.

Armut

Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten zwei Jahrzehnte leben immer weniger Kambodschaner unter der nationalen Armutsgrenze. Wie viele dies sind, hängt u.a. von der jeweiligen Definition und den Parametern, die zur Messung zugrunde gelegt werden, ab. Obwohl weder verlässliche Daten noch einheitliche Berichtstrends vorliegen, dürften in Kambodscha wohl noch rund ein Drittel bis ein Viertel der Bevölkerung von extremer Armut betroffen sein. Preise für Grundnahrungsmittel sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wodurch durchschnittlich rund zwölf Prozent aller Haushalte Probleme mit der Lebensmittelversorgung haben. 

Armut in Kambodscha ist facettenreich: Viele Heranwachsende sind aufgrund von Mangelernährung weiterhin im Wachstum gestört, während die Kindersterblichkeit im regionalen Vergleich noch überdurchschnittlich hoch ist. Das Durchschnittsalter beträgt derzeit 25 Jahre, der Alphabetisierungsgrad liegt bei 80,5 Prozent (2015). Der kambodschanische Staat ist weiterhin schwach - die Staatsquote ist zwar in den letzten Jahren stetig gewachsen, macht aber 2020 nur ein Viertel des BIP aus - und bietet seinen Menschen noch keine erwähnenswerte soziale Sicherung. Grundlegende Änderungen verspricht der Social Protection Policy Framework 2016 - 2025, durch den unter anderem eine staatliche Kranken- und Rentenversicherung eingeführt werden soll.

In der aktuellen Rangliste der Vereinten Nationen zum Entwicklungsstand belegt Kambodscha Rang 146 von 189 Nationen. 2014 lag das Land noch auf Rang 136 bei 187 Staaten und ist seitdem kontinuierlich gesunken. Dies liegt vor allem am fehlenden sozialpolitischen Gestaltungswillen der Regierenden und der anhaltend hohen Korruption zahlreicher Top-Politiker. In Kambodscha selbst sind die Armutsraten regional unterschiedlich verteilt. Während im Zentrum und im Süden durchschnittlich weniger Menschen von extremer Armut betroffen sind, leiden die Provinzen Siem Reap - die Heimstätte von Angkor Wat und jährlich mehr als zwei Millionen Touristen - und Pailin an der Grenze zu Thailand unter besonders hohen Armutsraten.

Das genaue Ausmaß der Armut in Kambodscha ist allerdings schwer zu fassen: Während Premierminister Hun Sen im September 2019 von nur 10 Prozent in Armut lebender Landsleute sprach, ging UNDP ein Jahr vorher noch von 35 Prozent aus. Nach Berechnungen der Weltbank hat sich die Armut in Kambodscha in den letzten Jahren immerhin deutlich reduziert. Während 2004 noch 53,2 Prozent aller Menschen unter der nationalen Armutsgrenze lebten, sollen es 2011 nur noch 20,5% gewesen sein. Das würde bedeuten, dass immer noch rund drei Millionen Menschen tagtäglich weniger als 1,15 US-Dollar zur Verfügung haben, weitere 8,1 Millionen Menschen können zumindest auf das, aber auf weniger als 2,30 US-Dollar zurückgreifen.

Korruption

ACU-Beschwerdebriefkasten
Der Beschwerdebriefkasten der Anti-Korruptionsbehörde nimmt trotz eines objektiven Bedarfs nur eine symbolische Bedeutung ein. (Foto: Karbaum)

Kambodschas Wirtschaft ist heute formal marktwirtschaftlich ausgerichtet und unterliegt kaum staatlichen Restriktionen. Jedoch ist der Wirtschaftsprozess de facto weiterhin durch einen hohen Korruptionsgrad, den höchsten in der Region, und die maßgebliche Involvierung des Militärs und hoher politischer Funktionsträger geprägt, die nicht selten im halblegalen oder illegalen Bereich operieren. Es existieren keine Anti-Kartell-Gesetze, die größten Unternehmer Kambodschas unterhalten überdies sehr enge Beziehungen zur Regierung. Die Durchsetzung von Unternehmensinteressen durch Polizei und Militär, eine weitgehende Befreiung von Besteuerung und Schutz vor Strafverfolgung sind Gegenleistungen für die Finanzierung der Parteikasse oder von der Regierung initiierte soziale Projekte. Die Streitkräfte sind nach wie vor in die illegale Rodung von Tropenwäldern involviert, obwohl jeglicher kommerzieller Holzeinschlag seit 2002 verboten ist. Der Schmuggel von Tropenhölzern erfolgt weiterhin in bedeutendem Umfang, vor allem über die Grenze zu Thailand und nach China.

Korruption ist politisch institutionalisiert, umfasst alle Lebensbereiche und wird von den Kambodschanern selbst als "puk ruluoy" – morsches bzw. verrottetes Holz – bezeichnet. Informelle Gebühren werden bei den allermeisten Behördenkontakten fällig, sei es bei Verkehrskontrollen, Bauanträgen oder vor Gericht. Korruption steht nicht nur der wirtschaftlichen Prosperität im Weg, sondern versperrt vielen Menschen den Zugang zu Bildung und Gesundheit. Vor allem "Sonderzahlungen" an Lehrer durch Eltern und Schüler sind weit verbreitet und setzen Aufstiegschancen von Kindern aus ärmeren Bevölkerungsschichten enge Grenzen.

2010 wurde zwar nach mehr als zehn Jahren Diskussion endlich ein Anti-Korruptions-Gesetz verabschiedet und eine Behörde installiert, die sich allein mit dem Kampf gegen alle möglichen Formen von Korruption beschäftigen soll. Große Erfolge sind bisher noch ausgeblieben, was angesichts des systematischen Charakters von Korruption in Kambodscha nicht überrascht.

Entwicklung

Abhängigkeit von Entwicklungshilfe

Wie sonst nur wenige andere Länder der Welt ist Kambodscha seit Jahrzehnten von Entwicklungstransfers abhängig. Rund die Hälfte des Staatsbudgets wird von der internationalen Gebergemeinschaft getragen, in den 1980er Jahren durch den Ostblock, danach vor allem durch die großen OECD-Staaten. 1992 wurde die deutsche EZ mit Kambodscha wieder aufgenommen, nachdem die Zusammenarbeit seit 1969 aufgrund des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland suspendiert worden war. Kambodscha ist ein Schwerpunktpartnerland deutscher Entwicklungskooperation, wobei Deutschland zu den größten bilateralen Gebern gehört.

Die kambodschanisch-deutsche Zusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf folgende entwicklungspolitischen Schwerpunkte:

  • Ländliche Entwicklung (regionale Wirtschaftsentwicklung, Landreform wurde 2016 eingestellt)

  • Stärkung von Institutionen sozialer Sicherung, insbesondere der Aufbau des Gesundheitswesens (Qualitätssicherung der Gesundheitsdienstleistungen und Aufbau einer sozialen Krankenversicherung)

  • Förderung akzeptabler Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie

  • Darüber hinaus werden Vorhaben in der Querschnittsthematik "Gute Regierungsführung", Menschenrechte und Demokratieförderung durchgeführt (z.B. Förderung der Frauenrechte, Dezentralisierung und Verwaltungsreform, Aufbau des Rechnungshofs, Unterstützung des Khmer Rouge-Tribunals).

Armutsbekämpfung und nationale Entwicklungsanstrengungen

Ziele, Maßnahmen und Kosten der Armutsbekämpfung werden im Detail in der aktuellen "Rectangular Strategy Phase IV" für die Jahre 2019 bis 2023 beschrieben. Die Regierung hebt darin die vier Kernbereiche Bildung, volkswirtschaftliche Diversifizierung, Förderung des Privatsektors und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie inklusive und nachhaltige Entwicklung hervor. In den letzten Jahren standen der Umsetzung geplanter Maßnahmen aber nicht nur fiskalische Grenzen, sondern häufig Interessen einflussreicher politischer Akteure entgegen, weshalb die Umsetzung nicht immer vollumfänglich erfolgreich war. Gebermittel, die nach wie vor großzügig gewährt werden, können dieses strukturelle Umsetzungsdefizit deshalb nur begrenzt ausgleichen. Dennoch sind die Erfolge spürbar, weshalb davon auszugehen ist, dass Kambodscha 2025 die UN-Klassifizierung als eines der am geringsten entwickelten Länder der Welt ("Least Developed Countries") verlieren wird.

 

Entwicklungsorganisationen in Kambodscha

Mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind beide staatlichen Durchführungsorganisationen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit in Kambodscha vertreten. Die Palette der GIZ ist breit gefächert, Projekte existieren u.a. im Landmanagement, in der Unterstützung der Verwaltungsreform/Dezentralisierung sowie der Förderung der Rechte der Frauen. Aus dem Portfolio des ehemaligen Deutschen Entwicklungsdiensts (DED) laufen Projekte in den Bereichen Demokratie, Zivilgesellschaft, öffentliche Verwaltung, Gesundheit und ländliche Entwicklung in der Region Kampot/Kampong Thom fort; auch der zivile Friedensdienst engagiert sich in Kambodscha. Weitere internationale Entwicklungspartner sind (u.a.):

  • Heinrich-Böll-Stiftung: Engagement u.a. im Umweltschutz, in der Frauenförderung und Zivilgesellschaft;
  • Friedrich-Ebert-Stiftung: Förderung von Dialogen kambodschanischer Führungspersönlichkeiten;
  • Konrad-Adenauer-Stiftung: Projekte u.a. zur Verwaltungsreform/Dezentralisierung und Stärkung der Parteien;
  • Europäische Union: Projekte u.a. in den Bereichen ländliche Entwicklung, Bildung und Ernährung; 
  • USAID, USA: Projekte zur politischen Partizipation und im Gesundheits- und Erziehungswesen;
  • Weltbank: insbesondere Finanzierung von Entwicklungsgroßprojekten;
  • Agence Française De Développement: Projekte u.a. in den Bereichen Bildung, Justizreform, Landwirtschaft;
  • DEZA, Schweiz: Engagement in den Bereichen ländliche Entwicklung und nachhaltige Nutzung der Ressourcen, gute Regierungsführung sowie wirtschaftliche Entwicklung mit Fokus auf der Privatsektorunterstützung;
  • Die NGO Oxfam ist mit verschiedenen Projekten in den Bereichen ländliche Entwicklung, Umwelt, Gender, Menschenrechte und Bildung vertreten.
  • Darüber hinaus bietet die Asian Development Bank wertvolle Informationen und Analysen zur Entwicklungszusammenarbeit mit Kambodscha.

Daneben haben sich zahlreiche lokale Nichtregierungsorganisationen etabliert. Die meisten bieten wichtige soziale Dienstleistungen, sind aber in der Regel von internationalen Gebern finanziell abhängig.

Steinkonservatoren bei der Arbeit
Die Bundesrepublik Deutschland fördert Konservierungsmaßnahmen im archäologischen Park Angkor. (Foto: Karbaum)

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2020 aktualisiert.

Der Autor

Dr. Markus Karbaum

Dr. Markus Karbaum ist Politologe und beschäftigt sich seit 2002 mit Kambodschas Regierungssystem und der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Landes. Als selbständiger Gutachter und Berater arbeitet er im Auftrag nationaler und internationaler Organisationen.

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