Offizieller Name
Republik Kasachstan
Fläche
2.724.900 km²
Einwohner
18,4 Mio. (2019)
Bevölkerungswachstum
1,1 % (2015, geschätzt)
Regierungssitz
Nur-Sultan (Astana)
Staatssprache
Kasachisch
Amtssprache
Russisch

Übersichtskarten

Kasachstan. Physische Übersicht © Redaktion Osteuropa
Kasachstan. Physische Übersicht © Redaktion Osteuropa
Kasachstan. Administrative Gliederung © Botschaft der Republik Kasachstan
Kasachstan. Administrative Gliederung © Botschaft der Republik Kasachstan
Kasachstan und seine Nachbarn http://www.lib.utexas.edu/maps/commonwealth/kazakhstan_pol01.jpg
Kasachstan und seine Nachbarn © University of Texas
Kasachstan im Detail © OneWorldNationsOnline
Kasachstan im Detail © OneWorldNationsOnline

 

Weitere Karten von Kasachstan finden Sie unter folgenden Links:

University of Texas, Maps of the World, One world nations online, reliefweb

Lage und Größe des Landes

Kasachstan liegt im Zentrum des eurasischen Kontinents; dort verbinden sich Europa und Asien im wahrsten Sinne des Wortes, denn der westlich des Flusses Ural gelegene Teil des Staates gehört nach alter Definition zu Europa, die Masse des Territoriums zu Asien.

Kasachstan ist mit einer Fläche von 2.724.900 km² der neuntgrößte Staat der Erde. Es erstreckt sich vom Kaspischen Meer im Westen bis in den Altai im Osten und vom sibirischen Tiefland im Norden bis in die Wüste Kysyl-Kum und die Höhen des Tien-Schan im Süden. Seine West-Ost-Ausdehnung beträgt ca. 3.000 km, von seinem nördlichsten bis zum südlichsten Punkt sind es ca. 2.000 km.

Kasachstan ist ein landlocked country. Es grenzt an China (1.469 km), Kirgisistan (980 km), Turkmenistan (380 km), Usbekistan (2.300 km), Russland (6.467 km).

Landesimpressionen

Charyn-Canyon © Beate Eschment

Die Vielfalt der Landschaften und Eindrücke vermittelt am besten eine Auswahl schöner Fotos und Filme mit Reiseimpressionen per Zug (Teil 1; Teil 2). Auch Fotografen und Dokumentarfilmer haben die Besonderheiten des Landes inzwischen entdeckt. Und auch in Kasachstan selbst ist man um die Darstellung der Einzigartigkeit des Staates bemüht.

Grunddaten

Zuverlässige Grunddaten über Kasachstan finden sich auf den Websites von CIA, Auswärtigem Amt, UN-Data, Index Mundi, vielerlei journalistisch aufgearbeitete Informationen in dem im Auftrag des Außenministeriums herausgegebenen englischsprachigen Journal Edge Kazakhstan.

Naturräumliche Gegebenheiten

Steppe mit Saxaul und Salzseen nördlich des Balchaschsees, © Beate Eschment
Steppe mit Saxaul und Salzseen nördlich des Balchaschsees, © Beate Eschment
Im Aksu-Zhabakly Naturreservat, © Beate Eschment
Im Aksu-Zhabakly Naturreservat, © Beate Eschment
Auf Mangyschlak, © Dagmar Schreiber
Auf Mangyschlak, © Dagmar Schreiber
Im Ile Alatau Nationalpark, © Dagmar Schreiber
Im Ile Alatau Nationalpark, © Dagmar Schreiber

Naturraum

Kasachstan grenzt im Westen an das Kaspische Meer, den größten Binnensee der Erde. Daran schließen sich die Kaspische Senke (tiefster Punkt 132 m unter NN) und südlich davon das Ustjurt-Plateau an, es folgt das Tiefland von Turan und die kasachische Tiefebene, die allmählich im Osten in das kasachische Hügelland übergeht. Hier finden sich die für die Wahrnehmung Kasachstans so prägenden endlosen Steppen, die tatsächlich nur 26% seiner Fläche einnehmen. Im fast menschenleeren Zentrum und im Süden des Landes befinden sich Halbwüsten (14% des Territoriums) und Wüsten (44%), bekannt geworden unter dem bezeichnenden Namen Hungersteppe oder Betpak-Dala. Der äußerte Osten und Südosten des Landes wird durch Hochgebirge markiert. Im Nordosten befindet sich der kasachstanische Teil des Altai mit Gipfeln von mehr als 4.000 m Höhe und im Südosten die eisbedeckten Ausläufer des Tien-Schan. Dort liegt auch der sagenumwobene Khan Tengri, mit 7.010 m (andere Angaben 6.995 m) der höchste Punkt des Landes und Ziel für hochtrainierte und ambitionierte Bergsteiger

Klima

Temperaturen und Niederschläge variieren bei der Größe des Landes regional stark. Doch führt die große Entfernung von den Weltmeeren überall zu einem ausgesprochen kontinentalen Klima mit im Vergleich zu Mitteleuropa heißen, trockenen Sommern, die abrupt in sehr kalte, niederschlagsarme Winter übergehen. Im Norden kann es im Winter bis zu minus 45 Grad Celsius kalt werden, gefühlt noch verstärkt durch starken Wind, den Buran. In den südlichen Gebieten bleibt es im Winter zwar etwas milder, dafür liegt die Durchschnittstemperatur im Sommer aber bei 30 Grad Celsius. Allerdings konnte man in den letzten Jahren auch in Kasachstan die Folgen des Klimawandels beobachten.

Bodenschätze

Die Bürger Kasachstans sind stolz darauf, dass sich auf dem Territorium ihres Staates nahezu alle Elemente des Periodensystems befinden. Die Größe der Vorkommen bzw. Nachfrage und Weltmarktpreise machen den Abbau von vielen lohnenswert: an erster Stelle stehen Erdöl, -gas, Kohle, aber auch Eisen, Chrom, Mangan, Wolfram, Aluminium, Blei, Gold, Silber, Uran u.v.a. sowie nicht zuletzt die „Seltenen Erden“ werden gefördert.

Fauna und Flora

http://desktop-bilder.com/?s=Schneeleopard
Schneeleopard
Saiga-Antilope mit Kalb © Igor Shpilenok
Saiga-Antilope mit Kalb © Igor Shpilenok (CC-BY 2.0)
Eine der vielen Wildtulpenarten (t.bifloriformis) © Dagmar Schreiber
Eine der vielen Wildtulpenarten (t.bifloriformis) © Dagmar Schreiber
Urapfel © Beate Eschment
Urapfel © Beate Eschment

So groß wie das Land und vielfältig wie seine Landschaften ist die Tier- und Pflanzenwelt. Nach offiziellen Angaben gibt es in Kasachstan z.B. mehr als 150 verschiedene Säugetierarten, darunter mehrere vom Aussterben bedrohte Säugetierarten: Bären, die scheuen Schneeleoparden (neuerdings auch persische Leoparden), die seltenen Saiga-Antilopen und Argali (Wildschafe), die wegen ihrer Hörner illegal bejagt werden. Kulane, Halbesel, werden seit einigen Jahren erfolgreich wieder ausgewildert, nachdem sie in den 1930er Jahren aus den Steppen Kasachstans verschwunden waren. Die Wiederansiedlung der in freier Wildbahn als ausgestorben geltenden Przewalski-Urwildpferde erweist sich dagegen als schwierig. Von den weit mehr als 5.000 nachgewiesenen Pflanzenarten sind 700 endemisch. Bilder der blühenden Steppe sind legendär. In Kasachstan gibt es 35 verschiedene Wildtulpenarten, aber auch die Urform unseres Apfels stammt von hier. Zum Schutz dieser Viellfalt gibt es über 20 Schutzgebiete, sowohl streng geschützte Reservate, als auch leichter zugängliche Nationalparks. Viele Tiere und Pflanzen sind heute dennoch in ihrem Bestand bedroht und auf der Roten Liste, vereinzelt gibt es Initiativen zur Erhaltung von Arten. Beeindruckende Erfolge, d.h. erstaunliche Steigerungen der Zahl der Saiga-Antilopen, wurden im Frühjahr 2015 durch ein Massensterben zunichte gemacht, für das Wissenschaftler eine Form der Pasteurellose verantwortlich machen. Wilderer setzen den Saigas ebenfalls weiterhin zu. Die Ermordung eines staatlichen Saigaschützers im Januar 2019 durch Wilddiebe ist sicherlich ein Hinweis auf die Gewinnmargen auf dem Schwarzmarkt.

Nachdem 2008 bereits Steppengebiete und -seen im Norden Kasachstans auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen worden waren, fiel im Sommer 2016 die Entscheidung, Teilen des sich über kasachstanisches, kirgisisches und usbekisches Staatsgebiet erstreckenden westlichen Tien-Schan ebenfalls diesen Status zuzuerkennen. 

Ökologische Probleme

Kasachstan hat eine Reihe von Umweltproblemen aus der Sowjetzeit geerbt, vor allem sind hier die großflächig atomar belasteten Flächen des ehemaligen sowjetischen Atomwaffentestgeländes von Semipalatinsk und die Austrocknung des Aralsees zu nennen.

Im sog. Polygon von Semipalatinsk  wurden von 1949-1961 oberirdische, danach unterirdische Atomwaffentests vorgenommen, ohne Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung. Das Polygon wurde 1991 geschlossen und Kasachstan hat sich zum atomwaffenfreien Staa
Atompilz in Semipalatinsk, Fotograf unbekannt

Im sog. Polygon von Semipalatinsk  wurden von 1949-1961 oberirdische, danach unterirdische Atomwaffentests vorgenommen, ohne Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung. Das Polygon wurde 1991 geschlossen und Kasachstan hat sich zum atomwaffenfreien Staat erklärt. Das Testgelände ist aber nach wie vor radioaktiv belastet und wird es noch lange bleiben. Auch ein Vierteljahrhundert nach der Schließung ist in den umliegenden Dörfern die Zahl der behinderten Kinder und die Rate der an Krebs u.a. Erkrankten unvermindert hoch. Nachdem das Thema in der Sowjetzeit nicht behandelt werden durfte, gibt es inzwischen eine Vielzahl erschütternder Berichte und Filme (z.B. Leben in der Todeszone 1, n-tv , Leben in der Todeszone 2, n-tv, Das Geheimnis der Atombombenversuche). Auch in neuester Zeit (Herbst 2017) scheint es zu radioaktiven Belastungen im Norden Kasachstans gekommen zu sein, deren Herkunft und Umfang aber unklar blieben.

Wasserzufluss in den Aralsee © Dagmar Schreiber
Wasserzufluss in den Aralsee © Dagmar Schreiber
Leere Muschelschalen auf dem ehemaligen Seeboden © Dagmar Schreiber
Leere Muschelschalen auf dem ehemaligen Seeboden © Dagmar Schreiber

Der Aralsee war mit einer Fläche von 69.000 km² einst der viertgrößte Binnensee der Erde. Durch riesige Wasserentnahmen aus den beiden ihn speisenden Flüssen (Syr Darja, Amu Darja) trocknete er schon in der Sowjetzeit in gewaltigem Ausmaß aus, ein Trend der sich u.a. wegen der enormen Wasserverschwendung in Zentralasien bis heute fortsetzt. Der See enthält daher nur noch ein Zehntel seiner ursprünglichen Wassermenge, die Oberfläche ist um ca. 75% geschrumpft. Der nun offen liegende ehemalige Seeboden ist eine Salz- und Staubwüste. Die Folgen für die Gesundheit der im Umkreis lebenden Bevölkerung sind katastrophal. Seit 1987 hat sich der See in eine zu Usbekistan gehörende, südliche und eine auf kasachstanischem Territorium liegende nördliche Wasserfläche geteilt. Die Situation an diesem nördlichen See konnte durch einen Damm so stabilisiert werden, dass sogar wieder Fischfang möglich ist. Der See und sein Umland auf kasachstanischer wie usbekischer Seite sind aber nach wie vor Welt-Katastrophengebiet. Der Zugang zu Wasser hat in ganz Zentralasien erhebliches Konfliktpotential, in bezug auf den Aralsee sehen manche Spezialisten aber derzeit positive politische Signale. Dafür wird nun vor der Austrocknung des zweiten großen Binnensees des Landes, des Balchaschsees, gewarnt. Zunehmend bietet auch nicht mehr nur die Quantität, sondern auch die Qualität des zur Nutzung zur Verfügung stehenden Wassers Anlass zur Besorgnis. Im Gebiet Mangistau, das reich an Erdöl, aber arm an Trinkwasser ist, wird derzeit am Ufer des Kaspischen Meeres der Bau einer Wasserreinigungsanlage in Angriff genommen.

Nachdem im Sommer 2013 eine russische Protonenrakete kurz nach ihrem Start in Baikonur abgestürzt war und es Befürchtungen um eine Belastung der Bewohner der Stadt Baikonur u.a. mit giftigem Treibstoff gab, hat sich eine Bewegung gegen weitere derartige Raketenstarts gebildet, die nicht nur ökologische, sondern durchaus auch politische Implikationen hat. Die Aktualität des Problems wurde den Bewohnern des Gebiets bei der gelungenen Notlandung einer Sojus-Kapsel im Oktober 2018 erneut vor Augen geführt. Das ehemalige sowjetische Kosmodrom ist nämlich für 50 Jahre für ca. 200 Mio. Euro jährlich von Kasachstan an Russland verpachtet worden und Kasachstan sucht nun mehr Einfluss auf die Vorgänge auf dem Weltraumbahnhof zu bekommen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Anzeichen, dass Russland sich langfristig ganz aus Baikonur zurück ziehen könnte und/oder Geldsorgen bestehen, aktuell gehen Experten aber davon aus, dass der Weltraumbahnhof erhalten bleibt.

Im unabhängigen Kasachstan neu hinzugekommen sind mit der verstärkten Erdölförderung verbundene Belastungen der Umwelt. In Städten, vor allem Almaty, aber auch Nur-Sultan, besteht eine enorme Belastung der Luft durch Feinstaub und andere Autoabgase. Im Ranking der am stärksten mit Giftstoffen belasteten Staaten der Erde nimmt das Land in Nachbarschaft mit anderen Erdöl/ Erdgas fördernden Staaten einen traurigen neunten Platz ein, mit seiner CO2-Bilanz gehört es zu den globalen Top-5.

Bei aller modernen Technik und strengen Richtlinien herrscht doch grundsätzlich die Einstellung Ökonomie vor Ökologie, das gilt auch für die seit einiger Zeit offiziell geförderte und geforderte "Green Economy". Das Umweltbewusstsein ist nicht nur bei Vertretern des Staates und der Industrie, sondern auch bei den Bürgern schwach entwickelt. Doch gibt es, vor allem in Almaty, eine zwar immer noch kleine, aber doch wachsende Zahl von Menschen, die sich in sehr moderner Form gegen die Zerstörung ihrer Umwelt engagieren.

Wichtigste Städte

Nach offiziellen Angaben gibt es in Kasachstan 86 Städte, 147 Siedlungen und 7.323 Aule (Dörfer). Ca. 60% der Bevölkerung leben in Städten. Die wichtigsten Städte sind:

Zentrale des Energiekonzerns KazMunaiGaz © Henryk Alff
Zentrale des Energiekonzerns KazMunaiGaz © Henryk Alff
Khan Shatyr, Bauwerk von Sir Norman Foster © Henryk Alff
Khan Shatyr, Bauwerk von Sir Norman Foster © Henryk Alff
Hochhäuser im ganz neuen Teil der Stadt © Beate Eschment
Hochhäuser im ganz neuen Teil der Stadt © Beate Eschment
Am Ufer des Ischim © Beate Eschment
Am Ufer des Ischim © Beate Eschment

Nur-Sultan = Astana (kas. Hauptstadt), seit dem 10.12.1997 Hauptstadt der Republik Kasachstan; im Norden des Landes am Fluss Ischim gelegen; 1830 als russ. Fort Akmolinsk gegründet hat die Stadt mehrmals ihren Namen geändert: 1961 Zelinograd (russ. Neulandstadt); 1992 Akmola, ab Mai 1998 Astana, seit 20.3.2019 zu Ehren des zurückgetretenen Präsidenten Nur-Sultan. Seit beschlossen wurde Astana zur Hauptstadt zu machen, sind ganz neue Stadtteile mit repräsentativen Bauten internationaler Architekten entstanden. Die Bevölkerungszahl stieg nach verschiedenen Angaben  auf heute mehr als 1 Mio. Menschen, eine riesige Herausforderung bezüglich Versorgung mit Wohnraum und Integration. Das Klima ist der geographischen Lage entsprechend „sibirisch“, der Winter 2018 brachte die Bewohner der Stadt an ihre Grenzen. Neuerdings wird zusätzlich von Smog-Problemen berichtet. Trotz vieler bei genauerem Hinsehen zu entdeckender Probleme besteht heute, anders als 1997, kein Zweifel mehr, dass dies die Hauptstadt und ein Aushängeschild des Landes ist.

Im Sommer 2017 stand Astana zusätzlich als Veranstaltungsort der Expo-2017 im Fokus der Öffentlichkeit. Das mit vielen Hoffnungen bzgl. der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes stehende Ereignis war dem Thema Green Economy gewidmet. Die Geschichte des Baus des Expo-Parks war von vielerlei Problemen (Korruptionsskandalen, Finanzierungsproblemen u.ä.) geprägt, doch konnte die Ausstellung planmäßig eröffnet werden. Zwischen dem 10. Juni und 10. September 2017 sollen nach offiziellen Angaben knapp 3,9 Mio. Menschen das Gelände besucht haben. Deutschland war mit einem eigenen Pavillon vertreten. Die Berichterstattung westlicher Medien war relativ zurückhaltend. 

Blick über das abendliche Almaty © Beate Eschment
Blick über das abendliche Almaty © Beate Eschment
Almaty ist reich an Parks und Springbrunnen  © Beate Eschment
Almaty ist reich an Parks und Springbrunnen © Beate Eschment

Almaty, im äußersten Südosten der Republik gelegen, ist mit offiziell 1,7 Mio. Ew. die größte Stadt Kasachstans. 1854 als russ. Fort Wernyj gegründet, war es ab 1929 als Alma-Ata Hauptstadt der KasSSR, nach der Unabhängigkeit wurde es umbenannt in Almaty. Auch wenn es in der Stadt heute fast keine Gebäude aus zaristischer und frühsowjetischer Zeit mehr gibt, zeigt doch ein Blick von oben die planmäßige Anlage der Stadt sehr deutlich. Seit der Verlegung der Hauptstadt nach Astana gilt Almaty als Finanzhauptstadt des Landes. Das Klima ist vergleichsweise gemäßigt. Die Stadt stellt nach wie vor einen Anziehungspunkt für Kasachen wie die ausländische Community dar, deren Mitglieder ihre Eindrücke auch gerne im WWW zeigen. 2015 stand Almaty im Ranking der lebenswertesten Städte der Erde der EIU auf Rang 100 (von 140). Obwohl Almaty u.a. mit dem voraussichtlichen Vorhandensein von echtem Schnee punkten konnte, hat sich das IOC am 31.Juli 2015 mit 44:40 Stimmen gegen die Bewerbung der kasachstanischen Metropole für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 und für seinen Mitbewerber Beijing entschieden.

Weitere Städte von überregionaler Bedeutung sind:

Schimkent im äußersten Süden nahe der usbekischen Grenze, mit ca. 630.000 Ew. die drittgrößte Stadt Kasachstans, seit Juni 2018 (neben Nur-Sultan und Almaty) Stadt von "nationaler Bedeutung";  

Atyrau im äußersten Westen, 45 km vom Kaspischen Meer entfernt gelegen, die Öl-Hauptstadt des Landes;

Karaganda, viertgrößte Stadt mit knapp 500.000 Ew, im Zentrum Kasachstans, bekannt durch seine Kohle- und Schwerindustrie.

Die Umbenennungen von Städten und Dörfern in den ersten Jahren der Unabhängigkeit sind auch heute noch geeignet Verwirrung zu stiften, weil häufig noch die alten sowjetischen, d.h. russischen Bezeichnungen neben den neuen, offiziellen, kasachischen verwendet werden.

Verkehrswege

Bei der Größe des Landes hat der Flugverkehr auch innerhalb Kasachstans große Bedeutung. Davon zeugen 54 Flughäfen, 15 davon mit Anbindung an den internationalen Flugverkehr, davon sind aber nur die beiden größten, Almaty und Nursultan, tatsächlich auf internationalem Niveau.

Auf dem alten Bahnhof von Astana © Beate Eschment
Auf dem alten Bahnhof von Astana © Beate Eschment

Die Eisenbahn verbindet nicht nur die Städte Kasachstans, sondern ist vor allem auch wichtig für den Gütertransit (von Europa) nach China und Usbekistan und weiter nach Süden.

Die Eisenbahn hat schon eine lange Geschichte, die erste Strecke von Orenburg nach Taschkent durch die Steppe wurde noch in zaristischer Zeit gebaut, fertig gestellt 1905. Die meisten Strecken wurden aber, beginnend mit der Industrialisierung, in sowjetischer Zeit errichtet, am bekanntesten und wichtigsten die Turksib. Gegenwärtig wird nicht nur modernisiert, sondern es werden auch ganz neue Streckenabschnitte gebaut, um Kasachstan zu einem Drehkreuz des eurasischen Eisenbahngüterverkehrs zu machen (Chorgos - Aktau und Usgen - turkmenische Grenze). Die Länge des Schienennetzes beträgt 15.100 km, ungefähr ein Drittel davon ist elektrifiziert.

Landstraße im Gebiet Almaty © Beate Eschment

Kasachstan verfügt über ein Straßennetz von ca. 140.000 km Länge. Nur die ganz großen Verkehrsachsen, vor allem die Verbindung Nur-Sultan (Astana)-Almaty, entsprechen im Zustand aus Westeuropa bekanntem Niveau. Es bestehen aber diverse staatliche Programme zur Verbesserung der Straßenverhältnisse. Gegenwärtig wird vor allem an dem Projekt eines Ausbaus der Verbindung Westeuropa-Westchina gearbeitet. Nach der Fertigstellung soll es einen 8.445 km langen Transportkorridor vom russischen Sankt Petersburg über Kasan, Orenburg durch Kasachstan nach China geben.

Daneben werden auch Güter auf dem Wasserweg verschifft, insgesamt sind 6.000 km schiffbar. Über die Häfen am Kaspischen Meer bestehen Wasserverbindungen nach Russland (und weiter Richtung Westeuropa), Aserbajdschan und Iran, derzeit wird eine eigene Handelsflotte aufgebaut.

Staatliche Symbole

Flagge Kasachstans
Flagge Kasachstans

Das Türkis der Flagge und des Wappens der Republik Kasachstan soll den Himmel symbolisieren. Die Flagge zeigt in der Mitte eine goldene Sonne mit Strahlen und darunter einen fliegenden Adler.

 

 

 

Wappen Kasachstans
Wappen Kasachstans

Im Wappen Kasachstans ist das Schangyrak, der oberste runde Teil des Dachs einer Jurte, abgebildet, auf beiden Seiten sind mystische, stilisierte Tiere zu erkennen.

 

Die Nationalhymne von 2006 wurde von Schamschi Kaldajakow auf der Basis eines bekannten Liedes komponiert, der Text von Schumeken Naschimedenow soll nach offizieller Darstellung von Präsident Nasarbajew persönlich überarbeitet worden sein.

Text in deutscher Übersetzung:

Am Himmel die goldene Sonne,
in der Steppe das goldene Korn.
Eine einzige Sage von Tapferkeit – das ist mein Land.
In uralten Zeiten begann Dein Ruhm,
stolz und stark ist mein kasachisches Volk.
Oh mein Volk! Oh mein Land!
Ich bin Deine Blume, aus Dir erwachsen,
Ich bin das Lied auf Deinen Lippen,
Du bist meine Heimat! – Mein Kasachstan!

Unendliche Weiten, und der Weg in die Zukunft gebahnt,
Unabhängigkeit und ein geeintes Volk.
Wie einem ewigen Freund begegnen wir der neuen Zeit,
unser glückliches Land, unser Volk.
Oh mein Volk! Oh mein Land!
Ich bin Deine Blume, aus Dir erwachsen,
Ich bin das Lied auf Deinen Lippen,
Du bist meine Heimat! – Mein Kasachstan!

 

 

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2019 aktualisiert.

Autorin

Dr. Beate Eschment beschäftigt sich seit Anfang der 90er Jahre mit Geschichte und Gegenwart der postsowjetischen zentralasiatischen Staaten, insbes. Kasachstan und Kirgisistan, und hat sich dort zu längeren Lehr- und Forschungsaufenthalten aufgehalten. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Redakteurin der Zentralasien-Analysen.

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