Naturpark Tayrona - in der nähe der Stadt Santa Marta. Das Bild zeigt einen Strand mit Palmen, Felsen und Meer © Eric Bejarano
Offizieller Name
Republik Kolumbien
Fläche
1'141.714 qkm
Einwohner
48'000.000
Regierungssitz
Santafé de Bogotá (D.C.)
Klima (für Hauptstadt)
gemäßigt bis kühl

Karten

Kartenmaterial
Kartenmaterial © Instituto Geográfico Agustín Codazzi

Lage und Grösse

Kolumbien grenzt im Norden an die Karibik, im Nordwesten an Panama, im Westen an den Pazifischen Ozean, im Südwesten an Ecuador und Peru, im Nordosten an Venezuela und im Südosten an Brasilien. Die Anden durchziehen das Land von Süden nach Norden in drei Bergketten und fallen schließlich zu den Ebenen der karibischen Küste ab. Kolumbien hat 2.900 km Küste, davon 1.600 km am atlantischen (Karibik) und 1.300 km am pazifischen Ozean.

Grunddaten

Übersichtlich geordnete Zahlen und Fakten über Kolumbien finden sich bei Wikipedia oder Auswärtiges Amt - Kolumbien. Die International Data Base (IDB) des US Census Bureau bietet für alle Länder der Erde eine Datenbank mit Statistiken, bspielsweise zur Bevölkerungsentwicklung, an.

Impressionen

Romantisches Villa de Leyva
Die Pflanze Victoria Amazónica © Eric Bejarano
Nationalbaum Wachspalme
Indígenas Guambianas, Department Cauca © Eric Bejarano
Frosch - Sapo genannt
Schmetterling - Botanischer Garten, Bogotá © Eric Bejarano
Bambus, in Kolumbien Guadua genannt
Santa Isabel, schneebedeckter Berg © Eric Bejarano

Die EMBERAS Jagua, CHOCO Nuqui Colombia, Projekt: Ethnoaldea.

Naturraum

Sechs Naturregionen lassen sich unterscheiden: Die Andenregion, Karibik, Pazifik, Orinoco (mit weitläufigen Savannen), die Regenwälder des Amazonasbeckens und eine Inselregion, zu der u.a. die bekannten San Andrés y Providencia Insel (in der Karibik) und die Gorgona Insel (am pazifischen Ozean) zählen. Tektonisch liegt Kolumbien im Einflußbereich der Antillenrinne, der Südamerikanischen und Karibischen sowie der Nazca-Platte. Ebenso liegt Kolumbien an dem Pazifischen Feuerring (auch zirkumpazifischer Feuerring, Feuergürtel oder ring of fire), darunter versteht man einen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umringt. Mindestens zwei Drittel aller im Holozän ausgebrochenen Vulkane konzentrieren sich hier. Das letzte große Erdbeben hatte 1999 sein Epizentrum in der Kaffeanbauregion um Armenia. 


In den einzelnen Regionen finden sich die verschiedensten Klimazone von der Küste und tropenfeuchtem Regenwald (tierra caliente) über die gemäßigte Zone (tierra templada), z .B. bei Medellin, über die kälteren Regionen der Hauptstadt Bogotá (tierra fria) bis hin zum (auch in Kolumbien aufgrund des Klimawandels nicht mehr) ewigen Eis der schneebedeckten Berggipfel über 5000m (nevados). Mehr Information zu Wetter

Natural Park Utria

Ökologische Probleme

Umwelterziehung im Nationalpark
Umweltverschmutzung durch Goldabbau, Dagua Fluß © diegofernedo - Panoramio
Amazonas Abholzung in Kolumbien © Sinchi
Steinbruch Erosion © personeriabogota

Die exklusive Lage Kolumbiens als Brücke zwischen Zentral- und Südamerika, mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden ermöglichen, heterogene Bodenbedingungen sowie die beiden "hotspots" der pazifischen Region (des Chocó Biogeográfico mit der höchsten Niederschlagsmenge weltweit) und des westlichen Amazonasgebiets, bedingen eine große Biodiversität und einen hohen Grad an Endemismus. Dies macht Kolumbien zu einem der Länder mit der größten Megadiversität, d.h. der höchsten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit. Mit nur 0,7% Anteil an der weltweiten Festlandsmasse, vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische sozio-ökonomische Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht. Die Umweltpolitik hat große Schwächen. Megainfrastrukturprojekte wie der Bau des Interozeanischen Kanals oder die neuen Minen-Projekte wie Santurbán u.a. bergen Gefahren für den Natur- und Artenschutz. Ein aktuelles Thema ist die Rolle, die die Drummond Company in Bezug auf Umweltverschmutzung in Nord-Kolumbien spielt. 

Das Gute Leben, Der bewegende Kamf der Wayúu gegen die größte Kohlemine der Welt (Trailer)

Sozialraum

Mit ca. 46 Mio. Einwohnern ist Kolumbien das zweitbevölkerungsreichste Land Südamerikas, wobei sich die jährliche Wachstumsrate von 3,2% in den 50er Jahren auf 1,7% 2005 deutlich verlangsamt hat. Auf der anderen Seite ist die räumliche Verteilung der Bevölkerung sehr ungleichmäßig. Im zentralen Hochland (Andenregion) konzentrieren sich fast 75% der Gesamtbevölkerung, rund 20% entfallen auf die karibische Küstenregion und lediglich 5% besiedeln die Regionen der Pazifikküste, Orinoco, die Inseln und das Amazonas-Gebiet. Andere Phänomene wie Vertreibungen infolge paramilitärischer Gewalt haben in den letzten Jahren zu großen Migrationsströmen in die zentralen Städte geführt u.a. nach Bogotá, Medellín und Cali. Gemäß internationalen NGOs u.a. COHDES (Consultoria para los derechos humanos y el desplazamiento) oder andere Institutionen wie UNOCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) wird aktuell von 4.3 Mio. Binnenflüchtlingen in Kolumbien ausgegangen. Weitere wichtige Angaben z.B. zur Bevölkerungsentwicklung und -zusammensetzung erhalten Sie beim Nationalen Statistikamt DANECitypopulation.de ermöglicht die Suche nach Grösse und Bevölkerungszahlen von Departments und den wichtigsten Städten des Landes.

Nationale Symbole

Kolumbianisches Nationalwappen
Landesflagge © esacademic.com
Nationalwappen © Wikimedia Commons
Orchidee © Alberto Londoño
Quindio-Wachspalme © James Trujillo

Die Landesflagge Kolumbiens besteht aus drei horizontal ausgerichteten Streifen in gelb, blau und rot. Der obere gelbe Streifen ist doppelt so breit wie die beiden unteren Streifen. Die Flagge wurde am 26. November 1861 angenommen. 

Für die Bedeutung der Farben gibt es keine offizielle Beschreibung. Weithin sind jedoch drei Erklärungsmuster verbreitet:

  • Gelb für Souveränität und Gerechtigkeit, Blau für Noblesse, Loyalität und Wachsamkeit, und Rot für Tapferkeit, Ehre, Großzügigkeit und den Blutzoll, der im Kampf um die Unabhängigkeit geleistet werden musste.
  • Gelb für universelle Freiheit, Blau für die Gleichheit aller Völker und sozialer Schichten vor Gott und dem Gesetz, und Rot für Brüderlichkeit.
  • Gelb für große Bodenschätze, Blau für das Wasser der beiden Ozeane, und Rot für das vergossene Blut im Kampf um die Unabhängigkeit.

 

Das Wappen Kolumbiens Über den Symbolen des Staatswappens ragt der (in Kolumbien fast ausgestorbene) Kondor als Wappentier und Zeichen der Souveränität des Landes, in seinem Schnabel trägt er den Lorbeerkranz als Symbol des Sieges.

Orchidee (Orchidaceae) ist die offizielle Nationalblume. In Kolumbien es gib mehr als 3000 identifizierte Arten.

Wachspalme Seit 1985 ist die Quindio-Wachspalme (Ceroxylon quindiuense) der offizielle Nationalbaum. Die Stämme erreichen Wuchshöhen von 15 bis 50 Metern (selten 60 Meter) und einen Durchmesser von 20 bis 40 Zentimetern.

Nationalhymne Ihr Text stammt von Rafael Nuñez, der auch die kolumbianische Verfassung von 1886, die bis 1991 gültig war, maßgeblich mitgestaltet hat. Die Musik stammt von dem italienischen Komponisten Oreste Sindici.

Am 28. Oktober 1920 wurde die Hymne durch das Gesetz 33 über die nationalen Symbole Kolumbiens zur Nationalhymne erklärt. Durch die Verabschiedung des Gesetzes durch den damaligen Präsidenten Marco Fidel Suarez wurde sie offiziell bestätigt.

Die kolumbianische Nationalhymne besteht aus elf Strophen und einem Chor, bei offiziellen Anlässen wird aber lediglich die erste Strophe gesungen. Die Nationalhymne muss aufgrund eines Gesetzes täglich um 6.00 Uhr und um 18.00 Uhr von allen Rundfunkanstalten des Landes ausgestrahlt werden.

Offizielle Nationalfeiertage 20. Juli und 7. August, da die 1810 bereits erstrittene Unabhängigkeit erst im Jahr 1819 endgültig gesichert werden konnte.

Magisches Kolumbien

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2016 aktualisiert.

Autor

Eric Javier Bejarano Vargas, Diplom-Anthropologe aus Kolumbien promoviert derzeit in Geschichte Lateinamerikas an der Universität Bielefeld. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Berater in verschiedenen Projekten der sozialen und kulturellen Entwicklung. Seit mehreren Jahren ist er Trainer für Interkulturelle Kommunikation sowie für Geschichte und soziale Probleme in Kolumbien. 

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