Die Demokratische Republik Kongo besitzt die größte Regenwaldfläche Afrikas. Das Land hat ein noch unerfasstes Potenzial zur Land- und Forstwirtschaft. Unter der Erde schlummern unendlich scheinende Bodenschätze. Und doch sind die Menschen bitter arm - zudem blockieren Kriege und Habgier das große Entwicklungspotenzial des Landes.

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Moise Katumbi – Kandidat für das Präsidentenamt

Moise Katumbi hat am 04. Mai 2016 offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt gegeben. Der ehemalige Gouverneur der inzwischen aufgelösten Provinz Katanga wurde von den drei Oppositionsbewegungen gemeinsam zum Präsidentschaftskandidaten gewählt.

Damit geht das Ringen um die Macht zwischen dem amtierenden Präsidenten Joseph Kabila und der Opposition in die nächste Runde.

Zum 1. September 2016 wurde von Präsident Kabila ein sogenannter "politischer Dialog" gestartet. Neben den Regierungsparteien und der Regierung nahmen einige kleine Oppositionsparteien, unter der Führung von Vital Kamehe, an diesem Dialog teil.

Die zentrale Frage, die weiterhin offen steht, lautet: Darf der amtierende Präsident Kabila erneut kandidieren oder ist seine Amtszeit mit zwei Mandatsperioden abgelaufen?

Die mächtigsten Oppositionsführer - Mois Katumbi und Etienne Thisekedi – haben sich unter der Bezeichnung "Ressamblement" zusammengeschlossen und boykottieren den nationalen Dialog. 

Am 19. September 2016 kam es zu gewaltsamen Unruhen in den Großstädten, besonders in Kinshasa. Es gab über fünfzig Tote und viele Verletzte.

Am 4. Oktober 2016 warf der französische Außenminister, Jean-Marc Ayrault, Präsident Kabila vor, die Verfassung zu missachten. Der US Sonderbeauftragte für die Region der Großen Seen warnte vor ausufernder Gewalt.

Am 19. Oktober 2016 verkündete die Regierung der Demokratischen Republik Kongo, dass die Neuwahlen auf 2018 verschoben sind. Präsident Kabila bleibt bis zu diesem Zeitpunkt im Amt.

Bis dahin sollen die 45 Mio. Wähler neu registriert werden. Man geht davon aus, dass hierfür 20 Monate benötigt werden.

Mois Katumbi und Etienne Thisekedi fordern, ebenso wie die mächtige katholische Kirche, den Rücktritt des Präsidenten zum 19. Dezember 2016 und möglichst schnelle Neuwahlen.

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Der Autor

Karl Wirtz ist Diplomagraringenieur und seit 40 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit tätig.
Seit 1981 bereist er regelmäßig die DR Kongo. Neben ländlicher Entwicklung und Ernährungssicherung interessiert er sich besonders für sozialpolitische Aufgaben, Ökologie, Konfliktlösungen und interkulturelle Zusammenarbeit.

Er ist als Fachberater für verschiedene Organisationen wie Misereor, Brot für die Welt, GIZ u.a. im südlichen Afrika aktiv. Als Landeskunde-Tutor unterstützt Herr Wirtz die Arbeit der GIZ/AIZ für die DR Kongo und Südafrika.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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