Basis der Gesellschaft ist die Großfamilie, © Karl Wirtz
Bedeutende Religionen
Christen 80% (davon Kimbanguisten 10%), Islam 10%
Städtische Bevölkerung
41 % (2015)
Lebenserwartung (w/m)
57 / 53 Jahre (geschätzt 2015)
Anteil alphabetisierte Erwachsene
61 % (2014)
Gender Inequality Index
149 von 188 (2014)
Anzahl der Geburten
5,98 / Frau (geschätzt 2015 )
Kindersterblichkeit
118 / 1000 Lebendgeburten (2014)

Völker und Regionen

Insgesamt leben in der Demokratischen Republik Kongo bis zu 250 Volksgruppen. Die größten sind die Luba (18%), die Mongo (17%), die Bakongo (16%) und die Zande (10%).

Einige Quellen gehen von der Existenz von etwa 200 Sprachen aus, die sich wiederum in 25 linguistische Gruppen gliedern. Vier Hauptsprachen werden als Nationalsprachen angesehen: Lingala, KisuaheliKikongo und Tshiluba.

Im Osten und Süden des Landes wird mehrheitlich – neben lokalen Sprachen – Kisuaheli gesprochen. Dies erleichtert die Kommunikation mit den Nachbarländern, besonders mit Sambia und Tansania.

Lingala spielt eine Sonderrolle. Sie wurde unter dem Regime Mobutu zur Sprache des Militärs und der Verwaltung und verbreitete sich so über das ganze Land. Zudem ist es die wichtigste Musiksprache – kongolesischer Rumba und Jazz leben in dieser Sprache. Als gesprochene Sprache gilt Lingala inzwischen als zweite Nationalsprache.

Im Großraum Kinshasa sowie im Osten des Landes und in der Provinz Katanga leben auch heute noch einige Tausend Europäer als Geschäftsleute und als Mitarbeiter großer Unternehmen, besonders im Bergbau und den angegliederten Sektoren.

Bedeutende ausländische Bevölkerungsgruppen sind Belgier, Amerikaner, Franzosen, Angolaner, Brasilianer sowie libanesische, pakistanische und westafrikanische Händler; sie bestimmen immer noch den Groß- und Einzelhandel. Hinzu kommen die Mitarbeiter der internationalen Gebergemeinschaft und der privaten Entwicklungszusammenarbeit.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich im Rahmen der kongolesisch–chinesischen Zusammenarbeit ca. 80.000 Chinesen im Land aufhalten. Auffallend ist, dass Chinesen nicht nur im klassischen Entwicklungssektor anzutreffen sind, sondern zunehmend auch im Kleinhandel und im Mikroproduktionssektor aktiv werden.

Exilkongolesen findet man heute in vielen afrikanischen und europäischen Staaten. Es wird geschätzt, dass alleine in Südafrika 120.000 Kongolesen leben. In Belgien und Frankreich bestehen aktive Exilgemeinden. Genaue Zahlen hierzu liegen jedoch nicht vor, da sich viele kongolesische Migranten illegal in Europa aufhalten. 

Bevölkerungsentwicklung

Kleinkinder aus dem Nordosten Kongos (Provinz Oriental), ©Susanne Schüpbach
Kinderaugen blicken erwartungsvoll in ihre Zukunft, ©Susanne Schüpbach

Die Demokratische Republik Kongo zeichnet sich durch eine junge Bevölkerung aus. Knapp die Hälfte der Bevölkerung (47,5 %) ist weniger als 15 Jahre alt, 50 % sind zwischen 15 und 64 Jahre alt und 2,5 % haben das Alter von 65 und mehr Jahren.

Das Bevölkerungswachstum liegt bei 2,6 %, wobei die Zahl rückläufig ist. Im städtischen Umfeld und in der gebildeten Mittel- und Oberschicht gebären die Frauen deutlich weniger Kinder. Der Krieg im Osten des Landes, HIV / AIDS und die unzureichende medizinische Versorgung sind die wichtigen Faktoren für die geringe Lebenserwartung von 55,7 Jahren.

Familienplanung ist für die große Mehrheit der Paare (besonders für die Frauen) aus finanziellen, organisatorischen, medizinischen und kulturellen Gründen nicht möglich. Die Kirchen nehmen mehrheitlich immer noch eine sehr konservative Position zu diesem Thema ein.

Armut

Ärmlich gekleidete Kinder und Frauen mit Anzeichen von Mangelernährung, © Karl Wirtz
Die Millenniumsziele sind in der DR Kongo noch lange nicht erreicht, © Karl Wirtz

Die Demokratische Republik Kongo ist ein reiches – armes Land. Unendlich reich an Rohstoffen profitiert eine sehr kleine Minderheit von den Schätzen des Bodens und der Natur. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut. Mangel- und Fehlernährung sind an der Tagesordnung, besonders bei den Kindern. Kinderarbeit ist überall im Land verbreitet, in den provisorischen Bergwerken in Katanga als Bergleute, in den Kriegsgebieten des Ostens als Kindersoldaten oder in den Haushalten der Reichen von Kinshasa als Haushaltssklaven.

In den Städten fehlt es an Arbeitsplätzen, Nahrungsmitteln, Wasser und der elementarsten sanitären Versorgung. Auf dem Land fehlt es an Straßen zur Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte. Zusätzlich behindern die innenpolitischen Konflikte und die allgegenwärtige Korruption eine erfolgreiche Armutsbekämpfung.

Familie

Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens steht die Großfamilie mit Solidarstrukturen, die für die ärmeren Bevölkerungsschichten einen Schutz vor Verelendung und Hunger bilden. Diese für das Überleben wichtigen Strukturen, führen aber auch zu Klientel- und Pfründenwirtschaft.

Besonders im städtischen Umfeld ist oftmals das Wegbrechen der traditionellen Solidarstrukturen zu beobachten. Alte Menschen, bisher von der Großfamilie versorgt, leben in absoluter Armut auf der Straße und vollkommen auf sich selbst gestellt. Kinder, die ganz oder teilweise auf der Straße leben, gehören in den Kleinstädten schon zum Straßenbild.

Ohne das Engagement kirchlicher und privater Einrichtungen wäre vielerorts selbst ein Minimalniveau in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Transport nicht vorhanden.

Gender – Geschlechtergerechtigkeit

Kongolesin näht an einer Fußtritt-Nähmaschine,  © Karl Wirtz
Einkommen schaffende Maßnahmen für Frauen werden durch nationale und internationale Entwicklungshilfeorganisationen unterstützt. Im Rahmen der bundesdeutschen Entwicklungshilfe fördert die GIZ gezielt Maßnahmen der Gendergerechtigkeit. © Karl Wirtz

Im UNDP Human Development Index belegt die Demokratische Republik Kongo Platz 187 (letzter Platz der HDI Liste), beim Gender Inequality Index (GII) steht sie auf Platz 142 von 144.

36,2 % der Männer und nur 10,7 % der Frauen verfügen über einen Schulabschluss. Die Entwicklungschancen sind für Mädchen deutlich schlechter als für Jungen. 76 % der Mädchen und Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt.

Im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes, sind sexuelle Übergriffe Teil der Kriegsführung geworden. Man schätzt, dass 200.000 Mädchen und Frauen in den vergangenen 10 Jahren vergewaltigt wurden. Die UNO und andere internationale Organisationen bringen das Thema regelmäßig in die Öffentlichkeit. Leider bisher nur mit begrenztem Erfolg hinsichtlich der Vergewaltigungsrate. Im Rahmen der Friedens- und Traumaarbeit erhalten die Opfer Unterstützung, jedoch wird nur ein geringer Teil erreicht.

Im öffentlichen Leben nehmen Frauen zunehmend am politischen und wirtschaftlichen Leben teil. 44 Frauen (8,9 % der Abgeordneten) sind als Volksvertreter im kongolesischen Parlament vertreten.

Auf internationaler und regionaler Ebene (SADC) nehmen kongolesische Frauengruppen an Treffen und Policydebatten teil. Auch wenn die Umsetzung in der Demokratischen Republik Kongo schwierig ist, so ist die internationale Solidarität unter den Frauen für die Entwicklung im Land von Bedeutung.

Auch wenn die Gesetze des Landes eine Geschlechtergerechtigkeit beinhalten, ist man noch weit von einer gerechten Situation entfernt.

Gesundheits- und Sozialwesen

16jährige Mutter mit ihrem Säugling in einem ländlichen Gesundheitszentrum in Ituri, © Karl Wirtz
Ländliches Gesundheitszentrum in Ituri, © Karl Wirtz

Das mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO / OMS) aufgebaute Gesundheitssystem der Demokratischen Republik Kongo ist sehr gut durchdacht. Zentralen Krankenhäusern (Hôpital de Reference) sind sekundäre Gesundheitsstrukturen (Zone de Santé, Centre de Santé, Poste de Santé), entsprechend der Bevölkerungszahl und Siedlungsdichte, zugeordnet. Jede Gesundheitszone versorgt ca. 150.000 Menschen. Es gibt grundsätzlich keine Doppelung von Krankenhäusern im Einzugsgebiet der Referenzkrankenhäuser. Das System ist kostengünstig und könnte eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung garantieren.

In der Realität zeigen sich vielerorts die Defizite der Umsetzung. In einem großen Teil der Demokratischen Republik Kongo sind die Gesundheitseinrichtungen in den 306 Gesundheitszonen sehr unzureichend ausgestattet. Es fehlt an Geldern für Medikamente, Ausrüstung und qualifiziertem medizinischem und administrativem Fachpersonal. Die meisten der 400 Krankenhäuser wurden in der Kolonialzeit gebaut und befinden sich in einem schlechten Zustand.

Das Personal ist extrem schlecht bezahlt, man arrangiert sich durch Korruption und private Dienstleistungen, die aber häufig nur für Wohlhabende zugänglich sind. So kommt es, dass der öffentliche Haushalt nur spärliche Mittel für das Gesundheitswesen verwendet. Diese sind vollkommen unzureichend, denn sie machen nur bis zu 2 % des BIP aus. 

Durch das Zusammenbrechen der Infrastruktur ist die medizinische Versorgung im Landesinneren oft nur noch in kirchlichen Gesundheitseinrichtungen vorhanden. Viele Menschen sterben an behandelbaren Krankheiten wie Magen-Darm-Erkrankungen oder Malaria. In den meisten ländlichen Regionen kann meist nur eine Notfallmedizin betrieben werden.

Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 121 von 1000 Geburten und ist damit eine der höchsten in der Welt.

Fast alle Geberorganisationen, die in der DR Kongo aktiv sind, fördern medizinische Einzelprojekte. In der Regel übernehmen sie direkt oder in Zusammenarbeit mit einer kirchlichen Trägerstruktur ganze Gesundheitszonen, einschließlich den Referenzkrankenhäusern. Andere Geber, wie beispielsweise die EU, sichern für mehrere Jahre die Versorgung mit Medikamenten für mehrere Gesundheitszonen.

In den vergangenen Jahren wurde die Ausbildung von Krankenpflegepersonal, Gesundheitsarbeitern und Ärzten im ganzen Land intensiviert.

Traditionelle Medizin und auch Heilung durch Wunderheiler sind weit verbreitet. Ursache sind Armut, Unwissenheit aber auch der mangelnde Dialog zwischen lokalem Wissen und moderner westlicher Medizin.

Aids stellt auch in der DR Kongo ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem dar. Die Zahl der HIV-Infizierten liegt im Landesdurchschnitt bei 8,5 %, wobei die Daten nicht sehr zuverlässig sind. In den städtischen Einzugsgebieten und den vom Krieg betroffenen Regionen ist die Prävalenz deutlich höher als in abgelegen ländlichen Regionen.

Aidspatienten haben kaum Aussicht auf Behandlung. Einige Hilfsorganisationen, wie Ärzte ohne Grenzen und verschiedene kirchliche Organisationen, sind mit Aufklärungskampagnen aktiv. Dazu werden Menschen, die zu einem Aidstest bereit sind, begleitet und beraten. Auch Begleiterkrankungen werden bei Aidspatienten behandelt.

Programme, in denen schwer erkrankte Aidspatienten mit den lebensverlängernden antiretroviralen Medikamenten behandelt werden, sind nur in der Hauptstadt Kinshasa und in wenigen anderen Städten, wie Bukavu (Provinz Süd-Kivu) oder Lubumbashi (Provinz Katanga), vorhanden. Das Gesundheitsministerium setzt gemeinsam mit den Nichtregierungsorganisationen ein nationales AIDS-Programm um.

Ebola in der Demokratischen Republik Kongo

Am Fluss Ebola, im Norden der Demokratischen Republik Kongo, wurde 1976 der erste Fall einer Viruserkrankung bekannt, deren Name "Ebola" hierher entstammt. Damals wurden 760 Ebola-Opfer registriert. Seit diesem Zeitpunkt kommt es immer wieder zu Ebola-Epidemien.

Im August 2014 kam es zum siebten Ebola-Ausbruch in der DR Kongo. Es handelt sich hierbei um einen Virus, welcher deutlich weniger aggressiv ist als die Ebola-Viren, die heute in Westafrika auftreten. Die Mortalitätsrate liegt hier "nur" bei 20 % bis 54 %, jedoch kann die Weltgesundheitsorganisation – WHO – eine konkrete Prozentzahl bisher nicht bestätigen.

Der Krankheitsherd befand sich in der Ortschaft Lokolia, nahe der Stadt Boende in der Provinz Equateur. Die sehr abgelegene Region liegt mitten im Regenwald. Viele Ortschaften sind nur per Einbaum zu erreichen. Es gibt keine Straßenverbindung in die 1200 km entfernt gelegene Landeshauptstadt Kinshasa.
Auf Grund der abgelegenen Lage war es relativ einfach ganze Dörfer zu isolieren. Auf nationaler Ebene funktionierte die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation – WHO – sehr gut.

Trotz langjähriger Forschung gibt es bisher weder einen Impfstoff noch ein einsetzbares Medikament, welches bereits an Menschen getestet wurde.

Bildungswesen

Kongolesische Schülerin lernt schreiben, © Karl Wirtz
2009 unterrichteten 274.000 Lehrer an Grundschulen, © Karl Wirtz

20 % der Männer und 45 % der Frauen sind Analphabeten. Nahezu 45 % der Bevölkerung sind noch keine vierzehn Jahre alt. Es besteht Schulpflicht.

Das Bildungswesen ist in einem desolaten Zustand. Korruption ist weit verbreitet, Noten und Abschlüsse werden oftmals verkauft. Besonders in den ländlichen Gebieten fehlt es an grundlegender Infrastruktur: an Klassenräumen, ausgebildeten Lehrkräften, Schulbüchern und an banalen Dingen, wie eine funktionsfähige Tafel oder Kreide. Die Lehrergehälter sind mit 40 bis 80 US-$, für einen Grundschullehrer extrem niedrig. Viele Lehrer haben keine pädagogische Ausbildung.

Dem steht ein großes Selbsthilfepotenzial der Eltern gegenüber. Schulen werden oft in Selbsthilfe gebaut und die Gehälter der Lehrer von den Eltern aufgestockt bzw. bezahlt. So entsteht zwar ein Mindestbildungsangebot, doch leider reichen die Ergebnisse kaum für den Besuch einer weiterführenden Schule. Erschwerend kommt hinzu, dass Entwicklungshilfeorganisationen vorzugsweise Projekte mit einmaliger Investition, wie Gebäude, Bücher etc., fördern. Langfristig muss der Staat die laufenden Kosten der Bildungseinrichtungen finanzieren.

Wer es sich irgendwie leisten kann schickt sein Kind auf eine der vielen Privatschulen. In den Städten sind es die kirchlichen Privatschulen, welche einen Ausbildungsstandard garantieren.

Die berufliche Ausbildung beschränkt sich auf einige wenige kirchliche und staatliche Einrichtungen, die - aufgrund mangelnder Finanzen - ohne Werkzeuge, Maschinen und sonstige Utensilien auskommen müssen.

In der DR Kongo gibt es 380 Hochschulen, einschließlich der vier staatlichen Universitäten, 147 Polytechnische Hochschulen, zwei Fachhochschulen und 227 private Hochschulen. Hiervon sind acht katholische Einrichtungen sowie elf Institutionen von nationaler Bedeutung. Höhere Ausbildungseinrichtungen gibt es für folgende Disziplinen: Medizin, Pharmazie, Veterinärmedizin, Recht und Ingenieurwesen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von qualitativ sehr unterschiedlichen Lehrerausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen.

Die finanzielle Ausrüstung aller Einrichtungen ist sehr schlecht, es fehlt an didaktischen und pädagogischen Materialien. Die Studienergebnisse sind häufig nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Zudem durchlöchert auch hier die allgegenwärtige Korruption das System.

Kunst und Musik

"Ndunga Maske", Musee Royal de L'Afrique Centrale
"Ndunga Maske", Musee Royal de L'Afrique Centrale

Musik und Kunst in der Demokratischen Republik Kongo sind über die Grenzen hinweg populär. Bei der Kunst dominiert die Schnitzkunst. Sie ist in den bekanntesten Museen der Welt zu finden, wie im "American Museum of Natural History" und vor allem im Königlichen Museum für Zentralafrika "Musee Royal de L'Afrique Centrale", in Tervuren bei Brüssel.

Bei der kongolesischen Kunst sind zwei grundlegende Richtungen zu beachten: Kunstwerke des spirituellen und religiösen Alltags und Kunstwerke zur Darstellung der eigenen Kultur, wobei letztere erst seit dem Kontakt mit der europäischen Kultur geschaffen wurden.

Heute bieten kongolesische Künstler ein breites Spektrum an Skulpturen und Gemälden an, die dem interessierten kongolesischem Bürger und dem Besucher helfen die traditionelle und moderne Lebenskonzeption und  -philosophie zu verstehen.

In der DR Kongo findet man eine lebhafte Kunstszene. Wie überall ist auch hier die Kunst eines der Mittel, mit denen sich die Menschen seit Jahrtausenden ausdrücken. Hier befindet sich das Kunstzentrum Afrikas. Eine eigene Kunstakademie wurde in Kinshasa errichtet, die sich mittlerweile auf internationalem Niveau bewegt. Anerkannte und berühmte Künstler des ganzen Landes unterrichten dort Schüler in Kunst und Malerei.

Außerdem sind zahlreiche Galerien im Kongo zu finden. Private Studios präsentieren verschiedene Ausstellungen. Namen wie Claudy Khan, Henri Klama Akulez und Lema Kusa sind Kunstkennern auch in Europa bekannt. Diese Künstler haben sich bereits international einen Namen gemacht.

Die Demokratische Republik Kongo ist ohne die kongolesische Musik nicht denkbar. Sie ist das Lebenselixier der Menschen. Die moderne kongolesische Tanzmusik hat, ungeachtet aller Kriegs- und Krisenzeiten, in Afrika und weltweit einen beachtlichen Erfolg zu verzeichnen. Kinshasa, die Hauptstadt der DR Kongo, gilt auch als das kreative Zentrum der modernen afrikanischen Musik. Nach dem Ende der Makossa-Ära vor etwa zwanzig Jahren hat sich der Soukous-Stil fest etabliert. Unter Begriffen wie Kwassa Kwassa, N'dombolo etc. erlangte diese Tanzmusik eine hohe Popularität und eroberte mit Künstlern wie Tabu Ley RocherauZaiko Langa-Langa, Tschala MuanaKoffi Olomide oder Wenge B.C.B.G./J.P. M'Piana Diskotheken Zentral- und Ostafrikas.

Beachtenswert ist zudem der kongolesische Jazz und der von amerikanischen Stilrichtungen geprägte kongolesische Rap und Hip-Hop. Auch in der afrikanischen Diaspora ist der Erfolg groß. So trugen die o.g. Künstler voller Selbstbewusstsein ihre Musik in die ganze Welt. In europäischen Großstädten sind sie, vor allem in Paris und Brüssel sowie gelegentlich auch in Deutschland, in Konzerten zu bewundern.

Nicht zu übersehen ist Kinshasa Synphony, ein wundervoller Film, in dem Beethoven Kinshasa begegnet.

Religion

Die Katedrale in Bukavu, Ost DR Kongo
Die Katedrale in Bukavu, Ost DR Kongo

Die große Mehrheit der Kongolesen ist sehr religiös. Das Leben mit den Ahnen und Gott bestimmt das Leben in all seinen Facetten. Auch wenn christliche Weltanschauungen dominant sind, so ist die Verbindung zu den Ahnen das Wichtigste in der kongolesischen Glaubenspraxis. In den abgelegen ländlichen Gebieten und in den großen Wäldern sind es die verschiedenen Naturreligionen, die das Leben bestimmen. In den ländlichen Gebieten und besonders im städtischen Umfeld mischen sich Christentum und Ahnenglaube.

Mehr als 80 % der Bevölkerung bekennen sich zu christlichen Religionen. Mit 50 % ist die Katholische Kirche die einflussreichste Konfessionsgemeinschaft; 20 % sind evangelisch und 10 % gehören der einheimischen christlichen Kirche der Kimbanguisten an. Daneben gibt es eine wachsende muslimische Gemeinde, die im städtischen Umfeld bis zu 10 % der Bevölkerung erfasst. In den letzten Jahren haben afrikanische Freikirchen eine zunehmende Bedeutung erlangt.

Die 47 katholischen Diözesen bieten immer noch die besten funktionierenden Strukturen im Land. 60 % der Gesundheitseinrichtungen und fast alle wichtigen Sekundarschulen sind in katholischer Trägerschaft. Die katholischen Universitäten bestimmen das Hochschulwesen im Land.

Die katholische Bischofskonferenz ist eine wichtige Stimme im Land, wenn es um Menschenrechte und die Einhaltung von sozialen und politischen Rechten geht. 

Als Kuriosität: Das ländliche Postwesen wird von der katholischen Kirche aufrechterhalten.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2016 aktualisiert.

Der Autor

Karl Wirtz ist Diplomagraringenieur und seit 40 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit tätig.
Seit 1981 bereist er regelmäßig die DR Kongo. Neben ländlicher Entwicklung und Ernährungssicherung interessiert er sich besonders für sozialpolitische Aufgaben, Ökologie, Konfliktlösungen und interkulturelle Zusammenarbeit.

Er ist als Fachberater für verschiedene Organisationen wie Misereor, Brot für die Welt, GIZ u.a. im südlichen Afrika aktiv. Als Landeskunde-Tutor unterstützt Herr Wirtz die Arbeit der GIZ/AIZ für die DR Kongo und Südafrika.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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