Schuhverkauf auf einem Markt in Monrovia © Juliane Westphal
Währung
Liberian Dollar (LD)
Wechselkurs
1 Euro = 213 LD (20.12.2020)
Zeitzone
Greenwich Mean Time (GMT)
Landesvorwahl (Telefon)
+231
Klima (für Hauptstadt)
Feucht, tropisch-heiß

Einreise und Aufenthaltsbestimmungen

Mit Ausnahme von Bürgern der ECOWAS-Staaten benötigen alle Reisenden nach Liberia einen mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass und ein Visum. Das Visum für deutsche Staatsangehörige wird in aller Regel problemlos durch die Botschaft der Republik Liberia in Berlin erteilt. Für die Erteilung eines Visums ist der Nachweis einer Gelbfieberschutzimpfung notwendig. Die drei Nachbarstaaten Liberias unterhalten diplomatische Vertretungen in Monrovia, die Visa für die Weiterreise erteilen.

Ein Strand in Liberia
Ein Strand in Liberia / Foto: Rüdiger Asmus

Wohnen und Versorgung

Angemessene Wohnungen und Häuser lassen sich vor allem in Monrovia relativ leicht finden. Allerdings ist das Preisniveau durch die Präsenz der Vereinten Nationen ausgesprochen hoch. Die Zahlung einer Jahresmiete im Voraus ist üblich. Bei der Wahl der Unterkunft sollten auch die Stromversorgung (eigener Generator erforderlich?), die Wasserversorgung und die Sicherheit bedacht werden. Bei Mietwohnungen (zumeist in Apartmentanlagen), nicht jedoch bei Häusern, ist dies normalerweise in der Miete enthalten. Ein weiterer Aspekt ist die Lage der Unterkunft - in Monrovia sind Verkehrsstaus ein großes Problem, so dass die Entfernung zur Arbeitsstelle beachtet werden sollte. Außerhalb von Monrovia sind Unterkünfte mit einem angemessenen Standard schwieriger zu finden. Hier ist es nicht unüblich, ein Haus selbst zu renovieren und die dabei entstehenden Kosten mit der Miete zu verrechnen. Das sollte aber im Vorfeld (vor Zahlung der Jahresmiete) mit dem Vermieter vereinbart werden.

Apartmentblocks in Sinkor, Monrovia
Apartmentblocks in Sinkor, Monrovia © Juliane Westphal

Die Versorgung mit Gebrauchsgütern des täglichen Lebens ist gut. In Monrovia existieren verschiedene Supermärkte, wobei die Preise im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten durchweg hoch sind. Die Lebensmittel, die dort erhältlich sind, auch Obst und Gemüse, werden vielfach aus dem Ausland eingeführt. Lokale Produkte, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch, findet man auf Märkten zu niedrigeren Preisen. Im Hinterland sind die Versorgungsmöglichkeiten eingeschränkter - Nahrungsmittel (auch als Konserven) und gewisse Verbrauchsgüter (Batterien, Glühbirnen) sind aber fast überall erhältlich. 

Wellblechhaus am Meer
Wellblechhaus am Meer © Rüdiger Asmus

Essen

In Monrovia gibt es eine Reihe von Restaurants mit internationaler Küche, die Preise dort sind vergleichbar mit dem Preisniveau in Deutschland, oder etwas höher. In den kleineren Städten gibt es deutlich weniger Auswahl. Die lokalen Restaurants sind weitaus günstiger und bieten liberianische Küche an, in kleinen Holzverschlägen, oder auch in Restaurants mit höherem Niveau. Typische Gerichte sind unter anderem "Palava Sauce", "Palm Butter" und "Jollof Rice". 

Geld und Geldtransfer

Die Landeswährung sind der Liberianische Dollar und de facto der US Dollar. Nachdem der liberianische Dollar (im lokalen Sprachgebrauch auch "Liberty Dollar") im Krieg weitgehend verschwunden war, ist er jetzt wieder verstärkt im Umlauf (vor allem auf Märkten). Trotzdem werden fast alle Preise in US Dollar ausgezeichnet und Zahlung in amerikanischer Währung ist weit verbreitet, vor allem bei größeren Summen. Liberianische Dollar gibt es in den Stückelungen 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Dollar, der größte Schein hat also nur einen Wert von weniger als 3 Euro. Münzen finden keine Anwendung.

Kreditkarten und Traveller-Schecks sind in Liberia kaum einsetzbar. Große Hotels und einige Geldautomaten in Monrovia akzeptieren Visa-Karten. In Hotels wird oft eine Gebühr von 5-8 % der Rechnungssumme fällig. Geldüberweisungen sind schnell und zuverlässig über Western Union und MoneyGram möglich. Überweisungen auf ein Bankkonto in Liberia dauern aus Deutschland zwischen 5 und 10 Werktagen.

Mit Kindern in Liberia

Eine Ausreise mit Kindern ist grundsätzlich möglich. Allerdings ist das Land für die Vereinten Nationen und für viele Hilfsorganisationen weiterhin eine "non-family duty station", so dass nur wenige westliche Ausländer mit Familie in Liberia leben. Mit der American International School of Monrovia existiert seit 2007 auch wieder eine internationale Schule in Monrovia. Seit 2006 gibt es außerdem die liberianisch-türkische internationale Schule, eine nicht ganz so teure Alternative.

Reisen, Transport und Verkehr

Reisen innerhalb Liberias und in die Nachbarländer Sierra Leone, Guinea und Elfenbeinküste ist grundsätzlich möglich. Ein Problem bei Reisen über Land sind die schlechten Straßenverhältnisse (vor allem in der Regenzeit), sowie fehlende Unterkünfte. Von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit ist wegen des Risikos von Verkehrsunfällen dringend abzuraten. Öffentliche Verkehrsmittel existieren kaum, teilweise ist ihre Nutzung mit Gefahren verbunden, so dass für Reisen ins Hinterland ein eigenes (oder gemietetes) Fahrzeug erforderlich ist.

Öffentliche Flugverbindungen existieren innerhalb Liberias nicht, allerdings unterhalten die Vereinten Nationen ein Netz von Hubschrauberflügen, das grundsätzlich auch Mitarbeitern von Entwicklungsorganisationen offen steht. 

Direktflüge von und nach Europa werden zurzeit von Brussels Airlines und Royal Air Maroc angeboten. Aufgrund des geringen Passagieraufkommens sind die Flugpreise von/nach Europa relativ hoch. Daneben existieren Verbindungen zu verschiedenen westafrikanischen Hauptstädten mit lokalen Gesellschaften, sowie eine Verbindung nach Nairobi (über Accra). Alle Flüge starten und landen am internationalen Flughafen Roberts Field (ROB), etwa eine Autostunde von Monrovia entfernt.

Der Personentransport in Monrovia und den anderen Städten wird zu einem großen Teil durch Sammeltaxis und Motorradtaxis bestritten. Ein Platz in den Sammeltaxis ist zu Stoßzeiten schwer zu ergattern. Inzwischen gibt es auch explizite Einzeltaxis. Die Motorradtaxis sind kein sicheres Verkehrsmittel, aber beliebt, um in den Hauptverkehrszeiten weniger Zeit im Stau zu verbringen. Seit 2013 dürfen sie allerdings nicht mehr auf den Hauptstraßen und in der Innenstadt verkehren. In der Innenstadt fahren jetzt stattdessen die aus Asien bekannten Tuk-Tuks, die hier "kekeh" genannt werden.

Kekehs und Autos in Monrovia
Kekehs und Autos in Monrovia © Susan Christiansen

Sicherheit

In Monrovia nahmen in den vergangenen Jahren die Kriminalität und damit auch Überfälle auf Ausländer sowie Einbrüche durch bewaffnete Banden zu. Diese Vorkommnisse sind vor allem durch das drastische Einkommensgefälle zwischen den ausländischen Fachkräften und der einheimischen Bevölkerung motiviert. Aus diesem Grund sollte dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl einer Unterkunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Außerhalb der Hauptstadt sind Überfälle auf Ausländer selten. Zurzeit ist das Land politisch relativ stabil, trotzdem sollten Ausländer Demonstrationen und ähnliche Menschenansammlungen vermeiden.

Beim Baden an den Stränden Liberias ist besondere Vorsicht aufgrund der starken Strömung geboten.

Gesundheit

Aufgrund des tropischen Klimas und der zerstörten Infrastruktur ist Liberia ein Hochrisikogebiet für verschiedene Krankheiten. Malaria ist ganzjährig und in allen Landesteilen ein Problem, für die meisten Krankheitsfälle ist die gefährliche Malaria Tropica verantwortlich. Daneben treten auch andere tropische Krankheiten wie etwa Gelbfieber, Cholera und Dengue-Fieber in Liberia auf. Eine eingehende tropenmedizinische Beratung ist daher für einen Aufenthalt unbedingt erforderlich. Die medizinische Versorgung ist - auch in der Hauptstadt Monrovia - nur sehr rudimentär. Apotheken sind zwar weit verbreitet, die Qualität der angebotenen Medikamente aber oftmals zweifelhaft. Moderne Medikamente zur Malariaprophylaxe wie etwa Malarone sind vor Ort kaum erhältlich. Patienten sollten bei schweren Erkrankungen schnellstmöglich nach Europa überführt werden.

Von Februar 2014 bis Dezember 2015 sind in Westafrika, vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea mehr als 11 315 Menschen an Ebola gestorben, mindestens 4809 davon in Liberia. Am 9. Mai 2015 war das Land sechs Wochen ohne eine Neuinfektion und wurde offiziell als Ebola-frei deklariert. Im Juli 2015 sind jedoch wieder 6 Fälle aufgetaucht, im November 2015 gab es weitere 3 Neuerkrankungen, dann noch einmal 3 im März und April 2016. Was nun benötigt wird, sind Anstrengungen, um die Folgen der Ebola-Erkrankung zu bekämpfen, die Spätfolgen bei den Erkrankten zu behandeln und das Gesundheitssystem zu verbessern.

Weiterführende Informationen zu verbreiteten Krankheiten und zur Gesundheitsversorgung in Liberia bietet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Telekommunikation

Verschiedene Mobilfunkgesellschaften konkurrieren um Marktanteile auf dem Kommunikationsmarkt in Liberia. Die Netzabdeckung in den größeren Städten ist gut, in ländlichen Regionen dagegen nicht immer flächendeckend. Startersets (mit einer lokalen SIM-Karte) sind am internationalen Flughafen und in Monrovia für einen geringen Betrag erhältlich. Rubbelkarten für die Aufladung des Gebührenkontos können überall bei fliegenden Händlern erworben werden. Gespräche ins Ausland sind von Mobiltelefonen problemlos und relativ kostengünstig möglich. Das liberianische Festnetz ist dagegen in einem sehr schlechten Zustand, die meisten Liberianer verlassen sich ausschließlich auf Mobiltelefone. In entlegenen Gegenden ist die Nutzung von Satellitentelefonen im Projektbereich üblich.

Internetzugänge in Liberia sind oft langsam und nur in den größeren Städten verbreitet. In den letzten Jahren hat es sich allerdings durch den Anschluss an das Glasfaserkabel vor der Küste deutlich verbessert. In Monrovia existieren verschiedene Internet-Cafés, Hotels und gehobene Restaurants bieten vielfach drahtlose Internetzugänge an. Die Mobilfunkbetreiber bieten Internet für Smartphones und portables Wifi an.

Auf Monrovias Straßen, Taxi und Motorrad
Auf Monrovias Straßen © Susan Christiansen

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Februar 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Juliane Westphal, Mediatorin M.A., interkulturelle Trainerin (dgikt), Open Space Begleiterin und Beraterin für Development Communication. Seit 2010  auch Landestrainerin für Sierra Leone und Liberia bei der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ. Von 2005 bis 2007 zuständig für die öffentliche Aufklärung über die Arbeit und die Ergebnisse der beiden Wahrheits- und Versöhnungskommissionen (TRC) in Sierra Leone und Liberia.  

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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