Straßenbild in Antsirabe, © Stefanie Wacker
Währung
Ariary (MGA)
Wechselkurs
4323,39 MGA pro 1 € (15.06.2020)
Zeitzone
GMT + 3
Landesvorwahl (Telefon)
+261
Klima (für Hauptstadt)
Subtropisches (Savannen-) Klima

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Aktuelle Informationen über die Einreisebestimmungen für Madagaskar bietet vor allem das Auswärtige Amt. Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Madagaskar ein Visum, das bei Ankunft am internationalen Flughafen von Antananarivo-Ivato, aber auch an allen anderen Flughäfen mit internationalen Verbindungen (Nosy Be, Antsiranana, Toamasina, Tuléar) für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen ausgestellt wird. Nähere Informationen, vor allem auch zu kurzfristigen Änderungen in der Visa-Erstellung und den anfallenden Kosten, kann man bei der Botschaft Madagaskars in Berlin erfragen. Die Konsularabteilung der Deutschen Botschaft in Antananarivo hat ihren Dienst 2012 eingestellt - alle Konsularangelegenheiten im Amtsbezirk Madagaskars werden von der deutschen Botschaft in Daressalam/Tansania abgewickelt. Bei der Einreise am internationalen Flughafen Ivato - 15 km von der Innenstadt Antananarivos entfernt - erfolgt häufig nach der Pass- noch eine Zollkontrolle, bei der auch das Handgepäck kontrolliert wird. Einem Chaos am Flughafen entgeht man am besten durch eine bereits im Vorfeld getätigte Hotelreservierung und die unmittelbare Abholung vom Flughafengebäude, außerdem kann man durch aktuelle Informationen abschätzen, ob Maschinen pünktlich oder verspätet landen. 

Wohnen und Versorgung

Wohnen in Antananarivo 

Antananarivo ist das politische, wirtschaftliche und verwaltungsmäßige Zentrum Madagaskars. Bereits 1630 fungierte die Stadt als Herrschersitz, 1796 machte der Merina-König Andrianampoinimerina sie zum Zentrum seines Reiches. Der Name Antananarivo bedeutet "Stadt der Tausend" und rührt von der Legende her, dass damals Tausend Soldaten die Stadt bewacht haben sollen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Stadt stark auszudehnen, was zu chaotischen Verhältnissen des Wohnens (entstehende Slums in und um das Stadtzentrum) und des Verkehrs führte. Die höher gelegenen Stadtteile bieten bessere Lebensqualität in punkto Luftreinheit und Ruhe, sind aber den besser verdienenden Bevölkerungsschichten vorbehalten. Die Gegensätze Antananarivos - die offensichtliche Armut, aber auch die ausgeprägte Lebenslust, die Dynamik, die Gerüche der auf der Straße, die zahlreich existierenden Garküchen, das Lachen der Händler, das Nachtleben, die Märkte, das Chaos im Verkehr, der Smog - all das macht die Faszination Antananarivos aus. 

Antananarivo lässt sich grob in eine Unter- und eine Oberstadt aufteilen. In der Unterstadt befindet sich der im kolonialen Stil errichtete Bahnhof und die wichtigste Verkehrsachse der Stadt - die Avenue de L´Indépendance. Hier pulsiert das Leben, zahlreiche Händler, Hotels und Gaststätten, aber auch Bettler und Straßenkinder bevölkern die Innenstadt. Die Oberstadt erreicht man über zahlreiche Treppen. Auf dem höchsten Hügel von Antananarivo thront der Rova, der ehemalige Königspalast. Eine Vielzahl von Restaurants und Hotels kann man in Antananarivo finden, von der gehobenen Klasse bis zu einer günstigen Unterkunft bzw. einem Schnellimbiss. Zum Nachlesen empfehlen sich zahlreiche Reiseführer zu Madagaskar (deutsch und französisch), auch Videos zu Antananarivo vermitteln einen guten ersten Eindruck. 

Die meisten in Madagaskar lebenden Ausländer bevorzugen Viertel etwas außerhalb des Zentrums (z.B. Ivandry, Ambatobe oder Ambohiboa), in denen Schuleinrichtungen, Arbeitsplätze, Möglichkeiten der täglichen Versorgung und Freizeiteinrichtungen nebeneinander bestehen. Sie entgehen damit den schlechten Luftverhältnissen und dem Verkehrschaos der Innenstadt. Generell wird davon abgeraten, als Europäer in Madagaskar selbst Auto zu fahren. Der Verkehr auch außerhalb der Städte ist chaotisch und die Straßen sind schlecht. Daher sind auch viele Mietagenturen dazu übergegangen, ihre Autos nur mit Chauffeur zu vermieten. Ein dichtes Tankstellennetz gibt es nicht, aber in den Ballungszentren sowie an besonders viel befahrenen Nationalstraßen wie der RN7, der RN2 oder der RN4 finden sich meist ausreichend Tankstellen.

Antananarivo, © Vitasary (CC BY-NC- ND 2.0)
Antananarivo, © Vitasary (CC BY-NC-ND 2.0)
Antananarivo Zentrum, © Vitasary (CC BY-NC- ND 2.0)
Antananarivo Zentrum, © Vitasary (CC BY-NC-ND 2.0)
Reisfelder im Hochland, © Nathalie Sautier-Anders
Reisfelder im Hochland, © Nathalie Sautier-Anders
Der Rova-Palast 2015, © Heinonlein (CC BY-SA 4.0)
Der Rova-Palast 2015, © Heinonlein (CC BY-SA 4.0), unverändert
In den Slums von Antananarivo, © Vitasary (CC BY-NC-ND-SA 2.0)
In den Slums von Antananarivo, © Vitasary (CC BY-NC-ND 2.0)

Andere Städte

Weitere bedeutende Städte in Madagaskar sind neben Antananarivo das an der Nordspitze der Insel gelegene Antsiranana (Diego-Suarez), Mahajanga (Majunga) an der Nordwestküste, die ebenfalls an der Westküste weiter im Süden liegenden Städte Morondava und Toliara (Toliary, Tuléar), Tolagnaro (Fort Dauphin) im Südosten sowie Manakara und Toamasina (Tamatave) an der Westküste. Als weitere bedeutende Städte im Hochland können Fianarantsoa und Ambalavao, Abositra und südlich von Antananarivo Antsirabe sowie die im Norden gelegenen Zentren Antsohihy und Andoany (Hell-Ville) gelten. Statistisch gesehen leben rund 10% der Einwohner Madagaskars in der Hauptstadtregion und weitere 20% in den anderen Städten. Das Hochland ist abgesehen von Antananarivos Großregion relativ dünn besiedelt. 

Andasibe. © deruneinholbare (CC BY-NC 2.0)
Andasibe. © deruneinholbare (CC BY-NC 2.0)
Ariary, Währung in Madagaskar, © Ando Lafafatra Mahay
Ariary, Währung in Madagaskar, © Ando Lafafatra Mahay

Geld

Die Landeswährung Madagaskars ist der Ariary (Ar, international auch MGA). Vor 2007 war der Franc Malagasy üblich, der auch heute noch nicht ganz vergessen ist, so dass viele Madagassen auch heute noch in Franc rechnen. Ein Ariary ist fünfmal so viel wert wie der alte Franc und im Unterschied zur Währung vieler anderer ehemaliger französischer Kolonien nicht mit einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Es existieren Scheine im Wert von 100, 200, 500, 2000, 5000 und 10000 Ar sowie Münzen in der Stückelung von 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Ar. Es ist gut zu wissen, dass man in Madagaskar nie genug Kleingeld dabei haben kann - die meisten großen Scheine können häufig nicht gewechselt werden; auf den Märkten ist es manchmal schwierig, Wechselgeld zu einem Schein von 10000 Ar (= ca. 3 Euro) zu bekommen. Devisen können in Banken, Hotels und am Flughafen umgetauscht werden. Mit Kreditkarten kann man in größeren Hotels oder Restaurants bezahlen, aber es ist immer besser, Bargeld mitzuführen. 

Einkaufen

Bekannt ist Antananarivo für seine Handwerkermärkte (Marchés Artinasals), die Papier, Holz- und Lederarbeiten, Musikinstrumente, Teppiche etc. anbieten. Aber es gibt in der Hauptstadt auch viele andere Märkte, die alles Mögliche anbieten. Bis vor einigen Jahren war der "Zoma" der bedeutendste Freiluftmarkt der Welt. Er hatte sich jedoch stark ausgedehnt und war zunehmend unkontrollierbar geworden (Verkehrschaos, Diebstähle), so dass man ihn verkleinert und Teile davon in andere Stadtteile verlegt hat. Aber auch sonst bietet Antananarivo viele Gelegenheiten zum Einkaufen: Edelsteine, Vanille und Kleidung, Textilien bzw. Stoffe sind beliebte madagassische Produkte. Handeln empfiehlt sich nur bei größeren Beträgen und bei verhandelbaren Waren wie Souvenirs oder anderen Dienstleistungen, die manchmal für den Touristen überhöhte Sätze bieten. Ansonsten kann man in Antananarivo alle Waren kaufen, auch importierte Waren, hauptsächlich aus Frankreich. Je weiter die Entfernung zu größeren Städten wird, desto geringer und einfacher wird auch das Warenangebot. Produkte des täglichen Lebens sind in Madagaskar für europäische Verhältnisse häufig sehr günstig zu erwerben. 

Die Kathedrale Immaculé-Conception in Andohalo, Antananarivo, © HoneyGaLe (CC BY-SA 3.0)
Die Kathedrale Immaculé-Conception in Andohalo, Antananarivo, © HoneyGaLe (CC BY-SA 3.0)

Kirchen

Die Vielzahl von unterschiedlichen Kirchen und vereinzelten Moscheen in Antananarivo zeugen von der Religionsfreiheit Madagaskars und einem meist toleranten Umgang mit Andersgläubigen. Hoch oben über Antananarivo thront die Kirche Faravohitra. Der Sitz des Erzbistums der katholischen Kirche ist die "Cathédrale de l´Immaculée Conception" (Kathedrale der unbefleckten Empfängnis) in Antananarivos Oberstadt, die auch baulich als wichtiges historisches Gebäude bezeichnet werden kann. Die anglikanische Kathedrale Saint Laurent Ambohimanoro ist ebenfalls in Antananarivo zu finden. Zahlreiche weitere katholische und anglikanische Kathedralen sind in Madagaskar über das Land verteilt errichtet worden, viele davon im 19.Jahrhundert.

Sakalava Grab. © Heinonlein (CC BY-SA 4.0)
Sakalava Grab. © Heinonlein (CC BY-SA 4.0), unverändert

Krankenhäuser und Schulen

In Antananarivo sind zahlreiche Krankenhäuser und Kliniken ansässig. Zu den besten Adressen zählt das "Centre Hospitalier de Soavinandrina", die "Clinique et Maternité St. François", das "Institut Pasteur de Madagascar" und die "Polyclinique d´Ilafy".

Von den vielen Schulen und Schuleinrichtungen von der Grundschule bis zur Universität sollen hier nur einige erwähnt werden. Die meisten Schulen sind frankophon und unterrichten gemäß der AEFE (Agence pour l´enseignement français à l´etranger) in Französisch. Erste Adresse ist hier sicherlich das "Lycée français de Tananarive", daneben sind zahlreiche französische Schulen in Antananarivo und in ganz Madagaskar zu finden. Es gibt auch eine deutsche Schule in Antananarivo, die Albert-Einstein-Schule

Kulinarisches

Sambos oder Samosas, Teigtaschen mit unterschiedlicher Füllung, © Eva Biele
Sambos oder Samosas, Teigtaschen mit unterschiedlicher Füllung, © Eva Biele
Der lokale Rum, Rhum arrangé, © Lemurbaby (CC BY-SA 3.0)
Der lokale Rum, Rhum arrangé, © Lemurbaby (CC BY-SA 3.0)

In Antananarivo existieren zahlreiche exquisite französische Restaurants, die allerdings auch ihren Preis haben. Daneben gibt es aber auch chinesische, indische und kreolische Restaurants der oberen und mittleren Klasse. Bei traditionellen Restaurants sind die Gerichte sehr viel günstiger zu bekommen, sie sind aber nicht unbedingt als schlechter zu bezeichnen, sondern spiegeln häufig die kulinarische Individualität der madagassischen Küche am besten wider. Snack-Bars, Garküchen und einfache Restaurants sind in den Städten in großer Zahl zu finden und meistens von guter Qualität und Sauberkeit. 

Die madagassische Küche ist allgemein reich an Schmor- und Eintopfgerichten, was dem französischen Erbe zuzurechnen ist. Reis dominiert alle Gerichte, meistens wird schon bereits zum Frühstück Reis gegessen. Zu den weiteren kohlenhydratreichen Grundnahrungsmitteln sind auch Maniok, Kartoffeln und Nudeln zu zählen. Wer es sich leisten kann, kombiniert damit verschiedene Fleischsorten (Rind, Schwein, Geflügel) oder Fisch und Meeresfrüchte und Gemüse wie "brèdes", grüne Bohnen, Karotten, Auberginen, Kohl oder Tomaten. Chinesischen Frühlingsrollen gleichen die "Nem", in Teig ausgebackene Teigtaschen mit Gemüsefüllung. Ähnlich häufig findet man die dreieckigen Sambos (auch als Samosas, Sambossas oder Sambousas bezeichnet), ein Import aus der arabischen Welt. Wie in vielen Ländern Ostafrikas sind auch die "Brochettes" (Masikita) - marinierte Fleischspieße aus unterschiedlichen Fleischstücken, meist Zebu oder Huhn - ein kulinarischer Genuss. Dazu serviert man meist eingelegten, scharf gewürzten Kohl und Reis.

Video zur madagassischen Küche (Französisch, ca. 9 Minuten)

Als Getränk findet man häufig "Ranovola", Wasser, das mit Reis zusammen im Topf gekocht wurde. Leitungswasser ist ungekocht nicht konsumierbar, überall kann man jedoch Mineralwasser (meist "Eau vive") kaufen und auch die global angebotenen bekannten Limonadengetränke sind in mehreren Varianten flächendeckend zu haben. Viele Madagassen schwören auf die gute Qualität des "Skol"-Bieres, aber auch andere Biersorten werden angeboten. In den Küstengebieten trinkt man gerne die hier überall vorhandene und äußerst erfrischende Kokosmilch, die man in jeder Hinsicht zu verschiedenen Punsch-Getränken wie dem beliebten "Punch au Coco" abwandeln kann. In Madagaskar wird auch Wein produziert, bei dessen geschmacklicher Beurteilung die Meinungen jedoch offenbar auseinander gehen. 

Milch und Milchprodukte werden traditionell weniger angeboten und auch nur geringfügig konsumiert. Die Regierung möchte die Milchindustrie beleben, muss aber auch dafür sorgen, dass beispielsweise der Preis gesenkt und die Verfügbarkeit erhöht wird. Momentan ist die Milch aufgrund der geringen Milchleistung der Kühe sehr teuer und viele importierte Milchprodukte preiswerter zu haben als die lokal hergestellten Waren. 

"Manasa hihinam-bary" - "Kommen Sie Reis essen": Reis hat in Madagaskar eine sehr große ernährungsphysiologische sowie kulturelle Bedeutung. Der Pro-Kopf-Konsum betrug 2009 95 kg, andere Angaben gehen darüber (120-130 kg pro Kopf) (Deutschland: 5,4 kg). Madagaskar ist zwar immer noch der größte Reisproduzent im afrikanischen Raum südlich der Sahara, doch die Produktion und die Anbaufläche ist seit Jahren rückläufig, so dass Madagaskar zum Import von teurem asiatischen Reis gezwungen ist. Unter Ravalomanana gab es im "Madagaskar Action Plan" die Strategie der Produktionssteigerung, bis heute hat sich jedoch nicht viel verändert. Man ist sich des Problems bewusst und stellt Strategien zur Förderung der Reisproduktion vor. Reis ist kulturell für jeden Madagassen wichtig: die Pflanze ist ein Geschenk der Ahnen. Bei keiner Zeremonie, bei keinem Fest darf Reis fehlen. Reisfelder sind kostbar - oberstes Gebot ist es, sie für die Familie zu erhalten. Reisrispen über der Tür versprechen die immerwährende Versorgung mit Reis und auch beim Fetischkult ist Reis gleichbedeutend mit Wohlstand.  

Grundnahrungsmittel, © Rita Willaert (CC BY-NC 2.0)
Grundnahrungsmittel, © Rita Willaert (CC BY-NC 2.0)
Bohnen auf einem Markt, © Martha de Jong Lantink (CC BY-NC-ND 2.0)
Bohnen auf einem Markt, © Martha de Jong Lantink (CC BY-NC-ND 2.0)
Familienessen, © Tiana Anomandimanpina
Familienessen, © Tiana Anomandimanpina

Reisen im Land

Französische Autos in Antananarivo, © Willy Kamanzi
Französische Autos in Antananarivo, © Willy Kamanzi
Ochsenkarren, © ClaudeMarie (CC BY-SA 4.0)
Ochsenkarren, © ClaudeMarie (CC BY-SA 4.0), unverändert

Die häufig schlechte und unzulängliche Infrastruktur in Madagaskar macht es dem Reisenden schwer, schnell und komfortabel weite Strecken zurückzulegen. Die Größe, Topographie und Vegetationsdichte (z.B. an der Ostküste) der Insel, mangelnde finanzielle Mittel und auch die immer wiederkehrenden zerstörerischen Zyklone/Wetterereignisse sind Gründe, warum es auch bis heute trotz internationaler Unterstützung des Infrastruktursektors Schwierigkeiten beim Straßenbau und dessen Instandhaltung gibt. Auch die Benzinversorgung stellt ein großes Problem dar: das Tankstellennetz ist lückenhaft, Benzin ist teuer und bei Streiks, politischen Unruhen oder Unwettern gibt es keinen Kraftstoff. Bei Reisen in entlegene Gebiete sollte man den Spritverbrauch vorher abschätzen. Auch die Eisenbahn ist keine Reise-Alternative, sie bedient nur wenige Strecken und die Züge bzw. Lokomotiven sind meistens alt und reparaturanfällig. 

Die Straßenverhältnisse in Antananarivo sind von langen Staus und Autoabgasen geprägt, vor allem zu Bürobeginn bzw. Büroschluss und an Feiertagen. Weil viele Fahrzeuge häufig in schlechtem Zustand sind und die Fahrer alkoholisiert oder unvorsichtig fahren, sind auch schwere Unfälle nicht selten. 

Nachts sollte man nicht Auto fahren: es gibt viele nicht unbedingt sichtbare Schlaglöcher, unbeleuchtete Fahrzeuge versperren häufig den Weg und Leute sowie Radfahrer ohne Beleuchtung sind am Straßenrand unterwegs. Besorgniserregender ist jedoch die steigende Anzahl von nächtlichen Überfällen auf Straßen - nicht nur in den Städten - bei denen auch Verletzte oder Tote zu beklagen sind. 

Air Madagaskar, © Visiting Madagascar (CC BY-SA 2.0)
Air Madagaskar, © Visiting Madagascar (CC BY-SA 2.0)
Straßen im Hochland, © Eva Biele
Straßen im Hochland, © Eva Biele
Tankstelle in Madagaskar, © Rakoto kely (CC BY-SA 4.0)
Tankstelle in Madagaskar, © Rakoto kely (CC BY-SA 4.0), unverändert
Straßenkreuzung in Madagaskar, © HoneyGaLe (CC BY-SA 3.0)
Straßenkreuzung in Madagaskar, © HoneyGaLe (CC BY-SA 3.0)

Sicher und gesund in Madagaskar

Kriminalität und Sicherheitslage

Aufgrund der aktuell stabilen politischen Lage kann man sich in Madagaskar grundsätzlich frei und sicher bewegen. Dennoch sollte man vorsichtig sein - in Antananarivo kommt es immer wieder zu Demonstrationen und nachts auch zu Überfällen. Auch in Madagaskar sind Diebstähle und Einbrüche vor allem ein Problem im städtischen Bereich, meist auf Märkten, wo Taschendiebe (Antananarivo) anzutreffen sind. In den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes wird zudem davor gewarnt, dass die Gewaltbereitschaft und der Gebrauch von Waffen insgesamt zugenommen haben. Nächtliche Spaziergänge - vor allem alleine - sind gefährlich. Bei Autofahrten in Städten ist es ratsam, die Türen von innen zu verriegeln und nach Möglichkeit die Fenster geschlossen zu halten. 

Gewaltdelikte sind in Madagaskar recht selten, aber die Kriminalität ist seit 2009 deutlich angestiegen und viele Polizisten und Militärs sind selbst korrupt oder vermieten ihre Waffen an Diebesbanden. 

Auch wenn sich die internationale Gemeinschaft bemüht, das Risiko von Piratenangriffen in den angrenzenden Gewässern zu Somalia und seinen Nachbarstaaten einzudämmen, besteht hier ein erhöhtes Risiko. 

Madagaskar wird immer wieder von Naturkatastrophen wie Zyklonen und Hurrikans heimgesucht. Reisende sollten sich im Vorfeld über die Infrastruktur, die saisonale Wetterlage und gegebenenfalls über Ausweichziele informieren. Beim Durchzug von Zyklonen werden häufig hohe Windgeschwindigkeiten erreicht und es kommt zu Überschwemmungen durch Starkregen, so dass man am besten in geschlossenen Räumen bleiben sollte. 

Gesundheit

Zur Einreise nach Madagaskar sind keine Impfungen vorgeschrieben, es sei denn, man kommt aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet. Aktuelle medizinische Hinweise bietet das Auswärtige Amt. Bei Langzeitaufenthalten, bei Individualreisen mit einfachen Quartieren oder einer praktischen Tätigkeit im Gesundheits- oder Sozialwesen empfiehlt es sich den bestehenden Impfschutz mit Impfungen gegen Polio, Cholera, Typhus, Hepatitis A und B, Tollwut, und Meningokokken zu erweitern. Gerade die Kinderlähmung (Polio), die in Europa fast gänzlich eingedämmt wurde, konnte sich 2015 in Madagaskar wieder ausbreiten. Die Malariagefährdung ist insgesamt hoch, am größten ist das Risiko an den feuchten Ostküstenregionen, am geringsten im trockenen Süden und auch in Antananarivo. Neben der Expositionsprophylaxe sollte ein Arzt über entsprechende Medikamente im Notfall entscheiden. Hygiene spielt bei der Vermeidung von Durchfallerkrankungen und/oder Cholera eine große Rolle. Cholera ist im Jahr 2000 epidemisch ausgebrochen, doch seitdem sind keine Fälle gemeldet worden. 

Die Pest kommt im zentralen Hochland seit den 1920er Jahren immer wieder vor. Dabei ist die Beulenpest die häufigste Form: Sie tritt sogar regelmäßig mit bis zu jährlich 500 Fällen auf. 2017 wurde bekannt, dass einige Personen an der hochansteckenden Lungenpest erkrankt waren. Panik unter der Bevölkerung konnte jedoch vermieden werden, da im Dezember 2017 die akute Erkrankungswelle offiziell für beendet erklärt werden konnte. Doch schon 2018 gab es einen weiteren Fall. Es bleibt zu hoffen, dass diese Krankheit bald ganz eingedämmt werden kann, denn die Gefahr hält auch viele Touristen von einem Besuch der Insel ab.

Auch Corona hat Madagaskar nicht verschont. Touristen sollten sich 2020 vor einer Einreise nach Madagaskar bei den zuständigen Behörden informieren, ob und wie ein Aufenthalt gestaltet werden kann.

Telefon und Internet

Internetcafé in Toliara, © Ando Lafafatra Mahay
Internetcafé in Toliara, © Ando Lafafatra Mahay

Weniger als 1% der Bevölkerung Madagaskars haben einen Festnetzanschluss (Platz 132 von 221 Ländern). Die drei Konkurrenzunternehmen im mobilen Telefongeschäft Airtel, Orange Madgascar und Telma haben in den letzten Jahren den Markt belebt. Die internationale Telefonvorwahl ist die 00 261/+261. Bis 2017 hat sich die Quote der Internetnutzer stark erhöht (4,3%) und dürfte auch in Zukunft weiter anwachsen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die große und offenbar weiter zunehmende Armut der Bevölkerung auch den Zugang zu moderner Kommunikation begrenzt.

Internetcafés gibt es eigentlich nur in den größeren Städten, aber auch hier haben nicht alle Hotels einen Anschluss. Die Verbindungen sind im Jahr 2018 sprunghaft verbessert worden. Der Zugang zum Internet im Hochland und im Süden ist allerdings noch sehr limitiert. Für das Handy kauft man am besten SIM-Karten von einem der renommierten Telekommunikationsunternehmen. Die meisten deutschen Mobilfunkgesellschaften haben Roamingverträge mit den madagassischen Anbietern, so dass sich das Telefonieren vereinfachen lässt.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2020 aktualisiert.  

Autorin

Dr. Eva Biele hat in Geographie promoviert und viele Jahre in West- und Ostafrika gearbeitet, darunter auch in Madagaskar beim Office National pour l´Environnement (ONE) und in La Réunion beim Office National des Forêts (ONF). Seit 2009 ist sie als Consultant in Deutschland tätig, arbeitet als interkulturelle Trainerin sowie als Sprachdozentin und leitet verschiedene Landesanalysen zu Ostafrika bei der GIZ.

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Rolf Sackenheim
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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