Wochenende am Bouregreg-Fluss in Rabat (Bild: Martina Sabra)
Währung
Marokkanischer Dirham
Wechselkurs
10,77 MAD pro Euro (Mai 2019)
Zeitzone
UTC
Landesvorwahl (Tel.)
+212
Klima (Rabat)
Feucht-heiß im Sommer, feucht-kühl im Winter

Einreise und Aufenthalt

Visabestimmungen

Deutsche Staatsangehörige brauchen für die Einreise einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Der Personalausweis reicht nicht. Das Visum muss nicht vor der Ausreise beantragt werden, sondern man erhält es kostenlos bei der Einreise, ob per Schiff, per Flugzeug oder auf dem Landweg. Mit dem Stempel im Pass kann man sich bis zu 90 Tage in Marokko aufhalten. Danach muss man gegebenenfalls ausreisen und neu einreisen. Eine Verlängerung des Aufenthalts ist nicht möglich, es sei denn der Ausländerpolizei (DSN, Direction de la Sûreté Nationale) wird ein vollständiger Antrag vorgelegt - inklusive Nachweis über finanzielle Mittel, Arbeitsvertrag in Marokko und Begründung, warum ein längerer Aufenthalt erforderlich ist. Ein Aufenthalt über 90 Tage hinaus ohne gültiges Visum ist strafbar.

Kinder benötigen für die Ein- und Ausreise einen eigenen Kinderreisepass. Mehr dazu in den regelmäßig aktualisierten Reisehinweisen auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

ACHTUNG: Nichtdeutsche müssen das Visum möglicherweise vor der Einreise beantragen.

Ein bei der Einreise eingeführtes Kraftfahrzeug kann nur für einen begrenzten Zeitraum im Land bleiben und es muss bei der Ausreise wieder ausgeführt werden. Andernfalls kann die Ausreise verweigert werden und es drohen hohe Zollstrafen (auch bei Unfallwagen). Unter Umständen ist es möglich, bei der Ausreise das Fahrzeug am Flughafen oder Hafen abzustellen und die Schlüssel und Wagenpapiere bei den Behörden zu hinterlegen. Um Probleme und böse Überraschungen zu vermeiden, erkundigen Sie sich rechtzeitig bei den einschlägigen Ansprechpartnern, wie ADAC etc. über die Bedingungen. Anfang 2019 berichtete WDR5 Radio über eine Reise durch Marokko mit dem Auto.

Doppelte Staatsangehörigkeit?

Wer neben der deutschen auch die marokkanische Staatsangehörigkeit besitzt, kann mit dem deutschen Reisepass ein- und ausreisen, muss aber in den meisten Fällen auch den marokkanischen Personalausweis (Carte d'Identité Nationale CNI) vorlegen. Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte direkt die marokkanische Botschaft in Berlin (Adresse s.u.) oder das Generalkonsulat in Düsseldorf. Nur dort können Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.

Versorgung und Wohnen

Versorgung

Wenn Sie in Rabat wohnen, können Sie sich schon vor der Ausreise mit Hilfe des Portals Rabataccueil informieren. Das Portal ist zwar in französischer Sprache gehalten, es spricht aber ein internationales, vielfältiges Nutzerpublikum an.

Die Versorgung mit Lebensmitteln und allen Gütern des täglichen Bedarfs ist in Marokko sehr gut. Die meisten Einheimischen kaufen Lebensmittel, kleine Haushaltswaren, Textilien, Schuhe und sogar Heilmittel auf dem Markt (Suq) bzw. beim Lebensmittelhändler um die Ecke (épicier, bakkal, hanut). Es gibt aber auch immer mehr Mega-Einkaufsmärkte, z.B. Marjane oder Carrefour-Label'Vie. Sie liegen meist in Einkaufszentren oder am Rand der Stadtzentren, und man braucht ein Auto oder ein Taxi, um hinzukommen. Die Einkaufsmärkte sind in der Regel sehr umfangreich sortiert. Man findet marokkanische und internationale Markenprodukte, die Preise sind allerdings oft höher als im Krämerladen um die Ecke.

Lebensmittel aus biologischer Herstellung werden in Marokko immer beliebter. "Green Village" vertreibt Bioprodukte via Internet. In Rabat und Casablanca können Sie ihren wöchentlichen Korb mit Bio-Obst und Gemüse entweder online bestellen oder direkt im Bioladen kaufen. Die Bioladenkette "Les Domaines" ist vor allem für Honig, Obst, Gemüse und Milchprodukte bekannt. Der Bioladen "La Vie Claire" in Rabat-Agdal bietet ein umfassenderes Sortiment, allerdings zu recht hohen Preisen. Auch diverse Supermärkte haben organisch produzierte Milch, Joghurt und Käse im Angebot, z.B. von der Kooperative "Clos Babette". Während Obst und Gemüse aus organischem Anbau vergleichsweise günstig sind, liegen die Preise für Bio-Milch und Käse ähnlich hoch wie in Deutschland. Extrem teuer sind Müslis und Bio-Pasta. Hier müssen Vollwert-Fans im Vergleich zu Deutschland und Österreich teilweise das Drei- und Vierfache berappen.

Alkohol trinken die meisten Marokkaner aus religiösen Gründen nicht, doch alkoholische Getränke werden in Marokko hergestellt und verkauft. Marokkanische Weine sind von exzellenter Qualität, auch das einheimische Bier ist sehr gut trinkbar. Manchmal sind die Läden für Hochprozentiges nicht auf Anhieb als solche zu erkennen. Beim Einkaufen sollten Sie darauf achten, dass Sie die Waren möglichst blickdicht verstauen. Einige Supermärkte haben - offenbar unter dem Druck islamistischer Kräfte -  ihre Abteilungen für alkoholische Getränke geschlossen.

Wohnen

Wo wohnen? In Rabat ziehen Ausländer gern in folgende Viertel: Hassan, Les Orangers, Agdal, Souissi, Hay Riad. In Casablanca sind Maarif, C.I.L, Oasis, Beausejour, Ain Diab und Anfa bevorzugte Wohngegenden. Zum Großraum Casablanca gehört auch die nördlich auf der Strecke nach Rabat gelegene Ölraffinerie-Stadt Mohammedia. Die Wahl des Wohnortes hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom Zeitaufwand. Aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs steht man auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Fitness-Studio immer öfter im Stau. Die neuen Trambahnen in Casablanca und Rabat schaffen Abhilfe, doch insgesamt ist der öffentliche Nahverkehr in den Städten in Marokko noch wenig entwickelt. Ein weiteres Kriterium ist der Wohlfühlfaktor. Die meisten Marokkaner sind sehr familienorientiert und verbringen ihre Freizeit mit Vorliebe zuhause. Das öffentliche Kultur- und Freizeitangebot ist geringer als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Gleichzeitig kann die Anpassung an die fremde Kultur und das neue Arbeitsumfeld schwer fallen. Um so wichtiger ist ein angenehmer privater Rückzugsraum. Die Wohnung sollte ausreichend Platz bieten (Gästezimmer), sie sollte eine Heizung haben (im Winter wird es sehr kalt) und sie sollte sicher sein. Wachpersonal am Hauseingang oder im Viertel gehört in Marokko zum Alltag. In gut situierten Wohnblocks ist es teilweise üblich, die Haupteingangstür auch tagsüber verschlossen zu halten.

Falls Sie für kurze Zeit, mindestens aber 14 Tage in Marokko sind, lohnt sich möglicherweise die Anmietung einer möblierten Wohnung. Die meisten Wohnungsmakler haben auch möblierte Kurzzeitangebote im Portfolio.

Der beste Zeitpunkt für die Suche nach einer geräumigen Wohnung sind die Monate Mai und Juni, da viele AuslandsmitarbeiterInnen in den Sommerferien umziehen (Kinder!) und kurz vorher ihre Wohnungen anbieten. Zu anderen Jahreszeiten ist das Angebot knapper und teurer. Die meisten Auslandsmitarbeiter/innen in Marokko beauftragen Maklerbüros mit der Wohnungssuche. Fragen Sie aber auch bei Landsleuten (Botschaft, Medien, Kulturinstitute oder Ihr zukünftiger Arbeitgeber), ob vielleicht gerade irgendwo eine Wohnung frei wird. Oder fragen Sie im Viertel ihrer Wahl bei Geschäftsleuten. Der Barbier oder der Metzger sind oft recht gut im Bilde darüber, wo gerade eine Wohnung oder ein Haus frei wird. ACHTUNG: Wenn man in Marokko ein Maklerbüro kontaktiert, sollte man einen konkreten Einzugstermin vor Augen haben, da die Makler relativ kurzfristig vermitteln. Manche Büros arbeiten per se nur mit ausländischen Kunden, die binnen eines Monats zum Vertragsabschluss kommen wollen. Bei der Besichtigung von Objekten sollte man ein Maßband und einen Fotoapparat dabei haben. Die Makler in Marokko erstellen in der Regel nur rudimentäre Dokumentationen, und die angegebenen Quadratmeterzahlen sind oftmals nur geschätzt. Maklerprovision: Wenn ein Makler mit einer Suche beauftragt wird, wird ein Vorvertrag zwischen den Mietinteressierten und dem Maklerbüro gemacht. Dieser Vertrag beinhaltet noch keine Zahlungsverpflichtung. Maklerprovision wird in Marokko nur bei erfolgter Vermittlung fällig. Üblich ist eine Monatskaltmiete, zzgl. 20 Prozent Mehrwertsteuer (IVA).  Mietvertrag: Einige Makler übernehmen nicht nur die Vermittlung der Wohnung, sondern kümmern sich auch um die Ausgestaltung des Mietvertrages. Das ist praktisch, aber dennoch sollte man den Mietvertrag auch selbst kritisch unter die Lupe nehmen. Die von der deutschen Botschaft empfohlenen Maklerbüros haben vorformulierte, von Juristen erstellte Musterverträge, die teilweise an die Wünsche der Mieter/Vermieter angepasst werden können. Die Mietverträge können für ein oder mehrere Jahre gemacht werden. Die Mietverträge müssen vom Arrondissement (Einwohnermeldeamt) abgestempelt werden. Ausstattung der Wohnung: Bei der Anmietung von Wohnräumen in Marokko sollte man darauf achten, wie die Strom- und Telefonleitungen beschaffen sind. „Frisch renoviert“ bedeutet in der Regel, dass die Wände gestrichen worden sind. Es kann passieren, dass man nach der Anmietung alles wieder aufreißen muss, weil die Leitungen für Telefon und Internet nicht ausreichen oder die Stromleitungen alt und marode sind. Falls man nicht selbst über den technischen Sachverstand verfügt, sollte man eine Person vom Fach zur Besichtigung mitnehmen, die mal den Polprüfer oder ähnliches anlegt. Klimaanlagen sind in Marokko oft gleichzeitig die Heizung. In der Regel werden die Anlagen nicht mit vermietet, sondern von den Mietern selbst mitgebracht und installiert. Falls man die Wohnung mit Klimaanlage mieten möchte, sollte man das ausdrücklich sagen. Generell sind Wohnungen in Marokko einfacher ausgestattet als in Deutschland, aber in den meisten Mittelklasse-Apartmenthäusern sind doppelverglaste Fenster und Aufzüge Standard. Längst nicht alle Häuser in Marokko verfügen über Fluchttreppen. Bei einer Anmietung ab der 2. Etage aufwärts sollte gezielt danach gefragt werden.

Mietpreise: Die Wohnungsmieten in Rabat und Casablanca sind die höchsten in Marokko. Wohnungen mittlerer bis gehobener Qualität in guter Lage bewegen sich aktuell zwischen 100 und 200 DH/m². Die Mietpreise werden in Marokko nicht einheitlich angegeben. Manchmal sind die Nebenkosten enthalten, manchmal nicht. Nebenkosten heißen in Marokko „Frais de syndic“. Zu den Nebenkosten können ggfs. auch noch 10 Prozent Gemeindesteuer hinzukommen. Diese sollten im Regelfall vom Vermieter bezahlt werden. Heizkosten und Strom sind grundsätzlich nicht enthalten. Laut Gesetz können Wohnungsmieten alle drei Jahre einmal erhöht werden, um bis zu 8 Prozent.

Mit Kindern in Marokko

Europäische Fachkräfte mit Kindern kommen in Marokko meist sehr gut zurecht, sofern sie in großen Städten wie z.B. Rabat leben. Die Infrastruktur ist gut, gegen entsprechende Bezahlung findet man Schulen und Ärzte auf europäischem Niveau.

Ordentliche Kinderspielplätze sind in Marokko eher dünn gesät. Doch Ausflüge aufs Land oder ans Meer, das Erkunden von Piratenfestungen und Kasbas, der Besuch von Kulturparks (rund um Marrakesch) oder Kamelritte in die Wüste machen den meisten Kindern großen Spaß. Jugendliche finden in Rabat, Casablanca, Tanger oder Marrakesch meist schnell Schulkameraden, mit denen sie ihre Hobbies oder ihre musikalischen Vorlieben teilen können. Neben der Schule sind Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen eine Möglichkeit, gleichaltrige marokkanische Mädchen und Jungen kennenzulernen und gemeinsame Interessen zu entdecken.

Deutschsprachige Kindergärten oder Schulen gibt es in Marokko bisher nicht. Europäische Familien haben die Wahl zwischen einheimischen arabisch-französischen Schulen oder internationalen französisch-, englisch- oder spanischsprachigen Bildungseinrichtungen. Teilweise müssen Aufnahmeprüfungen abgelegt werden. Der Zugang zu den frankophonen Schulen ist erfahrungsgemäß etwas schwieriger, da diese Schulen vorrangig Kinder mit französischer Staatsangehörigkeit aufnehmen bzw. Kinder, die schon Französisch sprechen. An den vom US-Außenministerium kofinanzierten amerikanischen Schulen in Rabat, Casablanca, Tanger und Marrakesch ist die Aufnahme meist unkomplizierter. Hier eine Auswahl der wichtigsten internationalen Schulen, mit Links:

Alle internationalen Schulen erheben relativ hohe Schulgebühren, auch nach europäischen Maßstäben. Eventuell zahlt Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss.

Feiertage und Feste

In Marokko ist Samstag und Sonntag Wochenende. Viele moderne Läden bleiben am Sonntag geschlossen. Kleinere Läden und Werkstätten arbeiten die Woche durch und haben nur an wenigen islamischen Feiertagen geschlossen. Die Termine der großen islamischen Feste (Ramadanende/Aid Al Fitr/Aid Saghir;: Opferfest/ Aid Al-Adha/Aid Kabir/Fête du mouton) sowie die zahlreichen Moussems der Lokalheiligen orientieren sich islamisch am Mondjahr und wandern im Vergleich zum westlichen Kalender pro Jahr um 10-11 Tage zurück. Dies sind die gesetzlichen Feiertage:

  • Neujahr: 1. Januar
  • Unabhängigkeitserklärung: 11. Januar
  • Tag der Arbeit: 1. Mai
  • Thronfest: 30. Juli
  • Westsahara-Tag: 14. August
  • Nationalfeiertag: 20. August
  • Geburtstag von König Mohammed VI: 21. August
  • Tag des "Grünen Marsches": 6. November
  • Tag der Unabhängigkeit: 18. November
  • Ramadanende (islamischer Kalender) 2 Tage
  • Opferfest (islamischer Kalender): 2 Tage
  • Neujahr (islamischer Kalender): 1 Tag
  • Geburtstag des Propheten Muhammad (islamischer Kalender): 1 Tag

Nicht alle religiösen Feiertage sind arbeitsfrei. An Aschura (zehnter Tag des ersten. islamischen Monats Muharram) geht man auf die Kirmes und schenkt den Kindern Süßes oder Spielzeug, ansonsten wird normal gearbeitet. Aschura ist ein islamischer Feiertag,  der in der islamischen Welt hauptsächlich von Schiiten begangen wird. Nur wenige sunnitisch-islamische Gesellschaften begehen diesen Tag heute feierlich, Marokko gehört dazu.

Geld und Geldtransfer

Die Landeswährung heißt Marokkanischer Dirham (abgekürzt DH oder MAD). 1 Dirham entspricht 100 Centimes. Neben Banknoten zu 200, 100, 50, 20 und 10 DH gibt es Münzen zu 10, 5 und 1 DH sowie (immer seltener) 50, 20 und 10 Centimes.

Marokkanische Dirham können theoretisch nur in Marokko erworben werden. Geld tauschen kann man in offiziellen Wechselstuben, Banken und an Rezeptionen in größeren Hotels. Tipp: Bewahren Sie den Tauschbeleg bis zur Ausreise aus Marokko auf. Dann können Sie nicht benötigte Dirham zurücktauschen.

Internationale Kreditkarten werden von vielen Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert, teilweise kann man sogar mit ec-Karten bezahlen. Teilweise werden allerdings Gebühren bis zu 5 % berechnet. Bestimmte Banken in Deutschland geben Visa-Karten aus, mit denen eine begrenzte Anzahl kostenloser Abhebungen möglich ist. Damit lässt sich echtes Geld sparen. Recherchieren Sie die einschlägigen Angebote ggfs. online.

Geldautomaten sind in Marokko überall zu finden. Akzeptiert werden sowohl ec-Karten als auch alle gängigen Kreditkarten wie Visa oder MasterCard. Empfehlung: Kontrollieren Sie zeitnah ihre Kontobewegungen. Gelegentlich kommt es zu Doppel- oder Falschbuchungen. Bei rechtzeitiger Reklamation werden solche Fehlbuchungen aber umgehend erstattet.

Die Ein- und Ausfuhr von marokkanischen Dirham ist verboten. Bevor man aus Marokko ausreist, sollten die restlichen Dirham zurückgetauscht werden. Die Einfuhr von Fremdwährungen muss deklariert werden. Bei der Ausfuhr von Devisen müssen Sie ab einem Betrag im Wert von 50.000 DH nachweisen, dass Sie das Geld bei der Einreise eingeführt haben.

Bank-Öffnungszeiten: Mo-Do 08.30-12.00 und 14.30-16.30 Uhr, Fr 08.30-11.00 und 15.00-16.00 Uhr.  Im Fastenmonat Ramadan verkürzte Öffnungszeiten: 09.30-14.00 Uhr.

Reisen, Transport, Verkehr

Öffentliche Verkehrsmittel, Sammeltaxis

Der Ende 2018 lancierte neue Ultraschnellzug "Al Boraq" verkehrt an Wochentagen täglich mehrmals zwischen Tanger, Kenitra, Rabat und Casablanca. Der Zug ist reservierungspflichtig, die Tickets sind online buchbar. Sie können kurzfristig umgebucht oder storniert werden, wobei ein Aufpreis oder eine Gebühr fällig werden können. Eine Fahrt von Tanger nach Casablanca mit dem Al Boraq dauert aktuell gut zwei Stunden und kostet je nach Tageszeit und Komfortklasse umgerechnet 15-30 Euro. Neben dem Ultraschnellzug verkehren auf den großen Strecken weiterhin die günstigeren normalen Fernzüge, teilweise auch in Kombination mit Bussen. - das heißt, Sie kaufen bei der Bahn z.B. ein Ticket nach Agadir, steigen aber z.B. in Marrakesch vom Zug in einen Bus von Supratours um, den die Bahngesellschaft bereitstellt.

Zwischen Casablanca und Rabat/Kenitra fahren täglich von 6-20 h halbstündlich regionale Schnellzüge der ONCF. Diese Verbindungen sind vergleichsweise verlässlich und schneller als das Auto, die Fahrzeit beträgt laut Plan 55 Minuten. Auch die direkten Zugverbindungen zwischen Casablanca und Marrakesch (ca. 3,5 Stunden Fahrzeit) sind recht zuverlässig.

Ansonsten sind die CTM-Langstreckenbusse oder andere große Busunternehmen der Eisenbahn oft vorzuziehen. Die CTM-Tickets sollten am Tag vor der Abfahrt bei einem der meist zentral gelegenen Verkaufsbüros oder direkt am Busbahnhof gebucht werden. Da die Ticketpreise relativ niedrig sind, bietet es sich bei langen Strecken an, den Nachbarplatz gleich mitzubuchen. Falls Sie Gepäck haben, sollten Sie eine halbe Stunde vor der Abfahrt da sein, da das Gepäck gewogen und eingecheckt wird. Halten Sie hier etwas Kleingeld für die Helfer bereit.

Viele Marokkaner*innen nutzen für kürzere Überlandfahrten preisgünstige Sammeltaxis. Versuchen Sie, diese zu meiden. Manchmal sind sie allerdings die einzige Verbindung. Die Autos sind meist in technisch schlechtem Zustand und überfüllt, die Fahrer legen teilweise einen rasanten Fahrstil vor. Um halbwegs bequem zu fahren, sollte man entweder vorn sitzen oder hinten zwei Plätze buchen.

Vorsicht bei Reisen mit eigenem PKW

Beim Autofahren ist Vorsicht geboten, insbesondere nachts auf den zweispurigen Nationalstraßen. Die Mercedes-Überlandtaxis sind oft zu schnell unterwegs und berüchtigt für riskante Überholmanöver. Die gebührenpflichtigen Autobahnen sind sicherer, aber auch hier sollten Sie nicht zu schnell fahren, denn es gibt zu wenig Über- oder Unterquerungsmöglichkeiten für die Anrainer. Sie müssen daher mit Fußgängern auf der Fahrbahn rechnen. Auch streunende Hunde und Wildtiere stellen eine Gefahr dar.

Zelten ist in Marokko in freier Natur nicht erlaubt und auch nicht ratsam. Auch mit einem Wohnmobil sollten Sie möglichst einen Campingplatz oder eine Autobahnraststätte aufsuchen.

Im Rif-Gebirge (Nordmarokko) werden Reisende mitunter von Rauschgifthändlern bedrängt (Steinwürfe, Straßensperren). Die großen Verbindungsstraßen sind davon nicht betroffen, doch auf kleineren Nebenstraßen, besonders in den Gebieten um Chefchaouen und Ketama, kann es problematisch werden. Der marokkanische Staat verfolgt den Handel mit Haschisch offiziell rigoros und hat in den letzten Jahren versucht, den Anbau zurückzudrängen. Viele Cannabisbauern haben sich daher in entlegene Gebiete zurückgezogen, wo Fremde nicht erwünscht sind. Fahren Sie in Nordmarokko deshalb so weit wie möglich auf größeren Landstraßen und auf Autobahnen. Das Auswärtige Amt rät auch von Fahrten durch die Westsahara dringend ab. Beim Grenzübertritt von Mauretanien in die Westsahara ist zudem eine Gefährdung durch nicht gekennzeichnete Minenfelder gegeben.

Telefon und Internet

Marokko hat ein sehr gut ausgebautes Mobilfunknetz. Die Bevölkerung ist zu hundert Prozent mit Mobiltelefonen versorgt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung nutzen Smartphones. Fast 60 Prozent gehen regelmäßig online. Um einen Festnetzanschluss zu beantragen oder einen Handyvertrag abzuschließen, brauchen Sie einen Mietvertrag oder einen anderen Nachweis über ihren  Aufenthalt im Land. Für den Anfang empfiehlt sich auf jeden Fall der Kauf einer marokkanischen Prepaid-SIM-Karte (Zum Beispiel Maroc Telecom, Orange oder inwi). Dafür reicht die Vorlage eines gültigen Reisepasses mit Einreisestempel.

Marokkos internationale Vorwahl lautet 00212.

Die marokkanische staatliche Netzüberwachungsagentur blockiert zeitweise die Nutzung von Skype und anderen Internet-Diensten. Viele marokkanische User*innen nutzen VPN, um solche Verbote zu umgehen.

Gesund bleiben

Das marokkanische Gesundheitssystem wurde in den letzten Jahren ausgebaut, eine Versicherungspflicht eingeführt. Doch die medizinische Infrastruktur und die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen. Prägend ist der enorme Gegensatz zwischen ländlichen und städtischen Gebieten. In Rabat und Casablanca gibt es einige ausgezeichnete Privatkliniken und medizinische Labors, die auf europäischem Niveau arbeiten. Auf dem Land hingegen kann die medizinische Versorgung sehr problematisch sein. Europäisch ausgebildete, Englisch oder gut Französisch sprechende Ärzte gibt es in manchen Regionen nicht. Falls notwendig, nehmen Sie mit der Deutschen Botschaft in Rabat Kontakt auf. Dort kann man Ihnen Ärzte des Vertrauens empfehlen. Auf der Webseite der Botschaft finden Sie auch die Notfallnummer. Bitte benutzen Sie diese Nummer nur in SEHR dringenden Fällen!

Impfschutz

Pflichtimpfungen sind nicht erforderlich. Empfohlen werden Impfungen gegen: Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über vier Wochen oder besonderer Gefahr auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus.

HIV-Aids

Informationen zum Thema HIV-Aids finden Sie im Kapitel "Gesellschaft".

Durchfälle

Durchfallerkrankungen können Sie vermeiden, indem Sie folgende Hinweise beachten: Mineralwasser aus Flaschen trinken, Obst und Gemüse gründlich waschen; Speiseeis und Cremekuchen meiden; beim Kauf von Sandwiches und Salaten deutlich kommunizieren, dass diese keine Mayonnaise enthalten sollen (in Marokko sehr beliebte Zutat). Ggfs. sollten Sie Rohkost meiden, lieber "meschwiya" bestellen (Salat aus gegrillten Gemüsen).

Malaria

Das Vorkommen (ausschließlich Malaria tertiana durch P. vivax) beschränkt sich auf einzelne ländliche Gegenden der Provinz Chefchaouen von Mai bis Oktober. Eine Prophylaxe ist nicht notwendig.

Sicherheit

Politisch motivierte Gewalt

In einigen Teilen Nordmarokkos ist weiterhin mit Unruhen zu rechnen. Wegen der fortgesetzten Konflikte in der Rif-Region (Alhucema, Nador) kann es in größeren Städten zu Protestdemonstrationen kommen. Meiden Sie Menschenansammlungen und Demonstrationen und verfolgen Sie aufmerksam die Medienberichterstattung und die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Im Hohen Atlas wurden Anfang Dezember 2018 zwei junge Camperinnen aus Skandinavien äußerst brutal ermordet. Die Täter waren laut den Behörden Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat".  Von diesem Einzelfall auf einen Trend zu schließen, ist sicher nicht angemessen. Doch erhöhte Vorsicht ist geboten und von wildem Campen sollte man in Marokko generell Abstand nehmen.

Am 28. April 2011 ereignete sich in einem Café in Marrakesch eine schwere Bombenexplosion, die mehrere Todesopfer und Verletzte - darunter auch Ausländer - forderte. Die marokkanischen Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus.

Das Auswärtige Amt rät bei Aufenthalten in Marokko zu erhöhter Aufmerksamkeit. Dies gilt insbesondere für touristische Orte, für Moscheen, Synagogen und Kirchen, sowie für symbolträchtige Daten, wie zum Beispiel hohe religiöse und andere Feiertage. Muriel Brunswig-Ibrahim, die als Reiseleiterin und Buchautorin häufig Marokko bereist, hält das Land für ebenso sicher (oder unsicher) wie andere touristische Destinationen, z.B. London oder Paris. Auch die Marokko-Kennerin Erika Därr hat die Warnungen des AA als zu weitgehend kritisiert und ihre Meinung ausführlich begründet.

Alltagskriminalität

Insgesamt hat sich die Sicherheit in Rabat und in Casablanca verbessert. Angesichts von hoher Arbeitslosigkeit und Armut sind Kleinkriminalität und Beschaffungsdelikte aber immer noch relativ verbreitet. Mit etwas Umsicht und einfachen Vorsichtsmaßnahmen kann man sich aber recht gut schützen.

  • Auf Märkten, belebten Plätzen, Cafés: Taschen und Rucksäcke sicher verstauen bzw. sie nicht auf dem Rücken tragen, sondern vorn vor dem Körper. Handtaschen kurz halten, unter den Arm klemmen
  • Vorsicht, wenn mehrere Personen gleichzeitig auf Sie zukommen und nach dem Weg oder der Uhrzeit fragen - Ablenkungsmanöver!
  • Persönliche Papiere, Portemonnaies nicht in Hosentaschen, Hemdtaschen herumtragen - Kopie des Reisepasses mitnehmen, Original zuhause oder im Hotel lassen
  • Handy in der Öffentlichkeit umsichtig benutzen. Das Handy beim Telefonieren so halten, dass es geschützt ist, und niemand es Ihnen im Vorbeilaufen aus der Hand schlagen kann
  • Besondere Aufmerksamkeit kurz vor dem Fastenmonat Ramadan - in dieser Zeit häufen sich Diebstähle
  • Keine Gegenstände sichtbar im geparkten Auto liegen lassen

Nützliche Adressen

Adressen in Deutschland

Botschaft des Königreichs Marokko, Niederwallstr. 39, D–10117 Berlin, Tel. (030)206 12 40,Fax (030) 20 61 24 20

Generalkonsulat Düsseldorf, Cecilienallee 14, D–40474 Düsseldorf. Tel. (02 11) 65 04 51 15,  Fax (030) 20 61 24 20

Generalkonsulat Frankfurt, Mittelweg 49, D–60318 Frankfurt, Tel. (069) 955 01 23, Fax (069) 95 50 12 55.

Staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt (ONMT), Graf-Adolf-Str. 59, D–40210 Düsseldorf. Tel. (02 11) 37 05 51/2, Fax (0211) 37 40 48. 

Auswärtiges Amt, 11013 Berlin, Tel. 24h-Dienst: (030)-18170

Adressen in Österreich

Botschaft Marokkos in Österreich: Opernring 3-5, 1010 Wien, Tel:  (01) 586 66 50, 586 66 51, Fax: (01) 586 76 67 

Adressen in der Schweiz

Adressen in Marokko

Deutsche Botschaft in Rabat (Ambassade de la République Fédérale d’Allemagne); 7, rue Zankat Madnine, BP 235, 10000 Rabat, Tel. (0537) 21 86 00,Fax (0537) 70 68 51  Notfalltelefon (keine Visa-Auskünfte! )  (0661)147059 (Mobiltelefon), Email: info@rabat.diplo.de

Honorarkonsulat Deutschlands in Agadir. 6, Rue de Madrid, 80 000 Agadir, Tel. (0528) 84 10 25 Fax (0528) 84 09 26, E-Mail: agadir@hk-diplo.de

Honorarkonsulat Deutschlands in Casablanca. 310 Rue Haj Omar Riffi, 20120 Casablanca, Tel. ( 0522) 45 05 45, Fax (0522) 45 23 10 E-Mail: casablanca@hk.diplo.de

Goethe-Institut Rabat/ Casablanca, Standort Rabat
Centre Culturel Allemand Rabat
7, rue Sana'a, B.P. 17 96, 10 001 Rabat, Marokko,
Tel. (0537) 70 65 44, Fax:+ 212 5 37 70 82 66
Email: info@rabat.goethe.org

Österreichische Botschaft in Rabat; 2, rue Tiddas, 10000 Rabat,Tel. (053) 776.4003
Fax (053) 776.5425  E-mail: rabat-ob@bmeia.gv.at

Konsulat und Handelsabteilung von Österreich in Casablanca; 45, Av. Hassan II, Casablanca, Telefon: (0522) 22 32 82, 26 69 04 Fax: (0522) 22 10 83, 48 60 47, Email: Casablanca(at)austriantrade.org 

Botschaft der Schweiz in Rabat; Square de Berkane, 10020 Rabat, Tel. (0537) 26 80 30/31/32,Fax (0537) 26 80 40, E-mail: rab.vertretung@eda.admin.ch Visaabteilung: 12, rue Ouezzane, 10020 Rabat, Email: rab.visa@eda.admin.ch

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zuletzt im Juli 2019 aktualisiert.

Die Autorin

(Bild: privat)
(Bild: privat)

Martina Sabra ist freie Journalistin mit regionalem Fokus auf Nordafrika und Nahost. Ihre Länderschwerpunkte sind Marokko & Jordanien; in beiden Ländern hat sie gelebt und gearbeitet. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Redakteurin unterrichtet sie an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ GmbH Landesanalyse und Interkulturelle Kompetenz.

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Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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