Tor zu Marokko: Der Hafen von Tanger (Bild: Martina Sabra)
Offizieller Name
Königreich Marokko
Fläche
ca. 459.000 km² (Westsahara: 252.000 km²)
Einwohner
34,9 Millionen
Bevölkerungswachstum
1,3 % pro Jahr
Regierungssitz
Rabat
Amtssprachen
Arabisch, Französisch, Tamazight
Regionalsprachen
Keine

Basisdaten, aktuelle Informationen

Allgemeine Informationen über Marokko gibt es auf folgenden Internetseiten: Auswärtiges Amt, Schweizer AußenministeriumCIA World Factbook, Britische Rundfunkanstalt BBC, Bertelsmann-Stiftung, International Organisation for Migration.

Für tagesaktuelle Informationen zu empfehlen sind: Die Tageszeitung Le Matin sowie die Online-Nachrichtenportale Le Site Info, Le Desk, actumaroc, bladinet, lakome.com und reuters.com.

Relevanten französischsprachige Wochenzeitungen und Magazine sind La Vie Economique, Les Eco, Maroc-Hebdo und Telquel. Telquel berichtet auch über brisante Themen, wie Korruption, die Besitztümer der marokkanischen Königsfamilie, Homosexualität, den Fastenzwang im Ramadan oder außereheliche sexuelle Beziehungen. Die wichtigsten Beiträge kann man eine Woche nach Erscheinen der Druckversion von Telquel im Internet nachlesen.

Nachrichten aus der Zivilgesellschaft, zu Themen wie Frauenrechte, Menschenrechte, soziale Bewegungen gibt es auf der Website Monasso.

Auf seinem privaten Blog "Maghreb-Post" publiziert der in Köln ansässige Rachid Ait Jillali auf Deutsch aktuelle Nachrichten aus Algerien, Marokko und Tunesien, die auf Meldungen aus Maghreb-Medien basieren. Dabei ist nicht immer ganz klar, aus welchen Medien und von welchen Autor*innen welche Informationen stammen.

Die Protestbewegung "20. Februar", die sich für grundlegende demokratische Reformen in Marokko einsetzt, betrieb bis 2014 ein "Bürger-Medienportal" unter dem Namen "mamfakinch". Die Einträge waren in arabischer, französischer und englischer Sprache verfasst. Das Portal steht noch online, wird aber nicht mehr aktualisiert.

Aktuelle Aspekte der deutsch-marokkanischen Beziehungen behandelt die Informationsbörse der Deutsch-Marokkanischen Gesellschaft. Unter dem Menüpunkt "Marokko im Netz" werden hier auch zahlreiche weiterführende, meist kommerzielle Links zu Marokko angeboten.

 

 

Übersichtskarten

Landkarte Marokkos - Copyright: CIA World Factbook PD US Gov
Landkarte Marokkos - Copyright: CIA World Factbook PD US Gov

Lage und Größe

Autor TUBS, CC BY-SA 3.0
Morocco on the globe (undisputed) Autor TUBS, CC BY-SA 3.0

Marokko (arabisch ‏المغرب‎ al-maghrib "Land des Sonnenuntergangs"; al-mamlaka al-maghribiya, "Königreich Marokko"; berberisch: ⴻⵍⵎⴻⵖⵔⵉⴱ / ⴰⵎⴻⵔⵔⵓⴽ, Elmeɣrib / Amerruk) liegt im äußersten Nordwesten Afrikas, zwischen dem 28. und 36. Breitengrad und dem 1. und 13. Längengrad. Das Land erstreckt sich von der Meerenge von Gibraltar bis südlich des Draa-Flusses. Als westlichstes Maghrebland grenzt Marokko im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean, im Süden an die Westsahara und im Osten an Algerien. Die Fläche beträgt 459.000 km² (gerundet, UN-Angabe),  bzw. 711.000 km² (gerundet, marokkanische Angabe, mit Westsahara). Marokko betrachtet die Westsahara als einen Teil seines Staatsgebietes.

Landesimpressionen

Berber, Araber, Nachfahren schwarzer Sklaven, Europäer: Marokko ist ein Schmelztiegel der Zivilisationen. Die reiche, vielfältige menschliche Kultur, die Landschaften und die warmen Farben des marokkanischen Kunsthandwerks faszinieren Jahr für Jahr Millionen Touristen. Viele internationale Künstler haben sich von Marokko inspirieren lassen.

Manche Reisende verfassen reichhaltige Blogs, die sich gut als Ergänzung zu Reisebüchern nutzen lassen. Die Zahl der Filmdokumentationen ist beachtlich. Im Folgenden einige Tipps:

Die Sendung Galileo nimmt die Zuschauenden mit in den Alltag Marokkos. Dieser Film lenkt den Blick auf die exotischen, bunten Aspekte der marokkanischen Kultur. Vielerorts ist Marokko aber auch modern und westlich orientiert - vor allem in den Metropolen Casablanca, Rabat und Tanger sowie im Touristenort Agadir, der nach einem Erdbeben Anfang der 1960er Jahre komplett neu aufgebaut wurde.

Naturräumliche Gegebenheiten

Marokko wird topographisch in vier natürliche Großräume unterteilt:

  • die Küstenregionen im Norden und Westen;
  • die atlantische Region mit der marokkanischen Meseta;
  • die gebirgige Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge
  • die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.

Die ca. 475 km lange Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig, mit zahlreichen Kaps und tiefen Buchten. Im Mündungsbereich des Moulouya (nahe der algerischen Grenze, bei Oujda) erweitert sich die Küstenlandschaft zu einem Becken.

Die Atlantikküste ist vorwiegend flach, sandig und deshalb nur schlecht für Häfen geeignet. Breitere Küstenebenen sind die Niederung des Sebou bei Kenitra, der Bougregreg bei Rabat und das weitläufige Küstenflachland um Casablanca. Im Landesinneren steigt das Gelände auf etwa 450 m über dem Meeresspiegel. Die weite Tafellandschaft wird auch Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch genannt.

Im Süden und Osten begrenzt das über 4000 Meter hohe Faltengebirge des Hohen und Mittleren Atlas die Binnenmeseta. Das Atlasgebirge ist auch die Klimascheide. Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen über rund 800 km von Südwesten nach Nordosten. Hier liegen die höchsten Erhebungen ganz Nordafrikas, darunter auch der höchste Berg Marokkos, der 4167 m hohe Jabal Toubkal.
Nach Nordosten schließt sich auf über 300 km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in seiner östlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls über 3000 m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher Mittelgebirgsformen auf. Den nördlichen Abschnitt des marokkanischen Atlas bildet das bis zu 2456 m hohe Rif, ein Gebirge, das sich von der Straße von Gibraltar parallel zur Mittelmeerküste bis zur Mündungsebene des Moulouya erstreckt. Die Längsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die „Pforte von Taza“, ist das wichtigste west-östliche Durchgangstal Marokkos.
Östlich des Moulouya-Tals, das im nördlichen Marokko die montane von der transmontanen Region trennt, steigt das Gelände allmählich zu weiten, steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland der Schotts in Algerien überleiten. Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere Küstenebene bis über 350 m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit Dünen überzogene Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.

Marokko besitzt dank seiner hohen, faltenreichen Gebirge zahlreiche Flüsse, die teilweise ganzjährig Wasser führen. Insgesamt verfügt Marokko über ausreichend Wasser, um seinen Bedarf zu decken, doch Mängel bei der Verteilung und beim Management der Ressourcen führen dazu, dass einzelne Gegenden unter Wasserknappheit leiden.

Das Video des WDR ist etwas wackelig gedreht, aber einige Bilder sind sehr interessant - unter anderem Aufnahmen von freilebenden Affen in den verschneiten Bergen des Mittleren Atlas. 

Klima

Klimawandel

Seit der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP22) Ende 2016 in Marrakesch ist das Thema Klimawandel in Marokko auf der öffentlichen Agenda.

Wie die Regierenden und die Bürger in der MENA-.Region mit dem Klimawandel und den Folgen umgehen, ist ein Thema in dem Magazin: "A Region Heating Up", herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, Landesbüro Marokko in Rabat. 

Marokko plant die Abkehr von fossilen Rohstoffen und setzt stattdessen auf Energie aus Sonne und Wind. Kritiker der marokkanischen Energiepolitik wenden ein, dass Marokko mit seiner aktuellen Energiepolitik in neue Abhängigkeiten gerate.  

Allgemeine Fakten zum Klima

Dürren kennt man in Marokko seit alter Zeit; doch seit einigen Jahren häufen sich auch Extremwetter mit Überschwemmungen und  Kältewellen. Übersichten der aktuellen Wetterverhältnisse in Marokkos größten Städten (alphabetisch) online:

Wetterinfo Casablanca

Wetterinfo Rabat

Wetterinfo Marrakesch

Aufgrund der Lage an zwei Weltmeeren (Atlantik, Mittelmeer) und wegen der extrem vielfältigen Landschaften können die Wetterbedingungen in Marokko zum selben Zeitpunkt extrem stark voneinander abweichen. So kann man im Januar auf dem Oukaimeden bei Marrakesch Ski fahren und wenige hundert Kilometer weiter südlich in Zagora im Bikini in der Sonne liegen. Die besondere geographische Lage und die Topographie bewirken, dass in Marokko sehr unterschiedliche Klimazonen nebeneinander existieren, vom mediterranen Norden zum saharisch kontinentalen Süden, mit dem Hohen und Mittleren Atlas als Klimascheide. Im Nordwesten dominieren trocken-heiße Sommer mit mittleren Temperaturmaxima zwischen 26 °C (Casablanca) und 29 °C (Tanger). Die Winter sind mild (Januarmittel 12 °C) mit von Nord nach Süd stark abnehmenden Niederschlägen (Tanger 900 mm, Agadir 200 mm pro Jahr). Landeinwärts lässt der mildernde Einfluss des Atlantiks rasch nach, so dass in der zentralen Meseta und im Atlasgebirge ausgeprägtes Kontinentalklima herrscht: In Marrakesch steigt das Thermometer im Sommer bis auf 45 °C, während im Winter die Temperaturen auf Null sinken können. Im Atlasgebirge liegt in den Wintermonaten teilweise wochenlang Schnee. In den südlich des Atlas gelegenen Sahara-Randgebieten herrscht extrem trocken-heißes Wüstenklima. Während der Sommermonate weht zeitweise der Schirokko, ein heißer, staubbeladener Wind aus der Sahara.

Trotz des Wüstenklimas kann es auch in den flacheren Regionen Marokkos zu  sintflutartigen Regenfällen kommen, die schwere Schäden anrichten und zahlreiche Menschen das Leben kosten. Alljährlich sterben Dutzende Menschen bei Überschwemmungen, meist in ländlichen Gebieten, aber auch in Metropolen wie Casablanca. Zuletzt gab es 2018 und 2017 Tote. Im Winter 2014 kamen bei Unwettern in Ostmarokko mindestens 36 Menschen ums Leben, tausende verloren ihre gesamte Habe und ihr Obdach.

Flora und Fauna

Flora

Die Pflanzenwelt Marokkos weist regional große Unterschiede auf. In Nordmarokko ist die Vegetation mediterran geprägt. Der jahrhundertelange Raubbau hat die Mittelmeervegetation auf wenige Arten reduziert. Im Süden des Landes dominiert Wüstensteppe. Geschlossene Waldbestände mit Stein- und Korkeichen, Atlaszedern und Aleppokiefern bedecken nur etwa ein Zehntel der Landesfläche. In Südwestmarokko wächst dank eines außergewöhnlichen Mikroklimas der Arganbaum. Aufgrund von Abholzung und der Übernutzung von Wasservorräten sind die Bestände binnen weniger als 100 Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Im Süden und Osten des Landes sind aride Steppen mit Büschelgräsern und Dornsträuchern vorherrschend. In den Oasen wachsen Dattelpalmen.

Fauna

Marokko weist einige extrem seltene Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind: unter anderem der Leopard und der Wüstenluchs. Weitere landestypische Säugetiere sind Berberaffen (Magots), Gazellen, Hyänen, Schakale und Wüstenfüchse (Fenneks). Auch Reptilien, wie z.B. Eidechsen, Chamäleons, Schildkröten und Schlangen kommen zahlreich vor. In den Oasenstädten im Süden (Zagora) findet man diverse, teilweise giftige Kriechtiere. Während der heißen Jahreszeit ist hier besondere Vorsicht geboten, gegebenenfalls sollte man sich mit einem Gegengift versorgen. Marokko ist Heimat, Durchzugs- und Nistgebiet zahlreicher Vogelarten

Nationalparks

Im Jahr 1942 wurde die Region um den Berg Toubkal im Hohen Atlas zum ersten Nationalpark Marokkos erklärt. Heute gibt es in Marokko insgesamt zehn ausgewiesene Nationalparks, die unter Aufsicht des Forstministeriums stehen (davon ein Nationalpark in der Westsahara). Außerdem gibt es drei Biosphärenreservate sowie ein interkontinentales, spanisch-marokkanisches Biosphärenreservat.

Um die Bevölkerung für den Umweltschutz zu gewinnen, will der marokkanische Staat in geringem Umfang den sogenannten  Ökotourismus fördern. Unabhängige, nichtstaatliche Umweltgruppen wie das Netzwerk für Ökotourismus, die AMEPN und der Verein für Ökotourismus fordern mehr Aktivitäten in dieser Richtung.

Ökologische Probleme

Die Klimakonferenzen von Paris (COP 21) und die COP 22 in Marrakesch haben in Marokko zu einer Intensivierung der öffentlichen Debatte über den Klimawandel, die damit verbundenen Bedrohungen der Umwelt sowie mögliche Bewältigungsstrategien geführt. Im Frühjahr 2015 wandten sich insgesamt 17 marokkanische NRO mit einem offenen Brief an die marokkanische Regierung und forderten eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft beim Ausbau der erneuerbaren Energien (renouvelables)

Umweltschäden spielen in Marokko in den öffentlichen Debatten bislang eine untergeordnete Rolle. Besonders gravierend zeigt sich das in der Küstenstadt Safi (250 km südwestlich von Casablanca). Giftige Nebenprodukte aus dem Phosphatabbau und der Chemieindustrie gelangen hier massenhaft ungeklärt in die Luft und ins Meer. Die Folge: Es gibt kaum noch Fische, die einst florierende Konservenindustrie ist ruiniert, viele Menschen sind krank. Doch Änderungen sind nicht in Sicht, ebenso wenig in den folgenden Bereichen: 

  • Folgen des Klimawandels
  • Ausbreitung der Wüste
  • Abfallmanagement
  • Bodenerosion
  • Landschaftszerstörung (Schäden durch Bergbau und Industrie)
  • Gewässerverschmutzung
  • Bedrohung der Artenvielfalt

Als Folge des verminderten Forstbestandes und des globalen Klimawandels leidet Marokko unter immer öfter unter extremen Wetterphänomenen. In einigen Regionen drohte in den vergangenen Jahren Hunger, so dass der Staat Nahrungsmittel an die notleidende Bevölkerung verteilen musste. Wiederkehrende Dürren führten dazu, dass viele Menschen aus ländlichen Gebieten in Städte abwanderten. Dies verstärkte den Druck auf die ohnehin überfüllten informellen Siedlungen (bidonvilles), die in Marokko in fast jeder größeren Stadt existieren.

Die Wasserknappheit führt zunehmend zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Unter anderem versucht Marokko, das Problem durch sparsame Bewässerungstechnologien in den Griff zu bekommen. Expert*innen halten die Wasserknappheit zumindest teilweise für hausgemacht. So wurden in Südmarokko zahlreiche Stauseen und Bewässerungssysteme angelegt, um die (meist im Besitz der Königsfamilie befindlichen) Treibhauslandwirtschaft zu intensivieren. Dadurch stieg Marokko zwar zu einem wichtigen EU-Lieferanten für bestimmte Obst- und Gemüsesorten auf, doch der massive Produktionsanstieg schluckt Wasser, das anderswo dringend benötigt wird, um die Ausbreitung der Wüste (Desertifikation) aufzuhalten. Nicht zuletzt die weitläufigen Arganwälder, die über tausende Jahre die Erosion und damit die Wüste aufhielten, sind aufgrund des Wassermangels nun in ihrer Existenz bedroht. Die Arganbäume wachsen nahezu ausschließlich in Marokko.

Der Umweltschutz wird in verschiedenen Ministerien und Behörden als Querschnittsthema berücksichtigt: Darunter das Ministerium für Energie und Bergbau; das Hohe Kommissariat für Gewässer und Wälder (Aufforstung, Biosphärenreservate, Kampf gegen Desertifikation, Naturschutz, Tierzoo von Rabat); sowie die Behörde für Elektrizität (erneuerbare Energien).

Marokko hat sich offiziell vorgenommen, bis zum Jahr 2030 rund 50% seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Zur Förderung erneuerbarer Energien hat Marokko mit MASEN eine eigenständige Agentur mit Schwerpunkt Solarenergie geschaffen. Pläne, im Rahmen der Initiative DESERTEC mittelfristig Strom nach Europa zu exportieren, wurden mittlerweile ad acta gelegt.

Parallel hat Marokko allerdings auch begonnen, die Fühler nach Atomenergie auszustrecken. Nordöstlich von Rabat existiert auf dem Gelände des Maamora-Waldes ein nuklearer Forschungsreaktor, über den sporadisch berichtet wird und der offiziell zur medizinischen Forschung dient.

Die GIZ in Marokko realisiert laufend Projekte und Programme im Bereich Umweltschutz, u.a. in den Bereichen erneuerbare Energien (z.B. in Midelt und Tata), Klimawandel, Wasserwirtschaft.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Die wichtigsten Städte

Casablanca ist das wirtschaftliche Herz Marokkos: knapp ein Viertel aller Bewohner des Landes leben im Großraum Casablanca, der verwaltungstechnisch auch die nördlich gelegene Küstenstadt Mohammedia umfasst. Knapp die Hälfte der gesamten marokkanischen Wirtschaftsleistung wird hier erbracht. Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Großstädte, die seit Jahren das Ziel von Binnenmigration sind und die teilweise bereits mehr als eine Million Einwohner zählen: Die Hauptstadt Rabat, Marrakesch, Fes, Meknès, Tanger, Oujda sowie Safi und Agadir. Tanger und Umgebung sind seit 1999 Dreh- und Angelpunkt eines nationalen Entwicklungsprojektes, das darauf abzielt, Marokko wirtschaftlich zu einem Global Player zu machen.

Der Personen- und Güterverkehr wird hauptsächlich über die Straße abgewickelt. Die Schiene spielt eine untergeordnete Rolle. Straßen- und Schienennetz, Häfen und Flughäfen werden seit einigen Jahren verstärkt modernisiert, mit Hilfe ausländischer Investoren und mit Unterstützung der EU. Die Logistikfirma DB Schenker hat seit Anfang 2014 Standorte in Tanger und Casablanca in ihr europäisches Netz eingebunden.

Straßennetz

Das marokkanische Straßennetz wurde in den vergangenen Jahren beträchtlich ausgebaut und erweitert, um die regionale Wirtschaftsentwicklung zu fördern und um dem wachsenden kommerziellen und privaten Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Unter anderem wurden Autobahnen nach Oujda (im äußersten Nordosten) und Beni Mellal (landwirtschaftlich bedeutend, im mittleren Osten des Landes) gebaut. Laut Auskunft des Transportministeriums (Internetseite, französische Version) umfasst das marokkanische Straßennetz aktuell knapp 58.000 Kilometer, davon ist gut die Hälfte befestigt. Knapp 2000 Kilometer sind Autobahnen. Die marokkanischen Autobahnen sind kostenpflichtig. Über die aktuelle Situation auf den Autobahnen informiert die private Gesellschaft Autoroutes du Maroc unter anderem mit Apps für Android und iPhone.

Schienenverkehr

Kernstück des aktuellen marokkanischen Eisenbahnnetzes (ca. 2.000 km Strecke) ist die Verbindung von Oujda über Fes, Casablanca und Rabat nach Marrakesch, von der mehrere Stichbahnen abzweigen (u.a. nach Tanger, El Jadida und nach Casablanca-Hafen). Die marokkanische Eisenbahngesellschaft ONCF investiert seit einigen Jahren beträchtliche Summen in die Modernisierung des Fuhrparks und der Bahnhöfe, unter anderem in Casa-Port, Tanger und Marrakesch.

Ende 2018 wurde der Hochgeschwindigkeitszug "Al Boraq" in Betrieb genommen. Ein Fahrgast hat im Mai 2019 in einem Blog beschrieben, wie er die Reise erlebte. Die neue Fernzug-Trasse wurde mit französischen und arabischen Partnern gebaut. Der Bau ging teilweise mit umstrittenen Enteignungen und mit einschneidenden Eingriffen in die Landschaft einher. Bis zum Jahr 2030 sind weitere Schnellverbindungen bis Oujda und Agadir geplant.

Beim Güterverkehr per Schiene ist Phosphat eines der Haupttransportgüter.

Baustelle: Auch der Stadt-Bahnhof Rabat-Ville wird neu gestaltet
Baustelle: Auch der Stadt-Bahnhof Rabat-Ville wird neu gestaltet (Bildrechte: Martina Sabra)

Seehäfen

Zuständig für die meisten marokkanischen Häfen ist die Agence Nationale des Ports du Maroc. Insgesamt verfügt Marokko über rund 30 Häfen. Hauptumschlagplätze für internationalen Personenverkehr und Warenhandel sind der 2007 eröffnete Mittelmeerhafen Tanger-Med (in Ksar Es-Sghir, ca. 35 km östlich von Tanger gelegen) sowie die Häfen von Casablanca, Mohammedia und Jorf Al Asfar. Tanger Med wird von einer eigenen Betreibergesellschaft betrieben und hat einen eigenen Webauftritt. Umfangreiche Erweiterungen marokkanischer Häfen sind geplant bzw. in Arbeit.

Marokko verfügt über mehr als ein Dutzend internationale Flughäfen sowie rund 20 weitere Flugplätze für Inlandsflüge. Wichtigste Drehkreuze sind: Casablanca Mohammed V (Kapazität insgesamt rund 11,5 Millionen, aktuell rund 10 Millionen Passagiere/Jahr), der Flughafen Marrakesch Menara (Aktuell rund 5 Millionen Passagiere/Jahr) und der Flughafen Agadir Al Massira (Kapazität rund 3 Millionen Passagiere/Jahr).

Nationale Symbole

Nationalhymne

Die marokkanische Nationalhymne heißt auch "Hymne der Scherifen" (Dynastie der Alaouiten). Sie preist Gott, den Köng und die alaouitische Dynastie und das Vaterland.

Nationalflagge

In ihrer aktuellen Form (grüner fünfzackiger Stern/Pentagramm auf rotem Grund) existiert die marokkanische Flagge seit 1915. Rot war die Farbe der Scherifen von Mekka und der Herrscher des Jemen. Grün ist die Farbe des Islams.

Nationalflagge Marokko (Bild: Public Domain))
Nationalflagge Marokko (Bild: Public Domain) mit dem "Siegel Salomons" (Fünfeck)

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zuletzt im August 2019 aktualisiert.

Die Autorin

(Bild: privat)
(Bild: privat)

Martina Sabra ist freie Journalistin mit regionalem Fokus auf Nordafrika und Nahost. Ihre Länderschwerpunkte sind Marokko & Jordanien; in beiden Ländern hat sie gelebt und gearbeitet. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Redakteurin unterrichtet sie an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ GmbH Landesanalyse und Interkulturelle Kompetenz.

Erneuerbare Energien nur für Stromerzeugung?

Marokko hat sich in punkto erneuerbare Energien ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Hälfte des landesweit verbrauchten Stroms soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen. Doch was ist mit dem Autoverkehr und anderen Bereichen? Hier gibt es bislang weder Ziele noch Strategien. Eine kritische Bilanz von der internationalen Energieagentur IEA.

Publikation der FU Berlin

"Debatten zu Entwicklung, Identität, Migration" heißt ein neuer Sammelband der "Arbeitsstelle Politik im Maghreb, Mashreq und Golf" der FU Berlin, der einige interessante Beiträge zu Marokko enthält. Themen der Beiträge sind unter anderem Flüchtlingspolitik und Dezentralisierung.

Deutsch-Marokkanische Kompetenzen

Am 21. Mai 1963 wurde das deutsch-marokkanische Anwerbeabkommen unterzeichnet. Heute leben rund 140.000 Menschen mit marokkanischen Wurzeln in Deutschland. Wie tragen Auslandsmarokkaner/innen zur Entwicklung Marokkos bei? Ein wichtiger Ansprechpartner in diesem Bereich ist das Deutsch-Marokkanische Kompetenznetzwerk DMK e.V., das unter anderem mit der GIZ kooperiert. 

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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