Fischmarkt Nouakchott
Währung
Ouguiya (MRU)
Wechselkurs
41 MRU pro € (Dezember 2020)
Zeitzone
UTC ± 0
Landesvorwahl (Telefon)
+222
Klima (für Hauptstadt)
trocken-warmes Wüstenklima

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Mauretanien ein gültiges Visum.  Die mauretanische Botschaft in Berlin stellt seit 2016 keine Visa mehr aus; diese werden ausschließlich am internationalen Flughafen in Nouakchott und an einem Grenzpunkt bei Nouadhibou ausgestellt. Es empfiehlt sich, die Botschaft vor der Ausreise zu kontaktieren und sich über die aktuelle Regelung zu informieren. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländern) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich.

Wohnen und Versorgen

In Nouakchott gibt es zwei internationale Schulen: die Französische Schule -Lycée Français Théodore Monod-dem auch eine Grundschule angegliedert ist. Es gibt zwei amerikanische Schulen, die AISN, die sich auf dem Botschaftsgelände befindet, sowie die TLC International School; beide Schulen bieten ein High School-Programm an.

Das Versorgungsangebot in Nouakchott ist relativ gut. Einige Supermärkte haben auch europäische Lebensmittel im Angebot, die allerdings erheblich teurer sind als in Deutschland. Die Waren auf den Märkten oder in den kleinen Shops sind zwar in der Auswahl begrenzt, aber günstiger. Auf den Märkten findet man saisonabhängig ein recht breites Angebot an Obst und Gemüse.

Metzgereien bieten Hühner, Rind-, Kamel-, Ziegen- und Lammfleisch; fangfrischen Fisch gibt es am Port de Pêche.

Die Versorgungsmöglichkeiten außerhalb Nouakchotts sind sehr eingeschränkt.

Der Wohnungsmarkt in Nouakchott bietet möblierte/unmöblierte Appartements und Häuser in allen Preisklassen. Besonders beliebt bei Europäern und US-Amerikanern ist das Wohnviertel Tevragh Zeina.

Feiertage

Mauretanien hat 2014 das Wochenende an die westliche Welt angepasst. Der Freitag ist geprägt vom Freitagsgebet, dem für Muslime verpflichtenden und wichtigsten Gebet der Woche. Vor dem Freitagsgebet stehen die Räder auch in Nouakchott still und Stille breitet sich aus, die von den Gebetsrufen der Muezzins unterbrochen wird. 

Die großen islamischen Feste orientieren sich am islamischen Kalender und wandern im Vergleich zum westlichen Kalender pro Jahr um 10-12 Tage zurück.

Für die genaue Festlegung ist in Mauretanien die "Commission Nationale d'Observation du Croissant Lunaire" (CNOCL) zuständig. Sie entscheidet häufig sehr kurzfristig und richtet sich nicht unbedingt nach anderen islamischen Staaten.

Feiertage 2021
01.01.2021 Neujahr
12.04.2021* Beginn des Ramadan – kein Feiertag
01.05.2021 Tag der Arbeit
13.05.2021* Aïd El fitr - Ende des Ramadan – zwei freie Tage
25.05.2021 Tag der Afrikanischen Union
20.07.2021* Aïd El Adha - Tabaski – Opferfest – zwei freie Tage
10.08.2021* Mouharam Islamisches Neues Jahr
19.10.2021* Aïd El Maouloud Geburtstag des Propheten
28.11.2021 Unabhängigkeitstag
* Islamische Feiertage

Energie und Wasser

Die Versorgung mit Energie erfolgt durch Somelec und mit Wasser durch SNDE. Die Versorgung in Nouakchott ist relativ stabil; Stromausfälle kommen insbesondere im Sommer vor, wenn der Betrieb von Klimaanlagen wächst. Empfehlenswert sind Geräte zur Stabilisierung der Spannung, da es zu erheblichen Schwankungen kommt. Häuser verfügen im Allgemeinen über Wasserreservoirs, so dass Versorgungsausfälle überbrückt werden können.

Geld und Geldtransfer

Seit dem 1.1.2018 hat der mauretanische Ouguiya (MRO) eine "0" verloren und das neue Kürzel MRU bekommen. Den tagesaktuellen Umrechnungskurs bietet die Nationalbank. Ein- und Ausfuhr der mauretanischen Währung sind verboten.

Devisen können von Reisenden bis zu einem Gegenwert von 1.000 US-$ ein- und ausgeführt werden. Ein höherer Betrag sollte bei der Einfuhr deklariert werden, da bei der Ausreise zuweilen ein entsprechender Nachweis verlangt wird. Mehr dazu beim Auswärtigen Amt.

Euroscheine kann man in Banken sowie bei fliegenden Händlern tauschen, wobei bei letzteren ein erhebliches Maß an Vorsicht geboten ist.

Der Gebrauch von Kreditkarten ist bislang noch wenig verbreitet und selbst in größeren Hotels oder bei Fluggesellschaften und Autoverleihfirmen keine Selbstverständlichkeit. In Nouakchott gibt es mehrere Geldautomaten, z.B. bei der Société Générale Mauritanie und der Attijari  Bank Mauritanie, an denen man mit Visakarten Bargeld abheben kann. Außerhalb der Hauptstadt sind Kreditkarten nicht nutzbar.

In Nouakchott findet man zahlreiche Western Union Büros.

Banque Centrale de la Mauritanie: Präsentation der neuen Münzen und Scheine (2:27 Min.) 

Reisen, Transport und Verkehr

Die Straßenverhältnisse in Mauretanien sind teilweise sehr schlecht; der größte Teil des Straßennetzes besteht aus ungeteerten Pisten auch innerhalb Nouakchotts.

Mögliche Verkehrsmittel sind: Taxi und Minibusse. Die öffentlichen Transportmöglichkeiten sind begrenzt. Es gibt keine Bahn, und nur in Nouakchott verkehren einige Buslinien, die fast ausschließlich von Einheimischen genutzt werden. In Nouakchott verkehren Taxis und Überlandfahrten sind mit Minibussen möglich. Grundsätzlich wird aber vor ihrer Nutzung wegen der Entführungsgefahr gewarnt. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht empfehlenswert, nach Einbruch der Dunkelheit auf Landstraßen zu fahren; den meisten Expatriats ist es sogar verboten.

Die Strände Mauretaniens sind sehr schön, aber es gibt meist starke Strömungen.

Es gibt zwei Nationalparks, den Parc Banc d’Arguin im Norden und den Parc Diawling im Süden.

Mauretanien hat einige historische Karawanenstädte und geistige Zentren des Islam wie Chinguetti, Ouadane, Tichitt und Oualata zu bieten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Einen beeindruckenden Einblick in die Welt der Wüste kann bereits ein Ausflug in die Dünen vor den Toren Nouakchotts vermitteln.

Dünen bei Nouakchott
Dünen bei Nouakchott © Michael Wahl
Am Strand von Nouakchott
Am Strand von Nouakchott © Jutta Mertes

Sicherheitslage für Ausländer

Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Mauretanien ab und warnt ausdrücklich vor Reisen in das Grenzgebiet zu Algerien und Mali. Es besteht grundsätzlich eine erhöhte Gefahr, Opfer von Entführungen oder Gewalttaten zu werden. Das französische Außenministerium schwächte im März 2017 die Reisewarnungen für einige Regionen im Süden, der Mitte und im Adrar ab.

Die deutsche Botschaft in Nouakchott empfiehlt Reisenden sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen.

Empfehlenswerte Adressen für tagesaktuelle Sicherheitsinformationen:

Gesund bleiben

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländern) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung aber erforderlich.

Malaria ist insbesondere im Senegalflussbereich ganzjährig sehr verbreitet. In den anderen Landesteilen ist das Risiko eher gering. Eine individuelle Beratung durch ein tropenmedizinisches Institut wird empfohlen.

Weitere aktuelle Empfehlungen über die am häufigsten auftretenden Krankheiten, Vorsorgemaßnahmen und Impfhinweise gibt das Auswärtiges Amt.

Die medizinische Versorgung in Mauretanien - auch in der Hauptstadt - ist begrenzt. Französischsprechende Fachärzte fast aller Fachrichtungen sind vorhanden. Die Apotheken bieten ein begrenztes Sortiment von Standardmedikamenten; Medikamentenfälschungen kommen aber vor. Spezielle Medikamente müssen aus Europa mitgebracht werden und eine Hausapotheke ist empfehlenswert.

Für den Notfall gibt es Privatkliniken in Nouakchott. In der Regel muss der Patient bei schwereren Erkrankungen ausgeflogen werden. Es ist daher sehr wichtig über einen ausreichenden auch fürs Ausland gültigen Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen.

Telekommunikation und Internet

Die Verbreitung von Festnetztelefonen ist relativ gering. Allerdings ist die Verwendung von Mobiltelefonen sehr verbreitet. Zur Wahl stehen drei Anbieter. Mauritel, der ehemalige Monopolist, der weiterhin alleiniger Anbieter von Festnetztelefonie ist. Außerdem sind Chinguitel und Mattel im Mobilfunk- und Internetmarkt. Die Mobilfunknetze sind stabil, aber häufig verrauscht. Die Versorgung mit Internet ist in Nouakchott abhängig vom konkreten Wohnort, aber im Allgemeinen leistungsfähig und stabil. Die Rechnung für Festnetz und Internet muss monatlich im Büro des Dienstleisters proaktiv bezahlt werden. Eine Rechnung wird nicht verteilt und die Versorgung schnell eingestellt.

Nützliche Adressen

In Deutschland:

  • Botschaft der Islamischen Republik Mauretanien in Berlin, Kommandantenstr. 80,
    Tel. +49 30 2065883, E-Mail: mauretanien-embassy.de

In Mauretanien:

  • Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Nouakchott, Rue Mamadou Konaté,
    Tel. +222 452 940 75
  • Expat_RIM: Mailingliste: An- und Verkauf, Angebot und Suche von Dienstleistungen, Veranstaltungshinweise uvm
  • Office National du Tourisme, Nouakchott, Tel. +222 45 29 03 44

Das Länderinformationsportal

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Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Jutta Mertes, M.A. studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Öffentliches Recht. Arbeitet als selbstständige Information Researcherin und lebte von 2011 bis 2014 in Nouakchott. Seit 2014 Landestrainerin für Mauretanien an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ).

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Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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Rolf Sackenheim
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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