Sierra Norte de Puebla,©Teresa Avila
Offizieller Name
Vereinigte Mexikanische Staaten
Fläche
1.972.550 km²
Einwohnerzahl
122.332.4001
Bevölkerungswachstum
1,2%
Regierungssitz
Mexiko-Stadt
Klima
Trocken-(November-Mai) u. Regenzeit (Juni-Oktober)

Übersichtskarte, weitere Karten

Eine thematische Kartensammlung mit Informationen zu Politik, Geschichte, Geografie und aktuelle Themen finden sie in der Online-Bibliothek der University of Texas.

Unter der Rubrik Atlas der gleichen Bibliothek erhalten Sie einen interessanten Atlas von Mexiko u.a. mit vielen historischen Karten.

Eine breite Auswahl zu Karten mit diversen Themen, u.a. Landkarten der Bundesstaaten und Stadtpläne finden Sie bei Weltkarte.

Lage und Größe des Landes

Geographisch liegt Mexiko im südlichen Teil Nordamerikas. Es wird vom nördlichen Nachbarn USA durch eine 3.141 km lange Grenze getrennt. Im Süden trifft es auf  die mittelamerikanischen Länder Belize (250 km Grenze) und Guatemala (963 km Grenze). Mit einer Fläche von 1.972,550 km2 ist Mexiko fast sechs Mal größer als Deutschland.

Nach Brasilien und Argentinien ist Mexiko flächenmäßig das drittgrößte Land Lateinamerikas. Es weist eine Küstenlänge von 12.540 km auf.

Mexiko ist das Land in dem die meisten spanisch-sprachigen Menschen leben. Spanisch ist jedoch seit 2003 nicht die einzige Nationalsprache. Mit einer Verfassungsänderung wurden die 62 indigenen Sprachen als offizielle Landessprachen anerkannt, wenn auch de facto Spanisch Amtssprache bleibt.

Der Naturforscher Alexander von Humboldt bezeichnete Mexiko nach seinem Forschungsaufenthalt als ein Füllhorn. Die Gebirgsketten, die sich im Osten, Westen und Süden entlang des gesamten Territoriums erstrecken, bilden in der Mitte des Landes ein Hochplateau. Die Randgebirge fallen zu den schmalen Küstenebenen der pazifischen und atlantischen Ozeane ab. Diese Lage schafft die vielfältigsten Naturräume mit üppiger Flora und Fauna und macht aus Mexiko eines der 12 Länder weltweit, das sich durch eine außerordentliche hohe Biodiversität auszeichnet.

Mit 122,3 Millionen Einwohnern ist Mexiko nach Brasilien das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. Die Mehrheit der Mexikaner sind Mestizen (Mischlingsnachfahren von Europäern und indigenen Völkern). Je nach Statistik gelten heute zwischen 10% und 15% der Bevölkerung als indigen. 10% der Bevölkerung kommt aus Europa, hauptsächlich aus Spanien. Eine Minderheit von ca. 2 % stammt aus Afrika und Asien.

Impressionen

Kaktusblüte
Kaktusblüte (© W. Nieklasen)
Pyramide "Chichen Itza"
Pyramide "Chichen Itza" (© Gari Anderson)
Strand
Strand (© W. Nieklasen)

Eine Sammlung von Bildern zu Mexiko vermittelt Ihnen einen Eindruck von der Vielseitigkeit des Landes.

Grunddaten

Im CIA Factbook und beim Auswärtigen Amt finden Sie wichtige Grunddaten und erhalten einen allgemeinen Einstieg in die Sozialgeografie, Wirtschaft und Politik. Die OECD stellt auch ein statistisches Profil Mexikos zur Verfügung. Das demographische Institut INEGI bietet Statistiken zu Demographie, Bevölkerung, Wahlen u.a. an.

Aktuelle Nachrichten zum Thema Mexiko auf deutscher Sprache sind im Spiegel Online, in latinapress oder im Nachrichtenpool Lateinamerika zu finden.

Naturräumliche Gegebenheiten

Klima

Die geographische Lage Mexikos spiegelt sich in einer besonders großen klimatischen Vielfalt wider, von der landläufig behauptet wird, man könne alle Klimata der Welt vorfinden.

Geographisch liegt das Land zwischen 14°30‘ und 32°43‘ nördlicher Breite.  Der Südosten, die sommerfeuchten äußeren Tropen, hat zwischen 8 und 10 Monaten ein feuchtes Klima. Aufgrund der von den Gebirgsketten geformten Hochebene ist im Zentrum ein gemäßigtes Klima die Regel, auf den Vulkanspitzen ein alpines. Cuernavaca, im Zentrum Mexikos, wird die Stadt des ewigen Frühlings genannt. Im Nordwesten Mexikos herrscht Wüstenklima vor.

Der Vulkan Popocatépetl
Der Vulkan Popocatépetl © M. Klüber Fotografie, Quelle: Wikimedia Commons

Landschaften und Vegetation

Die Halbinsel Yucatán, die im südlichsten Teil Mexikos liegt, besteht aus einer Kalksteintafel, die eine poröse, flache Ebene bildet. Der Sierra Madre de Chiapas im Südosten und der Sierra Madre del Sur im Südwesten des Landes schließen sich die Gebirgsketten Sierra Madre Oriental und Sierra Madre Occidental in Richtung Norden entlang der Küsten an. Die Sierra Madre Oriental mit steil aufragenden Schichtrippen und streichenden Faltenzügen erstreckt sich bis zur nördlichen Grenze zu den USA, wo das Hochland 1200 m Höhe erreicht. Die Sierra Madre Occidental im Westen besteht aus flach lagernden vulkanischen Decken.

Drei tektonische Platten treffen in Mexiko aufeinander, was zu häufigen Erdbeben und vulkanischer Aktivität führt. Erdbeben mit großen Schäden und hohen Opferzahlen, wie z. B. das vom 19.September 1985, sind jedoch eher selten.

Es gibt eine Vielzahl von Vulkanen entlang der Gebirgsketten. Die höchsten Erhebungen sind im südlichen Zentrum des Landes, im transmexikanischen Vulkangürtel der Sierra Nevada, zu finden: Nevado de Toluca, Iztaccíhuatl, Popocatépetl, Malinche (oder Malintzin) und Citlaltépetl (oder Pico de Orizaba). Letzterer ist mit 5.636 m Höhe der höchste Vulkan Mexikos.

Die Hauptstadt Mexiko-Stadt (Ciudad de México) oder D.F. liegt im Tal zwischen verschiedenen Vulkanen auf ca.2.000 m. Höhe. Vom Süden der Stadt sind an klaren Tagen der majestätische Popocatépetl (populär „el Popo“ oder „Don Goyo“ genannt) und  Iztaccíhuatl zu sehen.

Seit ca. 12 Jahren lässt sich am Popocatépetl verstärkt vulkanische Aktivität feststellen. In  den Dörfern an den Hängen des Vulkans wird regelmäßig über den Stand der Messungen informiert. Bis heute besteht keine Evakuierungsgefahr, auch wenn es immer wieder zu kleineren Ausdünstungen kommt. Aktuelle Informationen über die Entwicklung der vulkanischer Tätigkeit erhalten Sie beim CENAPRED,  Eine Besteigung ist derzeit untersagt.

Die Fauna in Mexiko beheimatet um die 200.000 verschiedenen Spezies. Mit 736 Arten nimmt Mexiko den ersten Platz bei Reptilien ein. Zur Flora werden um die 26.000 verschiedene Spezies gezählt, von denen etwa lediglich 2500 Arten gesetzlich geschützt sind. Weltweit berühmte Beispiele für die Vielfalt und den Reichtum der Flora sind Mais, Tomate, Kakao und Vanille, die im mexikanischen Boden ihren Ursprung hatten.

Die UNESCO hat einige naturgeschützte Gebiete, auch auf Inseln und im Meere, zum Weltnaturerbe erklärt. Berühmt ist unter anderem das Bioreservat der Monarch-Schmetterlinge in den Bundesstaaten Michoacán und México.

Obwohl in den letzten Jahrzehnten mehrere mexikanischen Landschaften unter Naturschutz gestellt und Nationalparks errichtet  wurden, fielen doch  einige dieser Gebiete wirtschaftlichen Interessen zum Opfer.

Einige geschützte Gebiete gehören sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe: Sian Ka'an (seit 1987), aber auch viele Inseln und Naturschutzgebiete im Golfo de California (seit 2005). Unter UNESCO-Schutz stehen auch die Schmetterlinge in der Monarch Butterfly Biosphere Reserve (seit 2008), die Wale im Whale Sanctuary of El Vizcaino (seit 1993), das Biosphärenreservat El Pinacate y Gran Desierto de Altar (seit 2013) und der tropische Regenwald in Campeche (seit 2014) .

Ökologische Probleme

Umweltbereich: Gesellschaftlich-politische Herausforderungen

Fast jedes Jahr während der Regenmonate Juli bis Oktober verursachen Wirbelstürme Umweltschäden im Land. Mal ist die Pazifikküste, mal die Küste am Golf von Mexiko von Überschwemmungen oder Erdrutschen betroffen. Wenn auch Vulkanausbrüche manchmal zu Evakuierungen zwingen, ist es bisher dadurch zu keinen großen Umwelt- oder Personenschäden gekommen. Größere Umweltschäden werden von Menschenhand verursacht: die unkontrollierte Waldrodung hat dazu geführt, dass viel Land, das bewirtschaftet werden könnte, erodiert ist. Heute sind nur 13% der Fläche für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar. Auf Satellitenkarten ist deutlich zu sehen, wie nur in wenigen Jahren ganze Wälder, vor allem im Süden und Westen, abgeholzt wurden. Aufgrund des immer knapper werdenden Wasserreservoirs  sind in ganz Mexiko große Wasserstaudämme geplant. Umweltaktivisten befürchten, dass diese Projekte eine große Zahl von Flora- und Fauna-arten zum Opfer fallen werden.

Die Wandlung Mexikos in den 1970er Jahren von einem Agrar- zu einem Industrieland hat zu einer starken Zentralisierung und die damit verbundene Migration zur schnellen Bildung großer Ballungsräume geführt, in denen jegliche Infrastruktur fehlte. Diese Entwicklung stellte die Regierung vor eine nicht zu bewältigende Herausforderung. Fehlende Städteplanung ohne Konzepte zur Kanalisation (Versorgung und Entsorgung), Müllentsorgung und Verkehr  verursachten große Umweltschäden und die unnötige Verschwendung von natürlichen Ressourcen (Wasser, Boden, Öl), was zur heutigen Knappheit derselben geführt hat.

So schön und majestätisch Mexiko Stadt auch ist, so hat es doch enorme Umweltprobleme, die die Regierung immer wieder zu innovativen, jedoch manchmal nicht optimalen Lösungen zwingt.  Der Wasserknappheit in der Stadt wird mit der Versorgung aus anderen Gebieten durch Pipelines und durch mobile Wassertanklaster begegnet. Die ca. 21 Mio. Bürger müssen ihr Trinkwasser für den täglichen Bedarf in Kunststoffkanistern über den Einzelhandel beziehen. All dies macht die Ressource teuer, für manche unerschwinglich und führt zu Konflikten mit den Gebieten, aus denen das Wasser abgezogen wird.

Die Luftverschmutzung aufgrund des Verkehrs von Millionen Autos ist zu einem schwer kontrollierbaren Problem geworden. Die ergriffene Maßnahme, pro Nummernschild die Autos nur an bestimmten Wochentagen zirkulieren zu lassen (hoy no circula), schafft kaum Erleichterung. Die an manchen Strecken errichteten Fahrradwege werden lediglich für sportliche Zwecke genutzt. Metrobuse und das Auswechseln der alten Taxis (weiß-grüne VW Käfer) haben dennoch zu einer Verbesserung der Luftqualität geführt. Mexiko Stadt liegt in einem Tal, umgeben von Vulkanen und Bergen, die eine schnelle und freie Luft- und Windzirkulation verhindern. Dies führt in manchen Monaten zu einer Zuspitzung der Luftverschmutzung.

Andere Großstädte sind von ähnlichen Umweltbelastungen betroffen, jedoch ist das Ausmaß in Mexiko Stadt aufgrund seiner Ausdehnung und Einwohnerzahl, die versorgt werden muss, unvergleichbar.

Grafik Atenco Resiste von conceptual
Atenco Resiste auf Flickr - Fotosharing von conceptual

Sozialgeographische Gegebenheiten

Migrationsströme in Städte und Industrieräume, die meist auf dem Hochlandblock  oder an der nördlichen Grenze liegen, und in die USA sind seit den 1970er Jahren stetig zu verzeichnen. Die wirtschaftspolitische Umorientierung von einer importsubstituierenden zu einer exportorientierten Wirtschaft Anfang der 1980er Jahre verstärkte den Trend der Umsiedlung. Küstengebiete bleiben dagegen dünn besiedelt und werden überwiegend für den Tourismus genutzt.

Die Metropolregion um Mexiko Stadt mit ihren 20.117,000 Einwohnern wird heute von 18% der Gesamtbevölkerung des Landes bewohnt. Mehr als 360.000 von ihnen sind Indigenas, die aus vielen der 64 Ethnien Mexikos stammen. Weitere Millionenstädte und Wirtschaftszentren sind Guadalajara (4.100,000 Einw.), Monterrey (3.670,000 Einw.) und Puebla (2.110,000 Einw.).

Wegen mangelhafter Infrastruktur und fehlenden Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten auf dem Land sind vor allem ab Mitte der 1990er Jahre ländliche Räume zunächst von Männern, zunehmend aber auch von arbeitsfähigen Frauen verlassen worden. Viele Ethnien, die in die USA ausgewandert sind, haben dort richtige Enklaven gebildet, um ihre Kultur und Sprache aufrechtzuerhalten. Mit Traditionspflege und sozialen Netzen versuchen sie, die heimatliche Bindung aufrecht  zu erhalten und gegen die Entwurzelung anzukämpfen. Es ist üblich, soweit die finanziellen Mittel dies erlauben, sich bei der Organisation von Patronatsfesten in den mexikanischen Ursprungsdörfern zu engagieren oder sogar für einige Tage dorthin zu reisen. Da viele der in USA lebenden Mexikaner  illegal das Land verlassen haben, ist der Besuch des Dorfes mit erneuten, gefährlichen, illegalen Grenzübertritten verbunden. Andererseits hat der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur die Mobilität erleichtert.

Eine Städte-Übersicht aus dem Zensus 2010 listet nicht nur als wichtigste Städte die Hauptstädte der 31 Bundesstaaten, sondern auch alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern auf:  

Zug bei Huixtla
Zug bei Huixtla © Erika Harzer/Eha Media

Flagge und andere nationale Symbole

Aus: Wikipedia

Flagge und andere nationale Symbole

Die aktuelle Nationalflagge, deren Form und Symbol seit 1968 gültig sind, besteht aus drei vertikalen Streifen, die von links nach rechts grün(für die Hoffnung), weiß (für die Reinheit) und rot (für den Mut) sind. Auf der weißen Fläche in der Mitte ist das Wappen Mexikos dargestellt, mit einem Adler, der auf einem Kaktusbaum sitzt und eine Schlange im Schnabel hält. Das Symbol geht auf die Legende der Gründung der Stadt Tenochtitlán durch die Azteken im Jahr 1325 zurück. Der Adler (Symbol für Luft), der gegen eine Schlange (Symbol für Erde) kämpft, drückte für die Azteken die Dualität der Welt aus (Leben und Tod). Einige Erläuterungen zum Nationalwappen sowie bei welchen Feierlichkeiten die Fahne gehisst wird, sind in dem angehängten Link zu finden.

Die Nationalhymne, [Spanisch[Englischvoll kriegerischem Pathos, spielt eine große Rolle als Identitätssymbol und wird morgens in vielen Radiosendern oder bei Festakten an Schulen und auf den Zócalos (Hauptplatz)  gespielt und von der Bevölkerung mitgesungen.

Die drei Farben Mexikos, grün, weiß und rot, werden oft als patriotisches Identifikationsbild für das „Mexikanische“ auf alltägliche Gegenstände und sogar Essen übertragen (Koriander und grüner Chili, Zwiebel, Tomate).

Die Nationalhymne zum Anhören

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Februar 2016 aktualisiert.

Autorin

Teresa Avila Rivera

Dipl. Anthropologin (UDLA, Puebla Mexiko) und Dipl. Volkswirtin (LMU München)
Arbeitsschwerpunkt Menschenrechte in Mexiko

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