Im Stadtbezirk Bayanzurkh von Ulaanbaatar © Bormann
Offizieller Name
Mongolei (Mongol Uls)
Fläche
1.564.100 km²
Einwohner
3,24 Mio. (Januar 2019)
Bevölkerungswachstum
1,18 % pro Jahr (2017)
Regierungssitz
Ulaanbaatar
Amtssprache
Mongolisch
Regionalsprachen
Kasachisch, Burjatisch, Tuwinisch

Übersichtskarten

Politische Karte Mongolei
Politische Karte Mongolei © CIA public domain
Reliefkarte Mongolei
Reliefkarte Mongolei © CIA public domain
Topografie Mongolei
Topografie Mongolei © Sadalmelik (CC BY-SA 3.0)

Weitere Karten, teils interaktiv und mit Fotos der geografischen Erscheinungen finden Sie unter worldmapfinder, Universität Texas, geoview und Maps of the World, OneWorldNationsOnline. Seit dem 22. Oktober 2015 ist Ulaanbaatar als erste zentralasiatische Stadt Teil des Google Street View-Projektes.

Lage, Größe, Grenzen

Lage der Mongolei
Lage der Mongolei © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Die Mongolei, nach Kasachstan der zweitgrößte Binnenstaat der Welt, bildet die nördliche Begrenzung Zentralasiens. Die Ost-West-Erstreckung beträgt 2.392 km, von Norden nach Süden sind es 1.259 km.

Die Mongolei hat nur zwei direkte Nachbarn, das größte Flächenland der Erde, Russland und das bevölkerungsreichste Land, die VR China. Von der insgesamt 8.252,7 km langen Staatsgrenze entfallen 4.709,7 km auf die Grenze zu China, 3.543 km auf die zu Russland. Mit einer Fläche von 1.564.100 km² ist die Mongolei das sechstgrößte Land Asiens und das achtzehntgrößte in der Welt. Die Bundesrepublik Deutschland findet bequem viermal Platz auf dem Territorium der Mongolei, die mit drei Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 1,8 pro km² mit zu den am dünnsten besiedelten Staaten zählt.

Als historisch-geografischer Begriff umfasst die Mongolei das Hochland zwischen der Chinesischen Mauer im Süden und Sibirien im Norden, im Westen begrenzt durch das Altaigebirge und im Osten durch die Ausläufer des Großen Khingan. Die Wüste Gobi bildet das Innere dieses Raumes und teilt ihn in die nördliche („Äußere“) und die südliche („Innere“) Mongolei. Politisch gliedert sich das Gebiet in die Mongolei (Mongol Uls) und die zur VR China gehörende Autonome Region Innere Mongolei, die sich über eine Fläche von 451.000 km² erstreckt. Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2000 leben hier neben anderen Völkerschaften etwa vier Millionen Mongolen.

Grunddaten

Im UN-Bericht über die menschliche Entwicklung 2018 liegt die Mongolei mit 0,741 Punkten an 92. Stelle unter 189 Nationen und weist damit nach Punkten eine stetig steigende Tendenz auf. 1980 lag der Wert noch bei 0,524.

„Mongol Uls“ (Staat Mongolei) ist der offizielle Name der Mongolei.

Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt +7 Stunden, im Sommer +6 Stunden, da seit 2017 die Sommerzeit nicht mehr gilt. Sie war erst 2015 in der Mongolei wieder eingeführt worden. Der Unterschied der Ulaanbaatar-Zeit (ULAT) zur koordinierten Weltzeit (UTC/GMT) beträgt +8 Stunden.

In der Nacht vom 23. zum 24. September 2016 waren die Uhren in der Mongolei zum vorerst letzten Mal um eine Stunde vorgestellt worden.

Innerhalb der Mongolei gibt es zwei Zeitzonen. Zwischen Ulaanbaatar und der Westregion (Khovd-Zeit) beträgt die Differenz minus eine Stunde.

Die nationale Währung ist der Tugrug (MNT).

Mehr zuverlässige Grunddaten zur Mongolei bieten OneWorldNationsOnline, CIA, das Auswärtige Amt, das Bundesamt für Statistik, UNdata, Index Mundi sowie das mongolische Amt für Statistik.

Naturräumliche Gegebenheiten

Khuiten im Tavan-Bogd-Gebirge im Mongolischen Altai
Khuiten © Kobsev (CC BY-SA 2.5)
Otgontenger im Khangai-Gebirge
Otgontenger im Khangai-Gebirge © Andre Felbrich (CC BY-SA 3.0)
In der Südgobi
In der Südgobi © Eva Haase
Berge und Steppen in der Zentralmongolei © Bormann
Berge und Steppen in der Zentralmongolei © Bormann
Am Khuvsgul-See © Bormann
Am Khuvsgul-See © Bormann
Buyant-Fluss im Khovd-Aimag © Bormann
Buyant-Fluss im Khovd-Aimag © Bormann

Die Mongolei ist ein typisches Hochplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1.580 m über dem Meeresspiegel, die Hauptstadt Ulaanbaatar liegt 1.350 m ü. M. Die höchste Erhebung, der Khuiten im Tavan-Bogd-Gebirge im Mongolischen Altai, ragt mit 4.375 m in den ewigen Schnee, den tiefsten Punkt markiert mit 532 m ü. M. der „Blaue See“ im Osten der Mongolei.

Zwei Drittel des mongolischen Territoriums sind ohne Abfluss in die Weltmeere. Durch das Land verläuft die Kontinentalwasserscheide Asiens vom Mongolischen Altai über das Tannu-Uul-Gebirge, den Khangai und die Ostmongolei zum Khingan und trennt die Entwässerungsgebiete zum Nordpolarmeer und zum Pazifischen Ozean vom zentralasiatischen Binnenentwässerungsgebiet.

Die Oberfläche der Mongolei zeichnet sich durch beeindruckende Vielfalt aus – undurchdringliche Wälder, hohe Berge, Flüsse, Seen und Waldsteppen im Norden und Nordwesten, weite baumlose Steppen, Wüstensteppen und Wüsten im Osten, Südosten und Süden, ewiges Eis und zahlreiche Gletscher in den Hochgebirgslagen des Mongolischen Altai, der sich im äußersten Nordwesten vom Russischen Altai löst und in Richtung Südosten in den Gobi-Altai übergeht. Im Mongolischen Altai finden sich außer Wüsten und Gebirgstaiga alle in der Mongolei vorkommenden Landschaftszonen: Wüstensteppe, Steppe, Gebirgssteppe, Gebirgswaldsteppe und die alpine Hochgebirgsregion. Einige der größten Flüsse der Mongolei wie Khovd, Buyant und Bulgan werden von hunderten kleinen Quellen im Altai gespeist.

Die tiefste Stelle im Becken der Großen Seen im Nordosten, das eigentlich aus drei Teilsenken besteht, wird vom größten Salzwassersee der Mongolei, dem 3.350 km² großen Uvs-Nuur ausgefüllt. Wüsten, Salzsümpfe und Dünenfelder bestimmen das Bild der Landschaft, die außertropischen Wüsten der Erde dringen hier am weitesten nach Norden vor. Charakterpflanze ist der kleine Wüsten- und Wüstensteppenbaum Saxaul. In Richtung Südosten setzt sich die Senkenzone im Tal der Gobiseen fort. Hier liegen kleine, abflusslose Salz- und Süßwasserseen, deren Fläche und Tiefe sich in Abhängigkeit vom Zufluss durch die Khangaiflüsse stark verändern können. Auch hier herrschen Wüstensteppen und Wüsten vor.

Die zentrale Gebirgslandschaft der Mongolei ist der Khangai, der sich über 750 km vom Becken der Großen Seen im Nordwesten bis zur Khalkh-Ebene im Osten erstreckt. Der Hauptkamm erreicht durchschnittliche Höhen bis 2.600 m im Osten und bis 3.400 m im Westen. Nur der Gipfel des mit 4.021 m höchsten Berges im Khangai, der Otgontenger, gleichzeitig Sitz der mongolischen Schutzgottheit Ochirvaani, ist ständig mit Schnee bedeckt.

Entlang der Kämme des Khangais fließen die längsten Flüsse der Mongolei, die Selenge, insgesamt 1.024 km, davon 593 in der Mongolei und der Orkhon in den Baikal-See. Herabstürzende Flüsse im Khangai lassen den einzigen Wasserfall der Mongolei, den Orkhon-Wasserfall, bei den Anwohnern besser bekannt als Ulaan Tsutgalan, entstehen. Benannt nach dem Orkhon, wird er jedoch hauptsächlich vom Ulaan Gol, dem Roten Fluss gespeist.

Während die eher felsige Südseite des Khangai nahezu waldfrei ist, gehört die Nordseite mit Lärchen und Birken sowie einem reichen Bestand an Kräutern, Gräsern, Edelweiß und Enzian der Gebirgswaldsteppe an.

Im Norden liegt das wald- und wasserreiche, streckenweise schwer zugängliche Khuvsgul-Gebirgsland. Seine höchsten Gebirgsketten erheben sich nördlich und westlich des 2.620 km² großen Khuvsgul-Sees, der größte Süßwassersee der Mongolei. Nördlich des Khangai-Gebirges und südlich des Khuvsgul-Berglandes liegt das Selenge-Orkhon-Bergland. Einem dichten Gewässernetz mit den beiden größten Flüssen des Landes – Selenge und Orkhon – ist es zu verdanken, dass hier die ergiebigsten Ackerbaugebiete der Mongolei zu finden sind.

Die dritte bedeutende Gebirgskette nach Altai und Khangai ist das Khentiigebirge mit dem Onon-Bergland. Es beginnt östlich von Ulaanbaatar und erstreckt sich bis in die große östliche Ebene. Verschiedene Erhebungen erreichen 2.500 Meter, der höchste Berg im Khentii ist mit 2.799 m der Asralt Khairkhan mit Spuren früherer Vergletscherungen.

Der Khentii ist hauptsächlich mit Lärchentaiga - "Hier ist das Reich der Tiere, der Mensch ist nur Gast" - und lichteren Lärchenwäldern bedeckt, im Osten und Süden dominieren Steppenflächen.

Im Unterschied zur Westmongolei ist der Osten flach und eben. Nur im Norden reichen Ausläufer der transbaikalischen Gebirge in die Mongolei. Das Khentii-Gebirge mit dem Onon-Bergland ist das niedrigste Gebirge der Mongolei.

Ausgedehnte Senken, flache Mulden und Salzsümpfe sind beherrschende Landschaftsmerkmale der ostmongolischen Rumpfplatten, nur selten von einzelnen Granitmassiven oder basaltischen Vulkankegeln unterbrochen. Die südlichen Gebiete der Ostmongolei gehören zur Gobi, ebene oder wellige Landschaften mit dürftiger Wüstensteppenvegetation, ohne Flüsse, die Böden steinig, tonig oder sandig. Vorherrschende Pflanzenarten in der mongolischen Gobi sind Salzkräuter, Federgräser, Wermutarten, Sträucher, Saxaul, Ölweide, Pappel und Gobi-Ulme.

In den äußersten Ostzipfel der Mongolei ragen Ausläufer des Khingan-Vorgebirges. Gebirgswaldsteppe ist selten, es dominieren Sandfelder sowie gras- und kräuterreiche Gebirgssteppe.

Die Landschaften südlich des Mongolischen und Gobi-Altais hingegen bieten bis auf wenige Oasen nur noch Schotter-, Kies- und Lehmwüsten. Im Gobi-Altai, nahe der Nemegtberge, 300 km westlich vom Aimagzentrum Dalanzadgad, fanden Wissenschaftler in kreidezeitlichen Ablagerungen nahezu vollständig erhaltene Skelette von Raubdinosauriern, von pflanzenfressenden Dinosauriern und von Riesenechsen.

Die Mongolei ist überaus reich an Bodenschätzen – Steinkohle, Braunkohle, Eisenerz, Buntmetalle, Gold, Silber, Phosphat, Flussspat, Erdöl, Uran, Salz – aber erst seit Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstand eine nennenswerte Bergbauindustrie, die nach der Jahrtausendwende und mit der Entdeckung sowie Ausbeutung weiterer riesiger Kohle-, Gold- und Kupferlagerstätten in der Südgobi mittlerweile zum Motor des schnellen Wirtschaftswachstums avancierte.

Tier- und Pflanzenwelt

3.000 Pflanzenarten gibt es in der Mongolei. Aufgrund der Klimaunterschiede zwischen Norden und Süden treffen hier jedoch unterschiedlichste Arten aufeinander: die Flora des nordasiatischen Waldgürtels und die Wüstenflora Zentralasiens. Sibirische Lärche, Zirbelkiefer und Tanne sind die charakteristischen Pflanzen der Gebirgstaiga in den nördlichen Gebirgen und in Teilen des Khangai. In den Tälern stehen Birken und Espen, der Boden ist bedeckt von Flechten, Moosen, Preiselbeer-, seltener von Heidelbeerkraut. Gleichzeitig ist die Gebirgstaiga die Heimat wertvoller Pelztiere wie Zobel, Hermlin und Marder, es gibt Braunbären, Elche, Rentiere, Maralhirsche, Wölfe, Moschustiere und Wildschweine. Nach Süden breiten sich Gebirgswaldsteppe, Gebirgssteppe und Kurzgrassteppen aus, die 51 Prozent des mongolischen Territoriums bedecken. An den Nordhängen der Berge wachsen Nadelwälder, hauptsächlich Lärchen, in den Tälern und Flussauen überwiegen Zitterpappel, Weiden und Birke.

2014 wurde die Ber Tsetseg (Brautblume), scabiosa comosa, zur "Blume des Nationalen Stolzes" gewählt. Sie sei überall, auf den unterschiedlichsten Böden der Mongolei, verbreitet

2012 war der Shonkor (Falke) zum "Vogel des Nationalen Stolzes" gekürt, 2013 der Burkhan Khaldun (im Khentii) zum "Heiligen Berg der Mongolen" erklärt worden.

Die enge Verflechtung so gegensätzlicher Vegetationsformen wie Nadelwald und Steppe in den Gebirgswaldsteppen und Gebirgssteppen hat eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht. Diese Landschaften sind reich an Zwiebelgewächsen, verschiedenen Edelweiß- und Enzianarten, anderen Wildblumen wie Astern, Korallen- und Taglilien, Orchideen, Weidenröschen, Rittersporn oder dem sehr seltenen Schneelotus sowie mehr als 400 Arten von Heilkräutern. In der baumfreien Steppenzone wachsen vorzugsweise Federgräser, Süß- und Sauergräser, darunter verschiedene Wermutarten.

Geier, Steppenadler, Eidechsen, Rostgänse, aber auch Heuschreckenschwärme beleben diese endlos scheinenden Landschaften. Die Wüstensteppen und Wüsten südlich der baumfreien Steppen ziehen sich durch das Tal der Gobiseen bis hin zum Becken der Großen Seen. Die Pflanzendecke löst sich allmählich auf, vorherrschend sind Gräser, Salzpflanzen, Saxaulwälder oder einzeln stehende Saxaulbäumchen.

An den Endseen in den Senken lassen sich im Sommer Wildgänse, Wildenten, Möwen, Schwäne und Kormorane nieder. Die Wüsten und Wüstensteppen südlich des Mongolischen und Gobi-Altais sind die Heimat seltener, unter Naturschutz stehender Wildtiere: Wildesel (Khulan), Wildschaf, Wildziege, Wildkamel (Khavtgai) der Gobibär, (Maazalai) und Schneeleopard. Die Flüsse und Seen des Landes sind überaus fischreich: Weißlachs, Hechte, Barsche, Taiman, Karpfen, Welse.

Seit den 1990iger Jahren ist auch das Takhi (mongolisches Wildpferd, bei uns besser bekannt als Przewalski-Pferd) unter anderem im Nationalpark Khustain Nuruu, 100 km von Ulaanbaatar entfernt, erfolgreich wieder ausgesiedelt worden.

Nach neuesten Forschungen sind die heutigen Przewalski-Pferde, also die Takhis, keine echten Wildpferde, sondern verwilderte Hauspferde. Diskussionen um die Auswilderungsprogramme in verschiedenen europäischen Ländern sind bereits entbrannt.

Klima

Winter
Winter © Bormann
Frühling
Frühling © Bormann
Sommer
Sommer © Bormann
Herbst
Herbst © Bormann

Die Mongolei ist geprägt von einem extrem kontinentalen winterkalten Trockenklima innerhalb der gemäßigten Zone. Die Übergangszeiten sind kurz, auf einen langen kalten Winter folgt ein kurzes, stürmisches Frühjahr, einem warmen, relativ niederschlagsreichen Sommer folgt ein milder, trockener Herbst. In Ulaanbaatar kann im September der erste Schnee fallen. Der Winter beginnt Ende Oktober und dauert bis Anfang April. Die Vegetationsperiode ist auf den Sommer von Anfang Juni bis Ende August beschränkt. Im Herbst kann es tagsüber durchaus noch sommerlich warm werden, allerdings sinken die Temperaturen nachts schon einmal unter den Gefrierpunkt. Niederschläge fallen hauptsächlich im Sommer, wobei der Norden und Westen durchschnittlich 600 mm Regen abbekommen, während in der Gobi nicht mehr als 100 mm fallen. Die Temperaturen weisen große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten: - 50° C im Winter, + 40° im Sommer, zwischen den Regionen: - 18° im Norden, - 40° im Süden sowie zwischen Tag und Nacht auf.

Ökologische Probleme

Die Mongolei mit ihren extremen klimatischen und geografischen Verhältnissen verfügt noch über intakte, aber sehr fragile Ökosysteme und über eine einzigartige Biodiversität. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels mit Temperaturanstieg, Niederschlagsrückgang und die Zunahme von Naturkatastrophen sind in der Mongolei deutlich spürbar, wenn auch regional sehr unterschiedlich. Infolge des rasanten Wirtschaftswachstums auf der Basis des Abbaus der reichen Bodenschatzvorkommen steigt ebenso rasant nicht nur der Verbrauch an Energie und Wasser, sondern auch an Landschaft. Die natürlichen Ressourcen werden nicht nachhaltig genutzt.

Die wichtigsten Ökosysteme der Mongolei, die Wälder und Bergwaldsteppen, sind infolge des Klimawandels, aber auch durch fehlerhafte Bewirtschaftung – regellose Nutzung, Großbrände und Überweidung der Steppenflächen - ernsthaft gefährdet. Auch die Versorgung mit Süßwasser wird das Land in absehbarer Zeit vor Probleme stellen. Klimawandel, großflächige Landnutzungsänderungen und eine veraltete Wasserversorgungs- und Wasserentsorgungs-Infrastruktur haben schon jetzt in einigen Regionen zur Verschlechterung der Lebensbedingungen der örtlichen Bevölkerung beigetragen. Industrieabwässer werden oft unkontrolliert in die Flüsse und Seen abgeleitet, die Aufbereitungsanlagen entsprechen nicht den Anforderungen, so dass die Verschmutzung siedlungsnaher Gewässer zunimmt. Klimaerwärmung und Bergbauaktivitäten sind mit verantwortlich für das Fortschreiten der Versteppung und Wüstenbildung von Süden nach Norden.

Nach 1992 wurden zu den bestehenden 12 Naturschutzgebieten 30 neue ausgewiesen. Etwa elf Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz, dazu gehören streng geschützte Gebiete wie das Uvs-Nuur-Becken, Nationalparks wie Gobi-Gurvan-Saikhan, Naturreservate wie der Bogdkhan-Uul und Naturdenkmale wie Eej Khairkhan. Leider lässt die Durchsetzung der entsprechenden Naturschutzgesetzgebung auch wegen ungenügender finanzieller und personeller Ausstattung zu wünschen übrig.

Eine einheitliche Naturschutzbewegung ist bisher nicht entstanden. Die einzelnen Gruppen agieren nur für ihr jeweiliges Projekt (gegen die Ausbeutung der jeweiligen Flüsse, gegen die Bebauung bestimmter Landschaften, Proteste gegen die Vergabe von Bergbaulizenzen in bestimmten Gebieten etc.).
Im Environmental Performance Index 2018 nimmt die Mongolei unter 180 Ländern Platz 83 ein.

Sozialgeografische Gegebenheiten

Städte

In Darkhan
In Darkhan © Bormann
Im Stadtbezirk Bayangol von Ulaanbaatar © Bormann
Im Stadtbezirk Bayangol von Ulaanbaatar © Bormann
Ulaanbaatar 2018 © Bormann
Ulaanbaatar 2018 © Bormann

Nach der Verfassung hat nur die Hauptstadt Ulaanbaatar den offiziellen Status als Stadt. 1639 als Nomadenlager des ersten Oberhauptes der lamaistischen Kirche in der Mongolei, des I. Jabzundamba Khutagt, gegründet, entwickelte sich Urguu (Palastjurte) schnell zu einem religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum und bekam 1787 einen festen Standort zwischen den Gebirgen Bogd Uul, Bayan Zurkh, Songino Khairkhan und Chingeltei an den Ufern der Tuul und der Selbe zugewiesen. 1911 wurde Ikh Khuree „das Große Kloster“ zur Hauptstadt der autonomen Mongolei und in Niislel Khuree (Hauptkloster) umbenannt, nach der Volksrevolution von 1924 in „Ulaanbaatar“, der Rote Recke. Ulaanbaatar ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Mongolei. Fast die Hälfte der mongolischen Bevölkerung lebt mittlerweile in der "Stadt". Erdenet, offiziell Bayan-Undur, ist das Zentrum des 1994 gegründeten Orkhon-Aimags und mit  97.800 Einwohnern (2017) die zweitgrößte städtische Siedlung der Mongolei. Insgesamt leben im Orkhon-Aimag 103.600 Menschen (2017). Darkhan, das Zentrum des ebenfalls 1994 gegründeten Darkhan-Uul-Aimags ist mit 84.256 Einwohnern (2017) die drittgrößte städtische Siedlung der Mongolei, der Darkhan-Uul-Aimag hat 101.879 Einwohner (2017).

Verkehrswege

Transmongolische Eisenbahn
Transmongolische Eisenbahn © Bormann
Chinggis-Khaan-Flugplatz © Bormann
Chinggis-Khaan-Flugplatz © Bormann

Die riesige Ausdehnung der Mongolei und seine extremen Wetterbedingungen stellen das Land auch hinsichtlich seiner Verkehrswege vor große Herausforderungen. Zwischen Ulaanbaatar und den meisten Provinzzentren gibt es direkte Flugverbindungen. Der einzige internationale Flugplatz der Mongolei ist der „Chinggis-Khaan“-Flugplatz in Ulaanbaatar. Die nationale mongolische Luftverkehrsgesellschaft „MIAT“ bietet internationale Linienflüge nach Moskau, Berlin, Frankfurt am Main (seit Juni 2014), nach Peking, nach Seoul, nach Osaka, Tokio und Istanbul sowie ab dem 24. September 2014 nach Singapur an. Daneben wird Ulaanbaatar von Air China, Aeroflot (Russland), Korean Air und Turkish Airlines angeflogen.
Mit Hilfe der japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA) entsteht im Khushigt-Tal, 52 km südwestlich von Ulaanbaatar, ein neuer internationaler Flughafen. Die Kapazität soll zunächst drei Millionen Passagiere umfassen. Ursprünglich sollte er 2018 eröffnet werden, das Problem ist jedoch die Zubringerautobahn, die noch nicht fertiggestellt wurde.
Die Gesamtlänge der mongolischen Schienenwege beträgt 1.908 km, die wichtigste Verbindung, die transsibirische Eisenbahn-Strecke, führt von Moskau über Ulaanbaatar nach Peking.
Während der 3. Transportministerkonferenz der Asien-Pazifik-Region vom 05. bis zum 09. Dezember 2016 in Moskau unterzeichneten der Transportminister der Mongolei D. Ganbat sowie die Vizetransportminister Russlands und der VR Chinas Nikolay Assaul und Liu Xiaomin einen Vertrag über das Asiatische Fernverkehrsstraßennetz. Ganbat betonte die Bedeutung dieses Vertrages für die dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur in der Mongolei und in der Region.

An geteerten Straßen, die zudem oft in schlechtem Zustand sind, gibt es lediglich 2.500 km. Die Straße von Ulaanbaatar nach Altanbulag an die russische Grenze wurde kürzlich mit Krediten der Weltbank instand gesetzt. Die Asiatische Entwicklungsbank finanziert den Straßenausbau von Ulaanbaatar bis Zamyn Uud an die chinesische Grenze.

Seit 2013 verwirklicht die Regierung ein Straßenbauprogramm nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in den ländlichen Regionen. Bis 2014 sind 5.400 km Straße asphaltiert worden, die Ulaanbaatar mit den Aimagzentren verbinden, bis 2020 sollen weitere 13.000 km asphaltiert werden, allerdings ist die Mongolei bei allen großen Infrastrukturprojekten auf ausländische Geldgeber angewiesen.
2015 haben Russland, China und die Mongolei eine Vereinbarung über die Schaffung gemeinsamer Handelswege getroffen.
Für die Nutzung des riesigen Rohstoffpotenzials der Mongolei ist es für die Mongolei, aber auch für China wichtig, die Verkehrsanbindung entscheidend zu verbessern.
Das chinesische Infrastrukturprojekt einer neuen Seidenstraße, One-Belt-One-Road (OBOR) böte dafür die nötigen Voraussetzungen.

Staatliche Symbole

Nationalflagge der Mongolei © rastlos.com
Nationalflagge der Mongolei © rastlos.com

Flagge

Die mongolische Staatsflagge ist in drei gleich breite senkrechte Streifen in Rot, Blau und Rot geteilt. Blau steht für den Ewigen Himmel – die Nationalfarbe der Mongolen, die zudem ihre Herkunft aus dem Himmel ableiten. Rot symbolisiert heute Fortschritt und Wohlstand. Das goldene Soyombo-Zeichen auf dem fahnenmastseitigen Streifen entstand im 17. Jahrhundert als Symbol des antimandschurischen Befreiungskampfes der Mongolen. Anlässlich der Proklamation der Mongolischen Volksrepublik 1924 wurde das Soyombo zum Staatswappen erklärt und zusätzlich mit einem fünfzackigen Stern gekrönt. Die drei Flammenzünglein verkörpern das Gedeihen der Mongolen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sonne und Mondsichel stehen für Mutter und Vater, Wohlstand und Fortschritt, die Balken für den Sieg über die Feinde. Die Dreiecke mit den Spitzen nach unten bringen einerseits die Friedensliebe der Mongolen zum Ausdruck, andererseits die Bereitschaft zur Verteidigung von Freiheit und Unabhängigkeit. Die Rechtecke symbolisieren Redlichkeit, Gerechtigkeit und Edelmut, Ying und Yang zum einen die Zweieinigkeit der natürlichen Elemente, Feuer und Wasser, Erde und Himmel sowie Mann und Frau, zum anderen immerwährende Wachsamkeit.

Mit der Annahme der  demokratischen Verfassung am 13. Januar 1992 wurde der Stern entfernt.

Staatswappen der Mongolei © sodacan
Staatswappen der Mongolei © sodacan

Staatswappen

Das Wappen der Mongolei hat eine kreisrunde Form und einen Fuß in Gestalt einer weißen Lotusblüte, die für Reinheit, Treue und Harmonie steht. Den Kreis umgibt der traditionelle unendlich verschlungene Knoten – Ulzii – Symbol für Glück und Wohlergehen. Die Grundfläche ist blau wie der Ewig Blaue Himmel, das Windpferd in der Mitte in Kombination mit dem Soyombo als Sattel und Zaumzeug verkörpert Unabhängigkeit und Souveränität, die drei Edelsteine am oberen Rand Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das von einem himmelblauen Khadag (Ehrenschal) durchflochtene Rad der Lehre steht für Ehrfurcht, Respekt und die Religion. Das grüne Muster dahinter symbolisiert die Mutter Erde.

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2018 aktualisiert.

Die Autorin

Dr. Renate Bormann hat Geschichte und Mongolistik an der Martin-Luther-Universität in Halle und an der Mongolischen Staatsuniversität Ulaanbaatar studiert und bis 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet. Von 2000 bis 2009 lebte und arbeitete sie als freie Journalistin in Ulaanbaatar, bereist nach wie vor regelmäßig die Mongolei und berichtet über die aktuellen Entwicklungen im Land auf MongoleiOnline und in der mongolischen Chronik. Seit 1992 ist sie Landestrainerin für die Mongolei an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ.

Literaturhinweise und nützliche Links

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ ist der führende Weiterbildungsanbieter für die internationale Kompetenzentwicklung. Wir stehen für innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem Länderbeitrag oder zum LIPortal insgesamt. Richten Sie Ihre Anfrage an:

Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

+49 (0)228 4460 2036

Zum Kontaktformular

Download