Sommerlager
Geschätztes BIP
12,51 Mrd. USD (2018)
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität)
10.103 USD (2017)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
92 (von 189) (2017)
Anteil Armut (nationale Armutsgrenze)
28,4 Prozent (2018)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
31,9 (2018)
Wirtschaftlicher Transformationsindex (BTI)
Rang 59 (von 129) 2018

Wirtschaft im Überblick

Im Industrieviertel nahe Ulaanbaatar © Bormann
Im Industrieviertel nahe Ulaanbaatar © Bormann
Kleinbergbau. Goldwäsche im Zentralaimag
Kleinbergbau. Goldwäsche im Zentralaimag © Bormann
Heumahd im Selenge-Aimag
Heumahd im Selenge-Aimag © Bormann
Kamelkarawane im Uvs-Aimag
Kamelkarawane im Uvs-Aimag © Bormann

Von der Plan- zur Marktwirtschaft
Auf dem Weg von der Plan- zur Marktwirtschaft tat sich die  Mongolei zunächst schwer. Nach dem Wegfall der Zuwendungen aus der Sowjetunion und den anderen COMECON-Ländern und dem Verlust der Absatz- und Beschaffungsmärkte fiel die Wirtschaft des Landes wie ein Kartenhaus zusammen, die Investitionen sanken um 70 Prozent, das Volkseinkommen verringerte sich zwischen 1991 und 1993 um 20 Prozent.
Ziemlich reibungslos verlief die Privatisierung der Viehherden, die Privatisierung der großen Staatsunternehmen kam allerdings nur schleppend voran und nicht selten gelangte das ehemalige "Volkseigentum" in die Hände der neuen, alten Machthaber. Die Privatisierung auf dem Land (Genossenschaften, Staatsgüter, Handelsgesellschaften und Verarbeitungsbetriebe) führte zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Aimags (Provinzen) und Sums (Kreisen). Hier sesshafte Familien (Techniker, medizinisches Personal, Verkaufskräfte, Lehrer) gingen zur nomadischen Viehhaltung über.
Seit Beginn der 1990-er Jahre verfolgt die Mongolei eine Wirtschaftspolitik, in deren Mittelpunkt die Förderung des privaten Sektors und ausländischer Investitionen steht.
Sehr schnell wurde die Mongolei ein beliebter Partner der multilateralen und bilateralen Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit. 1991 wurde sie Mitglied der Weltbank, der ADB und des IWF, 1997 der Welthandelsorganisation (WTO).
1996 unterbrachen negative externe Faktoren - Steppenbrände, Preiseinbrüche bei Kupfer und Kaschmir - und interne - Defizite im Energie- und Finanzsektor - die gerade eingeleitete Erholungsphase der mongolischen Wirtschaft. Hinzu kamen die extrem kalten Winter der Jahre 1999-2001, (mongolisch "weißer Zud"), die hohe Viehverluste zur Folge hatten.
Nach 2002 mehrten sich die Ansätze für eine positive Gesamtentwicklung.
Ackerbau ist aufgrund der klimatischen Bedingungen mit einer Vegetationsruhe von über sechs Monaten und Temperaturen im Winter unter minus 40 Grad nur in wenigen Gunstregionen möglich.
Die weiten, artenreichen Steppen des Landes boten jedoch seit jeher günstige Voraussetzungen für eine nomadische Weideviehhaltung, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der strukturbestimmende Wirtschaftszweig der Mongolei.'Ein nennenswertes produzierendes Gewerbe entwickelte sich erst seit den 1930-er Jahren mit sowjetischer Hilfe. Bis in die 1960-er Jahre stammten 60 bis 70 Prozent der marktfähigen Güter und 80 Prozent des Exports aus der Viehwirtschaft.
Banken- und Finanzdienstleistungssektor, Dienstleistungen und Tourismus als ernst zu nehmende Wirtschaftszweige entstanden erst nach der politischen und wirtschaftlichen Wende.
Das Wissen um den Reichtum der Mongolei an Bodenschätzen ist nicht neu. Kohle und Gold wurden bereits im 19. Jahrhundert abgebaut, wenn auch in bescheidenem Maße. Der Abbau ist auf Grund des Klimas, fehlender Arbeitskräfte und der fehlenden Infrastruktur nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Die Mongolei hat keinen direkten Zugang zum Meer - Tientsin, der nächste erreichbare Hafen - liegt 1.500 km von der Hauptstadt Ulaanbaatar entfernt auf chinesischem Gebiet. Eisenbahn, Kraftfahrzeuge und Flugzeuge sind die wichtigsten Passagier- und Gütertransportmittel.
2008 verabschiedete die Große Staatsversammlung die "Entwicklungsstrategie für die Jahre von 2008 bis 2021" mit einem Gesamtvolumen von 29 Milliarden US-Dollar für Verbesserungen der Infrastruktur sowie im Bildungs- und im Gesundheitswesen.
Für die Umsetzung der Entwicklungsstrategie ist die Mongolei auf ausländische Investitionen im Bergbau, in der Landwirtschaft, in Infrastruktur und Transportwesen, im Bauwesen, im Tourismus, in den Bereichen Finanzdienstleistungen sowie Informations- und Kommunikationstechnologie angewiesen.

Abbau der Rohstoffvorkommen als Entwicklungsmotor?
Dank der umfangreichen Reformen, der Entdeckung weiterer riesiger Bodenschatzvorkommen und der Möglichkeiten, diese zu bergen, ist die Mongolei zu einem attraktiven Standort für ausländische Investoren geworden und hat sich mittlerweile von einem armen Agrarland zu einem Land im mittleren Einkommensbereich entwickelt.
Allerdings stürzten die Investitionen, die 2011 den Rekordwert von fünf Milliarden US-Dollar erreicht hatten, als Folge gesunkener Weltmarktpreise für Rohstoffe, der Schwäche der chinesischen Wirtschaft - Hauptabnehmer für mongolische Rohstoffe - und einer restriktiven Investitionsgesetzgebung Anfang 2012 ab. Nur ein Jahr später entschärften Regierung und Staatsversammlung diese Bestimmungen.
2013 ist die mongolische Wirtschaft um 11,7 Prozent gewachsen. Höhere Staatsausgaben und der Beginn der Förderung in der Kupfer- und Goldmine Oyutolgoi konnten den starken Rückgang der ausländischen Investitionen und beim Kohleexport in Maßen auffangen. Anfang 2014 gingen die Investitionen weiter zurück, auch weil sich Regierung und Oyutolgoiinvestoren nicht über die Finanzierung der zweiten Phase des Projekts, der Untertageförderung, einigen konnten. Wie die  Weltbank richtig einschätzte, hatten sich auch 2015 die ausländischen Investitionen nicht signifikant erhöht.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten und angespannte Haushaltslage
Die andauernde politische Krise nach der Regierungsumbildung im Dezember 2014, nach der Entlassung der MVP-Minister im August 2015 und den DP-internen Flügelkämpfen um die Besetzung der vakanten Minister- und Vizeministerposten hat auch nicht unbedingt zur Konsolidierung der Wirtschaft beigetragen. Die Ernteergebnisse waren 2015 aufgrund von Trockenheit und Dürre in den Anbaugebieten ebenfalls wesentlich schlechter als erwartet ausgefallen.
Demgegenüber konnte das Landwirtschaftsministerium 2016 über durchaus erfreulichere Ernteergebnisse berichten. Der Jahresbedarf an Getreide konnte aus eigener Produktion gedeckt werden.
Trotzdem war die allgemeine wirtschaftliche und soziale Lage auch 2016 sehr angespannt. Der Tugrug verlor gegenüber dem Dollar und dem Euro weiter an Wert, die Staatsschulden sind weiter gewachsen. Ein nennenswertes Wirtschaftswachstum war nicht in Sicht und trotz aller Bemühungen verharrten die ausländischen Direktinvestitionen auf einem niedrigen Niveau. Gründe dafür lagen in einer geringeren Nachfrage aus China und den gesunkenen Weltmarktpreisen für Rohstoffe.
Strafprozesse gegen ausländische Investoren, Verhaftungen, Ausreiseverweigerungen hätten das Vertrauen in die mongolische Gerichtsbarkeit zudem nachhaltig gestört.
Diese Restriktionen hat die Regierung schnell wieder abgeschafft. Z. B. wurden Reisebeschränkungen für über 200 mongolische und elf ausländische Staatsbürger aufgehoben.
Die meisten Investitionen flossen in Geologie und Bergbau, Erdölindustrie, Handel und Gastronomie.
In den ersten elf Monaten 2015 war die Wirtschaft der Mongolei nur um 2,5 Prozent gewachsen.
Im selben Jahr hatte die Große Staatsversammlung ein Gesetz über die "Unterstützung der nationalen Produktion" verabschiedet. Es beinhaltete unter anderem Steuererleichterungen für Produzenten exportfähiger Waren.

„Programm zur Wiederbelebung der Wirtschaft“
Den Niedergang der Wirtschaft stoppen und die Makroökonomie stabilisieren, so lauteten die Hauptaufgaben für das Finanzministerium.
Am 24. November 2016 beschloss die Staatsversammlung das „Programm zur Wiederbelebung der Wirtschaft“.
Wurde im März 2016 noch ein Minuswachstum von 1,6 Prozent verzeichnet, erhöhte sich das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2017 um 5,3 Prozent und erreichte im Juli 2019 7,3 Prozent. 
Die Hauptrisiken für die mongolische Wirtschaft liegen nach wie vor in der Abhängigkeit von den Kupfer- und Kohlepreisen. Auch die Unterbrechung der IWF-Sonderkreditzahlungen (Notfallprogramm) hätte äußerst negative Folgen. Die Probleme hinsichtlich der Aufnahme des Untertagebetriebs in der Gold- und Kupfermine Oyutolgoi harren gleichfalls noch einer tragfähigen Lösung.
Laut Nationalem Amt für Statistik lag die Inflationsrate im Juli 2019 bei 7,4 Prozent, minus 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und plus 4,8 Prozent im Vergleich zum Ende des Jahres 2018.

In seiner Eröffnungsrede auf der von ihm einberufenen außerordentlichen Sitzung der Großen Staatsversammlung am 25. August 2017 hatte der damalige Vorsitzende der MVP und Vorsitzender der Großen Staatsversammlung (bis Januar 2019) M. Enkhbold ein düsteres Bild der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Mongolei gezeichnet. Das Haushaltsdefizit hätte inzwischen 1,9 Billionen Tugrug erreicht. Die Auslandsinvestitionen seien von 4,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 auf 35 Millionen im Juni 2016 gesunken.
Die von der neuen Regierung vorgesehenen Steuererhöhungen und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst, bei Politikern und Abgeordneten, bei den Chefs der Staatsunternehmen oder höhere Lohnsteuern bei Gehältern über 1,2 Millionen Tugrug stießen nicht nur bei den Betroffenen auf Unverständnis und erbitterten Widerstand.
Folgerichtig fanden sie auch keine Mehrheit in der Staatsversammlung.
Im Bericht des Weltwirtschaftsforums über die globale Wettbewerbsfähigkeit (GCI) 2018-2019 belegt die Mongolei unter 140 Ländern mit 53 von 100 Punkten Rang 99, 2017 belegte sie Rang 95 unter 135 Ländern.
Die mongolische Regierung bemühte sich angestrengt um ausländische Finanzhilfen. Im Dezember 2016 war nach Oktober/November zum zweiten Mal, im Januar 2019 bereits zum sechsten Mal eine Delegation des IWF in der Mongolei, um Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung in Form hoher Kredite auszuloten bzw. um die Umsetzung des Vertrages zwischen IWF und Mongolei zu prüfen.
Im Februar 2017 hatten sich der IWF und die Mongolei in einer "Erweiterten Fondsfazilität" - Vereinbarung auf eine Kreditzusage in Höhe von 440 Millionen US-Dollar für die nächsten drei Jahre geeinigt.
Insgesamt kann die Mongolei auf zinsgünstige Kredite in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar seitens internationaler Geldgeber wie Weltbank und Asiatischer Entwicklungsbank sowie von China, Japan und Südkorea rechnen. Voraussetzungen: Steuererhöhungen für Kraftwagen, Alkohol und Zigaretten, Erhöhung der Einkommensteuer, Erhöhung der Zinsabschlagssteuer für Spareinlagen, höhere Sozialversicherungsbeiträge, stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters, monatliche Kindergeldzahlungen für 40 Prozent der ärmsten Familien, bisher profitierten 60 Prozent.
Das „Regierungsprogramm zur Überwindung der schwierigen Wirtschaftslage und zur Stabilisierung" (Aktionsprogramm der Regierung der Mongolei 2016 - 2020) ist nach Diskussionen in den Ausschüssen und in der Staatsversammlung beschlossen worden. Es beinhaltet u. a. Maßnahmen zur Unterstützung von Arbeitslosen bei der Suche nach zeitlich begrenzten Arbeitsplätzen im Ausland und den Abbau bürokratischer Hürden für Unternehmen und Unternehmensgründungen.

IWF und Mongolei einigen sich
Nachdem eine Mehrheit der Mitglieder der Großen Staatsversammlung schließlich doch den Regierungsbeschlüssen für Steuererhöhungen und Kürzungen von Sozialleistungen zugestimmt hatte, konnte das Nothilfeprogramm für die Mongolei verabschiedet werden.
Auf ihrer Sitzung am 24. Mai hat das Exekutivdirektorium des IWF das „Erweiterte Fazilitätsprogramm“ für die Mongolei beschlossen.
Der Weltwährungsfonds stellt 440 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung, damit die Möglichkeit eröffnend, dass weitere drei Milliarden von der Asiatischen Entwicklungsbank (AEB), der Weltbank, Japan und Südkorea bereitgestellt werden.
China hatte bereits den Swap-Vertrag mit der Mongolbank über zwei Milliarden US-Dollar für mindestens drei Jahre verlängert.
Die Zinsen für die 440 Millionen dürfen zwei Prozent nicht überschreiten.
Der Rückzahlungszeitraum beträgt zehn Jahre.
Das Geld muss für die Reduzierung des Haushaltsdefizits, die Erhöhung der Währungsreserven der Mongolbank sowie für die Unterstützung der mongolischen Handelsbanken eingesetzt werden.
Die erste Rate in Höhe von 38,6 Millionen US-Dollar war unmittelbar darauf auf den Konten der Mongolbank eingegangen.
Im Juli 2019 hat die Weltbank weitere 100 Millionen USD bestätigt.Beide Seiten äußerten sich zuversichtlich, dass die Mongolei in naher Zukunft ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden könne.
Erste Anzeichen für Verbesserungen (Stopp des Tugrug-Verfalls, mehr Auslandsinvestitionen, höheres Wirtschaftswachstum) seien bereits zu erkennen. Auch die Asiatische Entwicklungsbank bescheinigt der Mongolei eine Wirtschaft im Aufschwung. Nach ihrem vierten Besuch im Mai 2018 in der Mongolei kam eine Arbeitsgruppe des IWF zum Schluss, dass die Mongolei gute Fortschritte auf dem Weg zur Konsolidierung des Haushalts erzielt habe.
In den ersten elf Monaten des Jahres 2018 wurde in der Mongolei ein Wirtschaftswachstum von 6,4 Prozent verzeichnet, die Arbeitslosenquote sank auf 6,9 Prozent, die Inflationsrate stieg auf 8,1 Prozent.
Die andauernde Regierungskrise hat dem zaghaften Wirtschaftsaufschwung jedoch einen Dämpfer versetzt.
Der Tugrug schwankt gegenüber dem USD, im Oktober 2019 gab die Mongolbank den offiziellen Dollarkurs mit 2.671,60 Tugrug an.
Im Weltbank-Report "Ease of doing Business" 2019 kommt die Mongolei auf Rang 74 von 190 Ländern.

Seit 2019 gewinnt die mongolische Wirtschaft erneut an Fahrt. Betrug das reale Wirtschaftswachstum 2018 6,9 Prozent, erreichte es im ersten Quartal 2019 8,6, im ersten Halbjahr 7,3 Prozent.

Der IWF geht von einem Wachstum im gesamten Jahr 2019 von 6,3 Prozent aus, die Weltbank von 7,2 und die Mongolbank rechnet mit einem Wachstum von 6,9 bis 7,3 Prozent.
Wesentliche Gründe für die positive Wirtschaftsentwicklung liegen in gestiegenen Rohstoffpreisen und mehr Auslandsinvestitionen.
Auch Germany Trade & Invest (GTAI) bescheinigt der Mongolei in Wirtschaftsausblick vom Juli 2019 eine weitere Stabilisierung der Wirtschaft.
Laut Weltbank sank die Armutsquote von 29,6 Prozent im Jahr 2016 auf 28,4 Prozent im Jahr 2018.

Digitale Wettbewerbsfähigkeit
Im Ranking der leistungsfähigsten Digitalökonomien der Welt, das jährlich vom Internationalen Institut für Management-Entwicklung (IMD) in Lausanne veröffentlicht wird, belegt die Mongolei unter 63 Staaten Platz 62.
In die Bewertung fließen Faktoren wie Wissen, Technologien (Breitband), Vorbereitung auf die Zukunft und Cyber-Sicherheit ein.
Bei der Nutzung von Smartphones kommt die Mongolei auf Platz 6, bei der Cybersicherheit nur auf Platz 63.

Armutsbericht 2016

Armutsbericht

Am 21. Juni 2019 veröffentlichten das Nationale Amt für Statistik und die Weltbank ihren gemeinsamen Armutsbericht für 2018.
Danach lebten von den 3,2 Millionen Bürgern der Mongolei 904.000 in Armut. Die Armutsrate sank auf 28,4 Prozent, 1,2 Prozent weniger als 2016.
Während auf dem Land das Armutsrisiko sinkt, steigt es in den städtischen Siedlungen.
Inzwischen leben zwei Drittel der mongolischen Bevölkerung in Städten oder stadtähnlichen Siedlungen. 

Auf dem Land sank die Armutsrate zwischen 2016 und 2018 um 4,1 Prozent, in den urbanen Zentren stieg sie um 0,1 Prozent.
40 Prozent der Armen lebten Ende 2018 in Ulaanbaatar.
Regional gesehen sank die Armutsrate in der Ostregion um 6,6 Prozent, um 4,3 Prozent in der Westregion, um 2,7 Prozent in der Khangai-Region und um 0,7 Prozent in der Zentralregion.
In Ulaanbaatar hingegen ist sie 1,1 Prozent angestiegen.
Im Gov’sumber-Aimag ist die Armutsrate am höchsten: 51,9 Prozent der Bewohner gelten als arm, gefolgt vom Gobi-Altai-Aimag (45,1 Prozent), Dornod (42,5 Prozent) und Khovd (40,9 Prozent).
Der Südgobi-Aimag weist die niedrigste Armutsrate aus: 11,8 Prozent.
Der monatliche Konsum pro Kopf erreichte 2018 279.912 Tugrug, 3,2 Prozent mehr als 2016 (269.328 Tugrug).
Der Pro-Kopf-Verbrauch in den ländlichen Regionen stieg dabei um 5,4 Prozent, in den urbanen Zentren um 3,7 Prozent.
2016 hatten die von Armut betroffenen Menschen monatlich 146.145 Tugrug zur Verfügung, 2018 waren es 166.580.
Die Armutsquote sei zwar gesunken, aber für viele Menschen sei das Armutsrisiko gestiegen, Beobachter gehen davon aus, dass zu den 904.000 Armen in Zukunft weitere 475.000 Menschen hinzukommen könnten.
Seit 2017 ist zwar eine Erholung der Wirtschaft zu beobachten, trotzdem bleibt das Risiko, in Armut zu fallen, hoch. Der Wohlstand durch den Abbau der Bodenschätze und die hohen ausländischen Zuwendungen kommen längst nicht allen Mongolen zugute. 

Landwirtschaft

Herbstmarkt in Ulaanbaatar
Herbstmarkt in Ulaanbaatar © Bormann
Argal - getrockneter Mist zur Brennstoffbevorratung
Argal - getrockneter Mist zur Brennstoffbevorratung © Bormann
Transport von Schaffellen
Transport von Schaffellen © Bormann

Nach wie vor spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Mongolei. 2015 betrug ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt 14,6 Prozent. 2016 waren es noch 13,3 Prozent.
Im selben Jahr waren 31,1 Prozent aller Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig.
36 Prozent des BIP stammen aus der Landwirtschaft, Leicht- und Lebensmittelindustrie. 

Das raue Klima und die kargen Böden sind keine guten Voraussetzungen für die Entwicklung des Ackerbaus. Dafür haben die Mongolen eine hochspezialisierte Form der mobilen Tierhaltung entwickelt.

Über 80 Prozent der Wirtschaftsleistungen der Landwirtschaft entstehen in der Tierproduktion, nur etwa 15 Prozent im Ackerbau.
Jagd und Fischfang haben allenfalls Bedeutung als zusätzliche Erwerbsquellen der Haushalte oder im Tourismus.

Der jährliche  „Tag der Offenen Tür der Landwirtschaft, Leicht- und Lebensmittelindustrie“ steht ganz im Zeichen des Ziels der mongolischen Landwirtschaftspolitik „Gesunde Lebensmittel- Gesunde Mongolen“ mit den nationalen Programmen „Mongolisches Vieh“, „Industrialisierung 21:100“, „Kaschmir“ oder die Kampagne „Fleisch und Milch“ sowie die dritte Neulandgewinnungskampagne.
Neben Viehhaltungs- und Ackerbaubetrieben, präsentieren sich am Tag der Offenen Tür auf dem Sukhbaatarplatz die Landwirtschaftsuniversität und diverse Forschungseinrichtungen, Behörden und veterinärmedizinische Einrichtungen.
Interessenten können sich über die Regierungspolitik zur Unterstützung der Landwirtschaft (günstige Kredite, weniger Bürokratie bei der Genehmigungsvergabe) informieren und sich Ratschläge für die Verbesserung der Herdenqualität, für die Bekämpfung von Viehseuchen und Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Viehkrankheiten informieren.
Präsentiert werden auch Maschinen und technische Ausrüstungen für den Getreide-, Kartoffel- und Obstanbau.

2017 betrug die Ackerbaufläche landesweit 450.000 Hektar, von 20,6 Millionen Jungtieren konnten 97,9 Prozent aufgezogen werden.
Die Ernte war 2017 aufgrund der großen Sommertrockenheit schlechter ausgefallen als in den Vorjahren.
Bis zum 01. November waren 231.000 Tonnen Getreide, 121.000 Tonnen Kartoffeln, 80.000 Tonnen Gemüse und 911.000 Tonnen Futterpflanzen geerntet worden.

2018 konnte der Zentrale Erntestab über bessere Ernteergebnisse berichten.
Die Landwirte brachten 453.849 Tonnen Getreide, 168.882 Tonnen Kartoffeln und 100.731 Tonnen Gemüse ein.
Der Bedarf an Weizen und an Kartoffeln konnte zu 100 Prozent durch eigenes Aufkommen gedeckt werden.

2019 (Stand 01. November) waren landesweit 397.200 Tonnen Getreide, 189.200 Tonnen Kartoffeln und 91.100 Tonnen Gemüse eingebracht worden. Während bei Gemüse und Getreide ein Minus von 18.900 Tonnen bzw. 3.900 Tonnen zu verzeichnen war, fiel die Kartoffelernte mit plus 22.000 Tonnen oder 13,5 Prozent günstiger aus, auch bei Futter- und Ölpflanzen ist im Vergleich zum Vorjahr eine Plus zu verzeichnen.

Viehhaltung

Schafhirt im Selenge-Aimag
Schafhirt im Selenge-Aimag © Bormann
Kamelherde im Selenge-Aimag © Bormann
Kamelherde im Selenge-Aimag © Bormann
Pferdeherde im Sommer © Bormann
Pferdeherde im Sommer © Bormann
Yakherde im Arkhangai-Aimag © Bormann
Yakherde im Arkhangai-Aimag © Bormann
66 Millionen Pferde, Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele © Bormann
66 Millionen Pferde, Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele © Bormann

Die geografischen, landschaftlichen und klimatischen Bedingungen der Mongolei bieten gute Voraussetzungen für die ganzjährige Weidung von fünf Tierarten (tavan khoshuu mal): Pferde, Rinder, einschließlich Yaks, Kamele, Schafe und Ziegen.

Das Schaf ist seit jeher das bedeutendste Nutztier der Mongolen. Es dient als hauptsächlicher Fleisch- und Wolllieferant. Das Pferd wurde und wird als Reittier genutzt, Pferdefleisch essen die Mongolen nur in Notfällen. Mit der Verbreitung von Kraftfahrzeugen und Motorrädern auch auf dem Land, verliert das Pferd zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung, ist aber nach wie vor ein wichtiger Gradmesser für Reichtum.

Sowohl Schaf als auch Pferd gelten als "warmmäulig", lieb und waren früher die bevorzugten Opfertiere.

Rind und Yak dienten als Zugtiere, Milch- und Fleischlieferanten, heute als wichtigste Milchlieferanten, als Zugtiere werden sie immer weniger benötigt.

In den Wüsten und Wüstensteppen ersetzt das Kamel vollwertig das Rind, liefert Frischmilch, Fleisch und Wolle und dient als Reit- und Lasttier.

Der Bestand an Ziegen ist in den vergangenen Jahren zum Schaden einer ausgewogenen Herdenstruktur überproportional angestiegen. Grund ist der hohe Profit durch Kaschmirwolle. Ziegen, die auch in den vegetationsarmen Landschaften der Gobi leben können, liefern Wolle, Haare, Fleisch und Milch. Genutzt werden auch Hörner, Hufe und Därme.

Während die Pferde und Kamele oft fern der Jurten (mong. ger) - Lager und allein weiden, halten sich die Schaf-, Ziegen- und Rinderherden eher in Lagernähe auf.

Nach dem ersten Versuch einer Zwangskollektivierung der Viehherden 1928 sank der Viehbestand bis 1932 von 23 Millionen auf 16 Millionen Tiere.

Der zweite Versuch, Ende der 50er Jahre, hatte mehr Erfolg. Für die Weidung der Großherden wurde den "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" staatliches Weideland innerhalb der Sumterritorien übertragen. Diese Territorien genügten jedoch nicht immer den jahreszeitlichen Weidegängen. Sommerlager waren und sind dabei nicht das Problem, während sich die Suche nach den passenden Winterlagern, die Schutz vor Schneestürmen und Kälte bieten müssen, schwieriger gestaltet.

Trotzdem gibt es Jahre, in denen der gefürchtete Zud - Viehsterben durch zu viel Schnee, zu große Kälte oder zu wenige Niederschläge - die Existenzgrundlagen der Viehhalterfamilien in den betroffenen Regionen zerstören. Mehrere Milionen Herdentiere verhungerten während der Zud-Jahre 1999, 2000 und 2001, auch 2010 vernichtete der "weiße Zud" nach einem Dürresommer ganze Herden.

Nach der Privatisierung der Genossenschaftsherden in den 1990er Jahren ist der Viehbestand stark angestiegen. Nach der Viehzählung im Dezember 2015 belief er sich auf rund 56 Millionen, davon 3,3 Millionen Pferde, 3,8 Millionen Rinder und Yaks, 368.000 Kamele, 25 Millionen Schafe und 23,5 Millionen Ziegen.
Die Viehzählung Ende 2018 ergab einen Bestand von 66 460 180 Tieren, davon Rinder: 4 380 879, Pferde: 3 940 092, Kamele: 459 702, Schafe: 30 124 804 und Ziegen: 27 124 703. 

Noch immer scheinen hohe Viehzahlen ein Ausweis für erfolgreiche Wirtschaftspolitik zu sein, obwohl Experten schon lange davor warnen, das Weideland noch weiter zu strapazieren.

Überweidung, mit verursacht durch fehlendes Wissen der "neuen" Viehhalter über die Bedürfnisse der unterschiedlichen Tierarten zu unterschiedlichen Jahreszeiten, trägt zur Verödung großer Flächen bei.

Hinzu kommen die immer ausgedehnteren Gebiete, die durch Bergbau genutzt werden, der für den Wasserhaushalt und die Ökologie der betreffenden Flächen nicht unbedingt förderlich ist.In allen Regierungsprogrammen wird gefordert, die eher extensive Viehwirtschaft zu einer mehr intensiven zu entwickeln. Eine spezialisierte Futtermittelproduktion durch entsprechende Farmbetriebe und die Nutzung veterinärmedizinischer Dienste sind dafür unerlässlich. Nur so können die Produktivität gesteigert, die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch, Milch und anderen Produkten aus der Viehwirtschaft aus heimischer Produktion gesichert und womöglich noch Exportüberschüsse erwirtschaftet werden.
Aktuell leben in der Mongolei 209.900 Familien, die Vieh halten, mehr als 145.000 von ihnen weiden ihre Tiere ganzjährig, leben ausschließlich von der Viehwirtschaft, für die restlichen 64.600 Familien dient die Viehhaltung als Nebenerwerb.

Wintervorbereitung 2019/20

Im Winter 2019/20 werden über 66 Millionen Rinder, Kamele, Pferde, Schafe und Ziegen auf den Winterweiden hoffentlich genügend Futter finden.
An den jährlichen Beratungen zur Umsetzung der Regierungsbeschlüsse zur Vorbereitung auf die Wintermonate in der Landwirtschaft nehmen neben den Regierungsmitgliedern Vertreter der Ulaanbaatar-Stadtverwaltung, der Aimags, Sums und Duuregs teil.

Im Mittelpunkt stehen regelmäßig Debatten über eine verbesserte Kooperation zwischen den Ministerien und den Aimags, Pläne zur Vermeidung von Viehverlusten, die Deckung des Bedarfs an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung unter schwierigen Wetterbedingungen.

Die Viehhalter in von schwierigen Wetterbedingungen bedrohten Regionen bereiten bzw. sollten sich auf Ausweichweidelager in anderen Sums oder Aimags, auf entfernten Weiden vorbereiten.

Dafür müssten rechtzeitig die notwendigen Vereinbarungen zwischen den zuständigen Verwaltungen der Aimags und Sums getroffen werden (Schulen, Kindergärten, Gesundheitsfürsorge, Energieversorgung).

Ackerbau

Ernte 2019 © Bormann
Ernte 2019 © Bormann

In Anbetracht der Tatsache, dass nur 3,5 Millionen Hektar oder zwei Prozent der Landesfläche überhaupt für Ackerbau geeignet sind, entwickelte er sich seit den 1950er Jahren beachtlich. Die Pflanzenproduktionsgenossenschaften bauten Getreide, Kartoffeln und Futterpflanzen vorwiegend im Selenge- und Khentii-Aimag sowie im Zentralaimag an. Vor 1990 wurden jährlich 700.000 bis 880.000 Tonnen Getreide geerntet und konnte sogar exportiert werden.

Nach 1990 sank der Anbau von Getreide, Kartoffeln, Futterpflanzen  und Gemüse drastisch, die Flächen lagen brach - 2003 wurden nur 162.000 Tonnen Getreide eingebracht -  ehe sich die Branche Ende der 1990er Jahre zu erholen begann. Es entstanden kleine und größere Agrarunternehmen, allerdings nicht immer geführt von ausgebildeten Agronomen.

Die mongolischen Bauern fordern wie die Tierhalter mehr Unterstützung vom Staat, um billige Importe in Zukunft zurückweisen zu können.

Es geht um zinsgünstige Kredite für den Ankauf von Futtermitteln und Maschinen und um eine Stabilisierung der Binnenmärkte durch eine zielgerichtete Steuerpolitik.

Ernte 2018

2018 sind von insgesamt 497.200 Hektar Anbaufläche auf 367.300 Hektar Getreide, auf 13.000 Kartoffeln, auf 8.300 Gemüse, auf 69.800 Ölpflanzen und auf 38.800 Hektar Futterpflanzen angebaut worden.
Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen sind die Ernteaussichten 2018 wesentlich günstiger als im vergangenen Jahr.
Aus Russland waren zudem moderne Erntetechnik und 8.000 Tonnen Elite-Saatgut geliefert worden.
Erwartet werden Ernteerträge von 450.300 Tonnen Getreide, davon Weizen 425.800, 151.000 Tonnen Kartoffeln, 95.100 Tonnen Gemüse, 30.100 Tonnen Ölpflanzen und 86.300 Tonnen Futterpflanzen.
Der Bedarf an Weizen und Kartoffeln könne aus eigenem Aufkommen gedeckt werden, erklärte der Minister für Nahrungsgüter, Landwirtschaft und Leichtindustrie B. Batzorig auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar. 

Im Zentrum der Landwirtschaftspolitik steht in jedem Jahr die Vorbereitung auf den Winter (Umzug in geeignete Winterlager, mögliche Ausweichgebiete, Futterbevorratung, Wasserversorgung, Bereitstellung von Energie und Kraftstoffen, Nahrungsgüter, medizinische Versorgung, Schul- und Vorschulbetreuung im Fall von Natur- oder anderer Katastrophen).

Forst-, Jagd- und Fischereiwirtschaft

Holztransport
Holztransport © Bormann
Murmeltiere sind zu neugierig
Murmeltiere sind zu neugierig © Bormann

Elf Millionen Hektar Wald bedecken das Territorium der Mongolei. 1985 waren es noch mehr als 15 Millionen Hektar.

90 Prozent der Bäume sind Nadelbäume, davon 70 Prozent sibirische Lärchen.

Seit den 1960er Jahren wurden die Forstressourcen entlang der Verkehrswege industriell genutzt, Roh- und Schnittholz exportiert. Die Forst- und holverarbeitenden Betriebe mit ihren 20.000 Arbeitskräften produzierten Scherengitter für die Gers, Holzgefäße, Türen, Fenster und Möbel für den Binnenmarkt.

Heute existieren noch 54 privatisierte Forstwirtschaftsbetriebe und schätzungsweise 500 kleine Sägewerke und Holzhandwerksbetriebe.

Nach dem mongolischen Forstgesetz von 1995 sind die Waldgebiete in eine "streng geschützte Zone", eine "geschützte Zone" und eine "Nutzzone", ca. sieben Prozent der Wälder, eingeteilt. Nur in der Nutzzone ist kommerzielle Holznutzung erlaubt.

Die Mongolei ist reich an jagdbaren Tierbeständen, allein 51 der 130 Säugetierarten sind für die Jagd geeignet. 

Nach der Wende nahm die Jagd als Mittel der Existenzsicherung erheblich zu. Trotz restriktiver Jaggdgesetze sind einige der stark bejagten Tierarten inzwischen gefährdet wie Moschustier, Maralhirsch, Braunbär, Elch, Zobel, Rotfuchs, Hermlin, Dachs oder Marder.

Fischereiwirtschaft hat in der Mongolei noch nie eine große Rolle gespielt, obwohl die Seen und Flüsse reich an Fischbeständen sind. Vor der Wende produzierte die fischverarbeitende Industrie lediglich 400 Tonnen jährlich für den Export.

Heute ist Angeln auch unter den Mongolen als Zusatzerwerbsquelle weiter verbreitet.

Illegale Jagd und illegales Fischen sind zu einem Problem für den Schutz seltener Tierarten geworden.

Industrie und Bergbau

Stahlarbeiter - Wahrzeichen des Eisenmetallurgiewerkes in Darkhan
Wahrzeichen des Eisenmetallurgiewerkes in Darkhan © Bormann
Straßenbauarbeiten in Ulaanbaatar
Straßenbauarbeiten in Ulaanbaatar © Bormann

Wenn in den internationalen Medien von der Mongolei die Rede ist, geht es zum größten Teil um den Bergbau und die riesigen Gold- und Kohlelagerstätten, die der Ausbeutung und Vermarktung harren.

Bislang war das Russisch-Mongolische Gemeinschaftsunternehmen "Erdenet" das größte Bergbauunternehmen und der größte Steuerzahler der Mongolei.

Das Bergbauunternehmen "Erdenet" war bis zum Juni 2016 ein Mongolisch-Russisches Gemeinschaftsunternehmen (51:49), ehe Russland seine Anteile an die Mongolei verkaufte.

Diese Anteile gingen jedoch nicht in Staatseigentum über, sondern wurden an ein Privatunternehmen "Mongol Kupfer" verkauft. Für die Finanzierung der Transaktion bürgte die "Handels- und Entwicklungsbank".

Die neue Regierung unter Erdenebat machte den Verkauf, "der auf betrügerische Weise zustande gekommen sei" an "Mongol Kupfer" rückgängig.
Gegen diese Entscheidung klagten die Eigentümer und bekamen vom Verwaltungsgericht Recht: Die russischen Anteile von "Erdenet" seien nie mongolisches Staatseigentum gewesen. Entweder bekommen die Käufer ihr Eigentum zurück oder sie werden entschädigt.
Inzwischen liegt der Fall beim Verfassungsgericht.

Neben Kohle und Gold verfügt das Land über große Vorkommen an Kupfer, Molybdänerz, Wolfram, Zink, Zinn, Flussspat, Uran, Eisenerz, Silber und Erdöl.

2011 hat Deutschland mit der Mongolei eine "Rohstoffpartnerschaft" beschlossen.

Der industrielle Wirtschaftssektor basiert in der Mongolei auf der Verarbeitung von Rohstoffen aus der Landwirtschaft, der Energie- und Wasserversorgung, dem Baugewerbe und dem Bergbau. Dabei konzentriert sich das produzierende Gewerbe auf Textilien, Leder und Felle, Milchprodukte, Getränke, Wurst- und Fleischwaren sowie auf die Baustoff- und Stahlerzeugung.

Das Gesetz über Eigentum an Boden von 2003 erlaubt es Ausländern zwar noch immer nicht, Eigentum an Grund und Boden zu erwerben, aber sehr langfristige Pachtverträge abzuschließen. Das war mit ein Grund für die rasche Zunahme an Auslandsinvestitionen, die vor allem dem Bergbau, Dienstleistungsunternehmen und der Lebensmittelindustrie zugutekamen.

Seit Jahren gibt es immer wieder Proteste gegen vertragliche Vereinbarungen zwischen der mongolischen Regierung und internationalen Bergbaukonzernen. Die Verträge würden einseitig die Investoren gegenüber der Mongolei benachteiligen.

Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht "Tourquoise Hill Resources", zu 66 % Eigentümer an der Gold- und Kupfermine Oyutolgoi (Türkishügel) in Khanbogd im Südgobi-Aimag. Die zweite Ausbaustufe (Förderung untertage) wurde bisher nicht gestartet, da sich Mongolei und Tourquoise Hill (Oyutolgoi, Türkishügel) nicht über die Höhe der Steuern und über die Finanzierung einigen konnten. 34 % des Unternehmens gehören dem mongolischen Staat, der demzufolge auch 34 % der Investitionskosten zu tragen hat.

Im Mai 2015 unterzeichneten Vertreter des mongolischen Staatsunternehmens "Erdenes Mongol" und Rio Tinto in Dubai einen Entwicklungsplan für den Beginn des Untertagebaus, der allerdings gleich wieder von Mitgliedern der Großen Staatsversammlung in Frage gestellt wurde. 

Nach den Wahlen im Juni 2016 wurden die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern allerdings erfolgreich abgeschlossen und die Finanzierung des größten Wirtschaftsprojekts der Mongolei scheint gesichert.

Erst nach den Wahlen kam auch wieder Bewegung in die Verhandlungen mit den Investoren für das  zweite Großprojekt, Tavantolgoi (Fünf Hügel), das ebenfalls im Südgobi-Aimag liegt. 

Die bereits im April 2015 geplante Unterzeichnung des Investorenvertrags zwischen der mongolischen Regierung und den drei Gewinnern der Ausschreibung, Mongolia Mining Corporation (MMC), Shenhua Energy (China) und Sumitomo (Japan) war aufgrund eines Einspruchs des damaligen Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung verschoben worden.

Der Vertrag berücksichtige nur ungenügend mongolische Interessen und müsse von der Staatsversammlung genehmigt werden.

Hauptabnehmer für die in der Mongolei geförderten Rohstoffe ist China, das zudem der größte Direktinvestor ist.

Hohe Investitionen werden auch für die Errichtung einer funktionierenden Strom- und Wasserversorgung, für die Rekonstruktion und den Neubau von Eisenbahnverbindungen zum Transport der Güter benötigt.

Auch die Goldmine "Gatsuurt" im Selenge-Aimag kann von den kanadischen Investoren weiter betrieben werden, obwohl mehrere Umweltorganisationen gegen jegliche Bergbauaktivitäten in der reich mit Kulturgütern gesegneten Region protestieren. Im Oktober 2018 hat Centerra Gold alle seine mongolischen Bergbauaktivitäten eingestellt und die Minen "Gatsuurt" und "Boroo Gold" verkauft.

Die Industrie, einschließlich Bergbau, trug 2014 37 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, der Anteil am Export lag bei 83 Prozent und da ist die Textilindustrie nicht eingerechnet.

In den kommenden Jahren soll der BIP-Anteil des Bergbaus weiter spürbar steigen - sofern alsbald eine Einigung mit den Kapitalgebern erfolgt.

Grundsteinlegung für die erste mongolische Öl-Raffinerie
Am 22. Juni wurde der Grundstein für die erste Ölraffinerie der Mongolei gelegt.
Über das Projekt war lange geredet worden. Es soll die Abhängigkeit der Mongolei von russischen Ölimporten beenden.
An der feierlichen Zeremonie im Süden des Dornod-Aimags hatten Ministerpräsident U. Khurelsukh und der Minister für Innere Angelegenheiten der Republik Indien Rajnath Singh teilgenommen.
In der Raffinerie könnten bis zu 1,5 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr oder 30.000 Barrels am Tag (bpd) verarbeitet werden, erklärte ein Sprecher des Staatsunternehmens Mongol Raffinerie.

Die Raffinerie soll 2022 den Betrieb aufnehmen und den Bedarf der Mongolei an Petroleum, Diesel, Flugbenzin und Flüssiggas (LPG) decken.
2017 hat die Mongolei 1,5 Millionen Erdölprodukte importiert, hauptsächlich aus Russland, das entsprach 18 Prozent aller mongolischen Importe.
Die Kosten für das Projekt werden auf 1,35 Milliarden USD geschätzt, es umfasst zudem eine Pipeline und ein eigenes Kraftwerk.
Verarbeitet werden wird in der Mongolei gefördertes Rohöl, das bisher nach China verkauft wird.
Eine Milliarde der Kosten werden durch einen Kredit der Export-Import-Bank Indiens gedeckt.
Der entsprechende Vertrag war während des Besuchs des indischen Ministerpräsidenten Narendra D. Modi in der Mongolei im Jahr 2015 unterzeichnet worden.

Tourismus

Gercamp
Gercamp © Bormann
Filzschmuck
Filzschmuck © Bormann
Mongolische Tourismusveranstalter auf der ITB
Mongolische Tourismusveranstalter auf der ITB © Bormann
Präsident Elbegdorj eröffnet den Mongoleistand auf der ITB 2015 © Messe Berlin
Präsident Elbegdorj eröffnet den Mongoleistand auf der ITB 2015 © Messe Berlin
August 2018. Khanbogd-Touristencamp im Südgobi-Aimag. © Eva Haase
August 2018. Khanbogd-Touristencamp im Südgobi-Aimag. © Eva Haase

Im Dienstleistungssektor hat sich in den vergangenen Jahren besonders erfreulich der Tourismus entwickelt und ist für das Land zu einer wichtigen Einnahmequelle für Devisen geworden. 

Hauptsaison ist Mai bis September, die Konzepte von Regierung und Tourismusbehörde sehen jedoch vor, die ausländischen Touristen auch für den mongolischen Winter zu begeistern.

2016 verzeichnete die Statistik 471.200 ausländische Besucher, davon 404.163 Touristen.
2017 besuchten 469.309 ausländische Touristen die Mongolei, davon 10.582 aus Deutschland.

Im ersten Quartal 2018 waren es insgesamt 70.498, darunter 785 aus Deutschland und im zweiten Quartal 2018 202.653 insgesamt und 3.594 aus Deutschland.

65 Prozent der ausländischen Besucher reisten aus dem Asien-Pazifik-Raum an, die meisten von ihnen aus China, Japan und Korea. 29,3 Prozent stammten aus Europa.

Neben dem größten staatlichen Tourismusunternehmen "Juulchin" (Reisender) existieren heute zahlreiche private Tourismusanbieter in der Mongolei, die alle über eigene Homepages verfügen, die Website des Ministeriums für Umwelt, Grüne Entwicklung und Tourismus steht allerdings nur in Mongolisch zur Verfügung.

Insgesamt trug der Dienstleistungssektor 51,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt 2016 bei, davon der Tourismus etwa fünf Prozent.

2015 war die Mongolei offizielles Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB), nachdem sie bereits 2011 Kulturpartnerland war.

Der damalige Staatspräsident Ts. Elbegdorj war an der Spitze einer hochrangigen Delegation nach Berlin gereist und hatte am 04. März 2015 den Stand der Mongolei in den Messehallen unter dem Funkturm eröffnet. Am Vorabend war er Gast auf der von mongolischen Künstlern gestalteten Eröffnungsgala im CityCube Berlin.

Die damalige Ministerin für Umwelt, Grüne Entwicklung und Tourismus D. Oyunkhorol erklärte in ihrer Eröffnungsrede, Ziel der Regierungspolitik sei es, den Tourismus nach der Landwirtschaft und dem Bergbau zum wichtigsten Wirtschaftszweig zu entwickeln, 2020 soll er 14 Prozent zum BIP beitragen, jetzt sind es etwas über fünf Prozent.

Ihr Nachfolger im Amt des Umwelt- und Tourismusministers Namsrain Tserenbat setzt diese Linie fort.

Ziel sei es, im Jahr 2020 eine Million Touristen zu begrüßen und die Einnahmen aus dem Tourismus auf eine Milliarde USD zu steigern. 2017 erwirtschaftete der Tourismus 400.000 USD.

Ohne nachhaltigen Naturschutz wird eine Entwicklung des Tourismus  schwer möglich sein. Immer mehr Organisationen und Umweltgruppen haben sich dem Schutz der mongolischen Landschaften und Kulturgüter verschrieben. Allerdings kämpfen sie jeweils für Einzelprojekte.
Der Erfolg ist deshalb noch gering.

Handel

Zamyn Uud - mongolisch-chinesische Grenze
Zamyn Uud - mongolisch-chinesische Grenze © Bormann

Seit Beginn der wirtschaftlichen und politischen Transformationen haben sich im mongolischen Außenhandel große Veränderungen vollzogen.

Mit den gestiegenen Weltmarktpreisen dominieren inzwischen Rohstoffe den Export und wegen der geografischen Nähe konzentriert sich der Außenhandel auf China und Russland.

Im Zusammenhang mit den in- und ausländischen Bergbauprojekten ist der Investitionsbedarf enorm gestiegen und wegen der Preiserhöhungen für mongolische Importgüter (Maschinen, Kraftstoffe) war seit 2007 ein Handelsbilanzdefizit zu verzeichnen, das sich in den letzten Jahren stetig verringerte und schließlich in einem Exportüberschuss mündete.

Wegen der geringeren Nachfrage nach Rohstoffen, vor allem nach Kohle, hatte sich das Außenhandelsvolumen 2015 insgesamt verringert.
Die Exporte sanken auf einen Wert von 3.540,7 Millionen US-Dollar, die Importe auf 2.856,8.

2018 betrug das gesamte Außenhandelsvolumen der Mongolei fast 12,9 Milliarden USD, davon entfielen auf den Export knapp über sieben Milliarden, auf den Import 5,8 Milliarden. 

Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Kupfer, Molybdän, Kohle, Erdöl, Gold, Kaschmir, Textilien, Häute und Därme, die wichtigsten Einfuhrgüter Brenn- und Schmierstoffe, Bergbauausrüstungen, Maschinen, Kraftfahrzeuge und Nahrungsgüter.

90 % der Exporte, hauptsächlich Kupferkonzentrat und Kohle, gehen nach China. Die Wirtschaft der Mongolei ist demzufolge extrem abhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage in China und von den Weltmarktpreisen für Rohstoffe.

Mittlerweile hat China Russland auch als Importland Nr. 1 abgelöst. 37 % der Importe kommen aus China, 26 % aus Russland, es folgen Japan und Südkorea.

Die Mongolei bemüht sich um eine Diversifizierung der Exporte und strebt die Errichtung von Betrieben zur Verarbeitung der einheimischen mineralischen Ressourcen an. In der Leicht- und Lebensmittelindustrie sind die Erfolge bereits sichtbar. Immer mehr Produkte entsprechen internationalen Standards und sehr allmählich bessert sich die Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Produkte gegenüber ausländischen Produkten.

Doch die Proteste einheimischer Produzenten, Viehhalter und Bauern gegen die hohen Importe an Nahrungsgütern mehren sich.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Mongolei in der EU, obwohl das Handelsvolumen der beiden Staaten noch Erweiterungspotenzial bietet.

2015 importierte Deutschland Waren im Wert von 13,3 Millionen Euro aus der Mongolei, hauptsächlich Rohstoffe und Textilien. Im Gegenzug lieferte Deutschland Waren im Wert von 93 Millionen Euro in die Mongolei (Maschinen, Kraftfahrzeuge, Nahrungsgüter und Genussmittel, Elektrotechnik).
2017 stieg das Gesamthandelsvolumen zwischen beiden Ländern auf 140 Millionen USD, wobei nur noch zehn Millionen auf den Export nach Deutschland entfielen.
Die Direktinvestitionen aus Deutschland erreichten 2017 50 Millionen USD, das entspricht einem Anteil von 0,8 Prozent aller Auslandsinvestitionen in der Mongolei. 

1995 haben Deutschland und die Mongolei ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet, das 1996 in Kraft trat. 

Beim Besuch von Kanzlerin A. Merkel 2011 in der Mongolei wurde eine Rohstoffpartnerschaft geschlossen, die der Bundesrepublik mehr Rohstoffsicherheit und der Mongolei ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum bescheren soll.

Die Mongolei und die EU haben 1993 ein auf gegenseitigen Vorteil beruhendes Handel- und Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Im Rahmen des Generalized Scheme of Preferences (GSP+) genießt die Mongolei seit 2006 Zollfreiheit bei 7.000 Produkten für die Einfuhr in die EU.
Auch 2014 gehörte die Mongolei zu den zehn Ländern, die in das GSP+ - Programm aufgenommen wurden.
2015 exportierte die Mongolei 20 Prozent ihrer Waren im Wert von 16 Millionen zollfrei in die EU.
Im Jahr darauf betrug das Gesamthandelsvolumen zwischen der Mongolei und der EU 380 Millionen Euro, davon exportierte die Mongolei Waren im Wert von 67 Millionen Euro und importierte aus der EU Waren im Wert 313 Millionen Euro.
Hauptausfuhrgüter in die EU sind Kleidung, Textilien und Rohstoffe, hauptsächlich Rohkaschmir, Haupteinfuhrgüter sind Maschinen, Chemikalien und Nahrungsmittel.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Im Millennium Development Goals Report (MDG) 2015 wurden der Mongolei zwar Erfolge bei der Reduzierung der Zahl in Armut lebender Menschen bescheinigt, angesichts des durchschnittlichen jährlichen Wirtschaftswachstums von 10 % könnte man damit allerdings nicht zufrieden sein.

Auch das 9. Entwicklungsziel, das die Mongolei 2008 zusätzlich in den Aufgabenkatalog der Millenniumsziele aufgenommen hatte, die umfassende Stärkung der Menschenrechte und die Förderung einer demokratischen Verwaltung, ist bis 2015 nicht erreicht worden. Zu stark sind Wirtschaft und Politik immer noch verflochten, Kompetenzen spielen im Vergleich zu persönlichen Beziehungen nur eine untergeordnete Rolle. 

Inzwischen hat sich die Situation eher verschlechtert.
Die Krise der mongolischen Wirtschaft dauert an, noch Anfang 2016 verzeichneten die Statistiken ein Minuswachstum von 1,4 Prozent.
Erst seit 2017 ist eine Erholung zu beobachten. Im Vergleich der politischen und wirtschaftlichen Transformation von 129 Ländern erreicht die Mongolei laut BTI- Bericht 2018 mit 6,59 von zehn Punkten Rang 34, bei der politischen Transformation mit 7,4 Punkten Rang 28 und bei der ökonomischen Transformation mit 5,79 Punkten Platz 59.

Die Mongolei gehört zu den 193 Unterzeichnerstaaten der Vereinbarungen über die "Nachhaltigen Entwicklungsziele", Sustainable Development Goals (SDG), die auf der UN-Generalversammlung 2015 beschlossen worden sind.
Nach Angaben von UNDP und Weltbank ist die Armutsquote auf knapp 30 Prozent gestiegen.
Gründe dafür sind u. a. das Missverhältnis zwischen Ausbildung und den Erfordernissen des Arbeitsmarktes sowie große Entwicklungsunterschiede zwischen den Regionen. Gefahren berge auch die schmale Basis der Wirtschaft. 40 % der Staatseinnahmen und über 80 % der Exporterlöse stammten aus dem Bergbau, der jedoch nur 3 % der Arbeitskräfte beschäftige.

Im 6. Nationalen Bericht über die menschliche Entwicklung, der im Juni 2016 veröffentlicht wurde, standen die Entwicklungsmöglichkeiten der Jugend - Hindernisse und Chancen, Aufgaben des Staates und der Gesellschaft - im Fokus.

Erfolgreich ist die Mongolei bei der Entwicklung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und beim Aufbau einer Informationsgesellschaft.
21,4 von 100 nutzen das Internet (2016), sechs Jahre früher waren es nur 1,3.
Auf 100 Einwohner kommen 105,1 Mobilfunkverträge (2016).
2015 verfügten allerdings nur 87 von 1.000 Einwohnern über einen Festnetzanschluss.

Laut Human Development Report 2016 liegt die Mongolei mit 0,735 Punkten auf Rang 92 von 188 Ländern.

Hilfe bei der Erfüllung der Aufgaben leisten u. a. die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), UNDP, UNESCO, JICA, USAID und der IWF.

Deutsch-Mongolische Entwicklungszusammenarbeit

Deutsch-Mongolische Bergbau-Universität in Nalaikh © Bormann
Deutsch-Mongolische Bergbau-Universität in Nalaikh © Bormann
Deutsch-Mongolische Entwicklungszusammenarbeit © Privat
Deutsch-Mongolische Entwicklungszusammenarbeit © Privat

Die Grundlagen für die deutsch-mongolische Entwicklungszusammenarbeit wurden in den ersten Regierungsverhandlungen zwischen beiden Staaten 1991 gelegt. Aktuell sind die Schwerpunkte der deutsch-mongolischen EZ die Förderung eines nachhaltigen Rohstoffmanagements, Energieeffizienz und Schutz der Biodiversität. Bei den Regierungsverhandlungen im September 2014 in Ulaanbaatar sagte die Bundesrepublik der Mongolei für 2014/15 Mittel in Höhe von 31,7 Millionen Euro zu.

Diese Mittel wurden bei den Verhandlungen über die Entwicklungszusammenarbeit am 09. Oktober 2018 in Ulaanbaatar um weitere 55 Millionen Euro erhöht.

Die Regierungsverhandlungen zwischen beiden Ländern finden alle zwei Jahre in Ulaanbaatar bzw. in Berlin statt.
Das Geld ist vorgesehen für Projekte in der Energiewirtschaft, im Bergbau und im Bildungswesen. 

Insgesamt leistete Deutschland der Mongolei zwischen 1992 und 2018 finanzielle und technische Hilfe im Wert von 400 Millionen Euro und ist damit nach Japan und den USA der drittgrößte Einzelgeber.

Umgesetzt werden die Programme und Projekte der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungszusammenarbeit durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), , den Senior Experten Service (SES), die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS), die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und das Goethe-Institut.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2019 aktualisiert.

Die Autorin

Dr. Renate Bormann hat Geschichte und Mongolistik an der Martin-Luther-Universität in Halle und an der Mongolischen Staatsuniversität Ulaanbaatar studiert und bis 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet. Von 2000 bis 2009 lebte und arbeitete sie als freie Journalistin in Ulaanbaatar, bereist nach wie vor regelmäßig die Mongolei und berichtet über die aktuellen Entwicklungen im Land auf MongoleiOnline und in der mongolischen Chronik. Seit 1992 ist sie Landestrainerin für die Mongolei an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ.

Literaturhinweise

Nützliche Links und weiterführende Literatur zu den Themen:

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