Strand in Mosambik, © africa-tour.de
Offizieller Name
Republik Mosambik
Fläche
801.590 km²
Einwohner
28,86 Mio. (2017)
Bevölkerungswachstum
2,5 % (2017)
Regierungssitz
Maputo
Amtssprache
Portugiesisch
Regionalsprachen
Emakhuwa, Xichangana, Elomwe, Echuwabo u.a.

Wachstumsstaat am Indischen Ozean

Das Agrarland Mosambik gehört trotz beeindruckender Wachstumszahlen immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt im wenig entwickelten ländlichen Raum von der Subsistenzwirtschaft. Dank seiner reichen Naturressourcen kommen in den letzten Jahren immer mehr internationale Konzerne in das Land, ohne dass die Bevölkerung von deren Großprojekten bislang spürbar profitiert hätte.

Mosambik ist ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und wegen seiner Lage am Indischen Ozean auch für den internationalen Tourismus interessant.

Verkehrstechnisch günstige Lage

Geografische Lage Mosambiks  © afrika süd
Geografische Lage Mosambiks © afrika süd

 

Mosambik liegt an der Südostküste Afrikas. Das Land erstreckt sich über 801.590 qkm vom Rovuma, dem nördlichen Grenzfluss zu Tansania, bis zum Maputo an der Grenze zu Südafrika und Swasiland. Im Westen grenzt es an Simbabwe und Sambia, und Malawi schiebt sich wie ein Keil zwischen West- und Nordmosambik. Die Ostküste liegt der Insel Madagaskar gegenüber, mit der sie die "Straße von Mosambik" verbindet.

Mit seiner 2800 km langen Küste und den bedeutenden Häfen Maputo, Beira und Nacala kommt Mosambik als Mitglied der regionalen Entwicklungsgemeinschaft SADC eine verkehrstechnisch wichtige Rolle im Südlichen Afrika zu. Der größte Fluss der Region, der Sambesi, mündet hier in den Indischen Ozean.

Kartenmaterial

Übersichtskarte Mosambiks mit Zoomfunktion

Weitere Karten

Übersichtskarte von Mosambik
Übersichtskarte Mosambik - Public Domain-Datei

Impressionen

Endlose Sandstrände

Mosambik besticht durch seine endlos langen und wunderschönen Sandstrände. Die 2800 km lange Küste bildet einen flachen bis zu 200 km breiten Streifen, der zunehmend Touristen anzieht. Auch im Landesinneren bieten die einzelnen Provinzen reizvolle landschaftliche Gegensätze von Bergland, Savannen und endlosen Mangrovensümpfen, vor allem in Zentralmosambik.

Video: Die neuen Paradiese: Mosambik - Traumstrände und unberührte Natur

Fotos aus Mosambik sind auf fotocommunity zu sehen, Bilder zu verschiedenen Themen hat Gerald Henziger auf der Afrika-Seite von ENLUMEN zusammengestellt, Alltagsbilder bietet das Mosambik-Album des UN-Welternährungsprograms WFP, weitere Impressionen aus Nordmosambik zeigt der Ilona Hupe Verlag, Fotos über Maputo zeigen das Stadtbild innerhalb und außerhalb der Hauptstadt. Die Fotos von Images of Mozambique zeigen auch die eindrucksvollen historischen Gebäude auf der Insel Mosambik. Die Ilha de Moçambique gehört zum Weltkulturerbe. Informativ ist auch die Seite vom Geographie-Institut der Universität Erlangen oder der Blog Pusteblume Maputo von Britta Hars.

Do Rovuma ao Maputo: Eine virtuelle Reise durch Mosambik mit zahleichen Fotos.

Mangrovenküste
Mangrovenküste nördlich von Maputo © L. Berger/issa
Chire-Fluss,  © Erik Cleves Christensen (CC BY 2.0)
Der Chire-Fluss an der Grenze zwischen den Provinzen Zambezia und Tete. © Erik Cleves Christensen (CC BY 2.0)

Grunddaten

Einen Einstieg in das Land bieten u.a. der landeskundliche Überblick des Auswärtigen Amtes sowie das CIA World Factbook. Landesdaten liefern auch die Weltbank und die UN.

Ausführliche demographische und wirtschaftliche Statistiken liefert das Instituto Nacional de Estatística. Im August 2007 gab es nach 10 Jahren wieder eine Bevölkerungszählung, bei der 60.000 Datenerheber mit Fahrrädern im ganzen Land unterwegs waren. Die Datenauswertung hat lange auf sich warten lassen. Nach den endgültig veröffentlichten Ergebnissen hatte Mosambik laut Census von 2007 20,23 Mio. Einwohner. Das Land gehört zu den bevölkerungsreichen Ländern der Region. Nur in der DR Kongo, in Südafrika und in Tansania leben mehr Menschen. Das Bevölkerungswachstum ist beträchtlich: Die Anzahl der Einwohner ist von 17,4 Mio. im Jahre 2003 auf 22,9 Mio. im Jahre 2011 gestiegen, Mitte 2014 lebten geschätzte 24,69 Mio Menschen in Mosambik, 2015 wurde die 25-Mio.-Marke überschritten. Die für die nächsten Jahrzehnte vorausgeschätzte Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Provinzen zeigen Tabellen des Statistikinstituts.
Nach dem jüngsten Census, der vom 1.-15. August 2017 stattfand, geht das Statistikamt von einer Bevölkerung von über 27 Mio. aus. Die vorläufigen Ergebnisses des Census von 2017, die Anfang 2018 veröffentlicht wurden, setzen die Einwohnerzahl auf 28,86 Mio..

Kinder in Mosambik  © Santos Finiosse, AIM/issa
Bevölkerungswachstum von über 2 Prozent: Kinder in Mosambik © Santos Finiosse, AIM/issa

Indikatoren für menschliche Entwicklung

Mosambik ist ein in weiten Teilen fruchtbares Land, die Regierung hatte sich nach der Unabhängigkeit um eine flächendeckende Grundversorgung bemüht. Der langjährige Bürgerkrieg hat das Land in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen, über die Hälfte der Grundschulen und Gesundheitsposten wurden von der Renamo zerstört. Als Folge hing das Land jahrelang am "Tropf der Entwicklungshilfe", die immer noch einen großen Anteil der Staatsausgaben ausmacht.

Im alljährlichen Human Development Report der UNDP (Erläuterungen zum HDI) rangiert das Land auf Rang 181 (von 188) des HDI-Indexes.

Über 60 Prozent aller Mosambikaner leben in absoluter Armut (PPP 1,25 $). Die Alphabetenrate ist seit 1990 von 33,5 Prozent auf 50,6 Prozent im letzten Bemessungszeitraum gestiegen. Auf der Homepage von issa bzw. afrika süd finden Sie einen Vergleich der sozialen und wirtschaftlichen Indikatoren Mosambiks mit anderen Ländern der Region.

Lebenserwartung (in Jahren) 40,7 (1970-1975) 55,5 (2015)
Sterberate der unter Fünfjährigen 278/1000 (1970) 78,5/1000 (2015)
Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Wasser 36 % (1990) 48,9 % (2015)
Einschulungsrate 43 % (1991) 59 % (2012)
Alphabetenrate (über 15-Jährige) 27,1 % (1980) 58,8 % (2015)

Naturraum

Topografie Mosambiks
Topografie Mosambiks © Sadalmelik (Public domain)

Topografie

Mosambik zeichnet sich durch sehr verschiedene Landschaftszonen aus. Bis auf das im Westen gelegene Bergland, mit dem Monte Binga (2436 m) als höchster Erhebung und einigen Hochplateaus, besteht die Landesfläche zu zwei Fünfteln aus Küstentiefland. Von den Küstenregionen mit ihren Mangroven bis in die trockenen Mopanewälder des Hinterlandes, überall wird menschliches Leben und Handeln hier von der Natur beeinflusst.

Das Hochland ist Teil der Afrikanischen Randstufe, an dessen westlichem Rand Mosambik eines der geologisch ältesten Gebiete dieser Erde aufweist. Innerhalb dieses Ostafrikanischen Grabensystems liegt der große Niassa-See zwischen Malawi und den mosambikanischen Nordprovinzen, in denen das Hochland sich bis zur Küste ausdehnt. Typisch für den Übergang vom Hochland zum Flachland sind die markanten Granit-Inselberge.

Knapp die Hälfte der Landesfläche Mosambiks liegt unter 200 Metern Höhe. Dieses Tiefland schließt sich im Zentrum und Süden direkt an die Küste an und steigt allmählich gegen Westen an. Zahlreiche Flüsse wie der Rio Rovuma an der Grenze zu Tansania, der Rio Lúrio im Norden, der Sambesi und der Save im Zentrum sowie der Limpopo im Süden durchqueren Mosambik. In ihren Flussauen sorgen fruchtbare, in der Regenzeit abgelagerte Sedimente für eine stetige Verjüngung der Böden. Das Sambesi-Delta dehnt sich über rund 120 km entlang der Küste aus. Mit 1,3 Mio. km² ist es ein eigenständiger Naturraum.

Die Küste weist Buchten mit weiten Sandstränden und vorspringenden Klippen auf. An der Bucht von Maputo, Xai-Xai und den sandigen Inseln des Bazaruto-Archipels sind Nehrungen sichtbar, die durch küstennahe Strömungen entstanden sind. Typisch für die Ostküste Afrikas sind die Korallenriffe, die von den warmen Meeresströmungen profitieren. Um eine Erosion der Küste zu verhindern, ist das Bebauen der Küstendünen untersagt, doch diese Vorschrift wird wegen des wachsenden Touristenandrangs immer wieder missachtet.

Inselberge Nampula
Inselberge in der Provinz Nampula © L. Berger/issa
Strand bei XaiXai
Strand mit Korallenriffs bei XaiXai © L. Berger/issa

Bodenschätze

Zum Teil noch wenig erschlossen sind die reichhaltigen Bodenschätze wie Kohle, Salz, Bauxit, Eisenerze, Gold, Erdgas, Titan, Aluminium, Edel- und Halbedelsteine. In den Provinzen Tete und Manica im Westen des Landes finden sich die größten und wichtigsten mineralischen Rohstoffvorkommen. Dort wird Kohle in meist hoher Qualität abgebaut. Das in den Schwersand-Lagerstätten an der Küste gewonnene Titaneisen enthält Rutil, Monazit und Zirkon. Zahlreiche Unternehmen sind an der Erkundung nach Erdöl- und Erdgasfeldern beteiligt. Reichhaltige Erdgasfelder gibt es z.B. in Temane und Pande in der Provinz Inhambane sowie im Rovuma-Becken im Norden.

Klima

In Mosambik herrscht Savannenklima mit einer feuchten und einer trockenen Jahreszeit vor. Der Süden wird den sommerfeuchten Tropen zugeordnet. In der Regenzeit (November bis April) fallen rund 80 Prozent der Jahresniederschläge. Diese schwanken je nach Region zwischen 700 und 1500 mm pro Jahr. Die Temperaturen sind während der Regenzeit schwül-heiß (tropisch), die Trockenzeit ist vor allem durch deutlich kühlere Nächte gekennzeichnet. Das ganze Jahr liegen die Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, im Inland auch bis 35 °C. Die Nächte sind bei rund 15 bis 25 °C besonders an der Küste teilweise sehr schwül. Klimadiagramme mehrerer Städte zeigen, dass die Tagestemperaturen in der Hauptstadt Maputo im Süden in der Regel unter der 30 °C-Marke bleiben, während das Thermometer in Tete in den heißesten Monaten auch deutlich über 38 °C steigen kann.

Mosambik wird immer wieder von Dürreperioden und von Zyklonen mit dementsprechenden Starkregenereignissen und folgenden Überschwemmungen heimgesucht, etwa durch den Zyklon Hellen im März 2014 oder den Zyklon Dineo im Februar 2017, der vor allem über der Inhambane-Provinz wütete. Das UN-Nothilfe-Informationssystem ReliefWeb meldete für März 2017 2,3 Millionen Personen im Krisenzustand.

Flora und Fauna

Gorongosa-Nationalpark © africa-tour.de
Gorongosa Nationalpark © africa-tour.de
Schmetterlingsfink © Stig Nygard (CC BY 2.0)
Blaubrüstiger Schmetterlingsfink auf der Ilha de Moçambiqu © Stig Nygard e (CC BY 2.0)
Gorongosa-Nationalpark © africa-tour.de
Flora im Gorongosa-Nationalpark © africa-tour.de
Elefant © Leandro Neumann Ciuffo (CC BY 2.0)
Der Bestand der Elefanten erholt sich. © Leandro Neumann Ciuffo (CC BY 2.0)

Mosambik hat eine reichhaltige Biodiversität mit zwei deutlich voneinander unterscheidbaren Vegetationszonen. Die überwiegende Vegetation ist geprägt durch die Trockensavanne mit trockenem Grasland und einigen Trockenwäldern. Typisch für die Baumsavanne, den Mopane, ist das teilweise Abwerfen des Laubes in der Trockenzeit und Ergrünen im Laufe der Regenzeit. In trockeneren Regionen wachsen Schirmakazien und Affenbrotbäume. Das Gras ist in der Trockenzeit braun und verdörrt, wird aber während der Regenzeit bis zu zwei Meter hoch. Eine andere Vegetationsform findet sich an der Küste. Die Küstenvegetation unterscheidet sich mit ihren Kokospalmen stark von der Vegetation des übrigen Landes. Wichtig für den Küstenschutz sind die Mangroven, welche die flachen und sumpfigen Küstenregionen beherrschen.

Die Fauna gleicht der Tierwelt, wie sie im benachbarten Krüger-Nationalpark Südafrikas bekannt ist: Elefant, Nilpferd, weißes und schwarzes Nashorn, Zebra, Hyäne, Löwe, Leopard, Schakal, Warzenschwein, Büffel, Antilope und viele Affenarten. Allerdings sind im Bürgerkrieg zahlreiche Großtiere getötet worden. Der Elefantenbestand im Gorongosa-Nationalpark etwa ist während des Krieges von 3000 Tieren auf 120 gesunken. Mittlerweile sind Programme zur Erholung des Wildbestandes aufgenommen worden; der Park wurde im April 2008 wieder für den Tourismus geöffnet. Harvard-Wissenschaftler untersuchen neuerdings mit Hilfe junger Mosambikaner die Insektenartenvielfalt im Unterholz und Grasland, um die Wiederbesiedlung mit Großwild besser koordinieren zu können.

Unter den Reptilien gibt es Krokodile, Eidechsen, Pythonschlangen usw. Mosambik bietet auch eine herrliche Vielfalt von etwa 600 Vogelarten; besonders typisch sind Arten, die in trockenen Zonen beheimatet sind.

Ein Teil des Staatsgebietes ist unter Schutz gestellt. Zu diesen Schutzgebieten gehören neben dem Gorongosa-Park u.a. der Limpopo Nationalpark, der zusammen mit dem Kruger-Nationalpark in Südafrika und dem Gonareshou-Nationalpark in Simbabwe den grenzübergreifenden Great Limpopo Transfrontier Park bildet, der Quirimbas-Nationalpark in Cabo Delgado, das Bazaruto Archipelago, der Banhine-Nationalpark in Gaza, der mit einem Nationalpark in der Uckermark kooperiert, oder der Zinave-Park in Inhambane. In letzteren sollen innerhalb von drei Jahren 7.500 Wildtiere aus anderen afrikanischen Ländern umgesiedelt werden.

Im nordöstlichsten Winkel Mosambiks liegt das Luwire Game Reserve, das Teil des Niassa National Reserve ist. Durch die Abgeschiedenheit der Region hat sich dort eine Unberührtheit von Flora und Fauna erhalten. Das Gebiet wurde mit Hilfe einer Investoren- und Hotelgruppe in ein Artenschutzgebiet umgewandelt. Die Regierung dürfte in der Frage von Nachhaltigkeit und Politik eher ökonomische Aspekte sehen, die Berücksichtigung sozialer Belange wie die Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Nationalparkprojekte ist daher kein Selbstläufer, sondern braucht eine wache Zivilgesellschaft.

Ökologische Probleme

Müllhalde von Maputo Foto: L. Berger
Müllhalde von Maputo © L. Berger/issa

Der Umweltschutz ist in der Verfassung von 1990 verankert und 1997 in ein Umweltgesetz gegossen worden. Das war dringend geboten, denn unter dem langen Krieg haben Umwelt und Naturreichtum stark gelitten. Kriegsbedingte Landflucht ließ die Städte rasch wachsen, in deren Umgebung wurden die Wälder rigoros abgeholzt. Dabei wurden auch die üppigen Mangrovenwälder nicht verschont, die in weiten Teilen die Küste vor den hereinbrechenden Fluten des Indischen Ozeans schützen.

Alarmierend sind auch Berichte über illegale Holzhändler aus China, die ungehemmten Raubbau am Tropenholz in der Provinz Zambezia betreiben. Seit 2005 gibt es ein Gesetz, das den Gemeinden einen 20-prozentigen Anteil an den Waldnutzungsgebühren zugesteht, die Holzfäller oder die Holzindustrie für die Waldnutzungslizenz oder Konzession an den Staat als Gebühr zahlen. Nach Jahren wachsenden illegalen Holzeinschlags werden mittlerweile Vorschläge diskutiert, wie die Regierung mit Chinas Holzhändlern und Konzessionsinhabern eine nachhaltigere Forstwirtschaft vereinbaren kann.

Ein Raubbau mit Gütesiegel sind geplante Eukalyptusplantagen, die das norwegische Unternehmen Green Resources auf einer Fläche von 70.000 Hektar in der Provinz Nampula anpflanzen möchte. Der Bevölkerung droht der Verlust von Flächen für den Nahrungsmittelanbau. Zudem braucht Eukalyptus riesige Mengen Wasser.

Ebenso beunruhigend sind Meldungen, wonach 40 Prozent der Landfläche Mosambiks für den Anbau der Jatropha-Pflanze genutzt werden sollen, um daraus Bio-Diesel zu gewinnen. Nach den warnenden Stimmen wegen der mit einer solchen Monokultur verbundenen Auswirkungen auf die Artenvielfalt und das Klima haben die Behörden bislang nur einen Teil der zahlreichen Anträge auf Konzessionen für den Jatropha-Anbau genehmigt.

Verschiedene Petitionen von Organisationen wie Force Change oder Care2 wenden sich gegen die Ausbeutung der Natur durch Landnahme. Dem Spiegel-Journalisten Bartholomäus Grill wurde eine Recherche über die Nashorn-Wilderei im Limpopo-Nationalpark fast zum tödlichen Verhängnis, als aufgebrachte Bodyguards der Wildererbosse ihn zu lynchen drohten. Der illegale Handel mit den Nashörnern, deren Mehl in Vietnam als begehrtes Heilmittel gilt, hat ein gefährliches Ausmaß angenommen, das den sozialen Frieden in dieser Region gefährdet. Ganze Syndikate und Diplomaten aus Nordkorea profitieren von der Wilderei.

Mosambiks Aluminiumschmelze Mozal bei Maputo lässt seine Produktion weiter ununterbrochen laufen, dabei wird hochgiftiger, ätzender Fluorwasserstoff freigesetzt, der durch zwei Filteranlagen zur Rauchgasbehandlung in die Umwelt entlassen wird. Weil diese Filteranlagen marode sind, sollen sie renoviert werden, dabei soll die Produktion aber aus Kostengründen nicht still stehen. Umweltorganisationen sind empört darüber, dass das Umweltministerium dem Unternehmen für den Zeitraum von vier Monaten erlaubt hat, seine Schadstoffe ungefiltert in die Luft zu entlassen. Angeblich würden die Emmissionswerte unterhalb der Grenzwerte der WHO bleiben. Mosambik ist in den negativen Umweltfolgen einer Industriegesellschaft angekommen.

Mosambiks Anteil an den weltweiten CO2-Emmissionen ist zwar insgesamt unbedeutend, doch die Auswirkungen durch den Klimawandel sind im Großraum Maputo durch nachlassende Wasserqualität, Verwüstung und Erosion der Küste, Verlust von Agrarland und Verschwinden der Mangroven-Bestände deutlich spürbar. Mit Unterstützung internationaler NRO wie Save the Children entwickeln die für Entwicklung zuständigen Ministerien mit den Distriktbehörden Strategien zur Klimaanpassung auf lokaler Ebene. Erste Projekte starten im Guija-Distrikt im Südwesten Mosambiks. In Beira wird die Bevölkerung darauf eingestimmt, beim Sammeln von Müll aus versandeten Flüssen und an der Küste mitzuhelfen.

Die Kosten für den Klimawandel werden für den Zeitraum von 2003 bis 2050 auf 2 bis 7 Mrd. US-Dollar geschätzt. Wie extrem die Auswirkungen durch den Klimawandel sind, zeigte die monatelange Trockenheit im Südlichen Afrika 2016, ausgelöst durch das Wetterphänomen El Niño. Für Mosambik war es die schlimmste Dürre seit 35 Jahren.

Wegen seiner touristischen Attraktivität kommt dem Ökotourismus in Mosambik eine zunehmende Bedeutung zu. Wachsende Besucherzahlen auf den Bazaruto-Inseln, die im Dezember 2001 zum maritimen Naturreservat erklärt wurden, bereiten den Umweltschützern allerdings Sorge und gefährden die Kleinfischerei. Bedroht ist das Überleben der Mantarochen, die auf dem chinesischen Arzneimittelmarkt landen. Auch um den Delphinschutz im Archipel ist es schlecht bestellt.

Die Nordprovinz Niassa weist eines der weltweit größten geschützten Miombo-Ökosysteme auf. Der Waldreichtum macht Mosambik attraktiv für sog. REDD-Projekte im Rahmen des Klimaschutzes durch vermiedene Entwaldung. Dem Umweltministerium liegen Anträge von Carbon Trading Companies für Projekte vor, in denen sie für den CO2-Emissionshandel Waldflächen nutzen wollen, die etwa ein Drittel der gesamten Fläche Mosambiks umfassen. Das Ministerium hat Mitte 2012 bekannt gegeben, in absehbarer Zeit keine weiteren Projekte solcher Privatfirmen zu genehmigen. Die Debatte um die Vor- und Nachteile solcher REDD-Projekte wird auch in der Zivilgesellschaft kontrovers geführt.

Die Mosambik-Seite von African Climate Voices hat umfangreiche Regierungs-, NRO- und Forschungsberichte zum Klimawandel in Mosambik zusammengestllt. Den Stand der Gesetzgebung zum Klimawandel und einen Überblick über die Handlungsfelder liefert das Grantham Research Institute on Climate Change and Environment. Die Politik der Weltbank in Bezug auf die Förderung einer CO2-armen Entwicklung untersucht eine Studie, die in Zusammenarbeit mit Friends of the Earth Mozambique vom Bank Information Center herausgegeben wurde.

Umsiedlung von Flutopfern © David Gough/IRIN
Umsiedlung von Flutopfern in Caia © David Gough/IRIN

Hochwasserschutz

Nicht erst die große Flutkatastrophe von 1999/2000 hat gezeigt, dass Mosambik auf Grund seiner geographischen Lage immer wieder anfällig für Naturkatastrophen wie Flutwellen und Zyklone ist. Wenn es im Südlichen Afrika heftig regnet und die Nachbarstaaten ihre Schleusen öffnen, können Flüsse wie der Limpopo oder der Sambesi kräftig ansteigen. Hochwasser-Alarm gibt es fast regelmäßig jeden Januar und Februar, wenn heftige Regenfälle zu Überschwemmungen führen.

Aus dem Desaster von 2000 wurden Konsequenzen gezogen: Mit Hilfe des vom deutschen Auswärtigen Amt beauftragten "Zentrums für satellitengestützte Kriseninformationen" wurde ein Mosambik-Flut-Informationssystem entwickelt, das zu einer effektiveren Hilfe bei Flutkatastrophen beiträgt. Die GIZ hat im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der Provinz Sofala am Rio Búzi zusammen mit lokalen Kräften ein Flut-Frühwarnsystem etabliert, das erfolgreich mit Regierungsstellen und der Bevölkerung zusammenarbeitet. Die Menschen haben gelernt, die Gemeindenachbarn vor herannahenden Zyklonen mit blauen, gelben und roten Fahnen zu warnen.

Die Rote-Kreuz-Filialen der sieben Anrainerstaaten des Sambesi – neben Mosambik sind das Angola, Botswana, Malawi, Namibia, Sambia und Simbabwe – haben zusammen mit den Red Crescent Societies (IFRC) ein Auffangprogramm für die 600.000 Anwohner des Stromes entwickelt. Die Zambezi River Basin Initiative, die am 25. Juni 2009 ihren Startschuss erhielt, ist eine Antwort auf den dramatischen Anstieg von Überflutungen des Flusstals.

Das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affiars informiert regelmäßig über die Notlage bei Fluten.

Eine Früherkennung und rasche Warnung der Bevölkerung ist auch bei einem möglichen Erdbeben notwendig. Mosambik liegt am Ende des Ostafrikanischen Grabensystems, das sich über 3000 km von Äthiopien bis zum Sambesi erstreckt. Unter diesem Graben verschieben sich die Erdplatten, was zu heftigen Erderschütterungen führen kann, wie zuletzt 2006 in der Manica-Provinz und im benachbarten Malawi. Das damalige Erdbeben hatte eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala, ähnlich dem verheerenden Erdbeben in Haiti Anfang 2010. Mosambik hat aber erst einen Erdbebenspezialisten, auf ein schlimmeres Erdbeben ist es noch nicht vorbereitet.

Sozialraum

Panoramablick auf Maputo
Panoramablick auf Maputo © L. Berger/issa

Bevölkerung und Stadtentwicklung

Zwei Drittel der Bevölkerung Mosambiks leben auf dem Lande, zumeist in locker gestreuten Siedlungen, der Rest verteilt sich auf den Großraum Maputo und die übrigen Städte des Landes. In der Hauptstadt Maputo, die eigentlich für 400.000 Bewohner geplant war, leben heute über 1,2 Million Menschen. Nach den neusten Zahlen des Zensus von 2017 hat das angrenzende Matola mit 1,6 Mio. Einwohnern Maputo als größte Stadt Mosambiks mittlerweile überholt. Mit 743.125 Einwohnern ist die nördliche Provinzhauptstadt Nampula drittgrößte Stadt, noch vor Beira, das 533.825 Menschen zählt. Es folgen Chimoio, Quelimane und Tete, die alle drei zwischen 300.000 und 400.000 Einwohnern haben.

Maputo ist eine pulsierende Stadt und gehört zu den am schnellsten wachsenden Metropolen Afrikas, die ihr Gesicht, nicht zuletzt dank chinesischer Investitionen, schnell verändert. Die Stadtentwicklung in Mosambik ist von einer starken Hauptstadtdominanz geprägt. Nur 14 Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf die Zentralprovinzen Zambezia, Nampula und Sofala konzentriert. 2012 waren 39 Prozent der Bevölkerung Mosambiks an die Stromversorgung angeschlossen.

Maputo und die Provinzstädte Mosambiks bestehen aus einem von den Portugiesen errichteten geometrisch aufgebauten Stadtkern, der sog. Zementstadt ("Cidade de Cimento") für die Wohlhabenderen, und der umliegenden Strohstadt ("Cidade de Caniso"), den Vierteln mit strohbedeckten Rundhäusern und Häusern mit Wellblechdächern für den Rest der Bevölkerung.

Mit der zunehmenden Urbanisierung wachsen die Wohnprobleme der Städte. Drei Viertel der städtischen Einwohner leben laut dem Mozambique Urban Sector Profile von UN-Habitat in informellen Siedlungen und Slums, viele haben keinen Zugang zu Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und zu Gesundheitsdiensten. Der Häusermarkt bietet nur wenig Kreditmöglichkeiten, die Kosten für den Hausbau oder -kauf sind extrem hoch. Alternative Planungskonzepte für Maputo betonen die Bedeutung der Zugangs zu urbanen Landrechten. Zur Stadtentwicklung in Maputo, Nacala und Manica hat UN-Habitat ein gesondertes Mozambique Cities Profile herausgegeben.

Die nördlichen Provinzen und die Küstenzone haben hohe islamische Anteile. Die Katholiken überwiegen in den zentralen Provinzen. Die Mehrzahl der Protestanten lebt in den südlichen Provinzen.

Verkehrswege

Bahnhof von Maputo © AIM/issa
Bahnhof von Maputo © AIM/issa
Eisenbahnspur © Britta Hars
Eisenbahnspur im Süden © Britta Hars

Mosambik verfügt als klassisches Transitland für die Binnenstaaten im Südlichen Afrika über ein gutes Verkehrsnetz zwischen seinen größeren Städten und Häfen und den Grenzen des Landes. Wegen seiner Transitfunktion ist die Verkehrsinfrastruktur des Landes jedoch stark auf die West-Ost-Verbindung ausgerichtet. Mit Ausnahme der mittlerweile fertig gestellten Nationalstraße N1 gibt es wenig Verbindung zwischen den einzelnen Korridoren.

Das Bahnnetz mit insgesamt 4.787 km Länge gilt als eines der am besten entwickelten Schienennetze in Afrika. Weil die Verkehrswege vorwiegend auf die Bedürfnisse seiner Anrainerstaaten ausgerichtet sind (siehe Karte Southern African Rail Network), verlaufen die Strecken der drei Eisenbahnverwaltungen der Caminhos de Ferro de Moçambique (CFM) von Ost nach West und sind nicht miteinander verbunden:

  • CFM Norte mit der Linie vom Hafen Nacala nach Malawi (und weiter nach Blantyre) und einer Nebenstrecke nach Lichinga. Es gibt Pläne, die Nacala-Linie quer durch die Region mit der Namibe-Linie in Angola zu verbinden.
  • CFM Centre mit der Strecke durch den Beira-Korridor nach Simbabwe (und weiter nach Harare) sowie die Sena-Linie zum Südzipfel Malawis mit einem Abstecher nach Moatize, wo Kohle abgebaut wird. Zudem gibt es eine isolierte Linie von Quelimane nach Mocuba (Video zum Wiederaufbau der Sena-Linie vom Dezember 2009).
  • CFM Sul mit der Linie durch den Maputo-Korridor nach Südafrika (Johannesburg) sowie die Limpopo-Linie nordwestlich nach Simbabwe und eine weitere Linie nach Swasiland.
Straßentransport © F. Mira  (CC BY-SA 2.0)
Straßentransport © F. Mira (CC BY-SA 2.0)
Internationale Flughafen Maputo © Viljami Aarbakke (CC BY 2.5)
Internationale Flughafen Maputo © Viljami Aarbakke (CC BY 2.5)

Seit 1993 hat Mosambik, mit Unterstützung internationaler Geldgeber, große Anstrengungen übernommen, um die Verkehrswege des Landes, die durch den Bürgerkrieg und mehrere Naturkatastrophen heftige Schäden erlitten haben, zu rehabilitieren. Entlang der Nationalstraße zwischen Maputo und Beira sind alle Kriegsschäden repariert, die nördlichen und abgelegenen Landesteile sind aber immer noch schwer zugänglich, weil ein Großteil der Straßen nicht befahrbar ist. Das mosambikanische Straßennetz erstreckt sich über 30.400 km, davon sind etwa 6.303 km asphaltiert. Um sowohl das landwirtschaftliche als auch das touristische Potenzial des Landes besser nutzen zu können, will die Regierung bis 2019 2100 km Straßen asphaltieren, weitere 2.800 km reparieren und 57 Brücken sanieren.

Seit 2014 wird an der Brücke von Maputo nach Katembe gearbeitet. Mit einer Spannbreite von 680 Metern wird die Brücke nach ihrer Fertigstellung 2018 die längste Hängebrücke Afrikas sein. Die von China mit 726 Mio. US-Dollar gebaute Brücke soll die ökonomisch wichtige Verbindung nach Südafrika erleichtern, den Tourismus ankurbeln und am Südufer der Hauptstadt für einen Bevölkerungsboom sorgen. 

Auch die Binnenschifffahrtswege mit einer Länge von 3750 km sind für den Güterverkehr von großer Bedeutung. Internationale Flughäfen bieten Beira und Maputo, seit Dezember 2014 auch Nacala. 21 weitere geteerte Flughäfen befinden sich zumeist in den Provinzhauptstädten, die restlichen 79 Flughäfen sind eher als Landepisten zu bezeichnen. Mit chinesischer Hilfe von 75 Mio. US-Dollar ist der Flughafen von Maputo modernisiert und ausgebaut worden und hat ein neues Terminal für den internationalen Flugverkehr erhalten, das eine Kapazität von 900.000 Passagieren pro Jahr hat. Im Oktober 2012 wurde zudem ein neuer Terminal für Inlandsflüge eröffnet, im März 2014 ein neuer Terminal für Pemba.

Nationale Symbole

Flagge Mosambiks
Flagge Mosambiks
Wappen Mosambíks

Das Erscheinungsbild der Flagge Mosambiks hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Die heutige Nationalflagge Mosambiks besteht seit Mai 1983. Die Farbe Grün steht für den fruchtbaren Boden, Rot für den Freiheitskampf, Schwarz für den afrikanischen Kontinent und Gelb für die Bodenschätze des Landes. Das Staatswappen besteht seit September 1982.

Mosambiks Nationalhymne war nach der Unabhängigkeit ganz auf die Frelimo als einziger Staatspartei abgestimmt, nach den Mehrparteienwahlen im Jahre 2002 erhielt Mosambik mit dem von Justino Sigaulane Chemane komponierten Lied "Patria Amada" eine neue Hymne, die sich vom Chor gesungen geradezu wohltuend abhebt von der militaristischen Interpretation der alten Hymne.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2018 aktualisiert.

Über den Autor

Lothar Berger, M.A., geb. 1953, Studium der Ethnologie, Afrikanistik, Soziologie und Musikwissenschaften.

Langjähriger Redakteur von afrika süd in der informationsstelle südliches afrika (issa), Bonn.

Mosambik aktuell

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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