Motorräder - die Verkehrsmittel des kleinen Mannes - sind in Yangon verboten
Währung
Kyat (MMK)
Wechselkurs
1.634 pro € (April 2018)
Zeitzone
+ 5,5 (Sommerzeit: + 4,5)
Landesvorwahl (Telefon)
+95
Klima (für Hauptstadt)
tropisch

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Es gilt Visumspflicht. Visa werden von der Botschaft Myanmars in Berlin ausgestellt. Die Kosten für ein Touristenvisum betragen 25 € bzw. 30 US-$. Über andere Visa informiert eine Übersicht der Botschaft. Die Bearbeitungszeit für Visaanträge in der Berliner Botschaft dauert in der Regel nicht mehr als eine Woche. Reisende, die zu spät dran sind, können aber bei der Botschaft Myanmars in Bangkok (132 South Sathorn Rd.) in der Regel in ein bis zwei Tagen ein Visum bekommen. Die Möglichkeit, am Flughafen Yangon ein Visa on Arrival zu beantragen, gilt bisher nicht für Individualtouristen. Die Einreise nach Myanmar muss spätestens 3 Monate nach Visaerteilung erfolgen.

Der Aufenthalt für Touristen ist auf 28 Tage beschränkt. Bei einer Überschreitung dieses Zeitraums werden 3 US-$ pro Tag berechnet. Dazu muss am Flughafen das Büro der Immigration aufgesucht werden. Es kann aber sein, dass Hotels nach einem Blick in den Pass die Übernachtung über den Zeitraum des bewilligten Aufenthaltszeitraums verweigern.

Die Reise- und Sicherheitshinweise der Auswärtigen Amtes sollten beachtet werden.

Geld und Geldtransfer

Währung: 1 Kyat = 100 Pya (nicht mehr im Umlauf). Banknoten gibt es von 1 bis 10.000 Kyat.

Geldwechsel: Euros und Dollar können mittlerweile in zahlreichen Banken der großen Städte sowie in einigen Hotels gewechselt werden. Hier ist der Pass vorzulegen. Es wird davor gewarnt, Geld bei privaten Geldwechslern einzutauschen. Die Zentralbank informiert über den jeweiligen Wechselkurs. - Verschmutzte oder beschädigte Dollarnoten werden fast überall nicht angenommen.

Geldautomaten: Seit Ende 2012 gibt es an vielen Stellen Geldautomaten, an denen man Kyat, aber keine ausländische Währung, abheben kann. Nach Berichten von Reisenden werden alle geläufigen Karten angenommen. Es werden bis zu 300.000 Kyat (knapp 300 Euro) ausgezahlt. Jede Transaktion kostet 5000 Kyat (knapp 5 Euro).

Kreditkarten werden als Zahlungsmittel in vielen Touristenhotels und einigen Geschäften mittlerweile akzeptiert. Es sollten aber sicherheitshalber auch immer US-Dollars vorrätig sein.

Devisenbestimmungen: Die Ein- und Ausfuhr ist unbeschränkt, Deklarationspflicht besteht ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 US-Dollar.

Wechselschalter in einer Bank in der Nähe der Sule-Pagode
Wechselschalter in einer Bank in der Nähe der Sule-Pagode /© H.-B. Zöllner
Geldautomat
Geldautomat / © H.-B. Zöllner

Hintergrundformationen zu den Banknoten

Nach der Unabhängigkeit Myanmars trugen alle Banknoten das Bild des Nationalhelden Aung San.

Um den Handel auf dem Schwarzmarkt zu treffen, wurden in der sozialistischen Periode mehrmals bestimmte Geldnoten für ungültig erklärt. Die letzte dieser Maßnahmen erfolgte im September 1987. Damals wurden die zwei Jahre zuvor eingeführten 25-, 35- und 75-Kyat-Noten entschädigungslos für ungültig erklärt und durch Noten im Wert von 45 und 90 Kyat ersetzt. Die Zahl "9" als Quersumme der neuen Noten galt als die Glückszahl von Ne Win.

Nach dem Auftreten von Aung San Suu Kyi auf der politischen Bühne verschwand das Bild ihres Vaters von den Banknoten. Die Werte der nach 1988 in Umlauf gebrachten Banknoten spiegeln wider, dass der reale Wert des Kyat zum Dollar ständig sank. Die 5.000-Kyat-Note wurde 2009 herausgebracht, die 10.000-Kyat-Note 2012.

Wohnen, Versorgung und Öffnungszeiten

Im Zuge der Liberalisierung und des Ansturms internationaler Geber und Geschäftsleute sind die Preise für Hotels und Gästehäuser erheblich gestiegen. Die in älteren Reiseführern angegebenen Preise haben sich mittlerweile stark erhöht. Auch kann in der Hauptsaison nicht mehr damit gerechnet werden, ohne Reservierung eine passende Unterkunft zu finden. Häuser und Apartments für Residents waren schon immer sehr teuer. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Maklerfirmen. Am besten fährt man nach wie vor bei einer Vermittlung über persönliche Kontakte.

Grundstück in einer Seitenstraße der Pyi Road in der Nähe des Flughafens
Grundstück in einer Seitenstraße der Pyi Road in der Nähe des Flughafens /© H.-B. Zöllner
Sedona-Hotel, einer der älteren Hotelneubauten,in der Kaba Aye Pagoda Rd. am Inya See
Sedona-Hotel, einer der älteren Hotelneubauten,in der Kaba Aye Pagoda Rd. am Inya See / © H.-B. Zöllner

In Yangon und anderen großen Städten gibt es mittlerweile eine Reihe von Supermärkten, in denen es fast alles zu kaufen gibt, was der westliche Geschmack verlangt. In Yangon gibt es zudem einige Feinkostläden, die sich auf Produkte für ausländische Residents spezialisiert haben.

Die Geschäfte haben in der Regel an sieben Tagen in der Woche geöffnet, und zwar überwiegend zwischen 10 und 20 Uhr. Behörden und Banken haben am Wochenende geschlossen. Ihre Öffnungszeiten variieren. Als "Kernzeit" kann der Zeitraum von 10 bis 16 Uhr angenommen werden.

Eingang eines modernen Kaufhauses in der Pyi Rd.
Eingang eines modernen Kaufhauses in der Pyi Rd. /© H.-B. Zöllner
Nächtlicher Verkaufsstand in der Stadtmitte
Nächtlicher Verkaufsstand in der Stadtmitte / © H.-B. Zöllner

Reisen und Verkehr

  • Auto: Die meisten von Touristen genutzten Straßen befinden sich in einem akzeptablen Zustand. Jenseits der Hauptverkehrsstraßen sieht es allerdings anders aus. Autos können mit Fahrer gemietet werden, Autovermietungen für Touristen gibt es (noch) nicht. Für die Nutzung der preiswerten Nahverkehrsbusse in den Städten ist eine genaue Kenntnis der Routen notwendig. Ausländer nutzen in der Regel Taxis, von denen es sehr viele (und oft alte) gibt. Der Preis ist vor Antritt der Fahrt auszuhandeln - auch wenn sich das Taxi sich als "Meter Taxi" ausgibt.
  • Bus: Zwischen den größeren Orten bestehen regelmäßige und gute Busverbindungen. Es existieren mittlerweile zahlreiche Gesellschaften, die die einzelnen Strecken bedienen. Das Fahren mit diesen Bussen ist sehr preiswert und relativ bequem. Man hat eine Sitzplatzreservierung und muss nicht mit überfüllten Bussen rechnen. Der große Busbahnhof Aung Mingalar liegt hinter dem Flughafen. Man muss entweder ein Taxi nehmen (Richtpreis: 6000 Kyat) oder sich nach einem Zubringerbus erkundigen. 
  • Eisenbahn: Das Schienennetz ist über 5.400 km lang und wird ausgebaut. Die Züge fahren generell langsam. Buchungen sind über Reisebüros im Voraus möglich. Die Reisen sind nicht auf allen Strecken bequem. Die Fahrt nach Mandalay etwa ähnelt immer noch teilweise einem Ritt auf einem Rodeo-Pferd. Das zuständige Ministerium plant Verbesserungen und eine Erweiterung des Streckennetzes.
Bahnhof Yangon, Gleis 1
Bahnhof Yangon, Gleis 1 / © H.-B. Zöllner)
Ein Zug auf der Strecke von Lashio nach Mandalay überquert den berühmten Gokteik Viadukt im Schan Staa
Ein Zug auf der Strecke von Lashio nach Mandalay überquert den berühmten Gokteik Viadukt im Schan Staat. / © Bernhard Heiser, www.asiaphoto.de
Der 1999 fertig gestellte Flughafen in Mandalay ist der größte des Landes. Er liegt 35 km von Mandalay entfernt, aber die geplante Kapazität der Abfertigung von 3 Millionen Fluggästen im Jahr ist noch längst nicht erreicht.
Der 1999 fertig gestellte Flughafen in Mandalay ist der größte des Landes. Er liegt 35 km von Mandalay entfernt, aber die geplante Kapazität der Abfertigung von 3 Millionen Fluggästen im Jahr ist noch längst nicht erreicht. / © H.-B. Zöllner
  • Flugzeug: Es gibt in Myanmar eine Reihe von Flughäfen und mehrere Fluglinien. Die deutsche Botschaft in Yangon weist darauf hin, dass einige Linien veraltetes Fluggerät nutzen und die Wartung zu wünschen übrig lassen könnte. Sie empfiehlt die Gesellschaft FMI, weil sie kleine Düsenmaschinen benutzt, die von ausländischen Piloten geflogen werden. Der Name der Linie steht für "First Myanmar Investment Co.", eine Holding des Tycoons Serge Pun, der ersten Firma, die sich 2016 an der neu eröffneten Börse Yangons registrieren ließ.

Und dann gibt es auch noch die ganz besonderen Transportmittel für besondere Gelegenheiten. Dazu gehören in vielen Städten die Fahrradrikschas und hier, auf dem steilen Weg hoch zum Goldenen Felsen (Kyaik Tiyo) eine Art Sänfte. Sie erleichtert den langen Aufstieg zu dem in 1.000 m Höhe gelegenen Felsen - und schont die Umwelt, die durch die zahlreichen Kleinlaster, die faule Pilger nach oben fahren, stark belastet wird.

Der Goldene Felsen ...
Der Goldene Felsen ...
--- und eine Möglichkeit, ihn zu erreichen.
--- und eine Möglichkeit, ihn zu erreichen / © Alexander Ohle

Sicherheit für Ausländer

Generell ist das Reisen für Touristen in Myanmar gefahrlos, sofern sich der Reisende an die gelten Bestimmungen hält, sich also nicht in gefährliche Grenzgebiete begibt. Er sollte zudem vermeiden, Fotos von sensiblen Gebäuden (Militäranlagen und Ähnliches) zu machen. Mit zunehmender Liberalisierung besteht die Gefahr, dass auch die Kriminalitätsrate im Lande steigt. Der Reisende sollte seinen Reisepass immer dabei haben. Reisen in die klassischen Touristengebiete sind ohne Weiteres möglich. Bei Interesse an “besonderen” Touren sollte ein lokales Reisebüro konsultiert werden. Über besondere Gefahrenlagen informiert der Internetauftritt der Deutschen Botschaft. Die Infrastruktur ist unzureichend ausgebaut. Busse, Eisenbahn und Boote entsprechen - von Ausnahmen abgesehen - nicht den internationalen Sicherheitsstandards.

Post, Telekommunikation und Internet

Öffentliche Telefongelegenheit an einer Bushaltestelle in Yangon / Foto: H.-B. Zöllner

Post

Die Post im Lande gilt als nicht sehr zuverlässig. Warensendungen ins Land sind schwierig, weil die Zollformalitäten immer noch sehr umständlich und manchmal teuer sind. An deutschen Logistikunternehmen sind die DHL und Schenker im Lande vertreten.

Telefon

Telefonieren ist unproblematisch. Die Festnetz-Leitungen sind aber oft überlastet. Wer häufiger telefonieren muss oder will, sollte sich eine Pre-Paid-Karte eines einheimischen Anbieters anschaffen. Es gibt mehrere Systeme mit einer begrenzten Nutzungsdauer. Feste Verträge sind immer noch recht teuer, aber die Preise sind in den letzten Jahren stark gesunken.

Internet

Die meisten auf internationale Gäste ausgerichteten Hotels und Restaurants bieten Internetzugang. Es gibt eine Menge von preisgünstigen Internetcafés (300-500 Kyat pro Stunde). Die Geschwindigkeit zum Internet-Zugang ist aber unterschiedlich.

Mit Kindern in Myanmar

Es gibt in Yangon mittlerweile eine Vielzahl an internationalen Schulen, von denen eine sich an dem Schulsystem der USA orientiert und als Abschluss auch das Internationale Baccalaureat anbietet, und eine Menge, auch englischsprachiger, Kindergärten (Pre-Schools). Eine deutsche Schule gibt es noch nicht. Es gibt eine Reihe von Parks, etwa um den Kandawgyi und Inle-See und einige wenige Spielgelegenheiten für Kinder.

Park am Inya See in Yangon
Park am Inya See in Yangon /© H.-B. Zöllner
Trimm-Dich am Inya-See
Trimm-Dich am Inya-See / © H.-B. Zöllner

Gesundheit

  • Es gelten die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen, die bei Reisen in alle tropischen Länder angebracht sind. 

  • HIV/Aids ist im Land ein Problem und eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen.

  • ImpfungenEmpfohlen wird vor allem Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A.

  • Die medizinische Versorgung im Land außerhalb Yangons ist mit der in Europa nicht zu vergleichen, vor allem was die Behandlung schwerwiegender Erkrankungen angeht. Reisende mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko sollten eine Reisekrankenversicherung abschließen, die auch einen Flug zur Behandlung nach Bangkok einschließt. Es gibt in Yangon und Mandalay mittlerweile eine Reihe privater Krankenhäuser.

  • Malariasituation: Ob eine Malariaprophylaxe vorgenommen wird, hängt vom Reiseziel und der eigenen Einstellung ab. Ein hohes Risiko besteht nur in den Grenzregionen. Die Großstädte Yangon und Mandalay sind malariafrei, in den niedrig gelegenen Gegenden ist das Risiko gering. Schutz gegen Mückenstiche ist angebracht. Moskitonetze sind sinnvoll, wenn nicht in Räumen übernachtet wird, die über Klimaanlagen verfügen.

Feiertage

Thingyan, das Wasserfest
Thingyan, das Wasserfest / © Ministry of Hotels and Tourism

Myanmar verfügt über zahlreiche gesetzliche Feiertage. Als kulturell wichtigstes Ereignis gilt das Neujahrs- und Wasserfest (Thingyan) das in jedem Jahr auf dem Höhepunkt der heißen Jahreszeit an fünf Tagen Mitte April gefeiert wird.  Man muss damit rechnen, an diesen Tagen auf der Straße ständig begossen zu werden.


Weitere Feiertage sind:

  • 1. Januar                     Neues Jahr

  • 4. Januar                     Unabhängigkeitstag (1948)

  • 12. Februar                  Unions-Tag (Panglong-Abkommen 1947) 

  • 27. März                      Tag der Streitkräfte

  • 1. Mai                          Internationaler Tag der Arbeit

  • 19. Juli                         Märtyrer-Tag

  • (5. Dezember)              November/Dezember Nationalfeiertag*          

  • 25. Dezember               Weihnachten

  • Außerdem sind die Vollmondtage in bestimmten Monaten buddhistische Feiertage

*Dieser Feiertag wird nach dem birmanischen Mondkalender gefeiert und hat im gregorianischen Kalender jedes Jahr ein anderes Datum. Er wird in Erinnerung an den ersten Studentenstreik im Jahr 1920 gefeiert, der als Auftakt der nationalistischen Bewegung gegen die britische Kolonialherrschaft gilt.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert.

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