Paradeplatz in Naypyidaw, seit Ende 2005 die Hauptstadt Myanmars.  © Khin Maung Swe..
Tag der Unabhängigkeit
4. Januar 1948 (4.20 Uhr)
Staatsoberhaupt
Htin Kyaw
Regierungschef
Htin Kyaw (faktisch: Aung San Suu Kyi)
Politisches System
Mehrparteiensystem
Demokratie Status- Index (BTI)
115 von 129 (BTI 2015)
Korruptionsindex (CPI)
147 (von 176) (2015)

Grundzüge der Geschichte Birmas bis zur Kolonialzeit

Die offizielle Sicht der Geschichte Myanmars durch das Militär, das die Verfassung von 2008 auf den Weg gebracht hat, lässt sich an obigem Bild  ablesen, das eine Militärparade auf einem Platz der Hauptstadt Naypyidaw zeigt.

Im Hintergrund des Paradeplatzes sind überlebensgroß die Begründer der drei großen birmanischen Dynastien dargestellt, die es in der Geschichte des Landes gegeben hat; Anawrahta für das Reich von Bagan (1044-1287), Bayinnaung für die Taungoo-Dynastien (16.-18. Jh.) und Alaungphaya für die Konbaung-Dynastie (1752-1885).

Alle drei Könige stammen aus Ober- bzw. Zentralbirma, alle waren ethnische Birmanen, die durch Eroberungen sowohl Unterbirma als auch einige andere Reiche der Nachbarschaft im heutigen Indien, China, Thailand und Laos unter ihre Oberherrschaft – aber nie völlig unter ihre Kontrolle – brachten.

In einer an den großen birmanisch dominierten Reichen orientierte Geschichte kommen die vielen anderen ethnischen Gruppierungen im Lande nur am Rande als Verbündete oder Gegner der Birmanen vor, aber nicht als eigenständige Völker. Zudem suggeriert dieses Geschichtsbild eine historische Kontinuität, die es so nicht gegeben hat.

Die Geschichte, die sich auf dem Boden des heutigen Myanmar abgespielt hat, lässt sich bis in die Gegenwart als eine Abfolge von Zyklen des Aufstiegs und Niedergangs einzelner Regenten und der jeweiligen Ideologien beschreiben, auf der sie ihre Regierung stützten.

Die Herrschaftsideologie der drei großen Königreiche, wie die der meisten ihrer Rivalen in der hinduistisch-buddhistischen Welt, war die des dhammaraja, des gerechten Herrschers, dessen Herrschaft auf die buddhistische Wahrheit, den dhamma, begründet ist. Gleichzeitig war der jeweilige Herrscher ein cakravartin (Dreher des weltlichen Rades parallel zum Buddha als dem Beweger des geistlichen Rades), also ein Weltherrscher, dessen Palast in der jeweiligen Hauptstadt im Kleinen den buddhistischen Kosmos widerspiegelte. Die Qualifikation eines Thronfolgers wurde an Hand des ihm zugesprochene guten kamma (sanskrit: Karma), also der Summe seiner in den vergangenen und  im gegenwärtigen Leben angesammelten verdienstvollen Taten, ermittelt. Eine Folge dieser Ideologie war eine hohe Unsicherheit in der Nachfolge eines verstorbenen oder unglücklich agierenden Herrschers. Es gab dafür keine festen Regelungen und zudem jederzeit die Möglichkeit, dass Thronprätendenten behaupteten, sie hätten auf Grund ihres guten kamma Anrecht auf die Regierungsgewalt.

Die drei großen Begründer der birmanischen Königsdynastien kamen, so wird berichtet, alle aus eher einfachen Verhältnissen. Die Nachfolger dieser “starken Könige” waren dann oft nicht in der Lage, den hohen Standards der Dynastiegründer zu entsprechen, was zu ständigen Krisen des Reiches und schließlich zu seinem Ende führte.

Auf diesem Hintergrund lässt sich die Geschichte des 1948 nach der britischen Kolonialzeit unabhängig gewordenen "modernen" Birma ebenfalls als eine Folge von Zyklen beschreiben, in der einzelne Personen versuchten, das Erbe des 1947 ermordeten Nationalhelden Aung San politisch zu realisieren. Der letzte dieser Versuche begann im April 2016, nachdem die Partei von Aung San Suu Kyi, der Tochter Aung Sans, einen überwältigenden Wahlsieg erzielte.

Mandala

Mandalas in Südostasien zwischen dem 5. und 15. Jahrhundert
Mandalas in Südostasien zwischen dem 5. und 15. Jahrhundert. © gunkarta (CC BY-SA 3.0)

Mit diesem Begriff, der "Kreis" bedeutet, lassen sich die immer noch nachwirkenden vormodernen politischen Systeme Südostasiens bezeichnen. Es gibt hier einzelne Machtzentren, deren Einfluss sich nach außen hin immer weiter abschwächt. Jedes dieser Zentren versucht, andere unter seine Oberherrschaft zu bringen. Deswegen wird auch von "galactic polity" (Tambiah) oder "solar polity" (Liebermann) gesprochen. Da die jeweiligen Machtzentren den Anspruch erhoben, die alleinige Oberherrschaft auszuüben, gab es im Falle des Überschneidung der Einflusssphären Kriege, wie sie etwa häufig zwischen Machtzentren auf dem Boden der heutigen Staaten Myanmar und Thailand stattfanden. 1767 etwa wurde das siamesische Zentrum Ayutthaya von Truppen des birmanischen Königs Hsinbyushin, der in Ava (Innwa) residierte, zerstört. Daraufhin wurde in Siam das neue Zentrum in Bangkok errichtet und die Chakri-Dynastie begründet.

Anawrahta (1015-1078) ...

...  war der Begründer des Königreichs von Bagan (Oberbirma) und der ersten birmanischen Dynastie, die von dem Beginn der Regierungszeit des Königs im Jahr 1044 bis zur Eroberung Bagans durch die Truppen Kublai Khans (1287) dauerte. Danach gab es im heutigen Myanmar über fast 300 Jahre lang keine zentrale Autorität, die das ganze Land unter Kontrolle hatte. Es ist daher eine fragliche Konstruktion, wenn man von einer durchgehenden “Geschichte Birmas/Myanmars” spricht. - Anawrahtas Reich hatte seinen Beginn im trockenen Oberbirma und verdankte seinen wirtschaftlichen Reichtum einer Fortentwicklung der schon früher entstandenen Bewässerungsan­lagen sowie den durch Kriegszüge herbeigeschafften Arbeitskräften. Der König etablierte den Theravada-Buddhismus als die vorherrschende Re­ligion im Lande und gleichzeitig als die Legitimationsgrundlage für polit­ische Herrschaft. Den birmanischen Chroniken zufolge gelangte er durch die Eroberung der Mon-Hauptstadt Thaton in Unter-Birma in den Besitz des buddhistischen Kanons (Tipitaka - "Dreikorb"). Dabei wurden der König Manuha und zahlreiche Bewohner der Stadt nach Bagan gebracht, was zu einem großen Einfluss der Mon-Kultur auf das Königreich von Bagan führte.

Gesicht des liegenden Buddha im Manuha-Tempel
Gesicht des liegenden Buddha im Manuha-Tempel / © H.-B. Zöllner
Anawrahta bringt die buddhistischen Schriften nach Bagan (c) H.-B. Zöllner
Anawrahta bringt die buddhistischen Schriften nach Bagan © H.-B. Zöllner

Bayinnaung (gest. 1581) ...

Das birmanische Großreich unter Bayinnaung
Das birmanische Großreich unter Bayinnaung. / © soewinhan - CC BY-SA 3.0

... war der dritte König der zweiten birmanischen Dynastie, nach dem Regierungssitz in Mittelbirma die Taungoo-Dynastie genannt. Der äußerst kriegstüchtige König zwang Ayutthaya (Siam) und zahlreiche andere benachbarte Machtzentren, seine Oberhoheit anzuerkennen, nicht aber Arakan (Rakhine) im heutigen westlichen Myanmar. In seiner Zeit begann sich nach der Eroberung Malakkas durch die Portugiesen (1513) der europäische Einfluss auch in Birma bemerkbar zu machen. Das geschah einmal dadurch, dass jetzt die Handelsinteressen europäischer Kaufleute mit ins Spiel kamen. Zum anderen wurde die europäische Kriegsindustrie importiert. Eine Folge war, dass auf beiden Seiten der asiatischen Kriegsparteien Söldner aus Europa mitkämpften.

Alaungphaya (1714-1760)

Der Begründer der dritten bir­manischen Dynastie, die 1885 ein Ende fand, brachte es in kurzer Zeit (ab 1752) auf Grund seines Charis­mas und seiner Kriegskunst vom Dorfvorsteher in Shwebo (Oberbirma) zum Herren eines großen Reiches, in dem Ober- und Unterbirma vereinigt waren. Dabei gründete er die Stadt Yangon in der Nähe des Ortes Dagon, an dem die schon damals berühmte Schwedagon-Pagode stand. Der von ihm gegebene Name bedeutet „Ende des Streites“. Die Eroberung einer britischen Ansiedlung am Kap Negrais im Südwesten des Landes und der Tod zahlreicher Briten (1859) belastete die birmanisch-englischen Beziehungen nachhaltig. Der König starb auf einem Kriegszug nach Siam. Sein Sohn Hsinbyushin eroberte 1767 Ayutthaya und setzte damit der dortigen Dynastie ein Ende, die ab 1783 durch die Bangkok-Dynastie abgelöst wurde.

Der Goldene Brief Alaungphayas an König George II

Dieser Brief befindet sich in der Leibniz-Bibliothek in Hannover. Er wurde 1766 vom birmanischen König Alaungphaya an seinen britischen Kollegen geschrieben und enthielt das Angebot einer politischen und wirtschaftlichen Kooperation. Der aus dem Haus Hannover stammenden Empfänger schickte das Schreiben, das in einer Elfenbeinhülle übersandt worden war, an die ihm unterstehende Königliche Bibliothek in Hannover, wo er 250 Jahre lang aufbewahrt wurde. Man konnte den Text nicht entziffern. Das gelang dann - unter Vermittlung des Autors dieses Portals - dem luxemburgischen Wissenschaftler Jacques Leider, der den Brief übersetzte und kommentierte. Am 18. Januar 2011 wurde das Goldstück im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten und des Botschafters Myanmars in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Kolonialzeit, 1826-1948

Birma wurde zwischen 1826 und 1886 in drei Etappen dem britisch-indischen Kolonialreich einverleibt. Der erste anglo-birmanische Krieg von 1824 bis 1826 hatte seine Ursache in einem durch die Expansionen beider Seiten entstandenen Konflikt über die jeweiligen Einflusssphären. Die in Kalkutta residierende britische Ostindienkompanie suchte zudem den französischen Einfluss auf den Handel mit Birma zu begrenzen. Der Krieg endete mit dem Vertrag von Yandabo. Er sah u.a. vor, dass der britischen Seite die Provinzen Tenasserim (Tanintharyi) und Arakan (Rakhine) übergeben wurden. Außerdem wurde der Abschluss eines Handelsvertrages vereinbart.

Dieser Vertrag kam auf Grund der unterschiedlichen Vorstellungen beider Seiten über die Bedingungen des Freihandels nicht zustande. Damit war ein wesentlicher Grund für den britischen Feldzug zwischen April und Dezember 1852 gelegt, nach dem die ostindische Kompanie ganz Unterbirma in Besitz nahm. Das birmanische Königreich hatte danach keinen Zugang zur See mehr. Ein Konflikt über Handelsfragen war schließlich auch der Anlass für die vom 7.-29. November 1885 dauernde britische Kampagne, an deren Ende der letzte birmanische Monarch Thibaw und seine Familie ins Exil in die indische Stadt Ratnagiri (südlich von Mumbai) verbracht wurde.

Bis 1935 blieb Birma ein Teil Britisch-Indiens und wurde danach eine selbständige Provinz. Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen birmanische Nationalisten verstärkt für die Unabhängigkeit des Landes zu kämpfen. Dabei spielten Mönche und Studenten eine zentrale Rolle.

Der Zweite Weltkrieg eröffnete die Möglichkeit, dies Anliegen zu realisieren. 30 junge Birmanen unter Führung von Aung San unterzogen sich auf der Insel Hainan einem militärischen Training unter japanischer Anleitung, formierten sich Ende 1942 als birmanische Nationalarmee und halfen der japanischen Armee, die britischen Truppen aus dem Land zu vertreiben. Im August 1943 wurde Birma nominell unabhängig. Auf dem Hintergrund der militärischen Erfolge der Alliierten ordnete Aung San am 27. März 1945 an, dass die birmanische Armee gegen die bisherigen japanischen Verbündeten die Waffen erheben sollten. Der Tag ist seitdem staatlicher Feiertag.

Im Januar 1947 handelte eine Delegation unter Führung Aung Sans in London die Bedingungen für die Unabhängigkeit innerhalb eines Jahres aus. Eine Bedingung war, dass auch die überwiegend von ethnisch nicht-birmanischen Gruppen besiedelten Gebiete, die bisher von den Briten separat verwaltet worden waren, der Unabhängigkeit zustimmten. Auf der an einem Ort im Schan-Staat abgehaltenen Panglong-Konferenz im Februar 1947 wurde dies mit Vertretern der Chin, Kachin und Schan vereinbart. Im April desselben Jahres fanden Wahlen zu einer Verfassunggebenden Versammlung statt, die über einen von Aung San erarbeiteten Verfassungsentwurf beriet. Während dieser Beratungen wurde Aung San zusammen mit Mitgliedern seines provisorischen Kabinetts am 19. Juli 1947 im Auftrag eines politischen Rivalen ermordet. Der Tag ist als Martyrs' Day seitdem ein staatlicher Feiertag.

Bogyoke (General) Aung San (1915-1947) ...

Das offizielle Portrait des Nationalhelden
Das offizielle Portrait des Nationalhelden (Public Domain)

... ist der Nationalheld Birmas/Myan­mars und die einzige Symbolfigur, die von (fast) allen ethnischen und politischen Gruppierungen des Landes anerkannt wird. Insofern kann man ihn mit Recht als den vierten Vereiniger Birmas nach den drei Gründern der Königsdynastien bezeichnen. Allerdings: Die Frage, wer ihm dynastisch nachfolgen darf – seine Tochter oder das Militär – ist immer noch nicht endgültig entschieden. - Aung San wurde in der Nähe des Zentrums der birmanischen Ölindustrie geboren und studierte in Rangun. Er wurde durch seine Rolle im Studentenstreik 1936 prominent, wurde kurz danach Führer der radikalen Wir-Birma-Bewegung und floh 1940 nach China, wo er von der japanischen Armee kontaktiert wurde. Mit 30 anderen jungen Birmanen ließ er sich auf Hainan ausbilden und grün­dete Ende 1942 in Bangkok die birmanische Armee. Die vertrieb dann zusammen mit den Japanern die Engländer. 1943 wurde Aung San Kriegsminister im formell für unabhängig erklärten Birma, Ne Win nahm seine Stelle als Oberkommandierender der Armee ein. Im März 1945 wechselte Aung San die Seiten. Die Armee bekämpfte nun die Japaner an der Seite der Alliierten. Nach dem Krieg handelte Aung San mit den Briten (Januar 1947) und einigen ethnischen Führern (März 1947) die Bedingungen für die Unabhängigkeit aus, die am 4.1.1948 in Kraft trat. Er schrieb einen Verfassungsentwurf, der eine auf sozialistischen Prinzipien beruhende Gesell­schaft vorsah. Kapitalismus und westliche Demokratie wurden nach den Erfahrungen mit der Kolonialmacht abgelehnt. Aung San lehnte auch das britische Angebot ab, dem Commonwealth beizutreten. Er wurde ein halbes Jahr vor der am 4.1.1948 gefeierten Unabhängigkeit am 19.7.1947 zusammen mit seinem Kabinett im Auftrag eines politischen Rivalen ermordet. Der Tag ist bis heute staatlicher Feiertag wie auch zwei andere Tage, die mit seiner Person verbunden sind, der “Unions-Tag” (12.2. in Erinnerung an das Abkommen von Panglong mit den anderen Ethnien) und der “Tag der Streitkräfte” (27.3. zur Erinnerung an den Beginn des Kampfes gegen die Japaner 1945). 

Das Wohnhaus Aung Sans in Yangon. Heute das Aung San-Museum in der Nähe der deutschen Botschaft (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Das Wohnhaus Aung Sans in Yangon. Heute das Aung San-Museum in der Nähe der deutschen Botschaft (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Aung Sans Statue in dem von ihm angelegten Garten
Aung Sans Statue in dem von ihm angelegten Garten (Photo: Hans-Bernd Zöllner)

Die Zeit der Unabhängigkeit bis 1988

Die für die Königszeit typische zyklische Bewegung lässt sich auch im unabhängigen Birma/Myanmar beobachten. Nu, Aung Sans Nachfolger und enger Weggefährte, scheiterte mit seinem Programm eines buddhistischen Sozialismus und wurde von einem anderen Mitkämpfer Aung Sans, dem General Ne Win, gestürzt. Dessen Versuch, einen “birmanischen Weg zu Sozialismus” zu realisieren, endete nach anfänglichen Erfolgen in einem wirtschaftlichen Desaster. Danach übernahm wieder das Militär die Macht, musste sich aber mit der Tochter des Unabhängigkeitshelden, Aung San Suu Kyi, auseinandersetzen, die vom Volk als die legitime Erbin und Nachfolgerin ihres Vaters angesehen wurde und wird und für die Errichtung einer “wahrhaftigen Demokratie” im Lande eintritt. Ihr gegenüber steht die Führung des Militärs (birmanisch: Tatmadaw), das sich eine andere Version von Demokratie auf seine Fahnen schrieb. Beide "Erben" Aung Sans teilen sich die Macht nach den Wahlen von 2015, die mit einem überwältigen Wahlsieg der Partei Aung San Suu Kyis endeten.

U Nu (1907-2005) ...

... war – mit einigen Unterbrechungen – Pre­mierminister Birmas zwischen dem Erlangen der Unabhängig­keit des Landes im Januar 1948 und dem Militärputsch vom 2. März 1962. Nu wollte ursprünglich Schriftsteller (der „George Bernhard Shaw Birmas“) werden, war aber zugleich glühender Nationalist und – anders als Aung San – ein traditioneller from­mer Buddhist. Wie Aung San kam er durch den Studentenstreik von 1936 in die Politik. In der Regierung zur Zeit der japani­schen Besetzung war er erst Außen- und dann Informationsmin­ister. Nach der Ermordung Aung Sans wurde er Regierungs­chef. Er scheiterte mit dem Versuch, die Spaltung der politi­schen Sammlungsbewegung, die unter Führung Aung Sans die Unabhängigkeit erkämpft hatte, zu erhalten und trat deswegen 1958 zurück. Die Wahlen von 1960 gewann er u.a. auf Grund des Versprechens, Buddhismus zur Staatsreligion zu machen. Damit wurde der Bürgerkrieg neu entfacht (die christlichen Kachin begannen danach ihre Rebellion). Die Maßnahme war einer der Gründe für den Putsch Ne Wins vom März 1962. Nu kam für einige Zeit ins Gefängnis, wurde entlassen, ging ins Ausland und versuchte das Ne Win Regime mit Hilfe einer in Thailand aufgebauten Armee zu stürzen. Nachdem das misslang, kam er 1980 nach einer Amnestie wieder nach Birma zurück und spiel­te bei den Unruhen von 1988 noch eine Nebenrolle.

Bogyoke/U Ne Win (1911-2002) ...

Von Ne Win gestifteter Pavillon im Rheingau (Östrich-Winkel) (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Von Ne Win gestifteter Pavillon im Rheingau (Östrich-Winkel) / © H.-B. Zöllner

... hat von dem Beginn seiner militäri­schen Laufbahn als Mitglied des von den Japanern im Zweiten Welt­krieg trainierten Kerns der birmanischen Nationalarmee bis zu seinem Rücktritt im Juli 1988 die Geschicke Birmas in unterschiedlichen Funk­tionen sowohl militärisch wie politisch maßgeblich mitbestimmt. Mit Hil­fe des von ihm geführten Militärs überlebte die Regierung Nu den Bür­gerkrieg nach Beginn der Unabhängigkeit. 1958 übernahm er für 18 Monate die Regierungsgewalt von U Nu, organisierte Wahlen und putschte dann 1962, nachdem die zivile Regierung in seinen Augen nicht in der Lage war, die Probleme des Landes zu lösen. Er organi­sierte dann maßgeblich den auf einer eigenen Philosophie gegründeten „Birmanischen Weg zum Sozialismus“, der 1974 zu einer neuen Verfassung führte. Seitdem war er offiziell Zi­vilist und Vorsitzender der Einheitspartei Burma Socialist Programme Party (BSPP). Das Projekt scheiterte an der Unfähigkeit, die Wirtschaft des Landes in Schwung zu bringen – trotz der massiven Unterstützung Birmas durch Japan und die Bundesrepublik. Von 1962 bis 1988 hielt sich Ne Win jedes Jahr einige Wochen im Rheingau auf und konferierte dort mit Mitgliedern der Regierung, von Parteien und Wirtschaftsvertretern. Er starb 2002, nachdem einem Schwiegersohn und drei Enkeln ein Schauprozess wegen eines versuchten Staatsstreichs gemacht wurde.

Dr. Maung Maung (1925-1994) ...

... war einen Monat lang der letzte Vorsitzende der Burma Socialist Programme Party (BSPP) und Staatspräsident Birmas vor dem Militärputsch vom 18. September 1988. Er war Jurist, Journalist und so etwas wie der Historiograph der Ne-Win-Era. Seine auf Englisch geschriebenen Bücher und seine kürzlich herausgekommene Biographie geben einen guten Einblick in die „Innensicht“ des birmanischen Sozialismus. In seiner kurzen Zeit an der Spitze des Staates versuchte er, einen verfassungskonformen Übergang vom Einparteiensystem zum Mehrparteiensystem einzuleiten. Das scheiterte u.a. an den Forderungen der Demonstranten und ihrer Führer (u.a. Suu Kyi) nach der sofortigen Einsetzung einer Übergangsregierung

Senior General Than Shwe (geb. 1933) ...

Ein offizielles Portrait des Senior General / ©  Myanmar Times
Ein offizielles Portrait des Senior General (Quelle: Myanmar Times)

... trat 1953 in die Armee ein und arbeitete dann eine Zeitlang im Psywar Department der Armee, in dem u.a. die politische Rolle der Armee im Gegenüber zu den zivilen Politikern diskutiert wurde. Er machte schnell Karriere und wurde 1985 Stellvertretender Verteidigungsminister. Beim Militärputsch 1988 war er die Nummer 2 hinter General Saw Maung, der bis 1992 an der Spitze von SLORC stand, aber mit den politischen Aufgaben eines Staatschefs offenbar überfordert war. Than Shwe löste ihn ab und war danach die zentrale Figur der Politik Myanmars. Er galt als ein ausgesprochen geschickter Taktiker. Es gelang ihm, die Einheit der Streitkräfte zu bewahren und Rivalen wie Khin Nyunt auszuschalten. Ihm wird Größenwahn (angeblich sieht er sich als Inkarnation eines früheren birmanischen Königs) und korruptes Verhalten nachgesagt. Mit der Abarbeitung der roadmap von 2003 und der Einsetzung einer nominell zivilen Regierung nach den Wahlen von 2010 hat er eine elegante exit strategy verfolgt. Über seinen weiteren Einfluss auf die Politik des Landes wird auch Jahre nach seinem Rücktritt noch spekuliert.

Entwicklungen seit 1988 und die Rolle Aung San Suu Kyis

Der seit März 1988 von Studenten angeführte Volksaufstand, der im August und September eskalierte, rückte Birma nach langen Jahren der Vergessenheit plötzlich in den Mittelpunkt des Weltinteresses. Dabei spielten zwei unerwartete Ereignisse eine zentrale Rolle. Zum einen trat der langjährige Machthaber, Ne Win, auf Grund der Proteste von seinem letzten Posten als Führer der Einheitspartei Burma Socialist Programme Party (BSPP) zurück und empfahl gleichzeitig ein Referendum zur Zukunft des parlamentarischen Systems. Zum anderen erschien Aung San Suu Kyi, der Tochter des Nationalhelden Aung San, auf der politischen Bühne.

Teich, in dem Aung San Suu Kyis Bruder ertrank (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Teich, in dem Aung San Suu Kyis Bruder ertrank (Photo: Hans-Bernd Zöllner)

Aung San Suu Kyi, geboren 1945, hatte ihr Land zusammen mit ihrer Mutter, die zur Botschafterin in Indien ernannt worden war, im Jahr 1960 verlassen, später in Oxford studiert, einige Zeit bei den Vereinten Nationen gearbeitet, als ihr Landsmann Thant Generalsekretär der Organisation war und hatte im Jahr 1972 den Tibetologen Michael Aris geheiratet. Sie lebte mit ihm und ihren beiden Söhnen überwiegend in Oxford und besuchte von Zeit zu Zeit ihre Mutter im Haus der Familie in Rangun in der University Avenue. Das alte Haus, in dem noch Aung San gelebt hatte, war aufgegeben worden, nachdem der zweite Sohn der Familie, Lin, im Januar 1953 in einem Teich auf dem Grundstück ertrunken war.

Im April 1988 kam sie ins Land, nachdem sie die Nachricht von einem Schlaganfall ihrer Mutter erhalten hatte. Sie wurde von den demonstrierenden Studenten kontaktiert und entschloss sich, sich auf Seiten der Protestbewegung zu stellen und einen Rücktritt der Regierung zu fordern. Binnen Kurzem wurde sie zur führenden Figur der Oppositionsbewegung und Generalsekretärin der National League for Democracy (NLD), die kurz nach dem Militärputsch vom 18.9.1988 gegründet worden war. Das Militär hatte die aus ihrer Sicht chaotische Lage im Lande beendet und Wahlen für ein Mehrparteienparlament angekündigt. Schon vor den Wahlen, die im Mai 1990 stattfanden, wurde Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt. Hintergrund war der Konflikt mit der Militärjunta über die Frage, wie unter den Bedingungen des Kriegsrechts ein freier Wahlkampf geführt werden könne. Die Konfrontation nahm eine globale Dimension an, nachdem der Wahlsieg der NLD vom Militär nicht honoriert wurde und Aung San Suu Kyi im Dezember 1991 der Friedensnobelpreis verliehen worden war.

Treffen von Thein Sein und Aung San Suu Kyi im August 2012
Treffen von Thein Sein und Aung San Suu Kyi im August 2012 / © The Voice (mit freundl. Genehmigung)

Trotz zahlreicher diplomatischer Initiativen und zweier Freilassungen von Aung San Suu Kyi zwischen 1995 und 2000 und von Mai 2002 bis Mai 2003 konnte die Konfrontation nicht beendet werden. Nach der erneuten Verhängung von Hausarrest verkündete die Junta einen siebenstufigen Fahrplan (Roadmap) zu einer “disziplinierten” Demokratie. Eine Nationalversammlung erarbeitete eine Verfassung, die durch ein Referendum, das trotz des kurz zuvor über das Irrawaddy Delta hereingebrochene Wirbelsturms Nargis im Mai 2008 stattfand, angenommen wurde und am 7.11.2010 fanden Wahlen statt, die von der NLD boykottiert wurden, worauf die Partei ihren Status als legale Partei verlor. Die meisten Sitze gewann die von dem Militär gegründete Union Solidarity and Development Party (USPD). Kurz darauf, am 13. November, wurde Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest entlassen

Nach der Übergabe der Macht von der Militärjunta an eine nominell zivile Regierung am 30. März 2011 traf sich der neue Präsident, Ex-General Thein Sein, im August mit Aung San Suu Kyi in Naypyidaw. Im November erklärte die NLD ihre Bereitschaft, sich wieder als Partei registrieren zu lassen. Aung San Suu Kyi kandidierte bei Nachwahlen am 1. April 2012. Von den zur Wahl stehenden 45 Parlamentssitzen, die durch die Ernennung von Parlamentariern zu Ministern notwendig geworden waren, gewann die NLD 43.

Seit Aung San Suu Kyi nach der Wahl als Parlamentarierin vereidigt wurde und damit die von ihr vorher bekämpfte Verfassung anerkannt hatte, hat sie die Doppelrolle als Teil des vom Militär eingerichteten politischen Systems und der von der Mehrheit des Volkes geliebte Führerin einer gegen die alte Ordnung bestehenden Opposition inne. Im August 2012 übernahm sie den Vorsitz eines neu geschaffenen Komitees für Rechtssicherheit, Frieden und Stabilität. Außerdem unternahm sie zahlreiche Auslandsreisen, wobei sie u.a. in Oslo den ihr 1990 verliehenen Nobelpreis persönlich entgegen nahm.

Die Wahlen von 2015

WWahlwerbung der NLD
Wahlwerbung der NLD © Nwe Ni Aung

Die zweiten Wahlen nach der Verfassung von 2008 wurden von der Wahlkommission im Juli 2015 auf Sonntag, den 8. November festgesetzt.  Kurz darauf teilte Aung San Suu Kyi mit, dass auch die NLD an den Wahlen teilnehmen werde. Die Wahlen wurden im Vorfeld vor allem unter dem Gesichtspunkt diskutiert, ob nach einem Wahlsieg der NLD die Vorsitzende Aung San Suu Kyi Präsidentin des Landes werden könne. Dazu wäre eine Verfassungsänderung notwendig gewesen, die aber bis zur Neuwahl eines Präsidenten durch das Parlament nicht mehr in Kraft treten konnte. Die zeitweise erwogene Möglichkeit eines nationalen Referendums wurde aus Zeitgründen wieder fallen gelassen.

Ebenso erfolgte keine Wahlrechtsreform. Zahlreiche Parteien hatten eine Änderung des geltenden Mehrheitswahlrechts nach britischem Muster (first-after-the-post-system) zugunsten eines Verhältniswahlrechts nach deutschem Muster gefordert.

Eine weitere Kontroverse entzündet sich an den Stellungnahmen von Mönchen zu den Wahlen, die seit längerem massiv eine anti-muslimische Propaganda betreiben. Die Mönchsgruppe MaBaTha kündigte an, dass sie von der Wahl von Parteien, die sich nicht für eine Unterstützung des Buddhismus in ihrem Sinne einsetzen würden, öffentlich abraten würden. Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen wurde bemängelt, dass die unter dem Namen Rohingyas bekannten Muslime im Staat Rakhine mehrheitlich nicht an den Wahlen teilnehmen konnten. Auch von Seiten der NLD wurde im ganzen Land kein einziger muslimischer Kandidat aufgestellt.

Der Wahlkampf begann am 8. September. 92 Parteien hatten sich erfolgreich registrieren lassen, davon mindestens 60, die die Interessen einzelner ethnischen Gruppen vertraten. Die Veranstaltungen von Aung San Suu Kyi waren landesweit am besten besucht.

Der Wahltag

Entgegen manchen Vorerwartungen verlief der Wahltag ruhig. Der Andrang bei den Wahllokalen war vom frühen Morgen an groß. Die zahlreichen internationalen Wahlbeobachter stellten einen ordentlichen Ablauf der Wahl fest. Schon erste Prognosen deuteten auf einen Erdrutschsieg der Partei Aung San Suu Kyis hin.

Ein Wahllokal im Schan-Staat
Ein Wahllokal im Schan-Staat / © Christine Schellhorn

Das Ergebnis

Es zeigte das gleiche Bild wie die Wahlen von 1990 und 2012. Die NLD erzielte einen überwältigenden Wahlsieg. Sie gewann 255 von 330 der zur Wahl stehenden Sitzen in der "Volkskammer" (Pyitthus Hluttaw), 135 von 168 Sitzen in der Nationalitätenkammer (Amyotha Hluttaw) und 496 von 644 Sitzen in den 14 Parlamenten der je 7 Regionen und Staaten (erstere werden überwiegend von der Mehrheit der ethnischen Birmanen, letztere von anderen ethnischen Nationalitäten bewohnt). Die Zahlen für die bisherige Regierungspartei USDP sind 30, 11 und 76. Auf Grund von militärischen Auseinandersetzungen in einigen Regionen des Landes wurden 7 Sitze in der "Volkskammer" und 14 Sitze in den Regionalparlamenten nicht besetzt. 20 weitere von den insgesamt 93 angetretenen Parteien sowie ein Unabhängiger gewannen mindestens einen Sitz in einem der 16 Parlamente. Die Sitzverteilung gibt auf Grund des Mehrheitswahlrechts (first-after-the-post) nicht die prozentualen Anteile der im Land abgegebenen Stimmen wieder. Diese Zahlen sind bisher nicht veröffentlicht worden.

Die meisten davon vertraten regionale Interessen wie etwa die Arakan National Party (ANP) in Rakhine, die einen stark anti-muslimischen Kurs vertritt und 22 von den zur Wahl stehenden 35 Sitzen im Parlament des Staates gewann. Im, Schan-Staat gewann die USDP eine Mehrheit der Sitze. Die NLD gewann auch die überwiegende Mehrheit der "Ethnic Affairs Minister", die die Interessen von ethnischen Minderheiten vertreten sollen, die in Regionen leben, in denen eine andere Ethnie die Mehrheit bildet.

Die Wahl des Präsidenten

Eine zentrale Aufgabe der beiden Unions-Parlamente ist die Wahl des Präsidenten und seiner beiden Vertreter. Dazu werden von den beiden Kammern sowie von den Abgeordneten des Militärs jeweils ein Kandidat nominiert. In einer Abstimmung beider Häuser wird dann Präsident, der die meisten Stimmen bekommt. Die beiden anderen Kandidaten werden Vize-Präsidenten. Da Aung San Suu Kyi nicht Präsidentin werden kann, war die Frage, welche Kandidaten von ihrer Partei vorgeschlagen werden. Schon vor der Wahl hatte sie gesagt, dass sie "über dem Präsidenten" stehen werde, wenn ihre Partei die Wahl gewinnen würde.

Am 10. März 2016 schlugen die beiden Häuser des Unions-Parlamentes in Naypyidaw ihre Kandidaten für das Präsidentenamt vor. Die Pyitthu Hluttaw (Volkskammer) schlug U Htin Kyaw vor, die Amyotha Hluttaw (Nationalitätenkammer) den Chin Henry Van Htio, beides Mitglieder der NLD. Einen Tag später nominierten die vom Militär entsandten Abgeordneten den Ex-General Myint Swe, den noch amtierenden Chief Minister der Region Yangon als ihren Kandidaten.

Htin Kyaw, geboren 1946, ist kein Mitglied des Parlamentes, aber ein alter Bekannter und späterer Vertrauter von Aung San Suu Kyi. Er besuchte dieselbe Grundschule wie sie und studierte in den 70er Jahren in London, wo sie sich damals auch aufhielt. Er studierte Wirtschafts- und  Computerwissenschaften, arbeitete bis 1992 für die Regierung und ist jetzt Präsident der von der Parteiführerin ins Leben gerufenen und nach ihrer Mutter benannten Khin Kyi-Stiftung. Der Vater des designierten Präsidenten war Min Thu Wun, ein berühmter Schriftsteller, der in den 30er Jahren zu den Begründern einer neuen literarischen Bewegung gehörte und nach dem Krieg die birmanische Sprache in Blindenschrift umsetzte. 1990 gewann der Vater als Kandidat der NLD einen Sitz in dem Parlament, das nie zusammentrat. Er legte das Mandat 1998 aus Alters- und Krankheitsgründen nieder. Htin Kyaws Frau ist seit 2012 Abgeordnete in der Volkskammer. Ihr Vater ist der Mitbegründer und langjährige Pressesprecher der NLD, U Lwin.

Über den 58jährigen Henry Van Htio ist wenig bekannt. Er wurde bei den letzten Wahlen in die Nationalitätenkammer gewählt und war früher ein Oberst in der birmanischen Armee.

Myint Swe gilt als Hardliner. Als Chief Minister von Yangon hat er zudem beste Beziehungen zu den Geschäftsleuten des kommerziellen Zentrum des Landes.

Da laut Verfassung für das Militär 25% der Sitze reserviert sind, beträgt der Gesamtanteil der Sitze in den zwei Parlamenten für die gesamte Union 58% uns 60% sowie 55% für alle 14 Regionalparlamente zusammen.

Am 15. März 2016 wählten die beiden Häuser des Unions-Parlamentes erwartungsgemäß Htin Kyaw zum neuen Präsidenten. Er erhielt 360 der insgesamt 652 abgegebenen Stimmen (in einigen Wahlkreisen war nicht gewählt worden, so dass nicht alle 664 Parlamentssitze besetzt waren). Der Kandidat des Militärs Myning Swe, erhielt 213 Stimmen und damit deutlich mehr als die Zahl der vom Oberkommandierenden ernannten Soldaten in den Parlamenten (166). HenryVan Hti Yu erhielt 79 Stimmen.

Das Kabinett

Am 30. März 2016 wurden der Präsident und die beiden Vize-Präsidenten in Naypyidaw sowie kurz danach das neue Kabinett vereidigt. Es war im Einklang mit einem Wahlversprechen der NLD verkleinert worden und umfasst 25 Ministerien. Die Zusammensetzung lässt erkennen, dass es der nationalen Einheit dienen soll: Die NLD übernahm 10 Ministerien, 10 wurden mit unabhängigen Fachleuten besetzt, jeweils ein Minister gehören der abgelöste Regierungspartei USDP und einer Partei aus dem Mon-Staat an. Aung San Suu Kyi übernahm anfangs gleich vier Ämter - neben dem Amt der Ministerin im Präsidentenbüro auch die Ämter für Auswärtiges, Erziehung und Energie. Zwei dieser Ministerien (Erziehung und Energie) wurden dann am 6. April neu besetzt. Dafür wurde am selben Tag das neue Amt eines State Counsellor für sie geschaffen, das mit Vollmachten ausgestattet ist, die der Position eines in der Verfassung nicht vorgesehenen Ministerpräsidenten nahe kommen. Damit wurde ihrer besonderen Bedeutung Rechnung getragen. Die vom Militär entsandten Parlamentarier stimmten der Einrichtung dieses Postens nicht zu. Sie argumentierten, damit würde das Prinzip der Gewaltenteilung verletzt.

Staat und Verfassungen

Das Unabhängigkeit-Monument im Maha Bandoola Park im Stadtzentrum Yangons
Das Unabhängigkeit-Monument im Maha Bandoola Park im Stadtzentrum Yangons / © H.-B. Zöllner)

Die Republik der Union von Myanmar (birmanisch: Pyidaunsu Thanmăda Myăma Nainngandaw) führt diesen Namen seit dem Inkrafttreten der am 10. Mai 2008 durch ein Referendum angenommenen Verfassung am 30.3.2011. Vorher gab es zwei Verfassungen. Mit der ersten von 1947 wurde Birma am 4. Januar 1948 von Großbritannien unabhängig. Die Verfassung sah ein parlamentarisches System und einen Sozialstaat vor und enthielt einen Artikel, der den Schan und Kayah (Karenni) Staaten nach 10 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen einen Austritt aus der Union von Birma (Pyidaunzu Myăma Nainngandaw) ermöglichte.

Nach dem Putsch von 1962  begann der Militärrat auf der Grundlage einer Philosophie, in der sich buddhistische und sozialistische Elemente verbanden, mit dem Aufbau eines sozialistischen Staates unter Führung der Einheitspartei BSPP. Eine neue Verfassung wurde erarbeitet und verabschiedet. Daraufhin wurde am 2. März 1974 die Sozialistische Republik der Union von Birma begründet, die einen Einparteienstaat unter Führung der BSPP vorsah. Diese Verfassung trat mit dem Militärputsch vom 18.9.1988 außer Kraft. Die Wahlen von 1990 wurden also in einem Verfassungsvakuum durchgeführt. Der Streit darüber, wie dies Vakuum zu beenden sei, war einer der Gründe dafür, dass das 1990 gewählte Parlament nie zusammen trat.

Die Verfassung von 2008 sieht vor, dass in allen Parlamenten des Landes ein Viertel der Sitze für Angehörige des Militärs reserviert sind, die vom jeweiligen Oberkommandierenden ernannt werden. Zudem gibt es andere Bestimmungen, die die Beteiligung des Militärs an zentralen Entscheidungen der Regierung garantieren. Auf der anderen Seite ist vorgesehen, dass zum ersten Mal in der Geschichte Parlamente in den 14 Staaten und Regionen gewählt werden, so dass Grundlagen für eine politische Dezentralisierung gelegt wurden. Die Chief Minister in den einzelnen Gebieten der Union werden vom Präsidenten ernannt, der gleichzeitig die Funktion eines Ministerpräsidenten ausübt. 

Eingang zum letzten Palast eines birmanischen Königs in Mandalay (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Eingang zum letzten Palast eines birmanischen Königs in Mandalay / © H.-B. Zöllner
Das Rathaus von Yangon, das Stilelemente des königlichen Palastes aufnimmt
Das Rathaus von Yangon, das Stilelemente des königlichen Palastes aufnimmt / © Hans-Bernd Zöllner

Verwaltungseinheiten

Die Staaten und Regionen Myanmars
Die Staaten und Regionen Myanmars © Aotearoa (CC BY-SA 3.0)

Für die ethnische Zusammensetzung des Landes gibt es ebenso wie für die Gesamteinwohnerzahl unterschiedliche Angaben. Allgemein wird anerkannt, dass etwa 70% der Bevölkerung auf dem Lande leben. Bei dieser Zahl ist aber zu berücksichtigen, dass selbst die “Megacity” Yangon mit den über 4 Millionen Einwohnern im Kerngebiet der Stadt lebenden Einwohnern in weiten Teilen ländlich strukturiert ist.

Das Land ist in 14 Verwaltungsbezirke eingeteilt, die nach der Verfassung von 2008 mit den deutschen Bundesländern zu vergleichen sind. Sie haben eigene Parlamente und Regierungen. Sieben dieser Einheiten werden “Regions” genannt. Es sind die Regionen im zentralen Flachland, in denen traditionell die ethnischen Birmanen leben. Dieses sind, von Süden nach Norden, Tanintharyi (Tenasserim) mit der Hauptstadt Dawei (Tavoy), Ayeyawady (Irrawaddy) mit der Hauptstadt Pathein (Bassein), sowie Yangon (Rangun), Bago (Pegu), Magwe, Mandalay und Sagaing mit den gleichnamigen Hauptstädten. Die sieben “States” haben ihre Namen nach den Ethnien, die in ihnen traditionell die Mehrheit bilden. Es sind von Ost nach West: Mon mit der Hauptstadt Mawlamyine (Moulmein), Kayin (Karen) mit der Hauptstadt Hpa-an, Kayah (Karenni) mit der Hauptstadt Loikaw, Schan mit der Hauptstadt Taunggyi, Kachin mit der Hauptstadt Myitkyina, Chin mit der Hauptstadt Hakha und Rakhine (Arakan) mit der Hauptstadt Sittwe (Akyab).

Außerdem gibt es fünf Zonen und eine Region mit Selbstverwaltungsgremien. Die Verwaltungseinheit um die Hauptstadt Naypyidaw steht direkt unter der Verwaltung des Präsidenten. Mit den besonderen Zonen wird versucht, den speziellen Bedingungen in einigen Randgebieten des Landes Rechnung zu tragen.

Eine kleinere Verwaltungseinheit, ähnlich den deutschen Landkreisen, sind die 330 townships des Landes, die gleichzeitig die Wahlbezirke bilden.

Die größten Städte des Landes mit über 100.000 Einwohnern sind:

Yangon - Mandalay - Naypyidaw - Mawlamyine (Moulmein)Bago (Pegu)Pathein (Bassein)Monywa (Sagaing Region) – Meiktila (Mandalay Region) – Sittwe (Akyab - Rakhine) – Myeik (Mergui - Tanintharyi Region) – Taunggyi (Schan-Staat).

Politik

Alle Regierungen des unabhängigen Birma/Myanmar standen vor miteinander zusammen hängenden politischen Herausforderungen, denen sie nicht gerecht werden konnten. Dazu gehören die Herstellung nationaler Einheit, eine als gerecht empfundene Verteilung der Nutzung der Ressourcen des Landes, die Schaffung eines verlässlichen und belastbaren Rechtssystems, die Garantie bürgerlicher Grundrechte sowie die Herstellung guter Beziehungen zu den anderen Mitgliedern der Völkergemeinschaft.

Nationale Einheit

Die hier vorliegende doppelte Problematik zeigte sich kurz nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Januar 1948. Kurz darauf begann ein Bürgerkrieg, der von kommunistischen Rebellen und bald darauf von den ethnischen Karen begonnen wurde. Später kamen Rebellen anderer Ethnien hinzu, die für mehr Autonomie kämpften und die sich nur in der Ablehnung der jeweiligen Zentralregierung einig waren. Bis heute ist es weder gelungen, innerhalb der Mehrheit der ethnischen Birmanen einen Grundkonsens über das politische System herzustellen, noch konnte den auseinander strebenden Interessen der im Land lebenden verschiedenen Ethnien hinreichend Rechnung getragen werden. Die Gründe dafür reichen bis in die Kolonialzeit zurück.

Die Briten führten eine zweifache Verwaltung Birmas ein. Das birmanisch-buddhistische Kernland und Rakhine wurde direkt regiert, wobei ab 1922 Formen einer demokratischen Selbstverwaltung eingeführt wurden. Die meisten ethnischen Gruppen auf den das Kernland umgebenden Bergen behielten ihre traditionellen Herrschaftsstrukturen. Hier wurde das System aus der vorkolonialen Zeit übernommen, in der dem König in der jeweiligen Metropole Loyalität geschworen werden musste. Die politischen Reformen im Kernland wurden von den birmanischen Nationalisten abgelehnt, so dass es nach dem Krieg keinerlei Konsens über ein tragfähiges politisches System gab, sondern – in der Tradition der Hofintrigen der Königszeit – nur einen Kampf um die uneingeschränkte Herrschaft.

Die ethnischen Konflikte wurden nach dem Militärputsch dadurch entschärft, dass zahlreichen Rebellengruppen Waffenstillstandsabkommen geschlossen wurden. Die Rebellen verzichteten auf den Kampf gegen die Regierungstruppen und erhielten im Gegenzug das Recht auf eine eigenständige Nutzung der Ressourcen in ihrem Einflussbereich. Die im Jahr 2012 wieder ausgebrochenen Kämpfe im Kachin-Staat zeigen, wie schwierig es ist, die Waffenstillstände in dauerhafte Friedensabkommen umzuwandeln. Dasselbe gilt für die Etablierung eines demokratischen parlamentarischen Systems, in dem wechselnde Mehrheitsentscheidungen denkbar sind und friedliche Regierungswechsel vonstatten gehen.

Die Regierung bemüht sich, mit den ehemaligen Rebellen tragfähige Abkommen abzuschließen, die zu einem dauerhaften Frieden führen. Die Regierung Thein Seins versuchte, noch vor den Wahlen von 2015 ein Waffenstillstandsabkommen mit allen bewaffneten Rebellengruppen abzuschließen. An der am 15. Oktober stattfindenden Zeremonie nahmen dann aber nur acht Gruppen teil. Die stärkste Gruppierung, die Kachin Independence Army, die ihren Kampf unter dem Motto "Gott ist unser Sieg" führt, nahm ebenso wie eine Reihe anderer Gruppierungen nicht teil.

Die neue Regierung unter der faktischen Führung von Aung San Suu Kyi setzte die Bemühungen fort und veranstaltete Ende August/Anfang September 2015 eine Friedenskonferenz unter dem Titel "Panglong Konferent des 21. Jahrhunderts", die an das von Aung San 1947 abgeschlossene Abkommen erinnerte. Es nahmen über 1000 Personen Teil, auch aus den Gruppen, die kein Waffenstillstandabkommen abgeschlossen hatten. Beschlüsse wurden nicht gefasst. Es wurde aber eine weitere Tagung im Februar 2017 in Aussicht genommen.

Verteilung der Ressourcen des Landes

Neben den Verteilungskämpfen um die Nutzung der Ressourcen in den von ethnischen Minoritäten besiedelten Gebieten spielt seit der Kolonialzeit der Vorwurf der wirtschaftlichen Dominanz von im Kernland lebenden Indern und Chinesen eine prominente Rolle. Angehörige beider Gruppen waren im Zuge der britischen Kolonialzeit in größerer Anzahl ins Land gekommen, wobei bis zum 2. Weltkrieg die Inder eine besondere Rolle spielten. Die Volkszählung von 1931 ergab, dass sie in Rangun die Bevölkerungsmehrheit stellten, während nur ein Drittel der Bewohner Birmanen waren. Während des 2. Weltkrieges verließen viele Inder das Land, nach der Unabhängigkeit wurde ihr wirtschaftlicher Spielraum durch eine Nationalisierungspolitik stark beschränkt. Im Zuge der nach 1988 erfolgten wirtschaftlichen Liberalisierung gewannen ethnische und naturalisierte Chinesen wirtschaftlich die Oberhand. Der Grenzhandel nach China ist stark angewachsen und die Wirtschaft im Raum Mandalay wird von Chinesen dominiert. Die chinesische Regierung galt lange Jahre als kräftiger Unterstützer der Junta, was zu Spannungen nach dem Regierungswechsel im März 2016 führen könnte.

Während der Zeit der Herrschaft der Militärjunta gelang es daneben einigen Birmanen, Wirtschaftsunternehmen aufzubauen, die in mehreren Geschäftszweigen tätig sind, die aber wegen ihrer wirklichen oder nur vermuteten Nähe zu den früheren militärischen Machthabern aber auch nicht gut angesehen sind. Schließlich besteht in den ländlichen Gebieten wie schon früher das Problem wachsender Landlosigkeit der Bauern auf Grund zu hoher Verschuldung und der unsicheren Rechtstitel des bebauten Landes.

Rechtssystem

Die Militärjunta Myanmars ist bis in die jüngste Zeit wiederholt wegen eklatanter Verletzung der Menschenrechte angeklagt worden. Die Vorwürfe beziehen sich vor allem auf die harten Urteile gegen Regimekritiker. Ein Führer des Aufstandes von 1988, bekannt geworden unter seinem Pseudonym Min Ko Naing (“Der Könige stürzt”), der anders als viele andere protestierende Studenten im Lande blieb, wurde 1989 zu einer 20jährigen Haftstrafe wegen Verstoßes gegen einen Paragraph eines Gesetzes aus dem Jahr 1950 verurteilt, das in der Zeit des Bürgerkriegs erlassen worden war und staatsgefährdende Aktivitäten unter Strafe stellte. Er wurde dann nach 15 Jahren im Rahmen einer Amnestie freigelassen. 2008 wurde er wegen seiner Rolle in den Protesten, die den Mönchsdemonstrationen vorangehen, wegen des Verstoßes gegen diverse Gesetze zu 65 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde dann im Januar 2012 im Zuge einer von Thein Sein erlassenen Amnestie freigelassen.

Amnesty International stellte nach einem Besuch im Lande Anfang 2003 fest, dass das Hauptproblem im Lande die Rechtsunsicherheit sei, da Gesetze, die aus verschieden Epochen der birmanischen Geschichte – zum Teil noch aus der Kolonialzeit stammten – beliebig angewandt werden könnten. Zudem gäbe es wie in vielen anderen Ländern keine unabhängige Justiz. Aung San Suu Kyi hat in ihren Wahlkampagnen die Herrschaft ihrer politischen Agenda erklärt.

Grundrechte

Von 1988 bis Ende März 2011 wurde Myanmar unter Kriegsrecht regiert, d.h. die bürgerlichen Grundrechte waren radikal eingeschränkt. Das galt u.a. für die Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Jede Form des öffentlichen Protestes konnte bestraft werden. Presseorgane und Verleger mussten schon seit der Zeit unter dem “birmanischen Weg zu Sozialismus” alle Druckerzeugnisse der Zensurbehörde zur Genehmigung vorlegen. Diese Zensur wurde nach Amtsantritt von Präsident Thein Sein zuerst stark gelockert und im August 2012 aufgehoben

Der Innenminister erließ im Juli 2012 Ausführungsbestimmungen für ein im Vorjahr beschlossenes Gesetz, nach dem friedliche Proteste im Lande möglich seien. Weitere konkrete Schritte zur gesetzlichen Regelung der in der Verfassung verbrieften Grundrechte stehen noch aus.

Innenpolitik

Parteien und NGOs

Die Bildung von Parteien und Vereinigungen wurde kurz nach 1988 durch Gesetze geregelt. Bei den Wahlen von 1990 ließen sich 235 Parteien registrieren, von denen dann 93 auch an den Wahlen teilnahmen. Von diesen Parteien waren einige Jahre später nur 10 übrig, unter ihnen die NLD. Alle anderen waren von der Wahlkommission deregistriert worden oder hatten sich aufgelöst. Die Bewertung der Tatsache, dass die Wahlen nicht direkt zu einer Machtübergabe an die siegreiche NLD führten, ist umstritten. 2010 nahmen 37 Parteien von insgesamt 47, die sich hatten registrieren lassen, an den Wahlen teil. Außerdem kandidierten 80 Unabhängige. Der Erdrutschsieg der NLD in den Wahlen von 2015 hatte zur Folge, dass mit Ausnahme des Rakhine-Staates in allen sieben Staaten, in denen traditionell eine nicht-birmanische Ethnie dominiert, der Anteil ethnischer Parteien in den Parlamenten zurückgegangen ist. 

Die Anzahl der im Lande arbeitenden Nichtregierungsorganisationen ist nach dem Zyklon Nargis stark angestiegen. Verzeichnisse von 2012 weisen 188 lokale und 54 internationale NGOs aus, aber damit ist nur ein Teil der tatsächlichen im Lande arbeitenden Organisationen erfasst, zumal einige sehr bekannte Einrichtungen wie Myanmar Egress als Wirtschaftsunternehmen registriert sind und zahlreiche Einrichtungen bisher auf eine offizielle Registrierung wegen der damit verbundenen Auflagen verzichtet haben.

Es gibt eine Reihe von Gesetzen, die die Tätigkeit von Nicht-Regierungsorganisationen regeln. Internationale und nationale Akteure weisen dabei darauf hin, dass es immer noch schwerwiegende Behinderungen der Arbeit dieser Organisationen gibt. 

Bewaffnete Konflikte

Bis 1988

Schon kurz nach der Ausrufung der Unabhängigkeit am 4. Januar 1948 brach in Birma ein Bürgerkrieg aus. Zuerst nahmen die beiden kommunistischen Parteien des Landes den bewaffneten Kampf gegen die Zentralregierung auf. Die sogenannten "White Flag Communists" unter Führung von Aung Sans Schwager Thakin Than Tun gingen im März 1948 in den Untergrund. Schon vorher hatten die "Red Flag Communist" unter Führung von Thakin Soe zu den Waffen gegriffen. Daneben gab es weitere "linke" Gruppen, die vorwiegend aus Mitgliedern der birmanischen Unabhängigkeitsarmee bestanden, die nicht in die Armee des unabhängigen Birma übernommen worden waren. Zeitgleich brachen ethnische Konflikte in Rakhine aus, und zwar durch Rakhine Nationalisten unter Führung eines Mönchs sowie Aufstände der in diesem Landesteil lebenden Muslime. Die Karen-Rebellen erhielten Zulauf von Mitgliedern der regulären birmanischen Armee. Diese bestand laut einem in Kandy (Sri Lanka) im September 1946 abgeschlossenen Abkommen aus Angehörigen der britischen Armee (überwiegend Karen, Kachin und Chin) sowie der ethnisch birmanischen Nationalarmee. Beide Seiten hatten im Krieg gegeneinander gekämpft.

Die Aufständischen brachten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle, waren aber untereinander nicht einig. So gelang es der birmanischen Armee unter Führung von Ne Win das birmanische Kernland weitgehend unter die Kontrolle der Regierung zu bringen. An den Rändern des Landes wie in einigen Hochburgen der Kommunisten wie den Bago Yomas fand bis zum Ende der sozialistischen Periode im Jahr 1988 ein Bürgerkrieg zwischen der birmanischen Armee und einer Vielzahl von Rebellengruppen statt.

1988-2011

Nach der Machtübernahme von SLORC im September 1988 begannen eine Reihe von Verhandlungen zwischen den Militärregierung, die vom Sekretär 1 der Junta, General Khin Nyunt geführt wurden und zu einer Reihe von Waffenstillstandsabkommen führten. Die Rebellen sagten zu, die Kampfhandlungen einzustellen. Im Gegenzug erhielten sie die Zusage, dass sie die Verwaltung und Wirtschaft in den von ihnen kontrollierten Gebieten weiterführen konnten wie bisher. Zudem löste sich die Kommunistische Partei des Landes im Zuge der Veränderungen im europäischen Ostblock praktisch auf.

Im Vorfeld der Wahlen von 2010 stellte sich die Frage nach der Integration der bewaffneten Gruppen. Die Regierung schlug vor, sie in Grenzschutztruppen umzuwandeln und damit der Regierungsarmee zu unterstellen. Das führte zu einer Reihe von Spannungen und war einer der Gründe dafür, dass der mit der Kachin Independence Army (KIA) abgeschlossene Waffenstillstand im Juni 2011 ein Ende fand.

Nach 2011

Mit dem Beginn der Regierung unter Präsident Thein Sein begann einer neue Runde von Friedensbemühungen, die mit dem Abschluss einer Vereinbarung mit der KNU im Januar 2012 ihren Höhepunkt erreichte, mit der die Absicht bekräftigt wurde, den Konflikt mit der ersten ethnischen Gruppe, die 1949 den Bürgerkrieg begonnen hatte, zu beenden. In Yangon wurde im November das Myanmar Peace Center eröffnet, das die Bemühungen um einen nachhaltigen Frieden koordinieren soll. Von Seiten der Regierung wurden die Verhandlungen mit den einzelnen Rebellengruppen von Aung Min, Minister im Büro des Präsidenten, geführt. Sie konzentrierten sich in den letzten Jahren auf den Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens mit 16 bewaffneten Gruppen. Ein Abkommen wurde dann kurz vor den Wahlen im Oktober 2015 unterzeichnet. Sieben Rebellengruppen nahmen an der Zeremonie aber nicht teil, darunter zwei der stärksten Gruppen, die Kachin Independence Army (KIA) und die United Wa State Army (USWA). Es haben sich außerdem weitere bewaffnete Gruppen gebildet, die bisher von der Regierung nicht als Verhandlungspartner anerkannt wurden. In einer seiner letzten Aktionen löste Präsident Thein Sein im März 2016 das Myanmar Peace Center auf. Kurz nach Antritt der neuen Regierung wurde ein neues Form, das  National Reconciliation and Peace Center (NRPC) geschaffen unter dem Vorsitz von Aung San Suu Kyi als eine Regierungseinrichtung geschaffen. Hier wurde die Mitte 2016 abgehaltene Friedenskonferenz organisiert (s.o. unter "Nationale Einheit"), nach der die Kämpfe mit Rebellengruppen mit unverminderter Heftigkeit weiter gingen.

Medien

Schon vor der Lockerung der Zensur nach dem Regierungsantritt von Präsident Thein Sein gab es eine große Pressevielfalt. Etwa 100 Wochenzeitungen und viele monatlich erscheinende Magazine berichteten über eine Fülle von Themen, darunter auch über aktuelle politische wirtschaftliche Entwicklungen. Täglich erschienen aber nach wie vor nur die staatlich kontrollierten Zeitungen Myanma Alin (New Light of Myanmar) und Kyemon (Spiegel), erstere auch in englischer Übersetzung. Die einzige über lange Zeit in englischer Sprache erscheinende Wochenzeitung war die 2000 gemeinsam von einem australischen Journalisten und einem birmanischen Counterpart gegründete Myanmar Times, die seit März 2015 täglich erscheint. Auf Grund von Strafverfahren gegen beide Gründer ist die Zeitung mittlerweile in andere Hände übergegangen.

Im August 2012 wurde die Pressezensur offiziell aufgehoben. Seit dem 1. April 2013 erscheinen auch andere Tageszeitungen als die von der Regierung kontrollierten. Dabei haben sich nicht alle Zeitungen, für die eine Lizenz genehmigt wurde, auf dem Markt halten können. Es gibt große Probleme der Finanzierung und beim Vertrieb. Einen kritischen Überblick über die Entwicklung der Medien geben die Organisationen "Reporter ohne Grenzen" und Freedom House.

Rundfunk

Die Ausstrahlung von Radiosendungen in Birma begann 1936. Von der Unabhängigkeit bis heute steht der Rundfunk unter staatlicher Kontrolle. Die Glaubwürdigkeit der Sender unter der Bevölkerung ist daher gering. Daher spielen Sender, die vom Ausland in birmanischer Sprachen Nachrichten senden wie BBC, Voice of America und Democratic Voice of Burma (DVB) mit Hauptsitz in Oslo für die Meinungsbildung im Lande eine große Rolle. In jüngster Zeit sind Vertreter dieser Medien, die der Militärregierung des Landes sehr kritisch gegenübergestanden haben, auch im Lande mit offiziellen Korrespondenten und Trainingsprogrammen vertreten. Es gibt Pläne, zusätzlich zu den schon bestehenden Radiostationen im Lande auch Regionalsender einzurichten, deren Programme über Satelliten ausgestrahlt werden.

Fernsehen

Das ebenfalls staatliche Fernsehen hat fünf Kanäle, unter ihnen einen für die ethnischen Minderheiten im Lande. Seit 2005 sendet auch die Democratic Voice of Burma ein Fernsehprogramm nach Myanmar. Ausländische Fernsehprogramme wie etwa auch die Deutsche Welle können über Satelliten frei empfangen werden.

Zeitungsstand im Zentrum Yangons. Bilder von Aung San Suu Kyi auf der Titelseite sind verkaufsfördernd (Photo: Hans-Bernd Zöllner)
Zeitungsstand im Zentrum Yangons. Bilder von Aung San Suu Kyi auf der Titelseite sind verkaufsfördernd (Photo: Hans-Bernd Zöllner)

Internet

Der Zugang zum Internet ist überall möglich. Auf Grund der fehlenden Infrastruktur ist die Übertragungsgeschwindigkeit aber teilweise sehr gering. Seit der Liberalisierung der Medien im Jahr 2012 hat die Zahl der Internet-Cafés abgenommen. Trotz der Aufhebung auch der Zensur für online-Nachrichten kann die Regierung das Internet nach wie vor kontrollieren.

Internationale Beziehungen

Bis zur letzten Freilassung von Aung San Suu Kyi im November 2011 galt Myanmar im Westen weitgehend als ein Paria-Staat, gegen den ungefähr zur selben Zeit, als das Land 1997 trotz westlicher Proteste in den südostasiatischen Staatenbund ASEAN aufgenommen wurde, von Seiten der USA und der EU Sanktionen verhängt wurde. Vor 1988 hatte sich das Land durch eine strikte Neutralitätspolitik selbst isoliert. Diese Politik, der es immerhin gelang, Birma aus den Kriegen in Indochina herauszuhalten, gipfelte 1977 in dem Austritt des Landes aus der Bewegung der blockfreien Länder, weil die dem Ne Win-Regime mehr neutral genug war. Ein Förderer dieser Bewegung war der erste Ministerpräsident Nu gewesen, der maßgeblich am Zustandekommen der Konferenz von Bandung im Jahr 1955 beteiligt war, die 1961 zur Gründung der Bewegung der blockfreien Länder in Belgrad führte. Diese Haltung lässt sich auf Aung San selbst zurückführen, der das Angebot der britischen Regierung ablehnte, Birma nach der Unabhängigkeit den Status eines Mitglieds des Commonwealth zu geben.

Die westlichen Sanktionen wurden 2012 suspendiert (EU) bzw. gelockert (USA), nachdem Außenministerin Hillary Clinton das Land Anfang Dezember 2011 besucht hatte. Dem Besuch vorausgegangen war ein Telefongespräch Präsident Obamas mit Aung San Suu Kyi. Großbritannien und die USA orientieren ihre Politik gegenüber dem Land immer noch weitgehend an der Haltung Aung San Suu Kyis, die seit dem Wahlsieg der NLD im Jahr 1990 als die legitime Vertreterin ihres Landes angesehen wurde und wird. Obama selbst besuchte Myanmar auf seiner ersten Auslandsreise nach seiner Wiederwahl im November 2012.

Regionale Integration

Zusammen mit Laos wurde Myanmar am 23.7.1997 Vollmitglied der Vereinigung südostasiatischer Nationen (ASEAN). Die Regierung Myanmars erhielt damit im Blick auf die internationale Kritik Schützenhilfe durch das Prinzip der Gemeinschaft, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Mitglieder einzumischen. Nach der Mitgliedschaft fanden eine Reihe von ASEAN-Tagungen in Myanmar statt, bisher jedoch noch keine der Regierungschefs. Die Regierung verzichtete auf den ihr turnusmäßig zustehenden Vorsitz der Gemeinschaft für das Jahr 2006. Die Übernahme dieser prestigeträchtigen Position ist nun für 2014 vorgesehen. Von den 20 Regionszentren, die die Organisation der Erziehungsminister der Gemeinschaft (SEAMEO) eingerichtet hat, befindet sich eins in Yangon, zuständig für Geschichte und Tradition (SEAMEO-Chat).

Deutsch-birmanische Beziehungen

Sie verdienen besondere Erwähnung, weil die Bundesrepublik Deutschland bis 1988 nach Japan der zweitgrößte bilaterale Partner Birmas in den Bereichen der wirtschaftlichen Kooperation und der Entwicklungszusammenarbeit war. Die deutschen Interessen gehen in die Kolonialzeit zurück. Schon bald nach der Eröffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869 war Deutschland der zweitgrößte Importeur von Waren – vor allem Reis – aus Birma nach dem Empire. Das erste Konsulat wurde schon 1853 in Akyab (Sittwe) eröffnet. Sichtbares Zeichen für das deutsche Engagement war der 1867 in Rangun eröffnete Deutsche Club, der 1890 durch ein repräsentatives Gebäude ersetzt wurde, dessen Grundstruktur noch heute in der Bogyoke Aung San Street auf dem Gelände einer katholischen Schwesternschaft, die das Gelände im Ersten Weltkrieg erwarb, zu finden sind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Beziehungen zu Birma wesentlich durch die guten Beziehungen einer im Staatsbesitz befindlichen deutschen Firma gefördert, die nach 1955 half, in Birma eine Waffenindustrie aufzubauen, wofür zahlreiche Soldaten und einige Zivilisten in Deutschland ausgebildet wurden. Später half die Firma beim Bau zahlreicher Fabriken für zivile Güter. Ne Win besuchte Deutschland jedes Jahr im Zuge seiner Europareisen und empfing im Rheingau Behörden-, Parteien- und Wirtschaftsvertreter. Parallel zu diesem Engagement wurde Birma ein Lieblingskind der deutschen Entwicklungshilfe, die dort an die 70 Projekte förderte. Die Besuche zahlreicher deutscher Delegationen wurden 1986 durch den Staatsbesuch von Bundespräsident von Weizsäcker gekrönt, der bei dieser Gelegenheit die deutsch-birmanische Freundschaft pries. Diese Freundschaft war zu einem guten Teil auf deutscher Seite allerdings Produkt einer romantischen Illusion.  Auch die DDR, die 1954 von vor der Bundesrepublik eine Handelsvertretung in Rangun eröffnet hatte, die später zur Botschaft ausgebaut wurde, versuchte gute Beziehungen zum Land zu unterhalten und konzentrierte sich vor allem auf die Ausbildung von Birmanen in verschiedenen Bereichen (u.a. im Bergbau) und auf kulturelle Kontakten. Nach den Unruhen von 1988 und dem Ende der DDR liefen alle diese Aktivitäten aus.

Nach 1988 gab es eine komplette Kehrtwende der deutschen Politik gegenüber Birma. Das Militärregime wurde verurteilt, die Entwicklungshilfe wurde eingestellt, Deutschland schloss sich - wenn auch nicht voller Überzeugung - der EU-Sanktionspolitik an, die von Großbritannien und den nordischen Ländern vertreten wurde. Nach der Suspendierung der EU Sanktionen begann eine neue Phase der Entwicklungshilfe. In Absprache mit anderen Ländern der Gemeinschaft wurden Schwerpunkte beim Aufbau des Bankensystems, der Förderung kleiner und mittlerer Betriebe sowie der beruflichen Bildung gesetzt. Letztere nahm die Förderung des Zentrums in Sinde in Mittelbirma auf, die schon vor 1988 ein Prestigeprojekt der Zusammenarbeit gewesen war.

Der deutsche Club ... (erbaut 1890)
Der deutsche Club (erbaut 1890) ...(Photo: Philip Klier)
... und was davon heute noch zu sehen ist.
... und was davon heute noch zu sehen ist. / © H.-B. Zöllner
Die Lutheran Bethelehem Church (Photo: H.-B. Zöllner)
Die Lutheran Bethlehem Church (Photo: H.-B. Zöllner)

Die Lutheran Bethlehem Church, 181-183 Theinbyu Street. Die Gemeinde wurde 1878 von einem deutschen Missionar gegründet. Sie bestand ursprünglich aus tamilischen Migranten, die aus einem Missionsgebiet der Leipziger Mission in Südindien nach Birma gekommen waren. Dier Grundstein der Kirche wurde 1917 am 400. Jahrestag der Reformation gelegt. Da waren die deutschen Missionare aber nicht mehr für die Betreuung der Gemeinde zuständig. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs hatte eine schwedische Missionsgesellschaft diese Aufgabe übernommen. Bis heute freut sich der Pfarrer aber besonders über deutsche Besucher!

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

Thailand

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Kriege zwischen den Königen Siams und Birmas sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern traditionell gespannt, was sich etwa in der Darstellung des jeweils anderen Landes in den Geschichtsbüchern Thailand und Myanmars ablesen lässt. Hintergrund der Rivalität ist die Frage, wer nach dem buddhistischen Herrschaftsmodell die Oberherrschaft in der Region hat. Sichtbares Symbol der Überlegenheit waren die im jeweiligen Reich aufgefundenen Weißen Elefanten. Auf diesem Hintergrund erhält die Ablehnung einer Bitte der Regierung Thailands, aus Anlass des 65. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern einen der in Myanmar befindlichen acht Weißen Elefanten leihweise dem Zoo in Chiang Mai zu überlassen, eine besondere Note.

In jüngerer Zeit gab es auch militärische Spannungen, die zum Teil durch die Tätigkeiten von Rebellenarmeen an der Grenze ausgelöst und durch die Errichtung von Statuen von Helden in den Kriegen zwischen beiden Reichen an den Grenzen verstärkt wurden. 

Statue von König Bayinnaung in Tachilek
Statue von König Bayinnaung in Tachilek / © Michael Noel

Auf der anderen Seite hat sich Thailand seit der wirtschaftlichen Öffnung des Nachbarlandes im Jahr 1988 wirtschaftlich sehr stark in Myanmar engagiert. So gelangen etwa die Erdgasvorkommen des Yadana Feldes im Golf von Martaban durch eine Pipeline nach Thailand. Auch der Ausbau des Tiefseehafens von Dawei (Tavoy) sollte ursprünglich unter Mitwirkung einer großen thailändischen Firma erfolgen. Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten der Firma wurde diese Beteiligung aber im August 2013 gestoppt. 

Die Swedaumyat (Zahn-)Pagode in Yangon, gebaut nach dem Vorbild der Ananda-Pagode in Bagan
Die Swedaumyat (Zahn-)Pagode in Yangon, gebaut nach dem Vorbild der Ananda-Pagode in Bagan / © H.-B. Zöllner

China und Indien

Die Beziehungen zu den beiden großen Nachbarn Myanmars haben einen langen historischen Vorlauf. Dabei bestehen zu Indien traditionell gute Beziehungen, da Indien das Heimatland des Buddha ist. Nach der Unabhängigkeit unterstützte Ministerpräsident Nehru seinen Freund U Nu und die birmanische Armee mit Waffen gegen die Aufständischen. Auf der anderen Seite hat die bis heute andauernde Diskriminierung von Nachkommen indischer Einwanderer die Beziehungen auch belastet.

Auf Grund der Unterstützung der kommunistischen Partei Birmas durch China waren die Beziehungen zu dem östlichen Nachbarn lange Jahre belastet. Außerdem gab es Grenzstreitigkeiten, die erst durch einen von General Ne Win ausgehandelten Vertrag im Jahr 1961 beigelegt wurden. Nach 1988 unterstützte China die Militärregierung massiv mit Waffenlieferungen. Außerdem nahm von Yunnan aus der Grenzhandel massiv zu. Chinesische Kaufleute haben vor allem in Mandalay ihren wirtschaftlichen Einfluss ausgebaut, so dass die Stadt schon "ein zweites Yunnan in Birma" genannt wird.

Auch China nutzt die Religion für die Diplomatie gegenüber Myanmar. Ein in Beijing befindlicher Zahn Buddhas wurde schon zu Zeiten U Nus und dann mehrfach nach 1988 in Myanmar ausgestellt, wobei die Bevölkerung des Landes massenhaft zu den jeweiligen Orten des Relikts pilgerte. Die Militärjunta baute in den 1990er Jahren die Swedawmayat Pagode, in der sich eine Replik des Zahns befindet.

Japan und Korea

Die japanische Besetzung Birmas war ein Grund dafür, dass sich Japan nach dem Zweiten Weltkrieg hier besonders stark engagiert hat, besonders auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe. Zwischen 1962 und 1988 war Japan vor der Bundesrepublik Deutschland der wichtigste Wirtschaftspartner Birmas. Nach Indien China und Thailand ist Japan heute der viertgrößte Abnehmer von Gütern aus Myanmar, während japanische Exporte ins Land hinter Süd-Korea rangieren. Dabei spielt eine Rolle, dass koreanische Soap Operas in Myanmar sehr wie in anderen Ländern Asiens beliebt sind, was den Export etwa von Damenbekleidung stark gefördert hat.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert.

Der Autor:

Hans-Bernd Zöllner - hier vom birmanischen Cartoonisten Aung Min Min portraitiert - kennt Myanmar noch aus der Zeit, als es auch offiziell noch Birma hieß. Die Besuche erfolgten ab 1984 im Rahmen seiner Tätigkeit als evangelischer Auslandspfarrer in Thailand, Birma und Malaysia. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1990  begann er, zu Birma/Myanmar zu forschen. Er hat zu verschiedenen Themen der Geschichte, Politik und Kultur des Landes publiziert. Seit 2005 ist er Manager des Myanmar Literature Project, aus dem eine Reihe weiterer Projekte hervorgegangen sind.

Literatur

Hinweise auf Literatur nicht nur zur Geschichte Myanmars findet sich hier

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