Blick vom Kandawgyi See auf die Shwedagon Pagode in Yangon
Offizieller Name
Republik der Union von Myanmar
Fläche
676.578 km²
Einwohner
53,9 Mio. (2018, geschätzt)
Regierungssitz
Naypyidaw
Bevölkerungswachstum
0,91 % pro Jahr (2018, geschätzt)
Amtssprache
Birmanisch / Myanma
Regionalsprachen
über 100 Sprachen, z.B. Shan, Kayin, Mon, Jing-Hpo
Lage Myanmars
Lage Myanmars / © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Myanmar – Burma – Birma? Bis 1989 galt als international gebräuchlicher Name Burma (auf Deutsch Birma). Die britische Kolonialmacht führte diesen Namen in Anlehnung an das birmanische Wort b'ma ein. B´ma ist linguistisch eine Ableitung von myanma, einem Wort, das in der Zusammensetzung myanma nain-ngan - das myanmarische Land oder der myanmarische Staat - schon immer gebräuchlich war.

1989 erließ die 1988 an die Macht gekommene Militärjunta ein Gesetz, das die Benennung des Landes und einiger geographischen Namen neu regelte. “Myanmar” sollte jetzt das ganze Land bezeichnen, und damit, nach Lesart des Militärs, inklusiver sein, da es alle Ethnien miteinbeziehe und nicht nur auf die ethnische Mehrheit der Bamar verweise. Diese Sprachregelung wurde von den Vereinten Nationen und den meisten Staaten der Welt übernommen, von einigen westlichen Ländern (USA, Großbritannien, Australien) sowie Oppositionellen aber lange abgelehnt, womit eine Nichtanerkennung des Militärregimes ausgedrückt wurde. Es wurde argumentiert, dass die Umbenennung von einer nicht demokratisch legitimierten Regierung erlassen worden sei.

In Deutschland nennen die meisten Publikationen das Land mittlerweile "Myanmar". DIE WELT hält am alten deutschen Namen "Birma" fest, während der SPIEGEL über "Burma" berichtet. Auf dieser Länderinformationsseite werden die neuen Bezeichnungen verwandt und die alten teilweise in Klammern hinzugefügt.

Myanmar ist mit einer Fläche von 676.578 km² (fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland: 357.121 km²) das größte Land Festland-Südostasiens. Es grenzt an die Länder Bangladesch (193 km ), Indien (1.463 km), China (2.185 km), Laos (235 km) und Thailand (1.800 km). Es erstreckt sich von der malaiischen Halbinsel über eine Länge von ca. 2500 km bis zu den Ausläufern des Himalaya. Die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt ca. 900 km.

Der Ayeyarwady (Irrawaddy – 1800 km lang) durchzieht das Land von den Ausläufern des Himalaya im Norden bis zum Delta im Süden. Die vom Ayeyarwady durchflossene zentrale Ebene wird hufeisenförmig von wenig erschlossenen und schwer zugänglichen Bergregionen eingerahmt. Auf Grund dieser geographischen Gegebenheiten ist der Zugang zur zentralen Tiefebene auf dem Landweg von den Nachbarregionen her bis heute schwierig. Der Ayeyarwady bildet die zentrale Transport und Erschließungsachse des Land. Im Osten durchschneidet der Fluß Thanlwin (Salween - 2980 km) das Shan-Hochland und mündet im Südosten in der Andamansee.

Die Küste am Golf von Bengalen und der Andamanensee ist 1.930 km lang. Vor dieser Küste liegen die ca. 800 überwiegend unbewohnten Inseln des Mergui-Archipels.   

Karten

Myanmar - Übersichtskarte
Myanmar - Übersichtskarte © CIA (Public domain)

Grunddaten

Daten über das Land, die über sehr allgemeine Angaben hinausgehen, sind mit Vorsicht zu betrachten, da auf Grund der Isolation des Landes über viele Jahre keine verlässlichen statistischen Daten erhoben wurden. Es sind sehr unterschiedliche Zahlen zum Land zu finden, da sie teilweise auf Schätzungen beruhen.

Die Anfang 2014 von den Vereinten Nationen unterstützte und stark umstrittene Volkszählung ergab nach den im Mai 2015 veröffentlichten Zahlen eine Gesamtbevölkerung von 51.486.253 (24.824.586 Männer und 26.661.667 Frauen). In Gebieten, in denen wegen der andauernden ethnischen Konflikte keine Zählung stattfand, wurden die Zahlen geschätzt. Zahlen zu ethnischer und religiöser Zugehörigkeit wurden zunächst nicht veröffentlicht, da sie als zu sensibel galten. Erst 2016 wurden die Zahlen zur Religionszugehörigkeit veröffentlicht. Daten und Zahlen zur ethnischen Zugehörigkeit sind der Öffentlichkeit bis heute nicht zugänglich. Die Wachstumsrate der Bevölkerung lag in den letzten Jahren bei unter 1 Prozent.

Allgemeine Grundinformationen sind beispielsweise beim Auswärtigen Amt und beim CIA World Factbook zu finden. Offizielle Statistiken und Berichte von myanmarischer Seite bietet das Myanmar Ministry of Labour, Population and Immigration. Umfassende Informationen zur ethnisch und religiös diversen Gesellschaft, politischem System, Kultur sowie Geschichte des Landes bietet die Encyclopaedia Britannica.

Landesimpressionen

Es gibt im Internet eine Fülle von neueren Reiseberichten über Myanmar. Die meisten heben die außerordentliche Freundlichkeit der Bewohner hervor. Dies entspricht dem Tenor der älteren Reisebeschreibungen. - Eine schöne Sammlung von Fotografien, die den Charme Birmas an der Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert einfangen, hat der aus Deutschland stammende Fotograf Philip Alphonse Klier gemacht.

Mönch auf Bahngleis (©  H.-B. Zöllner)
Mönch auf Bahngleis (© H.-B. Zöllner)
Ogre (böser Geist) im Käfig (©  H.-B. Zöllner)
Ogre (böser Geist) im Käfig (© H.-B. Zöllner)
Kühlschrank auf dem Mandalay Hill (©  H.-B. Zöllner)
Kühlschrank auf dem Mandalay Hill (© H.-B. Zöllner)
Hauswand in der Altstadt von Yangon (©  H.-B. Zöllner)
Hauswand in der Altstadt von Yangon (© H.-B. Zöllner)

Naturraum

Ebenen und Bergregionen

Die zentralen Ebenen des Landes und die sie umgebenden Berge weisen geographische Merkmale auf, die für die Geschichte des Landes und seine gegenwärtige Situation von Bedeutung sind.

Die schwer zugänglichen Bergregionen bilden die Grenze zu den Nachbarländern. Dieser Umstand wird gerne als ein Grund dafür angegeben, dass Myanmar über lange Zeit auch politisch wenig Kontakt zur Außenwelt hatte.

Südlich des 19. Breitengrades beginnt die Zone, in der der von Mai bis Oktober andauernde vom Indischen Ozean ausgehende Monsunregen fällt (1,5 bis 2.5 m pro m² und Jahr) und damit die Grundlage für eine natürliche Bewässerung der Böden liefert. Nördlich dieser Grenze bis etwa zum 23. Breitengrad fällt wegen des davor gelagerten bis zu 3000 m hohen Rakhine (Arakan) Gebirges weit weniger Niederschlag (0,5 bis 1 m). Hier ist künstliche Bewässerung nötig.

Die beiden Zonen werden üblicherweise mit Unter- und Oberbirma bezeichnet. Oberbirma ist das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Birmanen, die hier im 11. Jahrhundert ein erstes Reich mit der Hauptstadt Bagan begründeten. Dabei übernahmen sie vorgefundene Techniken der Bewässerung zum Reisanbau und entwickelten sie fort. Unterbirma wurde von den Mon besiedelt. Hier hat wegen seiner Lage am Meer der internationale Seehandel immer eine starke Rolle gespielt. Beide Landesteile sind kulturell unterschiedlich geprägt und haben über lange Zeiten politisch ein Eigenleben geführt. Die 2005 neu etablierte Hauptstadt, Naypyidaw, liegt auf der Grenze zwischen den beiden Zonen des Landes.

Im Westen des Landes erstreckt sich hinter den Rakhine Bergen der heutige Bundesstaat Rakhine, der über Jahrhunderte ein eigenes Königreich war. Nördlich davon schließen sich die Chin-Berge an. Hier findet sich der mit 3.200 m zweithöchste Berg Myanmars. Die an Bangladesh und Indien angrenzenden Berge sind sehr zerklüftet und schwer zugänglich. Im Norden des Landes finden sich die Kachin-Berge, die einen Ausläufer des Himalaya bilden. Die Besiedlungsdichte ist hier ähnlich gering wie in den Chin-Bergen. Der mit 5.881 m höchste Berg Südostasiens, der Hkakabo Razi liegt im Norden des Landes an der Grenze zu Indien und China. Erst 1995 erfolgte der erste Versuch, ihn zu besteigen. Ein Jahr später war der Versuch eines Japaners und seines Begleiters aus Myanmar dann erfolgreich. Nach Osten hin folgt das Shan-Plateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1000 m. Südlich davon beginnen die Tenasserim-Berge, die sich über die malaiische Halbinsel bis Singapur erstrecken, und die Grenze zwischen dem südlichen Myanmar und Thailand bilden.

Ein weiterer Bergzug erstreckt sich über mehr als 400 km vom berühmten Mount Popa (1.518 m) in der Nähe von Bagan bis zum Singuttara Hügel in Yangon, auf dem die bedeutendste Pagode des Landes, die Schwedagon liegt.

Bodenschätze

Myanmar ist reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen: Erdöl, Erdgas, Kohle, Zink, Zinn, Blei, Eisen, Kupfer, Mamor sowie zahlreiche Edelsteine. Auf Grund der politischen Lage kommt dieser Reichtum allerdings nicht der Bevölkerung zu Gute sondern fördert viel mehr bestehende und neue Konflikte. In den letzten Jahren rückten die Gasvorkommen, die in den letzten Jahrzehnten vor den Küsten des Landes entdeckt wurden, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Auch der Jadeabbau in den Kachinbergen ist ein Paradebeispiel für die Ausbeutung des Landes durch nationale Eliten und internationale Firmen.

Die Kupfermine von Letpadaung sorgte ebenfalls für nationale und internationale Kritik. Der Reichtum des Landes ist früher wie heute hochgradig ambivalent. Einzelheiten dazu finden sich unter "Wirtschaft und Entwicklung".

Gewässer

Der längste und bedeutendste Fluss des Landes ist der 1.800 km lange Ayeyarwady, der im tibetischen Hochland entspringt, zeitweilig die Grenze zwischen Myanmar und China bildet, dann in teils tiefen und malerischen Schluchten durch die Kachin-Berge fließt, ehe er die Ebene erreicht, und in Unterbirma ein großes Delta bildet, dessen neun Arme in den Golf von Martaban, einen Ausläufer der Andamanensee, fließen. Eine besondere Attraktion sind die Irrawaddy-Delphine, die auch im Mekong in Laos und Kambodscha vorkommen. Sein größter Zufluss ist der Chindwin, der in den Kachin-Bergen entspringt. Der Ayeyarwady ist bis Bhamo schiffbar. Der seit 2001 mit chinesischer Unterstützung geplante Myitsone-Staudamm am Oberlauf des Flusses ist Gegenstand heftiger politischer Kontroversen. Die Arbeiten am Damm wurden daraufhin Ende September 2011 bis auf weiteres eingestellt. Nach dem Wahlsieg der NLD im November 2015 ist die Diskussion um den Bau neu entfacht worden. - Im Jahr 2015 trat der Fluss nach heftigen Regenfällen an vielen Stellen über die Ufer, wodurch starke Schäden entstanden. Dies hatte eine große Welle der Spendenbereitschaft im ganzen Land zur Folge.

Der Ayeyawady in der Nähe von Bhamo im Kachin Staat. (Stich aus dem Jahr 1906. Quelle: http://www.britishempire.co.uk/maproom/burma/burmairrawaddy.htm)
Der Ayeyawady in der Nähe von Bhamo im Kachin Staat. (Stich aus dem Jahr 1906)
Ayeyarwadi-Delfin
Ayeyarwadi-Delfin © Dan Koehl (CC BY 3.0)

In der Nähe des Ayeyarwady enspringt der Thanlwin (Salween/Saluen). Er durchschneidet das Shan-Hochland, bildet teilweise die Grenze zwischen Thailand und Myanmar, verzweigt sich am Ende in ein kleines Delta und mündet nach 2.815 km bei der Hauptstadt des Mon-Staates Mawlamyine (Moulmein) in den Golf von Martaban. Auch am Oberlauf des Thanlwin sind in China, Thailand wie auch Myanmar Staudämme geplant, deren geplanter Bau Kontroversen ausgelöst hat.

Ein kleinerer Fluss ist der Sittaung (Sittang), der im Shan-Plateau entspringt und zwischen Ayeyarwadi und Thanlwin ins Meer fließt. Das Sittaung Bassin wird von dem des Ayeyarwady durch das Bago (Pegu) Gebirge getrennt.

Auf Grund seiner Attraktivität für Touristen ist der Inle-See im Shan-Staat der bekannteste See Myanmars. Er liegt auf einer Höhe von 880 m, ist 116 km² groß und an seiner tiefsten Stelle weniger als 4 m tief. Dies ist neben der landwirtschaftlichen Nutzung, dem Tourismus und der Verbreitung von Wasserhyazinthen einer der Gründe für seine ökologische Gefährdung. Der größte See des Landes ist der Indawgyi-See im Kachin-Staat.

Fischer auf dem Inle-See © H.-B. Zöllner
Fischer auf dem Inle-See © H.-B. Zöllner
Häuser auf dem See © Hans-Bernd Zöllner
Häuser im See © Hans-Bernd Zöllner

Klima

Zyklon Nargis über Myanmar (Mai 2008)
Zyklon Nargis über Myanmar (Mai 2008) © NASA/ MODIS/ GSFC/ Jeff Schmaltz/ Jesse Allen (Public Domain)

Das Klima ist mit Ausnahme der Hochgebirgsregionen im Norden tropisch und subtropisch. Zentral-Myanmar hat drei Jahreszeiten. Die kühle Jahreszeit, von südwestlichen Monsunwinden geprägt, erstreckt sich von Ende Oktober bis Mitte Februar und ist deshalb für westliche Touristen die beste Reisezeit. Die Temperaturen in Yangon liegen hier zwischen 18 und 32 Grad. Es schließt sich zwischen Februar und April die heiße Zeit zwischen den Monsunwinden an, in denen das Thermometer in der größten Stadt auf bis zu 40 Grad ansteigt. Von Mai bis Oktober dauert dann die regenreiche Zeit des Südwest-Monsuns. Die Temperaturen liegen um die 30 Grad. In den höher gelegenen Regionen ist es deutlich kühler. In Pyin Oo Lwin (Maymyo), der Sommerresidenz der Briten während der Kolonialzeit, steigt die Temperatur auch während der heißen Zeit selten über 30 Grad.

Flora und Fauna

Die unterschiedlichsten Naturräume – Tiefländer mit fruchtbaren Deltagebieten, Küstenlandschaften mit Mangrovenwäldern, tropische Regenwälder, weite Trockenräume im Landesinneren, die Gebirgsregionen an den Staatsgrenzen –  sowie die unterschiedlichen Klimazonen bieten die Grundlage für eine sehr große ökologische Vielfalt:

Wie im übrigen tropischen Asien besteht der größte Teil der Vegetation Myanmars aus zwei Typen des Tropenwaldes, dem Monsunwald und dem tropischen Regenwald. Im Monsunwald fallen die Blätter in der Trockenzeit ab, um den Wasserverbrauch zu drosseln, während der tropische Regenwald immergrün bleibt. Monsunwald dominiert zwischen Yangon und Myitkyina im Kachin Staat, tropischen Regenwald gibt es südlich von Mawlamyine (Moulmein) mit einer Reihe von Überlappungen. Aber auch immergrüner subtropischer Trockenwald ist in Myanmar, nördlich des Wendekreises des Krebses, bis zu einer Höhe von 2.000 m zu finden. An der Küste des Ayeyarwady-Deltas gibt es Mangroven, deren Bestand aber bedroht ist.  Darunter sind Nutzhölzer wie Teak – 75% der Weltreserven wachsen hier - andere Harthölzer und große Bambuswälder die Grundlage für den traditionellen Hausbau. Der Export von Teak wurde 2014 neu geregelt. Trotzdem werden vor allem an der langen chinesischen Grenze weiter illegal Bäume gefällt und exportiert.

Ebenfalls außerordentlich vielfältig ist die Fauna. Im Norden dominieren Tierarten aus dem indisch-chinesischen Raum, im Süden solche der malaiischen Halbinsel. Man schätzt, dass es insgesamt an die 1.000 Vogelarten gibt. Es gibt eine relativ große, aber abnehmende Anzahl an frei lebenden Elefanten und Tigern. Dagegen scheinen Nashörner auf Grund des guten Preises für ihre Hörner auf dem chinesischen Markt auch in Myanmar ausgerottet zu sein.

Es gibt in Myanmar zahlreiche Nationalparks und Reservate, die dem Schutz von Flora und Fauna dienen.

Sozialraum

Infrastruktur

Der Yangon-Mandalay Highway
Der Yangon-Mandalay Highway Photo: Moehan (CC BY 3.0)
Die neue Yadanabon Brücke zwischen Mandalay und Sagaing. Im Hintergrund die 1934 erbaute Ava (Innwa) Brücke, lange Zeit die einzige, die den Ayeyarwady überquerte. (Quelle: Wikipedia)
Die neue Yadanabon Brücke zwischen Mandalay und Sagaing. Im Hintergrund die 1934 erbaute Ava (Innwa) Brücke, lange Zeit die einzige, die den Ayeyarwady überquerte © Dr. Blofeld (CC BY-SA 3.0)

Myanmars Verkehrsinfrastruktur leidet immer noch unter der Ideologie einer sozialistischen Autarkie, die in unterschiedlicher Form seit der Unabhängigkeit propagiert wurde. Das Eisenbahnnetz ist bis auf wenige Ausnahmen veraltet, Straßen befinden sich oft noch in einem schlechten Zustand. Die Militärregierung, die das Land von 1988 bis 2011 regierte, hat allerdings versucht, durch den Bau neuer Brücken und Straßen die Kommunikation zwischen den einzelnen Landesteilen zu verbessern und die Transportwege zu verkürzen. Nach dem Umzug der Hauptstadt nach Naypyidaw wurde ein neuer, etwa 670 km langer, vierspuriger Highway gebaut, der von Yangon über die neue Hauptstadt nach Mandalay führt und Ende 2010 eingeweiht wurde. Dadurch verkürzte sich die Fahrzeit zwischen den beiden größten Städten des Landes auf etwa 7 Stunden. Nach zahlreichen schweren Unfällen wird über grundlegende Verbesserungen beraten. - Die Fahrt mit der Bahn dauert immer noch 16 Stunden.

Die Stromversorgung im Land ist immer noch unzureichend. In Yangon und anderen großen Städten gehören die regelmäßigen Stromausfälle mittlerweile weitgehend der Vergangenheit an, aber in den ländlichen Gebieten gibt es oft keine öffentliche Stromversorgung, sondern nur Strom, der von privat betriebenen Generatoren geliefert wird. - Die Lage auf dem Kommunikationssektor hat sich seit der Einführung von Mobilfunknetzen stark verbessert. Zahlreiche Anbieter konkurrieren miteinander, so dass das Telefonieren mit Mobiltelefonen außerordentlich preiswert ist. Das öffentliche Festnetz ist dagegen sehr störanfällig. 

Urbane Zentren

Wie in vielen anderen Ländern der ehemaligen Dritten Welt gibt es in Myanmar nur einen großen Ballungsraum mit der Großstadt Yangon. Die Stadt entstand - wie auch Mandalay, die zweitgrößte Stadt des Landes - Mitte des 19. Jahrhunderts. In jüngster Zeit gibt es verstärkte Versuche, die städtischen Strukturen zu verbessern, u.a. durch einen Ausbau der Verkehrswege. Der koloniale Kern der Altstadt wird gegenwärtig kräftig umgebaut. Koloniale Gebäude werden abgerissen und müssen für moderne Bauprojekte Platz machen. Es gibt zugleich zahlreiche Initiativen, das architektonische Erbe der Kolonialzeit zu bewahren. Dabei steht das riesige frühere Regierungsgebäude, das Secretariat, im Zentrum der Überlegungen.

Ökologische Probleme

Gegen die in Myanmar geplanten großen Staudämme wie auch gegen die Gas-Pipelines sind eine Reihe ökologischer Einwände vorgebracht worden, in jüngster Zeit auch innerhalb des Landes selbst. Diese Einwände mischen sich mit politischen Bedenken, antichinesischen Ressentiments und Vorwürfen der Verletzung von Menschenrechten.

Ökologische Bedenken werden auch gegen den Abbau anderer Naturschätze vorgebracht, wie etwa die Gewinnung von Kupfer, Kohle und Gold. Dabei gilt, dass diese Kritik häufig mit politischen Konflikten verknüpft sind.

Das zeigte sich etwa Ende 2012 aus Anlass der Niederschlagung von Protesten gegen den Bau einer Kupfermine in Letpadaung im Norden Myanmars. Die Proteste richteten sich gegen eine befürchtete Umweltverschmutzung sowie die Enteignung von Land durch die chinesischen Betreiber des Bergwerks und ihrer birmanischen Partner. Der Fokus der Aufmerksamkeit konzentrierte sich später auf die Rolle von Aung San Suu Kyi, die den Vorsitz einer Kommission übernahm, die die Vorfälle untersuchen sollte, sowie die Rolle der bei den Protesten verletzten Mönche. Der im März 2013 von der Kommission vorgelegte Bericht kam zu dem Ergebnis, dass die Mine unter bestimmten Bedingungen weiterarbeiten sollte. Er wurde höchst kontrovers diskutiert. Bei weiteren Protesten wurde im Dezember 2014 eine Demonstrantin getötet. Der Konflikt hält bis heute an.

Die Bewaldung des Landes ist nach Recherchen der FAO zwischen 1990 und 2005 von 56% auf 52% - nach anderen Quellen auf 47% - gesunken. Damit ist das Land immer noch eines der waldreichsten Länder im asiatisch-pazifischen Raum. 1993 wurde auf Grund zahlreicher Missbräuche der Privathandel mit Edelhölzern verboten. Er wird seitdem von einer staatlichen Agentur durchgeführt. Trotz der Kontrollen und einer auf Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgehende Aktivität des deutschen Forstwirts Dietrich Brandis zur Kultur der Aufforstung von Teakwäldern gibt es bis heute immer noch illegalen Holzhandel, vor allem an der Grenze zu China.

Ein Schwerpunkt der Besorgnis in Myanmar ist der Erhalt des ökologischen Gleichgewichts des Inle-Sees im Shan-Staat. Die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft, eine zunehmende Versandung und die Verschmutzung auf Grund des vermehrten Tourismus bedrohen die traditionelle Lebensgrundlage der Menschen rund um den See, die Fischerei, und damit auch die Tourismus-Industrie, der von den Künsten der berühmten "einbeinigen" Ruderer auf dem See profitiert. Die Lebensgrundlage der am See lebenden Intha ist ernsthaft bedroht.

Wasserhyazinthen-Beseitigung uf dem Inle-See (Photo: H.-B. Zöllner)

Staatliche Symbole

Die Nationalhymne

geht auf ein Lied zurück, das 1930 von einer radikalen Unabhängigkeitsorganisa­tion, der Dobama (Unser-Birma)-Vereinigung, als Mittel der nationalistischen Agitation benutzt wurde. Während die Melodie beibehalten wurde, ist der Text mit seinen Anklängen an die birmanische “Herrenrasse” der ethnischen Birmanen im Lauf der Jahre verändert worden.

Hier ist eine englische Übersetzung des aktuellen Textes:

Till the end of the world, Myanmar! Since she is the true inheritance from our forefathers, we love and value her. We will fight and give our lives for the union. This is the country and land of our own. For her prosperity, we will responsibly shoulder the task. Standing as one in duty to our precious land.

Flagge

Die Flagge, die mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung im März 2011 eingeführt wurde, geht ebenfalls auf die Dobama-Bewegung zurück. Der Stern in der Mitte war ein Zeichen aus dem anti-japanischen Widerstand. Frühere Flaggen spiegeln die wechselhafte Geschichte des Landes wider.

Flagge Myanmars
Flagge Myanmars
Die Briefmarke aus dem Jahr 1974, in dem eine neue Verfassung in Kraft trat zeigt verschiedene3 Flaggen von der Königszeit (mit dem Pfauensymbol) über die Zeit der Unabhängigkeitsbewegung (Hammer und Sichel) bis zur in der Verfassung vorgesehenen Flagg
Die Briefmarke aus dem Jahr 1974, in dem eine neue Verfassung in Kraft trat, zeigt verschiedene Flaggen von der Königszeit (mit dem Pfauensymbol) über die Zeit der Unabhängigkeitsbewegung (Hammer und Sichel) bis zur in der Verfassung vorgesehenen Flagge.

Staatssiegel

Staatssiegel Myanmars

Die Verfassung von 2008, die das Siegel vorschreibt, enthält keine näheren Angaben über die Bedeutung des Symbols.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert.

Die Autorin

Ute Köster ist Südostasienwissenschaftlerin und arbeitet seit über 10 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Sie hat mehrere Jahre in Südostasien, unter anderem in Myanmar, gelebt und gearbeitet. Sie ist Mitherausgeberin des "Handbuch Myanmar". Bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) ist sie als Landestrainerin für Myanmar tätig.  

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