Alltag in Namibia © Thomas Christiansen
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15,95 N$ pro € (September 2017)
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Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Zur Einreise nach Namibia benötigt man ein Visum. Ein Touristenvisum (für maximal drei Monate) wird für Deutsche kostenfrei bei der Ankunft am Hosea-Kutako-Flughafen in Windhoek ausgestellt. Wichtig ist, dass der Pass noch mindestens sechs Monate gültig ist und noch mindestens zwei freie Seiten für Stempel hat.

Achtung: Bis etwa 2012 betrug die Visumsdauer für Touristenvisa standardmäßig drei Monate und wurde per Datumsstempel in den Pass eingetragen. Inzwischen wird die Visumsdauer nun leider für jeden Einreisenden individuell festgelegt (abhängig von der jeweils angegebenen Aufenthaltsdauer) und von den Einreisebeamten 'von Hand' in den Pass eingetragen. Dabei ist es in der Vergangenheit mehrfach zu Problemen gekommen. So ist mehrfach passiert, dass eine zu kurze Visa-Dauer in den Pass eingetragen wurde und in mehreren Fällen wurde bei der Einreise von Familien für die Familienmitglieder eine unterschiedliche (und teils zu kurze) Visadauer eingetragen. Man sollte die eingetragene Aufenthaltsdauer daher noch am Einreiseschalter genau prüfen und ggf. sofort reklamieren. Eine nachträgliche (unbürokratische) Korrektur der Einträge ist nicht ohne weiteres möglich und kann dann nur noch über das Ministry of Home Affairs (MoHA) erfolgen. Dies ist laut verschiedenen Pressemeldungen und Leserbriefen in der Allgemeinen Zeitung extrem zeitaufwendig.

Für berufliche Aufenthalte sind ein Geschäftsvisa (Business Visa) und eventuell auch eine Arbeitsgenehmigung erforderlich. Für längere (private) Aufenthalte von über drei Monaten ist eine Aufenthaltserlaubnis (Ordinary Residence Permit) und - bei beruflicher Tätigkeit in Namibia - auch eine Arbeitsgenehmigung (Work Permit) notwendig. Das Antragsverfahren für die Arbeitsgenehmigung und die Aufenthaltserlaubnis ist kompliziert, sehr (zeit-)aufwendig und erfordert eine Vielzahl von Unterlagen. Für ein Work Permit etwa sind außer dem Antrag selbst 19 (!) Anlagen erforderlich, die teils vom Antragsteller und teils vom namibischen Arbeitgeber zu erbringen sind. Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen werden seit einigen Jahren grundsätzlich nicht (mehr) von der namibischen Botschaft in Berlin bearbeitet. Das Verfahren läuft vielmehr über das Ministry of Home Affairs in Windhoek, die Botschaft kann aber die Unterlagen weiterleiten. Das Ministry of Home Afffairs bearbeitet die Anträge in aller Regel ausgesprochen 'schleppend'. Man sollte hierfür daher mindestens vier bis sechs Monate (vor Ausreise) veranschlagen. Bei Privatpersonen (zu denen auch mitausreisende Partner und Kinder zählen), kann es bis u.U. bis zu einem Jahr (und mehr) dauern, bis man sein 'Ordinary Residence Permit' endlich im Pass hat.

Ausreisende EZ-Expatriates sollten unbedingt frühzeitig mit der (sehr hilfsbereiten) namibischen Botschaft in Berlin Kontakt aufnehmen und sich mit den Hinweisen des Auswärtigen Amtes zu den Einreisebestimmungen in Namibia vertraut machen. Geschäftsvisa (Business Visa) bis zu drei Monaten sind über die Namibische Botschaft in Berlin i.d.R. unkomplizierter und schneller zu bekommen als über das Ministry of Home Affairs in Namibia. Diese Business Visa reichen zwar, um in Namibia (vorübergehend) schon einmal mit der Arbeit zu beginnen, aber nicht, um vor Ort die persönliche Infrastruktur aufzubauen.

Ohne Aufenthaltserlaubnis (und diese ist wiederum an die Arbeitsgenehmigung gekoppelt) kann man in Namibia weder ein lokales Konto eröffnen, noch eine Steuernummer oder einen Telefon-/Internetanschluss beantragen. Auch für den Abschluss eines Mietvertrags und die Beantragung der Zollfreistellung (die für den Import von Auto und Hausrat erforderlich ist) sind die beiden Stempel 'Residence Permit' und 'Work Permit' im Pass zwingende Voraussetzung. Beide, 'Residence Permit' und 'Work Permit, sollten also daher unbedingt schon mindestens vier Monate vor der Ausreise beantragt werden. Dies geschieht in aller Regel über den Arbeitgeber vor Ort. Im Idealfall sollten beide Permits bei oder unmittelbar nach der Einreise in Namibia zur Verfügung stehen.

Um sicherzustellen, dass die Anträge für die so dringend erforderlichen Permits vom Arbeitgeber auch tatsächlich beim Ministry of Home Affairs eingereicht wurden, sollte man sich von seinem Arbeitgeber vor Ort eine Kopie der Eingangsbestätigung ("Acknowledgement of Receipt") mit der entsprechenden "Application No." zusenden lassen. Diese kann man dann auch verwenden, um ggf. parallel zum Antragsverfahren in Windhoek über die GIZ-Außenstelle in Berlin und die namibische Botschaft ein sogenanntes 'Courtesy Visa' zu beantragen, mit dem man dann zunächst einmal einreisen kann. Von der in vielen anderen Ländern möglichen und gängigen Übergangslösung, als 'Experte' zunächst einmal mit einem Touristenvisum einzureisen und dann erst vor Ort Arbeitsgenehmigung und Aufenthaltserlaubnis zu beantragen, wird kategorisch abgeraten! Die namibischen Behörden reagieren auf diese Vorgehensweise ausgesprochen empfindlich. Dies gilt auch dann, wenn man in 'offizieller' Mission in Namibia ist, also etwa als GIZ-, CIM- oder KfW-Mitarbeiter.

Nähere Informationen erhält man bei der namibischen Botschaft in Berlin und beim Namibia Tourism Board in Frankfurt. Bei EZ/TZ-Experten, die in offizieller Mission ausreisen, werden i.d.R. auch das GIZ-Büro in Windhoek und - soweit notwendig - ggf. auch die Deutsche Botschaft in Windhoek eingeschaltet. Diese können den Antragsprozess unterstützen, aber auch nur in begrenztem Maße beschleunigen.

Die Einfuhr von Hunden nach Namibia ist inzwischen deutlicher komplizierter geworden, als dies noch vor zehn Jahren der Fall war. Die Prozedur ist zu kompliziert, um sie an dieser Stelle im Detail zu erläutern. Für die Einfuhr sind drei verschiedene Genehmigungen notwendig, die zudem nur nacheinander eingeholt werden können. Außerdem wird der Hund u.U. nach der Einreise noch am Flughafen in Windhoek inspiziert und muss dann zusätzlich innerhalb der ersten Tage einem Tierarzt vor Ort vorgeführt werden.

Neben verschiedenen Nachweisen, dass der Hund bestimmte Krankheiten NICHT hat, müssen dem Hund auch verschiedene Medikamente prophylaktisch verabreicht werden. All dies hat in einem genau festgelegten Zeitfenster kurz vor der Ausreise zu erfolgen. Tierärzte in Deutschland können bei der Prozedur nur begrenzt weiterhelfen, da sie i.d.R. mit den namibischen Vorschriften nicht im Detail vertraut sind. Zudem muss in Deutschland neben dem 'eigenen' Tierarzt auch der Amtstierarzt eingeschaltet werden.

In Windhoek gibt es zum Glück verschiedene deutschsprachige Tierärzte, die sich mit den Formalitäten gut auskennen, z.B. in der Windhoek Veterinary Clinic. Es wird daher empfohlen, sich mit einem dieser Tierärzte in Verbindung zu setzen und dann ggf. einen direkten Kontakt zwischen dem Tierarzt in Namibia und dem 'eigenen' Tierarzt in Deutschland herzustellen. In jedem Fall sollte man auch den Ausfuhrprozess sehr frühzeitig (einige Monate vor der Ausreise) in die Wege leiten.

Anreise

Air Namibia bietet die meisten Direktflüge von Windhoek nach Frankfurt an. © T. Christiansen
Air Namibia bietet die meisten Direktflüge von Windhoek nach Frankfurt an. © T. Christiansen

Die Anreise nach Namibia erfolgt in den meisten Fällen per Flugzeug nach Windhoek. Zurzeit bieten zwei Airlines Direktflüge von Deutschland nach Windhoek an: Air Namibia und Condor.

Air Namibia fliegt die Strecke Windhoek - Frankfurt - Windhoek 6 x pro Woche (1. Dez. - 30. Juni) bzw. sogar 7 x pro Woche (1. Juli - 30. Nov.). Alle Flüge ab Frankfurt starten abends um 20:10 Uhr, die Flugzeit beträgt etwas über 10 Stunden.

Die Ticketpreise von Air Namibia variieren je nach Tickettarif, Buchungszeitraum, Aufenthaltsdauer und auch abhängig vom Wechselkurs i.d.R. zwischen etwa € 700 und ca. € 1200 für ein Rückflugticket der Economy Class. Saisonabhängig (z.B. in den Schulferien) und bei kurzfristiger Buchung kann ein Economy Class Ticket auch schon mal um € 1800 kosten. Der Business Class Tarif beträgt zurzeit etwa € 2720 - 3160. Seitdem Condor als zweite Airline Direktflüge nach Windhoek anbietet, sind die Ticketpreise von Air Namibia deutlich unter Druck geraten. Zu bestimmten Zeiten bzw. im Rahmen von speziellen Werbeaktionen sind  Rückflugtickets FRA - WHK - FRA daher gelegentlich auch schon mal für unter € 500 zu bekommen.

Seit Sommer 2017 bietet die Lufthansa-Tochter Condor in einem Codeshare-Abkommen mit Air Namibia tägliche Flugverbindungen nach Windhoek an. Seit November 2016 gibt es nun auch Verbindungen der niederländischen KLM von Windhoek nach Amsterdam (mit jeweils ca. eineinhalbstündigem Zwischenstopp in Luanda (Angola).

Abgesehen von Direktflügen kann man auch mit anderen Airlines (insbesondere mit South African Airways (SAA)) nach Windhoek fliegen, i.d.R. über den Oliver Tambo International Airport Johannesburg. Durch das Umsteigen in Johannesburg verlängert sich die Reisezeit (je nach Anschlussflug) um etwa drei bis sechs Stunden, dafür sind SAA-Tickets oft etwas günstiger als Air Namibia-Flüge. Für das Umsteigen in Johannesburg sollte man allerdings mindestens eineinhalb Stunden Zeit einkalkulieren, da man dort auch als Transit-Passagier durch eine Passkontrolle muss.

Wem eine längere Flugzeit und Umsteigen nichts ausmacht, dem bieten sich noch weitere Möglichkeiten an. So bietet seit September 2016 Qatar Airways Direktflüge von Windhoek nach Doha an, von wo aus man dann zu vielen Destinationen in Europa - und natürlich auch nach Frankfurt - weiterfliegen kann. 

Der Hosea-Kutako Flughafen ist der internationale Flughafen Windhoeks. Er liegt ca. 40 km östlich des Stadtzentrums, die Transferzeit beträgt etwa 45 Minuten. Die Transferkosten vom Flughafen in die Stadt mit einem der auf Flughafentransfers spezialisierten Minibus-Unternehmen variieren. Abhängig von der Anzahl der Mitfahrer werden üblicherweise etwa N$ 200 -300 (€ 15 - € 20) pro Person verlangt.

Tipp: Bei kürzerer Abwesenheit aus Windhoek besteht als komfortable Alternative zum Flughafentransfer die Möglichkeit, seinen PKW überdacht, gut bewacht und recht günstig am Langzeitparkplatz des Hosea-Kutako Flughafens zu parken.

Achtung: Normale Taxis dürfen nicht auf das Flughafengelände fahren, sondern nur bis zum Eingangstor!

Der überwiegend für Inlands- und Charterflüge sowie für kleine Privatmaschinen genutzte Eros Domestic Airport liegt am südlichen Stadtrand von Windhoek.

Reisen im Land

Das Straßennetz in Namibia ist - im afrikanischen Vergleich - in weiten Teilen des Landes exzellent! Zwar sind nur wenige tausend Kilometer Straße geteert und die restlichen Straßen sind Schotter- und an der Küste z.T. auch Salzstraßen. Aber auch diese nicht geteerten Straßen (zumindest der Straßenkategorie "C", aber auch viele "D"-Straßen) werden i.d.R. sehr gut instand gehalten und sind in ihrer Mehrzahl durchaus auch mit einem normalen PKW befahrbar (zumindest in der Trockenzeit).

ACHTUNG: Trotz (oder vielmehr wahrscheinlich eher WEGEN) der guten Straßen ist Namibia weltweit das Land mit der (relativ zur Bevölkerungszahl) höchsten Anzahl an Verkehrsunfalltoten. Horrorunfälle mit drei, fünf oder sogar zehn und mehr Toten kommen in Namibia leider regelmäßig vor. Wegen der geringen Verkehrsdichte sind die PKWs außerhalb der Ortschaften meist mit mindestens 120 kmh unterwegs. Zwei auf einander zufahrende Autos nähern sich dann also mit 240 kmh und mehr, so dass es bei den recht häufigen Frontalzusammenstößen zu fürchterlichen Unfällen kommt. Diese Unfälle werden meist durch riskante Überholmanöver, Alkohol, Ausweichen von plötzlich auf die Straße laufenden Tieren und geplatzte Reifen verursacht. Speziell Touristen ohne Fahrerfahrung auf Schotterstraßen überschlagen sich zudem häufig beim zu schnellen Fahren auf Schotterpisten. Autofahren ist in Namibia sehr gefährlich und stellt das mit Abstand größte Risiko beim Reisen im Lande dar. 

Für Namibia empfiehlt sich in Namibia der Kauf eines geländegängigen Autos. Dabei muss es allerdings nicht unbedingt ein 'Hardcore'-Geländewagen sein. Solange man nicht viel auf Sand (Dünen, Strand) fahren möchte oder häufig auf abgelegenen und sehr schlechten Straßen (etwa im Damaraland oder Kaokoveld) unterwegs ist, reicht ein 4WD-SUV i.d.R. völlig aus. In Namibia gängige Fahrzeuge dieser Kategorie sind vor allem kompakte SUVs wie der Nissan X-Trail, Toyota RAV 4 oder Land Rover Freelander 2. Gängige 'Hardcore'-4WD-Fahrzeuge sind Nissan Patrol, Toyota Fortuner, Toyota Landcruiser, Ford Ranger sowie Land Rover Discovery und Land Rover Defender.

Tipp: Für steuer- und zollbefreite Expatriates lohnt es sich, einen Neuwagen zu importieren, da Gebrauchtwagen vor Ort aufgrund der beträchtlichen Zölle relativ teuer sind. Zollfrei eingeführte Wagen dürfen nach einer Eigennutzung von mindestens zwei Jahren auf dem freien Markt verkauft werden. Die Beschaffung solcher Importwagen erfolgt i.Allg. über spezielle, auf internationale Organisationen und Expats spezialisierte Firmen und Organisationen wie Kjaer & Kjaer, Begeca oder Toyota Gibraltar. Weitere Informationen (für EZ-Mitarbeiter) hat die Beschaffungsabteilung der GIZ. Für den Import eines Neuwagens ist eine Vorlaufzeit von mindestens vier Monaten einzuplanen. Entsprechend rechtzeitig vor der Ausreise sollte der Wagen bestellt werden.

Achtung: Der (für Expatriates) zollfreie Import eines Neuwagens ist nur innerhalb der ersten sechs Monate nach Einreise möglich! Da für den Antrag auf Zollbefreiung in jedem Fall zunächst Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung vorliegen müssen, empfiehlt es sich, die Bestellung eines Neuwagens so vorzunehmen, dass der Wagen etwa zwei (ggf. auch drei) Monate nach Einreise in Namibia ankommt.

Im ganzen Land gibt es eine hervorragende touristische Infrastruktur. Lodges von einfach bis luxuriös, Gästefarmen, Hotels, Gästehäuser und eine große Zahl an hervorragend ausgestatteten Campingplätzen machen das Reisen in Namibia ausgesprochen einfach und leicht zu organisieren. Nähere Informationen geben die einschlägigen Reiseveranstalter, spezielle Namibia-Portale und Namibia–Reiseforen und zahlreiche Namibia-Reiseführer. Unterkunftsverzeichnisse für ganz Namibia findet man auf der Internetseite 'Where-To-Stay Namibia' oder auch in 'Trummies Liste'. Letztere enthält zahlreiche Karten, die die Lage der verschiedenen verfügbaren Unterkünfte in einer Region anzeigen. Dies ist speziell beim Planen eines mehrtägigen Trips durch das Land mit mehrfachem Wechsel der Unterkunft ausgesprochen hilfreich.

Namibia ist ein 'Auto-Land'. Das öffentliche Verkehrssystem ist ziemlich rudimentär, ohne eigenen Wagen geht in Namibia - auch wegen der großen Entfernungen - so gut wie nichts! Zwischen Windhoek und Swakopmund verkehrt zweimal täglich der Townhoppers Minibus Shuttle-Service. Sogenannte 'Intercape Busse' (große, komfortable ausgestattete Überlandbusse) verbinden Windhoek mit Kapstadt im Süden, Johannesburg im Osten und Lusaka im Norden. Aber das ist auch schon so ziemlich das gesamte Angebot an öffentlichem Überlandverkehr.

Auf einigen wenigen Strecken gibt es zwar auch Zugverbindungen, diese sind aber so langsam, dass sie keine echte Alternative zur Straße bilden. Speziell für Touristen werden regelmäßig besonders komfortabel eingerichtete Sonderzüge eingesetzt, z.B. der 'Desert Express' von  Windhoek nach Swakopmund. Die Zugfahrt dauert dann (mit Übernachtung) ein Mehrfaches der knapp vier Stunden, die man mit dem PKW für diese Strecke benötigt. Nähere Informationen geben alle Namibia-Reiseveranstalter und die namibische Eisenbahngesellschaft TransNamib.

Von Windhoek aus bietet Air Namibia verschiedene Inlandsflüge an, so etwa nach Ondangwa und Rundu im Norden, nach Walvis Bay an der Küste, nach Katima Mulilo im Caprivi und nach Oranjemund und Lüderitz im Süden, aber Inlandsflüge sind - verglichen mit Langstreckenflügen nach Europa - recht teuer. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, kleine Flugzeuge zu chartern, aber diese Option ist natürlich noch einmal deutlich teurer als ein Inlandsflug.

Wohnen und Versorgung

Windhoeks Stadtzentrum wirkt sehr europäisch und recht untypisch für eine afrikanische Großstadt.
Blick vom Campus der Namibia University of Science and Technology (NUST) Richtung Osten auf das Stadtzentrum von Windhoek. © T. Christiansen
Mehrere, zuvor getrennt operierende Sicherheitsfirmen haben sich mittlerweile unter dem Dach der weltweit operierenden Sicherheitsfirma G4S zusammengeschlossen. Die G4S Einsatzwagen warten, strategisch günstig über die Stadt verteilt, auf ihre Einsätze
ProForce Schild in Ludwigsdorf im Osten Windhoeks. © T. Christiansen
Namibier haben einen ganz eigenen, trockenen Humor, der sich u.a. auch in solchen Türschildern zeigt.
Türschild in Langstrand. © T. Christiansen
Blick auf Hütten eines der vielen trostlosen Informal Settlements im Norden von Windhoek.
Blechhütten in einem Informal Settlement in Norden Windhoeks. © T. Christiansen
Die Kinder in den Informal Settlements sind sehr einfallsreich, wenn es darum geht, sich Spielzeug selbst zu basteln.
Spielende Kinder in einem Informal Settlement im Norden Windhoeks. © T. Christiansen
Shops und Kneipen in den Informal Settlements sind an der oft knalligen Bemalung der Hausfassaden leicht erkennbar.
Pepsi Shop in einem Informal Settlement in Rundu. © T. Christiansen
© T. Christiansen, Nov. 2016.  Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Typischer neuer 'Shack' (Hütte) aus Wellblech, meist etwa 3 x 4 m groß.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Typischer neuer 'Shack' (Hütte) aus Wellblech, meist etwa 3 x 4 m groß. Vyf Rand wächst extrem schnell von Norden nach Süden. Dies ist die (zurzeit, i.e. November 2016) letzte Hütte an der 'Pionierfront' der Squattersiedlung. In wenigen Monaten wird diese Hütte bereits von anderen, noch neueren Hütten eingeschlossen sein.
© T. Christiansen, Nov. 2016.  Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Kronenkorken dienen zur besseren Befestigung der Wellblechkonstruktionen.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Kronenkorken dienen zur besseren Befestigung der Wellblechkonstruktionen.
© T. Christiansen, Nov. 2016.  Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Kinder holen das  Wasser in Plastikkanistern und mit der Schubkarre von weit her.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Die Squattersiedlung hat lediglich vier Wasserstellen (zwei davon waren zum Zeitpunkt der Aufnahme defekt) für mehrere tausend Einwohner. Kinder holen das Wasser in Plastikkanistern und mit der Schubkarre zum Teil von weit her.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Auch einen Friedhof gibt es. Am Zaun sind die Leitungen für illegal abgezapften Strom zu erkennen.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Auch einen Friedhof gibt es. Am Zaun sind die Leitungen für illegal abgezapften Strom zu erkennen.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Die Aufschrift spricht für sich!
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Die Aufschrift spricht für sich!
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Trotz aller Entbehrungen sind die Kinder meist ausgesprochen fröhlich und machen mit viel Phantasie das Beste aus ihrer Lage.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Trotz aller Entbehrungen sind die Kinder meist ausgesprochen fröhlich und machen mit viel Phantasie das Beste aus ihrer Lage.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Auch beim Baumaterial kennt die Phantasie keine Grenzen. Hier werden Nummernschilder 'zweitverwertet'.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Auch beim Baumaterial kennt die Phantasie keine Grenzen. Hier werden Nummernschilder 'zweitverwertet'.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Gelb-schwarze Zaunkonstruktion aus Nummernschildern und Holzstäben.
© T. Christiansen, Nov. 2016. Vyf Rand (Fünf Rand) Informal Settlement am Ortsrand von Okahandja. Gelb-schwarze Zaunkonstruktion aus Nummernschildern und Holzstäben.

Wohnen in Windhoek

Sein Haus bzw. seine Wohnung sollte man sich sehr sorgfältig aussuchen und dabei auch Sicherheitsaspekte berücksichtigen (s. hierzu auch den Abschnitt "Sicherheitssituation"). Wenn man als Expatriate in Windhoek lebt und sich die recht hohen Mieten leisten kann, wird man sich bei der Haussuche i.d.R. in erster Linie auf die östlichen und südlichen Stadteile Windhoeks konzentrieren. Die besten (aber auch teuersten) Wohngegenden sind Klein-Windhoek (inklusive dem sogenannten "Luxury Hill") und Ludwigsdorf. Etwas günstiger sind Eros, Olympia, Avis und Auasblick. Dahinter folgen Pioneers Park, Hochland Park, Kleine Kuppe und im Südosten der Stadt das nahe der University of Namibia gelegene Viertel Academia.

Die beiden wesentlichen Wohnoptionen sind zum einen normale freistehende Häuser und zum anderen sogenannte 'Townhäuser'. Freistehende Häuser erscheinen (für europäische Verhältnisse) häufig etwas überdimensioniert. 250 - 350 qm Wohnfläche auf z.T. sehr großen Grundstücken sind vor allem für Ein- und Zwei-Personenhaushalte nicht nur zu groß, sondern erfordern auch beträchtlichen Unterhaltsaufwand (Bewachung, Gartenpflege, Wasserkosten für Gartenbewässerung usw.). Außerdem ist es recht teuer, diese großen Häuser, die in der Regel nur schlecht isoliert sind, im Winter warm zu bekommen und warm zu halten.

Die Alternative zu einem freistehenden Haus ist ein sogenanntes 'Townhouse'. Hierbei handelt es sich um ca. 80 - 140 qm große Wohneinheiten auf relativ kleinen Grundstücken (ähnlich deutschen Reihenhäusern). 10 bis 30, gelegentlich aber auch bis zu 100 solcher Wohneinheiten bilden einen Townhouse-Komplex, der von einer Mauer umgeben ist, die den gemeinsamen Sicherheitsperimeter bildet. Die meisten dieser Townhaus-Anlagen ('Gated Communities') findet man in den neueren Stadtteilen wie etwa Ludwigsdorf oder Pioneers Park, während ältere Stadteile wie Klein-Windhoek und Eros überwiegend aus freistehenden Einzelhäusern bestehen. Aufgrund der geringeren Wohnfläche, vor allem aber wegen der erheblich kleineren Gärten sind Townhäuser günstiger in der Miete und weniger aufwendig im Unterhalt. Sie erfordern weniger Pflege und haben auch unter Sicherheitsaspekten Vorteile, speziell bei längerer Abwesenheit. Von Immobilienmaklern werden solche Townhäuser daher oft als "perfect lock & go townhouse" angepriesen.

Die Mietpreise sind auf Grund der Knappheit von Wohnraum im Verhältnis zu den anderen Lebenshaltungskosten relativ hoch - speziell in Windhoek und Swakopmund. Dies trifft zum Teil auch - jedoch nicht in gleichem Maße - auf andere namibische Städte zu, insgesamt sind die Mieten dort jedoch noch deutlich günstiger. Kurzfristig ein passendes (und bezahlbares) Mietobjekt zu finden, ist vor allem in Windhoek nicht immer einfach. Da die Mietpreise in Namibia einer hohen Volatilität unterliegen, können an dieser Stelle keine verbindlichen Aussagen zu den Mietpreisen gemacht werden. Diese sollten anlassbezogen beim GIZ Büro erfragt werden.

Die Bewohner Windhoeks mit mittlerem Einkommen leben vor allem im westlichen Teil Windhoeks, z.T. aber auch im Süden der Stadt (z.B. Kleine Kuppe). Katutura, Wanaheda und Khomasdal sind die ehemaligen Townships von Windhoek. Sie liegen etwa fünf bis sieben Kilometer nördlich und nordwestlich des Stadtzentrums. Hier lebt der Großteil der Windhoeker mit geringem Einkommen in einfachen und wesentlich kleineren Häusern. Über das Leben in Katutura wurde kürzlich ein vielbeachteter namibischer Film gedreht.

Die sogenannten 'Informal Settlements' (Squattersiedlungen aus einfachen Hütten) schließen sich nördlich und westlich an die ehemaligen Townships an. Hier wohnen die, die am Rande der Gesellschaft leben, fast ausschließlich sind dies schwarze Namibier. Die meisten von ihnen sind arbeitslos oder verfügen nur über ein sehr geringes Einkommen, das häufig aus dem informellen Sektor stammt.

Die Bewohner der Informal Settlements sind in der Mehrheit Zuwanderer aus dem Norden des Landes, die nach der Unabhängigkeit die neue Niederlassungsfreiheit genutzt haben, um ihre Heimatregion zu verlassen, in der Hoffnung, in der Hauptstadt Windhoek Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Diese Landflucht und die hieraus resultierenden Squatter-Siedlungen, die an der Peripherie fast aller größeren Ortschaften entstehen, bilden ein zunehmend drängenderes Problem. In Windhoek leben bereits ca. 100.000 Menschen in diesen 'Informal Settlements' unter menschenunwürdigen Bedingungen. Windhoeks Informal Settlements wachsen mit ca. 8% pro Jahr, etwa doppelt so schnell wie die Stadt insgesamt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Windhoek - dies gilt aber auch für aber andere Städte Namibias - immer noch deutlich die Folgen der Apartheid widerspiegelt, auch und gerade in seiner Siedlungsstruktur und der räumlichen Verteilung der Bevölkerung. Die besser verdienenden Bewohner Windhoeks (nicht mehr ausschließlich, aber noch immer überwiegend weiße Namibier und gutverdienende Expatriates) leben im Osten und Süden der Stadt, die Mittelschicht im Westen und Süden und die Bevölkerung mit nur geringem oder ohne regelmäßiges Einkommen lebt an den Stadträndern im Norden, Nordwesten und äußersten Westen der Stadt.

Für die Wohnungs- bzw. Haussuche beauftragt man in Namibia i.d.R. einen oder mehrere Immobilienmakler. Dabei ist zu beachten, dass ein Vermieter - im Unterschied zu Deutschland - seine zu vermietende Immobilie oft an mehrere Makler gleichzeitig gibt. Dasselbe Objekt bekommt man daher u.U. von mehreren Maklern angeboten.

Häufig zeigen die Makler auch Häuser und Wohnungen, die in keinster Weise den Angaben entsprechen, die man ihnen zuvor gemacht hat. Man sollte den Maklern daher möglichst detaillierte Vorgaben für die Suche geben und sie vorab wissen lassen, welche Objekte man sich bereits angeschaut hat. Die Vermittlungsprovision zahlt in Namibia i.d.R. der Vermieter, nicht der Mieter! (Allerdings wird der Vermieter die Maklergebühren wohl zuvor auf den Mietpreis umlegen bzw. aufschlagen.) 

Räumliche Verteilung der Informal Settlements in Namibia

Orte mit Informal Settlements in Namibia. Die Karte basiert auf einer Erhebung, die 2007/2008 durchgeführt wurde. Inzwischen haben Anzahl und Größe der Informal Settlements noch erheblich zugenommen. Neuere Daten sind jedoch nicht landesweit verfügbar
Orte mit Informal Settlements in Namibia. Die Karte basiert auf einer Erhebung, die 2007/2008 durchgeführt wurde. Inzwischen haben Anzahl und Größe der Informal Settlements noch erheblich zugenommen. Neuere Daten sind jedoch nicht landesweit verfügbar.

 

Anteil der Informal Settlements an der Gesamtbevölkerung

© Institut für Geographie, JLU Gießen. Die Ergebnisse beruhen auf der Auswertung von Luftbildern aus dem Jahre 2010 und Censusdaten von 2011.
© Institut für Geographie, JLU Gießen. Die Ergebnisse beruhen auf der Auswertung von Luftbildern aus dem Jahre 2010 und Censusdaten von 2011. Die Größe der Symbole ist proportional zur Einwohnerzahl. Der rote Sektor zeigt den prozentualen Anteil der informellen Siedlungen (IS) an der Bevölkerung, der blaue Sektor den der formellen Siedlungen. Die Anzahl der Bewohner in den IS wurde über die Anzahl der auf den Luftbildern sichtbaren Hütten berechnet.

Kirchen

In Windhoek gibt es zahlreiche Kirchen unterschiedlicher Konfessionen und Glaubensrichtungen. Eines der Wahrzeichen deutscher Geschichte ist die berühmte Christuskirche oberhalb des Stadtzentrums. Die sonntäglichen Gottesdienste finden in den verschiedenen Kirchen Windhoeks zu leicht unterschiedlichen Uhrzeiten statt, z.T. auch mehrmals am Tag. Trotz der nur sehr geringen Anzahl an Muslimen gibt es in Windhoek auch eine Moschee, sie liegt in Klein-Windhoek an der Nelson-Mandela-Avenue.

Krankenhäuser & ärztliche Versorgung

Windhoek und andere größere Städte Namibias bieten (zumindest denen, die sich dies leisten können) eine solide Grundversorgung für gängige Krankheiten und Verletzungen, für Spezialbehandlungen ist man aber nach wie vor auf Know-How aus Südafrika angewiesen. Besser verdienende Namibier und Ausländer greifen im Krankheitsfall i.d.R. auf private Ärzte und private Krankenhäuser zurück, da die staatlichen Krankenhäuser nicht annähernd den in Europa üblichen Standard aufweisen.

Praktische Ärzte arbeiten oft zusammen mit mehreren Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis. Solche Praxen liegen häufig in unmittelbarer Nachbarschaft von Krankenhäusern. Die besten Krankenhäuser Windhoeks sind das Roman Catholic Hospital im Stadtzentrum, die Mediclinic im Stadtteil Eros und das neue Lady Pohamba Private Hospital im Stadtteil Kleine Kuppe. Einen Beleg für das recht gute Niveau des privaten Gesundheitssektors lieferte Swakopmund im Jahre 2007. Es geriet damals in den Fokus der Weltpresse, als das Celebrity-Paar Angelina Jolie und Brad Pitt nach Namibia kam, um in Swakopmund ihr Kind zur Welt zu bringen.

Gängige Behandlungen und Operationen sind zumindest in Windhoek, Swakopmund und weiteren größeren Städten kein Problem. Schwieriger wird es, wenn Spezialisten benötigt werden. So gibt es in ganz Namibia nur kaum Fachärzte für Hautkrankheiten, die zudem teilweise nur für ein, zwei Wochen pro Monat aus Südafrika eingeflogen kommen. Für kompliziertere Operationen und Behandlungen fliegen viele wohlhabende Namibier zur medizinischen Behandlung nach Kapstadt oder Johannesburg.

Das private Gesundheitswesen ist strikt kommerziell organisiert. Ärztliche Leistungen müssen i.d.R. sofort beglichen werden und bei privaten Krankenhäusern wird (selbst bei Unfällen) sofort eine hohe Vorauszahlung verlangt, wenn die Kostenübernahme nicht eindeutig geklärt ist. Solche Vorauszahlungen können schnell mehrere tausend Euro betragen!

Im Rest des Landes hat die Gesundheitsversorgung nicht den gleichen Standard wie in Windhoek und eventuell noch Swakopmund, Walvis Bay und Otjiwarongo. Eine solide ärztliche Grundversorgung ist in den meisten größeren Ortschaften verfügbar, aber bei schweren Unfällen werden die Patienten zur besseren Versorgung häufig schnellstmöglich - z.T. auch per Flugzeug - nach Windhoek geschafft.

Schulen & Universitäten

Haupteingang der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek (DHPS). Die DHPS bildet ein wichtiges Zentrum deutscher Kultur in Namibia.
Haupteingang der DHPS in Windhoek. © Keithley Haub
Innenhof der DHPS. Die DHPS gehört zu den besten Schulen Namibias. Neben dem namibischen Sekundarschulabschluss (Matrik) kann man dort auch das deutsche Abitur ablegen.
Innenhof der DHPS. © Keithley Haub
Der 100. Jahrestag der Gründung der DHPS im Jahr 2009 wurde ausgiebig gefeiert. Über das gesamte Jahr verteilt fanden anlässlich des Jubiläums Sonderveranstaltungen statt und die namibische Post gab zu diesem Anlass sogar eine Sonderbriefmarke heraus.
Sonderbriefmarke der Namibischen Post zum 100-jährigen Jubiläum der DHPS. © T. Christiansen
Auch ein spezielles Logo wurde anlässlich des 100. Geburtstags der DHPS entworfen.
DHPS Logo zum 100. Jahrestag der Schulgründung. © T. Christiansen
Studierende in einem Hörsaal der NUST. © T. Christiansen
Studierende in einem Hörsaal der NUST. © T. Christiansen

Im namibischen Schulsystem gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den staatlichen Schulen, die in ihrer Mehrzahl einen recht schlechten Ruf haben und den privaten Schulen, von denen die meisten einen Vergleich mit guten Schulen in Deutschland oder anderen europäischen Ländern nicht zu scheuen brauchen, hier ein ausgezeichneter Überblick über die verschiedenen Bildungseinrichtungen in Windhoek.

Das 'Flaggschiff'' der deutschsprachigen Schulen in Namibia ist die DHPS, die Deutsche Höhere Privatschule in Windhoek. Die DHPS, an der die Schüler auch das deutsche Abitur ablegen können, hat über ihre eigentliche Funktion als Schule hinaus auch eine wichtige Funktion als eine Art 'Hot Spot' deutscher Identität und deutscher Kultur in Namibia. Neben der DHPS gibt es in Windhoek verschiedene weitere renommierte Privatschulen, so etwa das St. Paul's College (englischsprachig, in Rankings oft eine der besten drei Schulen in Namibia), die Delta-Schule Windhoek (ehemals Deutsche Schule Windhoek), Windhoek High School, Windhoek International School u.a.m. Auf allen Privatschulen kostet der Schulbesuch Schulgeld in beträchtlicher Höhe (z.B. DHPS für Expatriate-Kinder zwischen ca. € 4.000 - 6.000 pro Jahr). Aktuelle Informationen geben die Internetseiten der einzelnen Schulen.

Deutsche Schulen gibt es aber nicht nur in der Hauptstadt Windhoek, sondern auch in Swakopmund, Otjiwarongo, Omaruru, Otavi und Grootfontein. Insgesamt gibt es in Namibia zehn Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache mit insgesamt etwa 3800 Schülern. Diese deutschen Schulen haben sich in der „Arbeits- und Fördergemeinschaft Deutscher Schulen in Namibia“ (AGDS) zusammengeschlossen. Nähere Informationen geben auch die entsprechenden Internetseiten des Auswärtigen Amtes.

Der tertiäre Bildungsbereich wird in Namibia in erster Linie von der University of Namibia (UNAM) mit etwa 20.000 Studierenden (2015) und der Namibia University of Science and Technology (NUST) (ehemals Polytechnic of Namibia (PoN)) mit etwa 14.000 Studierenden (2016)) abgedeckt. Die NUST gilt als die beste tertiäre Bildungsinstitution Namibias. Sie entspricht in Selbstverständnis, Ausrichtung und Fächerangebot etwa einer deutschen Technischen Universität. Das Fächerangebot ist daher allem auf technische und 'Business'-Fächer (Management, Betriebswirtschaft etc.) fokussiert. In internationalen Universitätsrankings wird die NUST zurzeit (Jan. 2016) auf Platz 61 der besten Universitäten Afrikas geführt, sechs Plätze vor der UNAM (Platz 67). Die UNAM hat ein breiteres Fächerspektrum, dieses umfasst z.B. auch geisteswissenschaftliche Fächer und seit neuestem auch Medizin. Die Fächerangebote von NUST und UNAM sind weitgehend komplementär, es gibt aber auch inhaltliche Überlappungen.

Neben diesen beiden großen staatlichen Universitäten Namibias gibt es mit der International University of Management (IUM) auch eine private Universität. Diese spielt mit nur 2.400 Studierenden und einem eng begrenztem Fächerangebot allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene kleinere, meist auf wenige Ausbildungsprogramme spezialisierte Colleges, Seminare und ähnliche Einrichtungen. Eine gute Übersicht gibt eine entsprechende Liste der tertiären Bildungseinrichtungen in Wikipedia.

Viele weiße Namibier, aber auch viele Namibier der schwarzen Elite im Lande, schicken ihre Kinder zum Studium ins Ausland, speziell nach Südafrika, aber auch nach Deutschland (hier vor allem natürlich die deutschstämmigen Namibier) und in die USA. Dies liegt teils an der (immer noch) besseren Qualität der Ausbildung in Südafrika, deren beste Universitäten gleichzeitig die besten in Afrika sind. Zum Teil liegt es aber auch daran, dass bestimmte Fächer in Namibia gar nicht angeboten werden (z.B. Tiermedizin, Zahnmedizin).

Geld & Banken

Die Vorderseite der N$ 10 Note zeigt Hendrik Witbooi, den legendären Nama Chief, der mit seinen Kriegern Anfang des 20. Jahrhunderts der deutschen Schutztruppe erheblich zusetzte.
Vorderseite der N$ 10 Note. © T. Christiansen
Die Rückseite der N$ 10 Note zeigt zwei Springböcke, eine im ganzen südlichen Afrika häufig vorkommende kleine Gazellenart.
Rückseite der N$ 10 Note. © T. Christiansen
Namibisches Hartgeld gibt es als N$ 5, N$ 1, 50 Cent, 10 Cent und 5 Cent Münzen. Alle Münzen zeigen auf der Rückseite das namibische Wappen und die Inschrift Republic of Namibia.
Namibische Münzen: N$ 1, 50 Cent, 10 Cent, 5 Cent. © T. Christiansen

In Namibia hat man bei Banken als Privatkunde nur eine sehr begrenzte Auswahl. Es gibt nur vier große Geschäftsbanken und drei dieser vier sind namibische Ableger südafrikanischer Banken: Bank Windhoek (die einzige namibische Bank) sowie Nedbank, Standard Bank und First National Bank.

Die Banken in Namibia sind - nicht nur nach Ansicht des Autors - eine  Dienstleistungskatastrophe! Mit ihren exorbitant hohen Gebühren, bei gleichzeitig miserablem Service sind sie ein ständiges Ärgernis für die Bevölkerung Namibias. Da sich die vier Banken die Kunden in Namibia ohne großen Konkurrenzdruck untereinander aufteilen können und man als Einwohner auf eine lokale Bankverbindung angewiesen ist, können die Banken es sich leisten, ihre Kunden mit maßlos überhöhten Gebühren regelrecht 'über den Tisch zu ziehen'.

Laut Presseberichten stellen die Banken in Namibia ihren Kunden die weltweit höchsten Gebühren in Rechnung. Für jede kleinste Leistung werden separate Gebührenposten berechnet. Selbst bei einem Privatkonto mit nur wenigen Buchungen pro Monat kommen so schnell € 30 - € 50 Gebühren monatlich zusammen. Bei größeren Überweisungen aus dem Ausland oder ins Ausland können sich die Kostenposten (Gebühren, Wechselkursspread, Umtauschkommission usw.) auch schon mal auf einige hundert Euro summieren. Leider erhält der Bankkunde für seine überhöhten Gebühren nicht einmal einen einigermaßen guten Service. Leider hilft es wenig, die Bank zu wechseln, da alle vier Banken etwa gleich teuer sind und der Service ähnlich miserabel ist.

Girokonten (sogenannte 'Cheque Accounts') werden i.d.R. strikt auf Guthabenbasis geführt. Schon bei der geringsten Überziehung kann es passieren, dass man angerufen und gebeten wird, das Konto bis zum Abend des gleichen Tages (!) durch Bareinzahlung auszugleichen. Zusammenfassend muss man leider sagen, dass die namibischen Banken die Begriffe 'Servicewüste' und 'Abzocken' neu definieren und auf ein für westeuropäische Vorstellungen kaum vorstellbares Maß gebracht haben. Bei welcher der vier lokalen Banken man als Expatriate noch am ehesten sein Konto eröffnen sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Den - relativ gesehen - noch 'besten' Ruf (unter Expatriates) scheinen zurzeit die Bank Windhoek und die First National Bank zu haben.

Alle Banken bieten inzwischen auch Online-Banking an, wobei sich die Technik vom deutschen Online-Banking erheblich unterscheidet. Bei der Bank Windhoek etwa benötigt man eine TAN nur zum Einloggen, diese TAN wird mit einem TAN-Generator vom Kunden selbst erzeugt. Einmal eingeloggt, können dann beliebig viele Transaktionen durchgeführt werden, ohne dass man anschließend - wie in Deutschland üblich -  jede Transaktion separat mit einer TAN autorisieren muss. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, das eigene Konto so einzustellen, dass man von der Bank eine SMS aufs Cell Phone erhält, sobald jemand auf das Konto zugreift oder eine Kontoabbuchung erfolgt. Zudem lassen lassen sich Tageslimits für Überweisungen und Abbuchungen einstellen, inklusive  Nutzung der Bank- bzw. Kreditkarte an Geldautomaten und zum Bezahlen in Geschäften.

Geldautomaten (sogenannte 'ATMs', Automatic Telling Machines) gibt es inzwischen in Namibia in allen größeren Ortschaften. Allerdings kann man nicht an jedem ATM mit einer EC- oder Kreditkarte eines deutschen Kontos Geld abheben. Manche ATMs zahlen nur an Kunden der eigenen Bank (mit der entsprechenden Bankkarte) aus. Auch ATMs, an denen man mit einer EC-Karte oder Kreditkarte Geld abheben kann, sind nicht alle gleich. Mal ist der Höchstbetrag N$ 5.000, mal N$ 2.000 oder auch nur N$ 1.000. Mal gilt der Höchstbetrag pro Tag und mal pro Abhebung. Bei einer Abhebung von z.B. € 400 werden mit einer EC-Karte etwa € 4 bis € 5 Gebühren fällig, bei Nutzung einer Kreditkarte i.d.R. deutlich mehr.

Tipp: Als 'Geheimtipp' (der sich aber inzwischen gut bewährt hat), gilt unter EZ-Mitarbeitern die DKB (Deutsche Kreditbank) mit deren Visakarte man weltweit gebührenfrei an ATMs Geld ziehen kann. Wenn man länger in Namibia ist und regelmäßig Geld von seinem deutschen Konto abhebt, lohnt es sich in jedem Fall, sich eine solche Kreditkarte zu besorgen. Inzwischen bieten auch andere Geldinstitute einen ähnlichen Service.

Hinweis: Am letzten Tag des Monats ist 'Payday' (Zahltag). Dann bilden sich regelmäßig Schlangen an den Geldautomaten und viele Geldautomaten sind schon am späten Vormittag leer. Der Bildschirm des ATM zeigt dann in großen Buchstaben das Afrikaans-Wort "JAMMER" an! Auch an Wochenenden und in kleinen Ortschaften kommt es häufig vor, dass die ATMs entweder leer oder defekt sind. Wenn man im Lande unterwegs ist, sollte man sich daher stets gut mit Bargeld eindecken.

Bei der Nutzung von Geldautomaten sollte man sehr vorsichtig sein, da es immer wieder zu Manipulationen an Geldautomaten kommt, um die Kartendaten zu kopieren. Es empfiehlt sich daher, ATMs zu nutzen, die direkt in oder außen an einer Bankfiliale angebracht sind. Diese sind in der Regel ständig bewacht, so dass hier Manipulationen am ATM kaum möglich sind. Bei der Einrichtung von Konten in Namibia empfiehlt es sich außerdem, mit der Bank ein tägliches Abhebungslimit für ATMs zu vereinbaren (siehe Ausführungen weiter oben). Im Falle eines Missbrauchs der Karte (bzw. der darauf gespeicherten Daten) bleiben die Verluste dann auf den Tageslimitbetrag begrenzt.

Auch mit der sonstigen Nutzung von Kreditkarten sollte man in Namibia sehr, sehr vorsichtig und zurückhaltend sein und diese nie aus den Augen lassen. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Fälle von Kredikarten-Skimming  und schon so mancher Tourist hat nach seiner Rückkehr sein Kreditkartenkonto leergeräumt vorgefunden. Das gilt übrigens auch und besonders für den Einsatz der Kreditkarte am Flughafen. Speziell bei den Autovermietungen gab es hier wiederholt entsprechende Vorfälle.

Wenn man im Lande lebt und arbeitet, fährt man (nach Erfahrung des Autors) am sichersten, wenn man nach Möglichkeit bar bezahlt oder aber mit einer Karte eines lokalen Kontos (mit zuvor entsprechend eingerichtetem Tageslimit). Größere Rechnungen lassen sich am besten per sogenanntem "ETF" (Electronic Transfer mittels Online-Banking) bezahlen.

Einkaufen, Essen & Trinken

Auch die Reklametafel für das Hotel Maltahöhe zeigt den ganz eigenen Humor der Namibier, die sich gerne auch selbst  mal 'auf die Schippe' nehmen.
Straßenreklametafel für Hotel Maltahöhe. © T. Christiansen
Ladenschild in Windhoek: Aus 5 Minuten können auch schon mal zwei Stunden werden..!
Ladenschild in Windhoek. © T. Christiansen
Ladenschild in Swakopmund: Flexible Arbeitszeit 'Namibian Style'!
Ladenschild in Swakopmund. © T. Christiansen
Joe's Beerhouse: Die vielleicht bekannteste Kneipe südlich des Äquators und eine der Haupttouristenattraktionen in Windhoek. © T. Christiansen
Joe's Beerhouse: Die vielleicht bekannteste Kneipe südlich des Äquators und eine der Haupttouristenattraktionen in Windhoek. © T. Christiansen
Wanddekoration im Brewer's & Butcher's im neuen Strandhotel in Swakopmund. Eine sehr schön gemachte Bierstube (bzw. Sport-Kneipe mit Großbildschirm) mit eigener Micro-Brauerei  © T. Christiansen
Wanddekoration im Brewer's & Butcher's im neuen Strandhotel in Swakopmund. Eine sehr schön gemachte Bierstube (bzw. Sport-Kneipe mit Großbildschirm) mit eigener Micro-Brauerei © T. Christiansen
Dass Swakopmund stark deutsch geprägt ist, ist auch im Brewer's & Butcher's im Strandhotel unverkennbar © T. Christiansen
Dass Swakopmund stark deutsch geprägt ist, ist auch im Brewer's & Butcher's im Strandhotel unverkennbar © T. Christiansen

Soweit man über ein entsprechendes Einkommen verfügt, kann man in Windhoek (und etwas abgeschwächt gilt dies auch für Swakopmund, Walvis Bay, Omaruru und Otjiwarongo) alles (oder zumindest fast alles) kaufen, was man auch in jeder europäischen Stadt entsprechender Größenordnung bekommen würde. In Windhoek gibt es zahlreiche Supermärkte, eine schöne Fußgängerzone und mehrere sogenannte 'Malls', so z.B. das Wernhil Park Shopping Centre am Ende der Fußgängerzone, die große Maerua Mall am südlichen Rand des Stadtzentrums mit über 90 verschiedenen Läden und seit Anfang 2015 jetzt auch die Grove Mall am südlichen Stadtrand von Windhoek im Stadtteil Kleine Kuppe.

Eine im Juni 2016 veröffentliche Untersuchung der Unternehmensberatung Mercer Ltd. listet Windhoek als kostengünstigste Standort für Expatriates weltweit! Untersucht wurden dabei die Lebenshaltungskosten in den Hauptstädten von 209 Ländern. Als in Namibia lebender Expatriate kann man dieses Ergebnis jedoch nicht wirklich nachvollziehen. Sicher ist Windhoek nicht so teuer wie Hongkong, Luanda, London oder New York. Andererseits entsprechen die Preise (im Durchschnitt) immerhin etwa dem Preisniveau in Deutschland. Wirklich 'billig' lebt man in Windhoek und auch in anderen Teilen Namibias also - zumindest aus deutscher Perspektive - nicht. Sowohl die Mieten, als auch die Mietnebenkosten - speziell Strom und Wasser - steigen ständig! Ein Teil des Problems ist dabei auch, dass die Zahlungsmoral bei öffentlichen Dienstleistungen ausgesprochen schlecht ist. Allein Windhoek hat zurzeit Außenstände von 515 Mill. N$.

Viele aus Südafrika stammende Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs sowie die wenigen Dinge, die in Namibia selbst produziert werden (z.B. einige Milchprodukte, Backwaren) kosten ähnlich viel wie Deutschland. Gemüse und Obst - auch aus Namibia und Südafrika - ist hingegen nicht nur deutlich teurer, sondern dabei auch noch i.d.R. von schlechterer Qualität. Aus Europa importierte Lebensmittel sind wesentlich teurer als südafrikanische Produkte. Eine Tafel deutscher oder schweizer Schokolade kostet da schon mal zwei bis drei Euro.

Recht günstig ist in Namibia hochwertiges Fleisch (Rind, Wild etc.), da dieses im Land selbst produziert wird und auch ein wichtiges Exportprodukt bildet. Restaurants sind durch den zurzeit (Januar 2016) günstigen Wechselkurs (ca. 1 : 17) inzwischen (wieder) günstiger als in Deutschland, nachdem sie sich in der Vergangenheit schon einmal annähernd dem deutschen Preisniveau angeglichen hatten. Benzin und Diesel sind deutlich billiger (zurzeit etwa N$ 10 / Liter, also etwa € 0,65 / Liter). Auch (südafrikanischer) Wein ist für deutsche Verhältnisse sehr günstig. Deutlich teurer als in Deutschland sind auf der anderen Seite z.B. Fernsehgebühren und der Internetzugang, auch Strom ist recht teuer. Unterm Strich gleichen sich aber die teureren und günstigeren Produkte weitgehend aus, so dass die Lebenshaltungskosten in etwa mit denen in Deutschland vergleichbar sind.

Für einen Großeinkauf kann es sich lohnen, alle paar Wochen mal in das sogenannte 'Metro Centre' (ehemals 'Trade Centre') im Stadtteil Kleine Kuppe zu fahren. Die Preise hier liegen zum Teil deutlich unter denen der Supermärkte im Stadtzentrum. Ein beliebter Treffpunkt, vor allem von Deutsch-Namibiern und Expatriates, ist der immer am Samstagmorgen in der Kenneth-Kaunda-Straße (ehemals Uhland-Straße) in Klein Windhoek stattfindende sogenannte 'Green Market'. Der Green Market ist eine Art Bauernmarkt, auf dem Frischprodukte (vor allem Gemüse, Fleisch, Käse) von Farmen aus dem weiteren Umland angeboten werden.

Souvenirs und Kunsthandwerk aus Namibia kauft man am besten im Craft Centre. Das Craft Centre ist in einem umgebauten ehemaligen Brauereigebäude im Stadtzentrum untergebracht, das nun verschiedene Souvenir- und Kunsthandwerksläden, Restaurants und Galerien beherbergt. Es ist ideal zum Shoppen mit Besuchern und Gästen aus dem Ausland, die namibia-typische Souvenirs mit nach Hause nehmen möchten.

Die Anzahl empfehlenswerter Restaurant in Windhoek ist überschaubar, Restaurantempfehlungen findet man in jedem einschlägigen Reiseführer und bei TripAdvisor. Hier einige persönliche Empfehlungen (rein subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • The Stellenbosch Wine Bar & Bistro im Innenhof von Jenny's Place an der Sam Nujoma Avenue (exzellentes Essen, sehr schönes, leicht mediterranes Ambiente),
  • Gourmet (ehemals 'Kaiserkrone', direkt an der Fußgängerzone Post Mall Street),
  • Hotel Heinitzburg (toller Blick über die Stadt, aber recht teuer),
  • Hotel Thule (im Stadtteil Eros gelegen, zusammen mit Heinitzburg, der Weinbar und der Dachterasse des Hilton Hotels der schönste Ort für einen 'Sundowner'),
  • NICE (direkt am Haupteingang der Namibia University of Science and Technology gelegen, nicht überteuert, schönes Ambiente),
  • Joe's Beerhouse (eine der wichtigsten Touristen-Attraktionen Windhoeks, Kombination aus Kneipe und Restaurant, uriges Ambiente).
  • Andy's Bar (Sam Nujoma Avenue, zwischen "Hidas Center" und "Jenny's Place", sehr beliebt bei Expatriates).
  • Garnish (Trift Street, nahe der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS), sehr gutes indisches Essen, Preis angemessen, Ambiente ist noch ausbaufähig. Inzwischen eine zweite Filiale in Klein-Windhoek (Sam Nujoma Drive, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Andy's Bar)
  • Haiku Sushi Lounge (ehemals Thai Café), Ecke Steinstraße / Sam Nujoma Drive, Thai Food und Sushi, einige Gerichte sehr gut, andere (speziell die Suppen) weniger gut. Insgesamt aber eigentlich zu teuer.
  • Qué tapas, spanisches Restaurant und Bar, etwas versteckt gelegen am unteren Ende der Lilliencron Street im Stadtteil Eros, sehr schönes Ambiente 
  • Klein-Windhoek Guesthouse (Hofmeyer Street 2 in Klein-Windhoek, kleine Seitenstraße der Nelson-Mandela-Avenue, gute Pizza.

Eine große Zahl weiterer Restaurants gibt es  außerdem inden drei größeren 'Malls' (Einkaufszentren): Wernhil Park Mall, Maerua Mall und Grove Mall.

Auch in Swakopmund gibt es zahlreiche gute Restaurants. Persönliche Favoriten des Autors sind:

  • 'Tug' (Für mich noch immer die absolute No. 1 in Swakopmund, direkt am Pier, tolles Ambiente, sehr gutes Essen (speziell Fischgerichte) zu vertretbaren Preisen). 
  • Strand Hotel (direkt an der Mole, mehrere Restaurants: Farmhouse Deli, Brewer & Butcher und Ocean Cellar; mein Favorit ist das Brewer & Butcher mit eigener Microbrauerei)

Sehr bekannt ist auch Kücki's Pub (sehr schönes Ambiente, Qualität des Essens variiert sehr stark, wird viel von großen Reisegruppen frequentiert). Ein absolutes 'Muss' für Frühstück, Snack zwischendurch oder Lunch ist das Village Café. Sehr schön gemacht, tolle Atmosphäre, gutes Gerichte zu absolut annehmbaren Preisen.

Eine spezielle 'namibische Küche' gibt es bestenfalls in Ansätzen, z.B. "Botbotjie", eine Art Eintopf aus Fleisch, Hirse, Kartoffeln und Gemüse. Stilecht wird er im 'Potje' (einem dreibeinigen gusseisernen Topf) über dem offenen Feuer zubereitet. Im Wesentlichen ähnelt die Art und Weise, wie in Namibia gekocht wird, aber ansonsten sehr stark der südafrikanischen Küche.

Beide sind nicht unbedingt etwas für Vegetarier! In beiden Ländern ist nämlich "Braai" bzw. "braaien" (Barbecue (BBQ), Grillen von Fleisch) eine Art Nationalsport, in Südafrika gibt es sogar offizielle BBQ-Wettbewerbe. Wenn man zum Braai eingeladen wird (i.d.R. am Wochenende) ist es üblich, eine Flasche Wein mitzubringen. Beim "Bring & Braai" stellt der Gastgeber die Beilagen und Getränke und die Gäste bringen ihr Grillgut selbst mit (und möglichst trotzdem zusätzlich eine Flasche Wein). Fleisch ist eines der wenigen Lebensmittel, das in Namibia nicht nur weit besser, sondern auch wesentlich günstiger ist als in Deutschland. 

Eine namibische / südafrikanische Fleischspezialität ist Biltong (getrocknetes Rind- oder Wildfleisch), das es in fast jedem Supermarkt und jeder größeren Tankstelle sowie in speziellen Biltong-Shops zu kaufen gibt. Alkoholische Getränke dürfen übrigens in namibischen Läden und Supermärkten sowie den sogenannten 'Bottle Stores' nur bis 19:00 Uhr verkauft werden, am Samstag nur bis 14:00 Uhr und am Sonntag überhaupt nicht.

Kriminalität und Sicherheitslage

Warnschild Neighbourhood Watch in Ludwigsdorf. © T. Christiansen
Warnschild Neighbourhood Watch in Ludwigsdorf. © T. Christiansen
Warnschild einer Sicherheitsfirma in Ludwigsdorf.
Warnschild einer Sicherheitsfirma. © T. Christiansen
Hinweis auf elektronische Sicherheitsmaßnahmen. Praktisch alle Häuser der teureren Wohnviertel sind durch Bewegungsmelder u.ä. elektronisch gesichtert.
Hinweis auf elektronische Sicherheitsmaßnahmen. © T. Christiansen
Warnschild Neighbourhood Watch im Stadtteil Eros. © T. Christiansen
Warnschild Neighbourhood Watch im Stadtteil Eros. © T. Christiansen
Warnschild Neighbourhood Watch im Stadtteil Klein-Windhoek. © T. Christiansen
Warnschild Neighbourhood Watch im Stadtteil Klein-Windhoek. © T. Christiansen

Neuankömmlinge in Windhoek sind zu Beginn häufig zunächst ziemlich verunsichert. In den 'besseren' Wohnvierteln von Windhoek scheinen alle Wohnhäuser und vor allem die Townhouse-Anlagen gesichert zu sein wie das sprichwörtliche 'Fort Knox'. Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen prägen den ersten Eindruck und geben Neuankömmlingen das Gefühl, in einer ausgesprochen gefährlichen Stadt zu sein:

  • hohe Mauern und Zäune um fast jedes Grundstück,
  • zusätzliche Sicherungen durch Elektrozäune und / oder 'NATO-Draht'-Rollen,
  • Zufahrttore, die sich nur per Fernsteuerung öffnen und schließen lassen,
  • bewaffnete Wachposten vor vielen Häusern, Geschäften, Banken und öffentlichen Gebäuden,
  • Alarmanlagen in und an fast jedem Haus,
  • Parkwächter (bzw. 'Autobewacher') an jedem öffentlichen Parkplatz,
  • und schließlich die zahlreichen Autos der Posten der allgegenwärtigen Sicherheitsfirma G4S.

Der erste Eindruck ist nicht ganz unbegründet, aber etwas überzogen. Richtig ist, dass Namibia nicht so sicher ist, wie es die Tourismuswerbung gern glauben machen möchte. Wohnungseinbrüche sind in Windhoek, aber auch in anderen Städten Namibias, an der Tagesordnung, das Gleiche gilt für Autoeinbrüche. Lässt man in seinem Auto nur das Geringste von Wert (sichtbar) liegen, muss man damit rechnen, dass man sein Auto bei der Rückkehr mit eingeschlagener Scheibe vorfindet. Auch auf bewachten Parkplätzen und in den 'guten' Wohngebieten sollte man daher grundsätzlich nichts offen im Autoinnenraum liegen lassen (und speziell keine Laptops und Taschen).

Jeder, der in Namibia längere Zeit lebt und arbeitet, wird zahlreiche Kollegen- und Bekannte nennen können, die Opfer von Haus- und Autoeinbrüchen oder auch Überfällen geworden sind. Das ist schade und mindert die ansonsten ausgesprochen hohe Lebensqualität in Namibia, aber es entspricht leider der Realität. In Namibia kann man leider auch nicht -  wie man es von Europa her gewohnt ist - jederzeit und an jedem Ort sorglos zu Fuß gehen.

Speziell Touristen und Neuankömmlinge werden immer wieder (vor allem abends und nachts) überfallen, aber auch Einheimische können Opfer von Gewaltverbrechen werden. Der 'Klassiker' bei Überfällen auf Touristen sind Touristenpaare oder kleine Touristengruppen, die abends zu Fuß von Ihrem Guesthouse zu Joe's Beerhouse laufen bzw. später dann von dort zu Fuß zurückgehen. Ähnlich gefährlich ist es, an bestimmten Aussichtspunkten aus dem Auto auszusteigen (z.B. am Wasserturm auf dem Berg hinter dem Tintenpalast) oder alleine auf dem Aloe Trail in Klein-Windhoek zu laufen.

Die Polizei kann diesem Treiben nur begrenzt Einhalt gebieten, denn die Streifenwagen können nun mal nicht überall gleichzeitig sein. Speziell die zunehmende Anzahl der Einbrüche (über 1700 alleine in Windhoek zwischen Januar und August 2016) hat in den letzten Jahren in vielen Stadtteilen zur Bildung von sogenannten 'Neighbourhood Watch'-Organisationen geführt. Diese fahren in den jeweiligen Stadteilen regelmäßig Patrouille, vor allem nachts.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine 'Bürgerwehr', die nun das Recht in die eigene Hand nimmt und Jagd auf Kriminelle macht. Es geht vielmehr darum, durch regelmäßige Patrouillen im Stadtteil 'Präsenz zu zeigen' und so vor allem potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Die Neighbourhood Watches sind mit der örtlichen Polizei und dem Sicherheitsdienst G4S bestens vernetzt. Wird etwas Verdächtiges beobachtet, werden Polizei und G4S benachrichtigt, die dann in wenigen Minuten vor Ort sind.

Sicherheitsmaßnahmen und Vorsicht sind also durchaus berechtigt. Auf der anderen Seite hat die Kriminalität in Namibia zum Glück (noch nicht) das Stadium erreicht, wie in Südafrika, Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern. Es geht in den allermeisten Fällen um Eigentumsdelikte. Kriminelle wollen i.d.R. 'lediglich' Geld und Wertsachen, aber natürlich kommen auch schwere Gewaltverbrechen immer wieder vor.

Wie in anderen Ländern auch kann man aber durch entsprechende Maßnahmen und Verhaltensweisen das eigene Risiko so minimieren, dass man sich in Namibia durchaus nicht unsicher fühlen muss. So sollte man bei der Auswahl des Hauses oder der Wohnanlage darauf achten dass

  • es über gute Sicherheitsanlagen verfügt (Elektrozaun, von außen oder innen vergitterte Fenster und Türen, Alarmanlage)
  • dass das Haus nicht leicht einsehbar ist,
  • und dass das Grundstück möglichst nicht an ein unbebautes oder ungenutztes Grundstück, eine größere Straße oder an einen Bachlauf angrenzt (also an potenzielle Fluchtwege).

Als weniger gefährdet gelten Häuser, die in einer Sackgasse liegen und auf allen Seiten von anderen Häusern umgeben sind. Im Auto sollte man - wie schon erwähnt - nicht das Geringste sichtbar liegen lassen und ggf. durch Aufklappen des Handschuhfachs demonstrativ zeigen, dass in diesem Wagen nichts zu holen ist. Außerdem sollte man - wenn irgend möglich - nur auf bewachten Parkplätzen parken. Praktisch jeder Supermarkt, jedes Einkaufszentrum, jede Arztpraxis, jedes Restaurant und selbst Kirchen haben Parkwächter angestellt, die die geparkten Autos im Auge behalten. Als kleinen 'Obolus' gibt man diesen Parkwächtern dann bei der Rückkehr dann ein, zwei bzw. abends und bei längerer Parkdauer auch mal drei oder fünf N$.

Schließlich sollte man darauf achten sich stets so bewegen und zu kleiden, dass man eventuelle Risiken minimiert. Wer sich wie ein normaler einheimischer Europäer kleidet, hat ein deutlich geringeres Risiko 'gemuggt' (überfallen) zu werden. Wer sich aber durch Safarikleidung, Trekkingschuhe, Hut und Gürteltasche bzw. (noch schlimmer!) durch den vor dem Bauch getragenen Tagesrucksack schon auf 1 km Entfernung als "Touri" outet, macht sich automatisch (und völlig unnötig) zu 'potential prey', also vielversprechender und leichter Beute von Kriminellen. Wer dann auch noch bei Nacht in der Nähe der typischen Touristen-Hotspots wie z.B. Joe's Beerhouse oder dem Warehouse im Central Business District zu Fuß unterwegs ist, kann seine Geldbörse und Uhr schon mal bereit halten ....!

Als Ortskundiger bzw. als vor Ort arbeitender Expatriate weiß man bereits nach kurzer Zeit recht genau, wo, wann und wie man sich an dem jeweiligen Wohnort sicher bewegen kann und wo und wann möglicherweise Gefahr droht. Hält man sich an diese Vorsichtsmaßnahmen, kann man sich in Namibia durchaus ähnlich sicher fühlen wie anderswo auch. Aber absolute Sicherheit gibt es natürlich nicht und das Risiko ist und bleibt in Namibia (wie auch vielen anderen afrikanischen Ländern) sicherlich höher als z.B. in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern.

Impfungen und Vorsorgemaßnahmen

Große Teile Namibias haben aufgrund der Höhenlage ein sehr gesundes Klima mit angenehmen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit. Der Großteil des Landes ist auch malariafrei, so dass - abgesehen von einigen Gebieten im Norden  - keine Malariaprophylaxe notwendig ist. Im Norden des Landes (speziell in der Region Zambezi) sollte man bei kürzeren Aufenthalten während und vor allem kurz nach der Regenzeit eine Malariaprophylaxe in Betracht ziehen. Die namibischen Ärzte kennen das Land genau und können daher weit besser beurteilen, wann und wo eine Malariaprophylaxe zu empfehlen ist, als dies die Ärzte in Deutschland können.

Da es in Namibia eine hohe Anzahl an Tuberkulosefällen gibt, sollte man speziell den TBC-Schutz auf jeden Fall überprüfen und ggf. erneuern. Ansonsten sind all die Impfungen zu empfehlen, die ein 'durchgeimpfter' Europäer i.d.R. sowieso bekommen hat. Hierzu gehören neben der TBC-Impfung auch Tetanus und Polio. Hepatitis A und B-Impfungen können sicher ebenfalls nicht schaden. Dem Autor wurde vor seiner Ausreise auch eine Tollwutimpfung und eine Meningokokkenimpfung empfohlen.

Eine Gelbfieberimpfung ist für Namibia (selbst) nicht notwendig. Sie kann aber sinnvoll sein und ggf. auch zwingend notwendig, wenn man nach Sambia reist. Südafrika hat 2011 von heute auf morgen plötzlich eine Gelbfieberimpfung von allen aus Namibia Einreisenden verlangt, die sich kurz vor der Ausreise nach Südafrika in Sambia aufgehalten haben. Das galt ausdrücklich auch für Transit-Passagiere, die von Namibia über Johannesburg nach Deutschland flogen und in Johannesburg umsteigen mussten.

An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich darauf hingeweisen, dass dies keine Impfberatung ist! Alle Informationen sind nach bestem Wissen, aber ohne jede Gewähr! Fachlich qualifizierte Impfinformationen erhält man beim Hausarzt oder einer tropenmedizinischen Untersuchungsstelle.

Abschließend sei daran erinnert, dass Namibia zu den Ländern mit den höchsten HIV-Infektionsraten weltweit gehört. Etwa 15% der Bevölkerung Namibias (bezogen auf den Anteil der Bevölkerung zwischen 15 und 60 Jahren) ist HIV-infiziert, in der Region Zambezi (Caprivi Streifen) liegt die Infektionsrate regional bei bis zu 40%! Das Infektionsrisiko ist also deutlich höher als in Deutschland, entsprechend sollte man sich verhalten.

Weitere Informationen geben auch hier die entsprechenden Hinweise des Auswärtigen Amtes und reisemedizinischer Informationsportale.

Telefon und Internet

Namibia hat ein recht gut ausgebautes Telefonnetz (Festnetz). Telecom Namibia ist der nationale Telefon-Festnetz- und Datenübertragungsprovider. Internetprovider gibt es inzwischen verschiedene, weit verbreitet sind MTC und IWAY Namibia.

Mobilfunknetze bieten MTC Namibia sowie TN Mobile Namibia, das 2013 den ehemals eigenständigen Mobilfunkanbieter LEO Namibia übernommen hat. MTC ist der Marktführer in Namibia und hat die bessere Netzabdeckung. SIM-Karten kann man als sogenannte "Starter Sets" in jedem Supermarkt für wenige N$ vertragsfrei erwerben und sofort freischalten. Mobilfunkverträge sind in Namibia zwar möglich, aber deutlich weniger verbreitet als etwa in Deutschland.

Handys, die in Namibia als 'Cell Phone' oder 'Mobile Phone' bezeichnet werden, arbeiten in der Regel mit Prepaid-Telefonguthaben, die vorab eingekauft und freigeschaltet werden müssen. Die notwendige 'Airtime' (Telefonzeitguthaben) kann man in unterschiedlicher Stückelung (von N$ 10 bis N$ 150 pro Karte) in fast allen Läden und auch Tankstellen kaufen. Zum Aufladen muss ein Zahlencode als SMS an die (im Fall von MTC) landesweit einheitliche Telefonnummer "132" geschickt werden. Die Höhe des Guthabens wird dann innerhalb weniger Sekunden durch eine SMS des Netzproviders bestätigt. Die Nutzung deutscher SIM-Karten ist in Namibia über Roaming zwar möglich, wegen der enormen Roaming-Kosten aber nicht zu empfehlen.

Wegen der Größe des Landes und der geringen Bevölkerungsdichte werden weite Teile des Landes durch die Mobilfunknetze nicht abgedeckt, wobei die Abdeckung erheblich vom Relief abhängt. In allen größeren Ortschaften und in einem kleinen Umkreis um diese Ortschaften hat man aber in der Regel Empfang. Das gilt auch entlang von großen Teilen der Hauptverbindungstraßen (etwa der der B1 und B2). Für Fahrten in sehr abgelegene Gebiete sollte man für Notfälle ggf. ein Satellitentelefon mitnehmen. Satellitentelefone kann man am Flughafen und bei zahlreichen Autovermietern für ca. N$ 150 pro Tag (zuzüglich evtl. Gesprächsgebühren) ausleihen.

Der Ausbau des Datenübertragungsnetzes genießt in Namibia politisch hohe Priorität, die  Datenübertragungsinfrastruktur wird entsprechend zügig ausgebaut und verbessert. Vor einiger Zeit wurde Namibia an ein neues Glasfaser-Unterseekabel angeschlossen, das die verfügbare Netzbandbreite und die Übertragungsgeschwindigkeiten deutlich verbessern soll. In den größeren Orten gibt es inzwischen DSL-Anschlüsse, wobei  - je nach Vertrag – unterschiedliche Geschwindigkeiten erreicht werden können.

Insgesamt liegen die Kosten für Mobilfunk und Internet in Namibia deutlich höher als in Deutschland. Dies ist zum einen auf die (wegen der geringen Bevölkerungsdichte) relativ hohen Ausbaukosten zurückzuführen, zum anderen auf den - bei nur zwei Anbietern - geringen Konkurrenzdruck. Bei den Internettarifen gibt es sowohl Flatrate- als auch Volumentarife. (Preisbeispiel: Der MTC-Volumentarif Netman Home 4G mit 20 GB und 100 Mbps kostet zurzeit N$ 599 (ca. € 42) pro Monat, eine Flatrate mit ebenfalls 100 Mbps kostet N$ 999 (ca. € 70).

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im September 2017 aktualisiert.

Informationen zur Erstellung der Internetseiten und der verwendeten Quellen.

Der Autor

Dr. Thomas Christiansen, Geograph, Akademischer Rat am Institut für Geographie der JLU Gießen. Langjährige EZ/TZ-Erfahrung in Afrika, Naher Osten, Süd- und Südostasien. Seit 2010 Landestrainer für Namibia an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ). Arbeitet seit April 2014 als Integrierte Fachkraft (CIM) als Professor für Geo-Spatial Sciences and Technology an der Namibia University of Sciences and Technology in Windhoek.

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