Elefant im Etoscha Nationalpark © Thomas Christiansen
Offizieller Name
Republik Namibia
Fläche
824.292 qkm
Regierungssitz
Windhoek
Einwohner
2,21 Mio. (Sept. 2015)
Bevölkerungswachstum
ca. 1,4 % (pro Jahr)
Klima (für Hauptstadt)
Arid

Landesübersicht

Lage von Namibia / © TUBS  (CC BY-SA 3.0)
Lage von Namibia / © TUBS (CC BY-SA 3.0)
Übersichtskarte Namibia. © T. Christiansen & Nadine Liebich 2012
Übersichtskarte Namibia. © T. Christiansen & Nadine Liebich 2012

Namibia, das bis zu seiner Unabhängigkeit 1990 „Southwest Africa“ (Südwestafrika) hieß, wird im Norden begrenzt von Angola, im äußersten Nordosten von Sambia, im Osten von Botswana und im Süden und Südosten von der Republik Südafrika. Die westliche Grenze bildet der Atlantische Ozean. Mit 824.292 qkm ist Namibia 2,3 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland (357.022 qkm).

Nambia-Karten

Nambia: Größenvergleich mit Deutschland. Namibia ist mit etwas über 824.000 qkm etwa 2,3 mal so groß wie Deutschland (357.00 qkm).
Nambia: Größenvergleich mit Deutschland. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Namibia: Übersichtskarte. Namibia ist administrativ in 14 Regionen unterteilt. Die größten Städte sind die Hauptstadt Windhoek mit 322.500 Einwohnern, sowie Rundu (61.900 E.), Walvis Bay (61.300 E.) und Swakopmund (44.700 E.).
Namibia: Übersichtskarte. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Namibia: Landmarks und Sehenswürdigkeiten. Die Karte verdeutlicht, dass die touristischen Attraktionen Namibias recht gleichmäßig über fast das gesamte Land verteilt sind. Rundreisen sind daher in Namibia die wichtigste Tourismusform.
Namibia: Landmarks und Sehenswürdigkeiten. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Nambia: Landkategorien in Nambia. Die Karte zeigt die Aufteilung Namibias in drei große Landkategorien: State Land, Communal Areas und Commercial Areas.
Nambia: Landkategorien in Nambia. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Nambia: Verkehrsinfrastruktur. Namibia hat infolge der Größe des Landes eine zwar nicht allzu dichte, aber sehr gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur.
Nambia: Verkehrsinfrastruktur. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Namibia: Bevölkerungsverteilung. Die Karte verdeutlicht, dass sich die Bevölkerung vor allem auf drei drei Regionen konzentriert: dem Owambo-Land im Norden, den Bereich um die Hauptstadt Windhoek und den zentralen Bereich der Westküste.
Nambia: Bevölkerungsverteilung. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.

 

Anmerkung: Die oben gezeigten Karten wurden mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) aus verschiedenen eigenen GIS-Datensätzen sowie Download-Daten des Digital Atlas of Namibia erstellt. Der Digital Atlas of Namibia war ein inzwischen abgeschlossenes Gemeinschaftsprojekt des Ministry of Environment und der Universität Köln, das geographische Datensätze aufbereitete und diese zur allgemeinen Verwendung als GIS-kompatible Datensätze zur Verfügung stellt.

Weitere Karten zu Namibia bieten z.B. die regelmäßig aktualisierte Kartensammlung Reliefweb des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) und zahlreiche Reise-Internetportale. Diese Portale bieten teilweise auch Stadtpläne der Hauptstadt Windhoek und anderer Städte und Ortschaften in Namibia.

Grunddaten

Ausgewählte Grunddaten für Nambia, seine Nachbarländer und Deutschland. Die Übersicht zeigt deutlich, dass Nambias Kenndaten im sozialen Bereich relativ schlecht sind.
Grunddaten zu Namibia im Vergleich zu seinen Nachbarländern und Deutschland © T. Christiansen 2013 (Datenbasis CIA Word Factbook)

Aktuelle Grunddaten zu Namibia liefern zahlreiche Internetseiten, so z.B.:

Auch die Wikipedia-Seiten zu Namibia und die Namibia-Informationen der Munzinger Länderseiten sind sehr informativ. Die umfangreichsten Zeitreihendaten lassen sich aus den International Development Indicators der Weltbank-Seite herunterladen. Daten zur sozialen Entwicklung (spez. Human Development Index) liefern die entsprechenden Namibia-Seiten des UNDP. Sehr interessant, speziell für einen 'Performance-Vergleich' mit Namibias Nachbarländern und Afrika insgesamt, sind auch die Länder-Rankings der Mo-Ibrahim-Stiftung. Hier lassen sich u.a. auch hervorragend aufbereitete kompakte Vergleichsdaten für ausgewählte Regionen ansehen, z.B. für die Region Südliches Afrika. Zur genaueren Analyse und eigenen Weiterverarbeitung lassen sich ausgewählte Datenpakete in verschiedenen Formaten herunterladen.

Naturraum

Eine exzellente dreidimensionale Veranschaulichung verschiedener Regionen und Städte Namibias zeigen zahlreiche 3D-Blockbilder, die im Rahmen eines studentischen Projektes am Institut für Geographie der JLU Gießen erstellt wurden. Hierbei wurden mit Hilfe des Geographischen Informationssystems ArcGIS aus frei verfügbaren Höhendaten 3D-Landschaftsmodelle berechnet. Anschließend wurden die so entstandenen Geländemodelle im 'Image Draping' Verfahren mit Luft- und Satellitenbildern aus verschiedenen Quellen überzogen. Durch interaktives Drehen der 3D-Lanschaftsmodelle am Bildschirm entstanden spektakuläre Videos, die sich über die ArcGIS Online Seiten der Firma ESRI Inc. und auch über YouTube abrufen lassen.

Naturräumliche Gliederung

Namibia: Reliefkarte. Namibia besteht zu großen Teilen aus (teils zerklüfteten) Hochebenen, die entlang der Nord-Süd verlaufenden 'Großen Randstufe' zur Küste hin abbrechen. Die Hauptstadt Windhoek liegt im Khomas Hochland auf ca. 1650 m Höhe.
Nambia: Reliefkarte. © Thomas Christiansen und Nadine Liebich, Ausgangsdaten: eigene GIS-Datensätze und Daten des Digital Atlas of Namibia.
Blick von der Großen Randstufe (Spreetshoogte Pass) Richtung Küste. © Thomas Christiansen
Blick vom Spreetshoogte Pass Richtung Küste
Düne nahe Sossusvlei. Mit bis zu über 300 m Höhe gehören die Sossusvlei-Dünen zu den höchsten der Welt. Die roten Sossusvlei-Dünen sind eine der touristischen Hauptattraktionen Namibias. © Thomas Christiansen
Düne nahe Sossusvlei.
Der Brandbergmassiv bildet mit seinem 2573 m hohen Königstein-Gipfel die höchste Erhebung Namibias. © Thomas Christiansen
Der Brandberg, das höchste Bergmassiv Namibias.
'Auf Pad' in der Kalahari. Die Kalahari ist eine sandige Halbwüste. Sie nimmt den größten Teil des Ostens Namibias und große Teile von Ost-Botswana ein. Charakteristisch für die Kalahari sind sanften, endlos langen roten Längsdünen.
'Auf Pad' in der Kalahari.
Das Namib Rand Nature Reserve im Süden des Landes gehört zu den schönsten Landschaften Namibias, wenn nicht gar Afrikas. Aus 14 ehemaligen Farmen ist hier ein riesiges privates Naturschutzgebiet (Private Conservancy) entstanden.
Namib Rand Nature Reserve im Süden Namibias.

Der zentrale Teil Namibias besteht aus Hochflächen von etwa 1000 - 1500 m über NN, einzelne Berge erreichen Höhen von mehr als 2000 m. Die Hauptstadt Windhoek, etwa im Zentrum Namibias, liegt auf etwa 1600 m Höhe.

Zum Atlantik hin fällt das Hochland über eine Nord-Süd verlaufende Randstufe, das sogenannte „Great Escarpment“, nach Westen ab. Diese Randstufe, die in der Reliefkarte gut erkennbar ist, ist über weite Strecken sehr steil und schroff ausgeprägt (s. z.B. das 3D-Geländemodell No. 20  "Spreegthoogte Pass"). Im zentralen Teil des Landes (z.B. entlang der B2 von Okahandja über Karibib nach Swakopmund) fällt das Hochland hingegen kontinuierlich und damit kaum merklich bis auf Meeresniveau ab.

Nach Osten hin geht das Hochland ganz allmählich in das ca. 1200 m hoch gelegene abflusslose Kalahari-Becken über, dessen größerer Teil im östlich angrenzenden Nachbarland Botswana liegt. Die Kalahari besteht auf namibischer Seite vor allem aus Nord-Süd verlaufenden Längsdünen mittlerer Höhe, die nach Osten zunehmend in Ebenen mit verstreuten abflusslosen Senken übergehen.

Entlang der Atlantikküste erstreckt sich über mehr als 1500 km die Namib Wüste, ebenfalls Nord-Süd verlaufend und durchschnittlich etwa 100 km breit. Die Namib gilt als älteste Wüste der Erde. Ihre bis zu 350 m hohen Dünen reichen in weiten Teilen bis unmittelbar an den Atlantischen Ozean. 2013 wurde die Namib zum UNESCO Welt-Naturerbe erklärt.

Die höchste Erhebung Namibias ist der Königstein (2602 m), einer der Gipfel des Brandberg-Massivs (Animation No. 2) im Nordwesten des Landes, ca. 100 km nordnordöstlich von Henties Bay. Der Norden Namibias wird geprägt durch die etwa 120 x 50 km große Etosha-Pfanne. Diese abflusslose Pfanne bildet den Kern des Etosha Nationalparks, der mit seinem Tierreichtum „das“ touristische Highlight Namibias bildet.

Daran schließt sich im Norden das sogenannte „Oshana-System“ an, das auch als „Cuvelai-System“ bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um ein System flacher, nord-süd verlaufender Senken, die sich in der Regenzeit für Tage, Wochen oder auch Monate allmählich mit Wasser füllen, je nach Stärke der Niederschläge im Norden Namibias und im angrenzenden Angola.

Aufgrund des äußerst geringen Gefälles fließt das Wasser dann nur sehr langsam ab und in niederschlagsreichen Jahren kommt es immer wieder zu großflächigen Überschwemmungen. 2008, 2009 und auch 2011 haben diese Überflutungen, die in Namibia als 'Efundja' bezeichnet werden, große Schäden im dichtbesiedelten Norden Namibias angerichtet und Wirtschaft und öffentliches Leben über Wochen weitgehend lahmgelegt. Auch Teile der Zambezi-Region (ehemals Caprivi) im äußersten Nordwesten des Landes werden fast jedes Jahr mehr oder weniger weitflächig überflutet, zuletzt 2013.

Namibia verfügt aufgrund seines Wüstenklimas bis auf seine Grenzflüsse im Süden (Oranje) und Norden (Kunene, Okavango, Linyanti und Sambesi) über keine permanent wasserführenden Flüsse. Das Land ist aber durchzogen von einer Vielzahl an Trockenflüssen, die als 'Reviere' bezeichnet werden. Wenn ein solches Revier nach einem Starkregen im Oberlauf fließt ('abkommt'), verwandelt sich der Trockenfluss in wenigen Minuten in einen reißenden Strom, der dann allerdings meistens nur wenige Stunden oder bestenfalls einige Tage Wasser führt.

In der nördlichen Hälfte Namibias verlaufen die meisten Trockenfluss-Systeme in Ost-West Richtung, also in Richtung Küste. Der größere Teil dieser Trockenflüsse erreicht den Atlantik (Swakop bei Swakopmund, Kuiseb bei Walvis Bay), andere versickern in abflusslosen Senken (sogenannten 'Vleis') in der Namib-Wüste. Bestes Beispiel ist der Tsauchab, der bis ins Zentrum der Namib eindringt, um dann im Sossusvlei zu enden, nach Etosha sicher die zweitmeistbesuchte Touristenattraktion Namibias (3D-Animationen No. 4 bis 7).

Das Nord-Süd verlaufenden Fish River-System umfasst den größten Teil der südlichen Hälfte Namibias. Im äußersten Süden des Landes hat sich der Fish River mehrere hundert Meter tief in die Gesteinsschichten eingeschnitten und den Fish River Canyon gebildet. Er gilt (siehe 3D-Animation No. 21), nach dem Grand Canyon in den USA, als zweitgrößter Canyon der Erde.

Klima

Namibia: Mittlerer Jahresniederschlag und Niederschlagsvariabilität. Der Niederschlag nimmt in Namibia vom äußersten NO des Landes (Caprivi) in Richtung Westen und Süden kontinuierlich ab. Je geringer die Niederschläge, umso höher die Variabilität.
Namibia: Niederschlag. © T. Christiansen und Nadine Liebich. GIS-Datenbasis: Digital Atlas of Namibia (Public Domain Daten, Ministry of Environment & Tourism und Universität Köln) sowie verschiedene eigene GIS-Daten.
Namibia: Temperaturverhältnisse. Große Teile Namibias liegen über 1200 m NN. Aufgrund der Höhenlage und der sehr geringen Luftfeuchtigkeit ist das Klima in weiten Teilen des Landes ausgesprochen angenehm.
Namibia: Temperaturverhältnisse. © T. Christiansen und Nadine Liebich. GIS-Datenbasis: Digital Atlas of Namibia (Public Domain Daten, Ministry of Environment & Tourism und Universität Köln) sowie verschiedene eigene GIS-Daten.

Namibia gilt - trotz der gelegentlichen Überflutungen im Norden - als das trockenste Land südlich der Sahara. Die Jahrersmittelniederschläge reichen von über 600 mm im äußersten Nordosten (Caprivizipfel) bis zu weniger als 20 mm an der Atlantikküste. Die Niederschläge nehmen dabei vom Caprivi in Richtung Westen und Süden ab. Die Hauptstadt Windhoek im zentralen Hochland hat ein langjähriges Mittel von etwa 380 mm.

Vom äußersten Süden des Landes abgesehen, fallen die Niederschläge fast ausschließlich in den Sommermonaten, vor allem von Dezember bis März. Die regenbringenden Winde kommen überwiegend aus dem Osten und Nordosten. Der Großteil der Feuchtigkeit geht dabei auf dem Weg nach Westen bereits über Mosambik, Südafrika und Botswana verloren, dementsprechend wenig Niederschlag bleibt für Namibia übrig.

Die geringen Niederschläge sind der begrenzende Faktor bei der agrarischen Nutzung des Landes. Aufgrund der geringen, unzuverlässigen und schlecht über das Jahr verteilten Niederschläge ist Ackerbau riskant, wenig produktiv und nur in den (relativ) niederschlagsreicheren Gebieten des Nordens, vor allem im sogenannten 'Mais-Dreieck' Tsumeb - Grootfontein - Otavi möglich (s. hierzu auch "Ökologische Probleme"),

Das Klima an der Küste wird geprägt durch den kalten Benguela-Strom, der das ganze Jahr über regelmäßig Küstennebel verursacht und so eine typische Nebelwüste entstehen ließ. Die überwiegend vom Meer kommende kalte Luft wird über Land schnell erwärmt und verringert dadurch die relative Luftfeuchtigkeit. So werden - trotz häufiger Nebel in unmittelbarer Nähe der Küste - Niederschläge fast völlig unterbunden, so dass die Westküste Namibias zu den trockensten Gebieten der Welt gehört.

Trotzdem kann es auch an der Küste bzw. etwas weiter im Inland bei bestimmten Wetterkonstellationen gelegentlich zu Extremniederschlägen kommen. So fiel etwa 2006 in Lüderitz an einem Wochende im März soviel Regen wie in den vorangegangenen fünf Jahren zusammen. 2008 kam es nach Starkregen in einer ansonsten hyperariden Region zur kompletten Überflutung der Tagebaugrube der Uranmine Langer Heinrich  (ca. 70 km westlich von Swakopmund) und sowohl 2006 wie auch 2007, 2008, 2009 und 2010 kam es im Norden Namibias infolge ungewöhnlich hoher und langanhaltender Regenfälle zu erheblichen Überschwemmungen in dem sehr flachen Gelände. Zeitweise erklärte die namibische Regierung Teile Nord-Namibias daraufhin sogar zum Notstandsgebiet.

Fauna und Flora

Die Welwitschia ist eine der merkwürdigsten Pflanzen der Welt. Die ältesten Welwitschias sind über 2000 Jahre alt. Die Welwitschia ist die Nationalpflanze Namibias und auch auf dem namibischen Wappen zu sehen. © T. Christiansen
Welwitschia am Weltwitschia-Trail bei Swakopmund. © T. Christiansen
Die Köcherbäume (Quiver Trees), die vor allem nahe Keetmanshoop in größerer Zahl und Dichte auftreten, sind eine wichtige touristische Attraktion im Süden des Landes. © T. Christiansen
Köcherbäume (Quiver Trees) nahe Keetmanshoop
Elefant im Etoscha Park. Der Etoscha Park ist mit seinem Tierreichtum die wichtigste touristische Attraktion für Namibia-Besucher.  © T. Christiansen
Elefant im Etoscha Park
Wildpferde nahe Aus © T. Christiansen
Wildpferde nahe Aus
Oryxantilope (auch bekannt als Gemsbock). Die Oryxantilope ist das Wappentier Namibias. © T. Christiansen
Oryxantilope (auch bekannt als Gemsbock)
Robbenkolonie am Kreuzkap (Cape Cross). Das unwirtliche Cape Cross an der Skelettküste, ca. 130 km nördlich von Swakopmund, ist Zentrum einer der größten Robbenkolonien weltweit. © T. Christiansen
Robbenkolonie am Kreuzkap (Cape Cross), ca. 130 km nördlich Swakopmund

Namibia ist für Naturliebhaber und Fotografen eines der spektakulärsten Länder in Afrika, mit einer ganzen Reihe von teilweise nur in Namibia bzw. der Region vorkommenden Pflanzen und Tieren. Charakteristische Namibia-Fotos zeigen häufig den Kameldornbaum (Camel Thorn Tree, Acacia erioloba), die bizarr aussehenden Köcherbäume (Quiver Trees, Aloe dichotoma) und natürlich die Nationalpflanze des Landes, die Welwitschia Mirabilis. Eine gute, allerdings stark generalisierte Übersicht über die Hauptvegetationszonen Namibias gibt eine Karte des Digital Atlas of Namibia.

Aufgrund des trockenen Klimas kommen Flächenwälder in Namibia nur in sehr geringem Umfang vor, und nur im feuchteren Norden und Nordosten des Landes. Laut "Forests and Woodlands of Namibia" unterscheidet man drei Kategorien: 'Woodland', 'Open Forest' und 'Forest'. Nur die letzte Kategorie entspricht zumindest annähernd dem, was man in Europa unter einen 'Wald' versteht. Hiervon gibt es in nur wenige und kleine Vorkommen, vor allem westlich von Grootfontein und im äußersten Norden der Kavango und Sambesi Region entlang der angolanischen Grenze.

Hinzu kommen Baumvorkommen in und entlang großer Trockenflüsse, die man aber eigentlich nicht als Wald bezeichnen kann. Eine Übersicht der in Namibia vorkommenden Baumarten gibt ein Baumatlas von Namibia.

Die Tierwelt Namibias umfasst die gesamte Palette der für das südliche Afrika typischen Fauna, inklusive der 'Big Five': Elefant, Nashorn (sowohl Spitz- als auch Breitmaulnashorn), Büffel, Löwe und Leopard. Aber auch Geparde, zahlreiche Antilopen- und Gazellenarten, Giraffen, Warzenschweine, Affen und eine ausgesprochen reiche Vogelwelt kennzeichnen Namibia. Viele der Großtiere (inkl. Nashörner und Elefanten) kommen in Namibia nicht nur in den bekannten Nationalparks wie Etosha oder Sossusvlei vor, sondern auch außerhalb, sozusagen in freier Wildbahn.

Vor allem in nördlichen und zentralen Teilen des Landes (Damaraland, Kunene, Caprivi, aber auch in Erongo, Kavango und anderen Regionen) führt dies immer wieder zu schlimmen Verkehrsunfällen, auch auf den großen Überlandstraßen. Meist sind Zusammenstöße mit Antilopen und Warzenschweinen der Auslöser, aber auch Zusammenstöße mit Elefanten kommen gelegentlich vor. In den Flüssen im äußersten Norden und Nordosten des Landes (vor allem in der Kavango- und der Zambezi- (Caprivi) Region) gibt es zahlreiche Krokodile und Flusspferde, wobei das Zusammentreffen mit Fischern und im Wasser spielenden Kindern immer wieder zu schlimmen Vorkommnissen führt.

Weltbekannt ist Nambia durch seine Wüstenelefanten und Wüstenlöwen, die sich im Laufe der Zeit in einzigartiger Weise an die extrem trockenen Verhältnisse in den Gebieten westlich des Etosha-Parks angepasst haben. Im jahreszeitlichen Rhythmus wandern sie vom Damaraland und Kaokoveld kommend die Trockenflüsse Richtung Westen hinab bis fast an die Skelettküste. Ein touristisches Highlight an der Skelettküste ist die Robbenkolonie am Kreuzkap (Cape Cross) ca. 130 km nördlich von Swakopmund. Sie gilt als eine der größten Robbenkolonien der Welt.

Tier- und Pflanzenwelt Namibias lassen sich am besten in den zahlreichen Nationalparks des Landes beobachten. Einen Überblick über die wichtigsten Nationalparks geben verschiedene thematische Karten zu Beginn dieser Seite.

Namibia hat mit seinen Nationalparks Wegweisendes geleistet. Ca. 20% der Landfläche Namibias sind geschützte Gebiete. Neben dem Etosha-Park, dem sicher bekanntesten Park des Landes, gehören hierzu die verschiedenen Nationalparks entlang der Atlantikküste:

  • der Skeleton Coast National Park, der vom Ugab Revier nördlich von Cape Cross nach Norden hin bis zur angolanischen Grenze reicht,
  • der Dorob National Park, der sich unmittelbar südlich an den Skeleton National Park anschließt und im Süden bis zum Kuiseb Revier südlich von Walvis Bay verläuft,
  • der Namib-Naukluft National Park mit den Dünen des Sossusvlei und dem Sesriem Canyon als besonderen Highlights, der sich nach Süden hin an den Dorob National Park anschließt und bis nach Lüderitz erstreckt,
  • der Sperrgebiet National Park, der sich südlich an den Namib-Naukluft Park anschließt und bis zum Oranje reicht, dem Grenzfluss zu Südafrika.

Mit Ausnahme der Stadtbereiche der wenigen Ortschaften entlang der Küste genießt damit die gesamte Atlantikküste Nationalparkstatus, von Angola im Norden bis zur südafrikanischen Grenze im Süden. Hinzu kommen verschiedene weitere Nationalparks in anderen Teilen des Landes:

  • der relativ kleine, wegen seiner verkehrsgünstigen Lage aber vielbesuchte Waterberg Plateau National Park,
  • der gemeinsam mit Südafrika proklamierte grenzüberschreitende Ai-Ais Richtersveld Transfrontier National Park im Süden des Landes,
  • der Khaudum National Park im Osten der Kavango Region sowie
  • der Bwabwater National Park und die beiden kleineren Parks Mamili National Park und Mudumu National Park in der Zambezi Region (ehemals Caprivi).

Ein - zumindest auf dem Papier - interessantes neues Konzept ist "KAZA", die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area, ein grenzüberschreitender Nationalpark, der aus Teilen der Staatsgebiete von fünf Ländern besteht. Neben Namibia sind dies Angola, Botswana, Sambia und Simbabwe. Mit einer Fläche von 444,000 qkm ist das 2012 offiziell eröffnete KAZA-Gebiet nach dem Nordost-Grönland Nationalpark das zweitgrößte zusammenhängende Schutzgebiet weltweit.

Ökologische Probleme

Im Vergleich mit vielen anderen Ländern Afrikas sind die natürlichen und die durch den Menschen bedingten ökologischen Probleme Namibias (noch) relativ gering. Ein struktureller ökologischer Nachteil sind die meist geringen, vor allem aber unzuverlässigen Niederschläge (vgl. hierzu auch das Kapitel "Klima").

Die geringen Niederschläge sind der wesentliche natürliche Faktor, der das landwirtschaftliche Potenzial des Landes auf extensive Viehwirtschaft begrenzt. Ausnahmen bilden nur einige begrenzte niederschlagsreichere Regionen, etwa im sogenannten 'Mais-Dreieck' zwischen Tsumeb - Otavi - Grootfontein und im Caprivi. Hinzu kommen einige kleinere Flächen, die sich für künstliche Bewässerung eignen. Dazu zählen kleine Gebiete entlang der nördlichen und südlichen Grenzflüsse Namibias und am Hardap-Damm bei Mariental. Durch den geplanten Bau des Neckartaldamms westlich von Keetmanshoop im Süden des Landes werden in einigen Jahren weitere (begrenzte) Bewässerungsflächen hinzukommen (s. Übersichtskarte am Anfang der Unterseite "Wirtschaft & Entwicklung").

Trotz der eigentlich geringen Niederschläge Namibias, das ja allgemein als "trockenstes Land südlich der Sahara" gilt, kommt es in der Regenzeit (von Nov. / Dez. bis März/April) immer wieder zu extrem heftigen Niederschlägen, die dann im reliefarmen Norden des Landes in manchen Jahren weite Landstriche unter Wasser setzen und zu wochenlangen Überflutungen führen (s. Kap. "Klima"). Im Caprivi kommen zu den heftigen und saisonal konzentrierten Niederschlägen dann auch noch die Überflutungen der großen Flüsse (speziell des Sambesi) hinzu, wodurch beträchtliche Teile des Caprivi regelmäßig für Wochen oder sogar Monate überflutet werden.

Menschlich verursachte oder zumindest verstärkte ökologische Probleme bilden die Verbuschung großer Teile des Famlandes im nördlichen Zentral-Namibia (besonders im Gebiet zwischen Okahandja und Otjiwarongo). Ein alljährliches wiederkehrendes Problem sind die Buschbrände (sogenannte 'Veld Fires'), die teils natürlich entstehen (z.B. durch Blitzschlag), teils aber auch von Farmern gezielt zur Weideverbesserung und zur Bekämpfung der Verbuschung eingesetzt werden und dann manchmal außer Kontrolle geraten. So sind z.B. 2011 und auch 2012 große Flächen im Etosha-Nationalpark durch Veld Fires komplett abgebrannt.

Vor allem in den kommunalen Gebieten nördlich des Veterinärzauns kommt es gebietsweise auch zu Landdegradation als Folge von Überweidung und nachfolgender Erosion, wobei diese Phänomene jedoch, verglichen etwa mit Ländern wie Lesotho, Swasiland, Äthiopien, aber auch vielen Sahelländern, (noch) relativ gering ausgeprägt sind. Auf Grund des trockenen Klimas verfügt Namibia nur über relative geringe Waldflächen, diese liegen ausschließlich in den etwas niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und Nordosten des Landes. Illegale Entwaldung spielt in Namibia - verglichen mit anderen tropischen Ländern - eine (noch) relative untergeordnete Rolle. Anders als etwa in der Sahelzone, ist die Versorgung mit Brennholz in Namibia kein Problem. Es gibt weit mehr Busch, als dafür gebraucht wird. Etwas anders sieht es mit Stamm- und Bauholz aus. Der Mangel an Stammholz führt in den sowieso insgesamt nur geringen Waldflächen infolge illegaler Holzentnahme zu einer schleichenden Entwaldung.

Namibias großes Potenzial für alternative Energie (insbesondere Solar- und Windkraft) wird leider erst rudimentär genutzt, scheint in den letzen Jahren aber an Akzeptanz zu gewinnen.

Im Küstenbereich, speziell an der Westküste um Swakopmund, Walvis Bay und weiter nach Norden bis Henties Bay und Cape Cross, führt der zunehmende Tourismus zu einer immer stärkeren Belastung der extrem empfindlichen Wüstenökotope, besonders entlang des Strandes und der Nord-Süd verlaufenden Küstenstraße.

Weitere, nicht zu unterschätzende ökologische Risiken ergeben sich aus den bereits bestehenden Uranminen Rössing und Langer Heinrich (seit kurzem auch Trekkopje), vor allem aber aus dem zur Zeit stattfindenden massiven Ausbau des Urantagebaus durch mehrere weitere Uranminen. Details zu den Maßnahmen und möglichen Auswirkungen gibt ein umfassender Strategic Environmental Impact Assessment Report).

Auch der (immer mal wieder) diskutierte Bau einer großen Chemiefabrik nördlich von Swakopmund und der geplante Abbau von Off-shore Phosphat-Vorkommen bergen erhebliche potenzielle ökologische Risiken, sowohl für die Küstenregion und ihre Bewohner, aber auch für den Fischfang und die sensible Meeresökologie vor der namibischen Küste. Ein 2013 verhängtes Phosphat-Abbau-Moratorium ist im März 2015 ausgelaufen. Während das Ministry for Mines and Energy den Abbau befürwortet, versucht das Ministry of Fisheries den Abbau zu verhindern, da es negative Auswirkungen auf Küstengewässer und damit auf die Fischvorkommen befürchtet. Eine norwegische Firma arbeite zurzeit an einer umfassenden Studie zu den Gefahren und Risiken des Phosphatabbaus. Ein Hauptproblem ist dabei offenbar vor allem, dass geplant ist, ein neues Phosphatabbauverfahren einzusetzen, dass zuvor noch nirgends auf der Welt getestet wurde.

Im Oktober 2016 ist der Streit zwischen den Ministerien nun eskaliert. Laut Berichten in der Allgemeinen Zeitung und im The Namibian hat der Umweltkommissar des Minstry of Environment and Tourism ohne Rücksprache mit dem Fischereiministerium und entgegen erheblicher Bedenken von Umweltschutzexperten der Firma Namibia Marine Phosphate (NMP) ein sogenanntes Environmental Clearance Certificate ausgestellt, das zunächst drei Jahre gültig ist. Im Parlament kam es darauf hin zu einem Eklat. Das Fischereiministerium und auch verschiedene Oppositionsparteien halten die Erteilung des Clearance Certificates für unrechtmäßig. Inzwischen hat nun Präsident Hage Geingob eingeschaltet und die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Die Frage des Offshore Phosphat-Abbaus soll nun in einer Sondersitzung des Kabinetts Mitte November 2016 entschieden werden.

Beträchtliche zusätzliche ökologische Risiken könnten sich schon in naher Zukunft aus der Ausbeutung der von Off-shore-Ölvorkommen vor der namibischen Küste ergeben. Dort haben Probebohrungen Öl zwar inzwischen nachgewiesen, aber bisher wurden offenbar noch keine Vorkommen entdeckt, die ein Volumen haben, das kommerziellen Abbau wirtschaftlich lohnend machen würde. Sollten solche 'lohnenden' Vorkommen in der Zukunft entdeckt werden, wäre - neben der Küste selbst und den küstennahen Meeresgebieten - vor allem das 'Uran-Dreieck' zwischen Walvis Bay / Swakopmund, Henties Bay und Arandis von den (direkten und indirekten) Auswirkungen betroffen.

Sozialgeographische Grundlagen

Namibia hat mit seinen 2,104 Mio. Einwohnern (Census Juli 2011), verteilt auf eine Gesamtfläche von 824.292 qkm, eine aktuelle Einwohnerdichte von 2,55 E./qkm. Damit ist es nach der Mongolei das zweitdünnstbesiedelte Land der Erde (s. auch Bevölkerungskarte im Abschnitt "Namibia Karten"). Im Süden Namibias liegt die Bevölkerungsdichte auch heute noch weit unter 1 E./qkm.

So verteilen sich z.B. in der Karas Region gerade mal 76.000 Einwohner auf 161.324 qkm, dies entspricht einer Einwohnerdichte von 0,47 E./qkm! Die Karas-Region alleine umfasst dabei ein Gebiet, das so groß ist wie 45% der Fläche Deutschlands bzw. die Gesamtfläche der drei größten deutschen Bundesländer Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zusammen. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass 882.000 Namibier (knapp 42% der Bevölkerung) in den 38 größeren Städten bzw. Ortschaften Namibias leben, wird deutlich, dass die ländlichen Regionen Namibias in weiten Teilen des Landes auch heute noch fast menschenleer sind.

Laut letztem Census lebten 2011 von den 882.000 'städtischen' Namibiern alleine 526.000 (ca. 25% der Gesamtbevölkerung) in den fünf größten Städten Windhoek (322.500 E.), Rundu (61.900 E.), Walvis Bay (61.300 E.), Swakopmund (44,700 E.) und Oshakati (35.600 E.).  (Anmerkung: Windhoeks Bevölkerung dürfte bei einem Wachstum von drei bis vier Prozent pro Jahr seit dem 2011er Census um etwa weitere 50.000 Einwohner auf aktuell (Jan. 2016) ca. 375.000 Einwohner angewachsen sein und wird demnach voraussichtlich schon 2017/18 die 400.000er Schwelle überschreiten.

Alle anderen (als die oben erwähnten) Orte Namibias haben noch immer weniger als 30.000 Einwohner. Abgesehen von Windhoek und der Küstenregion um Walvis Bay / Swakopmund konzentriert sich die Bevölkerung Namibias vor allem in den sogenannten 'Four-O-Regions' Omusati, Oshana, Ohangwena, Oshikoto im Norden des Landes.

Auf Grund der anhaltenden Landflucht, vor allem aus dem Norden Nambias, lebt ein zunehmend wachsender Teil der Bevölkerung in sogenannten  'Informal Settlements' am Rande der Städte. Hierbei handelt es sich um ungeplante und i.d.R. ungenehmigte (häufig aber geduldete) Squattersiedlungen auf städtischem Grund und Boden, teils gänzlich ohne, teils mit rudimentärer Siedlungsinfrastruktur (Straßen, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung etc.).

In anderen Ländern werden vergleichbare Siedlungen als 'Slums' (Indien, Philippinen) oder 'Favelas' (Südamerika) bezeichnet. In Namibia unterscheidet man zwischen den sogenannten 'formellen' Wohngebieten ('formal settelments', geplant und mit 'normaler' Infrastruktur versehen) and diesen 'informellen' Siedlungen.

Allerdings gibt es zwischen den beiden Kategorien inzwischen zahlreiche Übergangsstadien. Je länger eine informelle Siedlung bereits besteht, umso stärker wurde sie i.d.R. (nachträglich) an die städtische Versorgungsinfrastruktur angeschlossen (s. auch "Alltag & Praktische Informationen", Teil "Wohnen und Versorgung"). Der Bevölkerungsanteil der informellen Stadteile an der Gesamtbevölkerung einer Stadt reicht dabei von fast null (z.B. Oranjemund) bis zu über 60% in einigen Städten im Norden Namibias.

Der letzte Census von 2011 zeigt, dass Namibias Bevölkerung in den letzten 10 Jahren nur um etwa 1,4% / Jahr gewachsen ist, ein für afrikanische Verhältnisse ausgesprochen niedriger Wert. Das relativ geringe Bevölkerungswachstum ist dabei vor allem auf die Auswirkungen von HIV/Aids zurückzuführen (Infektionsrate ca. 15 - 16% der Bevölkerung), die seit etwa Ende der 90er Jahre mit Verzögerung deutlich auf die Sterblichkeitsquote und damit auch die durchschnittliche Lebenserwartung durchschlagen.

Mit 2,104 Mio. ist die Bevölkerung Namibias heute 9,2 mal so hoch wie 1921 (221.910 E.), 4,8 mal höher als 1951 (439.080 E.) und etwas mehr als doppelt soch hoch wie 1981 (1.033.000 E.) (Alle Zahlen aus einem 'Preliminary Report' der National Planning Commission (NPC) zum Zensus 2011.)

Infolge der geringen und unzuverlässigen Niederschläge trägt die Landwirtschaft Namibias (überwiegend extensive Weidewirtschaft) nur relativ wenig zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei, stellt aber trotzdem einen Großteil der Arbeitsplätze.

Das Land verfügt über große Mengen wertvoller Bodenschätze, insbesondere Uran und Diamanten, aber auch Kupfer, Zink, Tungsten und anderen Mineralien. Die bedeutenden Uranvorkommen liegen im 'Urandreieck' an Namibias Westküste zwischen Walvis Bay im Süden, Henties Bay im Norden und Arandis im Osten. Die Diamantvorkommen liegen im Süden des Landes, insbesondere vor der Mündung des Oranje. Hinzu kommen hohe Fisch- und Viehbestände und eine gut ausgebaute, hochprofessionelle Tourismusindustrie. (Detaillierte Informationen zu den verschieden Wirtschaftsektoren siehe Sektion "Wirtschaft und Entwicklung"!)

Das Land hat ein für seine Größe und geringe Bevölkerungsdichte gut ausgebautes und unterhaltenes Straßennetz. Das Eisenbahnnetz (s. auch die Wirtschaftsgeographische Karte Namibias in Sektion "Wirtschaft und Entwicklung") besteht hingegen aus nur wenigen Hauptstrecken, die die Hauptstadt Windhoek mit Südafrika und dem Norden des Landes verbinden sowie mit dem Haupthafen Walvis Bay und den beiden Küstenstädten Swakopmund und Lüderitz. Der Bau einer neuen Strecke, die die Kohlevorkommen im Osten Botswanas über Gobabis an das namibische Eisenbahnnetz und damit an den Hafen Walvis Bay anbindet, wurde schon seit längerem diskutiert. Durch ein 2014 geschlossenes Abkommen zwischen Botswana und Namibia nahm das sogenannte Trans-Kalahari Railway Project inzwischen allmählich konkrete Formen an. 2015 wurde in Windhoek ein Koordinationsbüro eingerichtet, das die Projektplanung und die anschließende Bauphase (bis ca. 2019) steuern soll.

Landesimpressionen

Namibisches Bier - nach deutschem Reinheitsgebot gebraut - gilt als eines der besten Afrikas und ist ein wichtiges Exportprodukt. Die bekanntesten Marken sind Windhoek Lager und Tafel Lager. © T. Christiansen
Reklametafel für namibisches Bier am Hosea Kutako Flughafen Windhoek.

Die Faszination Namibias lässt sich nur schwer in Worte fassen. Für Europäer, die ja weit überwiegend in relativ dicht besiedelten Gebieten leben, liegt diese Faszination vor allem in der unglaublichen Weite und Leere des Landes mit seinen atemberaubend schönen Landschaften. Wenn man aus der hektischen Metropole Frankfurt mit seinem riesigen Flughafen kommend auf Windhoeks geradezu 'familiärem' Mini-Flughafen landet und dann über Kilometer an Farmland vorbei nach Windhoek fährt, kommt es einem sofort vor, als könne man plötzlich ganz anders 'durchatmen'.

Dieses Gefühl, auf einmal unendlich viel Platz  zu haben, steigert sich noch, wenn man aufs Land hinausfährt. Bereits einige Kilometer außerhalb der wenigen städtischen Zentren ist das Land fast menschenleer und es gibt weite Teile Namibias, in denen man praktisch von Horizont zu Horizont nicht das geringste Anzeichen menschlicher Besiedlung entdecken kann. Für Europäer ist es vor allem dieser "Luxus der Weite", die sie mit dem "Virus namibiensis" infiziert und immer wieder nach Namibia zurückkehren lässt.

Dieses völlig andere, weil weniger hektische Lebensgefühl und die faszinierenden Landschaften, Menschen, Tiere und Pflanzen können Fotos und Videos weit besser vermitteln als Text.

Das 'Dead Vlei', etwas abseits von der Hauptpfanne gelegen, ist weit spektakulärer und fotogener als das eigentliche Sossusvlei. Die abgestorbenen Bäume sind mehrere hundert Jahre alt.
Das 'Dead Vlei', eine abflusslose Endpfanne im Sossusvlei National Park.
Regenfälle sind in der Region Karibib (etwa auf halber Strecke zwischen Okahandja und Swakopmund) selten, dann aber oft sehr heftig.
Heftiger Regen nahe Karibib.
Geschnitzte Holztiere - hier auf dem Straßenmarkt in Swakopmund - sind ein beliebtes Touristensouvenir. Das Zentrum der namibischen Holzschnitzerei ist Okahandja, ca. 70 nördlich von Windhoek, mit den beiden größten Souvenirmärkten des Landes.
Kleine Holzelefanten auf dem Straßenmarkt in Swakopmund.
Mit der Produktion von Spielzeug aus Getränkedosen kann man sich ein paar Dollars verdienen. Manche der Spielzeugautos werden aus deutschen und namibischen Getränkedosen in Madagaskar produziert, nach Namibia exportiert und dort als Souvenir verkauft.
Blechspielzeug aus Getränkedosen auf dem Straßenmarkt in Windhoek.
Diese Käfer-Modellautos, einfallsreich und kunstvoll aus einfachem Draht gebogen, sind ein beliebtes Souvenir.  Im Gegensatz zu manch anderen Mitbringseln werden sie auch tatsächlich in Namibia hergestellt.
Käfer 'Made in Namibia' auf dem Straßenmarkt in Windhoek.
Die D 707, die „Traumstraße Namibias“ im Süden des Landes, läuft genau entlang der Grenze zwischen der Namib im Westen und den Tirasbergen im Osten. Das Gebiet gehört zu den landschaftlich schönsten Regionen Namibias.
Farmlandschaft an der D 707, der 'Traumstraße Namibias' im Süden des Landes. Die D 707 verläuft entlang der Grenze zwischen der Namib und den Tirasbergen.
Der karge Süden Namibias ist extrem dünn besiedelt. Für Europäer liegt die Faszination gerade in dieser Leere. Die einzigen Möglichkeiten, das Land wirtschaftlich zu nutzen, sind extensive Viehwirtschaft (vor allem Schafzucht) und der Tourismus.
'Auf Pad' im Süden Namibias.

Nationale Symbole

Namibias Flagge
Namibias Flagge

Flagge

Die drei Hauptfarben der namibischen Flagge sind blau, grün und rot. Das Blau steht für den (im trockenen Namibia sehr kostbaren) Regen, den Ozean, der das Land im Westen begrenzt und den fast immer blauen Himmel. Das Grün steht für Fruchtbarkeit und Vegetation. Die rote Farbe des Diagonalstreifens symbolisiert die Bevölkerung, ihre Entschlossenheit und ihr Heldentum im Freiheitskampf sowie eine Zukunft mit Chancengleicheit für alle. Der weiße Rand des roten Streifens symbolisiert Frieden und Harmonie und Einheit der namibischen Nation. Die gelbe Sonne schließlich versinnbildlicht die Lebens- und Schaffenskraft der noch jungen Nation Namibia, wobei jede Zacke der Sonne für eine der ethnischen Gruppen im Lande steht.

Staatwappen

Namibias Staatswappen
Namibias Staatswappen

Das Staatswappen greift - neben der Flagge im Zentrum des Schildes - Nationaltiere und die Nationalpflanze Nambias auf: Zwei Oryxantilopen rahmen das Schild ein, darüber schwebt der Nationalvogel Fischadler. Das Schild selbst ruht auf einer Welwitschia Mirabilis, der so merkwürdig aussehenden Nationalpflanze Namibias, die über 2000 Jahre alt werden kann. Die gelben Rauten symbolisieren die Diamantvorkommen im Lande, eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen Namibias. Das weiße Band unter der Welwitschia zeigt das Nationalmotto "Unity, Liberty, Justice" ("Einheit, Freiheit und Gerechtigkeit").

Nationalhymne

Die namibische Nationalhymne "Land of the Brave" wurde 1991 zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeit eingeführt. Sie wurde von dem namibischen Musiker Axali Doëseb komponiert.

Namibia Land of the Brave

Namibia land of the brave
Freedom fight we have won
Glory to their bravery
Whose blood waters our freedom
We give our love and loyalty
Together in unity
Contrasting beautiful Namibia
Namibia our country
Beloved land of savannahs
Hold high the banner of liberty

REFRAIN:
Namibia our country
Namibia motherland
We love thee.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2016 aktualisiert.

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Der Autor

Dr. Thomas Christiansen, Geograph, Akademischer Rat am Institut für Geographie der JLU Gießen. Langjährige EZ/TZ-Erfahrung in Afrika, Naher Osten, Süd- und Südostasien. Seit 2010 Länder-Experte für Namibia an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ). Arbeitet seit April 2014 als Integrierte Fachkraft (CIM) als Professor für Spatial Sciences and Technology an der Namibia University of Sciences and Technology in Windhoek.

Literaturhinweise

Literaturhinweise zu folgenden Themen:

Naturraum

Ökologische Probleme

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