Nationalpark Langtang-Tal © Lisa Melnikova
Währung
Nepalesische Rupie (NPR)
Wechselkurs
142 NPR pro € (01.2021)
Zeitzone
UTC +5.45
Landesvorwahl (Telefon)
+977
Klima (für Hauptstadt)
Monsunklima

Veränderte Einreiseregeln wegen COVID-19

Zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 werden ab dem 14. März keine Visa bei der Ankunft mehr ausgestellt. Visa müssen bei einer nepalesischen Auslandsvertretung beantragt werden. Bei der Einreise muss neben dem Visum ein maximal 7 Tage altes PCR-Zertifikat (Polymerase Kettenreaktion) über einen erfolgten Test vorliegen, das die Freiheit von Virusinfektionen bescheinigt. Zudem müssen sich alle Ausländer nach der Einreise einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.

Einreise über Grenzübergänge auf dem Landweg ist für Ausländer bis auf weiteres ausgesetzt. Die internationalen und nationalen Flugverbindungen wurden eingestellt. Für die Bergsteige-Expeditionen sind keine Genehmigungen mehr erhältlich; bereits erteilte Genehmigungen können nicht verwendet werden.

Zum Schutz vor einer Ansteckung mit COVID-19 ist am 24. März eine landesweite Ausgangssperre für eine Woche verhängt worden. Im April, Mai und Juni wurde die Ausgangssperre mehrmals verlängert.

Am 14. Juni hat die Regierung Nepals die Ausgangssperre gelockert. Die Regierungsinstitutionen haben mit reduzierter Kapazität ihre Arbeit wieder aufgenommen. Geschäfte sind zum Teil geöffnet. Nach den Lockerungen der Ausgangssperre stiegen die Infektionszahlen im Juni auf über die 500 Fälle pro Tag an. Dank der sich stabilisierenden Ansteckungszahlen im Juli wurde der strickte Lockdown am 21. Juli aufgehoben. Es gibt aber nach wie vor regionale Lockdowns.

In Nepal gibt es inzwischen über 260.000 Fälle von Coronainfektion. Nach den Steigerungen bis Juni waren die Zahlen im Juli rückläufig. Seit Anfang August bis Oktober waren die Zahlen wieder stark ansteigend mit bis zu über 5000 Fälle pro Tag. Seit November verlangsamte sich das Infektionsgeschehen. Die meisten Fälle wurden im Kathmandu-Tal und aus dem Flachland an der Grenze zu Indien gemeldet.

Nepal hatte die Öffnung für Touristen für den 17. August geplant. Wegen steigender Fallzahlen im August wurde dieser Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Die internationalen Flüge nach Kathmandu wurden ab 1. September wieder aufgenommen. Diese Flüge sollen vor allem Nepalis aus dem Ausland zurückführen, auch sind Diplomaten, Vertreter der UN und Hilfswerkmitarbeiter erlaubt.   

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Für die Einreise nach Nepal benötigt man einen Reisepass und ein Foto. Die Gebühr für ein 30 Tage gültiges Touristenvisum beträgt 40 USD, für 90 Tage 100 USD. Im Immigration Office in Kathmandu oder in Pokhara kann man das Visum verlängern lassen. Die maximale Aufenthaltsdauer mit dem Touristenvisum beträgt 150 Tage pro Jahr.

Momentan können Touristenvisa nicht an den Grenzübergangsstellen nach Nepal oder am Flughafen Kathmandu erteilt werden und sollen bei Auslandsvertretungen Nepals im Vorfeld beantragt werden.

Alltag

Alltag in Bhaktapur
Straßenhandel
In der Küche auf dem Land alle Bilder © Lisa Melnikova

Die amtliche nepalesische Zeitrechnung folgt dem nordindischen Kalender Bikram-Sambat (BS), der der internationalen Zeitrechnung 56 Jahre und 8 Monate voraus ist. Das Jahr beginnt Mitte April. Die Monate des Bikram-Sambat folgen dem Mondzyklus, die Daten sind gegenüber dem internationalen Kalender beweglich. Es existieren auch weitere Kalender, die bei bestimmten Bevölkerungsgruppen in Gebrauch sind, wie Newar-Sambat und tibetische Kalender. Einige Feste finden an bestimmten  Kalendertagen statt, bei vielen religiösen Festen bestimmen die Astrologen, wann sie gefeiert werden.

Das Geschäfts- und Büroleben beginnt um 10 Uhr. Banken schließen um 14 Uhr, Behörden zwischen 16 und 17 Uhr, Geschäfte um 20 Uhr oder später. Samstag ist Ruhetag.

Es gibt in Kathmandu keine deutsche Schule, jedoch eine britische, eine amerikanische und das Kathmandu International Study Center. Weitere internationale Schulen gibt es in Pokhara, Kavre und Biratnagar.  

Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Stromversorgung wurde landesweit der Strom täglich für mehrere Stunden abgeschaltet. Das galt besonders in der heißen Jahreszeit, wenn Klimaanlagen und Bewässerungspumpen zusätzlich Strom verbrauchten. Ein gezieltes Management der Stromverteilung, Kontrolle der Stromdiebe, Einsatz neuer sowie Aufstockung von alten Wasserkraftwerken bescherten Ende 2016 den Einwohnern von Kathmandu eine Stromversorgung rund um die Uhr. Mittlerweile werden das ganz Kathmandutal, Pokhara und Chitwan über die 24 Stunden des Tages mit Strom versorgt.

Die Stromspannung ist 220V/50 Hertz, flache Stecker passen oft. Man muss mit stärkeren Spannungsschwankungen und Stromausfällen rechnen. Ein Adapter sollte mitgeführt werden.

Stadtplan von Kathmandu mit Zoomfunktion

Geld

Die Landeswährung ist die Nepalesische Rupie (NPR). 100 Paisa bilden eine Rupie. Banknoten gibt es im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Rupie.

In den meisten Banken und internationalen Hotels werden die gängigen Kreditkarten akzeptiert. Die Geldautomaten im Kathmandu-Tal und in Pokhara akzeptieren EC-Karten und Keditkarten von Visa und Mastercard.

Geld sollte ausschließlich bei autorisierten Stellen (Banken, Hotels und lizensierten Wechselstuben) gewechselt werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme von ausreichend Bargeld, da Kreditkarten nicht überall akzeptiert werden.

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist verboten. Die Einfuhr von Fremdwährungen ist ab einem Betrag im Gegenwert von 2.000 US$ deklarationspflichtig. Die Ausfuhr von Fremdwährungen ist bis in Höhe der bei der Einreise deklarierten Beträge, abzüglich der Umtauschbeträge, gestattet.

Reisen und Transport

Sammeltaxi in Kathmandu
Reifenpanne
Velorikscha vs. Taxi
Unterwegs in den Bergen © Lisa Melnikova

Die staatliche Fluggesellschaft Nepal Airlines und mehrere Privatgesellschaften bieten Inlandsflüge an. Ganzjährig werden angeflogen: in Zentral-Nepal Baglung, Bharatpur, Gorkha, Janapur, Jomson, Pokhara, Rumjatar, Bhairawa; in West-Nepal Dang, Jumla, Rukumkot, Surkhet, Silgarhi; und in Ost-Nepal Bhadrapur, Biratnagar, Lamidanda, Rajbiraj, Taplejung, Tumlingtar. In der Trekkingsaison gibt es zusätzlich Charterflüge nach Jumla, Humde, Jomson u.a. Bei Trekkingflügen ist zu beachten, dass die Maschinen sehr klein sind und maximal 10 kg Gepäck erlaubt sind. Man sollte eine Woche im Voraus buchen und kurz vor der Abreise das Ticket bestätigen lassen, um zu vermeiden, dass man wegen Überbuchung von der Passagierliste gestrichen wird.

Der Tribhuvan International Airport (KTM) in Kathmandu ist der einzige internationale Flughafen des Landes. Internationale Flüge nach Indien, China, in die Golfstaaten und andere Ländern Asiens werden von Nepal Airlines, Himalaya Airlines und Buddha Air angeboten. Die Flugsicherheit von nepalesischen Fluggesellschaften entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards: Allen nepalesischen Fluggesellschaften wurde der Betrieb im europäischen Luftraum untersagt.

Die Busfahrten sind sehr günstig. Die Busse fahren aber sehr langsam, der Straßenzustand ist schlecht. Für die Strecke von Kathmandu nach Pokhara braucht man ungefähr 8-10 Stunden. Nächtliche Überlandfahrten mit dem Bus sollten wegen des hohen Unfallrisikos vermieden werden. Es herrscht Linksverkehr.

In der Region Kathmandu, einschließlich der Nachbarstädte Patan und Bhaktapur, verkehren Linienbusse. Ein häufig verkehrender Oberleitungsbus befährt die 11 km lange Strecke zwischen Kathmandu und Bhaktapur. Private Minibusse verbinden die nahe gelegenen Dörfer mit der Hauptstrecke.
In Kathmandu findet man zahlreiche Taxis mit Taxameter, die während der Nachtstunden 50 % Zuschlag verlangen. Private Taxis sind teurer, vor Fahrtantritt sollte der Fahrpreis vereinbart werden. Fahrräder und Motorräder kann man von Fahrradgeschäften stunden- oder tageweise mieten. Der Internationale Führerschein ist in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein bis zu 15 Tage gültig, danach ist ein nepalesischer Führerschein erforderlich. 

Während der Monsunzeit (Juni bis September) können Erdrutsche und Überschwemmungen den Straßenverkehr behindern. Verkehrsunfälle sind zahlreich und werden häufig durch Überlandbusse verursacht. Während der zahlreichen Generalstreiks ruht der Verkehr von morgens bis abends. Der Flugverkehr ist von den Bandhs in aller Regel nicht betroffen. Sofern es die Sicherheitslage zulässt, bemüht sich das Nepal Tourism Board Shuttle-Busse zum Flughafen zu betreiben.

Die Trekkingsaison dauert von September bis Mai, am besten sind die Bedingungen jedoch von Oktober bis Dezember und von März bis April. Das Angebot an Touren unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades ist groß. Zahlreiche offizielle Trekkingagenturen in Kathmandu organisieren Touren einschließlich Führer, Träger, Koch, Verpflegung, Zelte, Schlafsäcke, Karten, Erlaubnisscheine und Versicherung. Seit Juli 1999 ist für die allgemeinen, vom Department of Immigration gekennzeichneten Trekkinggebiete, wie zum Beispiel Everest, Annapura oder Langtang, keine Trekkingerlaubnis mehr erforderlich. Für alle anderen Gebiete muss vom Department of Immigration, New Baneshwar, Kathmandu (Tel: (01) 49 42 73, 49 43 37) eine entsprechende Erlaubnis eingeholt werden. Für Touren in die Nationalparks und die Annapurna-Naturschutzzone werden Gebühren erhoben.

Sicherheit

Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit kommt es in ganz Nepal immer wieder zu Überschwemmungen (insbesondere im Grenzgebiet zu Indien) und Erdrutschen.

Straßenblockaden und Generalstreiks („Bandh“) werden meist kurzfristig angekündigt. Sie sind oft von zusätzlichen Spannungen, Unruhen, Behinderungen und Verspätungen im Straßen- und Flugverkehr begleitet. Mitunter vermögen sie das ganze Land lahmzulegen. Im Terai können lokale Unruhen auftreten, Blockaden und unbefristete Streiks sind häufig. Aufgrund der politischen Instabilität und der Unzuverlässigkeit des Rechtssystems steigen Gewaltbereitschaft und Kriminalität im ganzen Land. Seit Juli 2015 gab es eine Reihe von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Streikenden (vor allem in den zentralen und östlichen Distrikten des Terai).

Nepal liegt mitten in einer der aktivsten Erdbebengebiete der Welt. Es wird empfohlen, sich vor Anreise sich mit den Verhaltensregeln bei einem Erdbeben vertraut zu machen. 

Das Auswärtige Amt empfiehlt den deutschen Staatsangehörigen sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Gesund bleiben

Schutzimpfungen sind für Nepal nicht vorgeschrieben. Die Impfungen gegen Polio, Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A werden vom Centrum für Reisemedizin empfohlen. Bei den Aufenthalten in Südnepal ist eine Malariaprophylaxe notwendig.

Während und nach der Regenzeit steigt die Gefahr von Cholera und Dengue Fiber Erkrankungen. Seit den ersten Krankheitfällen im Mai 2019 hat sich Denguer Fiber Infektion in Nepal stark ausgebreitet. Im September 2019 waren 56 Distrikte von dem Dengue-Ausbruch betroffen, darunter auch Bergdistrikte wie Manang (im Annapurna Conservation Area). Die Gebiete Sindhupalchowk, Sunsari, Chitwan und Dotiund haben mehrere Todesfälle aufgrund von Dengue-Fieber registriert. 

Die hygienischen Bedingungen sind mangelhaft. Das Risiko von Durchfallerkrankungen ist sehr hoch. Man sollte auf abgekochtes Wasser achten und rohe Salate, Eis und Eiswürfel meiden.  

Die ärztliche Versorgung ist nur in Kathmandu auf einem hohen medizinischen Niveau. Neben einem ausreichenden Auslandskrankenschutz ist eine zuverlässige Reiserückholversicherung empfehlenswert.

Telekommunikation, Internet, Post

Postkasten in Kathmandu © Lisa Melnikova

Es gibt in allen größeren Ortschaften und touristisch besuchten Gebieten Internetcafés, die teilweise gute Verbindungsgeschwindigkeiten haben. Vor allem in Kathmandu verfügen viele Internetcafés über Breitband-Anschluss und auch Telefonieren über das Internet ist möglich.

In Nepal gibt es vier Mobilfunkbetreiber: Nepal Telecommunications Corporation (GSM 900/UMTS2100), Nepal Satellite Telecom (GSM 900/1800), Smart Telecom (GSM 900) und NCell Private Ltd. (GSM 900/1800). Der Netzempfang begrenzt sich bei allen, außer Nepal Telecommunications Corporation, lediglich auf die größeren Städte. Mit einer Reisepasskopie kann man nepalesische SIM-Karten kaufen.

Postämter gibt es in den meisten Ortschaften.

Nützliche Adressen

Nepalesische Botschaft
Guerickestrasse 27
10587 Berlin-Charlottenburg
Tel. (030) 34 35 99 -20,-21,-22

Deutsche Botschaft in Kathmandu
Gyaneshwar Marga 690, P.O.Box 226
Kathmandu, Nepal
Tel. (+977-1) 441 27 86, 441 65 27, 441 66 55, 441 68 32

Immigration Office
Maitighar, Kathmandu, Nepal

Nepal Tourism Board (NTB)
Bhrikuti Mandap, P.O.Box 11018, Kathmandu
Tel. (+977-1) 4256909

Deutsch-Nepalische Gesellschaft e. V. (DNG)
Hohenzollernring 26
50672 Köln
Tel. (0221) 2338380

Das Länderinformationsportal

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Das Länderinformationsportal

Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2021 aktualisiert.

Über die Autorin

Lisa Melnikova

M.A., geb. 1982

ist Ethnologin und interkulturelle Trainerin.

Sie arbeitet seit 2006 in der Entwicklungszusammenarbeit. Für die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ GmbH ist sie tätig als Trainerin in der Landesanalyse, Lernberatung und war Regionaltutorin für die Regionen Asien und Osteuropa.

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