Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Das umstrittene Mega-Kanalprojekt von 2013 sollte neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es wird überhaupt nicht zustandekommen.

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Opposition total zerstritten. Gleich zwei Hurrikane verwüsten den Nordosten des Landes.

Die NATIONALE KOALITION, die im Februar dieses Jahres gegründet wurde und alle oppositionellen Parteien und Bewegungen vereinen sollte, ist zerbrochen. Nach monatelangen Streitigkeiten ist das keine Überraschung, hat aber erhebliche Konsequenzen. Eine gemeinsame Kandidatur bei den nationalen Wahlen 2021 ist damit unwahrscheinlich geworden, und die Chancen von Präsident Daniel Ortega für eine Wiederwahl haben sich verbessert.

Der Hurrikan ETA traf am 3. November auf die Karibikküste bei Bilwi (Puerto Cabezas) und richtete schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, bevor er nach Honduras und Guatemala weiterzog. Mitten in die Aufräumarbeiten platzte ein zweiter Regensturm namens IOTA am 16. November, der noch schlimmer wütete. Die CORONA-Krise erschüttert weiterhin das Land. Sie wurde von den Hurrikanen aus den Schlagzeilen verdrängt. Experten fürchten aber die Kombination beider Ereignisse, da die Notsituation die Ausbreitung der Pandemie weiter begünstigen kann.

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Autor

Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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Rolf Sackenheim
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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