Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Ein umstrittenes Mega-Kanalprojekt sollte jetzt neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es scheint überhaupt nicht mehr zustande zu kommen.

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Massive Proteste gegen die Regierung Ortega seit dem 19. April

Ein Streit um die Reform der Sozialversicherung INSS hat am 19. April eine landesweite Welle von Protestaktionen und Großkundgebungen ausgelöst, die das Land seit über zwei Monaten weitgehend lahmgelegt haben. Die Auseinandersetzungen haben bisher 212 Todesofer gefordert (Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, Stand 22.Juni). Durchgängig wird der Rücktritt des Präsidentenehepaars und die Rückkehr zur Demokratie gefordert. Auf Initiative der Kirche ist am 16. Mai ein "nationaler Dialog" zusammengetreten, der aber wegen unvereinbarer Gegensätze immer wieder unterbrochen werden muss. Eine politische Lösung der äußerst angespannten Lage ist nicht in Sicht. mehr

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Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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