Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Ein umstrittenes Mega-Kanalprojekt sollte jetzt neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es scheint überhaupt nicht mehr zustande zu kommen.

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Opposition bildet "Nationale Koalition". Regierung wegen Corona-Krise unter Druck

Anfang dieses Jahres rief die Opposition in Gestalt der Alianza Cívica und der Unidad Azul y Blanco zur Bildung einer "Nationalen Koalition" auf. Das neue Wahlbündnis wurde am 25. Februar 2020 aus der Taufe gehoben, hat sich aber bisher weder durch politische Initiativen noch durch programmatische Klarheit profilieren können. Mit dem Ausbruch der Corona-Krise gerät die Regierung Ortega immer weiter in die Kritik. Opposition und Wirtschaftsverbände werfen ihr vor, das Übergreifen der Pandemie und die gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft weder ernstzunehmen noch kontrollieren zu können. Nicaragua bietet das Bild eines aufgewühlten Landes, in dem ganz unterschiedliche Spekulationen über die politischen Perspektiven kursieren: Einige meinen, dass das Versagen der Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie ihren Sturz beschleunigen wird. Andere erwarten, dass Präsident Ortega die Ausnahmesituation dazu ausnutzen kann, die nächsten Wahlen zu verschieben und um so länger im Amt zu bleiben. mehr

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Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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