Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Ein umstrittenes Mega-Kanalprojekt sollte jetzt neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es scheint überhaupt nicht mehr zustande zu kommen.

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Dialog Regierung-Opposition liegt auf Eis. Wirtschaftskrise immer heftiger.

Ein Streit um die Reform der Sozialversicherung INSS hat am 18. April 2018 eine landesweite Welle von Protestaktionen und Großkundgebungen gegen die Regierung Ortega ausgelöst. Seit Juli 2018 konnte Ortega seine Position wieder festigen, sah sich aber mit internationalen Sanktionen und der schweren Wirtschaftskrise im Land konfrontiert. Am 21. Februar 2019 bot er der Opposition überraschend an, den 2018 gescheiterten Dialog wieder aufzunehmen. Eine erste Vereinbarung über die Freilassung aller politischen Gefangenen (nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 700 Personen) und die Wiederherstellung der Bürgerrechte und politischen Freiheiten wurde erzielt. Inzwischen hat sich die Opposition mit der Begründung von den Verhandlungen zurückgezogen, dass die Regierung ihre Zusagen nicht eingelöst hat. Die Unzufriedenheit im Land nimmt weiter zu, und die Folgen der Wirtschaftskrise werden immer bedrohlicher. Aber Ortega konnte die heftigen Protestaktionen der Osterzeit im Keim ersticken und ist mehr denn je davon entfernt, abzutreten und Neuwahlen zuzulassen. mehr

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Autor

Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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