Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Ein umstrittenes Mega-Kanalprojekt sollte jetzt neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es scheint überhaupt nicht mehr zustande zu kommen.

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Opposition bildet "Nationale Koalition".

Die Reform der Sozialversicherung INSS hat am 18. April 2018 eine Welle von Protestaktionen und Großkundgebungen ausgelöst, die die Regierung Ortega ins Wanken brachte. Seit Juli 2018 konnte Ortega seine Position wieder festigen, sieht sich aber bis heute mit internationalen Sanktionen und einer schweren Wirtschaftskrise im Land konfrontiert. Zwei Anläufe zu einem Dialog zwischen Regierung und Opposition (2018 und 2019) endeten ohne Ergebnis. Die Opposition in Gestalt der Alianza Cívica und der Unidad Azul y Blanco hat zur Bildung einer Nationalen Koalition aufgerufen. Das neue Wahlbündnis wurde am 25. Februar 2020 aus der Taufe gehoben, hat aber bisher weder durch politische Initiativen noch durch programmatische Klarheit überzeugen können. Mit dem Ausbruch der Corona-Krise ist die Regierung Ortega im März massiv in die Kritik geraten. Opposition und Wirtschaftsverbände werfen ihr vor, das Übergreifen der Pandemie und die gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft weder ernstzunehmen noch kontrollieren zu können. mehr

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Autor

Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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