Nicaragua sieht sich traditionell in einer geografischen Schlüsselposition. Tatsächlich verlor es aber im 20. Jahrhundert den Kanal an Panama und blieb wirtschaftlich immer weiter zurück. Ein umstrittenes Mega-Kanalprojekt sollte jetzt neue Auswege aus der Armut eröffnen, aber es scheint überhaupt nicht mehr zustande zu kommen.

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Massive Proteste gegen die Regierung Ortega seit dem 18. April

Ein Streit um die Reform der Sozialversicherung INSS hat am 18. April 2018 eine landesweite Welle von Protestaktionen und Großkundgebungen ausgelöst, die das Land über drei Monate weitgehend lahmgelegt haben. Der Protest wurde von einer breiten zivilen Opposition getragen, die den Rücktritt des Präsidentenehepaars, die Rückkehr zur Demokratie und die unabhängige Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen forderte. Die Auseinandersetzungen haben bisher 322 Todesopfer gefordert (Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, Stand 20. August), und seit Juli hat sich die staatliche Repression weiter verschärft. Auf Initiative der Kirche ist am 16. Mai ein "nationaler Dialog" zusammengetreten, der aber schon seit Juni unterbrochen ist. Ortega hat inzwischen seine Position wieder gefestigt und wird kaum zum Dialog zurückkehren. Er hat seinen Rücktritt und vorzeitige Neuwahlen immer wieder ausgeschlossen. Eine politische Lösung der weiterhin sehr angespannten Lage ist darum nicht in Sicht. mehr

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Autor

Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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