Das Dorf El Socorro. Gemälde von Mario Marín (1981)
Offizieller Name
Republik Nicaragua
Fläche
130.373 km²
Einwohner
6,53 Mio. (2019)
Bevölkerungswachstum
1,3% pro Jahr (S 2018)
Regierungssitz
Managua
Amtssprache
Spanisch
Regionalsprachen
Miskito, Creole (Kriol), Mayangna (Sumu)

Karten

Übersichtskarte Nicaragua, bereitgestellt von Hartford Web Publishing <hartford-hwp.com>

Nicaragua liegt auf der interkontinentalen Landbrücke zwischen den Nachbarn Honduras und Costa Rica (Regionalkarte). Das Land ist in 15 Provinzen ("Departamentos") und zwei autonome Regionen aufgeteilt (Karte mit den Provinzgrenzen). Über Google ist ein Satellitenbild mit Zoom erreichbar. Die Bibliothek der Universität von Texas bietet eine reiche Auswahl von Reliefkarten, Stadtplänen und thematischen Darstellungen.

Lage und Größe

Nicaragua ist das größte Land Zentralamerikas. 6,5 Millionen Menschen wohnen auf einer Fläche von knapp 130.000 km². Damit ist das Land etwa so groß wie Griechenland oder anderthalb mal so groß wie Österreich. Seine geographische Lage zeigt eine wichtige Besonderheit: Es liegt zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Pazifik, und es nimmt das Zentrum der schmalen Kontinentalbrücke zwischen Nord- und Südamerika ein. Im Norden grenzt es an Honduras und im Süden an Costa Rica. Es wird auch „tierra de lagos y volcanes“ genannt, denn 9.200 km² seiner Fläche sind Binnengewässer. Der Nicaragua-See (Cocibolca) ist der zehntgrößte Süßwassersee der Welt und mit Abstand der größte Mittelamerikas. Das Zentrum wird von einer Vulkankette durchzogen und ist stark erdbebengefährdet. Der längste Fluss ist mit 780 km der Río Coco, Grenzfluss zu Honduras.

In vergangenen Zeiten galt Nicaragua als aussichtsreichste Route für den Kanalbau vom Atlantik zum Pazifik. Tatsächlich wäre es vergleichsweise einfach gewesen, den Kanal durch den Río San Juan und den Nicaragua-See zu führen. Als sich die USA 1903 aus rein politischen Gründen für die Alternative Panama entschied, verwandelte sich dieses Projekt in einen Traum, der nie verwirklicht wurde. Doch die Nicaraguaner glauben immer noch an eine geopolitisch zentrale Lage ihres Landes, obwohl die großen Verkehrsströme seit langem daran vorbeiführen und noch nicht einmal eine Eisenbahn- oder Straßenverbindung zwischen beiden Ozeanen existiert. Seit 2012 verfolgte die Regierung Ortega ein ehrgeiziges Mega-Kanalprojekt, das an den nationalen Traum anknüpfen und Nicaragua endlich weltpolitische Bedeutung geben sollte. Es ist nun endgültig gescheitert (s. Themenfeld GESCHICHTE UND STAAT-Regierung und Politik-Das Kanalprojekt).

Grunddaten

Grundlegende Informationen finden Sie auf den Nicaragua-Seiten des Auswärtigen Amtes und im Länderprofil der Weltbank. Weitere aktuelle Daten bietet das World Factbook des CIA. Ausführliche, umfassende Statistiken zu Wirtschaft und Gesellschaft sind der Länderseite Nicaragua im Weltdatenatlas von Knoema zu entnehmen. Einige Kapitel der ausführlichen Länderstudie der US-Regierung von 1993 sind immer noch lesenswert. Eine ansprechende Seite ist das Nicaraguaportal.

Der Bericht Nicaragua en Cifras (2019) wird jährlich von der Zentralbank zusammengestellt und enthält offizielle Zahlen. Vom nationalen Institut INIDE liegt das Statistische Jahrbuch 2017 vor. Die Übersicht Estadísticas de Centroamérica (2018), die in Costa Rica von der renommierten Forschergruppe "Estado de la Nación" erarbeitet wird, enthält eine Fülle von Daten zur nachhaltigen sozialen Entwicklung der sieben Länder Zentralamerikas und ermöglicht damit den regionalen Vergleich. Diesen Werken sind hier viele Zahlenangaben entnommen. Die aktuellen Bevölkerungszahlen der Städte und Departamentos stehen bei Citypopulation.

Impressionen

Nicaragua hat seine Besucher immer fasziniert, vor allem durch den natürlichen Charme seiner Bewohner und die außerordentliche Schönheit der Landschaft. Beeindruckend ist das Kunsthandwerk, das man z.B. auf dem Markt von Masaya kaufen kann. Bunte, intensive Farben, Holz oder Ton sind die bevorzugten Materialien. Typische Alltagsgegenstände angewandter Kunstfertigkeit sind Hängematten - das Produktionszentrum liegt im Indianerviertel Monimbó von Masaya - und die obligatorischen Schaukelstühle, die in keinem Haus fehlen dürfen.

Straße in Bonanza. © WÜ

Bekannt ist Nicaragua auch durch seine naive Malerei, die politischen Wandgemälde (murales), seine Marimba- und Chichero-Musik und die vielen, ans Herz gehenden Liebes- oder Revolutionslieder nicaraguanischer Liedermacher. Mit Rubén Darío und Ernesto Cardenal hat Nicaragua zwei der ganz großen Dichter spanischer Sprache hervorgebracht.

Wie wollen Sie sich auf die Beschäftigung mit diesem Land einstimmen? Sie können sich Bilder von den schönen Erzeugnissen des einheimischen Kunsthandwerks anschauen, sich in Gedichte von Gioconda Belli vertiefen oder sich das lesenswerte Reisebuch "Unterwegs in Nicaragua. Im Schatten der Vulkane" von Doris Klinnert besorgen. Eine deutsche Schülerin, die für einen Freiwilligendienst in Catarina (bei Masaya) gearbeitet hat, hat ihre Erlebnisse frisch und unverblümt aufgeschrieben.

Playa del Coco bei San Juan del Sur. © WÜ

Naturraum

Nicaragua ist geographisch in drei Regionen gegliedert, die ungefähr in nord-südlicher Richtung verlaufen: die Pazifikregion, das zentrale Bergland und die Atlantikregion. Detaillierte Angaben zum Territorium und zur Reliefstruktur finden sich im Statistischen Jahrbuch 2015.

Das Zentrum des Landes mit seinen fruchtbaren Böden und der größten Bevölkerungsdichte befindet sich auf der Pazifikseite. Hier verlaufen die zentralen Verkehrsströme, und hier liegen auch die Hauptstadt Managua, die traditionell wichtigen Städte León, Masaya, Granada und Rivas sowie der Hafen Corinto. Die Region wird dominiert von einer Kette eindrucksvoller Vulkankegel mit insgesamt 25 Kratern, von denen einige bis heute bedrohlich aktiv sind.

Nach Osten schließt sich das zentrale Bergland an, dessen Gipfel sich an der Grenze zu Honduras bis zu einer Höhe von 2.107 m (Mogotón) erheben und nach Süden hin schrittweise abflachen. Wichtige Agrarzentren für die Kaffee- und Nahrungsmittelproduktion sind hier die Städte Matagalpa, Jinotega und Estelí.

Jenseits der Wasserscheide beginnt schon die Atlantikregion, durch die alle großen Flüsse des Landes fließen, bevor sie in das karibische Meer münden. Dieser große Landesteil, der von Wäldern, Savannen und Sümpfen bedeckt wird, ist dünn besiedelt und wenig erschlossen. Wichtige Siedlungen sind hier das Bergbauzentrum um Bonanza und die Hafenorte Bluefields und Puerto Cabezas (Bilwi).

Klima

Das Klima ist tropisch mit zwei Jahreszeiten, der Regenzeit (Mai bis Oktober) und der Trockenzeit (November bis April). Die Temperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 25 bis 35 Grad Celsius. Die heißesten Monate sind der März und April; dann ist das Land auf der Pazifikseite staubig und ausgedörrt, und die Hitze in den Städten wird schwer erträglich. Wer kann, fährt in der Karwoche (Semana Santa) an den Strand. Anfang Mai bringt der Beginn der Regenzeit dann die ersehnte Erleichterung.

Je nach geographischer Lage und Meereshöhe variiert das Klima im Land. Im zentralen Bergland herrschen mildere Temperaturen, und die üppige Vegetation übersteht die Trockenzeit leichter als am Pazifik. Die Atlantikregion ist überwiegend dauerfeucht: Hier ist auch in der Trockenzeit mit Regenschauern zu rechnen, und die Niederschlagsmengen in Bluefields und San Juan del Norte erreichen mit 4-5.000 mm einsame Rekordwerte.

Ökologische Risiken

Immer wieder ist Nicaragua der Schauplatz von Naturkatastrophen. Die Zerstörungen des verheerenden Erdbebens von 1972 sind noch heute in Managua sichtbar. Da ein Teil der Stadt direkt über einer Erdbebenspalte liegt, war lange nicht klar, ob das zerstörte Stadtzentrum überhaupt wieder aufgebaut werden konnte. Der argentinische Geologe José Viramonte erklärte im April 2010 vor der Akademie für Geographie und Geschichte von Nicaragua, dass Managua im Zentrum eines hochexplosiven vulkanischen Gebietes liege. Die Lagunen könnten explodieren und die Hauptstadt in Minuten unter Wasserfluten und heißen Lavaströmen begraben. Die Ausbrüche von 1932 und 1972 könnten sich jederzeit wiederholen, man wisse nur nicht wann. "Ich sage das nicht, um zu alarmieren, aber wir müssen doch den Gefahren ins Auge sehen, die auf uns lauern," sagte der Geologe. Das Bewusstsein, dass sich jeden Moment die Erde auftun und uns verschlingen kann, gehört zu einem Lebensgefühl in Nicaragua, an das sich Ausländer erst vorsichtig gewöhnen müssen.

Das ganze Land ist hochgradig durch Erdbeben und Vulkanausbrüche gefährdet. Das staatliche Institut INETER hält eine aktuelle Karte mit den seismischen Aktivitäten der letzten 10 Tage bereit. Im Mai 2015 wurde der Ausbruch des Vulkans Telica von Touristen beobachtet und gefilmt. Anfang Dezember 2015 ist der Vulkan Momotombo (der schöne Bergkegel ist von überall in Managua gut zu sehen) aus seiner relativen Ruhe seit 1905 erwacht. Seine Rauchfahne erhebt sich 8 km hoch, und örtlich gibt es Aschenregen. INETER spricht von "viel Energie" im Berg, sieht aber zunächst nur "leichte und mäßige" Ausbrüche vorher.

Im August 2016 hat der Dokumentarfilmer Sam Cossman von "National Geographic" eine spektakuläre Erkundung des Vulkans Masaya durchgeführt. Von seinem Abstieg in den Krater kann man eindrucksvolle Bilder aufrufen. Cossmann und sein Team haben bei ihrer Expedition auch ein System von drahtlosen Sensoren installiert, das die Vorhersage von zukünftigen Ausbrüchen ermöglichen soll. In seiner Ausgabe vom Mai 2019 veröffentlichte "National Geographic" die Reportage Exploring the Volcanoes of Nicaragua

Vulkan Concepción auf der Insel Ometepe © Adalberto Hernández Vega, originally posted to Flickr as Volcán Concepción-Isla

Hier müssen auch die Hurrikane (tropische Regenstürme) erwähnt werden, deren Intensität in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. Der Hurrikan Mitch wütete im Jahre 1998 in Zentralamerika; Nicaragua hatte mindestens 4000 Todesopfer und einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar zu beklagen. Im September 2007 kam eine neue Katastrophe in Gestalt des Hurrikans Felix, der gewaltige Zerstörungen an der Atlantikküste anrichtete. Anfang November 2020 erreichte der Tropensturm "Eta" die Karibikküste bei Puerto Cabezas und zerstörte viele Miskito-Dörfer und die Verkehrsverbindungen der Region (s.a. Themenfeld GESCHICHTE und STAAT-Regierung und Politik-Coronakrise und Hurrikan ETA). Nach dem Global Climate Risk Index 2019 (German Watch) zählt Nicaragua zu den 10 Ländern, die weltweit am meisten vom Klimawandel gefährdet sind (Bewertung des Schadens 1997-2018). Nach Puerto Rico, Honduras, Myanmar, Haiti und den Philippinen landete es dabei auf Platz 6.

Eine weitere Gefährdung, die als Folge von Erdbeben, Hurrikanen und Vulkanausbrüchen auftreten kann, sind Erdrutsche (deslizamientos). Aktuelle Informationen bei INETER. Auf diesem Gebiet ist in den letzten zehn Jahren gearbeitet worden, um eine Risikoabschätzung und Krisenvorsorge an den gefährdeten Stellen zu ermöglichen.

Es ist nicht besonders erstaunlich, dass die Katastrophen immer auch ein wichtiges Thema in der Politik sind. So gab es nach dem Hurrikan Mitch massive Kritik an der Korruption und Unfähigkeit der damaligen Regierung Alemán. Die Chance, mit der Katastrophenhilfe aus dem Ausland (immerhin 1,5 Mrd. US-Dollar für Nicaragua) die sozialen Ursachen der Umweltzerstörung zu bekämpfen, wurde nicht genutzt. Auch im Falle des Hurrikans "Eta", der am 4. November 2020 über Nicaragua hereinbrach, wird schon laut Kritik am Krisenmanagment der Regierung geäußert. Die Konsequenzen der Krisengefährdung Nicaraguas sind aber langfristig und weitreichend. Jede ernsthafte Prognose über die zukünftige Entwicklung des Landes muss das hohe Risiko von Naturkatastrophen berücksichtigen.

Die Hauptstadt Managua

Wer das erste Mal nach Managua kommt, verliert schnell jede Orientierung. Managua ist vielleicht die einzige Hauptstadt der Welt, die kein Zentrum besitzt. Die Stadt hatte niemals eine schöne Bebauung wie die Kolonialstädte Granada und León. Was sich am Anfang des 20. Jahrhunderts an städtischem Flair entwickelt hatte, ging 1972 im großen Erdbeben unter. Da das Zentrum nie richtig wieder aufgebaut wurde, kann es dem Besucher noch heute passieren, dass er mitten in der Stadt auf Trümmergrundstücken steht und zwischen improvisierten Behausungen die Kühe grasen sieht. In den letzten zwanzig Jahren hat sich an der Carretera Masaya ein neues Zentrum gebildet, aber das ist eine kommerzielle Geisterstadt mit Shopping Malls und Luxusrestaurants, die mit der sozialen Wirklichkeit des Landes wenig zu tun hat. Die Frage "Wo liegt die Seele der Stadt?" wird immer wieder neu gestellt. Schöne Bilder und Beschreibungen hat das Nicaraguaportal.

Ein Stadtplan ist nur schwer zu bekommen, und wirklich helfen tut er auch nicht. Die Straßen haben in Wirklichkeit andere Namen als auf dem Plan, oder sie besitzen gar keine. Adressen muss man nach einem abenteuerlichen Orientierungssystem suchen, und Hausnummern sind unbekannt. Das Außenministerium hat z.B. die Adresse: del cine González 1 cuadra al Sur. Das bedeutet, wenn man am Kino „González“ ist, muss man sich 100 m (einen Block) in Richtung Süden bewegen um hinzugelangen. Aber wo ist das Kino „González“? Das weiß man eben, und wenn nicht, kann man sich durchfragen. Und wo ist Süden? Dahin führen die Straßen, die vom See (=Norden) wegführen… Nach einigen Abenteuern und netten Begegnungen, die man bei der Suche nach schwierigen Adressen gehabt hat, findet man sich trotzdem langsam zurecht.

Straßenszene in Managua. © WÜ

In Managua fahren etwa 1000 Busse des städtischen Nahverkehrs, aber es ist kaum zu glauben, dass es bisher keine Übersichtspläne gab mit denen die Nutzer den Verlauf der Buslinien verfolgen konnten. Eine Arbeitsgruppe des globalen Projekts OpenStreetMaps hat sich deshalb an die Arbeit gemacht und das Projekt "MapaNica" gegründet. Das Ziel ist es, einen kostenlosen, für alle Bewohner und Besucher zugänglichen Busfahrplan für Managua zu erstellen. Erste Ergebnisse liegen vor.

Radfahrer haben bisher in der Stadt ein gefährliches Leben, denn auf den überfüllten Straßen bleibt für sie kein Platz und die Autofahrer und Lastwagen nehmen viel zu wenig Rücksicht. Bei der Erweiterung der großen Durchgangsstraße "Pista Juan Pablo II" (zwischen der Rotonda Rubén Darío und km 7) werden jetzt zum ersten Mal separate Radwege eingeplant. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die Bedeutung des Fahrrads für den Stadtverkehr in Zukunft diskutiert wird und mehr Anerkennung findet. 

Blick auf das Stadtzentrum von Managua, Foto: Nicaraguaportal.

Die Stadt liegt am Managua-See, der leider erheblich verschmutzt ist. Die Entfernungen sind riesig, und die Stadt ist von endlosen Autostraßen durchzogen, an deren Rand sich das bunte Stadtleben abspielt. Arme und reiche Stadtviertel wechseln einander unvermittelt ab. Der Lärm der Stadt und die unentwegte Bewegung der Menschen und Autos lassen einen schnell in eine Art Trance verfallen. Managua ist sicher keine charmante Kolonialstadt oder Kultur-Metropole, und auch touristisch erschließt sie sich dem Besucher erst nach und nach. Und dennoch ist diese Stadt liebenswert und hat ihre guten Seiten. Die Freundlichkeit und der Humor der Bewohner hilft immer wieder über die Probleme des Alltags hinweg. Die Luftverschmutzung ist gering (im Vergleich zu anderen Großstädten in Lateinamerika), und die Sonnenuntergänge vor der Kulisse der Vulkankegel über dem See sind hinreißend.

Avenida Bolívar mit "Lebensbäumen" und Portrait von Hugo Chávez. © WÜ

Die großen Durchfahrtsstraßen und Kreisverkehrsinseln ("Rotondas") des Stadtzentrums werden neuerdings von sogenannten "Lebensbäumen" gesäumt. Diese Bäume, deren Formgebung angeblich an einen Entwurf von Gustav Klimt angelehnt ist, sollen nach der Vorstellung der Präsidentengattin "das Leben" symbolisieren. Sie sind aber in Wirklichkeit jeweils 7 Tonnen schwere Stahlkonstruktionen, die 21 m hoch sind und bei Nacht von Tausenden von Glühbirnen beleuchtet werden. Bis heute sind ca. 140 dieser Monumentalbäume aufgestellt worden. Nach einem Zeitungsbericht hat jeder Baum 25.000 US$ gekostet, was zusammen einen Kostenaufwand von 3,5 Mio.US$. verursacht hat. In der aktuellen Protestbewegung seit April 2018 wurden diese Bäume, die (nach dem Spitznamen der Vizepräsidentin) "chayopalos" genannt werden, zur Zielscheibe des Volkszorns. Dutzende wurden abgesägt und zerstört.  

An Managua kommt niemand vorbei, der in Nicaragua lebt oder zu Besuch kommt. Der Großraum Managua hat 1-2 Mio. Einwohner, und alle anderen Städte sind dagegen klein. In Managua sammelt sich alles, was nationale und internationale Bedeutung hat: die Behörden und Ministerien, Regierungsinstitutionen, die Büros aller wichtigen NGOs und internationalen Organisationen, die Redaktionen der Tageszeitungen, die großen Universitäten, die Fernsehanstalten, die Botschaften, die Banken usw.

Nationale Symbole

Die Landesflagge hat oben und unten einen blauen Streifen. Damit sind die beiden Ozeane gemeint, zwischen denen das Land liegt. Die Farben und die Symbolik gehen auf die Fahne der Zentralamerikanischen Föderation von 1823 zurück, wurden im Laufe der Geschichte jedoch mehrfach geändert.

In der Mitte auf dem weißen Streifen befindet sich das dreieckige Wappen: Die fünf Vulkane symbolisieren die Einheit der fünf mittelamerikanischen Staaten. Darüber schwebt die Jakobinermütze, die für Freiheit und republikanischen Geist steht. Nach oben schließt ein Regenbogen das Ensemble ab.

Bild: Dominic Sherony via Wikipedia
El Madroño en Managua, © Byralaal [CC BY-SA 4.0]
Foto: Jorge Mejía Peralta, posted bei Flickr

Der nicaraguanische Nationalvogel (links) ist der Guardabarranco, ein kleiner bunter Vogel mit langem kunstvollen Schwanz und ausgewachsenem Schnabel. Der Nationalbaum heißt Madroño, auf deutsch Erdbeerbaum (Mitte). Die Nationalblume ist ein baumartiges, großes Doldengewächs mit weißer Blüte: der Sacuanjoche (rechts), auch Flor de Mayo genannt.

Die offizielle Nationalhymne stammt aus dem Jahre 1918 und gibt in der ersten Strophe der Hoffnung Ausdruck, dass die Bürgerkriege ein Ende finden und im Land Frieden herrschen möge. Die Melodie wurde von einem Kirchenlied der Kolonialzeit übernommen und adaptiert.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2020 aktualisiert.

Autor

Volker Wünderich, Privatdozent am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover, ist seit langem mit Nicaragua und Zentralamerika eng verbunden.

Publikationen: Sandino, Eine politische Biographie (Peter Hammer Verlag 1995; Spanisch Managua, 2.Aufl.2010); Mitherausgeber/Autor von: Mosquitia, die andere Hälfte Nicaraguas (Junius Verlag 1987); Zentralamerika heute (Vervuert Verlag 2008); Kaffeewelten. Historische Perspektiven auf eine globale Ware im 20.Jahrhundert (V&R unipress 2015).

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