Viele Pannenhelfer....., Foto: A. Bartelsmeier
Währung
Franc CFA (BCEAO)
Wechselkurs
655,957 CFA für 1 €
Zeitzone
UTC
Landesvorwahl (Telefon)
00227
Klima (für Hauptstadt)
semiarid

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Am 13. März 2020 erklärte Präsident Issoufou zur Corona-Pandemie, dass ab dem 19. März 2020 die Grenzen und Flughäfen des Landes für mindestens 2 Wochen geschlossen sind; weiterhin teilte Issouffou der Bevölkerung mit, dass die Schulen und Universitäten geschlossen werden, alle Zusammenkünfte von mehr als 50 Personen untersagt sind und etliche weitere Restriktionen zu beachten seien.

Ab dem 28. März 2020 gilt für Niamey die Ausrufung des Ausnahmezustandes für zwei Wochen; dies bedeutet: die Abschottung von Niamey für zwei Wochen und Ausgangssperre zwischen 19 Uhr und 7 Uhr. 

Niger verfügt über zwei internationale Flughäfen: Niamey und Agadez. Es gibt einige Anbieter, die Flüge in den Niger in ihrem Programm haben. Air France ist die größte Fluggesellschaft, weiterhin Royal Air Maroc, Ethiopian Airways, Turkish Airlines und Air Algérie.

Über die Einreisebestimmungen informiert das Auswärtige Amt. Neben einem gültigen Reisepass benötigt der/die Reisende ein Visum und den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung (laut Beschluss der WHO im Sommer 2013 reicht die einmalige Impfung lebenslänglich). Das Visum wird von der nigrischen Botschaft in Berlin ausgestellt; Informationen zu Kontaktmöglichkeiten finden Sie beim Auswärtigen Amt. Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihr Visum und konsultieren Sie die Webseite der nigrischen Botschaft bzgl. möglicher Änderungen wie z.B. der Überweisung von Gebühren; Email-Kontakte allein sind nicht zuverlässig. Bei ausreisenden Fachkräften ist meist die Entsendeorganisation bei der Beschaffung des Visums behilflich bzw. übernimmt die Abwicklung. Die Ausstellung eines Touristenvisums kann schon einmal bis zu vier Wochen dauern.

Insbesondere die östlichen Landesteile (Region Diffa, aber auch Maradi und Zinder) des Nigers sollten wegen der Gefahr von Anschlägen von Boko Haram nicht bereist werden, warnt das Auswärtige Amt wiederholt. Die Gefahr von Anschlägen besteht auch in anderen Landesteilen, aber die Hauptstadt Niamey gilt wegen erhöhter Polizei- und Militärpräsenz als relativ sicher. Die Französische Botschaft im Niger rät Anfang 2017 von dringend von Aufenthalten in der sog. roten Zone ab und auch jene in die orange Zone entsprechend der herausgegebenen Sicherheitskarte; darin eingeschlossen sind mittlerweile auch Fahrten in der Nationalpark W - es besteht die Gefahr von Anschlägen.

 

 

Wohnen und Versorgung

Je nach Organisation wird ausreisenden Fachkräften Wohnraum vom Staat Niger zur Verfügung gestellt oder von der Entsendeorganisation ein Haus angemietet. In manchen Fällen müssen sich die Fachkräfte auch eigenständig um einen Wohnraum bemühen. Der Standard der Häuser kann sehr unterschiedlich sein, ist aber im Allgemeinen hoch. Oft sind die Grundstücke der älteren Häuser (je nach Region) sehr groß, sodass es möglich ist, einen Garten anzulegen und Tiere zu halten. Die Grundstücke sind zumeist von einer ca. 1,50 - 2,50 m hohen Mauer umgeben, welche Schutz vor nicht erwünschten Gästen bietet und der Respektierung der Privatsphäre dienen kann; oben ist diese Mauer oft mit Glasscherben 'abgesichert'. Türen und Fenster sollten mit Moskitogittern versehen sein. Falls dieser Insektenschutz nicht bereits besteht, so sollten Sie ihn vor Ihrem Einzug erstellen lassen. Ein Lamellenmoskitovorhang vor einer Außentüre ist praktisch - den müssen Sie jedoch aus Europa mitbringen. Kühlschränke, Gasherde und Möbel können problemlos vor Ort gekauft werden, die Internet-Plattformen der Expats (s.u.) bieten hierbei eine gute Quelle (Französisch und Englisch). Besondere Hightech-Geräte sollten ebenfalls mitgebracht werden, HiFi-Anlagen oder Ghettoblaster sind vor Ort erhältlich. Seien Sie sich bei allen Geräten im Klaren, dass sie Belastungen von Hitze, Sand und Feuchtigkeit Stand halten sollten. Die Netzspannung beträgt wie in Deutschland 220 Volt/50 Hertz. Ein Spannungsregler für empfindliche elektronische Geräte ist zu empfehlen. Stromabschaltungen von kürzerer Dauer (oder auch mal länger) kommen vor.

Einen Eindruck vom Leben als Mitarbeiter*in (oder auch MAP = Mitausreisender Ehepartner) in der GIZ im Niger erhalten Sie in einigen Filmsequenzen.

Kontakte zu internationalen KollegInnen erhalten Sie bei InterNations, der französischen Expat, EasyExpat und der speziellen Seite für weibliche Expats im Niger. Hier finden Sie neben Einrichtungsgegenständen, Kontakten auch ganz persönliche praktische Tipps. Dabei ist eine nicht nur sportliche, sondern auch soziale Zusammenkunft von Einheimischen und Fremden der gemeinsam organisierte Hash in der Umgebung von Niamey.

Wasser aus der zentralen Versorgung ist insgesamt fast störungsfrei verfügbar, wenngleich dies örtlich differieren kann. Dem wird bei einigen Häusern bereits mit einem eigenen Wasserspeicher vorgesorgt. Ansonsten ist eine kurzfristige Wasserspeicherung in einer Plastiktonne sicher eine preiswerte und einfache Lösung. Aber auch die traditionelle Speicherung in einem Ton-Canari ist empfehlenswert, denn in der heißen Jahreszeit ist so immer gekühltes Wasser vorhanden. Dem Wasser in Niamey sind Entkeimungsmittel zugesetzt, deshalb ist von dessen Genuss eher abzuraten.

Die Versorgung mit Gemüse, Obst, Fleisch, Gewürzen u.a. auf den lokalen städtischen Märkten ist gut bis sehr gut. Roh zu verzehrende Gemüse sollten gründlichst mit Kaliumpermanganat oder Ähnlichem gewaschen werden. Das Fleisch in Niamey kommt zumeist vom Schlachthof, aber ein gekochter bzw. gebratener Verzehrzustand ist anzuraten. Das Fleisch sollte gründlich gewaschen werden, denn oft haften dem Fleisch Knochensplitter an.

Supermarkt in Niamey
Supermarkt in Niamey, Foto: A. Bartelsmeier
Auf dem Markt
Auf dem Markt, Foto: A. Bartelsmeier

In der Hauptstadt Niamey, in der mittlerweile der Großteil der MitarbeiterInnen der diversen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit lebt, ist die Versorgung des eigenen Haushalts mit Nahrungs- und Luxusgütern sichergestellt. Es gibt etliche Supermärkte - meist in libanesischer Hand - die eine reichhaltige Auswahl an verschiedenen Waren, aus Europa, den arabischen Ländern und Asien, anbieten. Von Theken mit Frischwaren bis zu Elektroartikeln können sie hier alles kaufen. Ansonsten bieten sich zur Grundversorgung die vielen kleinen Läden/'Boutiquen'/Kioske an. Lebensmittel, Obst, Gemüse, Hausrat und Kleidung findet man auf den Märkten oder den dezentralen Verkaufsständen in den Wohnvierteln. Dort erhalten Sie auch Moskitonetze.

In Zinder ist die Auswahl und Qualität der angebotenen Waren zufriedenstellend. Kühlprodukte sind nur begrenzt vorhanden. Die Einkaufsmöglichkeiten in Diffa decken den Grundbedarf. Gemüse und Salat gibt es hier nur zwischen Dezember und März. Die Versorgung in Tahoua ist ebenfalls recht gut; mittlerweile gelangen auch einige Kühlwaren dorthin. Frisches Gemüse und Obst gibt es meist jedoch nur während der Erntezeit.

Agadez hat, bedingt durch die Nähe zu den Gärten des Air, über einige Monate eine gute Obst- und Gemüseversorgung; bis zu den Unruhen im Norden Nigers und Malis war gerade in Agadez wegen des Flughafens die Versorgung mit externen Gütern sehr gut.

Eine Milchversorgung mit Frischmilch guter Qualität, die pasteurisiert ist, hat die Molkerei Solani in Niamey sichergestellt. In ½ Liter-Beuteln wird diese in verschiedenen einheimischen Supermärkten, aber auch in den Shops einiger Tankstellen, angeboten. Mit etwas Glück erhält man frische Butter ebenfalls in einheimischen Supermärkten. Es gibt einige andere 'Molkereien' (Laban, Nigerlait), diese verarbeiten jedoch nur Milchpulver zu gesüßten Sauermilchgetränken ("Kossam" (Fulfulde: Milch) - es handelt sich jedoch um ein gesüßtes Magermilchpulverprodukt), Joghurt und anderen Produkten. Die Anzahl von Bäckereien und auch guter Patisserien hat zugenommen.

Die verschiedenen Märkte der Stadt laden nicht nur zu einem Bummel ein, sondern auch zum sich inspirieren lassen. Auf den "Grand Marché" und Handwerkermarkt von Katako sollte man sich besser in Begleitung Einheimischer auf Entdeckungstour begeben, um aus dem Gewirr an Gängen wieder sicher auf die Straße zu gelangen.

Ein besonderes Erlebnis ist es, am Abend Brochettes (Fleischspieße) - fast eine Nationalspeise - auf einer Terrasse über dem Niger zu essen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Ausreise mit Kindern

Niamey verfügt über internationale Schulen: das Lycée Francais La Fontaine, eine der renommiertesten Institutionen, die Amerikanische Internationale Schule von Niamey, das Institute Bedir und andere. Mittlerweile nehmen die Privatschulen, die zum Teil auch von Nigrern gegründet und gefördert werden, zu. Diese Entwicklung ist im ganzen Land zu beobachten. Neben der Universität von Niamey wurden in Tahoua, Maradi und Zinder 2011 neue Universitäten eröffnet; die Zahl der eingeschriebenen Studierenden steigt von Jahr zu Jahr, ebenso wie die Anzahl der eröffneten Fachbereiche.

Eingang zur Universität von Tahoua
Eingang zur Universität von Tahoua Foto: A. Bartelsmeier
Jardin d'enfants
Jardin d'enfants Foto: A. Bartelsmeier

Geld und Geldtransfer

Der Geldtransfer funktioniert vor allem in der Hauptstadt problemlos. In Niamey gibt es noch eingeschränkt die Möglichkeit über Barschecks Geld in FCFA umzutauschen. Überweisungen von Deutschland in den Niger sind sehr teuer und dauern meist lange. Der Geldtransfer per Western Union ist eine schnelle, aber teure Möglichkeit (Gebühr ca. 10%). Dem festen Wechselkurs nach wird 1 Euro in 655,957 CFA Franc gewechselt; die Kosten für Ihren Umtausch hängen von der jeweiligen Örtlichkeit (Bank, privater Händler o.ä.) ab. Im Jahr 2020 steht die Veränderung der westafrikanischen Währung in ECU an um endlich die koloniale Währung zu ersetzen. In Niamey sind einige Geldautomaten vorhanden: bei der Banque Atlantique, der Bank of Africa und den großen internationalen Hotels. Kreditkarten werden nur in größeren Hotels, bei Fluggesellschaften und Autoverleihfirmen als Zahlungsmittel angenommen.

Reisen, Transport und Verkehr

Im Garten des Hotels Masaki
Im Garten des Hotels Masaki, Foto: A. Bartelsmeier

Die Hauptverkehrsachsen im Niger sind die Süd-Nord-Achse (Niamey-Agadez-Teneréwüste) bzw. die West-Ost-Achse (Niamey-Zinder-Diffa-Tschadsee) und gen Westen Richtung Tera Ayorou. Es gibt über 10.000 km Allwetterstraßen, wobei aber nur ca. 2000 km asphaltiert sind. Viele Nebenstraßen sind während der Regenzeit nicht befahrbar und werden zu Schlammpisten mit tiefgründigen Löchern. Tankstellen sind in den entlegenen Gebieten abseits der Hauptstraßen selten; für lange Fahrstrecken sollten immer ausreichend Kraftstoffreserven mitgeführt werden. Zwischen den größeren Orten gibt es relativ gute Busverbindungen von unterschiedlichen Unternehmen, wie z.B. Rimbo oder Azawad. Die Preise einer Fahrt, z.B. nach Tahoua, liegen um die 10000 FCFA - zum Teil sind die Busse auch neu und klimatisiert, was man sich vorher bestätigen lassen sollte. Meist wird ein Fahrpreisaufschlag von 2000 bis 3000 FCFA für einen klimatisierten Bus verlangt. Dies macht das Reisen recht komfortabel, jedoch sollte man Erwartungen, z.B. an Toiletten, sehr herunterschrauben, wenn denn welche vorhanden sind.
Enorm verbessert hat sich in den letzten Jahren der Zustand der Straßen in Niamey. Die Mali Bero in Niamey ist beispielsweise eine Ringstraße, die die Region des Flughafens mit den Quartieren Yantala und anderen verbindet.

Hotelzimmer sind außerhalb von Niamey und Zinder schwer zu bekommen und müssen meist im Voraus gebucht werden. Im Zuge der Vorbereitung der Konferenz der Afrikanischen Union im Sommer 2019 wurden etliche neue Hotels höchsten Standards erbaut.
Folgende Hotels sind zu empfehlen:

Im Laufe der letzten Jahre haben viele kleine, einfache Hotels in Niamey eröffnet. In Tahoua gibt es seit etwa 2008 das Hotel Tarka an der Straße nach Agadez, welches allgemein positive Bewertungen erhält. Die Auberge d'Azel, das Hotel de la Paix, das Hotel Tidéne und andere schöne Unterkünfte bieten hier einen guten Komfort und eine sehr angenehme Atmosphäre, jedoch ist deren Zukunft wegen des Zusammenbruchs des Tourismus aufgrund der sicherheitspolitischen Lage mehr als ungewiss. Zinder, die zweitgrößte Stadt Nigers, kann mit einigen größeren Hotels, wie Le Damagaram, Malam Kal Ka Danu, Amadou Kouran Daga und dem Hotel Central, aber auch einigen kleineren Unterkünften aufwarten. In Maradi gibt es ein Gästehaus und das Hotel Jan Gorzo.

Die Sicherheitssituation (Überfälle, Minen etc.) lässt es nicht zu, Reisen in die Wüste von Agadez oder Diffa aus zu unternehmen. Der touristische Verkehr in dieser Region existiert so gut wie gar nicht mehr. Bei Reisen in die Wüste gab es mal eine gute Auswahl von Agenturen. An die 50 Reiseagenturen befanden sich bis zu den Unruhen im Norden Nigers und Malis in Agadez. Die beiden Agenturen Dunes Voyages und Agadez Tourisme existieren zumindest noch mit ihrer Webseite.

Ausflug in die Wüste
Ausflug in die Wüste. Foto: A. Bartelsmeier
Skorpion
Skorpion, Foto: A. Bartelsmeier

In der Umgebung der Hauptstadt Niamey gibt etliche Ausflugsmöglichkeiten, wie z.B. das Nationalmuseum mit Zoo und Präsentation von traditionellem Kunsthandwerk, eine Fahrt mit der Piroge auf dem Niger, der Markt in Ayerou oder Baleyara oder der Besuch von Töpferdörfern in der Region Liptako. Weiter lohnen sich Ausflüge in den 'Giraffenpark' im Osten Niameys (80 km) oder in den Nationalpark W. Das alte Ortszentrum von Tahoua hat besonderen Charme. Agadez, Knotenpunkt der Händler und malerische Tuareg-Hauptstadt, fasziniert nicht nur die Touristen. Das Air-Gebirge, die Oase von Timia, die Wüste Ténére und das Erg Bilma sind die touristischen Ziele des „großen Nordens". Im Osten führt der Weg über Zinder, der Stadt des Sultans, vor dessen Palast nach wie vor die bunt gekleidete Garde Wache hält, nach Diffa und zum Tschadsee und dann in die Wüste und bis in die Ruinenstadt Djado. Leider haben die Unruhen im Norden Malis und Nigers den Tourismus fast zum Erliegen gebracht.

Sicherheit für Ausländer

Da sich die Sicherheitslage im Niger sehr kurzfristig ändern kann, ist eine Kontaktaufnahme mit der deutschen Botschaft in Niamey dringend angeraten oder nehmen Sie Kontakt zum Auswärtigen Amt auf. Gute Hinweise der allgemeine Sicherheitslage gibt auch der Bericht der US-amerikanischen Regierung.
Nach den Geiselnahmen von Al-Qaida sind in allen Regionen des Landes (Agadez, Tahoua, Zinder, Diffa) die Lokalbüros der internationalen Organisationen nur noch von nigrischen MitarbeiterInnen besetzt und für die ausländischen Fachkräfte sind nur Kurzbesuche mit dem Flugzeug möglich. Einige Standorte, z.B. Tera und Zinder werden durch Kurzeinsätze von einigen Tagen von den ausländischen Fachkräften, zumeist von einer Militäreskorte begleitet, erreicht. Längere Aufenthalte außerhalb der Hauptstadt bedürfen - im Falle von ausländischen Fachkräften - der Genehmigung.
Das Sicherheitsempfinden der Menschen ist zwar immer subjektiv - verglichen mit anderen Metropolen ist Niamey aber wohl eher als sicher einzuschätzen. Die Kleinkriminalität ist, trotz der großen Armut der nigrischen Bevölkerung, gering. Trotzdem ist ratsam, sich nur mit Einheimischen in einige Quartiere der Hauptstadt zu begeben und auch möglichst die Dunkelheit zu meiden.

Insbesondere die östlichen Landesteile (Region Diffa, aber auch Maradi und Zinder) des Nigers sollten wegen der Gefahr von Anschlägen von Boko Haram nicht bereist werden, warnt das Auswärtige Amt wiederholt. Die Gefahr von Anschlägen besteht auch in anderen Landesteilen, aber die Hauptstadt Niamey gilt wegen erhöhter Polizei- und Militärpräsenz als relativ sicher. Die Französische Botschaft im Niger rät seit Anfang 2017 dringend von Aufenthalten in der sog. roten Zone ab, entsprechend der herausgegebenen Sicherheitskarte; darin eingeschlossen sind mittlerweile auch Fahrten in den Nationalpark W - es besteht die Gefahr von Anschlägen.  

Prinzipiell sei immer davor gewarnt unabhängig, allein und ohne Nachricht zu hinterlassen, im Land unterwegs zu sein. Es ist empfehlenswert, die Begleitung Einheimischer in Anspruch zu nehmen, die die jeweilige Gegend gut kennen und mögliche Gefahren richtig einschätzen können. Dies gilt nicht nur für die momentane Sicherheitssituation. Es wird von Überlandfahrten nach Anbruch der Dunkelheit abgeraten, für MitarbeiterInnen von Entwicklungsorganisationen sind sie per se verboten. Das Unfallrisiko durch unbeleuchtete Fahrzeuge und unvermittelt auf der Straße auftauchende Menschen und Tiere sollte nicht unterschätzt werden. Dieses gilt auch für mögliche Unfallfolgen. Ein Zusammenstoß mit einem frei laufenden Nutztier kann meist finanziell abgegolten werden, wenngleich der Preis, ohne die Hilfe eines einheimischen Reisebegleiters, der bei der Schadensregulierung behilflich sein kann, zumeist über dem Marktwert des Tieres liegen wird. Eine Kuh kann beispielsweise einen Marktwert von 150 000 bis 300 000 FCFA - das entspricht € 230-460 - haben.

Die Sicherheit in den eigenen vier Wänden/auf dem eigenen Gelände ist nicht nur mehr oder weniger durch die umgebende Mauer, sondern vor allem durch die Tag-/Nachtwächter – eher durch das System der Wächter in einem Quartier, gewährleistet. Deshalb kommt der Auswahl des Wachpersonals eine große Bedeutung zu. Bestehen keine alten Verbindlichkeiten, so kann es von Vorteil sein Wächter verschiedener Ethnien einzustellen. Auf jeden Fall geht es nicht ohne – weniger wegen der Sicherheit als vielmehr wegen der sozialen Verpflichtung, Menschen Arbeit geben zu müssen. Mittlerweile sind AusländerInnen auch verpflichtet mindestens eine Person anzustellen. Wächter übernehmen z.T. auch Haus- oder Gartenarbeiten - das ist im Einzelfall abzuklären.

Gesund bleiben

Für die Einreise in den Niger ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Um sich über die landesspezifischen Krankheiten und Impfhinweise zu informieren, empfiehlt es sich eines der deutschen Tropeninstitute zu kontaktieren. Weitere Hinweise finden Sie unter den medizinischen Informationen des Auswärtigen Amtes. Die als notwendig erachteten Impfungen und Prophylaxen hängen insbesondere von den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen ab. Impfungen zu Meningitis und Hepatitis sind zu empfehlen; wie mit der Malaria-Prophylaxe umgegangen wird, muss im Einzelfall jede/r selbst entscheiden. Wichtig ist, wirksame bzw. aktuelle Therapeutika aus Europa mitzunehmen.
Die Symptome des Dengue-Fiebers sind nicht leicht von denen der Malaria zu unterscheiden; die Übertragung findet durch eine tagaktive Mücke (Stegomyia) statt. Eine Tollwut-Impfung ist vor allem bei Arbeiten im Tierhaltungsbereich empfehlenswert. Zu einer Typhusimpfung in Verbindung mit Diphtherie wird Ihnen der Tropenmediziner vermutlich auch raten. Polio kann bei vielen Mitteleuropäern als Impfung aus der Kindheit vorausgesetzt werden, ebenso wie Tetanus - eine Aktualisierung wäre jedoch notwendig. Klären Sie ab, ob Sie bereits in der Kindheit Masern hatten. Informieren Sie sich immer gründlich bei einem erfahrenen Tropenmediziner. Zu wenig beachtet werden oft die Zoo-Anthroponosen, d.h. Krankheiten, die von Tier auf Mensch und Mensch auf Tier übertragbar sind, wie Tuberkulose, Brucellose und andere. Die wichtigste Prophylaxe sollte nie vergessen werden: ausreichende und dichte Kleidung in den Morgen- und Abendstunden bzw. Insektenschutz an unbedeckten Körperstellen. Wichtig ist es, mögliche Krankheitssymptome gut zu beobachten – auch nach einer Rückkehr nach Europa - und ggf. rechtzeitig zu einem Arzt zu gehen.

Wasser kann als Übertragungsmedium diverser Krankheiten, z.B. Bilharziose, fungieren. Deshalb ist dringend davon abzuraten, in Binnengewässern zu baden, auch der Fluss Niger und die Wasserfälle von Timia sind keine sicheren Badestellen. Ein chloriertes Schwimmbecken stellt meist kein Problem dar. Wasser zum Zähneputzen, zur Eiswürfelherstellung und zur Zubereitung von Babynahrung sollte aus sicheren, d.h. geprüften Quellen stammen. Im Zweifelsfall kochen Sie das Wasser besser ab; Mineralwasserflaschen sollten unversehrt und der Verschluss neu sein; die Wasserqualität von in kleine Plastiktüten abgefülltem Wasser ist sehr unterschiedlich. Durchfallerkrankungen wie Cholera sind am ehesten durch Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen zu vermeiden; Kaliumpermanganat, Eau de Javel und andere Produkte können zum Waschen der Gemüse genutzt werden.

Post, Telekommunikation und Internet

Telefoncenter in Agadez
Telefoncenter in Agadez, Foto: Bettina Haasen

In allen Städten und größeren Orten gibt es Postämter mit Postfächern, jedoch keine Straßennamen und Hausnummern. Die Korrespondenz wird immer an ein Postfach adressiert. Luftpost nach Europa kann bis zu 2 Wochen dauern, auf dem regulären Weg (über Land und mit dem Schiff) etwa 4 Wochen.

Zur Beantragung einer neuen Telefon-Festnetzleitung oder zur Reaktivierung einer bestehenden Verbindung ist das Telekommunikationsunternehmen SONITEL der Ansprechpartner. Telefonieren nach Europa ist mit dem Handy günstiger und Prepaid-Telefonkarten gibt es an jeder Straßenecke; die verschiedenen (internationalen) Mobilfunk-Anbieter können Sie in Leistung und Kosten vergleichen. Internationale Telefonate können in jedem Hotel oder aber auch in den sogenannten 'Telecentres' geführt werden. Die Landesvorwahl ist 00227. Inzwischen gibt es auch in vielen kleinen Orten eine 'Telecabine'. Rasant verbreitet sich das Handynetz und es ist erstaunlich wie viele Menschen auf dem Land mit dem Handy unterwegs sind; jedoch ist Niger in der Region eher ein Land mit mässigem Ausbau des Handy-Netzes. Der Zugang zum Internet hat sich erheblich verbessert; etwa 1 Millionen Nigrer nutzen Internet. Aber nicht jedes Internetcafé ist mit Breitbandtechnologie ausgestattet und so kann es erhebliche Unterschiede beim Aufbau einer Internetseite geben.  Mittlerweile haben die meisten Organisationen ihren MitarbeiterInnen auch die private Nutzung der Verbindung gestattet. Mittlerweile gibt es fast 1 Millionen Internet Nutzer im Niger.

Literaturtipps (eine Auswahl...)

  • Oumani, Moustapha Kadi 2018: Itinéraire d'un combat - Décryptage des dossiers brûlants au Niger (L'Harmattan, Paris)

  • Mounkaila, Kadidjatou 2018: Les films de Djingarey Maiga - Portée idéologique et impact sur la société nigérienne (L'Harmattan, Paris)

  • Ba, Sidy 2018: Le péril de la pollution sur le fleuve Niger (L'Harmattan, Paris)

  • Narey, Oumarou 2017: Le régime semi-presidentiel au Niger (L'Harmattan, Paris)

  • Moulin, Nicole; Namaiwa, Boubé; Roy, Marie-Francoise et Zamo, Bori 2017: Lougou et Saraouniya (L'Harmattan, Paris)

  • Moussa, Salissou 2017: La responsabilité des commissions électorales au Niger. Études africaines (L'Harmattan, Paris)

  • Four, Gilbert 2017: Rebelles et rébellions touaregs au Nord du Niger de 1990 à 2009 (FNAC)

  • Sounaye, Abdoulaye 2016: Islam et modernité - Contribution à l'analyse de la ré-islamisation au Niger (L'Harmattan, Paris)

  • Koungou, Léon 2016: Boko Haram – Parti pour durer (L'Harmattan, Paris)

  • Bernus, Edmond; Cressier, Patrice; Durand, Alain; Paris, Francois et Saliège, Jean-Francois 2016: Vallee de l'Azawagh (Sahara du Niger). Histoire afrique subsaharienne (L'Harmattan, Paris) 

  • Mamani, Abdoulaye 2014: Le puits sans fond (Ecrire l'Afrique)
  • Sherif, Elisabeth 2013: Elections et participation politique au Niger: le cas de Maradi (Etudes afriaines)
  • Scholze, Marko 2009: Moderne Nomaden und fliegende Händler - Tuareg und Tourismus in Niger (Lit Verlag Berlin)
  • Brachet, Julien 2009: Migrations transsahariennes - vers une desert cosmopolite et morcelé (Niger) (Colléction Terra, éditions du croquant Bellecombe en Bauges)
  • Dallaire, Louise 2008: Soif (Edition Thomas Mols)
  • Bernus, Edmond 2007: Touaregs du Niger (Edition GrandV)
  • Crombé, Xavier et Jézéquel, Jean-Hervè 2007: Niger 2005: une catastrophe si naturelle ( Karthala Paris)
  • Brunn, Erhard 2006: Christentum und Islam. Ein neuer Dialog des Handelns
  • Oumani, Moustapha Kadi 2005: Un Tabou Brise -L’esclavage en Afrique- cas du Niger (L’Harmattan Paris)
  • Schareika, Nikolaus 2003: Westlich der Kälberleine, nomadische Viehhaltung und naturkundliches Wissen bei den Wodaabe in Südostniger (Lit Verlag Berlin)
  • Aboubacar Adamou/Andre Bourgeot 1999: La décentralisation au Niger: le cas de l'Air
  • Dayak, Mano 1998: Geboren mit Sand in den Augen (Unionsverlag Zürich)
  • Klute, Georg 1995: Herren und Sklaven. Zur Frage der kolonialen Sklavenpolitik in Französisch- Westafrika
  • Bourgeot, Andre 1995: Les sociétés touaregues
  • Bayart, Jean-Francois 1991: La problématique de la démocratie en Afrique Noire
  • Spittler, Gerd 1989: Dürren, Kriege und Hungerkrisen bei den Kel Ewey
  • de Sardan, Jean Pierre Olivier  1984: Les sociétés songhay-zarma (Karthala Paris)
  • Spittler, Gerd 1978: Herrschaft über Bauern (Campus-Verlag Frankfurt u.a.)
  • Barth, Heinrich 1858: Reise und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika (Perthes-Verlag Gotha)

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Dr. Antje Bartelsmeier, Pastoralistin aus dem Oberallgäu, ist Dipl.-Ing. agr. und Ethnologin.

Seit 1993 Beraterin und Wissenschaftlerin in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Westafrika; als Referentin und Trainerin im Bereich interkulturelles/globales Lernen tätig; Landestrainerin bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ); Lehraufträge und Assistententätigkeiten an verschiedenen Institutionen.

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