Avenue des Armées, Foto: A. Bartelsmeier
Tag der Unabhängigkeit
3. August 1960
Staatsoberhaupt
Mahamadou Issoufou
Regierungschef
Brigi Rafini
Politisches System
demokratisches Mehrparteiensystem
Politische Transformation (BTI)
Rang 57 von 137 (2020)
Korruptionsindex (CPI)
Rang 120 von 180 (2019)
Ibrahim-Index of African Governance
Rang 24 von 54 (2018)

Geschichte

Die Region des heutigen Staates Niger hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die Jahrtausende zurückreicht. Joseph Ki-Zerbo, der afrikanische Historiker aus Burkina Faso hat wesentlichen Anteil daran, Länder wie den Niger in das richtige Licht der Geschichte zu rücken und die bedeutende Geschichte („Du Niger à la Volta" und „Die Geschichte Schwarz-Afrikas“) herauszustellen. 

Historische Epochen

Im Neolithikum vor etwa 10 000 – 4 000 Jahren (Rinderzeit) als die Sahara noch fruchtbar war, wurde die Gegend des heutigen Niger von Jägern, Sammlern und Hirten besiedelt. Zeugnisse dieser Epoche sind sowohl die Felszeichnungen aus dem Air-Gebirge und Djado, als auch die Funde von Steinwerkzeugen und Töpferei entlang ehemaliger Seen und Flüsse. Weitere Funde amerikanischer Forscher sind die große Grabstätte von Gobero (Gobero burial side) in der heutigen Tenere-Wüste. Die Funde und Forschungen belegen die Existenz menschlicher Kulturen in der Region zunehmend genauer. "Kiffian" wird die Population genannt, die in diesem Raum von ca 10 000 bzw. 8000 bis 6500 v.Chr. lebte. Aber erst 1000 Jahre später war diese Region der Lebensraum der "Tenerian" (5500- ca 2500 v.Chr.); sie verschwanden mit der zunehmenden Trockenheit.

Das Gebiet des heutigen Staates Niger bildete in vorkolonialer Zeit weder eine politische noch eine staatliche Einheit, sondern gehörte einem der sudanesischen Reiche an.

Im 8./9. Jahrhundert entwickelte sich das Gaoreich. Es wurde vom mittelalterlichen Malireich (Ende des 13. bis Anfang des 15. Jahrhunderts) abgelöst. Dies war das größte westafrikanische Reich, welches vom Atlantischen Ozean bis ans Air Gebirge reichte. Als Ibn Batutta das Malireich 1352-53 bereiste, berichtete er wohlwollend über die Praktizierung des Islam.

Ab 1200 übte das Kanem-Bornu Reich seinen Einfluss im Osten des Landes aus; es existierte bis 1840.

Das Songhaireich war vom frühen 15. bis zum späten 16. Jahrhundert eines der größten afrikanischen Reiche der Geschichte. Es wurde von marokkanischen Truppen vernichtet.

Im 14. Jahrhundert bildeten sich im Haussagebiet des südlichen Niger und Nigeria die sogenannten Haussa-Staaten heraus.

Karawanenwege in Westafrika vom 9.- 18. Jahrhundert
Karawanenwege in Westafrika vom 9.- 18. Jahrhundert (Karte mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Rebstock)
Moschee von Agadez
Moschee von Agadez, Foto: A. Bartelsmeier

Etwa zur gleichen Zeit (Mitte des 15. Jahrhunderts) entstand das Sultanat Air. Agadez – auch das Tor zum „schwarzen“ Sudan genannt - verdankt seine Bedeutung in erster Linie dem Transsahara-Handel (von der Mittelmeerküste bis an die Küsten Westafrikas) und war zuerst eine Niederlassung arabischer Kaufleute (die Stadt Agadez hatte zu jenen Zeiten etwa 30.000, heute etwa 110 000 Bewohner), die mit den Songhai von Gao, den Haussa und den Kanembu Handel trieben. Agadez war unumgänglicher Umschlags- und Versorgungsort der Karawanen. Das Sultanat hatte einst die Größe von Bayern. Später ging die Verwaltung an die Tuareg über.

Der Sultan vom Air - immer ein Dunkelhäutiger - war nie oberster Chef der unterschiedlichen Tuareg-Gruppen, sondern in erster Linie Schiedsrichter bei inneren Streitigkeiten.

Bis heute gab es über 50 Sultane in Agadez, wobei die Amtszeit des vorletzten Sultans allein über 50 Jahre betrug - hier ein Loblied auf den Sultan; im Dezember 2016 wurde der 52. Sultan inthronisiert.

Der Bau der Moschee von Agadez hat seine Ursprünge im 11. Jahrhundert, die jetzige Form datiert auf das 15. Jahrhundert. Die Moschee gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Heinrich Barth gelangte auf seiner zweiten Afrikareise (1850-55) als erster deutscher Wissenschaftler bis nach Agadez, wo in seinem ehemaligen Haus ein kleines Barth-Museum eingerichtet wurde.

Islam in Westafrika

Bereits im 8. Jahrhundert hatten die Menschen in Westafrika Kontakt zum Islam, der zuerst über die Händler dorthin gelangte. Im 11.- 16. Jahrhundert wurde der Islam in den alten Reichen Westafrikas (Gana, Mali, Kanem Bornu) weit verbreitet. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts erstarkte der Islam in Westafrika und erlebte eine Renaissance unter dem Fulbe-Gelehrten Sheik Osman Ibn Fodio. Er führte sogenannte kleine „Heilige Kriege“ (d.h. der Kampf mit Waffen – Großer heiliger Krieg bedeutet jener, den jeder Moslem im täglichen Leben als aufrechter gläubiger Mensch gegenüber Gott zu bestehen hat) unter anderem gegen die Herrscher der Haussa-Reiche und erhielt viel Unterstützung nicht nur von den verschiedenen Gruppierungen der Fulbe, sondern auch von den Haussa-Bauern.

Es konnte sich auf Dauer keine feste Macht auf nigrischem Boden installieren. Große Reiche bildeten sich aber im heutigen Mali, Burkina Faso, Nigeria und Kamerun. Der Islam entwickelte sich zu einer wichtigen Religion in Westafrika.

Kolonialismus im Niger

Koloniales Souvenir
Koloniales Souvenir, Foto: A. Bartelsmeier

Ab 1890 expandierten die Franzosen auf das Gebiet des Niger; 1900 wurde Zinder zum Hauptsitz der Kolonialherren im Niger erkoren. Unter Kaocen wird den Franzosen von den Tuareg bis zu seiner Gefangennahme und Tod (1919) erheblicher Widerstand entgegen gesetzt. 1922 wird Niger französische Kolonie und 1927 der Hauptsitz nach Niamey verlegt. So hoffte Frankreich sich dem Einfluss von Nigeria und den Haussagruppen entziehen zu können und die politische Macht und Ökonomie der Djerma/Songhai auszubauen.

Erst nach dem II. Weltkrieg begannen die Franzosen etwas für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu tun. Vorher wurde nur die 'cash-crop' Erdnuss eingeführt, um durch deren Verkauf das Eintreiben der Steuern zu erleichtern.

Ab 1946 gehörte Niger zum Territorium "outre mer". Vom 10. November 1946 bis April 1951 vertrat Hamani Diori den Niger in der französischen Nationalversammlung. Vom 2. Januar 1956 an war er ein zweites Mal Mitglied der Nationalversammlung und wurde einer der stellvertretenden Parlamentspräsidenten. Er war Mitbegründer der Partei Parti Progressiste Nigérien (PPN), die zur Sammlungsbewegung Rassemblement Démocratique Africain (RDA) gehörte. 1958 wurden die heutigen Grenzen des Niger gezogen und das Gebiet zu einer autonomen Republik der französischen Gemeinschaft erklärt. Hamani Diori wurde am 14. Dezember 1958 Premierministers des Nigers.

Entwicklung des heutigen Staates

Am 3. August 1960 erlangte der Niger nach 70 Jahren Kolonialherrschaft seine Unabhängigkeit unter Hamani Diori.

Der 3. August ist mittlerweile auch der Tag des Baumes; die Bevölkerung pflanzt Bäume - die z.B. die Stadt Niamey verteilt um gemeinsam etwas der Desertifikation entgegen zu setzen.

Die politische Landschaft im Niger seit der Unabhängigkeit ist durch viele Wechsel in der Führung gekennzeichnet, die oft durch einen Militärputsch eingeleitet wurden. Die autoritäre Herrschaft begann bereits in den letzten beiden Jahren der formellen französischen Herrschaft, die das repressive Einparteiensystem von Hamani Diori an die Macht brachte. Erst seit den 2000er Jahren hat sich eine demokratische Praxis entwickelt.

Hamani Diori wurde 1974 im Kontext einer erheblichen Wirtschaftskrise durch das Militär unter Seyni Kountché gestürzt. Nach dessen Tod 1987 erfolgte eine formale Rückkehr zur Zivilregierung unter der Einheitspartei MNDS (ehemalige (PPN/RDA). Präsident Ali Saibou rief nach dem Vorbild Benins 1991 eine Nationalkonferenz ein – er war unter regionalen und internen Demokratisierungsdruck geraten. 1993 wurden relativ freie und faire Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten: die II. Republik wurde ausgerufen und das Mehrparteiensystem gefördert. Mahamane Ousmane (CDS) war der erste frei gewählte Präsident. Nach vorgezogenen Parlamentswahlen 1995 war Ousmane gezwungen, den oppositionellen Hama Amadou (MNSD) als Premierminister zu ernennen, mit dem er umgehend in einen heftigen Konflikt geriet. Diese politische Situation führte zum Militärputsch Ibrahim Baré Maïnassaras am 27. Januar 1996 - es spiegelt sich darin auch der anhaltende Machtanspruch der Streitkräfte wider. Auf Druck des Auslandes kündigte Maïnassara ein Verfassungsreferendum und Neuwahlen an. Aus diesen ging er im Juli 1996 als Sieger hervor - bei ungleichen Wahlbedingungen. Wichtige Oppositionsparteien hatten die Wahlen boykottiert. Im Februar 1999 wurde Mainassara beim Militärputsch unter Daouda Malam Wanké getötet.

Seit dem 22. Dezember 1999 gelangte Mamadou Tandja an der Macht; Ende 2004 fanden unter ihm die ersten freien Wahlen statt. Daraus ging die Partei (MNSD) des Staatspräsidenten als Sieger hervor. Als Premierminister wurde Hama Amadou wieder ernannt, ebenso wurde Mahamane Ousmane (CDS) als Präsident der Nationalversammlung wiedergewählt. Es war Zwischen Tandja und Hama abgesprochen, dass Hama und er für eine „vermeintlich dritte“ Amtszeit die Posten „tauschen“ wollten. Nur wurde die Verabredung nicht eingehalten und Tandja änderte dafür mit einem Referendum am 4. August 2009 die Verfassung. Daraufhin begehrte das Volk auf und das Militär führte einen Staatsstreich durch.

Mit dem Militärputsch am 18. Februar 2010 setzte der “Oberste Rat zur Wiederherstellung der Demokratie“ (CSRD - Conseil suprême pour la restauration de la démocratie) Präsident Tandja ab, die Verfassung der VI. Republik vom 18. 08. 2009 außer Kraft und löste das Parlament und alle Institutionen auf, die auf dieser Verfassung basierten. Übergangspräsident wurde  Salou Djibo; zum Premierminister für die Übergangszeit bis zu freien Wahlen wurde am 24. 02. 2010 Mahamadou Danda ernannt. Nach dem Referendum über die neue Verfassung vom 31. Oktober 2010 verkündigte Saliou Djibo am 25. November 2010 die VII. Republik für den Niger. Zum ersten Mal wurde die Verfassung mit dem Ertönen der Nationalhymne verkündet. Mit 90 % war das Referendum angenommen worden -  bei einer Beteiligung der Bevölkerung von 52,65 %. Nicht zuletzt hat es auch auf dem Lande eine recht hohe Wahlbeteiligung gegeben.

Gemeinderatswahlen wurden am 11. Januar 2011 durchgeführt. Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen vom März 2011 gewan Mahamadou Issoufou (Targi aus der Gegend von Tahoua) und setzte sich bei der Stichwahl mit 57,95 % gegenüber Seini Oumarou mit 42,05 % der Stimmen durch. Seit dem 6. April 2011 ist Issoufou neuer Staatschef. Mahamadou Issoufou ist sozusagen "politisches Urgestein": von 1993-1996 war er Premierminister und verschiedentlich Kandidat für die Präsidentschaftswahlen. Er wurde 2016 wiedergewählt und am 2. April 2016 in seinem Amt bestätigt.

Am 21. April 2011 wurde Brigi Rafini Premierminister des Niger und auch er wurde für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Er war von 2004 bis 2009 vierter Vizepräsident der Nationalversammlung. In den späten 80er Jahren bekleidete Brigi Rafini das Amt des Landwirtschaftsministers. Er ist Targi aus der Region von Iferouane im Air-Gebirge. Die Ministerämter der Regierung der VII. Republik haben zu etwa einem Viertel Frauen inne.

1958-1974 Hamani Diori I. Republik
1974-1987 Seyni Kountché II. Republik
1987-1993 Ali Saibou III. Republik
1993-1996 Mahame Ousmane IV. Republik
1996-1999 Ibrahim Baré Mainassara V. Republik
1999 Daouda Malam Wanké
1999-2010 Mamadou Tandja VI. Republik
2010-2011 Salou Djibo Übergangsregierung
seit 6. April 2011 Mahamadou Issoufou VII. Republik

Transformationsprozess

Die schlechten soziopolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen im Niger sind ein wichtiges Kriterium der Schwierigkeiten beim Transformationsprozess (Rang 85 von 137 Ländern, BTI 2020). Die ungünstige wirtschaftliche Lage wurde spätestens seit Beginn der 70er Jahre durch Dürren, Desertifikation, staatlichen Interventionismus und „bad governance“ erheblich verschärft. Der Uran-Boom der späten 70er Jahre verebbte bald. Die 80er Jahre brachten wieder eine große Dürre, die die Gesamtsituation des Landes verschlechterte. Ab den 80er Jahren musste Niger aufgrund der enormen Verschuldung ein Strukturanpassungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) durchführen. Soziale Proteste zivilgesellschaftlicher Gruppen gegen die von den Gebern auferlegten Sparmaßnahmen führte zur zeitweiligen Aussetzung des Programms. Unter Maïnassara konnten die Beziehungen zu Weltbank und IWF wieder verbessert werden. Ein 'Enhanced Structural Adjustmend Facility' (ESAF) 1996 bis 1999 wurde zur Zufriedenheit der internationalen Finanzinstitutionen durchgeführt. Die 'Poverty Reduction and Growth Facility' (PRGF) konnte 2000 auf den Weg gebracht werden. Das im Januar 2002 vorgelegte PRSP (Poverty Reduction Strategy Paper) fand weitestgehend den Beifall des IWF und der Weltbank. Die Zufriedenheit der internationalen Finanzgeber sagt jedoch nichts über die innere Situation aus, die katastrophalen Verhältnisse, die in allen sozioökonomischen Bereichen vorherrschen und durch Korruption verstärkt werden. Die Strukturanpassungsvorgaben vom IWF wurden verlängert durch das Poverty Reduction Strategy Paper PRSP 2012-2015. Hunger- und Versorgungskrisen, wie auch 2005 und 2010, treten immer wieder auf ebenso wie Überschwemmungen des Nigers sind wiederkehrende Faktoren, die wiederholt zu erheblichen Schwierigkeiten und Destabilisierungen führen.

Das von Präsident Issoufou initiierte "Programme de Renaissance du Niger" (1. Phase 2011-2015; 2. Phase 2016-2021) weist wichtige Ziele zur Entwicklung des Landes auf.

  1. Kulturförderung
  2. Unterstützung demokratischer Strukturen
  3. Sicherheit von Personen und Gütern
  4. Zugang zu Wasser für alle
  5. Ernährungssicherung (über 3N)
  6. Entwicklung der Infrastruktur im Bereich Kommunikation und Energie (z.B. Solarenergie)
  7. Entwicklung des sozialen Sektors: Bildung und Gesundheit
  8. Förderung der Beschäftigung junger Menschen 

 

Anfang Juli 2019 war Niger Gastgeber des Gipfels der Staatschefs der Afrikanischen Union. Im Vorfeld wurde in der Hauptstadt Niamey viel saniert und erneuert.

Staat

Assemblée National
Assemblée National, Foto: A. Bartelsmeier

Staatsform, Verfassung und Gewaltenteilung

Niger ist eine semi-präsidentielle Republik. Der Präsident ist Staatschef; der Premierminister Chef der Regierung. Die Abgeordneten der Nationalversammlung werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, ebenso wie der Präsident. Der Premierminister wird vom Präsidenten ernannt. Die Judikative ist formell unabhängig von den anderen beiden Staatsgewalten. Im Laufe der Demokratisierung haben sich im Niger etliche Parteien herausgebildet, die in der Nationalversammlung (171 Abgeordnete, davon 8 Sitze für Minoritäten-Vertreter) vertreten sind. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung existiert für die Parteien eine 5%-Hürde; die Legislaturperiode beträgt 5 Jahre.

Die 'Chefferie Traditionelle' gehört zu den beratenden Institutionen der nigrischen Politik auf allen Verwaltungsebenen, jedoch ohne direkte politische Mitsprache, aber mit nach wie vor erheblichem Einfluss.

Im Niger sind Staat und Religion getrennt; die nigrische Bevölkerung ist klar gegen die Einführung der Scharia als Gesetz, auch wenn einige religiöse Gruppen das immer wieder fordern. 

Schild am Büro der Commune Rural Ingall
Schild am Büro der Commune Rural Ingall, Foto: Bettina Haasen

Formaler Staatsaufbau und Territorialverwaltung

Formalrechtlich wurde die Dezentralisierung mit den Wahlen 2004 umgesetzt. Das Staatsgebiet Nigers gliedert sich mit Einführung der Dezentralisierung in acht Regionen (früher Departements), die von Gouverneuren verwaltet werden: Agadez, Diffa, Dosso, Maradi, Tahoua, Tillaberi, Zinder und die Hauptstadt Niamey. Die Regionen gliedern sich in 35 Départements (früher Arrondissements) und diese umfassen die 265 Kommunen (213 ländliche, 52 städtische). Einer Region mit dem 'conseil regional' steht der Gouverneur und dem Departement der Präfekt mit dem 'conseil de cercle' vor. Dem Gemeinderat ‚conseil municipal’ (auf dem Land) oder 'conseil de secteur' (in der Stadt) ist der Bürgermeister das Exekutivorgan. Der Gemeinderat setzt sich aus gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammen. Mit beratender Funktion, aber ohne Stimmrecht, kommen die Vertreter der ‚Chefferie traditionelle’ hinzu. Dies trägt der großen Bedeutung, die die traditionellen Volksvertreter nach wie vor in den Dörfern, aber auch überregional haben, Rechnung.

Nachdem der Dezentralisierungsprozess aufgrund der geringen Information auf Bevölkerungsebene nur langsam in Schwung kam, ist mittlerweile die Dezentralisierung auch in den Kommunen gut installiert. Anfänglich waren die Verwaltungen der neuen Gemeinden und die Bürgermeister (-ämter) mit den neuen Aufgaben überfordert und sehr skeptisch, denn sie waren wenig und vor allem nicht langfristig vorbereitet worden. Die Verantwortlichkeiten für verschiedene Ressorts stellt die Verwaltung vor neue Aufgaben. Mittlerweile sind einige Informationsbroschüren veröffentlicht worden. Die Finanzierung der Gemeinden erfolgt durch Steuern, wie Kopfsteuer (700 FCFA auf dem Land, 1500 FCFA in der Stadt), Marktsteuer, Taxisteuer, Schlachtsteuer etc. Die Dezentralisation und Kommunalentwicklung ist inzwischen auf allen Bevölkerungs- und Verwaltungsebenen nachhaltig gut installiert - nicht zuletzt aufgrund der nachhaltigen Unterstützung bilateraler, wie GIZ oder KfW von deutscher Seite, aber auch anderer europäischer Partner. Ebenso sind multilaterale Partner im Dezentralisierungsprozess engagiert, wie die Europäische Union und UN-Organisationen, wie z.B. das UNDP.

Recht, Ordnung, Korruption und staatliche Sicherheit

Niger deckt im März 2020 einen enormen Korruptionsfall im Bereich des Rüstungshaushaltes auf; im Zusammenhang der Aufdeckung dieses Skandals riskiert die Journalistin Samira Sabou trotzdem eine Gfängnisstrafe von bis zu 3 Jahren. Am 15. 3. 2020 protestierten Tausende vor dem Parlament; beim ausbrechenden Feuer kamen Menschen ums Leben - die Polizei hatte die Demonstration untersagt, wegen Bedenken bezüglich des Coronavirus (bis zu jenem Zeitpunkt war noch kein Fall im Niger analysiert).

Mindeststandards einer Demokratie werden zwar im Niger erreicht, aber die Rechtsstaatlichkeit ist nicht vollständig gesichert. Die Unabhängigkeit der Justiz; hinzukommt, dass - je nach Rechtsfall - unterschiedliche Rechtssysteme zur Anwendung kommen: das traditionelle Recht, das nationale Recht und islamische Rechtsprechung (es soll hier jedoch betont werden, dass im Niger Staat und Religion getrennt sind).

Meinungs- und Pressefreiheit, gesellschaftliche Integration sind einige der Defizite. Laut Ibrahim-Index zur Rechtsstaatlichkeit Afrikas, verläuft die Entwicklung im Niger gut - im Diagramm der Bilanz der letzten 10 Jahre liegt Niger gar an siebter Stelle. Amtsmissbrauch und Korruption sind existent auf allen Verwaltungsebenen. Die Korruption, sowohl öffentlich als auch privat, ist eine bedeutende Entwicklungsbremse im Niger, laut Transparency International befindet sich das Land beim Ranking des Transparency Index (CPI) 2018 auf Platz 114 von 180 vergebenen Rängen. Der nigrische Staat ist redlich bemüht die Korruption im Lande zu mindern und arbeitet mit den dementsprechenden Gremien und Organisationen zusammen. Die Organisation HALCIA (Haute Autorité de Lutte contre la Corruption et les Infractions Assimilées) und der nigrische Verband ANLC (Association Nigerienne de la lutte contre la corruption), die nigrische Struktur von Transparency International, setzen sich für die Bekämpfung der Korruption ein.

Weitere Defizite und Schwierigkeiten der Justiz sind die durch mangelnde Alphabetisierung bedingte Barriere des direkten Zugangs der Bewohner zur Justiz; weiterhin gibt es zu wenig Anwälte und diese Anwälte sind zu teuer, sodass 95% der nigrischen Bevölkerung nicht darauf zurückgreifen können; die Verfassung garantiert der Bevölkerung die Wahrung und Respektierung der Zivilrechte, aber dies wird landesweit nicht wirklich umgesetzt. Auch das Thema Menschenhandel, welches im Niger unter Strafe gestellt wurde, wird zwar diskutiert, aber die praktische Umsetzung lässt sich schwerlich kontrollieren - insbesondere in den nördlichen Landesteilen. Diese Probleme der Rechtsstaatlichkeit werden sehr gut im BTI Länderbericht dokumentiert, wobei zwischen wirtschaftlicher Transformation (Rang 105 von 129) und politischer Transformation (Rang 50 von 129) zu unterscheiden ist. Es ergibt sich hier ein Gesamtrang von 78 (von 129). Ein Projekt der GIZ widmet sich der Verbesserung der Rechtstaatlichkeit und 'good governance'.

Die Sicherheitslage im Niger hatte sich in der Zeit Ende 2018/Anfang 2019 nach Aussagen Einheimischer etwas entspannt. Sie war seit dem Abend des 7. Januar 2011, als zwei Franzosen in der Bar Toulousian im Zentrum Niameys von AQMI gekidnappt und später getötet wurden, als bedenklich eingestuft.

Im Dezember 2019 wurde ein terroristischer Anschlag auf eine Militärbasis an der malisch-nigrischen Grenze (Region Tillaberi) in der Nähe des Dorfes Inates verübet; dieser kostete 71 Soldaten das Leben. Vermutlich waren Islamisten die Attentäter.

Am 11. April 2018 wurde unser Kollege Jörg Lange im Westen des Nigers in der Nähe von Ayourou - vermutlich von Islamisten - entführt und nach Mali gebracht.  

Es herrscht im Niger Frieden, aber viele Teile des Landes sind noch nicht wie Anfang der 2000er Jahre - auch von Weißen - frei zu bereisen. Ständig ist mit Attentaten zu rechnen. Niger hat aufgrund der politischen Entwicklungen in der Region (Libyen, Mali, Nigeria- Boko Haram, AQMI) mit erheblichen Sicherheitssicherungsproblemen zu kämpfen. Die 5700 km lange Grenze kann schwerlich überall überwacht werden. Hinzu kommen der Drogen- und Waffenhandel, der von den 'menschenleeren' Gebieten profitiert; Niger ist das bevorzugte Transitland für die Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika. Diese und andere Probleme stellen Niger vor erhebliche Anforderungen an die staatliche Sicherheit; Kooperationspartner unterstützen die Sicherheitsorgane darin ihre Effizienz zu verbessern.

Die massive Zunahme der Gewalttaten von Boko Haram (jetzt 'Islamischer Staat Westafrika') in Nigeria greift seit langem auch auf die Nachbarländer über, so auch auf nigrisches Staatsgebiet. Immer mehr Menschen aus Nigeria suchen Schutz im Niger, wo im nigrisch-nigerianischen Grenzland viele Flüchtlingslager entstanden sind. Neben Nigeria, Niger übt Boko Haram seine brutalen Taten auch in Kamerun und Tschad aus. Der Anschlag auf das Magazin Charlie Hebdo im Januar 2015 wurde von Gewalttaten im Niger begleitet, in dessen Zuge 45 Kirchen niedergebrannt wurden. Massiv hat Boko Haram im Juli 2016 in Bosso im Südosten des Niger Angriffe geführt, die zu etlichen Toten führten und 50 000 Menschen zur Flucht veranlassten.

Mit Algerien hat Niger seit 2014 ein Abkommen, dass aus den großen algerischen Städten regelmäßig Migranten an die Grenze zum Niger gebracht werden können, wobei oft nicht auf die Nationalität geschaut wird.

Die Unruhen bei den maghrebinischen Nachbarn erschüttern den Niger. Insbesondere die Unruhen in Libyen seit 2011 und der Machtumsturz haben das Land getroffen. Der Tod Gaddafis hat zwar eine gewisse Klarheit für Libyen selbst gebracht, führte aber nicht zu Beruhigungen in der Region. Seit dem 18. Dezember 2012 schließt Libyen immer wieder seine Grenzen zu den Nachbarstaaten Algerien, Niger Tschad und Sudan, um Flüchtlingsströme fernzuhalten. Zugleich ergibt sich damit für den Staat die Möglichkeit MigrantInnen festzunehmen. Dies ist jedoch auch problematisch für die Bevölkerung, die im Grenzgebiet lebt. Viele der Arbeitsmigranten aus Libyen strandeten im Niger. Die Nigrer nehmen sich unter diesen "Rückkehr"- Flüchtlingen gering aus. "C'est la Libye qu'on bombarde, mais c'est le Niger qu'on tue" heißt es in einem Artikel. Neben dem Niger sind viele Länder betroffen, denn die Arbeitsmigranten schickten 100 bis 200 US$ monatlich aus Libyen in ihre Heimatdörfer. Die Welle der Einwanderung illegaler Arbeiter aus dem subsaharischen Afrika über den Niger in Richtung Libyen setzt sich mittlerweile wieder fort.

Zur Sicherung des Grenzgebietes Mali - Niger - Libyen errichteten die USA in der Nähe von Agadez - in gutem Einvernehmen mit Frankreich - eine Militärbasis für Drohnen. Die "Predator-Drohnen" sollen das unwirtliche gebirgige Gelände des nördlichen Niger und Mali und die angrenzenden Regionen beobachten und Lager von Al-Qaida-Kämpfern und anderen Guerilla-Truppen aufspüren. Die Bevölkerung von Agadez erfuhr von dieser Basis nur durch die internationalen Medien. Dies ruft keinesfalls nur positive Reaktionen im Norden Nigers hervor, sondern es werden u.a. neue Abhängigkeiten darin gesehen. Die Basis ist in der Nähe von Agadez gebaut worden, was Kritik und Ängste hervorruft, da im Angriffsfall die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Bedenken, dass diese Basis Niger destabilisieren könne und nicht im Einklang mit der Verfassung stehen, werden von der Zivilgesellschaft eingebracht.

Im Grenzgebiet zu Mali (Banibangou, Region Tillaberi) wurde Anfang November 2016 ein Angriff auf einen Militärstützpunkt ausgeführt. Bekannt wurde nun auch, dass bereits im Oktober 2017 die US-Armee in ein Feuergefecht involviert war. Seit Beginn des Jahrtausends (Bush-Ära) ist im Niger US Militär stationiert; es ist in die Abwehr des Drogenhandels, islamistischer Organisationen etc. involviert.

Die Bundesrepublik Deutschland errichtete im Rahmen der MINUSMA eine Militärbasis; dies wurde 2016 von Kanzlerin Merkel bei ihrem Besuch in Niger bestätigt. Die Bundeswehr hat in erster Linie beobachtende und beratende Tätigkeiten. Die Bundeswehr hilft den nigrischen Streitkräften vordringlich bei der Bekämpfung des Menschenhandels und unterstützt neben Personal mit logistischem Material. Und unterhält mit dem Lufttransportstützpunkt in Niamey die Verbindung nach Mali wo einige hundert Soldaten stationiert sind; insbesondere MedEvac ist hier zu erwähnen..

Außerdem wird die nigrische Polizei durch Seminare zur inneren Sicherheit (z.B. Hanns Seidel Stiftung in Zinder) durch deutsche Polizei-Fachkräfte unterstützt

Die Bildung der G5-Gemeinschaft im Jahr 2014 der fünf Sahelstaaten Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad dient in ihrer Arbeit zu Unterstützung anderer Regionalgemeinschaften. Dabei hat das Thema Sicherheit große Priorität neben Armutsbekämpfung, Landwirtschaft und Infrastrukturausbau. Der Sitz ist in Nouakchott, Mauretanien. Die Aktion Barkhane (seit 1. August 2014) bildet den Einsatz einer Truppe der G5 unter Führung Frankreichs zur Bekämpfung des Terrorismus.

Innenpolitik

In seiner Ansprache zum Jahreswechsel 2019/2020 richtete Präsident Mamadou Issoufou Worte an das nigrische Volk und zog - u.a. - eine Bilanz seiner Regierungszeit.

Mit 92,4 % wurde Präsident Mamadou Issoufou im März 2016 für eine zweite Legislaturperiode wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung von 59 % wird von der Opposition angezweifelt, die für die Stichwahl zu einem Boykott aufgerufen hatte. Politiker äußerten sich denn auch dahingehend, dass das Ergebnis nicht die Realität widerspiegele. Viele (ehemalige) Weggefährten Issoufous sind von seiner ersten Amtszeit enttäuscht und setzen nur noch geringe Hoffnungen in das nun folgende Mandat. Selbst wenn Issoufou als Favorit der Präsidentschaftswahlen galt, wurde der Oppositionskandidat Hama Amadou nie als chancenlos angesehen.

Brigi Rafini wurde ebenfalls im Frühjahr 2016 wieder zum Premierminister ernannt. Im Oktober 2016 wurde die MNSD in die Regierung aufgenommen und erhielt sechs Ministerposten; Seini Oumarou, ein ehemaliger Premierminister erhielt den Posten des Repräsentanten des Staatschefs.

Im Niger wurde am 17. Dezember 2015 ein geplanter Staatsstreich vereitelt und vier hohe Militärs verhaftet.

Im März 2014 protestierten Studierende - zum Teil gewaltsam - gegen die Regierung und den Uranriesen AREVA. Vorausgegangen waren Demonstrationen von Studierenden und ONGs im Januar 2014. Die neuen Verträge zwischen AREVA durch ihre beiden Tochterfirmen Cominak und Somair und dem nigrischen Staat, die im Mai 2014 geschlossen und im Oktober endgültig vom Staat bestätigt wurden, lassen den Niger höhere Steuereinnahmen erwarten. AREVA will 117 Millionen Euro investieren, u.a. in die Reparatur der Straße zwischen Tahoua und Arlit. Den Rentabilitätsanpassungen bei AREVA sind jedoch etliche Subunternehmer zum Opfer gefallen.

Wahlen

Seit 1965 werden die Wahlen im Niger mehr oder weniger demokratisch durchgeführt.

Die ersten relativ freien und fairen Wahlen fanden 2004 statt. Erstmals waren 13 Frauen unter den Abgeordneten. Präsident Tandja hatte sich vor allem dadurch beliebt gemacht, dass er kurz nach seinem ersten Amtsantritt im Jahr 2001 ein neues Programm ins Leben rief ("le programme spécial de président"). Nach dem Referendum vom 4. August 2009, mit dem Tandja die Verfassung dahingehend änderte, dass ihm drei weitere Regierungsjahre ermöglicht wurden, fanden im Herbst 2009 Parlamentswahlen statt.

Am 18. Februar 2010 wurde Tandja dann aus dem Amt geputscht. Nach einer politischen Übergangsphase wurden Anfang 2011 Lokal- und Regionalwahlen durchgeführt. Die Präsidentschaftswahlen von 2011 wurden als vorbildlich eingestuft. Der ehemalige Premierminister in der Regierung Tandja, Hama Amadou war einer der Kandidaten. Aus der ersten Runde waren Mahamadou Issoufou mit 36 % und Seini Oumarou mit 23 % der Stimmen hervorgegangen. Hama Amadou kam auf knapp 20 %. Die erforderlich gewordene Stichwahl entschied Issoufou mit 58 % ganz klar für sich.

Für die Nominierung zu den Präsidentschaftswahlen von 2016 stellten sich bis zum Stichtag 10 Kandidaten, unter ihnen Hama Amadou. Das Fieber der Präsidentschaftswahlen heizte dem Niger im Februar 2016 ein; die Bevölkerung demonstrierte für glaubwürdige und gerechte Wahlen. Moden Fa Lumana musste ohne ihren Präsidentschaftskandidaten Hama Amadou durch die Wahlkampagne. Nachdem er aus dem Exil in Frankreich in den Niger zurückgekehrt war, sitzt er seit dem 14. November 2015 wegen des Vorwurfs des Babyhandels im Gefängnis. Im Gegensatz zu 2011 trat im Jahr 2016 keine Frau als Kandidatin an.

Die Nationalversammlung hat seit den letzten Parlamentswahlen von 2016 171 Sitze; damit soll dem Schlüssel, dass ein/e Abgeordnete/r auf 100 000 Einwohner kommen soll, entsprochen werden. Die Verteilung der Sitze geschieht nach Departements und Regionen (158 Sitze), hinzu kommen 8 Sitze für ethnische Minoritäten und fünf für Auslandsnigrer; die Parteien sind wie folgt (hier eine Auswahl) repräsentiert:

Die neue Wahlperiode für den Niger wird 2020/2021 sein: am 27. Dezember wird die erste Runde der präsidenten Wahl durchlaufen , nachdem am 1. November 2020 die Gemeindewahlen durchgeführt worden sein werden. Mahmadou Issouffou unterstrich, dass er keine 3. Amtsperiode durchsetzen werde; als sein Nachfolger und Kandidat der PNDS wird Mohamed Bazoum, der aktuelle Innenminister, bevorzugt.

Besondere Persönlichkeiten Nigers

El Hadj Boubacar Bello (Dr. der Islamwissenschaften, Al-Azhar Universität, Kairo) - verstorben September 2015 - war Botschafter für den Niger. Sein großes - mit Herzblut geführtes - Engagement galt dem Zusammenschluss der Organisationen der Pastoralen Ethnien (CAPAN - Collectif des Associations Pastorales du Niger), damit diese mehr Wertschätzung erfahren und ihre Rechte, Interessen und Bedürfnisse adäquat vertreten können. Ebenso lag ihm immer die Unterstützung aller landwirtschaftlichen Ethnien und Gruppen am Herzen. Des Weiteren initiierte El Hadj Boubarcar Bello - mit ebensoviel Initiative - die Landwirtschaftskammer im Niger (RECA -Réseau des Chambres d’Agriculture du Niger) und war letztlich auch Präsident der Landwirtschaftskammern in Westafrika (RECAO - Réseau des Chambres d’Agriculture de l’Afrique de l’Ouest). Eine loyale, integre Person mit einem Ohr für jeden.

Mamane Abou - verstorben im Juli 2020 - war eine der Säulen der privaten Presse im Niger. Er gründete die Neue Druckerei im Niger (INN), seine Zeitung Le Rèpublicain ist für umfassende Berichterstattung bekannt. Mamane Abou installierte und verwaltete das Sahara FM Radio in Agadez, initiierte die Conférence Nationale Souveraine. Er leitete mit Souveränität und Disziplin über Jahre die Commission Crimes et Abus  (Kommission für Straftaten und Missbrauch).

Zivilgesellschaft

Die Herausbildung der Zivilgesellschaft im Niger entwickelt in den letzten Jahren verstärktes Selbstbewusstsein. Ab der Unabhängigkeit bis zum Ende der Regierungszeit Kountchés waren Nichtregierungsorganisationen (deutsch NRO, sonst: NGO/ ONG, Organisation Non Gouvernemental) religiösen oder sozialen Charakters. Intensiver traten internationale Organisationen erst im Rahmen der Nothilfe während der Dürre Anfang der 70er Jahre auf: Care International, SOS International, Caritas International und viele andere folgten nach. Ab den 90er Jahren wurden auch einheimische Organisationen gegründet. Mittlerweile ist die Anzahl fast unüberschaubar. Internationale, nationale, bilaterale, ethnische u.a. motivierte NRO arbeiten im Niger; organisiert auf halbstaatlicher Ebene bis zu fast privaten Einzelaktivitäten, die gut verkleidet oft eher privaten Interessen dienen. Die politische Liberalisierung, die Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre die afrikanische politische Entwicklung prägte, hat auch im Niger zu gesellschaftlichen Aufbrüchen geführt.

Ein Massaker unter demonstrierenden Studenten im Februar 1990 leitete nach Ansicht von politischen Beobachtern "die Geburt der Zivilgesellschaft im Niger" ein. In der Folge gründeten sich eine Reihe von NROs sowie andere zivilgesellschaftliche Institutionen - z.B. unabhängige Medien - oder emanzipierten sich von früherer staatlicher Dominanz (z. B. der Gewerkschaftsdachverband USTN (Union des Syndicats des Travailleurs du Niger). Dieser Aufbruch erhielt jedoch Mitte der 1990er Jahre einen Dämpfer durch den Militärputsch und eine sich wieder anschließende autoritäre Herrschaftsphase, in der zivilgesellschaftliche VertreterInnen nicht nur verschiedener Freiheitsrechte beraubt wurden, sondern mehrfach auch politischer Gewalt ausgesetzt waren.

Aufstände der Studierenden im Mai 2014 zeigen Missstände in der Verwaltung auf, denn die neuen 3000 Dossiers für Studiumsunterstützung befanden sich in erheblichem Bearbeitungsrückstand. Immer wieder kommt es vor, dass Vertreter*innen der Zivilgesellschaft verhaftet werden; die Situation zwischen Staatsautorität und Zivilgesellschaft ist noch nicht konfliktfrei.

Zum besseren Verständnis der „NRO-Landschaft“ im Niger seien einige Bespiele genannt. Der Gewerkschaftsdachverband USTN wurde 1978 als staatlich gesteuerter Verband gegründet. Im Zuge der Demokratisierungsentwicklungen des Landes ist er seit den 1990er Jahre unabhängig und spielt seither eine wichtige Rolle in arbeits- und sozialpolitischen Auseinandersetzungen, aber auch in der Demokratisierungsbewegung. Zu den ältesten und bewährten NGO im Niger gehören: Karkara (Dorfentwicklung), ANDDH (Association Nigérienne pour la Défense des Droits de l'Hommes - Menschenrechte), die bereits 1991 von Rechtsanwälten gegründet wurde, und auch Afrique Verte (Versorgung).

Viele NROs könnte man auch als berufsständische Organisationen bezeichnen, z.B. AREN (Association pour la Redynamisation de l'Èlevage au Niger), FNEN Daddo, PFPN (Plat Forme Paysanne du Niger) und viele andere. Ihre berufsständischen Ziele sind die Verbesserung der Tier- und Feldwirtschaft und dadurch der Lebensbedingungen, Versorgung mit (gutem) Wasser, Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Mensch und Tier, Schulbildung etc.

Heutzutage schließen sich immer mehr Einzelorganisationen zu Dachverbänden zusammen, um besser für die Erreichung der gleichen Ziele eintreten und effizienter arbeiten zu können. Der älteste davon ist das 1974 gegründete GAP (Groupement des Aides Privés), mit rund 40 nationalen und internationalen Mitgliedern. Weitere Zusammenschlüsse sind CAPAN /Collectif des Associations Pastorales) – Interethnischer Zusammenschluss von Tierhaltern; Djingo – ein Zusammenschluss von Wodaabe-Organisationen. Etliche Organisationen sind regionalspezifisch, wie einige Organisationen und Assoziationen in Agadez.

Sehr aktiv sind Menschenrechtsgruppen, die sich für die rechtliche und tatsächliche Abschaffung der Sklaverei im Lande engagieren. Sie erzielten - unter der Führung der NRO Timidria - einen Erfolg mit dem parlamentarischen Verbot der Sklaverei im Niger im Mai 2003! Sehr aktiv ist hier außerdem die Menschenrechtsbewegung ANDDH.

Ein weiteres – nicht nur – zivilgesellschaftliches Thema ist die Korruption, gegen welche die Association Nigérienne de lutte contre la corruption (ANLC) arbeitet.

Leider zeigen etliche Nichtregierungsorganisationen folgende Schwächen:

  • zu weites Spektrum der Ziele und Arbeitsbereiche
  • Mangel an einer konkreten Vision der NRO
  • Finanzknappheit
  • strukturelle Schwächen
  • Motivation ist oft ausgerichtet auf eine bezahlte Arbeit, aber nicht auf die Arbeitsziele der NRO
  • Funktionärsmentalität

Neben diesen Organisationsstrukturen haben ab den 2000er Jahren viele Dienstleister- und Beratungsbüros ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Entstehung wurde massiv durch die  Entwicklungsorganisationen gefördert und unterstützt die Entwicklung und Stärkung des Privatsektors. Viele internationale Kooperationspartner Nigers, so die deutsche GIZ, legen Wert auf die Stärkung der Zivilgesellschaft und motivieren dazu, der Arbeit an der Basis ausreichend Bedeutung beizumessen. 

Menschenrechte, Sklaverei, Kinderheirat, Wahaya, FGM, Geschlechtervielfalt

Die Menschenrechte sind im Niger insgesamt eine delikate Angelegenheit. 

Sklaverei ist im Niger ein brisantes Thema. Die NRO Timidria setzt sich intensiv für die Befreiung von Sklaven im Niger ein und hat mit Erfolg die Sklaverei im Niger zum Thema gemacht. Dadurch wurde erreicht, dass Sklaverei im Strafgesetz definiert und im Jahr 2003 unter Strafe verboten wurde. Über 200 Personen haben ihre Freiheit auf Grund der Bemühungen von Timidria erlangt. Jedoch ist in den Köpfen einiger Menschen Sklaverei noch nicht eliminiert, eher wird sie als "Natur gegeben" angesehen. Dass die Diskussionen auch im Niger geführt werden, zeigt sich in einem fast einstündigen Interview zum Thema Sklaverei in Haussa. Die englische Organisation Anti-Slavery International (ASI) hat der nigrischen Organisation Timidria 2004 ihren Anti-Slavery-Award verliehen. Im Jahr 2015 fand ein Kongress zur Sklaverei im Niger statt.

ANDDH, die nigrische Menschenrechtsorganisation, ist inzwischen eine führende Organisation der nigrischen Zivilgesellschaft und hat in den 8 Regionen des Niger Regionalbüros und Mitgliedsgruppen in über 60 Kommunen. Wichtigstes Ziel von ANDDH ist der Aufbau eines Rechtsstaates. Die Juristen und Para-Juristen in diesen Büros informieren und unterstützen ihre Menschen dabei, ihre Rechte kennen zu lernen und einzufordern. In Niamey führt die ANDDH eine Bibliothek, die für alle Interessierten offen ist. Zur Menschenrechtssituation nimmt ANDDH Stellung durch Pressemeldungen und Berichte.

Auch wenn durch Timidria und ANDDH die Situation der Sklaverei im Niger an die Öffentlichkeit gebracht wurde und somit nicht nur im Aus- sondern auch im Inland bekannt ist, hat sich die Situation noch nicht gravierend geändert. Informationen von 2005 zum Stand der Sklaverei sind auch heute noch aktuell. Die Schätzungen über die Anzahl Menschen, die im Niger als Sklaven leben müssen, variiert zwischen 40 000 bis 870 000. Dabei ist die Palette der Abhängigkeitsverhältnisse sehr breit: es sind Menschen, die seit Generationen in traditionellen Abhängigkeitsverhältnissen leben als "historische" Sklaven, aber auch die vielfältigsten "modernen" Systeme von Sklaverei bzw. Zwangsarbeit: Kinder aus armen Landhaushalten, die an Stadtfamilien gegeben werden, um die Haushaltsarbeiten zu erledigen und ebenso verarmte ehemalige Tierhalter, die sich als Lohnhirten bei großen Tierhaltern (Politikern oder Händlern) verdingen und unter sklavenartigen Verhältnissen leben müssen; Menschen die zwangsweise dem Sex-Gewerbe nachgehen müssen;diverse Formen der Kinder-Sklaverei u.v.m..

Oft werden junge Mädchen, als Wahaya ('fünfte' Ehefrau) zwangsverheiratet - und es gibt nicht selten mehrere in einem Haushalt - obwohl de jure (staatlich und islamisch) nur vier Ehefrauen erlaubt sind. Diese Wahayas haben nicht die Rechte der regulären Frauen und der Übergang zur Sklaverei ist gleitend; nicht selten müssen die Mädchen schwere Fußreifen tragen, die sie als Sklavinnen ausweisen.

Zwangsheirat, oft Kinderheirat (z.B. aus Gründen von Armut) oder arrangierte Heirat - z.T. aus traditionellen Gründen -, aber zunehmend aus vorgenannten Ursachen, sind Situationen, die jüngste Mädchen, die selbst noch Kinder sind, in sexuelle Ausbeutung führen. Wird aus traditionellen Gründen eine Heirat arrangiert, so sollte das junge Mädchen vorerst unter der Schwiegermutter leben und erst als Jugendliche mit ihrem Ehepartner zusammenkommen. Niger ist das Land mit der höchsten Rate der Verheiratung Minderjähriger. 28 % der Mädchen sind vor ihrem 15. Lebensjahr und 76 % vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Es haben ca. 10 % der Mädchen bis 15 Jahre bereits ein Kind geboren; in der Stufe bis 18 Jahre sind es bereits fast 50 %. Dieses Problem existiert im gesamten westafrikanischen Raum, aber auch religiöse Vertreter setzen sich für eine Heirat nicht vor dem 16. Lebensjahr ein.

Die weibliche Beschneidung FGM (Female Genital Mutilation) ist auch im Niger verbreitet, aber laut Terres des Femmes sind nur etwa 10 % der Frauen beschnitten; mittlerweile werden glücklicherweise nurmehr 2 % der Mädchen beschnitten, denn immer mehr Eltern (Frauen und vor allem auch Männer) sprechen sich dagegen aus. Es kommen alle drei Formen der Verstümmelung vor, die durch traditionelle Beschneiderinnen vorgenommen werden.
Dass diese 2003 unter Strafe gestellt wurde, hat die Arbeit der Frauenrechtlerin und Richterin Mariama Cissé bewirkt. Cissé setzt sich unter anderem für die Gleichberechtigung der Geschlechter, für die Position der "matan kuli" (eingeschlossene Frauen) und gegen die Zwangsverheiratung von minderjährigen Mädchen und Genitalverstümmelung ein (verwiesen wird auch auf 'Gesellschaft und Kultur: Geschlechterverhältnis').

Bei der Geschlechter-Vielfalt (Gender Diversity) existieren im Niger keine Gesetze gegen LGBTQI* (Lesbian, Gay, Bi, Trans, Queer, Inter und *(diverse) Identitäten und Sexualitäten). Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein freies Ausleben "diverser" Identität und Sexualität beliebig toleriert ist.

Nord-Niger-Konflikt/Tuareg-Rebellion

Denkmal in Tchintabaraden
Denkmal zur Erinnerung an das Massaker im Mai 1990 in Tchintabaraden, Foto: A. Bartelsmeier

Das Massaker in Tchintabaraden am 15. Mai 1990, welches von Militärs verübt wurde und etwa 1500 Personen das Leben kostete, stellte den Beginn der Tuareg–Rebellion in den 90er Jahren dar. Dieser schlossen sich auch andere ethnische Gruppen an, um ihre Rechte besser vertreten zu wissen: Beteiligung an den Erlösen der Rohstoffausbeute (Uran, Erdöl) in ihren angestammten Gebieten bzw. Rückführung in Form von Investitionen in Schule, Gesundheitszentren etc., insgesamt eine bessere Vertretung in der Staatsverwaltung und Schutz ihrer Rechte, insbesondere der Wasser- und Weiderechte. Beigelegt wurde der Konflikt in den Jahren 1995/96 mit einem Friedensabkommen, ohne dass jedoch alle Forderungen umgesetzt worden wären. Etliche Tuareg wurden daraufhin in die Politik integriert. Mano Dayak, der "Wüstenprinz" und Tuareg-Rebellenführer konnte die weiteren Entwicklungen nicht mehr miterleben, da er 1995 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Die erneuten Erhebungen der Tuareg im Norden Nigers im Jahr 2007 begründen sich auf die gleichen Forderungen an den Staat wie in den 90er-Jahren. Die Tuareg schlossen sich zum „Mouvement des Nigeriens pour la Justice“ (MNJ) zusammen. Es gab verschiedene Kämpfe zwischen MNJ und dem nigrischen Militär. Im August 2008 verkündeten die Tuareg einen Waffenstillstand und wiederholten ihre Forderungen. Es wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und in der Folge zogen alle internationalen Projekte ihre Niederlassungen aus dem Norden des Landes ab. Die Bewegung der Tuareg wurde von Tandja verharmlost, der die Aufständischen als „Banditen und Drogenschmuggler“ bezeichnete, mit denen er nicht in einen Dialog treten werde. 

Dies bedeutete selbstverständlich auch, dass der Tourismus, eine wichtige Einkunftsquelle im Norden des Niger – auch mit Auswirkungen auf die anderen Landesteile - zum Erliegen kam. Große Einbußen erfährt der Tourismus durch die unsichere Lage im Norden und die Entführungsfälle - 70 % der Touristen sind Franzosen. In Timia, der eindrucksvollen Oase gut 200 km nördlich von Agadez im Air Gebirge gelegen, bleibt der Tourismus seit 2007 aus. Hinzu kommt das Landminen-Problem.

Die Hauptabbaugebiete für Uran und weitere Lagerstätten liegen in den traditionellen Weidegebieten der nomadischen Tierhalter - Tuareg und Fulbe. Die Strahlungswerte in weiter Umgebung der Minen liegen weit über den menschlich verträglichen Werten. Mittlerweile existieren etliche Organisationen im In- und Ausland, die gegen die rücksichtslosen Abbaubedingungen demonstrieren und vorgehen. Aufgrund der schlechten Sicherheitsstandards wurde dem Urankonzern AREVA am 23. Januar 2008 der „Public Eye Award“, eine "Auszeichnung" für besonders verantwortungslose Unternehmen, verliehen. Nach zähen Monaten der Verhandlungen zwischen dem nigrischen Staat und AREVA wurde Ende Mai 2014 ein neuer Vertrag über neue Konditionen des Uranabbaus gegengezeichnet.

Generell ist ein Anstieg der Kriminalität nach dem zweiten Tuareg-Aufstand und dem Einfluss von AQMI zu verzeichnen, die man regional nicht eingrenzen kann. Besonders in der Region Agadez, hier vor allem im Air-Gebirge, ist nach der Abgabe der Waffen durch die drei Tuareg-Bewegungen aufgrund sozialökonomischer Probleme eine besonders erhöhte Kriminalität festzustellen. Opfer sind in erster Linie Ausländer, die von bewaffneten Banden entführt und Terrororganisationen wie AQMI zum Zwecke der Erpressung übergeben werden.

Dass die Situation zwischen der Staatlichkeit und dem Norden des Landes bzw. den Tuareg keinesfalls geklärt ist, zeigen die Entführungen in den letzten Jahren. Trotz der Entführung von AREVA-Mitarbeitern vom September 2010 aus Arlit blieb AREVA vor Ort. Im November 2013 wurden entführte AREVA-Mitarbeiter 3 Jahre nach ihrer Geiselnahme entlassen.

Am 5. April 2013 trafen sich Tuareg-Künstler aus Niger und Mali in Niamey zu einem Fest, um mit Musik für Frieden und soziale Kohäsion zu feiern. Es distanzieren sich der Großteil der Tuareg-Gruppen von den Islamisten der AQMI oder jenen Gruppierungen, die ihr nahestehen. Sie suchen nach friedlichen Lösungen der Situation. Die Ethnie der Tuareg setzt sich aus vielen verschiedenen Gruppen zusammen, die nur zum geringsten Teil Islamisten sind. Grundsätzlich sind auch die Interessen der Tuareg-Gruppen im Niger, in Mali und in Burkina Faso nicht gleich.

Außenpolitik

Die regionalen Beziehungen

Niger ist Gründungsmitglied der Afrikanischen Union (AU) und über die Mitgliedschaft bei ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten) und die UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft) eng mit den Nachbarländern verbunden. So hat Niger z.B. die Steuerharmonisierung im Januar 2000 mitvollzogen. Niger ist ebenfalls Mitglied der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), der Westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD, der Entwicklungsfinanzierungsinstitution der UEMOA und des Comité Inter-Etats de Lutte contre la Sécheresse du Sahel (CILSS)

Das Binnenland Niger ist um gute Beziehungen zu seinen Nachbarn bemüht; jedoch ist Niger aufgrund seiner langen Grenzen und grenzübergreifenden Beziehungen seiner Ethnien und Menschen nicht selten von diversen regionalen Konflikten betroffen. Über südliche Länder ist die Verbindung zur Küste gegeben. Seit Februar 2002 bilden Niger, Mali und Burkina Faso eine aus Mitgliedern der drei Staaten bestehende gemeinsame Sicherheitsbrigade zum Schutz der gemeinsamen Grenzen, die gelegentlich auch von Algerien unterstützt wird.

Die Beziehungen zu Libyen sind eng. Nach dem Tod Gaddafis im Jahr 2011 ist Libyen instabil und vom Bürgerkrieg bestimmt. Die dort enstandene Situation des Machtvakuums bietet Islamisten Terrain für erhebliche Ausdehnung. Nach dem Tod Gaddafis müssen sich die neuen Beziehungen erst wieder festigen. Viele Nigrer gehen als Arbeitsmigranten in das nördliche Nachbarland. Es wird befürchtet, dass der Süden Libyens zum Rückzugsraum islamistischer Gruppen wird, was für Libyen und seine Nachbarstaaten große Probleme aufwerfen würde. Anfang März 2014 wurde Gaddafis Sohn Saadi vom Niger, wohin er einen Monat vor dem Staatsstreich in Libyen 2011 geflohen war, nach Libyen ausgeliefert.

Ein alter Grenzstreit (seit 1927) zwischen Burkina Faso und Niger (zwischen Tong-Tong und dem Botou-Rücken) wurde im April 2013 vom Internationalen Gerichtshof beigelegt. Es ist eine technische Lösung, die jedoch die Klarheit der Zuständigkeit für die beiden Staaten bzgl. Steuern, Einsatz der Ordnungskräfte etc. regelt. Im Jahr 2014 wurde begonnen, die Grenzmarkierungen zu installieren und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Historische Verbindungen dies- und jenseits der Grenzen lassen sich u.a. auf das Emirat Liptako zurückführen. Seit 1970 haben Burkina Faso, Niger und Mali für das Liptako und die nordöstlich angrenzende Region Gourma, den Zusammenschluss Autorité de développement intégré de la région du Liptako Gourma (ALG) ins Leben gerufen. Allen drei Ländern geht es um Ressourcenschutz und den Kampf gegen Desertifikation.

Mali

Am 19. August 2020 wurde im Zusammenhang mit einer Revolte der Stastspräsident Malis Ibrahim Boubacar Keita (IBK) gestürzt. Im Rahmen der Phase der Corona-Pandemie ist diese Krisensituation noch wesentlich kritischer.

Mit Mali verbindet Niger eine große kulturelle und soziopolitische Nähe - insbesondere in den nördlichen Regionen. Ereignisse der letzten Jahre und Jahrzehnte sind sich zwar ähnlich, haben aber nicht immer die gleichen Zielsetzungen: Tuareg-Aufstände; Nord-Mali/Nord-Niger Konflikt; AQMI etc. Die Stationierung von Truppen zur Bekämpfung von Drogen- und Waffenhandel ebenso wie zur Minimierung des Menschenschmuggels sind in beiden Ländern aktuell.

Auf naturökologischer Ebene verbindet die Staaten Niger, Burkina Faso und Benin der Nationalpark "W" (entsprechend des W-Mäanders, den der Fluss Niger aufweist), der zum Weltnaturerbe gehört.

Der Handel mit Nigeria ist intensiv, nicht zuletzt auch bedingt durch die familiären Verbindungen der Haussa diesseits und jenseits der Grenze. Außerdem ist Nigeria mit seinem Erdöl Energieversorger des Niger. Seit in Nigeria die islamistische Strömung Boko Haram von sich reden macht und auch über die Grenzen agiert, kam es immer wieder zu Fluchtbewegungen aus dem Norden Nigerias und zu Grenzschließungen.

Die internationalen Beziehungen

Mit Deutschland pflegt Niger enge Beziehungen. Auf finanzieller, technischer und personeller Ebene trägt Deutschland zu Förderungsmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse im Niger bei.

Aktuell (Frühjahr 2020) werden u.a. Gelder umgewidmet und weitere Mittel bereitgestellt, um Niger bei der Bewältigung der Coronakrise zu unterstützen. Minister Müller hält eine neue Flüchtlingswelle aus Afrika für möglich. Die Verhältnisse in den afrikanischen Staaten würden chaotisch werden bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen.

Die Schwerpunkte Deutschlands in den bilateralen Beziehungen mit dem Niger sind der politische Dialog und die Entwicklungszusammenarbeit. Merkels Kurzvisite im Niger im Mai 2019 brachte neben der Anerkennung der nigrischen Leistungen im Bereich Migration einige finanzielle Unterstützung mit. Bei dem Kurzbesuch von Kanzlerin Merkel Mitte Oktober 2016 in Mali und Niger versprach sie dem Staat eine Unterstützung im militärischen und zivilen Bereich. Den Erwartungen Nigers einen Marschallplan zur Unterstützung bei der Flüchtlingsproblematik mit erheblichen finanziellen Mitteln zu fördern, entsprach Merkel nicht. Jedoch wird man sich am Ausbau des Flughafens von Niamey beteiligen und auch bestimmte Projekte im sicherheits- und entwicklungspolitischen Bereich, insbesondere in Niger und Mali, weiter aufstocken. Insbesondere bezieht sich dies auf Maßnahmen im Flüchtlingsbereich, beispielsweise Alternativen aufzuzeigen gegen die Schleusertätigkeit. Im Mai 2016 war bereits der damalige Außenminister Steinmeier in den Niger gereist um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Zur Eindämmung der Flüchtlingsströme aus westafrikanischen Ländern unterstützt Deutschland seit Jahren den Niger. Diese Reise, die er zusammen mit dem französischen Außenminister Ayrault unternahm, diente in erster Linie dazu einen migrationspolitischen Dialog für die EU zu führen. Entwicklungsminister Müller wollte mit seiner Reise im August 2016 die Zukunftschancen stärken und Bleibeperspektiven ausbauen. Er betonte im Niger, dass Deutschland und Europa die Hilfe des Niger benötige.

Die Verbindungen des Staates Niger zu Frankreich sind, nicht zuletzt aufgrund der kolonialen Geschichte, nach wie vor intensiv. Die wirtschaftlichen Beziehungen spielen dabei eine bedeutende Rolle; bis vor einigen Jahren waren die meisten Produkte in den Supermärkten französischer Herkunft. Politisch ist Frankreich in der gesamten Region präsent. Nigers Präsident Mahamadou Issoufou wünscht sich von Frankreich Unterstützung beim Demokratisierungsprozess. Ein Drittel seines gesamten Uranbedarfs importiert Frankreich aus Niger. Die älteste Uranmine Nigers in Arlit ist im Besitz des französischen Unternehmens AREVA, welches seit 1958 im Niger schürft. 

Die Europäische Union ist ein wichtiger Partner des Staates Niger; mit dem Programm EUCAP Sahel Niger sollen zentrale und lokale Autoritäten unterstützt werden, um die Sicherheit auf nigrischem Staatsgebiet zu erhöhen. Das Hauptziel ist momentan die Bekämpfung und Kontrolle der irregulären Migration.

Das Verhältnis zu den USA ist von sicherheitsrelevanten Aspekten geleitet. Im Zuge des Konfliktes in Nord-Mali wurden im Frühjahr 2013 in Niamey etwa 10 Drohnen und Militär stationiert. Diese sollen im unwirtlichen und schwer zugänglichen Norden Nigers und Malis, der als Rückzugsraum der Kämpfer und auch Banditen gilt, Lager aufspüren. Die Unterstützung in Aspekten der Sicherheit steht momentan im Vordergrund der Beziehungen; zudem importieren die USA Uran aus dem Niger und exportieren Reis, Fahrzeuge, Maschinen zur Lebensmittelverarbeitung, Fette und Öle.

Die Beziehung zwischen China und Niger ist geprägt durch Chinas Interesse an nigrischen Rohstoffen. Im Gegenzug errichtete China die zweite Nigerbrücke, eine dritte Brücke ist in Vorbereitung und China baute auch die Erdölraffinerie in Zinder. Im Februar 2014 wurde ein hohes Kreditabkommen mit China geschlossen.

Flüchtlingssituation

Transitland Niger

Aktuell (Frühjahr 2020) werden seitens des UNHCR Stadien zu Isolationsstätten für Flüchtlinge umgenutzt. Flüchtlinge aus Westafrika stranden wegen der Corona-Krise im Niger - das Land steht vor großen logistischen und ernährungstechnischen Anforderungen.

Der Flüchtlingsstrom von Afrika in die EU hat seit dem Frühjahr 2016 wieder massiv zugenommen. Das Haupttransitland ist nach wie vor Niger. Es hatte sich mit dem "Menschenschmuggel" ein neues Ökonomiefeld aufgetan und es darum wie Ersatzeinkommensquellen für die Einheimischen in Agadez geschaffen werden können. Nachdem der Tourismus im Niger, insbesondere im Norden des Landes zum Erliegen gekommen ist, sorgt das Flüchtlingsgeschäft für einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung. Wie intensiv sich der Niger gegen jene Bewegung einsetzen wird, hängt letztlich auch von den Geldern ab, die von EU-Seite in den Niger fließen, äußerten die Außenminister Deutschlands und Frankreich bei ihrem gemeinsamen Besuch im Niger im Mai 2016. Seit Mai 2015 hat der Niger den Menschenhandel unter Strafe gestellt, der mit bis zu 30 Jahren Freiheitsentzug geahndet werden kann; die Umsetzung des Gesetzes ist schwierig, das Interesse an seiner Umsetzung gering.

Der Bitte des Nigers, dass die Europäische Union in der Frage der Migranten helfen möge, sollte in Form eines Migrationszentrums - unterstützt von der IOM (Internationale Organisation für Migration) entsprochen werden. Im Mai 2016 wurde in Agadez, einst Perle der Sahara, ein Zentrum zur Beratung und Hilfsunterstützung von MigrantInnen eingerichtet. Knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme besuchte sogar der Generaldirektor der IOM das Zentrum und es folgte ein weiterer Besuch des Generaldirektors in 2018. Auf einer Konferenz von Staaten, die von den Migrationsströmen betroffen sind, wurde am 16. März 2018 beschlossen, dass Migranten und Flüchtlinge geschützt, die Verteidigungskräfte und Grenzsicherungen verstärkt werden und nach alternativen Einkommensquellen gesucht wird.

Wichtig zu bemerken ist, dass es stets wenige NigrerInnen sind, die sich auf den Weg nach Europa machen, diese begeben sich eher auf Arbeitsmigration nach Libyen und Algerien.

Nicht nur, dass viele Menschen bei der Mittelmeerüberquerung zu Tode kommen - in der Presse sind wenige Artikel über die Menschen zu finden, die in der Sahara ihr Leben lassen. Zur Umgehung der Polizeiposten wählen die Schlepper wenig befahrene Strecken. Die Leichen der verdursteten Menschen werden oft erst Monate oder Jahre später gefunden und können dann nicht mehr identifiziert werden.  Es ist jedoch davon auszugehen, dass dreimal so viele Menschen ihr Leben in der Wüste verlieren wie im Mittelmeer. Der Transport durch die Sahara wird zu einem relativ fixen Preis von € 230 gehandelt. 

Flüchtlinge aus Mali

Seit Ausbruch der Aufstände in Mali (17. Januar 2012) sind Zehntausende von Menschen in den Niger geflüchtet. Im Sommer 2016 lebten dann etwa 60 000 malische Flüchtlinge im Niger und auch zum Jahreswechsel 2017/18 hat sich deren Zahl nicht verändert; nicht selten kommt es zu gewaltsamen Übergriffen. Auch im Jahr 2019 leben nach wie vor fast 60 000 malische Flüchtlinge im Niger.

Grenzgebiete Niger-Mali/Niger-Burkina Faso

Die Grenzgebiete zu den beiden westlichen Nachbarstaaten sind immer auch Rückzugsregionen für Terroristen. Ende 2019 wurden wieder etliche Angriffe von Terroristen ausgeübt: Inates (Niger) , die nicht nur militärische Opfer sondern wie im Fall von Aribinda (Burkina Faso) viele zivile Todesopfer fordern.

Die Bedrohungen durch Boko Haram - nicht nur im Südosten des Landes 

Am 9. August wurden 8 Personen (6 französische Touristen und 2 Nigrer) in der Region von Kouré Opfer eines bewaffneten Anschlages.

Angriffe auf Militätstützpunkte (und auch zivile Ziele) vornehmlich im Südosten des Landes sind wie seit Jahren die offensiven Angriffe durch Boko Haram; der letzte größere war Ende Mai 2020.

Zur Jahreswende 2018/19 führte die nigrische Armee eine erfolgreiche Militäroffensive gegen Boko Haram im Gebiet des Tschadsees durch, bei der 300 Boko Haram-Anhänger den Tod fanden. Und weiterhin setzt das nigrische Militär all seine Möglichkeiten dafür ein, Boko Haram auf nigrischem Boden zu eliminieren. Dies geschieht mit Unterstützung der grenzübergreifenden G5-Sahel-Truppen. Um erfolgreich weiter vorgehen zu können, wird als wichtig angesehen, dass sich das Vertrauensverhältnis mit der Bevölkerung in den betroffenen Regionen verbessert.

Die Flüchtlingssituation im Gebiet der nigerianisch-nigrischen Grenze ist nach wie vor kritisch. Im Mai 2013 erklärte der nigerianische Präsident den Norden Nigerias (Staaten Borno, Yobe und Adamaua) aufgrund der Überfälle von Boko Haram zum Notstandsgebiet. Der Südosten Nigers ist immer wieder von unterschiedlichen Krisen betroffen, die sich akkumulieren. Die nigerianischen Flüchtlinge erschweren die Versorgungslage der ansässigen Bevölkerung erheblich. Aktuell leben - nach Bericht des UNHCR - knapp 120 000 nigerianische Flüchtlinge im Südosten Nigers und etwa 25 000 Nigrern, die aus Nigeria flohen, wo sie lebten/arbeiteten.

In der Region Diffa betrifft die Nahrungsmittelunterstützung laut Angaben von PAM (Projet alimentaire mondiale/WFP) etwa ein Viertel der Bevölkerung. Insbesondere in dieser Situation bedarf der Südosten Nigers erheblicher Unterstützung bei der Nahrungsversorgung der ansässigen Bevölkerung und der Flüchtlinge aus Nigeria. Die Gewalt und Ausdehnung der Angriffe von Boko Haram im Norden Nigerias, im Niger, im Tschad und in Kamerun nahm in Anzahl und Intensität bis Mai 2015 erheblich zu.

Die Menschen verließen Tschadseeinseln um Boko Haram zu entkommen und wurden an ihre Herkunftsorte, bis hin in den Senegal, zurückgeführt. Über Jahre konnten sie nicht zurückkehren. Seit Jahresbeginn 2018 gingen gut 1000 Personen wieder zurück auf die nigrischen Tschadsee-Inseln, um weiter dem Fischfang nachzugehen oder Weide für ihre Tiere zu finden - sie betreten dabei gesperrte Zonen.

Medienlandschaft

Die in der vielfältigen Medienlandschaft des Niger existierenden verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen erscheinen nur in Französisch. Offiziell heißt es, die nigrische Presse sei weitestgehend frei und unterliege kaum Beschränkungen. Organisationen wie Reporters sans frontières (RSF) sehen auch eine zumeist recht positive Entwicklung in dieser Richtung. In ihrem Presse-Freiheits-Index von 2020 ist der Niger im Vergleich zum Vorjahr (66 von 180) allerdings weiter auf Rang 57 von 180 untersuchten Ländern gefallen. Für den Schutz der Reporter setzt sich ebenfalls das CPJ (Committee to Protect Journalists) ein.

Zeitungen

  • Le Sahel
  • Le Republican
  • Air Info (Agadez)
  • L'autre Observateur
  • L'Evénement
  • La Roue de l'Histoire
  • Le Canard Déchaîné
  • La Griffe
  • Haske
  • Le démocrate

Internetdienste

Zeitungen
Eine Auswahl nigrischer Zeitungen, Foto: A. Bartelsmeier

Der Staat kontrolliert das nationale Fernsehen und Radio und übt auch einen starken Einfluss auf private Radiostationen aus.
Fernsehempfang ist meist nur in urbanen Gebieten möglich. Hier ist die Verbreitung von Fernsehgeräten dann jedoch recht hoch. Bezogen auf die hohe Bevölkerungszahl sind es aber doch nur 17 % der Bevölkerung, die regelmäßig fernsehen.
Radiostationen sind landesweit verbreitet und Rundfunknachrichten sind in Niger das wichtigste Kommunikations- und Informationsmedium, da der Anteil der alphabetisierten Bevölkerung sehr gering ist. 

Fernsehen

  • Tele Sahel (staatlich kontrolliert). Fernsehsender des ORTN
  • Tenere TV (privat, in Niamey)
  • Telestar (Pay-TV, in Niamey)

Tele Sahel strahlt die Sendungen zumeist in Französisch aus; über die Woche verteilt gibt es jedoch auch Nachrichten in verschiedenen Landessprachen.

Radio

Seit Beginn der 2000er Jahre gibt es vielerorts 'radio rurale' (Landradios). Dies sind assoziative Gemeinderadios, die in den lokalen Sprachen berichten. Sie sind relativ unpolitisch und beschäftigen sich mit lokalen und regionalen Ereignisse (Marktpreise, Feste). Zunehmend werden sie auch als Sprachrohr und Sensibilisierungsmedium von Entwicklungshilfeorganisationen und NGOs genutzt und auch bei ihrer Installation, sowohl bei der Ausbildung als auch der Ausrüstung, unterstützt.

Radiostation Tegguid n’Tagait
Radio Rurale, Foto: A. Bartelsmeier

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Dr. Antje Bartelsmeier, Pastoralistin aus dem Oberallgäu, ist Dipl.-Ing. agr. und Ethnologin.

Seit 1993 Beraterin und Wissenschaftlerin in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Westafrika; als Referentin und Trainerin im Bereich interkulturelles/globales Lernen tätig; Landestrainerin bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ); Lehraufträge und Assistententätigkeiten an verschiedenen Institutionen.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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