Woodaabe gehen zum Tanz, Foto: A. Bartelsmeier
Anteil alphabetisierte Erwachsene
19,1 % (2016, geschätzt)
Bedeutendste Religionen
Islam (95 %), Christentum, trad. Religionen
Städtische Bevölkerung
19,3 % (2017, geschätzt)
Lebenserwartung (w/m)
62,8/60,9 in Jahren (2018, geschätzt)
Gender Inequality Index
Rang 154 von 162 (2018, HDR)
Anzahl der Geburten
7,1 / Frau (2019, geschätzt; 1985:7,9)
Kindersterblichkeit
81,1 / 1000 Lebendgeburten (2016, geschätzt)

Makrosoziale Struktur

Ethnizität und Tribalismus

Niger ist ein multi-ethnischer Staat mit einer Bevölkerungszahl von mittlerweile fast 24 Millionen Menschen (worldometers live Ticker), das entspricht einem Bevölkerungszuwachs von über 400 % in 50 Jahren (3,3 Millionen Einwohner im Jahr 1960). Mit seinem drastischen Bevölkerungswachstum (Weltbank 2018) von über 3,8%; dahingegen beim CIA (3,17 2017). Niger belegt in diesem Bericht den sechsten Platz im Ranking des weltweiten Bevölkerungswachstums. Das bedeutet für das Jahr 2050 eine Population von etwa 68 Millionen Menschen, jedoch wird ein sinkendes Bevölkerungswachstum erwartet.

Von anderen (west-)afrikanischen Staaten unterscheidet den Niger, dass hier weniger verschiedene Ethnien leben. Identität für die NigrerInnen bestimmt sich in erster Linie über die Ethnie. Ethnizität ist identitätsstiftend. Ein Nigrer/eine Nigrerin fühlt sich in erster Linie dem eigenen Volk bzw. der Untergruppe, dem Stamm oder Clan zugehörig: z.B. Tuareg Kel Ewey, Fulbe Woodaabe Djidjiru. Die meisten nigrischen Ethnien sind nicht auf die (künstlichen) nationalstaatlichen Grenzen festgelegt, es existieren grenzüberschreitende alte Verbindungen, sowohl bei Haussa (gen Nigeria), Songhai (gen Mali), Tuareg als auch Fulbe, um nur die vier bevölkerungsreichsten Ethnien zu nennen.

Das Nationalgefühl ist im Niger nicht sehr stark ausgeprägt, sondern zeigt sich eher wenn Nigrer im Ausland in der Diaspora leben. Befinden sich Nigrer/-innen zur Arbeitsmigration in Nachbarländern, so bildet sich Zusammengehörigkeit auf der Ebene der ethnischen Zugehörigkeit oder allenfalls regionalspezifisch, im fernen Ausland sieht das anders aus: Nationalität steht im Vordergrund. 

Targi und Dromedar
Targi und Dromedar, Foto: A. Bartelsmeier

Ethnien im Niger

Die Ethnien Nigers nutzen - resultierend von ihren historischen Wirtschafts- und Lebensformen her -  traditionell bestimmte geografische Räume.

Die ethnische Zusammensetzung nach prozentualer Verteilung gliedert sich wie folgt:

 

Die Hausa sind traditionell Händler. Sie leben vor allem in den Großräumen der Städte Tahoua, Maradi und Zinder. Im Laufe der Jahrhunderte breiteten sich die Hausa nach Süden hin aus. Die Mehrheit lebt mittlerweile in Nigeria. Das nigrisch-nigerianische Grenzgebiet ist charakterisiert durch die ehemaligen Hausa-Staaten. Der Handel war weitläufig: alte Karawanenwege von Kano über Katsina in den Niger werden heute noch genutzt, jedoch selten mit dem Kamel, sondern mit Lastwagen. Viele Hausa leben heute als Bauern.

Die Djerma und Songhai sind zum Großteil sesshafte Feldbauern, zum Teil aber auch mobile Tierhalter und Handwerker. Das traditionelle Siedlungsgebiet der Songhai ist das Tal des mittleren Nigerflusses. Das Songhaireich mit der Hauptstadt Gao (heute Mali) wurde bereits im Jahr 700 gegründet und hatte etwa 900 Jahre Bestand. Die Siedlungsgegend der Djerma ist die Region der Hauptstadt Niamey bis nach Dosso. Djerma sind zwar anderen Ursprungs als die Songhai, aber ihre Sprachen sind nah verwandt; sie haben sich in Kleidung und Kultur assimiliert.

Die Tuareg mit ihrer eigenen Sprache, dem Tamaschek und eigenen Schrift, dem Tifinagh, leben im Sahara- und Sahelraum (Mali, Niger, Libyen, Algerien, Burkina Faso). Traditionell sind Tuareg nomadische Kamelhalter mit kleinen Wiederkäuern. Die Gruppen, die in der Pastoralzone leben, halten auch Rinder. Untergruppen betreiben Gartenbau, z.B. im Air-Gebirge. Nur noch wenige Tuareg führen die traditionellen Kamel-Karawanen durch, bei denen sie bis in die Küstenländer gingen, um Salz und Datteln zu liefern und Getreide in die Sahara (z.B. Fachi, Bilma) mit zurück zu nehmen. LKWs wurden zu einer unschlagbaren Konkurrenz. Die Gesellschaft der Tuareg (weibl. Targia; männl. Targi) ist nach dem Matriarchat organisiert. Die traditionelle kastenähnliche Struktur der Gesellschaft der Tuareg ist nach wie vor existent, wenngleich - je nach Lebensumständen und Region - aufgeweicht. Zeichen der starken Traditionsbezogenheit ist beispielsweise auch die Inthronisation eines neuen 'Chef du Canton'; traditionelle Hochzeit etc.. Die Kontakte der Tuareg zu den Europäern sind aufgrund des bis Anfang der 2000 er Jahre aufblühenden Wüstentourismus recht gut; daraus entstanden etliche Unterstützungsorganisationen.

Fulbe und Fulbe Woodaabe (im Niger wird meist die französische Bezeichnung Peulh verwendet) leben im südlichen Teil der Pastoralzone bis hinein in die Ackerbauzone, im Südosten des Niger, ebenso wie im Westen in der Region Tera (ehemaliges Fulbe-Emirat Liptako). Sie sind traditionelle Rinderhalter mit kleinen Wiederkäuern, bestellen zum Teil auch Felder und sind im Tierhandel tätig. Die etwa 100.000 Woodaabe-Nomaden Nigers gehören der Völkerfamilie der Fulbe an, zu der in Westafrika mehr als neun Millionen Menschen zählen. Während ein Teil der Fulbe sesshaft wurde und schon vor der Kolonialzeit Staaten gründete, haben die Woodaabe und andere nomadische Fulbe an ihrer Lebensweise als Rindernomaden festgehalten. Der Lebensrhythmus dieser Menschen orientiert sich ganz an den Bedürfnissen ihrer Rinder – deren Bedarf an Wasser und Weide. Für die nomadischen Tierhalter gilt, dass durch Staatsgrenzen traditionelle Wanderwege zerschnitten wurden – mittlerweile gibt es glücklicherweise wieder Abkommen zwischen den Staaten über die „Transhumance transfrontaliere“. Zölle behindern den Handel, LKWs konkurrieren mit dem Kamelkarawanenhandel. Durch die Ausweitung der sesshaften Landwirtschaft in der halbtrockenen Sahelzone werden nomadische Gruppen in den letzten Jahrzehnten immer weiter nach Norden abgedrängt.

Die Tubu (Daza und Teda) leben als nomadisierende Kleintierhalter in den östlichen Landesteilen und Richtung Tibestigebirge. Der überwiegende Teil dieses 350 000 Tubu lebt im nördlichen Tschad und ein Teil in Libyen. Im Gegensatz zu den Tuareg haben sie eine egalitäre Gesellschaftsform und widerstanden allen Kolonialisierungsbestrebungen der Franzosen. Früher betrieben sie Karawanenhandel über die Straße von Bornu vom Tschadsee bis nach Tripolis.

Die Kanuri leben östlich von Tanout/Zinder und im Mangaland. Der Großteil lebt im Nordosten Nigerias im Bornu-Gebiet. Oft sind sie Oasenbauern (z. B. Oase Fachi), spezialisiert auf Salinenarbeit, Dattelkultivierung und Karawanenhandel.

Die Yedina (Eigenbezeichnung) bzw. Buduma, wie sie von den Nachbarn genannt werden, sind die "Menschen der hohen Gräser". Sie leben im Tschadsee-Gebiet, an den Ufern und auf den Inseln und sind überwiegend Rinderhalter, aber auch im Fischfang und Handel tätig. Charakteristisch ist das Kouri-Rind mit seinen großen 'Amphibienhörnern'. Ein besonderes Exemplar ist im Nationalmuseum in Niamey ausgestellt.

Gurmantche leben zumeist als Bauern. Die Gurmantche (Sprache: Gurmancema) sind eines der ältesten autochthonen Völker Westafrikas. Der größte Populationsanteil ihres Volkes lebt in Burkina Faso, aber auch in Benin, Ghana und Togo. Viele halten an ihrer traditionellen Religion fest, aber es gibt auch Christen und Moslems unter ihnen.

Araber sind seit langem stark in den Handel (Libanesen gehören die meisten Supermärkte) involviert: Die (teil-)nomadisch lebenden Araber - ehemals aus Nordafrika - leben in der Pastoralzone und sind auch dort intensiv am Handel - insbesondere mit Tieren beteiligt.

Mauren leben meist als (halb-)nomadische Tierhalter.

 

Kulturelle Besonderheiten

Durch ähnliche oder gleiche Wirtschaftsform bedingt, ähneln sich auch die Lebensweisen der Ethnien, sesshafte Feldbauern der Songhai und Haussa oder Kanuri, mobile Tierhalter der Fulbe und Tuareg, jedoch weisen alle Völker sehr spezifische ethnische Besonderheiten auf. Die Ethnien sind über Scherzbeziehungen oder Scherzverwandtschaften miteinander verbunden, die einen entspannten Umgang miteinander gewährleisten. Dies sind oft Konfliktvermeidungs- und Regelungsmechanismen. Beispielsweise wird bei einem Konflikt zwischen Tubu und Fulbe ein Kanuri, der die Position eines 'Cousin' in der Scherzbeziehung der Fulbe und der Tubu innehat, als Vermittler eingesetzt. Die Cousinage zeigt sich aber hauptsächlich im täglichen Leben, d.h. die täglichen Scherze, die man austeilt und empfängt, mit dem einzigen Ziel, den anderen zum Lachen zu bringen und nicht ihn zu verletzten. In den Scherzbeziehungen haben weder Geschlecht, Alter oder Schicht Bedeutung. Diese Scherzbeziehungen gelten zumeist zwischen den vier nomadischen Ethnien (Tuareg, Fulbe, Tubu und Araber) und den vier sedentären Ethnien (Hausa, Djerma-Songhai, Kanuri und Gurmantche).

Sprachen des Landes

Diese überregional lebenden Ethnien sprechen eine gemeinsame Sprache (mit regionalen Unterschieden/Dialekten); somit ist Kommunikation gut möglich. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern (im benachbarten Nigeria gibt es beispielsweise etwa 500 verschiedene ethnische Gruppen mit ihrer eigenen Sprache) ist dementsprechend Sprachenlandschaft relativ übersichtlich.  Sprache ist nicht nur ein verbindendes, sondern auch identitätsstiftendes Kriterium. Für das Verständnis geografisch-regionaler Zusammenhänge ist es wichtig zu wissen, dass sich die traditionellen Regionen der verschiedenen Ethnien oft über einige der heutigen Nationalstaaten erstrecken - als Resultat der willkürlichen Grenzziehung während der Kolonialzeit. Häufig leben auch verschiedene Ethnien in den gleichen geografischen Kleinräumen - traditionell orientiert an den unterschiedlichen Wirtschaftsformen. Am Bild der Srachfamilie des Songhai-Djerma sei dargestellt über welch große geografische Entfernungen es zusammenhängende Sprachfamilien geben kann.  

Französisch ist Amts- und Verkehrssprache. Eine überragende Stellung als Verkehrs- und Handelssprache hat das Hausa. Neben ihrer Muttersprache sprechen etwa 75 % der Nigrer Hausa. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist multilingual, besonders bei den Nomaden ist es nicht ungewöhnlich, dass jemand vier oder fünf Sprachen spricht. Jede der oben angegebenen Ethnien spricht ihre eigene Sprache. Die neun Sprachen des Niger sind höchst unterschiedlich. Einen Überblick bietet der Atlas nigrischer Sprachen; die regionale Verteilung der verschiedenen Sprachen im Niger, mit z.T. Untergruppen/Dialekten zeigen separate Karten pro Sprache. Viele dieser Sprachen werden weit über die Grenzen des Niger hinaus gesprochen, Hausa von ca. 120 Millionen Menschen, Fulfulde von etwa 25 Millionen, Tamasheq von 1,2 Millionen.   

Stadt-Land-Verhältnis und Migration

Der Anteil der Armen im Niger ist sehr hoch. 44,5 % der Nigrer leben unterhalb der Armutsgrenze; d.h. ihnen stehen maximal 1,9 US$ pro Tag zur Bestreitung ihreres Lebensunterhaltes zur Verfügung. Der Anteil der extrem armen Bevölkerung sinkt seit Mitte der 90er-Jahre. Dies ist jedoch ein Mittelwert gemessen an der paritätischen Kaufkraft, die keine reale Information über den Anteil wirklich armer Menschen gibt. Der Großteil der nigrischen Bevölkerung lebt von der Subsistenzwirtschaft – sowohl Tierhaltung als auch Feldbau – oder versucht mit Tätigkeiten im informellen Sektor und im Handwerk zu überleben. Die Analphabetenquote auf dem Land beträgt etwa 90%.

Menschen vom Land ziehen mit der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen und der Aussicht auf Arbeit in die urbanen Zentren des Landes. Die Urbanisierung nimmt rapide zu – besonders in Krisenzeiten (Hungerperioden und gewalttätige Auseinandersetzungen) – und liegt mittlerweile bei über 19 %. Dies ist verglichen mit anderen westafrikanischen Ländern jedoch niedrig. Viele Begleiterscheinungen gehen mit der Urbanisierung einher: die Preise für Grundstücke in Niamey und seinen Quartieren sind dementsprechend gestiegen; die Wasser- und Abwasserversorgung, die Energieversorgung und vieles mehr muss dementsprechend ausgebaut bzw. erneuert werden

Viele Nigrer zieht es als Arbeitsmigranten in die Nachbarländer, bevorzugt sind Nigeria und Libyen. Die Rücküberweisungen an ihre Familien sind nicht unbedeutend. Durch die Unruhen in Libyen und die angespannte Situation in den extrem Scharia-orientierten Landesteilen Nigerias wurden viele gezwungen wieder in den Niger zurückzukehren.

Niger fungiert zudem als Transitland für Menschen aus westafrikanischen Ländern, aber auch für Asiaten, die von Niger aus die Wüste durchqueren wollen. Im Niger sind viele Afrikaner „gestrandet“, die in Libyen gearbeitet hatten und auch Flüchtlinge, die aus Mali gekommen sind. 

Im Bereich von Migrationspartnerschaften unterstützt die EU den Niger bei der Bewältigung dieser Aufgabe, die ein armes Land wie den Niger (finanziell) überfordert.

Mikrosoziale Organisation

Geschlechterverhältnis

Alte Haussafrau
Alte Haussafrau, Foto: Yvonne Karrer
Frauenversammlung
Frauenversammlung, Foto: Yvonne Karrer

Im Niger liegt der Anteil der Frauen an der Bevölkerung bei bei den 0-24 jährigen unter 100 (101,42 Männer); bei den 25-69 jährigen: 99,1 Männer gegenüber 100 Frauen; bei den über 70 Jährigen kommen auf 100 Frauen nur noch 78,8 Männer. Die Lebenserwartung im Niger liegt bei etwa 62,5 Jahren (bei Männern niedriger als bei Frauen). Die Haupt-Todesurachen der nigrischen Bevölkerung liegen resultieren durch Infektionskrankheiten, Malaria, aber auch Verkehrsunfälle u.v.m.

Die soziale Position von Frauen wird maßgeblich vom Ehestatus, vom Alter und von der Anzahl der Kinder (Söhne) bestimmt. Die Geburtenrate liegt mittlerweile bei 7 Kinder pro Frau (2017) und sinkt weiterhin. Frauen sind eine ganz wesentliche Stütze der Gesellschaft; durch ihre Aktivitäten im Bereich der Subsistenzsicherung, im informellen Sektor oder im Marktgeschehen erhalten gerade sie durch ihre Aktivitäten die Familien am Leben. Dem hohen Bevölkerungswachstum versuchte die Regierung in Projekten mit Unterstützung diverser Organisationen gegenzusteuern, ein Beispiel ist die 'Männerschule'.

Die oberste Autorität in den islamisch orientierten Ethnien ist immer der älteste Mann. Polygame Haushalte in der Stadt sind vor allem bei den Hausa und Djerma verbreitet, aber auch bei anderen Ethnien wie Fulbe zunehmend geläufig, was jedoch nicht immer der eigenen kulturellen Tradition entspricht. Nach nigrischem Heiratsrecht hat die Frau im Falle einer Scheidung keinen Anspruch auf die Kinder nach deren siebtem Lebensjahr. Nach Erfahrungen aus Eritrea (Polygamie ist obligatorisch, seit zu wenig Männer im Land sind), stellen sich die Nigrer auch die Frage, ob es möglicherweise - bedingt durch Arbeitsmigration der Männer in die Nachbarländer - zu einer obligatorischen Polygamie im Niger kommen könne. Seit 2007 sind Verhütungsmittel im Niger gratis, aber es ist eine Zunahme der Polygamie zu verzeichnen.

Die traditionellen Pflichten und Aufgaben der Frauen sind: - neben der Erziehung der Kinder - Wasser holen, Beschaffung von Brennholz, Arbeit auf den Feldern, Melken der Tiere etc. oft auch die Marktgeschäfte. Die von tradionell orientierter Bevölkeungsseite gewünschten Aufgaben der Frau stimmen oft nicht mit Anforderungen an die Gleichberechtigung überein. Frauen der nomadischen Ethnien haben traditionell eine größere Autonomie: die Frauen besitzen eigene Tiere, gehen auf den Markt, verkaufen ihre Milch und können dann den Erlös für sich verwenden.

In streng islamischen Familien verlässt die Frau niemals das Gehöft ohne Zustimmung ihres Ehemanns. Die islamistischen Strömungen und Einflüsse haben in den letzten Jahren, besonders in den Regionen Maradi-Zinder und entlang der Grenze zu Nigeria, zugenommen, was sich entschieden auf die Autonomie der Frauen auswirkt. Der Islam Westafrikas, obwohl schon seit dem 8. Jahrhundert in Westafrika existent, ist eher synkretistisch geprägt, wird aber zusehends radikalisiert und islamistisch beeinflusst.

In den meisten Ethnien im Niger werden junge Mädchen häufig gegen ihren Willen von ihren Eltern verheiratet. Wobei traditionell ein jung verheiratetes Mädchen nicht automatisch früh geschwängert wurde, sondern vorerst einige Jahre in der Schwiegerfamilie lebte, wo sie eine Haushaltsunterstützung der Schwiegermutter war. Insbesondere in Familien, in denen es keine oder zu junge Mädchen gab, die ihrer Mutter helfen konnten, wurde die Schwiegertochter früh in Obhut der Schwiegermutter genommen. Die jungen Frauen sollten eine gewisse körperliche Reife haben, bevor die Ehe auch körperlich vollzogen werden durfte. 75 % der Eheschließungen im Niger geschehen mit minderjährigen Frauen. Von der Seite der Eltern hat dies seine Begründung darin, dass die Gefahr, dass Mädchen außerhalb der Ehe schwanger werden, geringer ist; außerdem ist der Brautpreis attraktiver, hinzukommen traditionelle Gründe und verstärkt Motive eines extremistischen Islams. In den letzten Jahrzehnten kommt es verstärkt zu frühen Verheiratungen junger Mädchen. Das hohe Bevölkerungswachstum im Niger wird laut einer Untersuchung des Amts für Statistik des Niger des Jahres 2012 auf die Verheiratungen junger Mädchen geschoben. 38 % der Mädchen zwischen 15-19 Jahren haben Kinder oder sind schwanger. Mittlerweile widersetzen sich auch junge Frauen ihrer Verheiratung. (verwiesen wird auf Kapitel Geschichte und Staat: 'Sklaverei und Menschenrechte')

Laut Weltbank investiert der Niger zunehmend in den Schutz junger Kinder unter fünf Jahren, um Mangel- und Unterernährung zu mindern. Besonders alleinstehende Frauen werden gefördert.

Im Zuge der Zunahme islamistischer Bewegungen, auch im Niger, werden in einigen Familien die Rechte erheblich beschnitten und den Frauen stärkere Kleider- und Verhaltensvorschriften auferlegt. Das kunstvoll geknüpfte bunte Kopftuch, welches so typisch für Afrika zu sein scheint, wird nach wie vor von nigrischen Frauen getragen.

Ein großes Problem stellen die sogenannten Wöchnerinnen-Fisteln dar. Bei jung geschwängerten Mädchen wird oft die Harnblase bei der Entbindung verletzt. Aus diesem Grund werden die jungen Mädchen - aber auch ältere Frauen - häufig geschieden, verstoßen und leben abgegrenzt in Armut. Im Niger kümmert sich die NRO "Santé de la reproduction pour une maternité sans risque" (SRMSR-DIMOL) um diese Fälle; insgesamt gibt es 4 Fistel-Zentren.

Über die Schönheitsvorstellungen und die "Fettleibigkeit von Frauen" in einigen nigrischen Bevölkerungsgruppen (besonders ausgeprägt bei arabischen Frauen) berichtet die Autorin Rebecca Popenoe in ihrem Buch "Feeding Desire" (2004). 

Frauen haben kaum öffentliche Ämter und Entscheidungspositionen inne, erst allmählich bekleiden Frauen mehr offizielle Positionen. Im Parlament haben Frauen 29 der 171 Sitze inne; insgesamt nimmt die Teilnahme und Teilhabe der Frauen in Politik und nicht informeller Wirtschaft langsam, aber stetig zu.

Verwandtschaft und soziale Organisation

Die Verwandtschaft ist in Westafrika die elementare Form der sozialen Organisation – in der Regel ist die Kleinfamilie nicht von Bedeutung. Die meisten Ethnien sind hierarchisch gegliedert (Ausnahme Tubu). Die Gliederung kann über

  •      Geschlecht
  •      Alter
  •      Beruf
  •      Schicht/Kaste

geschehen. Generell kann gesagt werden, dass es neben der Kaste der Noblen jene der Handwerker und Bauern/Hirten und Abhängigen/Sklaven gab/gibt. Jede Kaste hat spezifische Rechte und Pflichten. Einen besonderen sozialen Status nehmen Griots, HeilerInnen und traditionelle Hebammen, ein.

Die Großfamilie bildet den Kern der gesellschaftlichen Struktur, d.h. die Mehrgenerationen-Familie. Die kleinste räumliche sozio-ökonomische Einheit ist das Gehöft bzw. Campement, das sich aus mehreren Haushalten zusammensetzt. In jener Struktur wohnen Großeltern, Eltern und Kinder, aber auch (Groß) -onkel und -tanten und verheiratete Kinder nahe beieinander, entweder im gleichen Gehöft oder errichten die Zelte nahe beieinander.

Nach wie vor gibt es Abhängige und Sklaven, obwohl die Sklaverei offiziell seit 2003 verboten ist. Die Zahl wird auf etwa 43 000 Personen geschätzt. Es wird vermutet, dass weit mehr Menschen in derartigen Abhängigkeitsverhältnissen leben. Hierzu zählen z.B. auch Kinder – meist Mädchen -, die schon in jungen Jahren als sogenannte Hausangestellte arbeiten oder Kinder, oft Jungen, die für Banden betteln müssen, aber auch die mittel- und tierlosen ehemaligen Tierhalter, die sich bei großen Tierhaltern verdingen müssen, wenn sie nicht in der Stadt ihr Glück versuchen wollen. Niger ist Herkunfts-, Bestimmungs- und Transitland beim Menschenhandel, insbesondere mit Frauen und Mädchen für Hausarbeiten, aber auch für sexuelle Ausbeutung. Der Niger ist zwar tätig beim Erlass eines Anti-Menschenhandelsgesetzes, aber mit wenig wirklichem Engagement wie der US-Menschenhandelsbericht für den Niger zu konstatieren weiß.

Bildung

Schule

Schule in der Pastoralzone
Schule in der Pastoralzone, Foto: A. Bartelsmeier

Corona-Krise: seit dem 25. Mai 2020 bewegt sich das Leben der Schüler*innen zurück in die Normalität im Niger: Schule wird für viele Kinder wieder zum Alltag.

Die Alphabetisierungsquote im Niger ist - nach wie vor - niedrig und liegt bei 19.1 % (2017). Die Bildungssituation im Niger zeigt zwar eine positive Entwicklung, aber die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen erreicht nicht annähernd den Bedarf, sodass ein Schulbesuch keine Beschäftigungsgarantie bedeutet.

Offiziell besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren und das staatliche Schulsystem ist kostenlos. Die erwartete Schulbesuchsdauer liegt bei 5,4 Jahren, die wirklich erreichte Schulzeit liegt bei 1,7 Jahren für den Durchschnitt der Bevölkerung. Häufig sind die Lehrer nicht sehr motiviert und fühlen sich, wenn sie an einen Schulstandort auf dem Lande versetzt werden,  „strafversetzt“. Es gehen weniger Mädchen als Jungen in die Schule.

Das Schulsystem folgt dem Vorbild Frankreichs. Das Ausbildungssystem ist dreigliedrig: Grundschule, weiterführende Schule und Universität. Die Grundschule dauert 6 Jahre und schließt mit einem Diplom (C.E.P.E. - Certificat D'Etudes Primaires Elementaires). Eine Aufnahmeprüfung berechtigt zum Besuch der weiterführenden Schule (allgemeines Kollegium und technisches Kollegium und danach Lyzeum). Der Baccalauréat (Abitur nach französischem Muster) berechtigt zum Universitätsstudium. Die durchschnittliche Schülerzahl je Klasse liegt oft bei 60 Kindern, wobei auch Werte über 100 Kinder erreicht werden. Auf dem Land wird die Amtssprache Französisch von den SchülerInnen fast überhaupt nicht beherrscht - früher wurde der Unterricht nur in Französisch abgehalten. Mittlerweile setzt sich der bilinguale Unterricht zusehends durch. 1973 gab es die ersten bilingualen Schulen, mittlerweile liegt ihr Anteil bei 700 Schulen von etwa 8000. Die Gestaltung eines bilingualen Unterrichts, der den Kindern den Schuleinstieg erleichtern soll, wird von einigen Projekten gefördert; das setzt aber das Vorhandensein geeigneten Lehrpersonals voraus. Die UNESCO betont die Bedeutung dieser Unterrichtsform.

Ein Hauptproblem, vor allem im ländlichen Raum, ist der notorische Lehrermangel. Das Lehrer-SchülerInnen-Verhältnis liegt laut UNESCO bei 36. In den letzten Jahren eröffneten immer mehr private Schulen (Kindergärten, Primarschulen, weiterführende Schulen), ebenso wie private Ausbildungsinstitute und Universitäten. Besondere Bedeutung kommt den Missionsschulen zu, die sehr zuverlässig in ihrer Arbeit sind und sogar zum Großteil von muslimischen Kindern besucht werden. An diesen Institutionen werden Schulgebühren erhoben.

Insgesamt sind die staatlichen Grundschulen, die keine Schulgebühren verlangen, mehr oder weniger wenig effektiv durch schlecht bezahlte und unmotivierte Lehrer, Mangel an pädagogischen Hilfsmitteln etc. Aber trotz alledem erreichen immer mehr Kinder das Schulende der Primarschule. Laut UNICEF Bericht aus dem Jahre 2013 lag die Abschlussrate der eingeschulten Kinder bei ca. 70 % im Mittel der Jahre 2008-2012. Eine Differenz von knapp 20 % besteht zwischen einer Untersuchung von UNICEF und den Angaben der Verwaltung. Laut PNUD hat sich der prozentuale Schuleintritt zwischen 1992 (28,8 %) und 2008 (69,8 %) mehr als verdoppelt. So wird vermutet, dass im Jahr 2015 100 % Schuleinschreibung erreicht werden kann. Von Jahr zu Jahr wird die Motivation von Kindern und Eltern größer, dass die Kinder zumindest die Primarschule besuchen - immerhin schließen diese 65 % der eingeschulten Kinder ab. Einem UNESCO Bericht von 2012 zufolge hat der Niger jedoch mit vielen Problemen bei der Vermittlung des schulischen Grundwissens zu kämpfen: Gründe für eine nach wie vor niedrigere Einschulungsrate bei den Mädchen (62,2 %) als bei den Jungen (77,4 %) sind soziokultureller bzw. religiöser, ökonomischer und institutioneller Art. Die Primarschuleinschreibung liegt mittlerweile bei 89 %, wobei zu junge und alte SchülerInnen mit einbezogen werden. Auffällig ist dies gerade bei jenen ethnischen Gruppen, die bislang kaum an der Bildungsentwicklung teil hatten, den Nomaden. Die Einschulungsraten sind ebenfalls niedrig, liegen aber immerhin bei fast 60 %. Mittlerweile sind immer mehr Eltern auch im pastoralen Milieu motiviert, ihre Kinder in die Schule zu schicken und ergreifen Initiativen dafür, dass Schulen eingerichtet werden. Um Lehrer zu motivieren in entlegene Gegenden zu kommen, wird mit privat initiierten Projekten seitens der Eltern versucht, den staatlichen Lehrern einen Lohnzusatz zu geben. Die Frage bleibt natürlich: wie geht es nach der Schule weiter? Denn der Niger bietet nicht genug Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Die Alphabetisierungsrate der Jugendlichen stagniert bei 35 bis 36 % für die Jahre 2005-2008, für die über 15-jährigen liegt sie bei knapp 30 %.


Es existieren nur wenige Schulen im Niger, die auf Kinder mit Behinderung eingestellt sind.

 

 

Berufsbildung

Formale Berufsbildung im Sinne der dualen Ausbildung existiert nur dort, wo Projekte eine Berufsausbildung initiiert haben. Zumeist findet "Berufsausbildung" nur informell statt.

Technische Schulen gibt es im Niger u.a. für: Minenwesen, Luftfahrt, Polytechnik und Gesundheit.

Non-formale Bildung

Die religiöse Bildung an Koranschulen ist im Aufwind begriffen. Oft besuchen Kinder am Wochenende zusätzlich zur staatlichen Schule die Koranschulen. Eltern, die besorgt um ihre Mädchen sind und sie in erster Linie zu angepassten Hausfrauen und Müttern erziehen wollen, senden mit Vorliebe die Mädchen in Koranschulen. Über 50.000 Koranschulen gibt es im Niger. In den Bildungsberichten der UNESCO werden in den letzten Jahren die Koranschulen und deren zunehmende Bedeutung bei der Bildung junger Menschen herausgestellt und die Notwendigkeit der Verbesserung ihres pädagogischen Materials.

Hochschulbildung

Mittlerweile ist im Niger das Universitätswesen erheblich ausgebaut worden. Es gibt eine staatliche Universität (Abdou Moumouni); sie untergliedert sich in die folgenden Fakultäten: Landwirtschaft, Humanwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Recht, Ökonomie und Technik. Weitere (staatliche) Universitätsstandorte gibt es in: Tahoua, Zinder und Maradi, Agadez, Diffa und Dosso.

Eingang zur Universität Tahoua
Eingang zur Universität Tahoua, Foto: A. Bartelsmeier
Universität Tahoua
Universität Tahoua, Foto: A. Bartelsmeier

In Tahoua können Bank- und Rechnungswesen, Ökonomie und Management studiert werden, in Zinder werden Raumordnung und Urbanistik angeboten, in Maradi werden Elektrotechnik, Maschinenbau und Bauingenieurwesen gelehrt.

Es wurden einige private Universitäten gegründet. Die Kanadische Universität in Niamey bietet die Studiengänge Verwaltung, Recht und Ländliche Ökonomie an. Die Freie Universität von Maradi hat sich auf Gesundheitswissenschaften/Medizin und Pädagogik spezialisiert.

In Say hat die Islamische Universität des Niger ihren Sitz. In den letzten Jahren etablieren sich private Bildungsinstitutionen im ganzen Land. Gegründet und gefördert werden diese Einrichtungen sowohl von einheimischen als auch ausländischen Geldgebern.

Gesundheit und Sozialwesen

Gesundheitsversorgung

Gesundheitszentrum
Gesundheitszentrum, Foto: A. Bartelsmeier

Bis zum 1. April 2020 waren 74 positive Patienten bekannt, davon starben 5 Menschen (pers. Informationen aus dem Gesundheitsministerium "communique du 01/04/2020")

Am 19. März 2020 wurde der erste Corona Virus Covid-19-Fall bestätigt. Die Situation im Norden und Süden des afrikanischen Kontinents und auch im Nachbarland Burkina Faso sieht zu diesm Zeitpunkt bereits anders aus.

Prekär wird die Situation dann, wenn erkrankte Menschen nicht untersucht und/oder behandelt werden, da das Gesundheitssystem vorsieht, dass die Menschen erst zahlen müssen bevor medizinische Schritte unternommen werden.

Über den nigrischen Gesundheitssektor gibt die WHO einen guten Überblick. Zur Gesundheitssituation von Kindern bietet die Internetseite von UNICEF ausführliche Informationen. Der nigrische Gesundheitsplan PDRH (2011-2020) 'Plan de Developpement des Ressources Humaines en Sante' hat sich vielfältige Ziele für die Verbesserung des Gesundheitssektors gesteckt, wie Ausbildung, Ausstattung etc.

Die Bevölkerung des Niger ist von vielfältigen Krankheiten bedroht wie z.B.: Malaria, Gelbfieber, Tuberkulose, Meningitis, Lepra, Typhus, Noma, Brucellose, Hepatitis, Bilharziose und HIV/Aids. Die drei Haupttodesursachen (etwa 40 % der Todesfälle) sind: Grippe/Lungenentzündung, Malaria und Durchfallerkrankungen/ Cholera; aber auch Verkehrsunfälle gehören in diese Kategorie. Der Anteil der Kindersterblichkeit liegt bei 88 von 1000 Lebendgeburten.

Im Niger ist ein Arzt statistisch für 9000 Menschen zuständig; empfohlen von der WHO sind max 600 Patienten pro Arzt. Nach einem WHO-Bericht existieren 42 Krankenhäuser, knapp 600 Gesundheitszentren und gut 1000 medizinische Stationen. Krankenhäuser gibt es in größeren Städten wie Niamey, Tahoua, Maradi und Zinder. Sie sind in der Regel staatlich geführt; an einigen wirken gut ausgebildete kubanische Ärzte unterstützend mit. Daneben gibt es private Krankenhäuser, Medizinstationen oder niedergelassene Ärzte mit ambulanten Kliniken – zum Teil auch unter europäischer Führung. Im November 2017 wurden 14 private Gesundheitsversorgungsinstitutionen vom Gesundheitsministerium geschlossen und für andere stehen Auflagen für erhebliche Verbesserungen an.

Die allgemeine Gesundheitssituation von Müttern und Kindern im Niger ist schlecht. Nach Angaben von "Save the Children" ist die Situation von Müttern im Niger die schlechteste der Welt hinter Afghanistan, Jemen, Guinea-Bissau und Mali. Dieses Ranking bezieht Faktoren wie Gesundheit, Bildung, Ernährung und die wirtschaftliche Situation mit ein. Mit einem Durchschnitt von gut 7 Kindern pro Frau entwickelt sich die Bevölkerung des Nigers explosionsartig.

Im Niger bemühen sich die Gesundheitsorgnisationen nachdrücklich darum, die "sage-femme" (wissende/weise Frauen), die insbesondere im Zusammenahng mit Schwangerschaft und Geburt von den Frauen konsultiert werden, in die formale Gesundheitsversorgung miteinzubeziehen. Laut WHO sollte auf 5000 Frauen eine "sage-femme" gerechnet werden - im Niger ist die Verteilung mit 3700 Frauen wesentlich günstiger. Gynäkologische Betreuung von Fachärzt/innen gibt es zumeist nur in der Stadt. Außerdem sind dies selten Frauen, was religiöse Konfliktpunkte bei zunehmendem Salafismus provoziert. Auch das Thema Verhütung könnte über diese Frauen eher mit den Frauen diskutiert werden - gehört es - zumeist - noch zu den Tabu-Themen.

In der heißen Jahreszeit (März bis zum Beginn der Regenzeit im Juli) kommt es im Niger jedes Jahr zu heftigen, teilweise fast epidemieartigen Ausbrüchen von Meningitis.

In einem Land mit einem drastischen Bevölkerungsanstieg und immer wiederkehrenden Dürren ist insbesondere der Gesundheitszustand von Kleinkindern kritisch. Mangel-, Fehl- und Unterernährung sind keine Seltenheit. Dies setzt sich auch bis ins Schulalter hin fort. Zwar werden in einigen Schulen Schulspeisungen angeboten, aber in der Regel wird nur auf den Kaloriengehalt und nicht auf eine "ausgewogene" Ernährung geachtet.

Eine Gesundheits-/Krankenkasse gibt es zwar, aber außer einigen Angestellten in formalen Arbeitsverhältnissen und Beamten sind wenige Menschen darüber versichert - „Sozialversicherung“ ist die Familie. Beim einem Krankenhausbesuch müssen für den Großteil der Bevölkerung zunächst die Mittel der Finanzierung der Behandlung vorgewiesen werden. Medikamente müssen ebenfalls selbst gekauft werden. Die stationäre Behandlung setzt in vielen Fällen voraus, dass Verwandte den Patienten mit Essen versorgen. Wer über gute finanzielle Möglichkeiten verfügt, kann sich natürlich auch eine gute medizinische Versorgung leisten.

Mit dem ehemaligen Spezialprogramm des Präsidenten, welches durch die Rücklagenbildung finanziert wurde, die nach dem Schuldenerlass frei wurde, wurden bis 2010 u.a. 1000 Gesundheitszentren und Schulen gebaut, nur fehlt es oft an (qualifiziertem) Personal, Ausstattung und Medikamenten. Diese populäre Initiative hat bei der Bevölkerung für Enttäuschung gesorgt, die große Hoffnungen in dieses Programm gesetzt hatte.

HIV / Aids

Der Niger gehört zu den Niedrigprävalenzländern. Das bedeutet, dass 0,87 % der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren mit dem HIV-Virus infiziert ist. Die Statistik von HIV/AIDS Infektionen hängt allerdings von der Bereitschaft der Menschen ab, sich testen zu lassen, von der Möglichkeit des Gesundheitssystems, diese Tests durch professionelle Strukturen durchführen zu lassen und auszuwerten, sowie infizierten Menschen Perspektiven anzubieten. Auf all diesen Ebenen gibt es in Niger erhebliche Mängel. Die Zahl der gemeldeten AIDS-Fälle kann deshalb nicht als Indikator für die Ausbreitung der Pandemie gesehen werden. Fachleute, die in den Risikoregionen des Landes arbeiten, schätzen die Seroprävalenz vielmehr auf 5 bis 6 %. Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitssituation sind im Niger zahlreich. Aufklärungskampagnen finden auf verschiedenen Ebenen – intensiv durch Entwicklungsprogramme gefördert – statt, z.B. durch Radiosendungen oder Theaterdarbietungen. Unterstützung von AIDS-Kranken und von Hinterbliebenen gibt es nicht nur auf staatlicher, sondern auch auf privater Ebene.

Weibliche Genitalverstümmelung

Die weibliche Beschneidung wird im Niger, wie in vielen Ländern Westafrikas, nach wie vor praktiziert. Traditionellen Ursprungs, ist diese Beschneidung nicht durch religiöse Vorstellungen begründet. Genitalverstümmelung im Niger wird vor allem von der nigrischen ONG CONIPRAT (das Nigrische Komitee gegen traditionelle Praktiken) bekämpft. Nach einer Erhebung sind 5 % (nach offiziellen Zahlen) der jungen Mädchen (vor allem Songhai-Djerma, aber auch einige Fulbe-Gruppen) Opfer von Beschneidungen. Die Sensibilisierungsmaßnahmen von CONIPRAT zielen darauf ab, Dorfchefs und Ehemänner über die gefährlichen Konsequenzen zu informieren, aber auch Beschneiderinnen neue Einkommensquellen zu verschaffen. Das Gesetz zur Abschaffung der weiblichen Beschneidung ist drastisch und ebenso die Strafen (zwischen 6 Monaten und 20 Jahren Gefängnis), insofern ist die Zahl der Genitalverstümmelungen im Niger erheblich zurückgegangen. Kampagnen (inter-)nationaler Organisationen überzeugen immer mehr Frauen und Männer von der Schädlichkeit dieser Tradition.

Am 11. Juli 2003 nahmen die 53 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (AU) bei ihrem 2. Gipfeltreffen in Maputo ein Protokoll auf, welches vor allem für die Rechte von Frauen in Afrika als Regelwerk gelten soll. Das Maputo-Protokoll soll Frauen vor jeder Form des Missbrauchs schützen. Als völkerrechtlicher Vertrag stellt das Protokoll einen wichtigen Bezugsrahmen auch in der Entwicklungszusammenarbeit dar.

Kultur

Kulturelle Identitäten

Die kulturelle Identität ist gleichbedeutend der ethnischen Identität. Die Bevölkerung Nigers definiert ihre Identität ganz klar auf der Ebene der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie. Selbst wenn z.B. ein Pullo (Singular von Fulbe) seine Muttersprache – das Fulfulde - nicht mehr sprechen kann und nur rudimentär versteht, in der Stadt groß geworden ist, nie ein Rind gehütet hat, so fühlt er sich doch ganz und gar als Mitglied dieser Ethnie und somit den Rindern verbunden. Er ist sozialisiert mit den Anforderungen dieser Kultur, mit den Tabus, Regeln und Pflichten. Daher definiert sich seine ethnische Zugehörigkeit. Zwar nehmen inter-ethnische Heiraten zu, aber dies wird von den 'Alten' nicht gutgeheißen, da das kulturelle Selbstverständnis anders sei. Viele junge Menschen sehen dies jedoch inzwischen entspannter und wollen bei der Wahl ihres Partners ihre freie Wahl treffen. 

In ländlichen Gegenden sind die kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen nach wie vor existent und werden gelebt. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den Griots zu, die Geschichte und Geschichten einer Person, einer Gruppe, eines Dorfes etc. darbieten. Sie sind das kulturelle Gedächtnis, die Hauptbewahrer des oralen Wissens. Sie präsentieren ihre Gesänge aber auch zu ‚modernen’ Anlässen, binden aktuelle Themen mit ein und können als Außenseiter der Gesellschaft auch frei kritisieren.

Nationale Feste und besondere kulturelle Ereignisse

Die beweglichen Feiertage im Niger sind:

  • das Fest des Ramadanendes (Eid al Fitr) und die Nacht der Gebete in den letzten 10 Nächten des Ramadan (Laylat al Qadr),
  • das Tabaski/Schafopferfest (Eid al Kabir), welches 70 Tage später stattfindet,
  • der Geburtstag des Propheten Mohammed (Mawlid/Mouloud),
  • Muharram (Islamisches Neujahr)
  • Ostern.

Zu den festen Feiertagen zählen:

  • 1. Januar (Neujahr),
  • 24. April (Friedensvertrag mit den Tuareg 1995).
  • 1. Mai (Tag der Arbeit)
  • 3. August (Unabhängigkeitstag),
  • 18. Dezember (Nationalfeiertag),
  • 25. Dezember (Weihnachten)

Das "Festival de l'Air" in Iferouane ist ein besonderes kulturelles Ereignis der Tuareg im nördlichen Air-Gebirge (Ende Dezember). Im südlichen Air wird das Fest von Timia gefeiert (Mitte Mai).

Das Fest der "Cure Salée", welches in Ingall stattfindet, ist eine Zusammenkunft von Tuareg und Fulbe, die ihre Tiere nach der Regenzeit in den Großraum Ingall führen, damit sie die salzhaltige Erde und Pflanzen aufnehmen. Dieser Anlass ist der Grund der Zusammenkunft, die von einem großen Fest begleitet wird, zu dem Tausende Tierhalter anreisen. Männer und Frauen legen ihre Festgewänder an, bei den Fulbe Woodaabe sind es die Männer, die sich schminken (und nicht, wie im RFI-Artikel geschrieben die Frauen). Die "Cure Salée" (Salzkur) wird immer stärker zu einem Kultur-Event, welches von Jahr zu Jahr mehr Touristen anzieht; ebenso wie die großen Versammlungen der Woodaabe nach der Regenzeit.

Kunst / Film / Musik / Mode / Sport

Der Niger zeigt eine bunte Vielfalt traditioneller und moderner Kunst- und Handwerksschaffungen. Kunst zeigt sich im alltäglichen Handwerk der Frauen und Männer, die traditionelle Elemente mit modernen Elementen zu verbinden wissen. In der Hauptstadt Niamey bietet sich das gesamte Spektrum nigrischer Handwerks- und Kunsthandwerksfertigkeiten. Schmiede verarbeiten Bronze, Silber und Gold zu Schmuck, Tafelgeschirr und Tierfiguren. In ihren Arbeitsbereich fällt auch die Lederverarbeitung (Schuhe, Kissen, Anhänger, CD-Dosen etc.). Flechtarbeiten (Schalenabdeckungen, Matten) werden vor allem von den Frauen erstellt. Wunderschöne Stickarbeiten der Woodaabe, bei denen Frauen und Männer diese Arbeiten ausführen, Steinarbeiten der Tuareg, Bandweberei und vieles mehr zeigt das Kaleidoskop. Einige Songhai-Dörfer im Flussbereich sind für ihre guten Tonarbeiten bekannt.

Im Nationalmuseum präsentieren sich die verschiedenen Handwerke. Niger nimmt regelmäßig an der internationalen Handwerksmesse SIAO (Salon International de l'Artisanat de Ouagadougou) in Burkina Faso teil.

Kunst zeigt sich auch in den verschiedenen Bauwerken der Lehmarchitektur. Wenngleich die Tradition der Scraffiti nicht so verbreitet ist wie in anderen Regionen Afrikas, so sieht man in der Region Zinder einige Häuser mit Scraffiti. Jeder Getreidespeicher ist ein Kunstwerk. Leider ist der größte seiner Art im Niger dem Regen anheimgefallen – er maß wohl mehr als 10 m im Durchmesser. Kunst sind aber auch die traditionellen Wassergräben wie in Azelik, die wohl jetzt den Uranminen zum Opfer fallen werden.

International bekannt sind die nigrischen FilmemacherInnen Ramatou Keita ("Aleesi une actrice africaine"), Oumarou Ganda ("L'exilé"), Moustapha Allasane und Inoussa Housseini. Der im Jahr 2004 verstorbene französische Ethnologe und Filmemacher Jean Rouch hat sich seit den 50er-Jahren für die nigrische Filmszene engagiert und regelmäßig mit nigrischen Filmemachern zusammengearbeitet. Jährlich im Februar finden in Niamey die "rétrospective du cinéma au Niger" statt.

Die bekanntesten nigrischen Autoren sind Boubou Hama, Issa Ibrahim, Amadou Ousmane, Amadou Ide und der Dichter und Kalligraf Hawad.

Im Musikbereich sind vor allem folgende Gruppen international erfolgreich: Mamar Kassay, Denke Denke, Abdalla Oumbadougou, die Woodaabe-Tuareggruppe Etran Finatawa, die Rap-Band Wass Wong; Terakaft. und Mdou Moctar. Beispiele traditioneller Musik, z.B. der Hausa aus den 50er Jahren zeigen die Veränderung der Musikstile auf.

Bekannt ist auch der Begründer der nigrischen Modemesse FIMA, der Modeschöpfer Alphadi, der in sein Werk traditionelle Elemente nicht nur einbindet, sondern immer auch auf der Suche nach traditionellen Materialien und Gestaltungsformen ist, die er in seinen extravaganten Moden verarbeitet.

Das Spektakel der Francophonie ist immer wieder ein großes Ereignis, welches die frankophonen Länder verbindet.

Ein besonderes, kulturelle Gemeinschaft stiftendes Element im Niger ist das traditionelle Ringen, das Kokowa. Ursprünglich aus dem Gebiet der Hausa stammend, hat dieser Sport im ganzen Land viele Anhänger gefunden. Zu diesem Anlass gibt es teilweise halbe freie Arbeitstage.

Fußball ist der moderne Nationalsport Nummer 1, er schmiedet die Menschen verschiedener Ethnien und Geldbeutel zusammen, überall wird gebolzt, werden Bälle aus allen möglichen Materialien hergestellt, eigene Fußballschuhe sind ein ganz besonderer Schatz. Die Niederlage beim CAN 2012 gegen Tunesien in der letzten Minute durch ein Handspiel (ähnlich jenem Fehler von Maradona 1986) stimmte die gesamte nigrische Nation traurig.
In den größeren Städten nehmen in den letzten Jahren die asiatischen Kampfsportarten zu, die bei der Jugend sehr beliebt sind. Kleine Erfolge zieren die Geschichte des nigrischen Sports, wie der Sieg im Halbmarathon von Marseille durch Balkissa Abdoulaye Ende September 2014.

Kunst im Alltag – Milchschale mit Abdeckung
Kunst im Alltag – Milchschale mit Abdeckung, Foto: A. Bartelsmeier
Alter Wasserkanal in Azelik
Alter Wasserkanal in Azelik, Foto: A. Bartelsmeier
Schlichte Baukunst
Schlichte Baukunst, Foto: Yvonne Karrer
Scraffitohaus aus Zinder
Scraffitohaus aus Zinder, Foto: Kai-Uwe Seebörger

Religion

Mosquée Pittoresque
Mosquée Pittoresque, Foto: Yvonne Karrer

Islam

Corona Pandemie und Pilgerfahrt nach Mekka

Aufgrund der aktuellen Lage ist die diesjährige Pilgerfahrt nach Mekka, zu der sich alljähtlich etwa 15 000 Nigrer/innen nach Saudi-Arabien begeben, abgesagt.

Der Islam ist die Hauptreligion im Niger, der offiziell 95 % der Bevölkerung angehören. Die Majorität sind Sunniten, die der Tidjaniya Sufi-Bruderschaft nahestehen, daneben etwa 7 % Schiiten, 6 % Ahmadisten, des weiteren Anhänger der Hammaliya und Sannusiya. Seit etwa dreißig Jahren kommen missionierende arabische Wahabiten aus Saudi-Arabien in den Niger.

Der Islam im Niger ist als gemäßigt zu bezeichnen und die Toleranz gegenüber anderen Religionen ist sehr groß. Die Republik Niger ist säkular und der Islam ist juristisch vom Staat getrennt. Einige Islam-orientierte Projekte werden vom Staat gefördert; so wurde die Einrichtung der Islamischen Universität in Say finanziell unterstützt.

Der Islam im Niger ist, wie in vielen (west-)afrikanischen Ländern, synkretistisch geprägt und weist einige Elemente traditioneller Religionen und des Volksglaubens auf. Die wichtigsten Feste sind: Ramadan, Tabaski und Mohameds Geburtstag.

Ein Marabout (marbut/marbit arab. - Korangelehrter, Lehrer und oft Vorsteher einer Koranschule) hat in Westafrika oft nicht nur diese Position inne, sondern oft auch Zugang zu traditioneller Medizin; der Übergang ist diffus und die Kenntnis des Koran sehr unterschiedlich. Nicht jeder Marabout hat dementsprechend den gleichen Ruf, andere sind weit über lokale und regionale Grenzen bekannt und werden von Menschen von weither aufgesucht. Wie in vielen anderen Religionen glaubt man an übernatürliche Kräfte. Häufig suchen die Menschen einen Marabout auf, um z.B. von Krankheiten und Problemen erlöst zu werden; dies geschieht z.B. in Form von Amuletten, Opferbringung und dem Trinken von Koranversen.

 

Islamistische Entwicklungen im Niger

Islamistische Tendenzen waren im Niger lange Zeit die Ausnahme Nach einer Welle der islamistischen Bewegungen in den 90er Jahren entwickeln sich in den letzten Jahren unter dem Einfluss von AQMI (Al Quaida Maghrib Islamique) und Boko Haram extremistische islamistische Strömungen. Nachdem erst AQMI durch seine Geiselnahmen in die Presse kam, sorgen seit zwei bis drei Jahren Boko Haram mit ihren Gräueltaten im gesamten Grenzgebiet von Nigeria, Kamerun, Tschad und Niger für tägliche Schlagzeilen, zum Teil haben aber auch die Militärattacken der Länderarmeen Erfolg. 

Völlig verschleierte Frauen sind eher ein seltenes Bild, den Hidschab tragen hingegen auch jüngere Mädchen. Entlang der Grenze zu Nigeria, insbesondere in Maradi, sind diese Entwicklungen stärker zu beobachten. Was vor vielen Jahren als modische Strömung begann und als Mitbringsel vom Hadsch galt, prägt inzwischen das alltägliche Erscheinungsbild.

Islamische Länder des Nahen Ostens bauen ihre Einflüsse in Afrika aus und errichten Prunk-Moschee in ihren Bruder-/Schwester-Staaten, beispielsweise im Niger. Oft ist dieses religiös-soziale Engagement jedoch eher ein Kräftemessen und dient dem Ausbau der eigenen Einflusssphäre von Staaten wie Saudi-Arabien, Türkei oder Iran. Einhergehend damit erhalten salafistische Bewegungen Unterstützung und Zustrom, insbesondere von jungen Männern. Radikalisierungen verstärken sich bei diesen Gruppierungen.

Traditionelle Religionen

In den Statistiken über die Religionszugehörigkeit erscheinen kaum noch die traditionellen Religionen. Beispielsweise treten einige animistische Erscheinungen im Alltag und Feiertag der Menschen auf. Wobei Animisten Menschen sind, die an die beseelte Natur glauben (anima lat. - Seele); alle gestalthaften Erscheinungen der Natur haben eine eigene und persönliche Seele.
Einige Gruppen der Songhai leben ihren traditionellen Glauben, ebenso wie die Manga-Gruppe der Kanuri, die Hausa-Azna und viele Gurmantche. Einige Muslim-Gruppen praktizieren nach wie vor den traditionellen Besessenheitskult Bori bzw. Follay.

Christen

Im Niger existieren verschiedene christliche Kirchen und Glaubensgemeinschaften wie Katholiken, Adventisten, Evangelikale oder Zeugen Jehovas, so dass christlich geprägte Ausländer auch hier Zugang finden. Viele Kirchen arbeiten seit Jahrzehnten im Niger und engagieren sich in sozialen Projekten, beispielsweise unterhält Serving in Mission (SIM) seit über 60 Jahren ein Krankenhaus und Gesundheitszentrum in Galmi.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Dr. Antje Bartelsmeier, Pastoralistin aus dem Oberallgäu, ist Dipl.-Ing. agr. und Ethnologin.

Seit 1993 Beraterin und Wissenschaftlerin in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Westafrika; als Referentin und Trainerin im Bereich interkulturelles/globales Lernen tätig; Landestrainerin bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ); Lehraufträge und Assistententätigkeiten an verschiedenen Institutionen.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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