Abuja Stadium © Jeff Attaway (CC BY 2.0)
Währung
Naira
Wechselkurs
1 EUR = 408 Naira (Februar 2019)
Zeitzone
UTC/GMT+1
Landesvorwahl (Telefon)
+234
Klima (in der Hauptstadt)
tropisch (trocken und heiß)

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Murtala Muhammed Flughafen Lagos © Crashdburnd (CC BY-SA 2.0)
Murtala Muhammed Flughafen Lagos © Crashdburnd (CC BY-SA 2.0)

Die Informationen des Auswärtigen Amtes über die Einreisebestimmungen für Nigeria sollten ernst genommen werden, um Unannehmlichkeiten bei der Einreise aus dem Weg zu gehen. Neben einem gültigen Reisepass benötigt der Reisende ein Visum und einen Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Das Visum und andere nützliche Reiseinformationen sind bei der nigerianischen Botschaft in Berlin bzw. bei dem nigerianischen Konsulat in Frankfurt am Main erhältlich.

Es ist zu empfehlen, mit der Beantragung des Visums rechtzeitig zu beginnen, da sich der Prozess oftmals etwas in die Länge zieht.

Wohnen und Versorgung

Die Immobilien- und Mietpreise in den Großstädten Nigerias sind exorbitant, Tendenz steigend. In den größeren Städten ist es nicht unüblich, dass Vermieter, je nach Lage und Größe der Wohnung, zwei bis drei Jahre Miete im Voraus verlangen. Arbeitgeber sind ihren Mitarbeitern bei längeren Arbeitseinsätzen in den größeren Städten oftmals bei der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft behilflich oder stellen diese von sich aus zur Verfügung.

In den größeren Städten Nigerias findet man im Prinzip alles, was mit Geld erworben werden kann. Dort sind die modernen Einkaufszentren mit Produktpaletten ausgestattet, die internationalen Standards entsprechen. Während die wohlhabenderen Nigerianer/innen und die Expats ihre Einkäufe meist in den großen Supermärkten und Shoppingmalls tätigen, versorgen sich die durchschnittlichen Nigerianer/innen auf den Märkten, im Straßenverkauf, bei fliegenden Händler/innen oder in kleinen Läden. Auf den Märkten werden Güter aller Art für den täglichen Bedarf günstig angeboten; die Preise werden durch Handeln ausgelotet.

Die Lebenshaltungskosten in Nigeria sind abhängig davon, wo man lebt. Auf dem Land sind die Lebenshaltungskosten vergleichsweise niedrig, in den Städten relativ hoch, v.a. in Lagos und Abuja. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Mercer steht Lagos auf Platz 13 und Abuja auf Platz 20 von über 200 untersuchten Städten weltweit. Informationen zum Leben in Lagos und Abuja bieten Expat Arrivals Guide, 10 Best Places to Live in Lagos Mainland und Abuja City Guide.

Supermarktkette Shoprite Lekki, Lagos © Kaizen Photography (CC BY-SA 4.0)
Supermarktkette Shoprite Lekki, Lagos © Kaizen Photography (CC BY-SA 4.0), unverändert
Lekki-Markt, Lagos © Shawn Leishman (CC BY-SA 2.0)
Lekki-Markt, Lagos © Shawn Leishman (CC BY-SA 2.0)

Kulinarisches

Aufgrund der großen ethnischen Vielfalt gibt es in Nigeria kein landesweit verbeitetes Nationalgericht. In jeder Region des Landes gibt es aber Gerichte, die als "typisch" für die jeweilige Ethnie gelten. Zu den Spezialitäten der nordnigerianischen Küche zählen "Miyan Taushe oder Pumpkin soup" (Soße mit Kürbis, Fleisch, Blattspinat, getrocknetem Fisch), "Suya" (mit Rindfleisch bestückte, scharf gewürzte Spieße) und "Kilishi" (gewürztes getrocknetes Rind-, Lamm- oder Ziegenfleisch). Als Beilage zu "Pumpkin soup" gehört "Tuwo Shinkafa" (pürierter Reis).

Zu den Spezialitäten aus dem Süden zählen: "Egusi soup" (Soßen aus Fleisch oder getrocknetem Fisch, gemahlenen Kürbiskernen, Palmöl), "Okra soup" (Soßen aus Okraschoten, Fleisch, getrocknetem Fisch, Palmöl), "Jollof rice" (Reisgericht mit Zwiebeln, Tomaten, Chilis, Palmöl, Rind- oder Hühnerfleisch). Als Beilagen zu den Soßen werden "Fufu" (Klöße aus gestampftem Maniok), "Pounded yam" (Klöße aus gestampften Yamswurzeln) und "Garri" (Maniokgries) gereicht. Zum südnigerianischen Frühstück darf "Akara" (kleine frittierte Bällchen aus Schwarzaugenbohnen) nicht fehlen.

Fast alle Gerichte im Land werden mit der Hand gegessen. Da die linke Hand als "unrein" gilt, wird immer mit der rechten Hand gegessen. Zu den Gerichten trinkt man grundsätzlich Wasser.

Geld und Geldtransfer

Der Wechselkurs der nigerianischen Währung Naira (1 Naira = 100 Kobo) kann stark variieren. Die kleinere Einheit "Kobo" (Münzen) des Naira wird aufgrund der hohen Inflationsrate nicht mehr genutzt. Stattdessen werden stets höherwertige Banknoten in Naira gedruckt.

Empfehlenswert ist es, für die ersten Wochen Traveller-Cheques bei sich zu haben, die man in Nigeria in jeder Bank umtauschen kann. Zudem wird empfohlen, Bargeld in US-Dollar zum Umtausch mitzunehmen. Grundsätzlich ist der Geldwechsel bei den Banken bzw. bei den offiziellen Wechselstuben (Bureaux de Change) möglich. Vorsicht beim Umtausch auf dem Schwarzmarkt oder bei den fliegenden Händlern, da dieser offiziell nicht gestattet ist.

Der Gebrauch von Kreditkarten ist nur in seltenen Fällen möglich. In den großen Hotels von internationalem Standard in Abuja und Lagos werden Kreditkarten wie American Express, MasterCard und Visa als Zahlungsmittel akzeptiert. Geldautomaten gibt es lediglich in den großen Städten - meistens mit langen Warteschlangen - sowie in Bankfilialen, Hotels und Flughäfen.   

Für den Geldtransfer von Deutschland nach Nigeria ist Western Union zu empfehlen. Informationen zur Kontoeröffnung in Nigeria finden Sie bei den folgenden in Nigeria zugelassenen Banken.

Reise, Transport und Verkehr

Schlecht befestigte Straßen, überhöhte Fahrgeschwindigkeit und fehlende oder nur spärlich vorhandene Verkehrserziehung führen regelmäßig zu einer großen Zahl von Verkehrsunfällen. Während der Regenzeit sind einige abgelegene Straßen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, überhaupt nicht passierbar. In Lagos und den Bundeshauptstädten ist der Verkehr meist chaotisch. Die Autofahrer spielen gerne ihre Macht aus. Es gilt das Prinzip "Survival of the fittest" oder "wer zuerst kommt, malt zuerst". Viele Autofahrer stecken jeden Tag mehrere Stunden im Stau oder stockendem Verkehr, "Go Slow" genannt, fest. Aufgrund der hohen Unfallquote ist vor Fahrten mit dem Auto zu warnen. 

Um innerhalb einer der Städte Nigerias von einem Ort zum anderen zu gelangen, kann man auch Taxis, Minibusse und Motorrad-Taxis, die "Okada" genannt werden, nutzen. Bei Fahrten mit Taxis sollte man den Fahrpreis vor Antritt der Fahrt mit dem Fahrer aushandeln. Bei Fahrten mit Okadas sollte man seinen eigenen Motorradhelm dabei haben, da sich die meisten Fahrer weder für sich selbst noch für ihre Passagiere einen Helm leisten können.

Das Busnetz "Bus Rapid Transit (BRT)", das von den zwei privaten Firmen "Nigerian Union of Road Transport Workers (NURTW)" und "Lagos State Government owned Asset-Managment Company (LagBus)" betrieben wird, steht für den öffentlichen Nahverkehr in Lagos zur Verfügung. Die Fahrkarten sollten vor Beginn der Fahrt an den Bushaltestellen besorgt werden. Die Busse bieten Komfort, sind zuverlässig und fahren planmäßig.

Okada © Andy Waite (CC BY-SA 3.0)
Okada © Andy Waite (CC BY-SA 3.0)
Verkehr in Lagos © Michal Osmenda (CC BY-SA 2.0)
Verkehr in Lagos © Michal Osmenda (CC BY-SA 2.0)

Für Überlandfahrten stehen mehrere Busunternehmen zur Verfügung, so z.B. ABC Transport, Cross Country Limited, Chisco und GUO Transport. Die Busse bieten Komfort, sind sicher, fahren planmäßig und kommen i.d.R. pünktlich am Zielort an.

Bei Bedarf kann man auch über Autoverleihfirmen, wie z.B. Avis Nigeria, die Niederlassungen in Lagos, Abuja, Port Harcourt, Benin und Owerri hat, einen Wagen mit Fahrer mieten. Diese Option ist aufgrund der schwierigen Sicherheits- und Verkehrslage in Nigeria besonders empfehlenswert.

Die nigerianische Eisenbahn gilt als preisgünstiges, aber unzuverlässiges Transportmittel. Die Eisenbahnlinien Lagos-Kano und Abuja-Kaduna wurden 2013/2014 nach 50 Jahren wieder Instand gesetzt. Nachbesserungen im Bereich Sicherheit wären jedoch dringend erforderlich.

Günstige Inlandflüge zwischen den Städten werden von mehreren nigerianischen Fluggesellschaften angeboten. Empfehlenswert ist eine rechtzeitige Buchung. 

Touristische Attraktionen

Der Tourismus ist in Nigeria nicht besonders ausgeprägt. Eine Reise durch Nigeria lohnt sich aber dennoch angesichts seiner Nationalparks, der großen Feste wie dem Id-el-Fitr in muslimischen Gebieten im Norden, seiner Stadtfeste wie in Oshogbo (Osun Bundesstaat), des Lagos Karnevals in Lagos (Lagos Bundesstaat), des Calabar Karnevals in Calabar (Cross River Bundesstaat), des Abuja Karnevals in Abuja (Federal Capital Territory) und des Mmanwu Festivals Enugu (Enugu Bundesstaat).

Mmanwu Festival in Enugu © E. Ede
Mmanwu Festival in Enugu © E. Ede
Mmanwu Festival in Enugu © E. Ede
Mmanwu Festival in Enugu © E. Ede
Mmanwu Festival in Enugu © E. Ede

Weitere Touristenattraktionen sind die berühmten heiligen Yoruba-Haine in Oshogbo, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Hier befinden sich zahlreiche Heiligtümer und Schreine der traditionellen Yoruba-Religion. Ebenfalls zum Weltkulturerbe zählen die wunderschön angelegten Bergdörfer der Sukur an der Grenze zu Kamerun im Bundesstaat Adamawa, die allerdings verkehrsmäßig schwer zu erreichen sind.

Kurzvideos zum Thema:

Heiliger Yoruba-Hain in Oshogbo © E. Ede
Heiliger Yoruba-Hain in Oshogbo © E. Ede

Sicherheitslage

Aufgrund der schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lage im Land ist die Kriminalität, vor allem in Lagos und Abuja, hoch und die Sicherheitslage im gesamten Land angespannt. Nach Angabe des nigerianischen National Bureaus of Statistics (NBS) verzeichnen beide Bundesländer Lagos und FCT Abuja 2016 die höchste Kriminalitätsrate. Armut und Reichtum sind in Nigeria eine Frage der Verteilung. Gerade die nicht oder ungerecht gelöste Verteilungsfrage ist eine der Hauptursachen der Konflikte, die im Land seit dem Demokratisierungsprozess, der 1999 begann, schwelen.

Insbesondere der Norden des Landes (Scharia-Bundesstaaten) und das Nigerdelta (Ölförderregion) gelten als instabile und gefährliche Regionen. Aufgrund der zunehmenden Gefahr von Seiten der Terrorgruppe Boko Haram im Nord-Osten des Landes, verhängte die nigerianische Regierung im Mai 2013 in den nördlichen Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa den Ausnahmezustand. Trotzdem konnte die Regierung die Gewalt in diesen Bundesstaaten nicht eindämmen.

Auf jeder Autofahrt über Land muss man Checkpoints passieren, die nicht nur von der Polizei und dem Militär, sondern auch von Zivilisten eingerichtet werden. So passiert man auf 100 Kilometern in der Regel circa 10 Checkpoints. Hier wird man meist angehalten und es werden die Fahrzeugpapiere, Führerschein und sonstige Papiere verlangt. In der Regel wird erwartet, dass man etwas Geld zahlt, um die Fahrt fortsetzen zu können. Es ist ratsam, in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, auf keinen Fall aggressiv zu reagieren oder ungeduldig zu werden.

Reisende sollten sich streng an die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und an die Reisehinweise der britischen Regierung halten. Weitere Informationen zu Sicherheitsfragen liefert das U.S. State Department.

Gesundheitsrisiken

Informationen über die häufigsten Krankheiten, Impfempfehlungen und -vorschriften sowie Gesundheitsrisiken bieten der Reisemedizinische Infoservice "fit for travel" und das Reisemedizinische Zentrum am Tropeninstitut Hamburg. Darüber hinaus sind die medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amts und die allgemeinen Gesundheitstipps der Webseite "Der Reiseführer" empfehlenswert.

Durchfallerkrankungen sind in tropischen Ländern normal. Kinder sind besonders schnell betroffen. Deshalb ist es empfehlenswert, mindestens in den ersten Wochen des Aufenthaltes das Trinken von ungefiltertem Wasser sowie den Verzehr von ungekochtem Essen und ungeschältem Obst zu vermeiden.

Telekommunikation und Internet

Der Telekommunikationsmarkt in Nigeria boomt. Mobilfunknetz und Internetprovider sind flächendeckend vorhanden. Dabei ist der Mobilfunksektor sehr fortgeschritten und wächst stetig. Dagegen geht die Anzahl der Telefonanschlüsse im Festnetz ständig zurück. Führende Mobilfunkunternehmen im Land sind MTN, Glo, Airtel und 9mobile. Wer günstig telefonieren möchte, sollte Prepaid-Karten der örtlichen Anbieter, die an allen Ecken zu kaufen sind, verwenden.

Die Bedeutung des Internets nimmt, wie in fast allen afrikanischen Ländern, rasant zu. In den meisten Städten des Landes gibt es mittlerweile zahlreiche Internetcafés. Allerdings sind die Verbindungen oftmals sehr langsam und man sollte sich auf jeden Fall auf Unterbrechungen der Verbindung aufgrund von Stromausfällen einstellen. Derzeit werden die Internetcafés zunehmend durch Smartphones, die einen mobilen Internetzugang bieten, ersetzt.

Nützliche Adressen

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Februar 2019 aktualisiert.

Autor

Dr. Emmanuel I. Ede
Dr. Emmanuel I. Ede

Dr. Emmanuel I. Ede ist gebürtiger Nigerianer und lebt seit 1971 in Deutschland. Er ist promovierter Architekt mit internationalen Bauvorhaben. Zudem ist er als Trainer für Interkulturelle Handlungskompetenz und in der Auslandsvorbereitung von Fachkräften, Unternehmen und staatlichen Institutionen sowie als Gutachter in der (entwicklungs-) politischen Erwachsenenbildung tätig.

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