Der Nanga Parbat (Foto: Abdul Rafey Khan;CC BY-SA 3.0)
Offizieller Name
Islamische Republik Pakistan
Fläche
ca. 800.000 km²
Einwohner
203 Mio. (Ende 2018)
Bevölkerungswachstum
ca. 2,0 % pro Jahr (2017)
Regierungssitz
Islamabad
Amtssprachen:
Urdu, Englisch
Regionalsprachen
Punjabi, Sindhi, Pashto

Das obige Bild zeigt den neunthöchsten Berg der Welt (8125m), den „Nanga Parbat“ (ursprünglich aus dem Sanskrit und bedeutet „nackter Berg“), der im Westhimalaya in Gilgit-Baltistan, in den Northern Areas Pakistans liegt. 

Übersichtskarten

Übersichtskarte Pakistan, Quelle: CIA World Factbook, PD-USGov
Übersichtskarte Pakistan, Quelle: CIA World Factbook, PD-USGov

 

 

 

Lage und Größe des Landes

Pakistan ist mit ca. 800.000 qkm doppelt so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen. Das Land liegt im Nordwesten des indopakistanischen Subkontinents und erstreckt sich von den Gebirgszügen des Himalaya und Karakorum 1.600 km weit bis zum Indischen Ozean. Pakistan hat gemeinsame Grenzen mit Indien, Iran, Afghanistan und China.

Naturräumliche Gegebenheiten

Lebensader Indus ©Susanne Thiel

Das Klima Pakistans ist kontinental mit trocken-heißen Sommern bis 54 Grad C. Dort wo genügend Wasser vorhanden ist, z.B. im Fünf-Stromland Punjab mit dem größten Bewässerungssystem der Welt, herrscht üppige Fruchtbarkeit, die in scharfem Gegensatz zu den Wüsten des Sindh und den kargen Gebirgen und ariden Plateaus Baluchistans steht. Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa vereinigt alle Landschaftszonen Pakistans, vom Hochgebirge des Hindukusch im Norden, über die alpinen bewaldeten Täler von Swat und der Hazara-Division, über die subtropischen Talbecken von Peshawar und Mardan bis zu den mondartigen Karstlandschaften im Süden.

Klimadiagramme zu Pakistans verschiedenen Regionen und Städten bieten eine Orientierung mit Hinblick auf die Wetter-und Klimavielfalt.

Ökologische Probleme

Gefährdete Brücke über den Indus ©Susanne Thiel

Umweltprobleme in Pakistan haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und stehen in einem Spannungsverhältnis mit wirtschaftlicher Entwicklung. Pakistan ist ein großer Importeur von erschöpfbaren und erneuerbaren Energieressourcen und ein großer Konsument von fossilen Brennstoffen. Die pakistanische Umweltschutzagentur, die an das Ministerium für Klimawandel angegliedert ist, trägt das Mandat zur Konservierung und zum Schutz der Umwelt.

Umweltprobleme in Pakistan erstrecken sich von Verschmutzung und Vergiftung von Wasser infolge von ungeklärtem Abwasser, Industriemüll und landwirtschaftlichen Abfällen über begrenzte Trinkwasserressourcen, Entwaldung, Bodenerosion und Desertifikation bis zu Versalzungsproblemen. Einige think tanks forschen zu dieser Thematik und setzen sich zusammen mit pakistanischen Umweltaktivisten für eine ökologisch nachhaltige Politik ein. Auch die Flüsse in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa leiden unter zunehmender Verschmutzung. 

Eines der schlimmsten Umweltprobleme Pakistans ist "waterlogging and salinity", d.h. etwa "Wasserrückstau und Versalzung": Durch Überbewässerung, undichte Kanäle und mangelnde Entwässerung steigt der Grundwasserspiegel bis zur Bodenoberfläche. Zugleich bewirkt die tiefe Bodendurchfeuchtung, dass Salz aus tieferen Erdschichten durch Kapillarwirkung zur Oberfläche gelangt und an der Sonne ausblüht. Es entstehen Quadratkilometer große Salzflächen und -sümpfe (s. nebenstehendes Bild). Pakistan verliert dadurch beträchtliche landwirtschaftliche Flächen. Gerade in der Provinz Punjab mit den fünf Flüssen ist die Versalzung des Bodens ein Problem. Darüber hinaus ist der Indusfluss, auch Sind genannt und einer der größten Flüsse (3200km) des westlichen Asiens, die Lebensader von Pakistan.

Die zentrale pakistanische Behörde für die Verwaltung von Wasser und Energie ist die Water Resources and Power Development Authority (WAPDA) in Lahore. Für Karachi und die umgebenden Gebiete ist die Karachi Electric Supply Corporation (KESC) zuständig. Darüber hinaus gibt es ca. 20 unabhängige Unternehmen, die zur Elektrizitätsproduktion in Pakistan beitragen.

In der letzten Dekade hat Pakistan unter diversen Naturkatastrophen gelitten. Die Erdbebenkatastrophe in 2005 im Norden des Landes, insbesondere in Kashmir, hat zu sehr hohen Verlusten von Menschenleben und verheerenden materiellen Schäden geführt. Ca. 100.000 Menschen starben, 138.000 wurden verletzt und 3,5 Mill. Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen. Die Earthquake Reconstruction & Rehabilitation Authority (ERRA) in Islamabad kümmert sich um die Planung, Strategie, Finanzierung, Monitoring und Evaluierung von Wiederaufbau-und Rehabilitierungsprojekten.

Die Flutkatastrophen in den letzten Jahren, und besonders 2011, 2015 und jetzt 2017, haben entlang des Indusflusses große Teile der pakistanischen Bevölkerung betroffen, und zeigten verheerende Auswirkungen auf die humanitäre und wirtschaftliche Situation des Landes. Besonders die Metropole Karachi und die Küste des Landes sind von den Überschwemmungen in 2017 betroffen. Nach Angaben der pakistanischen Medien sind 115 Todesopfer zu beklagen, viele kamen durch Stromschläge ums Leben. Die Monsunregen fallen in den Monaten Juni bis September; aktuell ist ein Sinken der Pegelstände zu verzeichnen. 

Verschiedene Organisationen und Institute haben in den letzten Jahren aktuelle Daten veröffentlicht, die Auswirkungen des Klimawandels beschreiben.

Katastrophenschutz sollte prioritär behandelt werden

Im Januar 2016 forderte der Leiter der nationalen Katastrophenschutzbehörde (National Desaster Management Authority, NDMA), Major General Asghar Nawaz, die Stärkung der Katastrophenvorsorge und vor allem auch die Koordination zwischen den verschiedenen zuständigen Stellen und Akteuren. Auf einer nationalen Konferenz waren die Maßnahmen nach den verheerenden Überschwemmungen von 2015 behandelt worden. Auch wenn die Krisenreaktion zufriedenstellend war, sollten bestehende Lücken benannt und auf dieser Basis effektive Strategien entwickelt werden. Dazu gehören der Ausbau von Flutschutzmaßnahmen, Erneuerung der überalterten Rettungsausrüstung der Armee, die Festlegung ausreichender Haushaltsmittel, Erhöhung der Personalzahlen, und die Verbesserung der Ausstattung des pakistanischen Wetterdienstes. 

Im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz 2015 hat das Grantham Institute für 95 Staaten deren Klimapolitik und Klimagesetzgebung sowie die Handlungsstrategien zu deren Umsetzung untersucht, u.a. auch zu Pakistan.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bevölkerungsdichte Pakistans von 2009 (nomi887; CC-BY-SA-3,0)
Bevölkerungsdichte Pakistans von 2009
© nomi887 (CC BY-SA 3.0)
Kleinstadtleben in Murree
Kleinstadtleben in Murree ©Susanne Thiel

Demographie

Mit seinen geschätzten 203 Mio. Einwohnern (Ende 2018) und einer jährlichen Bevölkerungswachstumsrate von 2% ist Pakistan das zweitgrößte islamisch geprägte Land (nach Indonesien) und das sechstbevölkerungsreichste Land der Welt. Die Bevölkerung ist regional sehr ungleich verteilt. So leben im Punjab, der fruchtbarsten Provinz des Landes, mehr als die Hälfte der Pakistanis (~55%). Der Punjab trägt seinen Namen aufgrund der fünf Flüsse (Beas, Chenab, Jhelum, Ravi und Sutlej), die durch ihn fließen und in den gewaltigen Fluss Indus münden. Der Indus durchquert das Hochgebirge im Norden des Landes, fällt in das Tal des Punjabs und fließt dann durch die Provinz Sindh um letztendlich in das Indusdelta des Arabischen Meeres zu münden. Im Südosten des Landes, in der Provinz Sindh, leben ebenfalls viele Menschen entlang des Indus (~23 %), jedoch viel weniger Menschen in der Wüste Thar, die eine natürliche Grenze zu Indien bildet. In der gebirgigen nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa leben ca. 13% der Bevölkerung und in den jetzt der Provinz KP angegliederten Stammesgebieten oder den ehemaligen Federal Administered Tribal Areas (Ex-FATA) leben ca. 2,4% der Bevölkerung. In Baluchistan, der flächenmäßig größten Provinz, welche 40% der Gesamtfläche des Landes ausmacht, leben nur ca. 5 %, weil sie durch eine sehr karge und unfruchtbare, obgleich ressourcenreiche, Landschaft geprägt ist. In der Hauptstadt Islamabad leben ca. 0,6 % der pakistanischen Bevölkerung.

Land-Stadt Migration

Zwei Drittel der pakistanischen Bevölkerung leben auf dem Land, nur ein Drittel lebt in den Städten. Der derzeitige Urbanisierungsgrad liegt bei ca 39,7%. Allerdings ist die jährliche Urbanisierungsrate mit fast 3% die Höchste in der südasiatischen Region. Nach einer Schätzung der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen wird bis 2025 fast die Hälfte der pakistanischen Bevölkerung in städtischen Gebieten leben. Es sind vor allem Klimaflüchtlinge, arme Menschen, die vom Land in die städtischen Ballungszentren ziehen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft und ökonomische Absicherung. Darüber hinaus ist eine verstärkte Migration von Bewohnern der unruhigen Stammesgebiete und Flüchtlinge aus Afghanistan, die in sicherere Städte wie z.B. Peshawar, Quetta und vermehrt auch nach Karachi wandern, zu verzeichnen. Aufgrund mehrerer militärischen Operationen in den Stammesgebieten seitens des pakistanischen Militärs seit 2004 sind insgesamt ca. fünf Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen geworden. Mehr als 15 Millionen Menschen mussten aufgrund von Naturkatastrophen ihr zu Hause verlassen. Diese hohe Land-Stadt Flucht stellt den pakistanischen Staat vor weitere Herausforderungen, wie z.B. die Bereitstellung von adäquaten Wohnungen, genügend Energie/Elektrizität und Grundversorgung. Die Megametropole Karachi, die gemäß Schätzungen auf bis zu 19 Millionen Menschen in 2025 anwachsen wird, ist bereits jetzt mit den circa 15 Millionen residierenden Menschen und deren Grundversorgung überfordert.

Verkehrsinfrastruktur

Die ungleiche Verteilung der Bevölkerung im Land hat die pakistanische Verkehrsinfrastruktur mitgeprägt. Das Schienennetz konzentriert sich auf die dicht besiedelten Provinzen Punjab und Sindh. Die erste Eisenbahnlinie auf dem Gebiet des heutigen Pakistans nahm 1861 den Betrieb zwischen Karachi und Kotri bei Hyderabad auf. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Pakistan Railways ist für das Betreiben des Schienennetzwerks zuständig. Die Mehrzahl der gesamten Personen- und Güterbeförderung verläuft immer noch mehrheitlich über die Straße. Die National Highways, die pakistanischen Autobahnen, die von der National Highway Authority (NHA) verwaltet werden, sind unabdingbare Transportverbindungen zwischen den wichtigsten Großstädten in allen Landesteilen geworden. Die NHA weitet ihr Netzwerk immer weiter aus. Gerade unter der jetzigen Nawaz Sharif Regierung gibt es viele NHA-Projekte in Konstruktion oder Planung, wie z.B. die Verbindungen vom neuen Gwadar Hafen nach Sindh und Punjab. Hauptverkehrsmittel sind immer noch Überlandbusse. Gütertransport findet oft über die landestypischen kunstvoll bemalten Lastwagen statt. Der Flugverkehr in Pakistan ist relativ gut ausgeprägt. Pakistan verfügt über drei internationale Flughäfen (Karachi, Islamabad, Lahore) sowie viele nationale Flughäfen (wie z.B. Faisalabad, Peshawar, Quetta, Multan, Sialkot) und darüber hinaus auch zahlreiche Regionalflugplätze. Die staatliche Fluggesellschaft Pakistan International Airlines hat seit der Liberalisierung unter Musharraf kein Monopol mehr in diesem Sektor. Der internationale Güterverkehr findet fast ausschließlich über den Karachi Port, dem „Gateway to Pakistan“, statt. Für seine Entlastung wurde der Port Muhammad Bin Qasim etwas außerhalb von Karachi angelegt. Zunehmend wird der von den Chinesen erbaute Gwadar Port in Balochistan an immenser Bedeutung gewinnen, sobald dieser operativ ist.

Nationale Symbole

Staatsemblem Pakistans
Staatsemblem Pakistans
Die Flagge Pakistans
Die Flagge Pakistans
© Zscout370 (public domain)
Nationaltier Pakistans: Der Markhor (Schraubenziege)
Nationaltier Pakistans: Der Markhor
© Rufus46 (CC BY-SA 3.0)

Das Staatsemblem Pakistans wurde 1954 angenommen. Die grüne Farbe des Emblems sowie der Sichelmond und der Stern symbolisieren den Islam. Im Zentrum ist ein Wappen mit vier Feldern zu sehen, in dem jeweils eines der wichtigen Agrarprodukte Pakistans abgebildet ist: Baumwolle, Jute, Tee und Weizen. Die Blütenranke um das Wappen herum stellt Jasmin, das nationale Blumensymbol, dar und repräsentiert das kulturelle Erbe der Moghulen. Das Band darunter beinhaltet den nationalen Spruch, der vom Staatsgründer Jinnah formuliert wurde "Faith, Unity, Discipline".

Die Landesflagge, die auf dieser Seite weht, besteht aus einem großen grünen und einem kleinen weißen Feld. Grün ist die Farbe des Islam, weiß repräsentiert die nichtislamischen Minderheiten. Halbmond und Stern verstärken die islamische Symbolik.

Den Text der Nationalhymne können Sie hier auf Urdu und Englisch lesen und auch hören.

Der Markhor, die Schraubenziege, ist Pakistans Nationaltier. Seit 2015 stuft die International Union for the Conservation of Nature (IUCN) den Markhor auf der Roten Liste nicht mehr als stark gefährdet, sondern als potentiell gefährdet ein, da die Population wieder zunimmt. 

Von Ausländern wird selbstverständlich erwartet, dass sie den nationalen Symbolen des Landes Respekt erweisen.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Susanne Thiel ist seit den 1990er Jahren im Rahmen der Internationalen Zusammenarbeit tätig. Sie hat mehrere Jahre in Pakistan und Afghanistan gelebt und gearbeitet. Zu ihren Spezialgebieten gehören Themen wie Frieden und Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Kontexten und islamischen Ländern, Bildung und Gender. Zurzeit ist sie als freie Gutachterin und Autorin von Fachpublikationen tätig. Seit 2004 arbeitet sie für die AIZ als Landestrainerin, interkulturelle Trainerin und Länderredakteurin.  

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